Was nun?

Hillary Clinton ist nicht Präsidentin von Amerika geworden, und was bedeutet das nun für unser Projekt (ich vereinnahme euch jetzt mal ganz dreist), als freie Frauen in der Welt mitzuwirken und sie unseren Vorstellungen vom guten Leben gemäß zu gestalten?

Barbara Streidl hat aufgeschrieben, warum Hillary Clinton auch „als Frau gescheitert ist“ (und nicht nur als „geschlechtsneutrale“ Politikerin). Und das stimmt meiner Meinung nach. Nicht nur, weil die Angriffe gegen sie offensichtlich sexistisch waren. Sondern meiner Ansicht nach ist sie auch mit ihrem Weg gescheitert, bei dem sie die Symbolfigur des Emanzipationsfeminismus der „zweiten Frauenbewegung“ war, nämlich durch Integration und Anpassung an den von Männern erfundenen und eingeübten Weisen des Politikmachens Einfluss zu bekommen.

Annarosa Buttarelli von den italienischen Diotima Philosophinnen hat ihren kurzen Kommentar in der Huffington Post (leider nur italienisch) „Hillary, eine Frau ohne Volk“ betitelt. Sie schreibt, die Parteien stünden heute vor der Alternative: entweder die Frauen oder das Volk. Tatsächlich hatte ich, nachdem ich von Trumps Sieg gehört hatte, kurz den Gedanken, dass es vielleicht falsch war, eine Frau aufzustellen, weil die Leute offensichtlich noch nicht so weit sind, eine Frau zu akzeptieren. Jedenfalls nicht, wenn diese Frau eigenständige Sachen macht und nicht nur das, was „das Volk“ hören will.

Es ist eine Haltung, die ich schon länger bei den Beiträgen von Frauen im öffentlichen Diskurs beobachte: Sie werden hoffiert, solange sie nützlich sind, aber wenn sie etwas sagen, das einem nicht passt, dann wird umso heftiger zurückgeschlagen. Hier habe ich das in Punkto Feminismus mal analysiert. Aber es stimmt auch in Punkto Frauen überhaupt. Und es stimmt auch für die Linken, die Clinton meiner Ansicht nach für ihre „nicht linken“ Positionen um ein Vielfaches heftiger kritisiert haben, als sie das bei einem Mann getan hätten. Eine Frau, die eine andere Meinung vertritt, das geht eben nicht. Das ist im Konzept der „Gleichstellung“ nicht vorgesehen.

Es ist natürlich toll, dass die Demokraten Clinton aufgestellt haben, aber ich könnte mir denken, wenn sie einen Mann aufgestellt hätten – nicht Bernie Sanders, ich glaube nicht, dass er Chancen gehabt hätte, aber einen „Hillarius Clinton“, der hätte gegen Trump gewonnen. Erschwerend kam ja auch noch dazu, dass zuvor acht Jahre lang ein Schwarzer Präsident gewesen war. Obama war im konservativen Milieu der USA auf eine solche Weise verhasst, dass sich das nur mit Rassismus erklären lässt. Diese acht Jahre aufgestauter Hass auf einen schwarzen Präsidenten, der dann noch nicht einmal richtige Fehler machte, und anschließend eine weibliche Kandidatin, die auch keine Fehler machte – das war zu viel. Ich bin felsenfest überzeugt, wäre Obama weiß gewesen und Clinton männlich und alle anderen Koordinaten identisch – dann wäre jetzt nicht Trump Präsident.

Und dass Trump jetzt Präsident ist, halte ich für eine Katastrophe ohne positiven Nebenaspekt, aber das Thema führt jetzt hier zu weit. (Hier könnt Ihr das teilweise in der Diskussion nachlesen). Jedenfalls habe ich mich gefragt, ob, um Trump zu verhindern, es den Preis wert gewesen wäre, auf einen Schwarzen und eine Frau zu verzichten? Okay, das ist jetzt WIRKLICH Pest oder Cholera.

Warum finde ich Trump so schrecklich, dass ich glaube, es wäre möglicherweise einen so hohen Preis wert gewesen, ihn zu verhindern? Weil sich mit ihm das politische Klima verändern wird und schon hat. Es werden jetzt Dinge sagbar, die unter Clinton nicht sagbar wären.  Wer Präsident eines Landes ist, entscheidet nicht über die Revolution, denn Präsidenten (bzw. Präsidentinnen) sind immer nur soweit wie der gesellschaftliche Mainstream. Sie gehen Veränderungen nicht voran, sondern hinterher.

Aber sie haben eine Bedeutung dafür, wie sich der Mainstream entwickelt. Dass Clinton in ihrer Concession Speach Mädchen Mut gemacht hat, sie könnten alles werden, ist ja bereits sehr vielsagend: Denn genau das ist jetzt offenbar nicht mehr selbstverständlich, es muss gesagt werden (das Selbstverständliche muss nicht gesagt werden). Wir werden jetzt wieder für Selbstverständlichkeiten und Minimaldinge kämpfen müssen, statt uns darauf konzentrieren zu können, weiter zu gehen. Wir werden nicht Clinton für all die Dinge kritisieren können, die man ihr zu Recht vorwerfen kann, sondern wir werden dafür kämpfen müssen, dass Arme nicht einfach auf der Straße verrecken, dass es nicht alle ganz normal finden, wenn Frauen geschlagen und vergewaltigt werden und so weiter. Mit der Wahl von Trump ist eine Verschiebung der symbolischen Ordnung geschehen.

Die Bedingungen des libertären und feministischen Aktivismus haben sich einfach grade sehr verschlechtert. Zunächst in den USA, aber ich fürchte, es wird sich auch in Europa ausbreiten. In den USA werden jetzt tausende Stellen mit entsprechenden Leuten besetzt. Rassistische und homophobe Lehrer werden es sehr viel leichter haben als bisher, weil wenn der Präsident sowas sagt, kann es doch nicht schlimm sein. Frauen in Gewaltbeziehungen werden es schwerer haben, sich zur Wehr zu setzen, die sollen sich nicht so anstellen, selbst der Präsident findet sowas doch gut. Migrantinnen werden viel leichter abgeschoben werden, was für jedes einzelne Schicksal schlimm ist. Die Rechtsextremen werden das Klima prägen, in den Medien, in den Schulen, im Kino. Das alles wäre unter Clinton anders. Und deshalb stimmt genau, was Judith Butler gesagt hat: Eine linke Opposition gegen Clinton hätte viel mehr Möglichkeiten, als unter Trump.

Ich hatte heute kurz den Gedankenblitz, dass der Umbruch vielleicht so groß ist, dass sogar die Tage von Marine Le Pen und Frauke Petry gezählt sind – als Frauen waren sie gut für eine Übergangszeit, weil sie rechtsextreme Politik im Gewand weiblicher Zivilisation präsentierten. Nach dem Motto: Wenn Frauen das gut finden, wird es wohl nicht so schlimm sein. Aber ich glaube, diese Bastion ist jetzt gebrochen. Trump hat gezeigt: Rechtspopulismus kann man auch im Westen mit Männern an der Spitze gewinnen. Dieses Privileg muss nicht mehr klassischen Patriarchen wie Putin oder Erdogan vorbehalten bleiben. Möglicherweise wird es bald gar nicht mehr von Vorteil sein, den Rechtspopulismus mit einem weiblichen Frontgesicht zu verschönern. Männerehrgeiz ist sexy, die Leute wählen Machotum, und dann nehmen sie lieber das virile Original als die weibliche Kopie.

