Notizen zur Arbeit der sexuellen Differenz

  • Bitte keine Abenteuer

    Meinen ersten Koffer bekam ich mit fünf. Er war ein Geschenk meines Uropas, klein, aus Pappe, schwarz-rot kariert, wenn ich mich recht erinnere. Als stolze Kofferbesitzerin musste ich natürlich verreisen. Ja, schön, sagte meine Mutter, wir könnten hierhin fahren, oder dorthin. Aber das kam gar nicht in Frage. Ich musste allein weg. Sonst hätte es…

  • Es ist okay, keine Feministin zu sein

    Einige meiner besten Freundinnen sind keine Feministinnen. Wenn ich genauer nachdenke (also diejenigen rausrechne, die über die politische Arbeit zu Freundinnen geworden sind), ist sogar fast keine meiner „normalen“ Freundinnen eine Feministin. Von den Freunden ganz zu schweigen. Es gibt die eine oder andere, aber man muss sie einzeln suchen wie die Rosinen in einem…

  • Fünfzehn Thesen zu Feminismus und Post-Gender

    „Disciplineandanarchy“-Blog made the following theses available in English 1. Der wichtigste Punkt rund um das Thema „Gender“ hat nichts mit Frauen zu tun, sondern ist die Kritik an der Sich-zur-Normsetzung des Männlichen. Frauen kommen allerdings insofern ins Spiel, als Feministinnen die ersten waren, die dieses Sich-zur-Norm-Setzen des Männlichen hinterfragt haben. 2. Der Einwand, dass Geschlechtsklischees…

  • Liebe ohne Objekt. Eine Erinnerung an Margarete Porete.

    Vor 700 Jahren, am Pfingstmontag des Jahres 1310, wurde in Paris eine etwa fünfzig Jahre alte Frau auf dem Scheiterhaufen verbrannt: Margarete Porete hatte ihr Buch „Der Spiegel der einfachen Seelen“ nicht widerrufen, obwohl eine kirchliche Kommission nach langer Prüfung festgelegt hatte, dass einige seiner Thesen gotteslästerlich seien. Die Ermordung der Autorin konnte aber nicht…

  • Gefühlte und reale Frauen

    Nachdem ich gestern etwas über die Piratenpartei und ihr Frauenproblem geschrieben habe (und ich war nicht die Einzige, einen Überblick gibt die Mädchenmannschaft) ergab sich in den Kommentaren die Frage bzw. die Vermutung, dass der Frauenanteil in den Landesvorständen deutlich höher sei und daher die Abwesenheit von Frauen auf der Bundesebene entweder doch ein Zufall…

  • Die Piraten und ihr Frauenproblem

    Die Piratenpartei steht momentan unter einem gewissen Rechtfertigungsdruck: Sie hat keine einzige Frau in ihrem Bundesvorstand. Das ist ziemlich merkwürdig für eine Partei, die sich als „postgender“ versteht. Von außen gesehen ist es tiefstes 19. Jahrhundert – mir fällt auf Anhieb keine einzige andere gesellschaftlich relevante Institution ein, bei der die Männerdominanz so stark ist.…

  • Bloggen vs. Journalismus oder: die Qualität des Begehrens

    Wie lange dauert es von der Idee für einen Blogeintrag bis zum Schreiben desselbigen? Bei mir maximal eine Stunde. Ich gehe natürlich laufend mit allen möglichen Themen schwanger. Aber nicht alle werden zu einem Text. Sie befinden sich quasi in meinem Inneren. Sie interessieren mich, ich denke darüber nach, forsche dazu und informiere mich, diskutiere…

  • Im Namen des Mannes

    Mich interessieren ja gerne die kleinen, abseitigen Themen. Zum Beispiel die Sache mit den Nachnamen. Die Süddeutsche Zeitung Emma hatte anlässlich des eheschließungsbedingten Nachnamenwechsels von Bundesministerin Kristina Köhler, inzwischen Schröder, bei einigen Standesämtern nachgefragt, wie sich Ehepaare diesbezüglich heute entscheiden. Mit einem – wie ich finde – ziemlich krassen Ergebnis: 80 Prozent wählen den Namen…

  • Das Ende der Heuchelei

    Seit einiger Zeit läuft eine interessante Debatte über Eifersucht in Zeiten sozialer Netzwerke. Viel davon handelt direkt von der Liebe im klassischen Sinne, aber der Aspekt, der mich beschäftigt, ist der etwas breitere Blick auf Beziehungen allgemein. Denn die Öffentlichkeit unserer Beziehungsstrukturen ist, so glaube ich, eine ziemliche Herausforderung und möglicherweise „gefährlicher“ als die Verfügbarkeit…

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