„Wir sind aus dem Szenario ausgestiegen, und dann war es einfach nicht mehr da“

„Es genügt nicht, es sich so vorzustellen, dass jemand, der an den Rändern stand, sich nun plötzlich ins Zentrum des Szenarios stellte. Das war es nicht, was passierte, eher im Gegenteil: Wir sind aus dem Szenario ausgestiegen, und dann war das Szenario einfach nicht mehr da.“

– so erinnert sich die italienische Philosophin Luisa Muraro, 1940 geboren, an die „zweite Welle“ der Frauenbewegung. Und schreibt weiter:

„Um den Feminismus der zweiten Welle zu verstehen, muss man sich eine grundlegende, aber oft übersehene Besonderheit vor Augen führen, und zwar dass die Revolte damals von Frauen ausging, die in jeder Hinsicht als emanzipierte Frauen betrachtet wurden. Sie revoltierten gegen die Verpflichtung, die ihnen täglich auferlegt wurde und die viele verinnerlicht hatten, nämlich dass sie moderne und emanzipierte Frauen zu sein hatten, was in der Praxis bedeutete, sich einem Modell entsprechend darstellen und verhalten zu sollen, das von den Begehren, Interessen und Ideologien der Männer gebildet worden war. Diese Frauen, die als privilegiert betrachtet wurden, haben das Szenario der Modernität „ruiniert“, in den Ruin getrieben. Denn dieses Szenario der Modernität war in jeder Hinsicht auf Frauen angewiesen, sowohl auf die privilegierten als auch auf die weniger gut gestellten. Es stützte sich auf jene Mauer, die Öffentliches und Privates trennte: Im Privaten lag viel von der Wahrheit über die weiblichen Lebensbedingungen und auch über das männliche Elend verborgen. Indem sie das Angebot der Emanzipation ablehnten, haben die revoltierenden Frauen diese Mauer eingerissen.“

Die Auszüge stammen aus einem kleinen Interviewband, in dem Muraro, Mitbegründerin des Mailänder Frauenbuchladens und der Philosophinnengemeinschaft Diotima in Verona, im Gespräch mit Riccardo Fanciullacci aus ihrem feministischen Leben erzählt. Ich habe einen längeren Abschnitt daraus, in dem sie noch genauer beschreibt, was ihrer Ansicht nach charakteristisch für die Frauenbewegung der 1970er Jahre war, für das Forum Beziehungsweise Weiterdenken übersetzt,dort könnt Ihr also mehr finden.

19 Gedanken zu „„Wir sind aus dem Szenario ausgestiegen, und dann war es einfach nicht mehr da“

  1. Muss gestehen, dass ich immer noch denke, dass mein Leben einfacher gewesen wäre, wenn nicht so viele Menschen, deren politische Positionen ich eigentlich mochte (Frieden, soziale Gerechtigkeit, Feminismus), gleichzeitig antirationale Positionen vertreten hätten. Zum Beispiel halte ich mittlerweile überhaupt nichts mehr von feministischer Kritik der Naturwissenschaften (und auch mit der marxistischen Kritik habe ich Schwierigkeiten.) Insofern denke ich, es wäre besser für mich gewesen, ich hätte als junge Frau gesagt: Ja, ich will so sein wie die Männer, rational und technisch interessiert.

  2. @Irene – Der Differenzfeminismus ist auch in Italien nicht die vorherrschende feministische Strömung, „offizielle“ Frauenpolitik ist auch dort Emanzipation und Gleichstellung (gegen Gleichberechtigung hat übrigens niemand etwas, auch Differenzfeministinnen nicht, sie erwarten dadurch nur nicht ihre Freiheit).

  3. Aus Liebe zur Freiheit – so von mir aus gesehen – habe ich mich von den Frauen und Männern des Patriarchats, das ich buchstäblich immer noch bewohne, befreit, indem ich einen Platz hinter der Scheibe wählte. Dort habe ich meine Ruhe! Meine Tränen, die auf die Scheibe tropfen, stören nicht das Gegenüber hinter der Scheibe…

  4. @susanna14 – Was meinst du mit „feministische Kritik an den Naturwissenschaften“? Da gibt es ja solche und solche, ebenso wie es unter Naturwissenschaftlern solche und solche gibt. Die pauschale „Wissenschaftsfeindlichkeit“ in manchen feministischen Strömungen scheint mir tatsächlich eher noch daher kommen, dass dieses Denken nicht wirklich unabhängig von männlichen Kulturen ist, also nicht wirklich „Anderswo“, sondern in der Ablehnung immer noch auf das bezogen, was die Männer machen, an denen sich abgearbeitet wird. Das gibt es (gab es vielleicht auch anfangs mehr als heute) und es ist natürlich blöd, aber es scheint mir nicht typisch für feministische Wissenschaftskritik zu sein, zumindest was ich davon mitgekriegt habe.