Aus den Erfahrungen von Hillary Clinton und Angela Merkel können wir sehen, dass „emanzipierte“ Frauen in dem derzeitigen Politsystem nur Autorität haben, solange sie die große Mehrheit der Bevölkerung hinter sich haben. Sobald sie Konflikte eingehen (wie zum Beispiel Merkel in der Flüchtlingsfrage) werden sie auf eine Weise demontiert, wie es Männern nie passieren würde. Und mir fällt keine Frau ein, die in diesem Geschäft perfekter wäre als Clinton und Merkel es sind. Das sind Super-Women, was Einsatz, Intelligenz, Fleiß usw. betrifft. Wenn die schon scheitern, haben wir „Normalos“ auf diesem Weg sowieso keine Chance.

Was können wir also tun?

Annarosa Buttarelli schlägt in ihrem Kommentar vor, beim Politikmachen konsequent von der weiblichen Differenz auszugehen. Die eigene politische Praxis ins Zentrum zu stellen und nicht den Wunsch, „bei den Männern mitzuspielen“. Sie glaubt, dass Frauen solche „radikalen“ Frauen dann wählen würden (wohingegen sie Frauen wie Clinton nicht wählen). Diesbezüglich bin ich mir nicht so sicher, vor allem bin ich skeptisch, was die Chancen betrifft, auf diese Weise als Frau in den bestehenden Parteien überhaupt jemals für irgend ein Amt nominiert zu werden. Zumal sich ja gezeigt hat, dass die weißen bürgerlichen Frauen gar nicht unbedingt an so einem Projekt interessiert sind. Ich fürchte, sie haben nicht gegen Hillary, sondern tatsächlich für Trump gewählt, zwar nicht so deutlich wie ihre Männer, aber eben doch.

Aber vielleicht könnten wir – also die radikalen Feministinnen – uns mit den anderen Anderen zusammentun. Gezielt die Beziehungen mit denen pflegen, die ebenfalls mit dem Demokratieprojekt, so wie es sich weiße bürgerliche Männer ausgedacht haben, weder „mitgemeint“ noch einverstanden sind. Die auch längst wissen, dass Integration und Anpassung keine echten Optionen sind, sondern nur Simulationen. Also eine intersektional agierende Bewegung aller möglichen „Nicht-Typen“, die die Differenz zu ihrem Motto macht. Vielleicht sowas ähnliches, wie Negri/Haardts „Multitude“, aber nicht als Theorie, sondern als Praxis, in Form einer Politik der Beziehungen. Und auch nicht als einfachen Zusammenschluss, sondern in Auseinandersetzung und Konflikt.

Das alles ist natürlich noch total schwammig, aber ich finde, das Nachdenken sollte in diese Richtung gehen. Jedenfalls könnten wir diese Option für den eigenen Aktivismus im Gedächtnis zu behalten, wenn der Frust uns überwältigt. Zumal wir ja überhaupt nicht bei Null anfangen müssen. Michaela Moser schrieb vorhin sehr zu recht auf Facebook: „Was mich auch grad sehr stört: Das Gerede, das niemand Lösungen gegen Trump & Co hat. Es geht nicht bloß drum, diese Typen zu „entzaubern“, die Verhältnisse gehören geändert! Und dazu gibts seit Jahrzehnten Vorschläge genug.“

Die gibt es. Es gibt Praktiken der Politik, feministische und andere, es gibt Erfahrungen mit Community-Building, mit Konsensfindung, mit Lernen und Forschen, mit Gerechtigkeit, mit Heilung, mit Kultur und so weiter, die jenseits der Welt der weißen bürgerlichen Männer funktionieren.

Die Italienerinnen haben vor Jahren mal ein Buch geschrieben mit dem Titel „Von der Abwesenheit profitieren“. Die Niederlage von Hillary Clinton könnte das Signal dafür sein, dass auch diejenigen von uns, die bisher noch versucht haben, durch Anpassung die Akzeptanz der „Meinungsmacher“ zu erkaufen, sich davon abwenden. Vielleicht entzieht es ihren Institutionen ja auch die Lebenskraft, wenn wir ihnen nicht mehr unsere Energie, unsere Kreativität, unsere Aufmerksamkeit und unsere Anerkennung schenken.

59 Gedanken zu „Was nun?

  1. Dass der Clinton- und Obama-Hass genau wie der Merkel-Hass sehr wohl eine spezielle Qualität und eine manchmal beängstigende Abgründigkeit haben, die nur mit unreflektiertem Sexismus und Rassismus erklärbar sind, steht außer Frage – und vieles andere, was Du in deinem Post sagst, auch. Aber daß Du das Scheitern von Clinton (und in der Konsequenz auch zum Teil Obama – Teile seiner Errungenschaften werden jetzt wohl ausradiert werden und auf absehbare Zeit vom politischen Menü verschwinden) auf diese Dinge reduzierst, finde ich nicht in Ordnung. Es ignoriert eine riesige Bandbreite von komplexen sozialen Zusammenhängen und schon lange schwelenden Frustrationen großer Bevölkerungsschichten. Clinton war auch der schlechteste Kandidat, den die Partei aufstellen konnte: nicht weil sie eine Frau ist, sondern wegen ihres elitären Stallgeruchs, ihres traditionell intransparenten Verhaltens und einer meisterhaften Begabung für Kungeleien. All das trifft auch auf die meisten männlichen Politiker zu – und vielleicht haben ihre Gegner, Trump vorneweg, ihr mit diesen Dingen (und einer Unmenge absurdester Behauptungen und Fantasien) deshalb mehr Schaden zufügen können, weil sie eine Frau ist. Aber hat sie wirklich die Wahl gekostet, dass die amerikanische Gesellschaft noch nicht reif für eine Frau als Präsidentin ist? Das finde ich sehr, sehr zweifelhaft. Der Wahlausgang war knapp; sie hat sich die Stimmenmehrheit gesichert und hätte ohne das Wahlmännersystem gewonnen; und auch sonst hätte es leicht anders ausgehen können, wenn nicht so viele traditionelle Demokraten-Wähler zuhause geblieben wären. Nate Silver analysiert hier, wie nur einer von 100 Trump-Wählern sich hätte anders entscheiden müssen, um Clinton einen Erdrutschsieg zu garantieren: http://fivethirtyeight.com/features/what-a-difference-2-percentage-points-makes/

  2. Hillary hätte damals, als ihr Ehemann eine Praktikanten unter seinem Schreibtisch „installierte“, den Möbelwagen bestellen sollen.

    Diese Frau ist wie viele andere zutiefst erniedrigt worden und das frisst sich fest – auch bei einer Hillary Clinton.
    Sie ist trotz allem keine „emanzipierte “ Frau, wie die meisten nicht.

    Was hätte ihr Ehemann an ihrer Stelle getan?

    Was ich damals überhaupt nicht verstanden habe, ist, dass sie – vor allen Dingen von den Frauen – so gelobt wurde – trotz dieser Affaire – ihrem Mann weiterhin zur Seite gestanden habe.
    Das empfand ich als Witz?
    Diese Praktikantin war ja nicht die Einzige.

    „…dass sogar die Tage von Marine Le Pen und Frauke Petry gezählt sind.“
    Ihre „Blauäugigkeit“ , Antje erstaunt mich doch sehr.
    Ich kann Ihnen versichern, die fangen erst an und auch eine Clinton als Präsidenten würde diese Frauen nicht abgehalten haben ihren Weg zu gehen.

    Übrigens, Frau Le Pen und auch Frauke Petry zählen sich nicht zu den Feministinnen, aber zu den emanzipierten Frauen.

    Wahrscheinlich wird sogar Marine Le Pen die neue Staatspräsidentin von Frankreich werden.

