Die Politik der Macht und die Notwendigkeit der Vermittlung

Zu den aktuellen Diskussionen um ein Burka-Verbot möchte ich keinen umfassenden Blogpost schreiben, sondern nur auf einen Punkt hinweisen, der mir in den Debatten zu kurz kommt. Er betrifft eine Gefahr, die mit allen Versuchen, eine „richtige“ Meinung (in dem Fall die, dass es – wie ich finde – Ausdruck einer frauenfeindlichen Kultur ist, wenn Frauen ihre körperliche Erscheinung in der Öffentlichkeit unsichtbar machen) durch staatliche Verbote durchzusetzen.

Diese Gefahr besteht darin, zu glauben, dass es mit diesem Gesetz dann getan ist und dass es nicht mehr notwendig sei, über den Inhalt des Gesetzes (das Tragen der Burka in diesem Fall) zu verhandeln und zu diskutieren. Ich muss andere nicht mehr überzeugen, wenn es mir möglich ist, sie mit Hilfe der Polizei zu zwingen.

Luisa Muraro hat das in dem neuen Buch der Diotima-Philosophinnen „Macht und Politik sind nicht dasselbe“ (zusammengefasst von Dorothee Markert) so gesagt: Politik kippt dann in Macht um, „wenn aufgehört wird, nach Vermittlungen zu suchen oder an besseren Vermittlungen zu arbeiten. Wer Machtmittel zur Verfügung hat, ist leichter verführbar, sich die Mühe zu ersparen, sich mit den jeweiligen anderen Beteiligten einer Situation in Beziehung zu setzen und nach Vermittlungen zu suchen, mit deren Hilfe die auftretenden Konflikte gelöst werden können oder auch Regeln zu finden, die dabei helfen können.“

Das Burkaverbot ist nur die Spitze des Eisberges. Das Problem besteht vielmehr darin, dass diese Haltung sehr weit verbreitet ist – und auf der Gegenseite dann einen kulturellen Relativismus hervorruft, der die Auseinandersetzung letztlich ebenfalls scheut. Jüngstes Beispiel ist die Auseinandersetzung zwischen Gentleman, der im Interview seine Freundschaft zu jamaikanischen Musikern verteidigt, die extrem homophobe Auffassungen vertreten, und Volker Beck, der in seiner Erwiderung darauf auf klare machtpolitische Gegenreaktionen setzt.

Auch hier sehe ich einen Fall von falschem Dualismus (wie übrigens in der Islam vs. Feminismus-Debatte schlechthin). Die Alternative ist nicht: Entweder Gesetze dagegen machen oder Verständnis zeigen. Sondern die eigentliche politische Frage ist: Wie können wir dieses Verhältnis so gestalten, dass sich wirklich eine nachhaltige Verbesserung im Sinne eines guten Lebens für alle entwickeln kann?

Das ist die Frage, an der sich auch jede Gesetzesinitiative messen lassen muss: Wird es dazu dienen, die Situation zu verbessern – oder vergrößert es die Gefahr, dass die anderen sich in ihrer Haltung erst recht verbarrikadieren? Der Sinn eines Gesetzes erweist sich nicht darin, dass sein Inhalt „richtig“ ist (im Sinne eines breiten gesellschaftlichen Konsenses), sondern daran, dass es den politischen Diskurs in eine sinnvolle Richtung bewegt.

Dies scheint mir im Falle des Burkaverbotes nicht so zu sein. Diese Verbote stehen ja in einem Zusammenhang mit zunehmendem antiislamischen Grundtenor in bestimmten Teilen der Bevölkerung. Sie verschärfen die Gräben zwischen „Kulturkämpfen“ auf beiden Seiten, und insofern richten sie einen Schaden an, der in keinem Verhältnis steht zu den wenigen Fällen, in denen sie greifen würden.

Jedenfalls gilt: Wenn wir den mehrheitspolitischen Konsens per Gesetz für alle verbindlich machen, müssen wir uns bewusst darüber sein, dass uns das nicht von der Notwendigkeit entbindet, den Inhalt dieser Gesetze immer wieder neu zu verhandeln, zu vermitteln, argumentativ zu begründen, in konkreten Situationen plausibel zu machen. Und wenn wir uns gegen ein Gesetz entscheiden, darf das nicht heißen, dass wir die Meinung der anderen kritiklos stehen lassen, dass wir ein desinteressiertes, relativistisches Nebeneinander pflegen, sondern damit einher gehen muss die Bereitschaft, in den konkreten Beziehungen Konflikte auszutragen.

