Können Feministinnen vielleicht doch „im Namen der Frauen“ sprechen?

Linda Zerillis Buch „Feminismus und der Abgrund der Freiheit“ ist keine Margarine, sondern Butter, um auf eine Metapher von Kathrin Passig zurückzugreifen: Es gibt es nur teuer zu kaufen, weshalb ich es, obwohl es schon 2005 auf Englisch und 2010 auf deutsch erschienen ist, bisher nicht gelesen hatte. Und das, obwohl ich schon lange vermutet hatte, dass es mir gut gefallen würde, denn schließlich geht es um Hannah Arendt und um den italienischen Differenzfeminismus und um eine Neuorientierung des Feminismus als freiheitliche politische Bewegung – soviel hatte ich auch im Internet schon mitbekommen (zum Beispiel hatte Katrin Rönicke schon ausführlich darüber gebloggt).

Aber gemäß dem Gesetz, dass alles wirklich Wichtige irgendwann doch zu einer kommt, habe ich es vergangenes Weihnachten gleich zweimal geschenkt bekommen, und, voilà, ja, es ist wirklich ein Meilenstein der politischen feministischen Theorie.

zerilliZerilli entwickelt darin einen Vorschlag, wie der Feminismus sich aus jenem unfruchtbaren Patt herauslösen kann, in der er durch den Konflikt zwischen radikalem Feminismus und Queerfeminismus geraten war – nämlich der Vorstellung von „Frauen“ als einem politisch handelnden Subjekt, das in der so genannten „zweiten Welle“ in den 1970er Jahren die politische Bühne betreten und die bis dahin vorherrschende Norm der Männlichkeit in Frage gestellt hat, auf der einen Seite, und einer radikalen Dekonstruktion der Kategorie „Geschlecht“ auf der anderen Seite.

Also die Frage: Wie kann Weiblichkeit und Frausein einerseits eine politische Kategorie sein, wenn doch andererseits bestritten werden muss_soll, dass Frausein überhaupt ein reales Kriterium ist?

Ihre Antwort lautet – im Anschluss an Hannah Arendt: Es geht nicht darum, „was“ eine Frau ist, sondern darum, „wer“ eine Frau ist, also um ein politisches Urteil, das darin besteht, dem eigenen Frausein eine Bedeutung zu geben. „Frauen“ im Sinne des Feminismus als politischer Praxis sind nicht Menschen, die aufgrund von objektiv bestimmbaren Kriterien (naturgegebenen oder gottgewollten oder soziologisch definierten) zu dieser Gruppe gehören, sondern Menschen, die sich entschließen, in Freiheit eben, „Frauen“ zu sein, um damit ein politisches Projekt zu verfolgen.

Das ist nun für mich nicht ganz neu gewesen, denn der italienische Differenzfeminismus, mit dem ich bekanntlich engstens verbandelt bin, hat genau diese politische Praxis entwickelt, zuerst mit dem Buch „Wie weibliche Freiheit entsteht“ des Mailänder Frauenbuchladens (das schon 1989 auf Deutsch erschien), und seither mit vielen anderen Texten, etwa den von mir mit übersetzten Büchern der Philosophinnengruppe Diotima in Verona oder der Zeitschrift Via Dogana und so weiter.

Es ist natürlich schön, dass dieses Denken nun auch noch einmal von einer anderen Seite her aufgegriffen wird, zumal Zerilli den Kern dieses Denkens in einen feministischen Diskurs einbettet, wie er sich im Anschluss an Judith Butlers Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ entwickelt hat – einen Diskurs, den ich, mangels Interesse, nur eher nebenbei verfolgt habe.

Etwas schade ist allerdings, dass sie sich ausschließlich auf das inzwischen eben schon 25 Jahre alte Buch der Mailänderinnen bezieht, so als ob sich der italienische Differenzfeminismus direkt im Anschluss an dessen Veröffentlichung in Luft aufgelöst hätte. Alle weiter führenden Diskussionen und Erkenntnisse, die daraus gefolgt sind – und auch in Deutschland ist die Idee des Affidamento ja vielfach auf fruchtbaren Boden gefallen, wenn auch nicht an den Unis – hat sie nicht berücksichtigt.

Interessant fand ich allerdings, wo Zerilli andere Vorschläge zum Weiterdenken entwickelt, als die Italienerinnen und „wir“ es getan haben. Aus der zentralen Erkenntnis von „wie weibliche Freiheit entsteht“ – dass es nämlich kein „Wir der Frauen“ gibt, das als politisches Subjekt auftreten kann – sind nämlich „bei uns“, wenn ich es jetzt mal so verkürzt sage, Praktiken und Vorschläge entstanden, die vor allem auf eine politische Praxis der Beziehungen unter Frauen fokussieren. Das „Von sich selbst Ausgehen“, die Aufmerksamkeit für „weibliche Autorität“ und das persönliche Begehren, die Notwendigkeit der Vermittlungsarbeit, und die Ablehnung einer Repräsentanzpolitik, bei der einzelne beanspruchen, im Namen von anderen zu sprechen, zuletzt die Unterscheidung von Macht und Politik.