  3. Wie sich das mit Le Pen und Petry entwickelt weiß keiner. Dieser Gedanke, Frau Schrupp, kam mir heute auch und abwegig ist das schieben aus den unteren Reihen keineswegs. Bei dem nun eingeleuteten Feldzug können wir zumindest darauf gespannt sein ob und wie sich das Karussell dreht, und man kann nur hoffen, dass es sich schnell dreht.

  4. Danke für die Einschätzung. Was mich interessieren würde: Wie schätzt Du angesichts der jüngsten Entwicklung den Stand des „Untergangs des Patriarchats“ (wie bei Dir kürzlich gelesen) ein? Meinst Du das ist immer noch aktuell oder erleben wir jetzt doch ein Comeback?

  5. Hillary Clinton hat verloren, obwohl sie die absolute Mehrheit der Stimmen bekommen hat, weil das US amerikaische Wahlsystem ein Mehrheitssystem nach Wahlbezirken ist und nicht nach Proporz. Wenn in einem bestimmten Bezirk Trump die Mehrheit bekam, gingen alle für Clinton abgegebenen Stimmen verloren. Sie fallen einfach unter den Tisch. Es ist so ähnlich wie die 5% Klausel in Deutschland, wo auch die Gesamtsumme der Miniparteien oft eine beträchtliche Menge darstellt (siehe in Mecklenburg-Vorpommern, wo die insgesamt 16% der abgegebenen Stimmen waren, aber eben „verloren gehen“ und nicht repräsentiert werden), die leider nicht repräsentiert werden. Nicht jede Stimme hat den gleichen Wert in dieser und der US amerikanischen Republik. Auch Frankreich hat so ein Wahlsystem. Es fördert Polarisierungen und läßt keinen Alternativen eine Chance.

  6. Antje:

    Also eine intersektional agierende Bewegung aller möglichen „Nicht-Typen“, die die Differenz zu ihrem Motto macht.

    Der African National Congress hat eine Weile ähnliche Ideale vor sich hergetragen, oder? Aber letzten Endes ist halt auch nur neues Machotum mitsamt Aids-Leugnung und Korruption herausgekommen. Umso besser läuft es bei der bürgerlichen Opposition, auch dank der ehemaligen Vorsitzenden Helen Zille (nicht im Gruppenbild, obwohl sie Westkap regiert): https://www.da.org.za/

    corvusalbusberlin:

    Wahrscheinlich wird sogar Marine Le Pen die neue Staatspräsidentin von Frankreich werden.

    Einspruch. Schaut euch bei Bedarf in der Wikipedia das Top-Ergebnis von Chiracs Stichwahl im Jahr 2002 an. Allerdings war das Sympathiegefälle zwischen dem alten Le Pen und Chirac deutlich größer als zwischen Marine Le Pen und Sarkozy. Aber vielleicht finden ja die Républicains doch noch einen anderen.

  7. Hillary wird nicht dafür abgestraft, dass sie EINE Frau ist, sondern dafür, dass sie BILs Frau ist. Sie nehmen ihr eine eigene Politik innerhalb dieser Ehe nicht ab und glauben, dass es nur eine Bil-Clinton-2.0-Politik wird. Wer kann es ihnen verdenken? Ja, mag sein, dass es mit daran liegt, dass sie eine Frau ist, aber sie hat einfach zu viel Vorgeschichte, um mit anderen Politikerinnen verglichen werden zu können.

    Außerdem war sie nicht ganz erfolglos, denn ihre Stimmanzahl insgesamt lag höher. Wenn man die Geschichte andersherum spinnt, könnte man sich auch fragen, ob sie so erfolgreich gewesen wäre, wenn Trump nicht Gegenkandidat gewesen wäre, sondern eine andere Frau oder Mann. Vielleicht hätte sie dann wesentlich weniger Stimmen gehabt.

  8. @Corvusalbusberlin – Was du über Clintons Reaktion auf Bills Affäre schreibst, ich weiß nicht. Das erinnert mich an die Kritik von Feministinnen an Simone de Beauvoir, warum die bei Sartre geblieben sei, obwohl der dauernd Affären mit anderen Frauen hatten. Meine Güte, sie werden schon wissen, warum, und die Freiheit einer Frau bedeutet, dass sie sich so oder so entscheiden kann. Ich finde nicht, dass es ein Zeichen von „Emanzipation“ ist, jeden untreuen Mann sofort zu verlassen.

  9. Sie nehmen ihr eine eigene Politik innerhalb dieser Ehe nicht ab und glauben, dass es nur eine Bil-Clinton-2.0-Politik wird.

    Gut auf den Punkt gebracht!

    In diese Kerbe hat übrigens schon Obama in seinem Wahlkampf um seine Nominierung bei den Demokraten gehauen: Die anderen (Bush, Clinton, egal), standen angeblich für das Establishment, Obama selbst für „Chance“. Ich fand das damals ziemlich populistisch, hat aber kaum wen gestört bei einem schwarzen Charismatiker.

  10. @pekanikolaus – Sicher gibt es auch noch andere Aspekte an dem Ganzen, was ich schreibe ist nicht die einzige und alleinige Erklärung. Ja, es war knapp, andererseits das Ergebnis dann auch wieder eindeutig. Und die Lehre aus dem Ganzen ist ja nicht nur: Frau hat verloren. Das kann immer mal passieren, wenn der Gegenkandidat mehr oder weniger gleich stark ist. Aber hier waren die Kompetenzen dermaßen ungleich verteilt. Trump ist nun keine besondere Leuchte, und was Jungens jetzt gelernt haben ist: Ich brauch nicht mal drei Sätze am Stück gradeaus sagen zu können und hab trotzdem eine Chance, Präsident zu werden. Mädchen haben gelernt: Ich kann perfekt vorbereitet sein, alles wissen und können, und am Ende nutzt mir das gar nichts. Und das stimmt eben – es ist ja kein Einzelfall, sondern massenweise Frauen machen solche Erfahrungen andauernd im Alltag. Nicht auf dem Level, aber nach dem Prinzip. Ich habe selber auch so einige Episoden im Lebenslauf. Irgendwann merkst du, dass es keine isolierten Einzelfälle von Pech sind, sondern eine Struktur. Und diese Struktur hat Clintons Niederlage einfach perfekt verkörpert. Selbst wenn es am Ende gar nicht genau so gewesen sein sollte, es ist so, dass viele Frauen diese Situation wiedererkennen aus ihrem eigenen Leben.

  11. @Birgit – Ich denke, dass Trump ein Phänomen des untergehenden Patriarchats ist. Das zeigt sich ja daran, dass die ganzen „patriarchalen Institutionen“ (Universitäten, Medien, Polit-Establishment) gegen ihn waren, aber damit nichts bewirkten. Sie haben keine Autorität mehr, und Clinton hatte auch keine Autorität, weil sie sich auf deren Seite schlug. Vor 12 Jahren hab ich in meinem Büchlein „Zukunft der Frauenbewegung“ geschrieben: Wir haben es nicht mehr mit Patriarchen, sondern mit Piraten zu tun. In gewisser Weise ist Trump die Verkörperung dieser Vorhersage. Die patriarchale Ordnung ist jedenfalls dysfunktional, so viel kann man wohl sagen.

  12. > Und das stimmt eben – es ist ja kein Einzelfall, sondern massenweise Frauen machen solche Erfahrungen andauernd im Alltag. Nicht auf dem Level, aber nach dem Prinzip. Ich habe selber auch so einige Episoden im Lebenslauf. Irgendwann merkst du, dass es keine isolierten Einzelfälle von Pech sind, sondern eine Struktur. Und diese Struktur hat Clintons Niederlage einfach perfekt verkörpert. Selbst wenn es am Ende gar nicht genau so gewesen sein sollte, es ist so, dass viele Frauen diese Situation wiedererkennen aus ihrem eigenen Leben.

