Die Vielfalt weiblicher Lebensentwürfe

Nachdem ich kürzlich schon etwas über Elisabeth Badinter geschrieben habe, habe ich nun ihr neues Buch „Der Konflikt. Die Frau und Mutter“ gelesen.

In erster Linie ist es eine Abrechnung mit der Pro-Still-Bewegung und mit einem tatsächlich in letzter Zeit zu beobachtenden Trend in psychologischen und biologischen Forschungen, die „natürliche“ (und damit unhinterfragbare) Seite von Mutterschaft zu betonen. Zu dieser Diskussion kann ich nichts beitragen, weil ich mich mit diesen Themen nicht auskenne, aber ich könnte mir vorstellen, dass vieles, was Badinter dazu schreibt, richtig ist. Hätte sie sich auf ihre Kritik an diesen Trends beschränkt, wäre das Buch ein verdienstvoller Beitrag zu einer kontroversen Debatte.

Leider ordnet Badinter aber ihre berechtigte Kritik an einem Wiederaufleben des Biologismus in ein größeres Muster von gesellschaftlichen, frauenpolitischen Trends ein – und hier muss ich an vielen Punkten widersprechen.

Am meisten ärgert mich, dass sie nicht anerkennt, dass das Interesse vieler Frauen an Ökologie, an alternativer Medizin (auch Geburtsmedizin) und an neuen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern überhaupt eine politische Position ist. Stattdessen spricht sie darüber pauschal das Verdikt des „Naturalismus“ aus. Aber skeptisch zu sein gegen Chemo-Nahrung, gegen Kaiserschnitte, gegen routinemäßige und an Effizienz orientierte Kinderbetreuung bedeutet doch nicht, ein unpolitisches „Zurück zur Natur“ zu postulieren. Die Kritik an einer männlich-kapitalistisch-rationalistischen Sicht auf die Welt ist kein Rückzug auf angebliche Biologismen, sondern es ist selbst eine kulturelle Intervention. Es geht hier nicht um einen Kampf zwischen „Kulturalismus“ und „Naturalismus“, wie Badinter behauptet, sondern um den politischen Konflikt zwischen „dieser Kultur“, die wir vorfinden, und einer „anderen Kultur“, die wir uns wünschen.

Badinter unterstellt, dass Frauen, die im Bezug auf die Frage: „Wie sollte ich als Mutter mit meinen Kindern umgehen?“ eine weniger pragmatische Haltung haben als sie, von irgendwelchen bösen, biologischen Kräften „verführt“ worden seien. Meine Erfahrung ist anders. Sicher, es gibt auch Frauen, die sich von einer Riesenflut an „Expertenwissen“ verunsichern lassen und ewig lang ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie in der Schwangerschaft mal ein Schlückchen Sekt nippen. Es gibt aber genauso Frauen, die sich sehr bewusst und mit guten Gründen fürs Stillen, für Ökonahrung, für waschbare Windeln oder was weiß ich entscheiden – nicht weil sie zu einem Müttermythos verführt wurden, sondern weil sie das nach reiflicher Überlegung so wollen. Man muss ihre Meinung ja nicht teilen. Aber man muss zumindest die Möglichkeit einräumen, dass es sich hier um einen freien Ausdruck weiblicher Subjektivität handeln könnte.

Aber auch darüber hinaus schlägt Badinter in so manche Kerbe, die ich nicht teilen kann. Vor allem ihre pessimistische Interpretation der demografischen Entwicklung finde ich problematisch. In ihrer Angst vor sinkenden Geburtenraten, die sie vor allem bei gut gebildeten Frauen diagnostiziert, erinnert sie an so manch konservativen „Bevölkerungsexperten“, der das Aussterben und die Verdummung der Gesellschaft prophezeit: „Werden wir eines Tages erleben, dass die Mutterschaft zur Last oder zum Privileg der kulturell, gesellschaftlich und beruflich weniger Begünstigten wird?“ fragt sie geradeheraus.