Zerilli hingegen ist der Ansicht, dass Frauen, die im oben genannten politischen Sinn „als Frauen“ sprechen, durchaus „im Namen der Frauen“ generell sprechen können. Ich zitiere diese Passage (Seite 238) mal ausführlich. Zerilli schreibt:

„Im Hinblick auf den Feminismus wollen wir also nicht wissen, ob die Frauen/die Frau (etwa in Form einer durch gemeinsame Erfahrung verbundenen sozialen Gruppe) existieren, sondern was die Frauen/die Frau für diejenigen bedeutet, die beanspruchen, in diesem Namen politisch zu sprechen. Durch ein solches Sprechen kann eine Norm entweder weiter sedimentiert, oder aber transformiert werden. Ob ein im Namen „der Frauen“ Sprechen eine vorgängige Definition von „Frauen“ zementiert oder sie für Diskussion, Kritik und phantasievolle Umgestaltung öffnet, können feministische politische Akteurinnen vor diesem Sprechen einfach nicht wissen. Wenn wir uns dazu entscheiden sollten, ein „unbestimmtes Urteil“ über die Frauen/die Frau zu formulieren, so liegt dies nicht daran, dass die Kategorie als undefinierbar geschützt oder von der öffentlichen Debatte ausgeschlossen wäre, weil sie kein legitimes Objekt des Wissens darstellte. … In der Politik geht es vielmehr um Forderungen und Urteile – und den Mut, sie zu stellen, bzw. zu fällen -, die nicht durch objektive Kriterien oder Regeln abgesichert sind. Sie können sich also weder auf ein objektives Wissen berufen noch garantieren, dass ein solches Sprechen im Namen der Frauen von anderen aufgenommen oder aufgegriffen wird.“

Diesen Vorgang als solchen – dass also eine etwas sagt, das nicht beweisbar oder objektiv wahr ist, und dessen Wirksamkeit dann davon abhängt, ob andere es aufgreifen und dem zustimmen – haben wir im von Italien inspirierten Differenzfeminismus auch bearbeitet und beobachtet, es ist letztlich das Wechselspiel von Autorität und Begehren: Wenn eine etwas Neues sagt, bekommt dies Autorität dadurch, dass es andere aufgreifen, weil es eine Antwort auf ihr Begehren ist. Die Italienerinnen sprechen dabei auch von einer „Wette“, die die Sprechende eingeht. Dass also etwas Neues, das gesagt wird, den Charakter von „Wetten, dass es so ist?“ hat (und nicht, wie es ansonsten üblicherweise gehandhabt wird, den Charakter von „Ich kann beweisen, dass es so ist“).

Die interessante Frage, die für mich momentan offen ist, ist die, ob dieser Vorgang sich sinnvollerweise in eine politische Repräsentanz übersetzen lässt. Die Sichtweise, dass ich „als Frau“ sprechen könnte (also in gewisser Weise durchaus als Repräsentantin „der Frauen“), habe ich bisher immer abgelehnt, sondern es vielmehr so formuliert, dass ich, die ich eine Frau bin, etwas sage, also mein Frausein dabei sichtbar und explizit mache, ihm eine Bedeutung gebe, aber eben eine andere Bedeutung als die der Repräsentanz.

Ich merke aber, dass dies kaum durchzuhalten ist, wenn ich öffentlich spreche. Und zwar aus zwei Gründen: Erstens versteht es niemand, das heißt, was ich sage, wird als repräsentatives Sprechen wahrgenommen, ob ich will oder nicht, und daran schließen sich dann immer endlose Erklärungsnotwendigkeiten an. Zweitens, weil ich damit (und das gilt ja für den italienisch inspirierten Differenzfeminismus in Deutschland generell) vom öffentlichen, medialen Diskurs so gut wie gar nicht wahrgenommen werde. Feministische Thesen werden nur wahrgenommen, wenn sie Aussagen über „die Frauen“ zu machen beanspruchen, wie man an der Dauerpräsenz von Alice Schwarzer oder auch Hypes um Bücher wie die Tussikratie sieht.

Das repräsentative Denken ist einfach in unserer politischen Kultur so stark verankert, ja, Politik wird praktisch mit repräsentativem Anspruch gleichgesetzt, dass es von vielen einfach nicht verstanden wird, wenn jemand sich dem verweigert.

