Wenn Männer die Rechnung teilen….

In der aktuellen Ausgabe von „Brandeins“ (Oktober 2008) las ich gerade eine Rezension von Peter Felixberger über ein Buch, das „Die Logik des Lebens“ betitelt ist. Der Autor, Tim Harford, will darin die These untermauern, dass Wirtschaft keineswegs immer ein Ergebnis rationalen Handelns ist (für eine Feministin ja nicht sonderlich überraschend).
Erläutert wird dies an einem „Alltagsbeispiel“, das der Rezensent folgendermaßen wiedergibt: „Man geht mit zehn Leuten in ein Restaurant. Im ersten Überschwang einigt man sich unbürokratisch, die gesamte Zeche zu gleichen Teilen auf alle zu verteilen. Klingt zunächst ökonomisch sinnvoll und gerecht, doch das Ende vom Lied sieht anders aus: Alle zahlen mehr, weil jeder mehr bestellt, in der Sorg, zu kurz zu kommen. Das ist wirtschaftliche Logik mit unangenehmen Folgen.“
Hä????
Das sind ja merkwürdige Leute, die der da im Sinn hat. Wenn ich mit zehn Freundinnen essen gehe und wir so eine Regel verabreden (was wir oft tun), dann bestellen wir normalerweise alle möglichst wenig, weil jede vermeiden will, den Etat der anderen mit ihrer Bestellung unnötig in die Höhe zu treiben.
Eigentlich ist natürlich sowohl das eine wie das andere irgendwie idiotisch (obwohl ich, wenn ich wählen müsste, dann doch das Verhalten von Timm Harfords Leuten noch ein bisschen idiotischer finde).
Worauf es mir ankommt ist, dass wir es offenbar hier mit ziemlich unterschiedlichen Vorstellungen davon zu tun haben, was „normales“ Verhalten ist. Und ich mag mir gar nicht vorstellen, was erst passiert, wenn fünf Frauen und fünf Männer zusammen essen gehen. Insofern hat mir dieses Beispiel die Augen geöffnet: IN SO EINER SITUATION NIE DIE RECHNUNG TEILEN!!!!

Ein Gedanke zu „Wenn Männer die Rechnung teilen….

  1. Das hat mich verblüfft, die Erkenntnis, dass Männer gerade in diese Situation die Angst der Übervorteilung haben! Eine Situation fiel mir spontan ein: in einer gemischten Gruppe (ca. 12 Leute) mussten wir eine Gesamtrechnung begleichen, das erfuhren wir aber erst nach dem Verzehr. Wir ließen einen Hut rumgehen, in den jeder seinen Betrag inklusive Trinkgeld legen sollte. Es kam, dass das Trinkgeld im Vergleich zum Gesamtbetrag unvergleichlich hoch ausfiel. Da nahm sich ein Mann sein ganzes Trinkgeld wieder aus dem Hut. Wie dieses zu bewerten ist, weiß ich nicht. Meine Erkenntnis aus dem Geschehen war, dass es sich für einen Wirt nicht lohnt, auf Gesamtrechnungen zu bestehen, da bei Einzelrechnungen ein höherer Trinkgeldbetrag rauskommt.

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