Wegweisend für eine solche „Politik der Beziehungen“ finde ich dabei diese Unterscheidung von Luisa Muraro zwischen Relativität und Relativismus:

„Es ist äußerst notwendig, zwischen Relativismus und Relativität zu unterscheiden: Relativismus bedeutet, die Suche nach dem universalen Wahren und Richtigen aufzugeben, weil man glaubt, alle möglichen Antworten seien abhängig von Kulturen (oder Standpunkten oder Interessen), also historischer Natur und damit veränderbar, und keine könne sich als den anderen überlegen betrachten. Die Relativität hingegen, als Gedankengebäude und vor allem als geistige Einstellung, kann als ein unvorhergesehener Sieg über den Relativismus betrachtet werden. Dieser Sieg wird errungen und bildet sich heraus, indem man Vermittlungen sucht, um von dem einen zum anderen Standpunkt zu kommen. In der Praxis heißt das, Übersetzungen zu suchen zwischen dem, was ich in erster Person lebe, weiß, fühle in etwas, das der/die andere verstehen kann, weil es dem, was er oder sie weiß, fühlt, lebt ähnlich ist oder darauf eine Antwort bietet, indem ich zugehört habe, als er/sie versucht hat, mir die Bedeutung seiner/ihrer Erfahrungen zu erklären.“

Ein guter Artikel zum Thema auch von Felix Neumann: Die Burka der anderen.


28 Gedanken zu „Die Politik der Macht und die Notwendigkeit der Vermittlung

  1. Ich bin auch nicht für die Burka, obwohl ich Muslim bin. Jedoch kann es nicht sein, dass der Staat versucht eine religiöse Angelegenheit zu regulieren, die nicht mal die Rechte anderer einschränkt. Es betrifft nur die einzelne Frau, die aus ihrem religiösen Verständnis heraus die Entscheidung trifft, eine Burka zu tragen. Wenn ich mir einen Bart wachsen lasse, weil es in meiner Religion empfohlen ist, beleidige ich dann andere Menschen oder schränke ich deren Rechte ein? Geht es dem Staat etwas an, ob jemand ein Kreuz um den Hals oder ein Kopftuch trägt?

    Das niemand zum tragen der Burka oder des Kopftuches oder des Kreuzes (usw.) gezwungen werden darf, da sind wir uns doch einig. Jedoch ist das eine innerreligiöse Angelegenheit, die den Staat nicht zu interessieren hat. Moderate Imame gehen gegen Burka und häusliche Gewalt schon lange an, da das nicht religiös Untermauert ist. Nur das dieses Engagement nicht in die Öffentlichkeit getragen wird, da man die Fehler und Sünden nicht in die Öffentlichkeit trägt.

  2. „(…) Entweder Gesetze dagegen machen oder Verständnis zeigen. Sondern die eigentliche politische Frage ist: Wie können wir dieses Verhältnis so gestalten, dass sich wirklich eine nachhaltige Verbesserung im Sinne eines guten Lebens für alle entwickeln kann?“

    Ganz genau! Scheinbar ist „unsere“ ausgestreckte Hand nicht vertrauenswürdigt genug. Scheinbar mangelt es an Mut und Willen, sie zu ergreifen. Unser Angebot, ein freiheitliches, selbstbestimmtes Leben führen zu dürfen und zu können muss besser und noch attraktiver werden.

    Meine Meinung: http://twiturl.de/burkaverbot

  3. War die offizielle Gesetzesbegründung nicht das Sicherheitsrisiko durch Vermummung? In Kombination mit der um sich greifenden Videoüberwachung läuten bei mir die Überwachungsstaat- Alarmglocken. Ein Gesetzesvorstoß, um ein Vermummungsverbot für den Alltag nach und nach zu etablieren?

  4. Pingback: Maedchenmannschaft » Blog Archive » Bloggen und blockieren – die Blogschau am 1. Mai

  5. Es betrifft nur die einzelne Frau, die aus ihrem religiösen Verständnis heraus die Entscheidung trifft, eine Burka zu tragen. (…)

    Moderate Imame gehen gegen Burka und häusliche Gewalt schon lange an

    Wenn die Frauen die Burka im allgemeinen aufgrund einer freiwilligen Entscheidung tragen würden, dann gäbe es wohl keinen guten Grund, sie mit häuslicher Gewalt in einen Satz zu packen.