Nach dem Lesen von Zerillis Buch frage ich mich, ob es vielleicht möglich sein könnte, das Pferd quasi von der anderen Seite aufzuzäumen: Nicht die Repräsentation als solche mit ihren offiziellen und freiheitsfeindlichen Defiziten gänzlich abzulehnen, sondern stattdessen zu versuchen, der Repräsentation eine freiheitlichere Bedeutung zu geben, in dem Sinne, wie Zerilli es vorschlägt? Nämlich so, dass ich mir einfach die Freiheit nehme, „im Namen der Frauen zu sprechen“ – aber eben in dem Sinne, dass die Berechtigung meines Sprechens sich in der Reaktion anderer Frauen darauf zeigt?

Ich bin mir nicht sicher, es hat etwas Verlockendes. Andererseits aber… Hm.

Besondere Umstände: Episode 1

Heute morgen haben Benni und ich eine neue Episode von unserem Podcast „Besondere Umstände“ aufgenommen. Und wir sind damit schon umgezogen, nämlich hierhin: http://besondereumstaende.podcaster.de/

Wir reden diesmal über die Frage, ob Anarchismus und Kommunismus wirklich dasselbe Ziel haben – das war eine Frage aus den Kommentaren. Über den Political Compass und die Frage, ob es Staat ohne Kapitalismus gibt. Und wie das im Kulturuniversum bei Iain Banks wäre, zum Beispiel ob da Beschneidungen erlaubt oder verboten wären und wie wir das finden. Über die Macht, die Eltern über ihre Kinder haben, darüber, ob es universale Rechte geben kann und wo das Paradies sich befindet. Wogegen oder wobei Gesetze helfen und wo nicht. Wir reden über Freiheit und darüber, ob das was Innerliches oder etwas Äußerliches ist und was sie mit Politik oder (Kritischer) Psychologie zu tun hat. Und am Schluss noch kurz über das Glück, aber dann war die Zeit auch schon rum.

Aber keine Angst: Der Wecker des Todes liegt diesmal weiter weg, niemand muss sich erschrecken!

Freiheit in Bezogenheit. Eine Auseinandersetzung mit Joachim Gauck und Co.

Joachim Gauck nennt sich – im Vorwort zu seinem gerade veröffentlichten Essay – einen „Liebhaber der Freiheit“. Als Betreiberin eines Blogs, der sich „Aus Liebe zur Freiheit“ nennt, musste ich den natürlich lesen.

Noch mehr Ähnlichkeiten in seiner und meiner Wortwahl zeigten sich dann während der Lektüre. So schreibt Gauck ganz explizit von „Freiheit in Bezogenheit“ – eine Formulierung, die einige politische Denkfreundinnen und ich in einem 2009 erschienenen Buch gewählt haben, dessen Titel lautet: „Sich in Beziehung setzen. Für eine Weltsicht der Freiheit in Bezogenheit“.

Ob Gauck seine Wortwahl von uns hat oder ob es sich hier um eine bloße Koinzidenz handelt, weiß ich nicht (allerdings ist unser Buch in evangelischen Kreisen, zumindest unter Frauen, recht breit rezipiert worden). Aber das ist auch nicht so wichtig, für gute Ideen gibt es ja kein Copyright, und je weiter sie sich verbreiten, umso besser.

Leider aber versteht Gauck den Begriff völlig anders als wir. Sein Aufgreifen des (letztlich schon auf Hannah Arendts Diktum vom „Bezugsgewebe menschlicher Angelegenheiten“ zurückgehenden) Gedankens, dass Freiheit nicht nur Unabhängigkeit bedeutet, sondern erst in Beziehungen zum Ausdruck kommt, verhungert sozusagen auf halber Strecke. Es bleibt auf der Ebene einer Binsenweisheit.

Gauck beschreibt zwei Arten von Freiheit: Die „jugendliche“, revolutionäre Freiheit, die vor allem auf Autonomie und Unabhängigkeit setzt, also „Freiheit von etwas“ ist. Und dann die „erwachsene“, Verantwortung übernehmende Freiheit, die die Welt gestaltet, also „Freiheit zu etwas“ ist. Damit umreißt er im Wesentlichen den Konsens, den die westeuropäische männliche Philosophie seit langem tradiert. Freiheit wird dabei aus der Perspektive des erwachsenen, mündigen, gesunden Mannes gedacht (der heute, in emanzipierten Zeiten, freilich auch eine Frau sein darf).

Freiheit ist dabei ein Objekt des männlichen Begehrens, dem sich verschiedene Männer auf durchaus unterschiedliche Weise nähern: Der Engländer liebt die Freiheit „wie sein rechtmäßiges Weib“, der Franzose „wie seine erwählte Braut“ und der Deutsche „wie seine Großmutter“ – wie es der wortgewaltige Heinrich Heine einmal formuliert hat, der von Gauck wieder herangezogen wird.

Und – Bezogenheitsdenken hin oder her – auch Gauck macht wieder die alten Gegenüberstellungen auf zwischen „freiheitsliebenden“ Bürgern einerseits und „Besitzstandswahrern“, denen ihre materielle Sicherheit wichtiger ist als die Freiheit, andererseits.