  5. Carolyn Merchant und Elvira Scheich fallen mir ein. So weit ich mich erinnere hat Carolyn Merchant vor allem Francis Bacon kritisiert, der bei seiner Befürwortung der experimentellen Methode tatsächlich ein paar unschöne Vergleiche anstellt (Natur auf Streckbank). Aber das spricht nicht gegen die experimentelle Methode. Dazu kommen dann auch noch Gleichsetzungen von Frauen und Natur, die sich ebenfalls in den programmatischen Texten von vielen Wissenschaftlern gerade in der Umbruchzeit der Renaissance finden. Aber diese Gleichsetzungen müssen kritisiert werden, anstatt sie zu akzeptieren und zu unterstellen, dass durch die Wissenschaften die Natur misshandelt und damit auch Frauen misshandelt werden.

    Ja, und dann gab es noch ein unschönes persönliches Erlebnis. Ich besuchte einmal voller Neugier ein Treffen des autonomen FrauenLesbenreferats, um zu sehen, ob ich mich vielleicht irgendwie würde einbringen können. Ich wurde gefragt, was ich studiere, und als ich sagte „Physik“ ging gleich die Assoziationskette los: Physik – Atomphysik – böse. (Böse wurde nicht gesagt, nur gedacht.) Ich bin nicht gleich gegangen und habe noch ein paar interessante Literaturtipps bekommen („Always Coming Home“ von U.K.Leguin, „Erinnerungsarbeit“ von Frigga Haug), aber wiedergekommen bin ich nicht.

  6. Heute liefe sowas subtiler – da wären Naturwissenschaft und Technik nicht mehr böse, sondern bloß sozial konstruiert. Darunter scheint ein Teil der Basis zu verstehen, dass man sie als irrelevant weglächeln kann, während die Thesen der feministischen Forscherin natürlich „Wissenschaft“ im Sinne von „Wahrheit“ sind.

  7. @Susanna:
    „… Ich wurde gefragt, was ich studiere, und als ich sagte “Physik” ging gleich die Assoziationskette los: Physik – Atomphysik – böse. “

    Haha, das kenne ich auch genau so!
    Zwar nicht aus meiner eigenen Erfahrungswelt (ich bin zu doof für Physik, ja, echt, leider, obwohl ich alles verschlinge, was halbwegs taugliches in der Populärwissenschaftsliteratur dazu erscheint 😉 ).
    Aber eine Freundin von mir ist Molekularbiologin und eine andere Genetikerin.
    Beide sind ausserdem in Sachen Gleichstellung in Forschung und Lehre unterwegs, haben also eine richtige feministische und politische Agenda.
    Die können ganze Opern dazu runtersingen, wie sie auf Parties oder Treffen immer wieder dazu befragt werden, wie „sie als Frauen“ denn bitteschön in dieser „kalten“ und „rationalisierten“ Wissenschafts-Welt leben könnten, das wäre doch alles total menschen/natur/umweltfeindlich und überhaupt.
    Da passieren zwei Sachen gleichzeitig:
    Zum einen wird ihnen als Frauen ein echtes Interesse an solchen Theman abgesprochen, („ihr als Frauen…“) und zum anderen wird mit einem Naturwissenschafts,- und Technologie-Bild jongliert, welches definitiv „böse“ besetzt ist.
    Dass es dafür sicherlich auch Gründe gibt, ja, das bestreiten sie auch gar nicht.

    Ich habe ja mal Lehramt mit Kunst/Musik studiert, und da gab es auch etliche feministische Projekte in den Fachbereichen, wo man sich beteiligen konnte.
    Da gab es schon einen Hang zum leicht esoterischen, antiwissenschaftlichen, das wurde als „männlich-rational“ abgestempelt.