Doch die These, dass gut ausgebildete Frauen weniger Kinder haben als schlecht ausgebildete, ist ohnehin schon gewagt – die vor einiger Zeit voreilig verbreiteten Schreckenszahlen der angeblich so kinderlosen Akademikerinnen hatten sich ja schon bald als falsch erwiesen. Und auch wenn Akademikerinnen etwas seltener Kinder haben als andere Frauen, so ist es doch mehr als zweifelhaft, ob der Grund dafür in überbordenden Mutterschaftsidealen zu suchen ist, die sie angeblich abschrecken. Immerhin ermutigt die gesellschaftliche Grundstimmung Frauen in Karriereberufen erst seit ganz kurzer Zeit zum Kinderhaben. Zum Beispiel galt bis vor wenigen Jahrzehnten für Frauen mit Beamtenstatus in Deutschland noch der Zölibat: Man war nämlich bis weit in die 1970er Jahre hinein allgemein der Auffassung, dass sich Familien- und Berufspflichten für Frauen nicht vereinbaren lassen und sich Frauen also entscheiden müssten, ob sie das eine oder das andere wollen. Angesichts dieser Vergangenheit finde ich es eher erstaunlich, dass Akademikerinnen heute schon beinahe genauso viele Kinder haben wie andere Frauen. Und die Tendenz ist steigend.

Die prekäre Situation unserer Sozialversicherungen und der Rente hat außerdem nichts mit Kindermangel zu tun, sondern mit dem Abbau sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze und mit einer desolaten Bildungspolitik, die Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen benachteiligt. Die Hauptaufgabe einer verantwortlichen Politik sehe ich, anders als Badinter, nicht darin, Frauen (und speziell die „Bessergestellten“) zum Kinderkriegen zu bringen, sondern darin, den vorhanden Kindern gute Startchancen zu bieten, damit sie sich später möglichst gut in die Gesellschaft einbringen können.

Überhaupt ist auffällig, dass Badinter den Bereich der Arbeitswelt und wie sie gestaltet ist, bei ihrer Analyse vollkommen außen vor lässt. Dabei ist diese Diskussion die eigentlich spannende, und sie wird auch derzeit offensiv geführt – und zwar angestoßen von der großen Gruppe junger Frauen, die den Wunsch haben, sowohl Mütter zu sein als auch in ihrem Beruf voranzukommen. Die Schwierigkeiten, die es dabei zu überwinden gilt, liegen nicht in erster Linie in übertriebenen Vorstellungen von mütterlichen Pflichten, sondern vielmehr in einer auf den „Vollzeitmann“ ausgerichteten Erwerbsarbeitswelt. Oder anders gesagt: Nicht die Mütter müssen sich ändern, um hier Abhilfe zu schaffen, sondern die Arbeitsbedingungen.

Eine interessante Spur reißt Badinter zwar kurz an, verfolgt sie aber leider nicht weiter. Sie zitiert aus amerikanischen soziologischen Studien, die darauf hinweisen, dass das Selbstbild junger Frauen heute sehr vielfältig und ausdifferenziert ist. Demnach gibt es vier große Gruppen: Frauen mit drei oder mehr Kindern (also solche, die in der Familienrolle ihre Hauptaufgabe sehen), Frauen mit zwei Kindern (denen die Familienrolle zwar sehr wichtig ist, die aber dennoch berufstätig sein wollen), Frauen mit einem Kind (die ihre Bestimmung hauptsächlich im Beruf sehen, aber dennoch Mütter sein wollen) und schließlich kinderlose Frauen (die sich ganz ihrer beruflichen Karriere oder sonstigem Engagement widmen).

Je nachdem zu welcher Gruppe eine Frau sich zählt, hat sie logischerweise sehr andere Erwartungen an die Politik: Die eine will materielle Absicherung ohne den Zwang zur Erwerbsarbeit (etwa über ein Grundeinkommen, über den Ehemann, über Bezahlung von Hausarbeit), die andere mehr Teilzeitstellen, die dritte mehr Krabbelstuben und die vierte mehr berufliche Gleichstellungsprogramme. Das finde ich einen spannenden Gedanken, zumal mir die Differenzierung der mittleren zwei Gruppen, also derjenigen, die Beruf und Familie vereinbaren möchten, aber doch mit unterschiedlichen Schwerpunkten, neu war, aber sehr plausibel erscheint.