Unter „Bezogenheit“ versteht Gauck nämlich nichts anderes, als die Integration von Verantwortung in das autonome Freiheitsstreben. Damit zelebriert er erneut den klassischen patriarchalen Kampf zwischen Vätern und Söhnen: Während letztere sich gegen jeden Zwang und jede Fremdbestimmung wehren, will Gauck die Freiheit (eben unter dem Stichwort „Bezogenheit“) nicht mehr individuell-egoistisch, sondern pragmatisch-realitätsbezogen sehen unter der Formel: „Wenn ich für andere sorge, bin ich erst so richtig frei“.

Dass er sich damit explizit von den Linken distanziert, wurde in den letzten Tagen von verschiedenen Seiten heftig kritisiert, aber natürlich kriegt diese Art der Argumention von linker Seite auch immer wieder neues Futter. Zum Beispiel wenn Denker wie der von vielen unter ihnen quasi als Popstar verehrte Philosoph Slavoj Zizek Sachen schreiben wie: Wer wirklich revolutionär sein will, muss Frau und Kind letztlich erschießen, um nicht mehr erpressbar zu sein.

Für mich und viele politisch denkende Frauen, die ich kenne, ist dieser altbackene Streit zwischen revoluzzenden Söhnen und verantwortungsschweren Vätern schon lange langweilig geworden. Worum es uns geht, das ist die Einsicht in die eigene Bedürftigkeit, die eigene Abhängigkeit. Denn nur wer diesen Standort einnimmt, wird die Fülle der wahren Freiheit entdecken, die das „Bezugsgewebe der menschlichen Angelegenheiten“ bereithält. Und kann sich dann von dem krampfhaften Streben nach Autonomie und Eigenverantwortung verabschieden, das prinzipiell unerreichbar ist, weil es sich lediglich um eine patriarchale Illusion, ein Wolkenkuckucksheim handelt.

Wir haben in unserem Buch vorgeschlagen, Freiheit überhaupt nicht mehr von der Autonomie her zu denken (sei sie nun mit Verantwortung für andere verknüpft oder nicht), sondern im Gegenteil von der eigenen Bedürftigkeit her. Bedürftigkeit und Abhängigkeit sind nämlich nicht menschliche Besonderheiten, die von der „normalen“ Autonomie abweichen und daher mit Freiheit tendenziell in Konflikt stehen. Sondern sie sind im Gegenteil die Voraussetzungen für Freiheit: Frei sein können wir, weil wir von anderen bereits Fürsorge und Zuwendung bekommen haben.

Mehr Männern als Frauen fällt dieser Paradigmenwechsel schwer. Die meisten Befürworter des Grundeinkommens argumentieren zum Beispiel damit, dass Sozialleistungen vom „Stigma der Fürsorge“ befreit werden sollen. Genau das Gegenteil ist notwendig!

Und auch Gauck zeigt nun: Selbst wenn Männer die Formel „Freiheit in Bezogenheit“ aufgreifen, bedeutet das noch lange nicht, dass sie sich von dem alten Autonomiegedanken verabschiedet haben. Irgendwo scheint es eine Barriere zu geben, die es ihnen (und manchen „emanzipierten“ Frauen vermutlich ebenso) schwer macht, die eigene Bedürftigkeit anzuerkennen und sie in ihr Freiheitskonzept integrieren.

Offensichtlich ist es durchaus möglich, „Bezogenheit“ zu sagen und trotzdem weiterhin die Perspektive des großen Zampanos beizubehalten, der für andere etwas tut. Worauf es aber ankäme wäre, zu verstehen (und in die politische Reflektion über Freiheit einzubeziehen), dass andere immer schon etwas für mich getan haben, bevor ich selber frei sein kann. Und dass ich diese Abhängigkeit mein Leben lang nicht loswerde.

Joachim Gauck: Freiheit. Ein Plädoyer. Kösel 2012.

Kleiner Disput über Freiheit

 

 

Gestern und heute entwickelte sich auf Twitter eine kleine Diskussion zwischen mir und @benni_b, in die sich kurzzeitig auch @Peak_As und später @Sinasu391 einmischten. Es ging um Freiheit, und ich blogge sie hier nochmal, damit sie nicht verlorengeht.

antjeschrupp: Es gibt keine bürgerlichen Freiheiten. Es gibt nur Freiheiten. (Hannah Arendt)

benni_b: @antjeschrupp naja, nur sind die „bürgerlichen Freiheiten“ halt nur zu oft diejenigen, die man sich nicht leisten kann.

antjeschrupp: @benni_b Es gibt keine Freiheiten, die man sich nicht leisten kann. Freiheit ist keine Ware, sondern eine Haltung.

benni_b: @antjeschrupp sag das den Leuten in den Slums und sei froh, wenn sie Dich lebend ziehen lassen.

