Debatten vor dem Facebook-Grab gerettet, Teil 2

Gerade gab es auf der Facebookseite von Michael Seemann ein kleines Geplänkel zum Thema Meinungsfreiheit, an dem ich mich beteiligt habe, und da fiel mir auf, dass ich in dieser neuen Rubrik hier ja nicht nur Diskussionen auf meiner eigenen Facebookseite, sondern auch auf denen von anderen verlinken und damit für die Zukunft googlebar machen kann. Also: Hier, Meinungsfreiheit! Außerdem hatte ich über die aktuelle Ausstellung „Geschlechterkampf“ im Städel gerantet, ich fand sie doof. Das Städel hat netterweise geantwortet, das findet Ihr hier. Weiterhin diskutierten wir über den Unterschied zuwischen einem Bedingungslosen Grundeinkommen und repressionsfreiem Hartz IV: Gibt es da einen Unterschied? (Spoiler: Ich behaupte, es ist dasselbe, jedenfalls rechnerisch, der Unterschied ist rein symbolisch, das allerdings ist ein gravierender Unterschied: Grundeinkommen erkennt Bedürftigkeit als prinzipielle Bedingung des Menschseins an, Hartz IV, wie repressionsfrei auch immer, beharrt darauf, dass „normalerweise“ Leute „für sich selbst sorgen“ sollen. Und: Trumps erste Woche – sie machte mich atemlos.

Warum weiße Frauen mehrheitlich Trump gewählt haben

Über die vielen Artikel, in denen sich darüber gewundert/ geärgert/ lustig gemacht wurde, dass weiße Frauen in den USA mehrheitlich Trump gewählt haben, muss ich nun doch noch ein Wort verlieren. Zumal aus der Tatsache allerlei Schlussfolgerungen abgeleitet wurden, wie zum Beispiel die, dass letztlich also der Feminismus an Trumps Sieg Schuld ist und sich nun endgültig diskreditiert hat (denn hätten die Feministinnen sich mit den wirklich wichtigen Dingen beschäftigt und die weißen Frauen nicht verschreckt…) oder dass weiße Frauen als feministische Bündnispartnerinnen nicht viel taugen (weil sie, wenn’s drauf ankommt, nur an sich selber denken). Nun, hinter der Erwartung, weiße Frauen (oder, for that matter, irgendwelche Frauen) würden „für Frauen“ oder „für ihre Interessen“ oder „für Fraueninteressen“ oder was dergleichen abstimmen, steckt die inzwischen doch eigentlich längst als falsch erwiesene Vorstellung, „die Frauen“ wären eine ähnlich geartete Rubrik von Menschen wie „die Arbeiter“ oder „die Schwarzen“ oder „die Buddhistinnen“. Also eine partikulare Gruppe innerhalb der allumfassenden „Menschheit“, die sich durch gemeinsame Ideen, Werte, Kulturen,

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Was nun?

Hillary Clinton ist nicht Präsidentin von Amerika geworden, und was bedeutet das nun für unser Projekt (ich vereinnahme euch jetzt mal ganz dreist), als freie Frauen in der Welt mitzuwirken und sie unseren Vorstellungen vom guten Leben gemäß zu gestalten? Barbara Streidl hat aufgeschrieben, warum Hillary Clinton auch „als Frau gescheitert ist“ (und nicht nur als „geschlechtsneutrale“ Politikerin). Und das stimmt meiner Meinung nach. Nicht nur, weil die Angriffe gegen sie offensichtlich sexistisch waren. Sondern meiner Ansicht nach ist sie auch mit ihrem Weg gescheitert, bei dem sie die Symbolfigur des Emanzipationsfeminismus der „zweiten Frauenbewegung“ war, nämlich durch Integration und Anpassung an den von Männern erfundenen und eingeübten Weisen des Politikmachens Einfluss zu bekommen. Annarosa Buttarelli von den italienischen Diotima Philosophinnen hat ihren kurzen Kommentar in der Huffington Post (leider nur italienisch) „Hillary, eine Frau ohne Volk“ betitelt. Sie schreibt, die Parteien stünden heute vor der Alternative: entweder die Frauen oder das Volk. Tatsächlich hatte ich, nachdem ich von Trumps Sieg gehört

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