Was häusliche Gewalt und Virusepidemien gemeinsam haben

Gerade geht die Meldung herum, dass bedingt durch die Kontaktsperren wegen der Coronavirus-Epidemie offenbar die Gewalt gegen Kinder stark zugenommen hat.

Die Überschrift „Nebenwirkungen des Lockdown“ zeigt übrigens sehr gut den symbolischen Fehler: Dass Kinder geschlagen werden, ist keine Nebenwirkung des Lockdown. Sondern es ist eine Nebenwirkung gewaltförmiger Sozialbeziehungen, die durch den Lockdown nur ausgelöst wurden. Kein Kind bekommt Blutergüsse, weil es einen Lockdown gibt. Kinder bekommen Blutergüsse, weil sie geschlagen werden.

Und diese zivilisatorische Bankrotterklärung namens „patriarchale Kleinfamilie“ genießt auch noch den besonderen Schutz der Grundgesetzes. Auch darüber wünsche ich mir für nach Corona mal eine stärkere gesellschaftliche Debatte.

Es gibt übrigens interessante Parallelen zwischen Gewaltprävention und Infektionsschutz: In beiden Fällen ist ein System, das darauf angelegt ist, bloß Opfer und Risikogruppen zu „schützen“, nicht akzeptabel.

Sondern wir brauchen eine Lösung, die an die Wurzel des Problems geht. Weg mit dem Virus. Weg mit Gewalt gegen Schwächere. Beides muss im Keim erstickt werden, es genügt nicht, es auf einem bestimmten Level nur einzuhegen.

Weil es dann nämlich beim kleinsten Anlass zu einem erneuten Ausbruch kommen kann. So wie jetzt.

Ich bin Journalistin und Politologin, Jahrgang 1964, und lebe in Frankfurt am Main.

Datenschutzhinweis: Die Kommentarangaben und die Mailadresse werden an Automattic, USA (die Wordpress-Entwickler) übermittelt. Details hierzu in der Datenschutzerklärung (Link links). Sie können gerne Pseudonyme und anonyme Angaben hinterlassen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s