Der interessante Punkt dabei ist, dass diesen großen Unterschieden in den Lebenswünschen von Frauen auf der anderen Seite eine relativ homogene Gruppe von Männern gegenübersteht, die, so zitiert Badinter eine Soziologin, im Altersabschnitt zwischen 25 und 50 Jahren „mit größerer Entschlossenheit und Beharrlichkeit nach Geld, Macht und Status“ streben (S. 36). Diejenigen Männer, die einen alternativen Lebensentwurf haben, etwa sich Vaterschaft in Vollzeit vorstellen können, sind noch immer eine sehr kleine Minderheit.

In dieser Beobachtung scheint mir der spannende Punkt zu liegen, an dem sich die politischen Konflikte in der nächsten Zeit entzünden werden. Als Feministin frage ich mich: Wie müssen diese Diskussionen geführt werden, damit die Heterogenität und Vielfalt weiblicher Lebensentwürfe für die Gesellschaft insgesamt fruchtbar gemacht werden kann und nicht nur einfach in Form von fehlender „Frauensolidarität“ den Frauen zum Nachteil gereichen? Weil die Männer an einem Strang ziehen, die Frauen aber nicht?

Die Lösung kann sicher nicht darin liegen, alle Frauen auf ein verbindliches Schema zurecht zu stutzen. So schlecht es ist, Müttern Vorwürfe zu machen, wenn sie nicht stillen, so schlecht ist es, ihnen Vorwürfe zu machen, wenn sie es tun. Feministische Politik kann aus meiner Sicht in dieser Situation nur bedeuten, dafür zu kämpfen, dass Frauen auf unterschiedliche Weise ihr Leben gestalten können, und das heißt in diesem Fall: Ohne Kinder, mit einem, zwei oder ganz vielen Kindern. Es ist gleichzeitig notwendig, diejenigen zu unterstützen, die Karriere machen wollen, als auch die, die das nicht wollen, weil ihnen anderes im Leben wichtiger ist (und das müssen im Übrigen nicht nur Kinder sein).

Oder anders gesagt: Die Politik der Frauen ist nicht so einfach auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Sie verabschiedet das Ideal des einen bestmöglichen Lebensentwurfes, sie verkörpert die Vielfalt und die Unterschiedlichkeit – und ist damit Weg weisend für unser Bild von Gesellschaft schlechthin. Die Zukunft liegt in einer Welt, die die Einzelnen nicht mehr an einer Norm misst, sondern die Differenzen anerkennt, weil sie sich gegenseitig befruchten können. Das ist die Politik der Frauen, die im Übrigen auch eine Einladung an die Männer ist.


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14 Gedanken zu „Die Vielfalt weiblicher Lebensentwürfe

  1. Pingback: Phase. Kein Graben. | DENKDING

  2. super, deine sachlichen differenzsensiblen stellungnahmen. ich bin hier über http://www.vorspeisenplatte.de gelandet und sehr froh darüber.

    bislang hab ich nichts besseres über badinters neues buch gelesen. ich fand ihre ansätze immer sehr inspirierend, aber auf seltsame weise „männlich“. ökofeminismus und differenz sind jedenfalls nicht ihr ding…

    lg ursula
    neue mitleserin aus wien

  3. Randfrage: Wie heißt diese erwähnte Studie? Was mich etwas daran verblüfft, ist dass da angenommen wird, es gäbe einen klaren Zusammenhang zwischen der Zahl der Kinder und der Orientierung in Sachen Beruf/Familie.

    Wo sind da die Frauen, die keine Kinder haben, aber gerne welche hätten, die ein oder zwei Kinder haben und es bedauern, dass es nicht mehr sind, wo z.B. aber ’nicht ausgeht‘ (ob finanziell oder lebensplanungstechnisch oder gesundheitlich), oder die Kinder haben und das Gefühl, dass sie ihre beruflichen Wünsche/Pläne auch deswegen hintanstellen mussten? Ich will nicht anekdotisch werden, aber mir fallen zu allem Beispiele ein.