    Mal was ganz anderes dazu: Frauen, die nur komplett verhüllt oder gar nicht nach draußen gehen, bekommen wegen des fehlenden Sonnenlichts auf der Haut Vitamin-D-Mangel, der wiederum die Kalziumaufnahme mindert und das Osteoporose-Risiko erhöht. Jedenfalls wenn sie kein Vitamin D als Medikament einnehmen, wovon man bei den ärmeren Schichten wohl ausgehen muss.

    Weniger kompliziert gesagt: Burka und Hijab machen die Knochen morsch.

  6. @chris so war es nicht gemeint. wollte damit sagen: wenn es frauen gibt, die die burka nicht freiwillig tragen, scheinen sie noch nicht begriffen zu haben, dass es möglich wäre, sie abzulegen. bzw. dass ein leben auch ohne religion in deutschland möglich ist.

  7. > dass ein leben auch ohne religion in deutschland möglich ist.

    Kommt drauf an für wen.

    Die Religion hinter sich zu lassen läuft in traditionellen Milieus auf einen Bruch mit dem sozialen Umfeld hinaus. Und das ist schon schwer genug, wenn man deutsch spricht und ein eigenes Einkommen hat.

    Schau doch mal, wie viele linke oder feministische Akademiker/innen es nicht schaffen, aus der katholischen Kirche auszutreten, nur weil Oma sich im Grab umdrehen würde.

  8. Der Hinweis auf die Katholikinnen ist gut: Ich kenne viele Katholikinnen, die eine für mich unerfindliche Loyalität zu dieser Kirche haben. Die treten nicht nur wegen sozialer Zwänge nicht aus oder gar weil sie sich nicht trauen. Die sind sogar Feministinnen. Ich kann nicht anders als zu dem Schluss kommen: die wollen Katholikinnen bleiben. Ähnlich ist es mit vielen Kopfuch tragenden Muslimas, die ich kenne. Ich kann mir nicht vorstellen, warum eine freie Frau ein Kopftuch trägt und sehe aber gleichzeitig, dass es freie Frauen gibt, die das tun. Das ist der Kern der Politik, der Pluralität der Menschen überhaupt: Sie machen Sachen, die ich völlig falsch finde, und doch sind sie davon überzeugt, dass sie recht haben. Mein Vorschlag im Post lief ja darauf raus, dass die politischen Verhandlungen darüber auf der Ebene der konkrete Beziehungen stattfinden. Ich versuche, die andere zu überzeugen, setze mich aber gleichzeitig dem Risiko aus, dass ich diejenige bin, die am Ende überzeugt wird. Und in der konkreten Beziehung kann ich dann auch feststellen, wenn andere Faktoren bei ihr eine Rolle spielen, also nicht eigenes Nachdenken, sondern in der Tat Angst, Zwang, Druck irgendeiner Art. Dann ist es wichtig, ihr Hilfsangebote zu machen und Wege zu suchen. Aber man kann nicht pauschal allen, die eine andere Meinung haben als ich, entgegenhalten, sie seien da hin sozialisiert worden oder jemand würde sie unter Druck setzen. Damit nimmt man sie als Subjekte nicht ernst, und außerdem bin ich ja zu meiner Meinung auch hin sozialisiert worden. Das ist auch für sich genommen nichts Schlimmes.

  9. Bei Kopftuch und Burka liegt es halt nahe, dass Druck eine große Rolle spielt, wenn das Umfeld unverhüllte Frauen als Schlampe beschimpft und teilweise glaubt, dass offenes Haar und nackte Unterarme sexuelle Botschaften sind, die Schande über die Familie bringen werden. (Bin selbst schon von Jungmackern auf der Straße als Schlampe beschimpft worden.)

    Und wenn sich Frauen verhüllen müssen, sofern sie sich nicht ständig beleidigen lassen wollen, dann muss man über diese Abwertung sprechen und über die Doppelmoral, die dahinter steht. Wenn man genauer hinsieht, ist es ja nichts völlig Fremdes. Auch in Mitteleuropa hat die Gesellschaft Frauen lange in anständig und unanständig aufgeteilt, damit Männer eine Familie mit eigenen Kindern haben konnten und vorher oder nebenher unverbindliche sexuelle Erfahrungen sammeln.