    Ja, verstehe. 😦 Das macht Sinn, und da kann ich natürlich nur sehr begrenzt mitreden.

    Aber hier waren die Kompetenzen dermaßen ungleich verteilt. Trump ist nun keine besondere Leuchte, und was Jungens jetzt gelernt haben ist: Ich brauch nicht mal drei Sätze am Stück gradeaus sagen zu können und hab trotzdem eine Chance, Präsident zu werden.

    Ja – ich verstehe, was Du meinst. Und sowas zu interpretieren ist natürlich immer subjektiv und abhängig von der eigenen Perspektive – auch bei mir. Aber ich bin wirklich überzeugt davon, es ist die falsche Lektion, wenn sich Mädchen/Frauen von dieser Wahl in dieser Art entmutigt fühlen. Sie war einfach zu irre, als dass man sie aus der Perspektive bewerten könnte. Für uns (sag ich jetzt mal so) generell links-liberal eingestellte, kosmopolitische Europäer/innen war Hillary natürlich die einzige denkbare Kandidatin, eine, die hochdiszipliniert und bestens vorbereitet ist (das können ihr nicht mal ihre schlimmsten Feinde absprechen 🙂 und die Fakten im Griff hat. Für einen großen Teil Amerikas war das aber eben kein Bonus, sondern das Gegenteil: „She has experience, but it’s bad experience“, wie Trump es ausdrückte. Für diese Leute verkörpert(e) sie eine großstädtische, linke Elite, die von den Küstenstädten aus das Land regiert und die Medien kontrolliert – und die eine politische Entwicklung vorantreibt, die sich für diese Leute schon lange genauso apokalyptisch anfühlt wie für uns jetzt Präsident Trump. (Dieser Artikel dazu – auf einer Satireseite! – war für mich das beste und wichtigste, was ich zu dieser Wahl gelesen habe: der erste, der mir wirklich verständlich machte, wie ganz normale, nicht-bösartige Menschen für Trump sein können.) Wie viel dieses apokalyptische Gefühl im Detail mit der Realität zu tun hat und wie viel davon Hysterie ist, ist eine andere Frage. Aber dieses Potential hat Trump mit minimalem Aufwand zu einer Bewegung aktivieren können, während die Demokraten es (trotz doppelt so großen Budgets!) nicht schafften, genügend Wähler an die Urnen zu holen. Was meiner Meinung nach wie gesagt mehr mit der allgemeinen politischen Lage und Clinton als Politikerin (und vielleicht auch als Mensch) zu tun hat, als mit Clinton als Frau.

    Aber ich verstehe jetzt besser, was Du meinst. Daß die Kandidatin, die alles richtig gemacht hat, gegen den offensichtlich gestörten „Post-Factual“ Dampfplauderer verliert, ist bitter. Das ist, merke ich gerade, übrigens etwas, was die Simpsons öfter thematisieren – meistens in der Gestalt der intelligenten, aufgeweckten Lisa, die ihren Mit-Springfieldern intellektuell um Lichtjahre voraus ist, die aber viele schmerzhalfe Niederlagen einstecken muss.

  13. „Sobald sie Konflikte eingehen (wie zum Beispiel Merkel in der Flüchtlingsfrage) werden sie auf eine Weise demontiert, wie es Männern nie passieren würde.“

    Mich würde interessieren, ob Thatcher auch so eingeordnet werden kann oder sie die Ausnahme ist.

  14. Sehr interessanter Artikel, dem ich gern in einigen Details widersprechen würde:
    1.) „acht Jahre aufgestauter Hass auf einen schwarzen Präsidenten, der dann noch nicht einmal richtige Fehler machte, und anschließend eine weibliche Kandidatin, die auch keine Fehler machte“ – Sowohl Obama als auch Clinton haben Fehler gemacht. Auch wenn diese relativ klein waren (i.V.z. Trump u.a.) halte ich eine unkritische Haltung ggü. unseren „Idolen“ für gefährlich.
    Evtl. ihr größter Fehler war die „deplorables“-Äußerung, mit der sie eine intellektuelle Arroganz zur Schau stellte, die vielen Menschen entfremdete, Menschen, für die sie kämpft und deren Stimme sie gebraucht hätte (und das sage ich, obwohl ich fühle, das sie damit Recht hat). Trump verachtet seine Wähler noch viel mehr. Aber das hat er geschickt verborgen.
    2.) Allein die fast erfolgreiche Kandidatur von Hillary Clinton hat unglaublich viel bewegt. In den Köpfen. Ich verfolge ihre Karriere sie 1992, als sie noch als „Ehefrau“ mitkandidierte und ich hielt sie sehr früh für die politischere Person von beiden. Ihre aktuelle Niederlage ist deshalb für mich trotzdem ein Triumph, schon weil sie zeigt, wie viel sich seit 1992 verändert hat.
    Sie hat gezeigt: eine Frau kann Präsidentin werden. Und: Viele Männer sind (immer noch) zu jedem Verbrechen bereit, um das zu verhindern.
    3.) Mancher Sieg ist eine Niederlage und manche Niederlage kann ein Sieg werden. Barak Obama hat mit „Yes we can“ unglaubliche (unrealistische) Hoffnungen geweckt. Erfüllt hat er sie nicht. Er war deutlich besser als seine Vorgänger, aber er hat die USA nicht wie versprochen grundlegend verändert. Und mit der Enttäuschung bestimmter Schichten auch zu Hillarys Niederlage beigetragen.
    Auch Trump wird seine Anhänger enttäuschen. Und wenn dann immer mehr Menschen sagen: „Hätten wir doch Hillary gewählt“ ist das vielleicht schon mittelfristig mehr wert, als eine gewonnene Präsidentschaft, die gegen den Widerstand von Sent und Repräsentantenhaus und angesichts einer gewaltigen Staatsverschuldung nur wenig bewirken kann.
    4.) Die wichtigste Lehre aus dieser Wahl für mich ist, dass der Verlust des (intellektuellen) Kontaktes zur (marginal)arbeitenden Klasse der größte Fehler der aufgeklärte Menschen ist und verhindert, eine machtpolitische Option zu entwickeln.
    Die aufgeklärten (auch: feminisitischen) Debatten bewegen sich auf einem Level, das für die einfachen Menschen nicht einmal mehr ansatzweise Nachvollziehbar ist. Zum einen, weil die Bildungsunterschiede extrem groß geworden sind. Zum anderen aber auch, weil viele Debatten eben nur in einer bürgerlichen Parallelgesellschaft stattfindet, zu der „normale Menschen“ gar keine Zugang mehr fühlen zu haben.

  15. Ich finde, die Analyse geht am entscheidenden Faktor vorbei, nämlich dem Frust der Arbeiter und dem grenzenlosen Hass auf die Eliten in Politik, Medien und Wirtschaft.

    Dagegen hatte sie keine Chance. Auch nicht als Mann. Ein Hillarius hätte natürlich auch nicht gewonnen. Die Republikaner hatten im Vorwahlkampf gefühlte 30 Männer gegen Trump aufgestellt und alle sind untergegangen. Und zwar umso schneller, je stärker sie mit den sog. Eliten verbunden waren. Siehe Jeb „please clap“ Bush.

    Auch ein männlicher Clinton wäre von der Linken angegangen worden. Vielleicht nicht früher, aber heute, da viele frustriert sind und linke Positionen zunehmend mehrheitsfähig werden. Einen Sanders hätte es 2008 nicht gegeben – und da hat auch schon Clinton kandidiert.

