„Zerstört die Werke der Weiblichkeit!“ (nicht)

Maria Magdalena belehrt die Apostel. Englische Buchmalerei aus dem 12. Jahrhundert, heute in der Dombibliothek in Hildesheim.

Für Maria Magdalena interessiere ich mich schon länger. Jetzt hat Silke Petersen ein wahrhaft fantastisches Buch über sie geschrieben, das keine Fragen offen lässt (außer denen, die sich heute nicht mehr beantworten lassen, was natürlich viele sind).

Sehr detailliert, aber trotzdem gut lesbar und auch für theologisch Unbewanderte verständlich, stellt sie die verschiedenen Texte vor, in denen Maria Magdalena vorkommt – angefangen bei den Evangelien und anderen antiken Texten, über mittelalterliche und neuzeitliche Magdalenen-Legenden bis hin zu heutigen Filmen und Büchern, etwa „Der letzten Versuchung“ oder Dan Browns Sakrileg-Spekuliererei. Ganz wundervoll erklärt sie, was man aus alten Texten ableiten kann und was nicht – liefert also wie nebenbei eine Einführung in die historische Methodenlehre, was auch für diejenigen interessant sein dürfte, die sich nicht speziell für das Christentum interessieren.

Als Politikwissenschaftlerin, die sich für die weibliche Differenz interessiert, fand ich vor allem eine Debatte interessant, die im 2. und 3. Jahrhundert geführt wurde. Denn sie hat teilweise verblüffende Parallelen zu heute. In diesem Zeitraum wurde eine ganze Reihe von Schriften und „Evangelien“ verfasst, in denen Maria Magdalena eine deutlich größere Rolle spielt als in den vier Evangelien, die ins Neue Testament aufgenommen worden sind. Sie führt zum Beispiel lange Dialoge mit Jesus, sie ist es, die seine Lehren am besten versteht (besser als Petrus zum Beispiel, zu dem es eine gewisse Konkurrenz gibt), sie ist die Jüngerin, die Jesus mehr liebte als die anderen Jünger, und diejenige, die nach Jesu Tod seine desillusionierte Anhänger_innenschaft zusammenhält und zum Weitermachen ermuntert.

Auch wenn in diesen Texten vielleicht noch die ein oder andere historische Erinnerung durchscheinen könnte, so lässt sich aus ihnen nicht herauslesen, was zur Zeit Jesu „wirklich geschah“. Vielmehr spiegeln sie eine Debatte wieder, die zu ihrer Entstehungszeit, also hundert bis zweihundert Jahre nach den historischen Ereignissen, geführt wurde. Es ging damals offenbar wesentlich um die Frage, welche Rolle Frauen in den Gemeinden spielen und ob sie Ämter inne haben und lehren dürfen. Was ja ebenfalls ein höchst interessantes Thema ist.

Die Verfasser und Verfasserinnen dieser antiken Texte vertraten die Meinung, dass Frauen Ämter in der Kirche innehaben können und sollen – ganz offensichtlich in Auseinandersetzung mit anderen Strömungen, die da anderer Ansicht waren. Dabei beriefen sie sich naheliegenderwiese auf Maria Magdalena, die ja (auch nach den Bibel-Evangelien) von Jesus den Auftrag zur Verkündigung bekommen hatte.

Interessant ist aber nun, mit welchen Argumenten sie diese „frauenfreundliche“ Ansicht vertraten. Als Hauptwidersacher wird meistens Petrus dargestellt (der ja dann auch nicht zufällig der oberste „Fels“ der römisch-katholischen Kirche wurde). Im Thomasevangelium heißt es zum Beispiel:

Simon Petrus sagte zu ihnen: Maria soll von uns weggehen, denn die Frauen sind des Lebens nicht würdig. Jesus sagte: Siehe, ich werde sie führen, auf dass ich sie männlich mache, damit auch sie ein lebendiger, euch gleichender, männlicher Geist wird. Denn: Jede Frau, wenn sie sich männlich macht, wird in das Reich der Himmel eingehen. (S. 156)

Ein Schelm, wem dabei die Logik der modernen Gleichstellungspolitik einfällt. Interessanterweise ist diese „Vermännlichung“, die von Frauen gefordert wird, schon damals synonym mit einer Argumentationsfigur, indem die „Minderwertigkeit“ der Frauen durch eine Vermischung bzw. Aufhebung der Geschlechtsrollen quasi ausgeglichen wird. Origines von Alexandrien etwa (gest. 254) schreibt:

Denn es gibt bei Gott keine Unterscheidung des Geschlechts, sondern durch die Unterschiedlichkeit des Geistes wird jemand entweder als ein Mann oder als eine Frau bezeichnet. Wie viele Frauen gibt es nicht, die bei Gott zu den starken Männern gezählt werden, und wie viele Männer müssen nicht den schwachen und trägen Frauen zugeordnet werden? (S. 163)