    Da ich das Buch selbst nicht gelesen habe, aber neugierig bin: Wo bleibt bei Badinter das Zusammenhang der Planbarkeit und dem daraus resultierenden Entscheidungszwang? Das, was sie als neuen Naturalismus in der Mutterschaft darstellt, hängt doch auch mit der Tatsache zusammen, dass Mutterschaft heute aus meiner Erfahrung geplant werden muss (weil geplant werden kann), was natürlich auch den Rechtfertigungszwang erhöht. Schon deswegen muss Mutterschaft ‚bewusster‘ angegangen werden. Wer nicht plant und Kinder (früh) bekommt, wie sie kommen, wird stattdessen eines ‚Animalismus‘ verdächtigt (es sei denn, die Person kann es durch Katholizismus rechtfertigen).

    Viele -ismen in meinem Kommentar, ich bitte um Nachsicht:)

  4. @Jana – Sie zitiert zwei Studien. Die erste ist von Catherine Hakim: Work-Lifestyle Choices in the 21st Century, Oxford 2000, sie hat als erste die These aufgestellt, dass Frauen heterogenere Lebenswege wählen als Männer und daher verschiedene, teils gegensätzliche Interessen und Erwartungen an die Politik haben. Die zweite ist von Neil Gilbert: A Mother’s Work. How Feminism, the Market and Policy Shape Family Life, New Haven 2008. Er ist es, der nicht nur Kinderlose/Mütter unterscheidet, sondern auch differenziert je nach Anzahl der Kinder. Wobei diese Differenzierung natürlich nicht scharf ist, d.h. eine Mutter von sieben Kindern kann auch sich ganz auf Karriere konzentrieren, wie wir ja wissen. Aber so als Trend finde ich es schon einen interessanten Gedanken, zumal den, dass auch Mütter mit wenigen Kindern „Vereinbarkeit“ nicht alle auf dieselbe Weise verstehen, sondern da unterschiedliche Prioritäten setzen.

    Auf den Punkt, dass Mutterschaft heute Planungssache ist und nicht einfach so passiert, geht sie ein, sie interpretiert es aber nur in die eine Richtung: Dass genau deshalb der Druck, eine „gute Mutter“ zu sein und alles für das Kind aufzuopfern, umso größer geworden ist (weil man es ja nicht hätte kriegen müssen). Ich denke, damit hat sie schon recht. Aber ich sehe darin auch positive Seiten. Wobei im Trend mir die Frauen auch alle viel zu viel planen. Das liegt wohl eher daran, dass das Kontrollbedürfnis in unserer Gesellschaft generell sehr groß geworden ist. Ich sehe in der Unfähigkeit, Sachen einfach mal hinzunehmen und passieren zu lassen und dann das Beste aus der Situation zu machen, eine kulturelle Verarmung. Das ist beim Kinderkriegen natürlich besonders augenfällig, betrifft aber auch andere Lebensbereiche.

  5. Thx für den Nachtrag! Ad:

    Auf den Punkt, dass Mutterschaft heute Planungssache ist und nicht einfach so passiert, geht sie ein, sie interpretiert es aber nur in die eine Richtung: Dass genau deshalb der Druck, eine „gute Mutter“ zu sein und alles für das Kind aufzuopfern, umso größer geworden ist (weil man es ja nicht hätte kriegen müssen). Ich denke, damit hat sie schon recht.

    Ja, das sehe uch auch so. Ich würde mir wünschen, man müsste nicht zuviel planen, sehe aber kaum die Option dazu -> Kontrollbedürfnis der Gesellschaft (darauf würde ich den Fokus legen, und daher eher sagen: Unmöglichkeit – statt Unfähigkeit – einfach mal hinzunehmen und passieren zu lassen) (Es lebe der ‚Unfall‘!)

  6. @Jana – Nun, es ist eben ja eine politische Option, für mehr Raum für „Unkontrollierbares“ einzutreten. Ich glaube auch, es hat was mit der Säkularisierung zu tun. Früher sagte man zu allem „so Gott will“ dazu, und das war ja immer eine Erinnerung daran, dass man es nicht selber in der Hand hat. Von daher ist es schon auch eine „Unfähigkeit“, natürlich nicht im Sinne von individueller Schuld, sondern in dem Sinne, das wir als Kultur dieses Wissen systematisch verdrängen bzw. ignorieren.

