Notizen zur Arbeit der sexuellen Differenz

  • Die Wahrheit über Kate Austen

    Für eine Politikwissenschaftlerin war die Serie Lost ja nochmal ein besonderes Vergnügen. Und zwar wegen der Namenswahl: Lauter mehr oder weniger subtile Anspielungen auf berühmte Personen der Ideengeschichte. Warum eigentlich hieß Locke genauso wie sein realer Vorgänger, nämlich John, während der Vorname von Hume nicht David, sondern Desmond war? Köstlich amüsierte ich mich auch darüber,…

  • „Feminismus“ adé: Warum ich in nächster Zeit das F-Wort meiden werde

    „Endlich wird mal wieder über Feminismus diskutiert“ – mit solchen und ähnlichen Kommentaren haben einige versucht, dem medialen Strohfeuer nach dem (Anti-)Feminismus-Interview von Bundesministerin Kristina Schröder im Spiegel irgendetwas Positives abzugewinnen. Ich kann mich dem nicht anschließen. Die Art und Weise, wie das Thema schon seit Längerem diskutiert wird, hat mich davon überzeugt, dass das…

  • Was ich gerne sein möchte…

    Ich kann mich noch genau daran erinnern, wann ich Cassia Eller zum ersten Mal gesehen habe. Es war im Februar 1995, ein Konzert von ihr lief in dem Fernseher, der in der Bar am Campingplatz von Salvador de Bahia stand. Der brasilianische Freund, mit dem ich damals unterwegs war, kommentierte das in der Art wie:…

  • Wie Beziehungen heute scheitern

    Anders als man nach dem Titel meinen könnte, hat Marlene Streeruwitz kein Buch über den Feminismus geschrieben. Sondern elf Geschichten darüber, wie und woran Beziehungen heute trotz (oder gerade wegen?) der Emanzipation scheitern. In ihrem bekannt lakonischen Stil schildert sie von einem bestimmten Augenblick ausgehend die Lebenssituationen von neun Frauen und elf Männern. Alle Geschichten…

  • Deutschland im Quotenfieber

    Die CSU hat sie, Aufsichtsräte sollen sie kriegen: Deutschland, so scheint es, ist im Quotenfieber. Die Idee, einen bestimmten Prozentsatz Frauenanteil, etwa 40 Prozent, per Gesetz festzulegen, wird Mainstream. So langsam scheint es allgemein bewusst zu werden, dass formale Gleichheit nicht ausreicht, um männliche Dominanz zu beseitigen. Nicht, dass das eine neue Erkenntnis wäre: Simone…

  • Postfeministische Maskerade

    Seit längerem schon wundere ich mich über Frauen (es sind übrigens bei weitem nicht nur jüngere), die sich eine so unglaubliche Mühe mit ihrem körperlichen Aussehen machen. Die in nach zwei Stunden Training in der Umkleide noch mal eine Stunde für Haare machen und Schminken dranhängen. Die morgens freiwillig eine Stunde früher aufstehen, weil sie…

  • Hallo, Karriereforscher_innen: Wir müssen reden!

    Über den Blog der Mädchenmannschaft bin ich auf eine Studie aufmerksam geworden, die – zum gefühlt achthundertsten Mal – untersucht, warum Frauen nicht in gleichem Maße wie Männer in „Führungspositionen“ vertreten sind. Darüber berichtet hat das Hamburger Abendblatt – und über den Bericht beziehungsweise über die Art und Weise, wie darüber berichtet wird, muss ich…

  • Der Islam ist bäh, aber die Muslime ganz okay?

    In den absurdistanischen Abgründen der derzeitigen Debatten über „den Islam“ und „die Muslime“ wird es grade irgendwie Mode, zwischen beidem einen Unterschied zu machen. So nach dem Motto „der Islam“ ist bäh, aber die meisten Muslime sind ganz in Ordnung. Gegen die haben wir ja nichts (gefolgt dann meistens von einem „aber“ und einem „solange“…

  • Judith Butler und die Geschlechterdifferenz

    Als prä-butlersche Feministin konnte ich mit der Idee des „Queer-Feminismus“ nie viel anfangen. In meinem letzten Blogpost stellte ich die These auf, dass die Art und Weise der Rezeption von Judith Butlers Denken an den deutschsprachigen Universitäten mit dazu beigetragen hat, die Kommunikation zwischen „Altfeministinnen“ und „Jungfeministinnen“ zu erschweren. Da ist es ein lustiger Zufall,…

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