    Weiterhin hätte Sanders aufgrund dieser Gemengelage gewonnen. Er hat seine Sympathisanten mehr begeistert als Clinton ihre. Genau das ist ihr zum Verhängnis geworden. Auch hätte er die gewaltige Wut des Mainstream auf die Eliten gelenkt. Trump hat sie auf Minderheiten lenken können. Clinton hat gesagt, Amerika sei jetzt schon great und das widerspricht der Erfahrung der Millionen kochenden Menschen.

    Und deshalb war Sanders in Umfragen immer viel viel besser als Trump, weil er die Stimmung der Leute aufgegriffen hat, aber in die richtige Richtung gelenkt hat und den Menschen Hoffnung gemacht hat mir seinem Programm. Clinton war immer nur knapp vor Trump oder sogar gleich auf. Das hätte der DNC eine Warnung sein sollen. Sanders hätte gewonnen, weil er die gesellschaftliche Dynamik auf seiner Seite gehabt hätte und nicht gegen sich wie Clinton und die ganzen anderen Republikaner.

    Aber das wussten die finanzschweren Partei-Verantwortlichen. Ihnen war aber auch klar, dass sie unter Präsident Sanders keinen tollen Lobbyisten-Job bekommen, also mussten sie es mit Clinton versuchen.

  16. Pingback: De venta en venta / Milchkannen 30 – Geschichten und Meer

  17. @Tim – das ist eine interessante Frage, ich hab das Geschehen damals noch nicht aus dieser Perspektive verfolgt. Ist sie am Ende nicht auch von ihrer eigenen Partei abgesägt worden? Manchmal glaube ich, dass es Frauen in dieser Frühzeit der Emanzipation noch leichter hatten, weil ihr Frausein noch nicht als Teil eines tiefgreifende kulturellen Wandels sondern als Skurrilität wahrgenommen wurde. Sie verkörperten die Ausnahme von der Regel und nicht die Veränderung der Regel, von daher waren sie als Frauen nicht bedrohlich für die männliche Kultur. Zumal wenn sie keine Feministinnen waren.

  18. @Wilhelm – ja, es ist auf jeden Fall komplexer, ich habe in dem Post von dem Ganzen auch nur einen Aspekt hervorheben und nicht alles umfassend erklären wollen. Was die Erfolgschancen von Sanders betrifft, so bin ich aber nicht deiner Meinung. Es ist eben viel leichter, den „Unmut der Massen“ auf Minderheiten zu lenken als auf die Eliten. Außerdem braucht ein Kandidat ja die Unterstützung der Eliten, wenn er nicht selber Multimillionär ist. Und die Evangelikalen Christen hätten nie jemand unter „Sozialismusverdacht“ gewählt. Sanders hätte also zwar stimmen gekriegt, die Clinton nicht kriegte, aber er hätte dafür andere verloren. In welchem Größenverhältnis ist reine Spekulation, da wissen wir nicht. Ein Fehler von ihr war aber, ihn nicht zum Vize zu machen.

  19. Jegliches „wir gegen die“ funktioniert immer in beide Richtungen. Wenn man einen Kandidaten an die Macht bringt, weil er ein Schwarzer ist, grenzt man die Weißen aus und sie werden ihrerseits einen Weißen aufstellen (und mit ihrer Mehrheit wählen), weil er nicht schwarz ist.
    Dasselbe gilt für eine weibliche Kandidatin: Wenn man sie aufstellt, weil sie eine Frau ist, dann weckt man damit Kräfte, die für einen anderen stimmen, weil er keine Frau ist.

    Intersektionalismus produziert Rassismus und Sexismus.

    Und dass ich damit recht habe, wirst Du daran sehen, dass für Marine Le Pen ihr Frausein keinerlei Problem sein wird.

  20. @ Antje

    In der Tat, sie ist von den eigenen Leuten abgesägt worden, aber nach der Art, wie man sich eines Patriarchen entledigt, über den die Zeit hinweggegangen ist und der nicht gehen will – vergleichbar mit Adenauer. Doch ich würde zustimmen, dass das Frausein bei Thatcher eher als Skurilität gelesen wurde (die Handtasche – hahaha) und nicht als Teil eines kulturellen Wandels.

    @ Carsten
    „(…) Verlust des (intellektuellen) Kontaktes zur (marginal) arbeitenden Klasse der größte Fehler der aufgeklärte Menschen ist.“
    Mir ist das zu einseitig und klingt nach Betreuung. Ist es nicht umgekehrt der Verlust des Kontakes eines noch näher zu bestimmenden Miliues zur Aufklärung, der zu beklagen ist? Jenes Milieu ist ja nicht unmündig oder weniger begabt – es will ganz einfach nicht.

  21. @lh – Ja, das zeigt genau das Problem, auf das Intersektionalität ja hinweisen will: Weiße Männer werden auch aufgestellt, weil sie weiße Männer sind, aber da das so normal ist, muss man es nicht sagen. Das ist ein ähnliches Phänomen wie bei der Sprache: Frauen im generischen Maskulinum mitzumeinen, ist kein Problem. Männer hingegen können es nicht ertragen, selber „mitgemeint“ zu sein. Mädchen identifizieren sich in Kinderbüchern mit weiblichen und männlichen Hauptfiguren gleichermaßen, Jungen hingegen können sich nur mit männlichen identifizieren, weiblichen Hauptfiguren lesen sie als „anders als ich“. Und so weiter. Das ist die Ausgangssituation, aber die soll halt nicht so bleiben. Man löst ein Problem ja nicht dadurch, dass man es ignoriert, auch wenn das Angehen des Problems es zunächst vielleicht erst einmal vergrößert.

  22. Weiße Männer werden auch aufgestellt, weil sie weiße Männer sind,

    Eben nicht. Weiße Männer werden aufgestellt, ob sie sich nun als weiße Männer positionieren oder nicht. Das bedeutet, dass es nicht ihre weiße Männlichkeit ist, die ihnen diese Machtposition gibt.

    Frauen im generischen Maskulinum mitzumeinen, ist kein Problem. Männer hingegen können es nicht ertragen, selber „mitgemeint“ zu sein.

    Es sind offensichtlich die Frauen, die ein Problem damit haben im generischen Maskulinum mitgemeint zu sein. Gab es nicht sogar an irgendeiner Uni den von Männern betriebenen Beschluss, statt Gender-Sprache ein generisches Femininum zu verwenden?

  23. @lh – „Weiße Männer werden aufgestellt, ob sie sich nun als weiße Männer positionieren oder nicht.“ Naja, historisch stimmt das nicht, denn bis vor kurzem war das „Weißer Mannsein“ eine rechtliche Voraussetzung dafür, überhaupt kandidieren (und wählen) zu können. Schwarze Menschen und Frauen waren vom Wahlrecht ausgeschlossen, von daher ist das „Weiß und Männlich sein“ dem Amt inhärent. Natürlich ist das weißer Mann sein nichts, was ihnen automatisch die Macht gibt, denn sie müssen sich ja noch gegen andere weiße Männer durchsetzen. Aber es ist eben eine als selbstverständlich vorausgesetzt Bedingung.

    Frauen haben kein Problem, sich im generischen Maskulinum mitgemeint zu fühlen, wenn sie das hätten, müssten sie sich den ganzen Tag aufregen. Feministinnen haben das thematisiert, weil sie das ungerecht und falsch finden, nicht, weil es für sie ein Problem wäre. Männer hingegen werden emotional aufgeregt bei dem Gedanken, sie sollten in einer weiblichen Sprachform mitgemeint sein, viele von ihnen haben damit eben tatsächlich ein subjektives „Problem“ und nicht nur theoretisch-politische Einwände dagegen.

