Kategorie: Früher und noch früher
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Hedwig Lachmann: Weit lieber doch besiegt sein, als verführt von eitlem Glanz…
Die letzten Tage habe ich eine Biografie über Hedwig Lachmann (1865-1918) gelesen, eine Dichterin und Übersetzerin – übersetzt hat sie zum Beispiel Edgar Allan Poe, Oscar Wilde und Honoré de Balzac. Bekannt geworden ist sie aber vor allem (naja, so mittelmäßig bekannt wenigstens), weil sie die Lebensgefährtin von Gustav Landauer war, mit dem sie auch…
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Souveränin sein: Hildegard von Bingen
Übermorgen, am 7. Oktober, wird Hildegard von Bingen vom Papst offiziell zur Kirchenlehrerin ernannt. Kein Grund, ein großes Bohei zu machen, denn in Wirklichkeit war sie natürlich schon immer eine Kirchenlehrerin, schön, dass der Papst das jetzt auch merkt. Aber ich nehme es mal als Anlass, um einen Abschnitt aus dem Artikel „Souveräninnen“ von Annarosa…
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Wahrheit vs. Objektivität: Julia Hasletts Film über Simone Weil
Bevor ich die DVD ins Regal aufräume, will ich noch ein paar Anmerkungen zu einem Dokumentarfilm von Julia Haslett über Simone Weil verbloggen. Und zwar deshalb, weil er mir ein gutes Beispiel dafür zu sein scheint, wie man anders als in der herkömmlichen Lexikons-Wissenssammelns-Kultur mit historischem Erbe umgehen kann. Dass es eine objektive Darstellung der…
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Ein angebliches Buch über Jenny Marx
Als mir die Verlagsvorschau dieses Buches in die Hände fiel, habe ich es mir sofort bestellt. Ich war neugierig, etwas über Jenny Marx zu erfahren, über die ich nämlich erstaunlicherweise nicht viel weiß. Erstaunlicherweise, weil ich immerhin zum Thema „Frauen in der Ersten Internationale“ meine Promotion geschrieben habe, und Jenny Marx ja mit einem wichtigen…
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Louise Ottos Roman „Schloss und Fabrik“
Das Schöne am E-Book ist ja, dass man da jetzt die ganzen alten Bücher kostenlos bekommt, die man schon immer mal lesen wollte. Zumindest, wenn man sich wie ich für das 19. Jahrhundert interessiert, ist das quasi ein Schlaraffenland. Meine jüngste Lektüre war der Roman „Schloss und Fabrik“ von Louise Otto, die später (1849) als…
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Louise Aston und die bürgerliche Revolution
Louise Aston ist sicher eine der schillerndsten Personen des Vormärz und der Bürgerlichen Revolution von 1848. Bekannt wurde die 1814 geborene Tochter einer ehemaligen Gesellschafterin und eines Theologen wegen ihres „skandalösen Lebens“ und ihren unkonventionellen Ansichten. Mit 17 an einen viel älteren Mann verheiratet, ließ sich scheiden, heiratete wieder, trennte sich erneut. 1844 zog sie…
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Von Schlampen, Ludern und der Politik
Derzeit wird ja – morgen ist Slutwalk – heftig über den Begriff der „Schlampe“ diskutiert, und die verschiedenen Wortbedeutungen sind aufschlussreich. Ich habe meinen Kommentar zu den Slutwalks schon hier veröffentlicht, außerdem empfehle ich zur Lektüre die Glosse von Luise Pusch dazu. An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass neben den Bedeutungen „sexuell…
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Was unterwegs verloren gegangen ist
Zur Zeit lese ich das Buch „Wir wollten die Welt verändern“, in dem Aktivistinnen der Dortmunder Frauenbewegung der 1970er Jahre ihre Erinnerungen an diese Zeit zusammengetragen haben. Es ist sehr interessant zu lesen, vor allem wenn man die damaligen Quellentexte und Anliegen vergleicht mit dem, was sich seither verändert hat – und was nicht. So…
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„Zerstört die Werke der Weiblichkeit!“ (nicht)
Für Maria Magdalena interessiere ich mich schon länger. Jetzt hat Silke Petersen ein wahrhaft fantastisches Buch über sie geschrieben, das keine Fragen offen lässt (außer denen, die sich heute nicht mehr beantworten lassen, was natürlich viele sind). Sehr detailliert, aber trotzdem gut lesbar und auch für theologisch Unbewanderte verständlich, stellt sie die verschiedenen Texte vor,…