Kategorie: Früher und noch früher

  • Die Frauenbewegung im Geschichtsbuch

    Die Frauenbewegung im Geschichtsbuch

    Grade habe ich das neue Reclam-Büchlein „Die Geschichte der Frauenbewegung“ von Michaela Karl gelesen, und ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll. Einerseits ist es ja schön, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, all das mal schön säuberlich aufzuschreiben: Die ganzen Versammlungen, die Namen der Berühmtheiten, die Jahreszahlen. Andererseits, ich weiß nicht,…

  • Grund zur Erinnerung: 140 Jahre Pariser Kommune

    „Wenn die französische Nation nur aus Frauen bestünde, was wäre das für eine schreckliche Nation“ – so soll ein Korrespondent der Londoner Times die Ereignisse der Pariser Kommune kommentiert haben. Die Kommune war – vor 140 Jahren – der erste Versuch in Europa, eine sozialistisch-kommunistische Regierung zu etablieren und ist daher für die Geschichte der…

  • „Sie hatte nur den Herrn gewechselt“

    Clara Zetkin: Rede auf dem Internationalen Arbeiterkongress zu Paris, 19.7.1889. „Die Frage der Frauenemanzipation, das heißt in letzter Instanz die Frage der Frauenarbeit, ist eine wirtschaftliche. Die Sozialisten müssen wissen, dass bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen Entwicklung die Frauenarbeit eine Notwendigkeit ist; dass die natürliche Tendenz der Frauenarbeit entweder darauf hinausgeht, dass die Arbeitszeit, welche jedes…

  • Die Erfinderin der Karnevalsmusik

    Wenn jetzt wieder überall lustige Karnevalsumzüge in Stellung gehen, ist das eine gute Gelegenheit, hier mal eine der maßgeblichen Erfinderinnen dieses Spektakels zu feiern: die brasilianische Komponistin Francesca (alias Chiquinha) Gonzaga. Sie war es nämlich, die 1899 als erste Musikerin auf die Idee kam, ein Lied extra für den Karneval zu schreiben und legte damit…

  • Biologie und Biologismus

    Schon lange habe ich vor, einen Artikel über den Unterschied zwischen Biologie und Biologismus zu schreiben. Mir fällt nämlich auf, dass der Vorwurf des „Biologismus“ heute immer öfter auch gegen Frauen und ihre Ideen eingesetzt wird, was wiederum dazu führt, dass das Reden über Biologie, über Körperlichkeit und damit über die Grenzen, die unserem souveränen…

  • Lesenswert: Marge Piercys „Menschen im Krieg“

    Eigentlich mag ich keine Kriegsgeschichten. Egal ob Filme oder Bücher, sie sind mir entweder langweilig oder zu pathetisch und sowieso zu männerlastig. Wobei ich auch keinen wirklichen Unterschied zwischen Kriegsgeschichten und Antikriegsgeschichten erkennen kann. Der tausend-Seiten-Wälzer „Menschen im Krieg“ stand deshalb ein paar Jahre ungelesen bei mir im Regal. Ich hatte ihn irgendwann günstig bei Buchticket…

  • Die letzte Königin des Kongo

    Es gibt nicht viele Denkmäler, die an Frauen erinnern, und schon gar nicht an Frauen mit afrikanischen Wurzeln. Deshalb weckte dieses hier, das ich beim Stadtrundgang durch Recife – am Praça das Cinco Pontas – sah, meine Aufmerksamkeit. Wer ist Dona Santa? Da das Denkmal erst vor zwei Jahren aufgestellt wurde, stand nichts darüber in…

  • Pietismus und Revolution

    Als aufrechte Linke fühlt man sich ja von fundamentalistischer Engstirnigkeit gerne ganz weit weg. Was haben wir, die aufgeklärten und säkularen Menschen, mit diesen Frömmler_innen zu tun? Die Distanz ist womöglich weniger groß als gefühlt. In ihrem Buch „Lebenslänglich besser“ untersucht Dorothee Markert den Einfluss des Pietismus auf die politische Kultur in Deutschland. Dieser Einfluss…

  • Die Wahrheit über Kate Austen

    Für eine Politikwissenschaftlerin war die Serie Lost ja nochmal ein besonderes Vergnügen. Und zwar wegen der Namenswahl: Lauter mehr oder weniger subtile Anspielungen auf berühmte Personen der Ideengeschichte. Warum eigentlich hieß Locke genauso wie sein realer Vorgänger, nämlich John, während der Vorname von Hume nicht David, sondern Desmond war? Köstlich amüsierte ich mich auch darüber,…