    Damit ist das Ganze auch ein Männerthema. Es geht ja letzten Endes um die widersprüchlichen bis unvereinbaren Erwartungen, die Männer an Frauen im Patriarchat herantragen (das noch nicht überall zuende ist).

  10. @Irene – Was die Burka betrifft, so würde ich dir recht geben, beim Kopftuch aber nicht. Bzw. nicht mehr als, sagen wir, beim Tragen von Stöckelschuhen. Wenn ich vor die Wahl gestellt wäre zwischen beidem, würde ich mich definitiv für das Kopftuch entscheiden 🙂 – worauf ich hinaus will: Frauen tun die (aus meiner Sicht) merkwürdigsten Sachen und behaupten, es wäre freiwillig. Aber du hast natürlich recht: Man muss darüber reden. Aber nicht über die Frauen, die diese „merkwürdigen“ Dinge tun, sondern mit ihnen, und dann auch mit ihnen darüber streiten. Und mit den Männern auch. Was ich mit diesem Post sagen wollte: Man muss sich bei diesem Streiten in die konkrete Beziehung mit konkreten Frauen und Männern stellen, und nicht von einer angeblich „neutralen“ Warte aus abstrakt über eine Sache urteilen. Wir hatten zum Beispiel mal bei einem Treffen eine sehr interessante und sehr kontroverse Diskussion über Stöckelschuhe. Unter lauter Feministinnen 🙂

  11. AzUL(hallo auf thamazight) Antje 🙂 ,

    ich glaube dass es erstmals wichtig ist, die richtige Begriff genau zu verwenden.
    Denn es hier überhaupt nicht um die Burqa sondern um die Niqab/Ngab.

    Burqa vs. Niqab/Ngab

    ► 1./ Burqa das ist eine afghanische Verschleierung, wo man überhaupt nichts siehst ,weder Augen noch andere Gesichtsmerkmale :

    Bild : http://www.antifa.co.at/info/burka.jpg
    ► 2./
    a. Niqab das ist eine arabische Verschleierung, wo man außer Augen nicht sieht
    b.Ngab das ist eine nord afrikanische weiße GesichtvsVerschleierung, man schon manche Gesichtsmerkmale sieht

    Bild, a.Niqab :http://www.antifa.co.at/info/burka.jpg

    Bild, B.Ngab : http://img222.imageshack.us/i/329628811424dbff8ff1b.jpg/

    Es geht also hier in diese Debatte nicht um Burqua sondern um die Niqab!

    Diese Gesichtsverschleierung (sei es burq, oder niqab oder Ngab) ist gegen Satz was man überall hört und liest keine alte Kleidung sondern eine Moderne westliche Kleidungsinnovation.

    Ich Bitte euch nicht schnell zu reagieren, denn das ist nicht meine Meinung sondern dass ist eine historische Fakt die vom renommierte britische Historiker der Cambrdige University , Prof.Dr. ( http://de.wikipedia.org/wiki/Christopher_Alan_Baylyv ) rausgefunden wurde, und in seine Buch
    unter dem Titel The Birth of the Modern World. Global Connections and Comparisons, 1780-1914, Blackwell (2004). veröffentlicht wurde
    http://www.amazon.com/Birth-Modern-World-1780-1914-Blackwell/dp/0631236163

    ich zittere aus der fr.Version diese Buch :

    «En 1780, la modestie exigeait de nombreuses femmes à travers le monde, du Bengale aux Iles Fidjî, qu’elles gardent les seins nus. En 1914, les missionnaires chrétiens et les réformateurs des mœurs indigènes avaient fait en sorte qu’une poitrine nue soit considérée comme indécente. Cela constitua en soi une formidable inversion dans le processus déterminant les usages relatifs au corps. Dans le monde musulman, la burqa islamique, recouvrant totalement le corps des femmes, connut une popularité croissante. Souvent considérée, à tort, par les Occidentaux d’aujourd’hui comme une forme d’obscurantisme médiéval, la burqa fut en réalité la forme moderne que dut prendre leur vêtement pour permettre aux femmes de sortir de leur réclusion domestique forcée et de jouer un rôle, même limité, dans les affaires publiques et commerciales»…
    kurz zusammengefasst fuer diejenige die nicht französische können : Die Burqa war in der Tat eine Moderne Gestaltete,die das Frauenkleid annehmen sollte, damit es moeglich zu machen fuer die Frauen , dass sie aus Ihre Haeusser nach draussen zu gehen,, somit hat diese Niqab ermoeglicht die aktive Beiteilung in der öffentliche sowie in der Handel Breich. Ende des Zitat

    Das ist eine historische Fakt! ,

    zurück zu unsere Welt von heute 2010

    Nun zu meine Meinung zu diese Thema : Die Gesichtsverschleierung ob es sei es fuer Männer(ja wohl das gibt ees schon lol aber man redet nie darueber lol das ist eine teil meine Kultur Identität ) oder Frauen ist mir irrelevant.