antjeschrupp: @benni_b Nur dass sie mich vielleicht lynchen würden (was ich nicht glaube) ist ja kein Beweis dafür, dass sie recht haben 🙂

Peak_as: @antjeschrupp Georg Kreisler – Meine Freiheit, Deine Freiheit http://tinyurl.com/q4aby8

benni_b: @antjeschrupp Was @Peak_as sagt

antjeschrupp: @benni_b @Peak_as Ihr meint jetzt aber nicht, dass das mein Freiheitsbegriff ist? #hopefully

Peak_As: @antjeschrupp @benni_b Der Freiheitsbegriff ist einfach abhängig vom eigenen Standpunkt, jeder versteht etwas anderes darunter. 😉

antjeschrupp: @Peak_As Naja, GANZ so beliebig ist es dann vielleicht auch nicht.

benni_b: @antjeschrupp Nein, aber es geht drum, dass Freiheit eine materielle Basis braucht und nicht bloß eine Haltung sein kann.

antjeschrupp: @benni_b Genau, das sehe ich anders. Es gibt schon einen Zusammenhang, aber nicht direkt, und auch nicht im Sinne von Maslow oder so.

Peak_As: @antjeschrupp Ist es für dich Freiheit, wenn du die Möglichkeit hast, deinen Arbeitgeber frei zu wählen?

antjeschrupp: @Peak_As Hat man diese Möglichkeit jemals? Für mich ist Freiheit nicht gleich Unabhängigkeit. Irgendwelche Bedingungen gibt es immer.

antjeschrupp: @benni_b meinst du denn, arme Leute könnten nicht frei sein?

benni_b: @antjeschrupp ja

antjeschrupp: @Peak_As Gerade bei Strukturen muss man imho sehr zwischen Macht und Gewalt unterscheiden. Aber es ist ein kompliziertes Thema. :))

antjeschrupp: @Peak_As @benni_b Frei bin ich dann, wenn ich die Spielräume, die ich habe, auch nutze. Unfrei bin ich, wenn ich das nicht tue.

Peak_As: @antjeschrupp Das war eine indirekte Frage, die die Akzeptanz der Unfreiheit bzw. der Notwendigkeit des sich verkaufen müssen beinhaltete.

antjeschrupp: @Peak_As Aber dass man es mit Notwendigkeiten und Akzeptanzproblemen zu tun hat, ist doch nicht prinzipiell Einschränkung der Freiheit? Freiheit entsteht, wenn du dir deine eigenen Wünsche bewusst machst und nach Spielräumen im Gegebenen suchst, ihnen näher zu kommen. Das geht aber meistens nicht gut allein, besser im Gespräch oder mit Unterstützung von anderen. Aber nicht mit Hilfe der Herrscher.

benni_b: @antjeschrupp @Peak_As Unfreiheit bedeutet aber meist, dass diese Spielräume eingeengt werden.

antjeschrupp: @benni_b Das ist nicht Unfreiheit, sondern Herrschaft #korinthenkackerin

Peak_As: @antjeschrupp Fühlst du dich frei? Ich nicht … cc @benni_b

antjeschrupp: @Peak_As Ja, ich würde sogar sagen, ich BIN frei (oft, meistens, ich übe 🙂 Zumindest hängt meine Freiheit nicht von den Herrschenden ab.

antjeschrupp: @benni_b @peak_as Herrschaft KANN Unfreiheit zur Folge haben, muss aber nicht. Ich halte diese Unterscheidung für wichtig. Vor allem auch als Würdigung für Menschen, die in sehr „unfreien“ Verhältnissen ihre Freiheit bewahren. Und als Kritik an denen, die in privilegierten Verhältnissen leben und dauernd alles mit „Unfreiheit“ rechtfertigen.

 

benni_b: @antjeschrupp Deine „Würdigung“ kommt halt bei denen, die aus materiellen Gründen faktisch unfreier sind als andere nur als Zynismus an

antjeschrupp: @benni_b Erlebe ich nicht so. Viele sind auch genervt, weil man ihnen Unfreiheit unterstellt, bloß weil sie arm (oder „unterdrückt“) sind. Es gibt natürlich auch die anderen, da hast du recht. Aber was soll ich machen? Höchstens aufpassen, dass ich nicht zynisch werde 😉

benni_b: @antjeschrupp es geht nicht nur um Zynismus sondern um Anerkennung unterschiedlicher Spielräume. Für die meisten Menschen sind diese nunmal bestimmend. Sonst sieht das genau wie die liberale „Freiheit“ aus.