  7. „Diejenigen Männer, die einen alternativen Lebensentwurf haben, etwa sich Vaterschaft in Vollzeit vorstellen können, sind noch immer eine sehr kleine Minderheit.“

    Die Zahl der Frauen, die sagt, „Gut Achim. Nimm Du das Kind, ich gehe weiter arbeiten. Mir reicht es völlig, wenn ich abends die Kleine /den Kleinen beim schlafen zusehen kann“ ist aber auch eine Minderheit.

  8. Für
    „Der interessante Punkt dabei ist, dass diesen großen Unterschieden in den Lebenswünschen von Frauen auf der anderen Seite eine relativ homogene Gruppe von Männern gegenübersteht, die, so zitiert Badinter eine Soziologin, im Altersabschnitt zwischen 25 und 50 Jahren „mit größerer Entschlossenheit und Beharrlichkeit nach Geld, Macht und Status“ streben (S. 36). “

    gibt es die Gelbe Karte. ich finde das ist schon ein böses Foul. Bedeutet Feminismus wirklich, die Tastatur solche Phrasen zu missbrauchen ?

    Frauen haben unterschiedliche Lebensentwürfe ? Klar ! Aber Männer streben nach Geld, Macht und Status ? Und ganz bestimmt fast alle sind so?

  9. @Thomas – wieso ein Foul? Offensichtlich beschreibt es weitgehend die Realität. Es ist ja nicht moralisch gemeint, sondern deskriptiv. Also: Nicht Männer streben (weil sie Männer sind und das wird auch immer so bleiben) nach Geld, Macht und Status, sondern Männer streben (häufiger als Frauen und aus historisch-kulturellen Gründen) nach Geld, Macht und Status. Natürlich gibt es in Wirklichkeit sehr viele Männer, die auch nach was anderem streben. Aber sie sind eben – im Vergleich zu den Männern insgesamt – eine kleine Minderheit. Es gibt noch immer einen „normalen“ männlichen Lebenslauf. Einen „normalen“ weiblichen Lebenslauf gibt es heute aber nicht mehr. Die „Karrierefrau“ ist inzwischen genauso „normal“ wie die „Familienmutter“ und alles zwischendrin.

  10. Pingback: Frau Lila » Texte » Gedanken zu Elisabeth Badinter: Die Vielfalt weiblicher Lebensentwürfe

  11. Ich hab das Buch nicht gelesen, will aber auf einen besonderen Punkt in Deiner Rezension eingehen weil mir der Gedanke gut gefällt.
    Ich habe es in den letzten Jahren immer so empfunden als würde fast jede Frau sich permanent für ihren Lebensentwurf verteidigen.
    Die kinderlose, weil sie der gesellschaftlichen Erwartung nur dann eine „vollwertige“ Frau zu sein wenn sie eben auch eine Mutter ist nicht genügt, die Vollzeitmama, weil sie ja nichts tut außer Kinder und Haushalt zu versorgen (was schließlich auch eine ganze Menge ist) und die berufstätige Mutter, die sich (zumindest hier in Bayern) permanent dem Vorwurf der Rabenmutter ausgesetzt fühlt. Wenn eine Frau stillen möchte weil sie das für richtig hält muß sie sich ebenso rechtfertigen wie wenn sie das nicht möchte. Und in all der Schuld und Rechtfertigung frage ich mich immer wieso man die Entscheidung einer Frau nicht einfach so akzeptieren kann wie sie ist. Meine Erfahrung ist dass es sich keine von uns leicht macht bei diesen Entscheidungen. Und nicht immer gab es eine Wahl,
    In allen Bereichen der Kindererziehung setzt sich das Schema dann fort, Impfbefürworter und Impfgegner, Krippe oder häusliche Betreuung, Regelschule oder Montessori, Gymnasium oder Realschule oder Hauptschule, etc.
    Ich bin es leid, dass Frauen sich ständig gegeseitig angreifen um die eigene Entscheidung richtiger erscheinen zu lassen. Statt uns inhaltlich zu streiten sucht jede nach der Absolution für das eigene Handeln.

    Gruß Simone
    bisher stille Mitleserin 🙂

  12. Pingback: Ich schreibe nicht für euch! « Aus Liebe zur Freiheit

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