  8. Aber ist dieses „ihr als Frauen“ Klischee denn eines, das von Feministinnen vorangetrieben wird? Oder ist das nicht einfach das übliche alte Klischee von Geschlechterstereotypen, dass der Feminismus gerade kritisieren will? Das ist ja ein Punkt, der mir schon öfter aufgefallen ist: dass gerade die unfeministischen Frauenzeitschriften teilweise feministische Argumente aufnehmen, aber dann total entstellen. So scheint es mir hier auch so sein.

  9. @Antje,
    Ich weiss es nicht.
    Es ist ein Klischee, und dieses findet sich sowohl innerhalb als auch ausserhalb feministischer Kreise (die ja eben auch nicht alle einheitlich drauf sind, was Du ja selbst auch immer betonst).
    Es ist aber auch mehr als ein Klischee, es ist ein Mem, das fast schon wie ein Naturgesetz betrachtet wird. 
    Die Vorstellung, dass Frauen aufgrund irgendwelcher dubioser „Anlagen“ doch ein Grund-Unwohlsein haben müssten, wenn sie in der Nat.Wi oder Tech-Industrie arbeiten und sowas „böses“ wie Stammzellenforschung oder Fusionsforschung machen, vielleicht sogar tatsächlich an Waffensystemen oder Atom-U-Booten bauen (habe ich im Bekanntenkreis), ist weit verbreitet, finde ich.
    Und zwar auch bei Feministinnen, die ich kenne. Ich kriegte auch mal Papers zum lesen, wo eine Genderforscherin die Theorie aufstellte, dass Frauen, die solche Berufe ergreifen, das nicht aus einem eigenen Interesse an der Sache täten (was ihrem „weiblichen Naturell“ was immer auch damit gemeint sein solll, diametral entgegen stünde, was natürlich nicht ansatzweise belegt wurde…) sondern weil sie sich an patriarchalen Strukturen orientieren würden und (natürlich ohne das zu merken, weil sie ja so fies patriarchal manipuliert werden) nur so einen Weg sehen, in der „Männerwelt“ zu überleben und sich rein anpassungstechnisch so entscheiden.
    Leider weiss ich nicht mehr wer das getextet hat, es war eine Diss. zu Frauen in Naturwissenschaften, und ich fand sie schrecklich, gerade *weil* sie von einer Feministin kam, die leider (so mein bescheidener Standpunkt) massives Klischee-Reiten veranstaltet hat.

    Frauen, ja noch dazu feministisch orientierte (jetzt mal so ganz allgemein im Sinne von gleichberechtigter Teilhabe und Verpflichtung in allen gesellschaftlichen Bereichen), scheinen immer noch schräg angeschaut zu werden, auch von anderen, auch feministisch orientierten Frauen, wenn sie z. B. als Ingenieurin zur Luftwaffe gehen.

    Mich hat das Beispiel einer Molekarbiologin wirklich aufgerüttelt, die sinngemäss meinte, dass viele immer schnell denken, sie würde an geheimen Biowaffen forschen, weil sie einer Schweigepflicht unterliegt.
    Und alle sind dann immer ganz erleichtert, wenn sie sagt, dass sie das nicht tut.
    Aber theoretisch *könnte* sie das selbstverständlich tun, und praktisch gibt es ja auch Frauen, die so etwas tun.
    Oder eben Atomwaffen für U-Boote entwickeln.
    Warum man sich so furchtbar schwer tut, Frauen genauso selbstverständlich in diesen Feldern zu sehen wie Männer…ich kann es mir nur aufgrund dieses hartnäckigen Mems von weiblicher Fürsorge etc. erklären.

  10. Wie gesagt, das war ein Erlebnis im autonomen FrauenLesbenreferat.
    Eine weitere Richtung damals war der Ökofeminismus. Eine von ihnen, Claudia von Werlhof ist jetzt unter die Esoterikerinnen gegangen. Ich glaube, ein größeres Problem als das Klischee „Männer Verstand – Frauen Gefühl“ war die damalige Zurück-zur-Natur-Stimmung, die eben auch unter Frauen Anhängerinnen gab. Die gab es auch unter Männern, aber sie wurde teilweise feministisch aufgeladen. Auch U.K.Leguin, deren Bücher „Left Hand of Darkness“ und „The Dispossessed“ ich nach wie vor schätze (und noch mehr die Kurzgeschichtenbände) war teilweise davon erfasst. Auch der Göttinnenfeminismus und die Matriarchatsforschung gehörten teilweise in diese Ecke, weil sie in der Vergangenheit eine Art Paradies vermuteten.