  24. Noch was zu „alles richtig gemacht“:

    Clinton wollte eine Flugverbotszone über Syrien, also wenn nötig auch russische Flugzeuge abschießen. Das hat mir schon etwas Angst gemacht, obwohl ich nicht mal Pazifistin bin und z.B. den Kurden das G36 gönne.

    Und Obama hat auf eine irakische Einheit gesetzt, beim Abzug haben die USA der irakische Armee moderne Waffen hinterlassen. Doch Schiiten und Sunniten hatten anscheinend kein Interesse an einem politischen Miteinander, die Schiiten haben sich mittlerweile mit dem Iran arrangiert.

    Konservative können womöglich besser einschätzen, was in überwiegend traditionellen Regionen wie dem Orient funktionieren könnte:
    http://www.sueddeutsche.de/politik/umbruch-im-nahen-osten-syrien-ist-nur-der-anfang-1.1446065

  25. @Carsten: „Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer mit 40 noch einer ist kein Hirn.“ 😉

    @Antje: Erstmal herzlichen Dank für das Bild mit den „Piraten“ – das trifft es hervorragend! Trump hat das System schlicht geentert. Übrigens, nicht obwohl er „doofer“ als Clinton et al. war, sondern weil er offenkundig ein gewisses Talent hat, die konstituierenden Mechanismen zu erkennen, zu analysieren, und zu seinen Gunsten zu instrumentalisieren. Mithin eine sehr spezielle Art von Intelligenz aufweist.

    Weiter vermutest Du, „eine intersektional agierende Bewegung aller möglichen „Nicht-Typen“, die die Differenz zu ihrem Motto macht. “ könne womöglich der Ausweg sein.
    Dazu lediglich ein ökonomisches Argument: Den komplexen Koalitionen fehlen die Vorteile, die aus Standardisierung und schierer Größe entstehen („economies of scale“). Intersektionalität und das damit einhergehende permanente Differenzieren „im eigenen Laden“ führt zu Ineffizienezen, resp. der Verschwendung von politischer Energie, die sich nicht mehr auf den Gegner richten lässt.

  26. Danke fuer due Analyse. Ich stimme deiner Aussage zu, dass Frauen viel heftiger fuer Abweichungen kritisiert werden. Und HC wurde nicht nur fuer ihre ganz eigenen positionen kritisiert. Sie wurde sogar fuer die sex-Affaeren ihres Mannes ganz heftig angegriffen. Ich dachte ja, das ist der Punkt an dem viele Frauen (und Maenner) in der Unterstuetzung von Trump aussteigen muessten. Das wurde umso Kontrastreicher je mehr Belaestigungsanschuldigungen gegen Trump aufkamen. Die trauruge Botschaft an unsere juengeren Generationen ist: besser ein belaestigender Mann als eine betrogene Frau als Praesident.
    Ich denke auch dass die meisten „probleme“ mit HC vorgeschoben waren, um die impliziten frauenfeindlichen Gedanken zu rationalisieren und nicht zugeben zu muessen.
    Ich lebe in den USA, viele hier waren „heimliche“ Trump waehler. Der wahlprotest (und die unbewussten? vorbehalte gegen eine Frau an der Macht) war vielen wohl wichtiger als ein Statement gegen Rassismus, andere -ismen, Bullytum, Belaestigung, Gleichheit, klimaprobleme und Atomkrieg. Wie viel deutlicher kann der Genderbias noch werden…

  27. „Konsequent von der weiblichen Differenz auszugehen“ muss flankiert werden mit weiterer Aufklärung über die falschen Rollenbilder für Frauen und Männer, die unfrei machen, so wie es „Pinkstinks“ vorbildlich tun. Wenn nämlich populistische Vorstellungen und Ideologien an Raum gewinnen, wird noch mehr das „natürliche“ Frausein und Mannsein auf den Tisch gebracht werden. Es muss klarsein, dass es sich bei der weiblichen Differenz um weibliche Kultur und Praxis handelt. Also in zwei Richtungen gleichzeitig arbeiten.

  28. @Antje Sie können doch die Beziehung Beauvoir/Sartre nicht mit der banalen Clinton-Ehe vergleichen.
    Das erstaunt mich aber nun sehr.
    Beauvoir und Sartre haben von Anfang an eine offene und vor allem „geistige Beziehung“ geführt.
    Sie haben nie eine gemeinsame Wohnung und schon gar kein gemeinsames Schlafzimmer gehabt, wohl aber 2 Schreibtische in einem Zimmer.
    Die Beauvoir hatte ebenfalls ihre Liebschaften und hat sogar eine Zeitlang mit einem Amerikaner zusammengelebt.
    Wie kann man diese Paare überhaupt vergleichen?

    Übrigens, das war nicht nur eine Praktikantin. Aber das spielt auch keine Rolle. Hillary wollte ihre Machtposition an Clintons Seite nicht aufgeben. Das ist der Punkt.
    Aber das gefällt Ihnen als Feministin wohl nicht so sehr.

  29. Liebe Frau Schrupp, ich verstehe Ihre Definition von Patriarchat nicht ganz. Trump ist doch ein Patriarch. Das Patriarchat ist in den Institutionen wie Unis usw. am Absterben, aber das kann es doch dort nur sein, weil Intellektuelle eben wie der Name sagt, Einsicht haben. Und Einsicht ist oft der Gegner von Machtstrukturen. Dass solche Institutionen ihre Wurzeln im Patriarchat haben, heißt nicht, dass sie patriarchalisch bleiben müssen. Wobei Intellektuelle auch außerhalb von Bildungsinstitutionen entstehen können. Wer nicht selber denken will, ordnet sich einem „Vater“ unter (ganz leise geflüstert: einem Führer?). Das Patriarchat muss aus den Institutionen erst abwandern, um dann durch die Trump-Wähler getragen auf neuer Grundlage dorthin zurückzukehren. Die patriarchale Wissenschaft, die DInge wie „Rassenmerkmale“ und Gründe für schlechtes Einparken von Frauen verwissenschaftlicht hat, kann nicht mehr einfach so weiterbetrieben werden im Moment. Damit, zwar langsam aber doch, lösen sich auch die patriarchalen Strukturen auf. Aber mit Trump werden sie zurückkehren. Er ist kein Pirat, er ist der Erneuerer des Patriarchats in seiner Reinform.

  30. Judith Butler äußerte Ende Oktober in der faz:
    „Wollen wir lieber gegen Hillary Clinton auf die Straße gehen oder gegen Donald Trump? Für mich ist klar, dass ich lieber gegen Hillary protestieren möchte. Wir müssen ihr ins Weiße Haus helfen, damit wir eine Opposition gegen sie aufbauen können. Denn eine Opposition gegen Clinton hat bessere Chancen erfolgreich zu sein als eine gegen Trump.“
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/judith-butler-spricht-im-interview-ueber-hillary-clinton-14482972.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

    Fraglich, ob sich gegen eine Präsidentin Clinton eine starke außerparlamentarische Opposition gebildet hätte, zu der jetzt
    Michael Moore aufruft:
    http://www.huffingtonpost.de/2016/11/10/nach-der-wahl-michael-moore-to-do-liste_n_12892390.html

  31. Ob die Evangelikalen Sanders verhindert hätten…Es sieht nicht so aus, denke ich. Die meisten haben Trump gewählt, insofern ist da nicht viel, was er gegenüber Clinton hätte verlieren können.