Ich (eine Frau) weiß bei solchen Texten nicht, ob ich lachen oder heulen soll: Ein Konzept der Aufwertung von Frauen, das gleichzeitig auf der systematischen Abwertung von Weiblichkeit beruht. In einer anderen Schrift aus dieser Zeit, die „Dialog des Erlösers“ heißt, macht Jesus genau diese Unterscheidung explizit: „Was aus der Wahrheit ist, stirbt nicht; was aus der Frau ist, stirbt.“ (S. 110) und es wird ausgeführt: „Zerstört die Werke der Weiblichkeit“. Dass der angeblich geschlechtslose Mensch in Wahrheit ein männlicher Mensch ist, wird schließlich besonders deutlich in einer Formulierung von Clemens von Alexandrien:

Denn an und für sich sind die Seelen selbst in gleicher Weise Seelen und keines von beidem, weder männlich noch weiblich, da sie weder heiraten noch sich heiraten lassen. Möglicherweise wird so auch die Frau verwandelt zum Mann, indem sie in gleicher Weise das Weibliche ablegt und männlich und vollkommen wird. (S. 175)

Das „weder männlich noch weiblich“ im ersten Teil des Zitats – also die Aufhebung der Geschlechterdifferenz – interpretiert Clemens im zweiten Teil als „Verwandlung“ der Frau, die das Weibliche ablegt und männlich wird. Diese Formulierung „weder männlich noch weiblich“ scheint im Übrigen fast eine Art frühchristlicher Formel gewesen zu sein, jedenfalls kommt sie auch in der Bibel, nämlich im Galaterbrief des Paulus vor (Gal 3,28):

Da sind nicht mehr Juden noch Griechen, nicht mehr Sklaven noch Freie, nicht mehr männlich noch weiblich; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus.

Die Stelle ist unter Theologinnen natürlich heiß diskutiert, den meisten Frauen gefällt sie gut, weil es so aussieht, als würden hier Nationalismus, Rassismus und Sexismus gleichzeitig kritisiert. Bei mir gehen bei der genannten Stelle immer alle Alarmglocken an, weil ich finde, dass diese drei Kategorien nicht vergleichbar sind. Man kann nämlich Grenzen zwischen Völkern auflösen (dann sind da nicht mehr Franzosen und Deutsche, sondern nur noch Europäer), und man kann nicht nur, sondern muss sogar ganz unbedingt die Sklaverei abschaffen (und zwar nicht nur innerhalb der christlichen Gemeinde, sondern generell), aber: Man sollte nicht die Frauen abschaffen. Meine ich jedenfalls.

Als ich neulich wieder einmal in einer Veranstaltung über diese Stelle lamentierte, wies mich eine Theologin, die das mitbekam, darauf hin, dass man das auch anders übersetzen könne (und sogar muss, meinte sie). Denn im Originaltext stehe an dieser Stelle:

Da sind nicht mehr Juden noch Griechen, nicht mehr Sklaven noch Freie, nicht mehr männlich und weiblich…

Beim dritten Differenzpaar, dem der Geschlechter, stehe also nicht ein „weder… noch“, sondern ein „und“. Sie interpretierte das so, dass nicht die Geschlechter an sich abgeschafft würden (analog zu den Grenzen zwischen Nationen und sozialen Ständen), sondern lediglich die heteronormative Kombination „männlich und weiblich“. Also nicht die Männer und die Frauen, sondern ihre symbolische Zueinanderordnung als Paar, das genau aus diesen zweien und nichts anderem besteht. Meine Angst vor einer Abschaffung der Weiblichkeit bzw. einer Zwangsvermännlichung der Frauen sei also unbegründet; abgeschafft würde lediglich das symbolisch zwangsweise aufeinander bezogene Mann-Frau-Paar.

Eine interessante These finde ich, der ich uneingeschränkt applaudiere. Ob sie für diesen alten Bibeltext zutrifft, weiß ich nicht (mein Griechisch ist auch zu eingerostet, um die Übersetzung zu prüfen), und wenn, dann haben zumindest Clemens und auch die Verfasser und Verfasserinnen der Maria-Magdalena-Texte aus dem 2. und 3. Jahrhundert das falsch verstanden.

Aber das ist vielleicht auch egal. Wichtig ist ja nicht, was zu diesem Thema in der Bibel steht, sondern was wir heute dazu denken.

Silke Petersen: Maria aus Magdala. Die Jüngerin, die Jesus liebte. EVA Leipzig, 2011, 18,80 Euro.


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10 Gedanken zu „„Zerstört die Werke der Weiblichkeit!“ (nicht)

  1. Beim dritten Differenzpaar, dem der Geschlechter, stehe also nicht ein „weder… noch“, sondern ein „und“.

    Habe die Stelle nachgelesen, obgleich mein Griechisch auch ziemlich eingerostet ist. Bei den ersten Gegensatzpaaren heißt es „oude – oude“, beim letzten tatsächlich „kai“. Die Adjektive musste ich dagegen erst nachlesen.

  2. Gregor der Große (564-604) schreibt in „Von der Sehnsucht der Kirche“ (irgendwo zwischen 200-215) über ein kontemplatives (bei Meditation) und aktives (Krankenpflege, Armenspeisung, usw.)
    christliches Leben. Für das erstere nimmt er Maria Magdalena als Beispiel/Symbol, für das zweite Martha.