    Die Gesichtsverschleierung soll jede Frau oder Man fuer sich allein entscheiden , ob sie/er tragen oder nicht abgesehen davon warum und wie :
    ob mit kulturelle Hintergründe(wie bei uns in der Fall vom Maenner Gesichtsverschleierung ), oder religiöse Gründe ich glaube es geht niemand an in der Momente wo es hier um eine private Angelegenheit ist.

    Jedoch Die Staat soll die Frauen/Maedschen und Maenner/Jungs mit der bis her bekannte und schon gegebene Menschenrechts Gesetzt, die streng gegen jede Zwang fuer die Gesichtsverschleierung egal fuer welch Motive ist religiöse oder Identität oder kulturelle spielt keine Rolle,

    In der Coran steht : kein Zwang im Glauben ,
    also kein zwang in Bekleidung
    kein Zwang in Benehmen
    uzw ..

    so die beide Seiten s gewährt geschützt die Freiheit der Bekleidung, und gleichzeitig der staatliche Schutz gegen jede Missbrauch also gegen Zwangsgesichtsbekleidung ..

    und wenn man die Aussage der Innenminister von Frankreich in bezug zum Thema Frauengesichtsverschleierung in Frankreich 90% der Fällen sind französische neu Konvertiere, die haben es freiwillig aus ihre persönliche überzeugen getragen.

    Na dann in der Fall eine fr.Gesetz gegen das Gesichtsverschleierung, wie es gerne Sarkozy wünscht haben wir eine andere Zwangsbekleidung nämlich

    Die Zwangsgesichtsenthüllung, die genauso schlimm und gefährlich wie die Zwangsgesichtsverschleierung wäre !

    Mit Sonnige Gruesse aus Thamazgha
    Ticonius

    PS : freilich trage ich als man freiwillige meinen amazighische blau Gesichtsverschleierung, und ich glaube kein hat das recht mir es zu verbieten !
    Ich bin mal gespannt wenn ich mit alles meinen Toureg Freunde in Frankreich mit unsere Toureg Gesichtsverschleierung nach Frankreich fliegen, ob wir auch ,din der Fall ein Durchsetzung der Verbot der Gesichtsverschleierung, ob wir als Männer auch wie die Niqab tragende Fr.Frauen bestraft werden, oder doch Frankreich uns nicht mit Geschlechts Gleichberichtigung behandelt lol .. war nur eine logische realistische Frage eben ! Drauf glaube ich ist Sarkozy und sein juristische team nie angekommen .. Lol 😉

  12. @Ticonius – danke für die Aufkärung über die verschiedenen Bekleidungsformen 🙂 – und, ja, es wäre lustig auszuprobieren, ob die auch gegen verschleierte Männer vorgehen würden. Aber darüber, dass so ein Gesetz falsch ist, sind wir uns hier ja einig. Der Punkt ist aber, dass es nicht immer so einfach ist, „Freiwilligkeit“ zu definieren, da gebe ich @Irene recht. Der Feminismus hat sich ja nie nur damit beschäftigt, die offensichtlichen Zwänge für Frauen zu hinterfragen, sondern – vor allem – damit, das Selbstbewusstsein von Frauen zu stärken, damit sie ihre „freiwillige“ Unterordnung unter die Männer aufgeben und hinterfragen. Also, es hat mich (und viele von uns) noch nie zufrieden gestellt, wenn Frauen sagten, sie würden doch gerne und freiwillig nur Hausfrau sein, sich aus der Politik raushalten, den Männern den Vortritt lassen, usw. usw. Das Patriarchat hat nur in seinen ärgsten Spitzen mit direkten Verboten und direktem Zwang gegen Frauen operiert, sondern der eigentliche „Trick“ war es, den Frauen einzureden, sie wären weniger wert als Männer, oder sie müssten dieses und jenes tun, um eine „gute Frau“ zu sein, so lange, bis viele Frauen es selber glaubten. Deshalb geht es mir um die weibliche Freiheit, also darum, dass Frauen wirklich selbst über ihr Leben und ihre Wünsche entscheiden und dabei auch den Mut haben, Konflikte einzugehen, sich (bei den Männern und den „angepassten“ Frauen) unbeliebt zu machen usw. Das ist übrigens ein weiterer wichtiger Punkt, warum ich solche Verbote falsch finde: Es macht den Frauen, die diese Konflikte innerhalb ihrer Community austragen, etwa Konflikte in patriarchalen (auch muslimischen) Milieus, das Leben noch schwerer, weil sie sich dann zusätzlich noch dem Vorwurf aussetzen, sie würden ihre Kultur verraten und sich nun den westlichen Vorstellungen von einer „guten Frau“ anpassen, wenn sie z.B. sich nicht an Kleidungsvorschriften halten.

