Von der Leyen: Unten durch

Am Anfang war ich noch ganz angetan von Ursula von der Leyen. Ist doch schön, dachte ich, wenn sich auch in der CDU ein paar moderne Karrierefrauen tummeln. Okay, es war etwas nervig, wie sie ihre sieben Kinder vor sich her trug und ständig das „Vereinbarkeit ist doch kein Problem“-Mantra verkündete, aber gut. Und bisher waren ihre Projekte als Familienministerin ja auch so, dass man ihr mit etwas gutem Willen abnehmen konnte, dass es irgendwie auch darum gehen könnte, frauenpolitisch neue Wege einzuschlagen. Natürlich waren schon früh Zweifel angesagt: Das Elterngeld entschädigte zwar einerseits erwerbstätige Frauen zu Recht für Verdienstausfälle in den Monaten nach einer Geburt – andererseits war es aber von Anfang an eine Umverteilungsaktion zulasten der ärmeren Familien und zugunsten der Reicheren. Der Krippenplatzausbau ist natürlich völlig richtig – allerdings ist das Motiv ein durch und durch neoliberales: Den Wirtschaftsunternehmen soll die Arbeitskraft gut ausgebildeter junger Frauen zugeführt werden. In Zukunft gibt es für Mütter also keine Ausrede

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Der Sinn und Unsinn des Zwitscherns

Worauf es beim Mitmachen im Web 2.0 ankommt Wenn Sie das Wort „Zwitschern“ hören – woran denken Sie dann spontan? An die Vögel, die endlich den Frühling trällern? Oder daran, dass Sie schon seit mehreren Stunden keinen neuen Status-Update gepostet haben? Je nach Antwort könnten Sie, bildlich gesprochen, auf einer von zwei Eisschollen stehen, die derzeit nach Ansicht mancher Beobachter_innen stetig auseinander driften: bei denen, die sich aktiv an den neuen Internet-Netzwerken wie Twitter (daher das „Zwitschern“), Facebook oder ähnlichem beteiligen, eigene Blogs schreiben oder die Blogs anderer kommentieren – oder bei den anderen, die mit diesem Phänomen namens „Web 2.0“ nichts anfangen können. Das Thema ist auch deshalb interessant, weil es hier ein signifikantes Gender-Gap gibt: Der Anteil von Frauen, die twittern oder bloggen oder facebooken liegt nur bei ungefähr einem Viertel (siehe: http://twitterumfrage.de). Wie sieht es demnach aus mit der Verbreitung feministischer und postpatriarchaler Themen und Ideen im Internet? Worum geht es hier eigentlich und worauf käme es

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