Selbst Philip K. Dick konnte sich das nicht vorstellen…

Eben las ich die Kurzgeschichte „Gewisse Lebensformen“ des genialen Science-Fiction-Autors Philip K. Dick – und musste wirklich schmunzeln. Diese Geschichte hat er 1953 geschrieben und sie ist in vielerlei Hinsicht visionär: Es gibt darin selbstregulierende Wärmesysteme in Häusern, so eine Art Internet, schlüssellose Türen mit biometrischer Personenerkennung und dergleichen mehr. Die Erde führt Kriege gegen alle möglichen Planeten, das heißt: Das Ganze spielt sehr weit in der Zukunft. Die Erde hat sich total verändert. Nur eine Veränderung konnte sich Dick damals noch überhaupt nicht vorstellen – dass Frauen Soldatinnen sein könnten. Das ist für ihn das Absurdeste überhaupt. Kein Vorwurf an Philip K. Dick. Wahrscheinlich war dieser Gedanke in den Fünfzigern eben genau das, absurd. Aber es zeigt eben doch, wie schnell sich die Realität ändern kann. Wir müssen es nur machen.

Evas Irrtümer

So, jetzt habe ich es gelesen, das Werk, das seit Wochen schon für Stürme im medialen Wasserglas sorgt. Es ist ein bisschen schwierig, ein Buch zu bewerten, über das man schon vor Erscheinen so viel Kritik und Häme gelesen hat. Und in der Tat ist das Pseudo-Skandal-Pamphletchen der ehemaligen Tagesschau-Sprecherin Eva Herman ziemlich daneben. Eigentlich halte ich es gerne so, dass ich schlechte und nicht lesenswerte Bücher lieber gar nicht rezensiere, denn jede Rezension, auch ein Verriss, lenkt ja doch die Aufmerksamkeit darauf. Aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme. Und zwar deshalb, weil mir in dem ganzen Medienrummel ein paar ganz entscheidende Aspekte fehlen. Hier also, kurz gefasst, meine Übersicht über „Evas Irrtümer“: http://www.antjeschrupp.de/rez_herman_das_eva-prinzip.htm

Freiheit und Gerechtigkeit

Zur Zeit gibt es eine merkwürdige Diskussion: Die CDU, heißt, setze auf Freiheit, die SPD hingegen auf Gerechtigkeit. Komische Alternative. Wenn man die Wahl zwischen beidem hat, wird sich doch wohl jeder vernünftige Mensch für die Freiheit entscheiden, oder ? Naja, den meisten scheint das nicht so eindeutig zu sein, wie mir. Sie ist leider ziemlich heruntergekommen, die Freiheit. Kein Wunder, wenn ausgerechnet die Partei, die nichts so sehr fürchtet, wie freie Menschen – also solche, die vom vorgegeben Pfad deutscher Spießbürgerlichkeit (heute: Leitkultur) abweichen – sich als letzte Verfechterin der Freiheit aufführen kann. Von der SPD ist da nichts zu hoffen – wie alle staatstragenden Linken seit Marx opfert sie gerne die Freiheit, um dann durchzusetzen, was sei für gerecht hält. Aber leider ist sie damit nur Sprachrohr von vielen Leuten, die mit ihrer Freiheit eben auch gar nix anzufangen wissen und denen sie auch völlig egal ist. So erklärt sich auch die Sehnsucht zurück nach DDR-Zeiten: Ist ja

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Hausarbeit verschwunden!

Eine neue Studie hat ergeben, dass Frauen heute 5 Stunden pro Woche weniger Hausarbeit machen als noch 1992, Männer hingegen nur 4 Minuten mehr. Fragt sich also: Was ist mit all der Arbeit passiert? Bei etwa 20 Mio erwachsenen Frauen in Deutschland wären in den letzten 14 Jahren schließlich sage und schreibe 100 Mio Hausarbeitsstunden in der Woche einfach verschwunden. Ein Teil davon ist sicher „outgesourct“ worden, an bezahlte Putzfrauen zum Beispiel. Ein anderer Teil wurde vermutlich wegrationalisiert: Mehr Unterhosen als früher landen wohl ungebügelt in der Schublade, und in den Ecken wird nur noch 2x im Jahr geputzt. Andererseits war die überpenibel-adrette Hausfrau mit Kittelschürze auch 1992 schon passé. Wenn der Trend so weitergeht – und dafür spricht vieles, wenn ich mich selbst so anschaue – müssen wir uns vielleicht irgenwann Gedanken um die Qualitätssicherung machen. Oder kommt doch irgendwann das Essen aus der Tube? http://www.taz.de/pt/2006/07/25/a0079.1/text.ges,1

Coca Cola – Zero Gehirn

Coca Cola will jetzt auch die Jungs vom kalorienfreien Trinken überzeugen: „Zero Zucker“ soll das neue Gebräu enthalten (was ja nix neues ist, seit es Cola light gibt). Interessant ist hingegen die Kampagne, die zur Zeit überall plakatiert ist und die geheimsten Wünsche junger Männer ausspricht: Eine Freundin mit Zero „Wir müssen reden“ nämlich. Eine Freundin, die reden will, als Horrorvision? Das lässt ja tief blicken. Mein Eindruck: Zero Gehirn bei den Kampagnenmachern. Den Mädels kann man da nur empfehlen, auf Bionade umzusteigen. Das liegt sowieso im Trend und ist allemal besser, als auf’s reden zu verzichten.