antjeschrupp: @benni_b Ich erkenne doch an, dass es unterschiedliche Spielräume gibt. Ich bezweifle nur, dass das dasselbe sei wie mehr oder weniger Freiheit. Ich sehe natürlich das Verwechslungsproblem mit dem Liberalismus. Aber deshalb kann ich doch nicht was andres sagen als ich denke…

benni_b: @antjeschrupp Das Problem ist, dass Du so gesellschaftliche Probleme individualisierst. Ich sehe da nicht nur ein Verwechslungsproblem

antjeschrupp: @benni_b Da ich selbst weiß, dass ich gesellschaftliche Probleme NICHT individualisiere, sehe ich darin ein Vermittlungsproblem. 🙂 Es ist ja auch nicht so, dass ich Herrschaft nicht bekämpfen will. Wir streiten uns um die Frage, wie das geht, nicht um das ob.

benni_b: @antjeschrupp genau. Du scheinst davon auszugehen, dass ein Appell an die Individuen sich doch jetzt mal zu befreien hilfreich ist. ich sage, dass das wenig hilft, so lange die Strukturen so sind.

antjeschrupp: @benni_b Ja, genau so werde ich oft verstanden. Im Zentrum meines politischen Denkens steht aber nicht das Individuum, sondern die Beziehung.

Sinasus391: Freiheit braucht untrennbar aber differenziert b e i d e s Haltung und materielle Basis. Armut ist relativ und eine Sache des Kontext aber oft lähmt Armut

antjeschrupp: @Sinasu391 Genau, oft, aber nicht immer, und daher lohnt es sich, zu untersuchen, woran was jeweils liegt und was man tun kann.

antjeschrupp: @benni_b Hast du das gestern übrigens ernst gemeint, dass arme Menschen nicht frei sein können? Also, das finde ICH krass, ehrlich gesagt. Mit derselben Begründung wurde ja auch den Frauen lange ihre Freiheit abgesprochen.

benni_b: @antjeschrupp Sie können sich befreien, aber frei sind sie nicht, nein. Vielleicht geht es darum, ob man von Freiheit als Zustand oder von Befreiung als Bewegung spricht. Ich finde letzteres hilfreicher. Eine „Haltung“ ist aber erst mal eine individuelle Sache, keine Beziehungssache. Ich sage ja nicht, dass niemand fähig wäre frei zu sein. Das ist ja aber was anderes als der Fakt ob man es ist oder nicht.

antjeschrupp: @benni_b Meiner Erfahrung nach ist Haltung vor allem Beziehungssache und nicht individuell. Meine Beziehungen beeinflussen die Haltung. Und: Ja, es ist ein großer Unterschied, ob man frei sein kann oder frei ist. Aber das ist nicht aus den äußeren Umständen abzulesen. Es gibt jedenfalls viele Leute, die in ziemlich exzellenten äußeren Umständen leben und dennoch nicht frei sind/handeln.

Danke für die Spende!

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Freiheit in Zeiten des Algorithmus

... oder wie ich mich nicht finden lasse.

Amazon weiß, welche Bücher mir gefallen, Facebook kennt meine Freundinnen, die Werbung schlägt mir nur noch Produkte vor, die mich tatsächlich interessieren: Wird das menschliche Handeln immer vorhersehbarer und ausrechenbarer? Viele befürchten das. Und sie befürchten deshalb Schlimmes für unsere Freiheit.

Die Medienwissenschaftlerin Miriam Meckel zum Beispiel hat in einem Interview davor gewarnt, dass die zunehmende Verfeinerung von Algorithmen es erlaubt, menschliches Verhalten immer genauer vorherzusagen und Informationen passgenau zuzuschneiden. Sie findet das problematisch und fragt, ob es nicht ein gewisses Maß an Unsicherheit braucht, um Freiheit zu ermöglichen.

Ich finde die Frage sehr bedenkenswert. Aber – auch wenn mir jetzt manche wieder Optimismus vorwerfen: Ich teile diese Angst nicht. Denn ein Algorithmus kann ja nicht mehr tun, als prognostizieren. Er rechnet hoch, was aus unserer Vergangenheit bereits bekannt ist. Ob er damit recht hat oder nicht, steht damit noch lange nicht fest. Freie Menschen sind in ihrem Handeln nicht vorhersehbar. Die Möglichkeit, aus der Vergangenheit Prognosen für die Zukunft zu erstellen, schränkt ja nicht die Freiheit der Einzelnen ein, in jeder beliebigen Situation dann doch etwas ganz anderes zu tun. Etwas Unvorhergesehenes, Unberechenbares.

Wenn Amazon mir zum Beispiel Bücher vorschlägt, die mich wahrscheinlich interessieren, dann ist das schön und gut. Trotzdem weiß Amazon nicht, welche Bücher ich mir tatsächlich kaufe. Ich kann gleichzeitig dankbar für die Vorschläge sein – und mir dann trotzdem ein völlig anderes Buch kaufen. Keine noch so komplexe Auswertung meines Jetzt-Bestandes an Daten sagt etwas Definitives über mich aus – und deshalb haben Algorithmen auf mich keinen Zugriff. Denn wie mein zukünftiges Ich sein wird, das hängt von dem ab, was ich als nächstes tue. Und das weiß ich meistens ja selbst noch gar nicht.