  13. Pingback: Pragmatischer Blick auf ein Burka-Verbotsgesetz

  14. Mir stellt sich eine ganz andere Frage: Was hat Relgion mit Kleidervorschriften zu tun? Meine Relgion ist meine Beziehung zum Göttllichen. Religionsgemeinschaften, die Bekleidungsvorschriften machen, überschreiten meines Erachtens ihre Kompetenzen und wollen Macht ausüben. Das ist doch dasselbe, wenn der Papst die Pille verbietet. Relgionsgemeinschaften können bestenfalls Anregungen für dies oder jenes Verhalten geben. Ja, und dann sind wir wieder bei der kulturellen Prägung (s.o.) Für mich ist es wichtig, sich dieses immer wieder bewusst zu machen.

  15. Guter Artikel – ich finde auch, dass viel zu wenig miteinander gesprochen und verhandelt wird, wenn es um solche Dinge geht. Wobei die Frage der Vollverschleierung für mich nicht allein im feministischen oder religiösen Kontext zu sehen ist (wobei letzteres von Westlern gern ins Private „geht niemanden was an“ abgedrängt wird, was gerade NICHT die Intention von Verschleierung in der Öffentlichkeit ist).

    Viele Menschen emfinden voll verschleierte Gestalten als ein wenig UNHEIMLICH – und ich denke, auch das muss man berücksichtigen und nicht einfach als „Privatproblem“ wegwischen. Wenn ich mit anderen Menschen in der Öffentlichkeit zusammen komme, möchte ich ihnen ins Gesicht sehen können, möchte sehen, wie das Gegenüber auf mich bzw. unser aktuell gemeinsames Umfeld reagiert: neutral, gelangweilt, empört, beleidigt, ängstlich, überheblich etc. Gesichtsausdrücke und Blickkontakte sind wichtige soziale Botschaften, auf die ich nicht einfach verzichten mag. Es wirkt abweisend / distanzierend, wenn sich jemand dem Kontakt „von Angesicht zu Angesicht“ komplett entzieht.

    Dann: die verstärkte Video-Überwachung im öffentlichen Raum kommt ja nicht allein von oben, von bösen überwachungsgeilen Politikern. Sondern vielfach wünschen sich das die Menschen, weil sie sich dann sicherer fühlen – etwa auf einem Video-überwachten U-Bahnhof, aber zunehmend auch im eigenen Hinterhof, wo dauernd die Fahrräder geklaut werden… Und dass gefilmt wird, wer die EC-Karte in den Geldautomaten steckt, empfinden viele ebenfalls als nützliche Sicherheitsmaßnahme. Vollvermummung konterkariert jegliches so motivierte Überwachen – und ist insofern nicht „nur Privatsache“.

    Politiker können Gesetze machen und Verbote erlassen – sich „in Beziehung setzen“ kann nicht „nach oben“ delegiert werden. Es wäre also jede/r gefordert, sich im täglichen Leben aktiv mit denjenigen auseinander zu setzen, die sich voll verschleiern – bisher ist das nicht unsere Kultur. In den Städten herrscht (glücklicherweise) das Leben & Leben lassen bzw. eine gewisse Ignoranz, da jeder mit sich selbst beschäftigt ist: Man will kurz schauen, was los ist – aber nicht mit jedem Fremden in Diskussionen über die richtige Kleidung, Haltung, das gesunde Essen oder was auch immer eintreten, der etwas GANZ ANDERS macht.

    Mein Fazit: ich bin da im Moment unentschieden, sehe das Problem mit Gesetzen, die nur zu Verhärtungen führen – weiß aber auch noch keine alltäglich praktikable Art, um mit dem „Anstößigen“ einer Vollverschleierung umzugehen.