    Es lag auch an mir selbst, dass ich davon fasziniert war. Aber vieles davon kam als Feminismus daher.

  11. Pingback: Aus dem Szenario einfach ausgestiegen | Auf-Leben

  12. Ich glaube es ist mehr als das Klischee „Frauen = Gefühl, Männer =Verstand“.
    Da Frauen in allen Bereichen von Naturwissenschaften u Technologie vertreten und auch erfolgreich sind, geht es glaube ich eher nicht um Fähigkeiten, die man ihnen abspricht (das würde auch nicht mehr funktionieren).
    Aber man adressiert gerne eine andere Moral, ein „weibliches“ Verantwortungsgefühl an sie.
    Naturwissenschaftliche Forschung operiert ja oft in ethischen und moralischen Grenzgebieten, und Männern wird viel eher eine gewisse Skrupellosigkeit und ein „Entdeckergeist“ (der mit Risiken für sich und andere einher geht) zugetraut als Frauen.
    Wenn Frauen sagen, dass sie freiwillig gerne in der Fliegerstaffel sind, oder wenn sie Kernforschung für die Rüstungsindustrie machen, dann finden viele das befremdlich, weil sie Frauen eher in der „heile-machen-Ecke“ vermuten als bei denen, die was „kaputt“ machen.

    Solcherlei Skepsis ist aber, vermute ich mal, überall zu finden, als Teil mancher feministischer Strömungen, aber auch ganz allgemein. Dafür braucht es auch erstmal keine Esoterik.

    Den Zwist zwischen „zurück zur Natur“ und Fortschritt gibt es ja seit wir überhaupt angefangen haben, die Welt funktional verstehen zu wollen.
    Frauen waren von Anfang an auch daran beteiligt, Wissen zu erlangen und nutzbar zu machen, mit allen positiven und negativen Aspekten.
    Man hat zwar versucht sie davon abzuhalten, man hat sie unsichtbar gemacht und versucht bis heute, sie als „moralischer“ darzustellen als sie in Wirklichkeit sind oder sein wollen.

    „Ich als Frau…“ werde sogar manchmal verständnislos angeschaut wenn ich sage, dass ich mich für Planetenforschung und Raumfahrt interessiere.
    „Ich als Frau…. “ müsste mich doch mit „wichtigeren Dingen“ befassen, mit etwas, was wirklich „Sinn“ macht.
    Raumfahrt, das sei ja mehr so die Spielwiese der großen Jung’s…
    Sorry, bei sowas krieg ich a Stresspustel 🙂

  13. Ein weiteres Beispiel, das mir einfällt: „die friedfertige Frau“ von Margarete Mitscherlich. Sie versuchte zwar, nicht biologistisch zu argumentieren, aber das ist nicht immer so einfach als Freudianerin, weil Freud selbst da auch zwiespältig ist.

    Sie schreibt zwar, dass die Friedfertigkeit und Aggressionshemmung der Frauen aus deren Unterdrückung entstanden sein sollen, schlägt aber vor, diese jetzt als positive Eigenschaften zu sehen. Ich finde, sie kommt damit schon rein logisch in Probleme mit dieser Ansicht, denn erst einmal ist es ja wünschenswert, wenn die Unterdrückung von Frauen aufhört.

    (Natürlich bin ich gegen Gewalt und Aggression, aber halt auch bei Männern, und ich kann das Begründen, ohne auf mein Frausein zu verweisen.)

    Ich glaube, das war das Muster in den Achtzigern. Eine Reihe Frauen, die sich in der Frauenrolle eingerichtet hatten und trotzdem im Rahmen dieser Rolle Karriere gemacht hatten, fühlte sich durch die damalige Wende angezogen und war froh, die anerzogenen Eigenschaften nicht kritisch hinterfragen zu müssen, sondern sie jetzt halt als weibliche Eigenschaften positiv werten zu können. Es waren nicht Feministinnen: Mitscherlich war Psychoanalytikerin, U.K.LeGuin war Schriftstellerin usw,, aber auf einmal sahen sie die Chance, auf den Zug aufzuspringen.