    Was die Wahlkampffinanzierung angeht, hat gerade er ja gezeigt, dass es auch ohne Unterstützung von Wall Street und Kollegen geht. Er hat sich ja damals über Kleinspenden von BürgerInnen finanziert und das hat für die Vorwahlkampagne gereicht. Ich glaube 29$ im Schnitt. Das hat er bei seinen Veranstaltungen immer wieder gesagt 😀

    Ob er gewonnen hätte, werden wir nie erfahren, aber man kann aufgrund sämtlicher Daten und der politischen Gesamtlage sagen, dass er bessere Chancen als Clinton gehabt hätte.

    Das alles sage ich nicht nur im Sinne von „ich habe ja gleich gesagt“. Es geht ja auch darum, welche Lehren die Demokraten daraus ziehen. Vermutlich gar keine.

  32. Achse, und ich denke nicht, dass es falsch war, Obama und nun eine Frau aufzustellen. Es war nicht gut, DIESE Frau aufzustellen, aber grundsätzlich sähe ich es schon als Fortschritt, mal eine Präsidentin zu haben, sofern das Politische gestimmt hätte. Mit einem schwarzen Präsidentin und einer weiblichen Kandidatin sind zwei Hürden genommen worden. Selbst wenn das Trump geholfen haben sollte, kann die Lösung doch nicht sein, aus Angst vor der Überreaktion die eigenen Ambitionen zu begraben

    Auch auf Trump kann es wieder eine progressive Reaktion geben. Er wird die Wut der Abgehängten nicht stillen und ihnen nicht helfen. Dann ist die andere Seite wieder dran und wenn Trumps Machotum mit einer gescheiterten Präsidentschaft verbunden wird, hat vielleicht gerade eine Frau Chancen, ihn direkt wieder abzulösen. Aber bitte nicht Hillarys. Vielleicht Elisabeth Warren?

  33. Interessanter Artikel – frage mich allerdings, wieso eigentlich so viele Frauen, Latinos, Schwarze Trump gewählt haben.

    Mein persönlicher Eindruck ist, dass sich diesmal genau dasselbe wiederholt hat, was auch schon Clinton gegen Obama hat verlieren lassen. Bei Obama habe ich noch „Ein Glück“ gedacht, bei Trump denke ich nur noch „Ja, was auch sonst“ – aber wenn ich mich frage, warum ich das eigentlich denke, dann hat das in der Tat auch damit zu tun, dass Clinton Frau ist, oder vielmehr damit, dass sich in ihrem Verhalten ein Mangel zeigt, den sie mit vielen Frauen teilt.

    Sie schaffen es einfach nicht, Gruppen zu bilden, die sich auf eine Vision einschwören, in denen Einzelne einen Platz finden, und denen sie selber dann zum Sinnbild und Leitstern werden können und wollen. Nur dann, wenn solche Gruppen zerfallen, übernehmen Frauen die Aufräumarbeiten – s. Merkel und co., -, reissen aber eigentlich niemandem vom Hocker.

    Trump konnte das – in diesem Fall leider eine Rotte, keine Gruppe -, aber ich denke, die Tatsache, dass er von so vielen Leuten gewählt wurde, die „Gruppen“ angehören, die er beleidigt hat, liegt auch daran, dass diese Wähler eben in ihrem Selbstbild gar nicht zu dieser Gruppe gehören, sich aber schmerzlich bewusst sind, dass eben eine solche Gemeinschaft in ihrer Stosskraft mehr Gutes bewirken kann für alle, selbst wenn für einige und sie selbst nur Brotkrumen abfallen …

    Es wäre schön, eine politische Kultur zu haben, in der Gruppen zerfallen und neu finden können, ohne dass die Hälfte der Menschen – hier nun die weissen Männer der Süd- und Mittelstaaten – so verloren ist, dass sie jedem Seelenfänger auf den Leim geht, die aber trotzdem von den positiven Effekten von Gemeinschaften profitieren kann.

    Vielleicht würde so eine politische Kultur dann tatsächlich einmal weibliche Intelligenz verlangen, statt immer nur Anpassungsleistungen von Frauen.

  34. Condoleezza Rice gäbe es auch noch. Sie hat immerhin vor Jahren in einem Interview erzählt, dass ihr ihr Vater gesagt hatte: Du kannst in diesem Restaurant keinen Burger essen (dort galt noch Rassentrennung), aber du kannst Präsidentin werden.

  35. Ich bin davon überzeugt, dass Ihnen allen noch der Kopf schwirren wird, was Trump betrifft.
    Trupp wird sich nicht so verhalten, wie es sich alle wünschen.
    Er macht, wie bisher immer sein eigenes Ding und lässt sich von keinem in die Karten schauen.
    Wahrscheinlich nicht einmal von seiner eigenen Frau.
    Und das finde ich gut.

  36. @Andreas: Nicht Leitstern sein wollen, ist kein Mangel, im Gegenteil, ein System, das auf Leitsternen beruht, ist mangelhaft. Warum soll eine Bevölkerung sich einen Oberguru wählen müssen. Sogar die Römer haben eine Weile ein Dreiherrschaft zustande gebracht. Aber unsere Demokratien wählen Kanzler, Präsidenten und diverse andere Staatschefs in Einzelperson, auf die sich der Fokus konzentriert. Ist doch besch***en!

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  38. Ich kann – offen gestanden – nicht nachvollziehen, an welchen Indikatoren sich festmachen soll, dass Clinton verloren hat, WEIL sie eine Frau ist. Was genau weist darauf hin? Sie hat verloren, weil sie Hillary Clinton ist und die Politik gemacht hat, die sie seit Jahrzehnten gemacht hat. Sie hat verloren, weil der DNC so eine Art Alternativignoranz erst durchgezogen, dann trickreich (euphemistisch gesprochen!) durchgedrückt hat. Wo hat Trump gewonnen? u.a. im rust belt. Wo hat Sanders Clinton unerwartet geschlagen? Auch dort. Man könnte das endlos fortführen. Kurz und gut, ich sehe das im Grunde wie @wilhelm und glaube, dass wir jetzt einen Präsidenten Sanders hätten — und vielleicht, hoffentlich, in 4 Jahren eine Tulsi Gabbard oder Elisabeth Warren oder oder … . Den „gläserne Decke“ Aspekt in der Abschiedsrede so zu betonen hielt ich für wenig glaubwürdig, angesichts des Wegs, den Clinton bis dahin recht rücksichtslos gegangen ist. Man könnte auch sagen: es ist die bequemste Erklärung.

  39. Schließe mich dem Kommentar von @Silke Helfrich an.
    Kann auch nicht erkennen, inwieweit der „Faktor Frau“
    die Wahlniederlage von Hillary Clinton wesentlich mit entschieden
    hat? Das passt nicht zu der Welle der Unterstützung, die Clinton
    (sogar in den hiesigen Medien) erfahren hat.
    Ist die Tatsache, dass auch viele Frauen Trump gewählt haben, nicht ein Hinweis darauf, dass ihnen nicht das Geschlecht, sondern die Klasse wichtiger ist?
    Ver-rückt daran ist, dass die Wahl eines Immobilienmogul Trump
    zum US-Präsidenten, wie auch hier im Lande die Wahl einer AfD
    in die Parlamente nicht die Lösung, sondern das Symptom der Krise
    widerspiegeln.
    Daher zurück zur Frage dieses Beitrages:
    „Was nun?“

  40. @Ute Plass & @Silke Helfrich, hier wird recht gut erklaert, warum Frauen Trump unterstuetzen.
    http://www.vox.com/identities/2016/11/15/13571478/trump-president-sexual-assault-sexism-misogyny-won
    Es ist auch interessant, dass sie den Genderfaktor zurueckweisen, obwohl der gerade von Trump sehr stark gespielt wurde (Hinweis auf seinen Testosteronspiegel, die Laenge seines Geschlechtsteils, die Anspielungen darauf, dass Clinton nicht wie ein klassischer Praesident aussieht oder dass sie nicht die „Stamina“ (= maenliches Organ einer Bluehte) hat).