  16. @Ticonius: ist die „Verschleierung“ der Tuareg-Männer nicht eigentlich ein Schutz gegen Wüstensand? Ist es so eine große Zumutung, sich auf diesen sachlichen Ursprung einer Tradition zu besinnen und in städtischen, Sandsturm-freien Gegenden davon abzulassen? Tut das irgendwie weh´? Schämt sich ein Tuareg-Mann, wenn er Gesicht zeigt?

  17. Auch auf die Gefahr hin, jetzt an irgendwas vorbei zu schreiben, aber dennoch mein erster Gedanke, als ich von einem Burkaverbot hörte: „na klasse, dann dürfen die Frauen gar nicht mehr raus“

    Denn darauf läuft es dann einzig hinaus, so meine unmaßgebliche Einschätzung. Klar, die Burkas sind dann aus dem Stadtbild verschwunden. Die Frauen gleich mit.

  18. Azul Anje:

    vorerst möchte bitte ein Satz, in meine erste Kommentare, korrigieren :
    falsch ist : Es geht also hier in diese Debatte nicht um Niqab sondern um die Burqa!
    richig jedoch ist: Es geht also hier in diese Debatte nicht um Burqa sondern um die Niqab!

    @ Anje : //Der Feminismus hat sich ja nie nur damit beschäftigt, die offensichtlichen Zwänge für Frauen zu hinterfragen, sondern – vor allem – damit, das Selbstbewusstsein von Frauen zu stärken, damit sie ihre “freiwillige” Unterordnung unter die Männer aufgeben und hinterfragen. ///

    Ich glaube nicht das ist eine einzige Feminismus gibt, sondern Feminismus im Plural, diese Feminismus in Plural ist viel vielfältige, und vor allem keine einheitliche Globalisieren Feminismus..

    ich rede hier nicht mit Theorie sondern mit der Praxis, ich habe Feministin in Europa sowie in Afrika(nord und mittel sowie Sud afrika) , Golf Staaten sowie Asien(Indien, Pakistan), und Latein Amarika (Cuba, Argentina, Puerto Rico, Costa Rica) getroffen, jedes mal erfahre über Ihre Verschiedenheit und sogar in mache viele in Ihre Gegensätze.

    Das ist auch logisch irgendwie,wenn man die Vielfalt die Frauen Probleme betrachte, die stark auf die geographische abhängig ist.

    Während in Deutschland oder Schweden Frauen kämpfen fuer Gleichberechtigt im Bezug auf Gehalt, in Nord Afrika kämpfen die amazighische Frauen , das die das recht haben, in Parlament (Bundestag) auf ihre Muttersprache zu sprechen, oder in Indien die Feministin ehe für die rechte der Bäuerin und Bauer als gemeinsame kämpfen !

    Ich kann weiter Beispiel noch extrem aus Senegal oder Mali, oder Egypten , oder Golf Staaten, die ich gesehen habe, weiter geben wenn es erwünscht ist.

    Nun die Frage der Selbstbewusstsein der Frauen, werden nicht nur von Feminismus oder egal welche, bestärkt, Rosa Park hat diese Frau Selbstbewusstsein, sie hat ihre Selbstbewusstsein im Bus trotzdem nicht unbedingt vom eine Feministische Bewegung!

    Man kann nicht alle Frauen, die Kopfverschleierung( Niqab/Burqa/..etc) die freiwillige tragen, das untergeordnet an die Männer, das ist eine extreme Pauschalesierte Aussage.

    Das ist genauso wenn man vorwerft an Frauen/ Maenner, die sexuelle auf Masochismus stehen, und gehen freiwillige auf ein masochistische Laden um sich sexuelle zu befrieden, das sie kein selbstbewussten haben, und sie sollen eine selbstbewussten crash course erhalten damit sie nicht mehr unter Maenner/Frauen gegliedert sind. Das ist doch Absurd !

    Unter diese Frauen die Kopfverschleierung tragen, wir finden alle typen von Frauen die genauso wir bei Frauen die kein Kopfverschleirung tragen :

    Man kann Forscherin, Managerin, Professorin, Aetzin , Business Frauen, Investor.. uzw Mann kann nicht alle zu diese Frauen vorwerfen dass Sie kein Selbstbewusstsein haben

    entscheiden ist nicht Kopfverschleierung oder kein Kopfverschleierung sondern, Ob alle diese Frauen haben die Freiheit Ihre Leben im hand zu nehmen, und Ihre Entscheidung allein ohne irgendein ein Zwang ohne Druck ohne Einfluss weder von Maenner noch von andere Bewegungen sei islamische oder nicht islamische Bewegungen.