  14. @susanna14 – Das stimmt natürlich, aber das Gegenteil ist genauso falsch, nämlich nur die den Frauen anerzogenen Eigenschaften zu problematisieren und die den Männern anerzogenen für „normal“ und „wichtig“ zu halten. Genau das ist im Zusammenhang mit „Gleichstellung“ nämlich passiert, und diese Tendenz war gesamtgesellschaftlich imho sehr viel stärker als die gegenteilige, die du beschreibst. Wenn wir sehen, was sich in den letzten dreißig Jahren verändert hat, dann haben sich die Frauen sehr viel mehr den Männern angeglichen als andersherum. Und von daher hat das verweisen darauf, dass Frauen etwas anders machen, durchaus einen Sinn, wenn es darum geht die Normalität des Männlichen zu bestreiten, zum Beispiel eben, dass Aggression „normal“ sei. Ina Praetorius hat das einmal die „Trivialisierung des Männlichen“ genannt, und das ist/war ein sehr wichtiger Schritt. Feminismus bedeutet für mich, weibliche Freiheit zu ermöglichen, d.h. eine Praxis, in der Frauen das wählen und tun können, was sie selber mögen, und sich nicht an der männlichen Norm zu orientieren, weder in der Abgrenzung davon (die du beschreibst) noch aber in der Angleichung daran. Beides ist ein Problem, aber Letzeres ist meiner Ansicht nach heute unter dem Gleichstellungs-Paradigma das größere Problem und die größere Versuchung.

  15. @Antje:
    Ja, Dein Verweis auf die einseitige Anpassungen an eine männliche Norm (die aber nicht mit der eigentlichen Realität von individuellen Neigungen, Eigenschaften und Interessen von Frauen *und* Männern übereinstimmt) macht mir das noch mal klarer, wie unsinnig und unrealistisch diese tatsächlich sind.
    Für *beide* Seiten.
    Denn die Normen für Männer haben ja genauso wenig Allgemeingültigkeit wie die für Frauen.

    Meine Beispiele davon, wie man Frauen in den Naturwissenschaften sieht (insbesondere in gesellschaftlich umstrittenen Feldern) und warum man irritiert ist, wenn sie sich scheinbar „unfraulich“ verhalten, sollte darauf natürlich auch hinweisen – das ganze geht auch immer umgekehrt.

  16. Sternenguckerin:

    Aber man adressiert gerne eine andere Moral, ein “weibliches” Verantwortungsgefühl an sie.
    Naturwissenschaftliche Forschung operiert ja oft in ethischen und moralischen Grenzgebieten, und Männern wird viel eher eine gewisse Skrupellosigkeit und ein “Entdeckergeist” (der mit Risiken für sich und andere einher geht) zugetraut als Frauen.

    Diese Grenzgebiete wurden teils zum Eigentlichen dämonisiert. Ich habe mal vor knapp 15 Jahren H. Göttner-Abendroth behaupten hören, die Raumfahrt hätte im zivilen Bereich nur die Teflonpfanne hervor gebracht. Das war für mich als Geographin klar als grober Unfug erkennbar, aber die technikfeindliche Stimmung hat mich vor längerer Zeit auch beeinflusst. Darüber hinaus gibt es aber auch Einige, die alles für bare Münze nehmen, was ihr Guru sagt. Die hocken dann in ihrer Nische und verpassen die Entwicklungen.

    Fehlende technische Bildung beschränkt aber auch die Möglichkeiten der Umweltpolitik. Wie sollen grüne Politiker/innen, die vor 25 Jahren noch die Computer verhindern wollen, elektronische Möglichkeiten bei der effizienten Stromnutzung etc. verstehen oder gar voranbringen, die auch und gerade bei dezentraler Erzeugung nötig sind? Da reckt der alte Maoist doch lieber den Zeigefinger und schimpft, dass Porsche so große Autos baut.

    These: Was die Grünen angeht, sind die Männer genauso drauf.

  17. Pingback: Lesenswerte Einführung in die feministische Ökonomie | Aus Liebe zur Freiheit

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