Wie die Psychoanalyse der Demokratie die Politik ausgetrieben hat

Den Piraten wird momentan gerne vorgeworfen, dass sie keine Inhalte hätten. Mal abgesehen davon, ob das stimmt, finde ich die Inhalte gar nicht das Wichtigste an den Piraten. Viel wichtiger ist, dass sie Diskussionen darüber anstoßen, wie in einer Demokratie die Ansichten und Meinungen der Vielen übersetzt werden können in konkrete politische Projekte – Liquid Feedback ist ein praktischer Versuch, das anders zu organisieren als mit dem einen Kreuzchen alle paar Jahre. Auch das Pochen auf Transparenz in politischen Prozessen betrifft weniger den Inhalt von Politik als vielmehr deren Verfahrensweisen. Und genau das – nämlich die Frage, auf welchen Grundlagen wir eigentlich das organisieren, was meist so irgendwie schwammig „Demokratie“ genannt wird – ist, glaube ich, die drängendste Frage. Die übrigens erst mal gar nichts mit dem Internet zu tun hat. Das wurde mir klar, als ich in den letzten Tagen eine wirklich ganz fantastische vierteilige BBC-Dokumentation gesehen habe, die schon ein paar Jahre alt ist. Sie zeigt, wie sich

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Die Anwältin und ihre Zeugin

Als einer ihrer Kollegen befördert wird (und nicht sie), muss Hannah Maynard, Anklägerin am Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, von ihm einen undankbaren Fall übernehmen, der zudem auch noch schlecht vorbereitet ist: die Beweisführung gegen einen serbischen Kriegsverbrecher. Im Prozess stellt sich heraus, dass der Hauptzeuge der Anklage, ein junger Bosnier, gelogen hat. Maynard hängt sich in den Fall rein, recherchiert vor Ort, treibt eine weitere Zeugin auf und findet heraus, dass es bei all dem noch um viel mehr geht, als ursprünglich gedacht… Der Film „Sturm“ – Kinostart in Deutschland am 10. September – verhandelt den Krieg in Bosnien und die Möglichkeiten internationaler Sanktionen aus der Perspektive zweier Frauen: einer Anklägerin am Kriegsverbrechertribunal in Den Haag und einer bosnischen Zeugin. Ich hab ihn vorab sehen können und finde ihn ganz und gar empfehlenswert. Hier habe ich eine ausführliche Besprechung gepostet: http://www.bzw-weiterdenken.de/index.php?m=artikel&rub=9&tid=217

Paul Verhoeven will Woodhulls Leben weiterhin verfilmen

Regisseur Paul Verhoeven (Basic Instinct) will weiterhin das Leben von Victoria Woodhull verfilmen! In einem Interview mit der Süddeutschen sagt er: „Ich habe das in den USA versucht mit einem Projekt, an dem ich parallel zu „Black Book“ arbeitete, einem Film über Victoria Woodhull, die in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts in New York lebte. Sie war Prostituierte, dann Feministin – und Präsidentschaftskandidatin. Zudem war sie in den größten Sexskandal jener Zeit verwickelt. Die Einzige, die daran Interesse hatte, war Nicole Kidman. Ich werde dieses Projekt weiterverfolgen, auch wenn die Bush-Administration die USA noch puritanischer gemacht hat . . . Vielleicht muss ich auf einen neuen Präsidenten warten, um den Film machen zu können.“ – Na, der nächste Präsident (oder die nächste Präsidentin) kommt ja nun bald. Drücken wir dem Projekt die Daumen…Zum Artikel: http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/372/113259/3/ PS: Am Montag, 4. Februar, war in der Süddeutschen Zeitung ein großer Artikel über Victoria Woodhull. Leider steht er nicht im Netz, aber vielleicht

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