Es gibt allerdings eine Voraussetzung dafür, dass die Algorithmisierung der Welt uns keine Angst machen muss: und zwar die, dass wir unsere Freiheit lieben, dass wir also politische Menschen im Sinne von Hannah Arendt sind – und nicht bloß Teile einer Gesellschaft, die sich so verhalten, wie es von ihnen erwartet wird. Arendt sah den Kern der Politik in der Möglichkeit jedes Einzelnen und jeder Einzelnen, in jeder beliebigen Situation einen neuen Anfang zu setzen. Das ist eine Folge unserer Gebürtigkeit. Jedes Kind zum Beispiel ist ein solcher neuer Anfang. Diese Fähigkeit, etwas Neues in die Welt zu bringen, ist der Kern der menschlichen Freiheit.

Ähnlich formuliert es Luisa Muraro, die die Praxis der Frauenbewegung einmal beschrieb als „Von sich selbst ausgehen und sich nicht finden lassen“. Meine Herkunft, meine Familie, meine Geschichte, mein Körper, meine bisherigen Vorlieben und Gewohnheiten, kurz: die Gesamtheit meiner „Daten“ – sie sind nicht eine fixe Identität, sondern lediglich der Ausgangspunkt, von dem aus ich jetzt und hier starte. Ein Ausgangspunkt gibt mir eine Basis, hält mich aber nicht fest. Freiheit ist, sich von dort aus auf den Weg zu machen, anderswo hin. Ich habe natürlich niemals alle Möglichkeiten der Welt. Aber ich habe immer mehr als eine Möglichkeit. Die Behauptung „There is no alternative“ ist immer, wirklich immer, eine Lüge.

Ihr Weg führt freie Menschen nicht auf ein vorab festgelegtes Ziel zu. Es gibt keine Möglichkeit, die Zukunft zu kennen. Man muss sie machen – oder sich treiben lassen. Dieses Verhältnis von Vorhersehbarkeit (den bekannten Daten) und der Unvorhersehbarkeit des menschlichen Handelns (der Freiheit) bestand schon immer, es ist nichts Neues. Verändert hat sich durch die immer verfeinerten Algorithmen und Rechenkapazitäten lediglich die Genauigkeit der Prognose: All das, was bislang nur theoretisch vorhersehbar war, ist nun auch tatsächlich vorhersehbar. Mehr aber auch nicht.

Aber selbst wenn das keine grundsätzliche Veränderung ist, müssen wir uns doch auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Um es wieder am banalen Beispiel Amazon zu erläutern: Früher war es schwierig, von Büchern, die mich möglicherweise interessieren, überhaupt etwas zu erfahren, jedenfalls wenn meine Interessen sich außerhalb des Mainstreams bewegten: Die örtliche Buchhandlung führte praktisch keine feministischen Autorinnen, mühsam musste ich mir entsprechende Rundbriefe besorgen, und wenn ich mal in die Stadt kam, ging ich in den Frauenbuchladen und staunte über die vielen Neuerscheinungen, von denen ich noch nichts gehört hatte.

Das war typisch für das Leben in Vor-Internet-Zeiten: Wir waren ständig umgeben von Dingen, Informationen und Menschen, die zufällig in der Nähe waren, die wir nicht selbst gewählt hatten. Der Vorteil war: Wir waren automatisch mit Anderem konfrontiert. Der Nachteil war: Wir mussten uns sehr anstrengen, um „Gleichgesinnte“ und interessante Dinge zu finden, sie um uns zu sammeln, möglichst noch in stabilen Organisationen wie Vereinen oder Parteien abzusichern. Das Andere hingegen, die restlichen Informationen, die uninteressanten Leute, die nahmen wir als gegeben hin. Wir empfanden sie sogar als Ärgernis, da sie uns ja von dem fernhielten, was uns wirklich wichtig war.

Heute ist die Situation eine ganz andere: Über sämtliche feministischen Neuerscheinungen werde ich schon lange vor dem Erscheinungstermin informiert. Das kostet mich keine Mühe mehr. Und das ist so was von toll! Ich muss meine Zeit auch nicht mehr mit den Leuten verbringen, die zufällig im selben Ort wohnen, sondern ich kann mich rund um die Uhr mit solchen Leuten austauschen, die auf meiner Wellenlänge liegen. Das ist eine Bereicherung, ein großartiger Fortschritt. Die Algorithmen machen mir das Leben leichter, denn sie „spülen“ mir gewissermaßen alles, was mich interessiert, automatisch ins Haus.