  41. A propos … der Rechtspopulismus hat auch nicht viel mit einem Faktor Frau zu tun, siehe Österreich: Jörg Haider wurde schon vor 30 Jahren FPÖ-Vorsitzender und war viele Jahre Landeshauptmann in Kärnten.

    Haider hatte eine interessante innerparteiliche Gegnerin (bis zu ihrem FPÖ-Austritt 1993) – viel Spaß mit Heide Schmidt:

  42. @sannaweh – ja, das Verrückte ist doch, dass von nicht wenigen
    Frauen u. Männern immer noch Gewalt/Herrschaftsstrukturen unterstützt u. gewählt werden, obwohl diese Ursache ihres Unglücks sind. Ein Trump-Sexist suggeriert den Schutz von Frauen und ein zerstörerischer Kapitalismus verspricht den Lohnabhängigen Wohlstand u. Sicherheit.

    So kann’s natürlich nix werden mit dem guten Leben für ALLE. 😦

  43. @Ute Plass
    ja es klingt paradox. Aus psychologischer Sicht ist es das allerdings gar nicht: wir Menschen sind geneigt Umstaende zu waehlen, die wir kennen. Wenn wir die „Spielregeln“ kennen, fuehlen wir uns sicherer, als wenn uns die Spielregeln unbekannt sind. Jeder einzelne muss erst lernen wie das neue Spiel funktioniert und kann erst dann rausfinden, dass es die Chance auf ein besseres Leben bringt (oder es sollten genug Beispiele bekannt sein). Aus individueller Sicht ist es eine Frage des Risikos, ob wir uns auf ein neues Spiel einlassen. Manche schaetzen dieses Risiko fuer sich selbst einfach zu hoch ein (ob bewusst oder unbewusst), und sie haben alles Recht dazu.
    Das ist ein emotionaler Pfad und rationale Argumente, wie gut sie auch sein moegen, aendern die Emotionen/Risikoeinschaetungen nicht wirklich.
    Wenn wir die Welt ohne Gewalt (zu einem besseren Leben) aendern wollen, muessen wir es schaffen diesen Mechanismus mit einzubeziehen. Wie das genau in der Realitaet funktionieren soll, frag ich mich allerdings auch noch. Ich bin mir aber sicher, dass es nichts bringt einander (ab-)zuwerten, stattdessen sollten wir einander zuhoeren und respektieren. Das klingt platituet, aber vielleicht nachhaltiger als jedes rationale Argument…

  44. Nochmal zu Marine Le Pen wird nicht Präsidentin…

    Morgen entscheiden die Républicains, wen sie gegen den FN (und die eher chancenlosen Sozialisten) ins Rennen schicken, sieht gut aus für die Sarkozy-Allergikerinnen:
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/frankreich-alain-juppe-ist-favorit-im-praesidentschaftsrennen/14857944.html

    Die nächste Le-Pen-Generation ist übrigens auch weiblich:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Marion_Mar%C3%A9chal-Le_Pen

  45. @Ute Plass
    „Ein Trump-Sexist suggeriert den Schutz von Frauen…. “
    Trump ist doch nicht der einzige Sexist unter den männlichen Politikern.
    Mir würde er nicht an den Arsch fassen. Und wenn, würde er sofort eine gelangt bekommen.
    Ich bin sicher:Auch Männer sehen sich die Frauen an, denen sie an den Arsch packen.
    Es gibt ein wunderschönes Gedicht von Kästner – natürlich auch ein Sexist – wo er das Arschwackeln mancher Frauen/Mütter ganz köstlich beschreibt und wenn diese kleine Mädchen an der Hand führen, diese das Arschwackeln schon genauso beherrschen wie
    sie.
    Und ich muss sagen, er hat recht. Ich habe es oftmals bewusst beobachtet.
    Also lasst doch den Trump in Ruhe.

    Übrigens, vor einigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit einem Bank-Berater.
    Er erzählte mir, dass seine Frau ca. 300 (dreihundert)Paar Schuhe besitzt. Eher mehr.
    Und die Töchter von 10 und 12 Jahren bereits je ca. 60 Paar und dass Mutter und Töchter bereits jetzt um die jeweiligen Anteile im Kleiderschränken und Schuhregalen streiten.

    Ja, da scheinen mir so richtige Feministinnen heranzuwachsen.

    Meine Tochter 1970 geboren ist Juristin und hat 4 oder 5 Paar Schuhe und trägt zum Teil noch Pullover, die ich ihr vor 20 Jahren gestrickt habe – jetzt mit Flicken an den Ellbogen drauf.
    Und in der Kindheit hatten beide Kinder Schuhe zum wechseln – 2 Paar für den Winter 2 Paar für den Sommer und Kleider wurden gegenseitig aufgetragen, bis sie auseinander fielen.

    Die heutige Erziehung wird meiner Ansicht nicht viel selbstbewusste Frauen hervorbringen.

  46. „Trump-Sexist“ symbolisiert für mich das (hoffentlich auslaufende) Patriarchat und seinen Kapitalismus. Betrachte dies als zwei Seiten einer Medaille auf die (leider immer wieder) Schutz, Sicherheit- und Erlösungsbedürfnisse projiziert werden. Meine Hoffnung ist, dass Frauen und Männer sich dessen bewusst werden und sich aus solcher Art von destruktiver Abhängigkeit befreien.

  47. „…aus solcher Art von destruktiver Abhängigkeit befreien.“
    Wie lange werden die Frauen und Männer noch brauchen , um sich aus der Abhängigkeit zu befreien?
    Ist doch schon viel Zeit verplempert worden.
    Und die Frage ist doch: Wollen sie sich überhaupt befreien?
    Sieht mir nicht so danach aus.

  48. @corvusalbusberlin – Emanzipation aus destruktiven Verhältnissen betrachte ich als ständigen Prozess, und der braucht die Erkenntnissuche wie das Richtige im falsch Bestehenden auf den Weg kommen kann. Einfach ist das nicht, zumal wir alle, mehr oder weniger, oft nicht bewussten Manipulationen in Politik, Wirtschaft, Religionen…ausgesetzt sind, die ihre Macht dazu missbrauchen
    Menschen in Abhängigkeiten und Ängsten zu halten um selbst bestimmtes Leben zu verhindern. 😦

  49. @Ute Plass
    „Emanzipation aus destruktiven Verhältnissen….. “
    Aber genau unter diesen Menschen gibt es viele, die schon sehr jung
    ein außerordentliches Selbstbewusstsein entwickeln und ihren Weg gehen.
    Mir geht es hierbei um Selbsterkennung. Erst wenn man „sich erkannt“ hat, kann man seinen Weg auch selbst wählen, anstatt „bestimmt“ zu werden.
    Die oft „höheren Töchter“ werden weitaus mehr „bestimmt“, als sie annehmen und es dauert oft Jahre, bis sie sich aus dem „Gewurschtelt“
    befreit haben – wenn sie es überhaupt merken.

    Das Wort „Emanzipation“ hat inzwischen einen schalen Beigeschmack erhalten, obwohl ich diesen Ausdruck nie mochte.
    Letztendlich kommt es auf das eigene Aufbegehren an – das in sich selbst ruhen und einem die Meinung der anderen schnurzpiepe egal ist.

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