Markt und Staat reichen nicht für gutes Wirtschaften

Anknüpfend an die Debatten über ein Bedingungsloses Grundeinkommen, die sich in den Kommentaren zu meinem neulichen Blogpost entsponnen, kam gerade ein neuer Text der Grundeinkommens-Gegnerin Friederike Spiecker herein. Sie problematisiert darin, dass bei einem Grundeinkommen wahrscheinlich zahlreiche Arbeiten nicht mehr über den Markt oder den Staat vermittelt würden. Interessant fand ich zunächst mal diesen Absatz: Den Geg­nern des Grund­ein­kom­mens wird meist unter­stellt, sie gin­gen davon aus, dass Men­schen in der Regel faul seien und nicht frei­wil­lig arbei­ten wür­den und daher ein Grund­ein­kom­mens­sys­tem nicht funk­tio­nie­ren könne, weil die (trotz­dem) Arbei­ten­den auf Dauer nicht bereit seien, andere mit durch­zu­zie­hen, wenn die im Prin­zip arbei­ten könn­ten. Das ist aber kei­nes­falls der Kern unse­rer Kri­tik am Grund­ein­kom­men, son­dern nur ein Neben­as­pekt. Bilde ich mir das ein, oder hat hier bereits ein Umdenken stattgefunden? Wenn ich an die Debatten denke, die vor einigen Jahren zu dem Thema geführt wurden, dann war eigentlich immer die Befürchtung, Menschen mit einem Grundeinkommen würden eher nichts mehr arbeiten, im

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Grundeinkommen und Sorgearbeit, Update.

Wer nach meinem neulichen Rant zum Thema „untaugliche Argumente für ein Grundeinkommen“ noch bezweifelt hat, dass Teile der Grundeinkommensbewegung tatsächlich meinen, die Sorgearbeit würde dann ja umso besser in Zukunft von den Frauen gemacht werden können, und die dürften sich dann sogar darüber freuen, weil sie ja das Grundeinkommen hätten, braucht nur mal diese Sendung des Bayrischen Rundfunks anschauen. Darin wird Götz Werner mit der Ansicht zitiert, das Grundeinkommen sei eine Bezahlung für Frauen, die Sorgearbeit leisten (letzter Satz vor dem letzten Zitat). Danke, dass ich das  nun schriftlich habe – bisher hatte ich das ja von ihm nur mündlich gehört und es war immer mal wieder bezweifelt worden, dass er das tatsächlich so sieht. Um es nochmal klar zu machen: Der Punkt ist hier nicht bloß die stereotype Geschlechtsrollenverteilung. Auch wenn die Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern gleich verteilt wäre (was sie natürlich nicht ist), wäre das Argument grundfalsch. Denn es gäbe immer noch die Ungleichverteilung zwischen denen, die Sorgearbeit leisten,

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Warum ich nicht von Euch finanziert werden will

Der amerikanische Blogger Andrew Sullivan will, wie Stefan Niggemeier berichtet, sein Blog nicht mehr von Werbung oder Investoren finanzieren lassen, sondern von den Leserinnen und Lesern. Hm,  ist das so eine gute Idee? Ich hab, seit ich das gelesen habe, darüber nachgedacht, ob ich das wollen würde, und komme zu dem Schluss: Nein. Meiner Ansicht nach ist das nicht die Richtung, in die sich die Zukunft des Bloggens entwickeln sollte (und ich denke auch nicht, das es so kommen wird). Ist denn eine Finanzierung durch Leserinnen und Leser wirklich eine „Unabhängigkeitserklärung“? Das glaube ich nicht. Ganz abgesehen davon, dass ich Unabhängigkeit generell für kein erstrebenswertes Ziel halte, ist das, worum es geht, natürlich überhaupt keine Unabhängigkeit, sondern eine Verschiebung der Abhängigkeit. Die Frage ist nämlich nicht, wie Bloggerinnen und Blogger unabhängig werden, sondern wovon sie lieber abhängig sein möchten: Von Werbung, von Inverstor_innen oder von den Leser_innen? Oder vielleicht von noch etwas ganz anderem? Klar ist: Jeder Mensch braucht Mittel zum

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