Allerdings heißt das, dass ich nun auch meine Aufmerksamkeit anders fokussieren muss. Ich muss zwar feministische Bücher nicht mehr mühselig suchen, dafür muss ich mir aber immer wieder die Frage stellen, ob ich denn nicht vielleicht auch mal etwas anderes lesen will als immer nur feministische Bücher. Der Algorithmus macht es mir in der Tat immer leichter, diesen anderen Dingen, über die ich mich vielleicht ärgern würde, aus dem Weg zu gehen. Das ist verführerisch. Und darin liegt durchaus eine Gefahr. Jedenfalls für Menschen, die ihre Freiheit nicht lieben, sondern es einfach nur bequem haben wollen.

Das weibliche Denken hat sich – ganz unabhängig von dieser neuen technischen „Wende“ – schon lange mit dieser Problematik beschäftigt. Von christlichen Mystikerinnen wie Margarete Porete über Politikwissenschaftlerinnen wie Arendt bis hin zu Vordenkerinnen der neuen Frauenbewegung wie Luce Irigaray zieht sich durch einen Großteil weiblicher Philosophie genau dieses Thema: dass es für die Freiheit der Menschen unverzichtbar ist, sich nicht auf das eigene Ich zurückzuziehen, dem Anderen Raum zu geben, keine universalen Normen aufzustellen, kein großes „Eins“ zu schaffen, dem sich die anderen unterordnen müssen. Vielleicht war das den Frauen deshalb so wichtig, weil sie selbst in patriarchaler Logik als das „andere“ galten und die schädlichen Auswirkungen dieses Denkens am eigenen Leibe zu spüren bekamen. Ihre Gedanken und Vorschläge sind aber für alle, Frauen und Männer, hilfreich.

Und heute eben mehr denn je: Wer sich am Algorithmus orientiert, läuft Gefahr, den Input von Außen zu verlieren. Will ich wirklich immer nur im eigenen (ideologischen) Saft spüren? Oder wäre es nicht viel interessanter, ein paar Andersdenkende in die Timeline zu holen? Viele gar?

Die interessante Frage im Bezug ist heute auch für Männer nicht mehr die, wie wir Möglichkeiten finden, uns gegen Beschränkungen und die „bösen Anderen“ zu wehren. Die Anstrengung darf sich nicht länger darauf richten, sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun (die Logik der sozialen Bewegungen in Vor-Internetzeiten, die Logik der Parteien, Verbände usw.) Sondern Freiheit in Zeiten des Algorithmus bedeutet, sich bewusst an die Orte der Anderen zu begeben, die Differenz nicht als Gefahr, sondern als Bereicherung des eigenen Horizontes zu erkennen, aktiv auf diejenigen zuzugehen, die anderer Meinung sind. Nicht weil ich ein so netter Mensch und so tolerant bin. Sondern weil ich nur dann die Möglichkeit habe, mich weiterzuentwickeln, eine andere zu werden. Mich nicht finden zu lassen.

Eigentlich läuft es auf eine einzige simple Frage hinaus: Ist das, was ich glaube zu wollen, auch das, was ich tatsächlich will? Akzeptiere ich die Zukunft, die der Computer für mich als die Wahrscheinlichste ausrechnet (und zwar immer treffsicherer, also verführerischer) – oder bin ich offen für eine andere mögliche Zukunft, von der ich noch nicht wissen kann, wie sie aussieht? Meine Freiheit hängt davon ab, ob ich die Möglichkeit in Betracht ziehe, auch etwas anderes zu tun. Davon, dass ich immer wieder prüfe, ob es vielleicht besser ist, mein derzeitiges Selbst zu verlassen. Niemand zwingt mich, genau in die Richtung zu marschieren, die mir vom Algorithmus aufgrund meiner Vergangenheit prognostiziert wird. Ich habe zu jedem beliebigen Zeitpunkt meines Lebens die Möglichkeit, mich anders zu entscheiden. Unberechenbar zu sein. Mich nicht finden zu lassen.

Und diese Freiheit kann mir niemand nehmen, schon gar nicht ein Computerprogramm. Das einzige, was diese Freiheit bedroht, ist eine Kultur, die sich von ihr nichts mehr verspricht.

Sexualität und Freiheit

Sexualpolitik ist ein in letzter Zeit ziemlich vernachlässigtes Thema, wie ich finde. Zwar wird in akademischen Kreisen viel darüber geschrieben, dass es eigentlich gar keine Geschlechter gibt, aber in der Realität gibt es sie eben doch. Auf diesem Weg kommen wir nicht wirklich weiter. Außerdem ist dieser Diskurs reichlich westlich-aufgeklärt dominiert. In dem Zusammenhang hat Angelika Hassani einen schönen Artikel darüber, dass „queer“ auch einer der vielen schönen Namen Gottes im Islam ist: http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-8-92.htm
Und es gibt zwei neue Bücher, die daran erinnern, dass freiheitliche Sexualpolitik eine Geschichte hat. Sie zu lesen ist interessant, aber auch ein bisschen traurig, weil es uns daran erinnert, dass die Geschichte nicht immer hin zu mehr Freiheit verläuft, sondern manches Mal auch rückwärts: http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-7-97.htm