Kategorie: Weite Welt
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Hic sunt leones. Oder: die Grenzen des Paradieses.
Ich denke aus gegebenem Anlass seit einer Weile über Grenzen nach und die Frage, welche ideengeschichtliche und symbolische Funktion sie haben. Wir sind heute oft versucht, das Vorhandensein von territorialen Grenzen für etwas Selbstverständliches und Naturgegebenes zu halten. Aber mir scheint die Idee, die Erde (die doch offensichtlich niemandem „gehört“, sondern Lebensraum aller ist) in…
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Wer sind die Bösen und woran erkennt man sie?
Ich kann „unsere“ Probleme mit der Versorgung von Flüchtlingen oder der Bedrohung durch den IS gerade nicht so wirklich in eine Relation bringen zu den sich zeitgleich abspielenden, aber um so Vieles dramatischeren Problemen, die durch kapitalistische Raffgier verursacht werden: speziell die Umweltkatastrophe am Rio Doce in Brasilien (mehrere Millionen Menschen ohne Trinkwasserversorgung und mit zerstörten Lebensgrundlagen –…
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Bekenntnisse
Ich habe noch nicht viel von Jerusalem gesehen, nur die Busfahrt in die Stadt hinein und dann den Fußweg vom Lions Gate zum österreichischen Hospiz, wo ich die nächsten drei Tage wohne. Aber schon ist mir aufgefallen, dass ich es unangenehm finde, dass ich den meisten Menschen hier schon von Ferne ansehe, zu welcher Religion…
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Antje wollte in den Wilden Westen
Gestern Abend las ich mich mit viel Vergnügen durch die Beiträge der von Anne angestoßenen Blogparade über Pferdemädchen. (Hier die Linkliste). Ich war nämlich auch ein Pferdemädchen. Und es ist ja erstaunlich, wie viele Erinnerungen bei wie vielen hier hochkommen! Warum ich unbedingt reiten wollte, daran habe ich eine ganz klare Erinnerung: Anstoß waren die…
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Keine Ziele haben. Eine Frage zur Grinsekatze im Wunderland.
Gestern hatte ich mal wieder eine Begegnung der dritten Art. Damit meine ich Situationen, in denen ich auf Menschen treffe, denen ich das, was ich sagen will, partout nicht vermitteln kann. Der Witz an der gestrigen Begegnung war nun, dass sie im Rahmen einer Fortbildung stand, die ich genau zum Thema „Ideen anderen vermitteln“ machen…
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Tod einer Königin
Vergangenen Samstag starb die kapverdianische Sängerin Cesaria Evora. Obwohl ich ihre Musik seit langem mag, hätte mich die Nachricht wahrscheinlich nur so nebenbei berührt, wäre ich nicht zu dieser Zeit selbst in Mindelo gewesen, der kleinen Stadt, in der Cesaria Evora lebte. Stundenlange Hupkonzerte, Evoras Lieder aus allen Lautsprechern, überall Betroffenheit und Trauer und überhaupt…
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Öffentliche Räume bewohnen: 20 Jahre Labyrinthplatz Zürich
Labyrinthe im öffentlichen Raum, meist von Frauen initiiert und gestaltet, sind inzwischen an vielen Orten zu finden. Das erste dieser Art entstand vor zwanzig Jahren in Zürich, auf einem ehemaligen Kasernengelände. Einige Frauen hatten das Projekt im Zuge der 700-Jahr-Feiern der Stadt vorgeschlagen und konnten es mit städtischer Unterstützung realisieren. In diesem schön gestalteten Band…
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Zwölf Punkte für das gute Leben
Heute bekam ich eine Einladung der Belgischen Frauenliga, die im Oktober einen Studientag zum Thema Elternschaft plant. Leider werde ich daran nicht teilnehmen können, aber diese Vereinigung scheint mir sehr interessant zu sein – und ich muss zugeben, dass ich sie bisher nicht kannte. Trotz Europa und allem ist die Frauenbewegung doch leider viel weniger…
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Die Erfinderin der Karnevalsmusik
Wenn jetzt wieder überall lustige Karnevalsumzüge in Stellung gehen, ist das eine gute Gelegenheit, hier mal eine der maßgeblichen Erfinderinnen dieses Spektakels zu feiern: die brasilianische Komponistin Francesca (alias Chiquinha) Gonzaga. Sie war es nämlich, die 1899 als erste Musikerin auf die Idee kam, ein Lied extra für den Karneval zu schreiben und legte damit…