    Damit kann diese Frauen Ihre eigene Feminismus allein definieren, die als Ihre eigene spezifische Bedarf und Bedürfnisse in Bezug zu Ihre Kontext Ihre Recht fordert!

    Die Fakten zeigen das Offshore -Feminismus hat nicht erfolgreiche durchgesetzt , Gegensatz zu InShore-Feminismus, die vom Frauen selbst in diese Kuluturen, Laender entwicklet wird als eigene spezifische Femminisums ..

    Ticonius

  19. AzUL claudia

    @Claudia :

    Nein die kopfverschleirung der Toureg Maenner ist nicht ein Schtuz gegen Wuestensand, sondern aus viele amazighische kulturelle Gründe :

    1./ Die Toureg wie jeder Amazigische Volks glauben an sog. „Schlechte Augen „, d.h wenn man siehst das gesicht von einen kann , koennte aus Neid , sehr schlecht folgen haben z.B Krank oder Unfall oder irgenden ein problem haben.

    2./ Die Toureg tragen es aber auch damit man nicht ubedingt erkannt wird, wie halt, wenn man in der heutige virtuelle welt ueber ein proxy sein Anonymität ins Schutz nimmt lol

    jawohl Die Touregs waren die erste Datenschutz Fans geell lol 😉

    3./ Die Frauen kennen Ihre zukünftige Liebe über seine Verhalten nicht über sein Physik, und man feuertet zwar jedoch entscheiden meisten ist bei Toureg Frauen ist das lange kennenlernen ohne das man siehst das Gesicht der Mann .. danach wenn man kann die Frau sein zukünftige man sehen ob das Mann auch sie gefaehlt oder nicht ..

    Ticonius

  20. @Ticonius – das sehe ich ganz genauso wie du: Es gibt viele Feminismen, mit unterschiedlichen Inhalten, je nach Zeit und kulturellem Kontext. Und natürlich gibt es auch selbstbewusste und freie Frauen, die sich selbst nicht als Feministinnen verstehen. Was ich geschrieben habe, war meine Vorstellung davon, was Feminismus als Grundhaltung ausmachen sollte: Die Freiheit jeder einzelnen Frau zu befördern. Das heißt, vor allem auch Differenzen und Konflikte zwischen Frauen ernst nehmen. Aber ich denke doch, dass alle Frauen, die für ihre Freiheit kämpfen und/oder für eine bessere Welt und für ein gutes Leben für alle Menschen (beides gehört für mich zusammen), egal in welcher Kultur, mit dem Problem zu tun haben, das ich beschrieben habe: Dass es nicht so leicht ist, zwischen Freiwilligkeit und Anpassung zu unterscheiden. Wahrscheinlich ist es eine Frage, die man eher sich selber als anderen stellen muss: Wo akzeptiere ich gegebene Verhältnisse und meine Rolle darin, weil ich sie wirklich gut und richtig finde, und wo nur, weil ich Angst habe, zu widersprechen, mir Feinde zu machen, Konflikte einzugehen?

  21. Pingback: Check (6) : Medienelite

  22. Als Europäer bin ich ganz entschieden gegen jegliche Art von Verhüllungen. Egal ob Ganzkörper oder Schleier. Ich möchte meinem Gesprächspartner in die Augen sehen können. Wer nichts zu verbergen hat, muss sich auch nicht verschleiern. Körpersprache ist für mich ein wichtiger Bestandteil der Kommunikatien.
    Weltweit muss ich mich als Tourist den Landessitten gemäss verhalten. Warum Migranten nicht hier?
    Wem´s nicht passt, Tschüss!

  23. @Leipziger – du kannst ja jeder Meinung sein, die du haben willst, musst aber halt damit leben, dass andere Leute andere Meinungen haben, ich zum Beispiel (als Europäerin!) Außerdem sind es ja nicht nur Tourist_innen, die sich auf eine Weise kleiden, die du nicht gut findest, sondern auch deutsche Staatsbürger_innen. Und die werden nicht alle auswandern, bloß weil du ihre Meinung nicht gut findest 🙂

  24. Pingback: Drei Gründe gegen verschleierten Feminismus « liberalprogressiv

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