Die zornigen Töchter Berlins

Wer immer etwas über die Frauenbewegung in Berlin (aber eigentlich auch darüber hinaus in ganz Deutschland) wissen will, sollte sich dieses Buch besorgen. Annett Gröschner hat mit viel Aufmerksamkeit fürs Detail die Geschichte aufgeschrieben, von der preußischen Berlinerin (beginnend bei der Ersten Frauenbewegung), über die Westberlinerin und die Ostberlinerin bis zur Hauptstädter*in nach 1989.

Dabei schafft sie eine gute Balance aus Darstellung der Fakten (vieler, vieler Fakten) und deren Interpretation und Einordnung in einer größere Erzählung und den  Kontext der jeweiligen zeitgenössischen Debatten. Besonders interessant sind auch die vielen O-Töne von Protagonistinnen, die ihre Sicht der Dinge erzählen.

Sehr wohltuend und sehr notwendig in Zeiten, wo Feminismus wieder En Vogue ist, gerade auch bei jüngeren Frauen, die Darstellung der Geschichte der Frauenbewegung aber oft holzschnittartig auf wenige Big Names und Big Dates reduziert wird. Unbedingt lesenswert! Und keinesfalls nur für Berlinerinnen!

Und ganz groß auch die zahlreichen Abbildungen von zeithistorischen Plakaten und Flyern…

(Disclaimer: Im letzten Kapitel wird ab und zu auch mal aus Texten von mir zitiert, aber ich schwöre, ich war schon vorher entschlossen, diese enthusiastische Rezension zu schreiben!)

Annett Gröschner: Berolinas zornige Töchter. 50 Jahre Berliner Frauenbewegung. Hrsg. vom FFBIZ, Gefördert durch die Senatsverwaltung Berlin. 2018, 344 Seiten, 10 Euro

Das Buch kann über diesen Link direkt bestellt werden,

Am 13. Dezember gibt es noch eine Lesung im Frieda Frauenzentrum