Grundeinkommen ohne Frauen?

Vorgestern (am 14. Juli) gab es in Frankfurt eine gute und interessante Veranstaltung zum Grundeinkommen, u.a. mit Götz Werner und Philip van Parijs. Aber es war leider wieder ein Abend ganz ohne Frauen – nicht nur auf dem Podium, sondern auch bei den Wortmeldungen aus dem Publikum sprachen fast nur Männer. Es ist ein ähnliches Phänomen wie das, was ich im letzten Post über den Männerrat der Religionen geschrieben habe. Irgendwie verstehen diese politisch agilen und durchaus klugen und innovativen Männer nicht, warum sie mit Frauen reden sollten. Ich bin etwas ratlos, wie ihnen das verständlich machen. So hatte ich z.B. am Freitag auch gar keine Lust, mich zu Wort zu melden. Aber dass das Grundeinkommen, obwohl so logisch und einsichtig, politisch fast nicht umsetzbar erscheint, hängt sicher auch damit zusammen, dass viele Frauen dieser Idee leider skeptisch gegenüberstehen, und zwar aus anderen Gründen als Männer, die das Grundeinkommen ablehnen. Aber da niemand mit ihnen redet…Grundeinkommen im TV unter: http://www.grundeinkommen.tv/Mehr

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Männerrat der Religionen

Eigentlich ist es eine gute Idee: Der neue „Rat der Religionen“ in der Schweiz. Bist auf die Tatsache, dass nur Männer drin sind. Und das, obwohl Frauen im interreligiösen Dialog um Lichtjahre weiter sind – wie etwa die Frauensynode in Barcelona 2003 gezeigt hat. Frauen protestieren natürlich dagegen, aber es wird dann so verstanden, als beschwerten wir uns darüber, dass Frauen nicht „vertreten“ sind. Dabei geht es doch nicht um die Interessen der Frauen, sondern um die Interessen des Anliegens des Rates – diese exklusiven Herrenzirkel bringen erfahrungsgemäß einfach nicht viel zustande. Aber dass es lohnend ist auf Frauen zu hören, nicht weil mann sich damit als politisch korrekt zeigt, sondern weil es wichtig ist, was Frauen zu sagen haben, das geht in die Köpfe irgendwie nicht rein. Das Lob auf die angeblichen „weiblichen Kompetenzen“, das überall erschallt, ist schal. Weiblichkeit gibt es nun mal nur mit Frauen. Hier ein Artikel aus der NZZ zu dem Rat: http://www.nzz.ch/2006/06/11/il/articleE71NW.htmlund hier mehr

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Anti-Zwangsprostitutions-Kampagne war kostenlose Puff-Werbung

Ein „Ortsbesuch“ eines taz-Reporters im Berliner „Artemis“, das als WM-Puff im Schlepptau der Anti-Zwangsprostitutions-Kampagnen durch die Weltpresse ging, hat ergeben: Eine bessere und dazu völlig kostenlose Werbung hätten sich die Betreiber nicht träumen lassen können. Hunderte von Männern aus aller Welt wurden durch die vermeintliche Anti-Kampagne aufmerksam und strömen nach dem Ende der Spiele nur so herbei. Hier ist der Artikel: http://www.taz.de/pt/2006/06/19/a0164.1/text. Dass gut gemeint in diesem Fall ziemlich mies gemacht war, hätte man sich auch vorher denken können: http://www.antjeschrupp.de/zwangsprostitution.htm

Echte Fans und Busenwunder

In der taz gestern war ein interessanter Artikel über Frauen und Fußball. Die Ethnogin Almut Sülzle hat sich beschäftigt und herausgefunden, dass es im Dunstkreis des Männersports Fußball zwei Typen von Frauen gibt: Die „echten Fans“, also fußballinteressierte Frauen, deren Geschlecht sozusagen großzügigerweise übersehen wird, und die „Groopies“, also Frauen, die sich auf dem Feld besonders „weiblich“ gerieren und damit kokettieren, dass sie nicht wissen, was Abseits ist. Wen’s interessiert: http://www.taz.de/pt/2006/06/17/a0239.1/text