„Es geht um eine neue Praxis des Philosophierens“

Eben habe ich zufällig gesehen, dass es ein Video gibt, auf dem Chiara Zamboni, eine der Mitbegründerinnen der philosophischen Gemeinschaft Diotima an der Universität von Verona, erklärt, wie Diotima entstanden ist und welche Entwicklung dieser Richtung des italienischen Feminismus seither genommen hat. Die Frauen von Diotima sind ja durch persönliche Kontakte und durch ihre Bücher, die teilweise ins Deutsche übersetzt wurden, auch hier zu Lande bekannt. Über ihre Mitbegründerin Luisa Muraro sind sie auch eng mit dem Mailänder Frauenbuchladen verbunden.

Auch wenn das Video auf Italienisch ist, ist es für manche vielleicht spannend, Chiara Zamboni mal „live“ zu hören.

Sie erzählt in dem Video, wie sich die Diotima-Philosophinnen, ausgehend von dem Wunsch, philosophisch zu arbeiten und dabei gleichzeitig die Tatsache, eine Frau zu sein, präsent zu halten, einen symbolischen Ort an der Universität und in der Welt geschaffen haben. Dabei kommt es nicht nur auf die Inhalte des Philosophierens an, sondern vor allem auf eine andere Praxis: Die Abkehr vom Zitatenwissen, das Schaffen eines Raumes, in dem Worte von Autorität zirkulieren können und so gemeinsam Neues entstehen kann, Ideen, die über das schon Gedachte hinausgehen.

Für die, die kein Italienisch können: Einiges davon erläutert Zamboni auch in einem Text, den es im Forum bzw-weiterdenken auf Deutsch gibt. Er hat den Titel „Ein philosophischer und politischer Streit über das Verständnis von Praxis“. Darin beschreibt sie außerdem, was den Denkansatz von Diotima von den Foucault-inspirierten Dekonstruktivismusansätzen unterscheidet (der in Deutschland den akademischen Feminismus ja stark geprägt hat).

Hier im Blog hatte ich kürzlich schon mal einen kleinen Auszug aus Zambonis neuem Buch „Pensare in presenza“ übersetzt.

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