Zwischen Kulturen. Ein Gespräch mit Safeta Obhodjas.

In meinem Podcast gibt es jetzt ein Gespräch, das ich letzte Woche mit Safeta Obhodjas geführt habe. Sie ist eine Freundin von mir, und eines unserer Dauer-Streitthemen ist die Integrationsdebatte, wo sie – anders als ich – eine „multikulti-kritische“ Position hat. Ich dachte mir, es ist interessant, das mal mitzuschneiden. Es geht um ihre Erfahrungen mit multikulturellem Zusammenleben im früheren Jugoslawien, die Schwierigkeit, Kritik an der (eigenen) muslimischen Community zu üben und ihre Eindrücke vom Stand der Integrationsdebatte in Deutschland.Das Gespräch dauert eine knappe Stunde. Direkt zum Podcast hier. Hier noch die Links zu den Texten, die wir dabei ansprechen: Safetas Erzählung „Dzammilas Vorbild“ Ihr Essay über die Frauenbewegung in Jugoslawien Weitere Texte von ihr auf bzw-weiterdenken.de Ihre Homepage Danke für die Spende!

Zwei Schwestern zwischen Indien und Amerika

In ihrem Roman “Atlas des Unbekannten” erzählt die indisch-amerikanische Autorin Tania James die Geschichte von zwei Schwestern und ihrer engen, gleichwohl komplizierten Beziehung zueinander. Beide wachsen in einer christlichen Familie in einer kleinen indischen Stadt auf. Zwei Ereignisse prägen ihre Lebensläufe: Der Unfalltod ihrer Mutter, als beide noch klein waren, und ein Verbrennungsunfall, bei dem Linno, die Ältere, eine Hand verliert. Während Linno sich daraufhin in die Hausarbeit zurückzieht, absolviert Anju, die Jüngere, eine glänzende Schulkarriere und wird sogar für ein Stipendium in den USA ausgewählt. Allerdings verdankt sie dies auch einem Betrug an ihrer Schwester, der ihr auf der Seele liegt. Ich kann in dieser Rezension nicht zu viel von der Geschichte erzählen, damit die Spannung erhalten bleibt. Nur soviel: Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, nicht nur, weil die Geschichte spannend ist (und so manche unerwartete Wendung nimmt), sondern auch, weil man hier viel über kulturelle Hintergründe und Differenzen erfährt – über die Lebensbedingungen der indischen

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Feminismus versus Islam?

Die Volksabstimmung in der Schweiz, bei der eine deutliche Mehrheit für ein Verbot von Minaretten votierte, hat erneut eine Diskussionen über das Verhältnis von Feminismus und Islam ausgelöst. Es sieht so aus, als hätten zahlreiche Frauen für das Minarettverbot gestimmt, um ein symbolisches „Zeichen“ gegen die untergeordnete Stellung zu setzen, die „der Islam“ nach Überzeugung vieler den Frauen zuweist. Dies ist nur das jüngste Beispiel, wie seit geraumer Zeit in der öffentlichen Debatte ein prinzipieller Gegensatz zwischen Feminismus und Islam konstruiert wird. Entweder, so scheint es, tritt man für weibliche Freiheit ein und muss daher der Ausbreitung des Islam in Deutschland bzw. der Schweiz Grenzen setzen. Oder aber man übt sich in multikultureller Toleranz – und kneift auch mal ein Auge zu, wenn es manche Muslime mit den Rechten von Frauen nicht so ganz genau nehmen. Doch dies ist ein falscher Dualismus. Denn je mehr in der öffentlichen Debatte behauptet wird, Frauenemanzipation und Islam passten nicht zusammen, desto mehr wird

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