    Das kann man, denke ich, als Indiz für eine , Unwesentlichkeit´ des weiblichen nehmen, Origenes und Clemens dann damit folgend, es ist für alle vollkommen klar, welchen Rang Frauen innehaben, weibliches ist dekorativ , nicht symbolhaft. Bei Gregor hatte sich die Kirche ja schon einigermaßen etabliert, das er Frauen zur Beschreibung des christlichen Lebens (das genannte Beispiel ist bedeutend für ihn; Kontemplation führt zur Vollendung des Lebens, keine Anekdote) benutzt steht überhaupt nicht im Widerspruch zu Chauvinismus (ich nehme nur an das G. nicht für Gleichberechtigung eintrat, ansonsten könnte man es emanzipatorisch lesen)

    schreibt Petersen etwas darüber?

  3. @Susanna14 – Danke für’s Nachschauen, dann hat das der alte Luther mal wieder eher frei übersetzt 🙂

    @Ephraim – Ja, um Gregor geht es in dem Buch auch ausführlich, weil auf ihn die Gleichsetzung von Maria Magdalena (der Jüngerin) mit Maria (der Schwester Marthas von Bethanien), und der Sünderin, die Jesus rettet (deren Namen in der Bibel nicht genannt wird), zurückgeht. Gregor hebt Maria Magdalena nicht mehr als Apostelin und Verkündigerin heraus, sondern – genau wie du schreibst – als Paradebeispiel für einen bußfertigen Menschen, der seine Sünden einsieht, umkehrt und dann erlöst wird. Tatsächlich hat sie bei ihm eine Vorbildfunktion für alle (auch für Männer). Allerdings beginnt damit dann auch die Spur, dass man sie eben immer mehr als Sünderin sieht. Im Lauf der Zeit werden die allgemeinen Sünden auf „sexuelles Laster“ eingeschränkt, damit wird Maria Magdalenas Sünde sozusagen „verweiblicht“ und sie wird dann zum Tugendbeispiel speziell für Frauen. Daher die ganzen nackten und voyeuristischen Magdalenendarstellungen später und die christlichen „Magdalenenhäuser“ zur Umerziehung von Prostitutierten oder „gefallenen“ Mädchen. Im Zuge dieser Sexualisierung Maria Magdalenas geht dann nicht nur die Seite mit der Verkündigerin und Apostelin verloren, sondern auch die der kontemplativen Christin, die in der Maria-Martha-Geschichte steckt. Zum Verhältnis der Schwestern Maria und Martha habe ich übrigens auch mal was geschrieben – http://antjeschrupp.de/marta-und-maria

  4. viele gute Sachen, die ich noch nicht kannte, danke.

    Die Stelle, die ich meine, klingt nicht nach dem Paradebeispiel von einem reuigem, umkehrenden Menschen.
    Ich habe mich nicht eingehend mit Maria befaßt, mir ist nur spontan ebendiese Stelle bei Gregor eingefallen, aber da steht Sünde nicht direkt im Vordergrund. Es schwingt natürlich immer mit, auch wenn man an Benedikts Demutsvorstellung denkt (das immer eine Haltung einzunehmen ist, als hätte man gesündigt; von Gewissensbissen zernagt, zerknirscht) die Gregor nahe war.
    Abgesehen davon habe ich es mehr nur allein auf ein positives gerichtet, anstatt ein negatives (Sünde) durch positives (Reue, Umkehr) aufwiegend, gelesen.

    Kurz vorher schreibt Gregor: “ Nicht aus Furcht vor Strafe, nicht in Erinnerung an die Vergehen, sondern von der Flamme der Liebe entzündet, wollen wir in Tränen der Liebe im Wohlgeruch der Tugenden entbrennen.“ (187.)

    Daran knüpft er dann die Vorstellungen, Möglichkeiten von christlichem Leben.

    Ganz würde ich dem Wechsel von der Verkünderin zur reuigen Sünderin bei Gregor nicht zustimmen, sie lehrt, verkündet (mit Worten) in seiner Darstellung nicht, aber 209. schreibt er, daß lehren/ missionieren („…Wort der Weisheit lehren…“) Teil des aktiven Lebens sei, damit geringer stehend ,innere Kontemplation, eigene ,Gottannäherung´ ist das höchste Ziel, dafür stellt er Maria als Beispiel dar.

    Ich finde, das würde schon einen Unterschied machen, bei der Frage, ob bei G. die Spur für Maria als Sünderin beginnt.
    Ich würde kontemplative Christin nicht mit Sünderin gleichsetzen.

    Aber wir gesagt, ich beziehe mich nur auf diesen Abschnitt, hab ausführlich nur dieses Buch von G. behandelt.

  5. @Ephraim – Ja, kann gut sein, dass das nicht direkt auf Gregor zurückgeht, sondern erst in den Jahrhunderten danach sich so entwickelt hat. Allerdings ist bei ihm wohl diese Gleichsetzung Magdalena/Maria/Sündern (also die Vermischung von drei neutestamentlichen Frauen zu einer) zuerst da. Dieser Fokus auf die Liebe kommt etwa von der Geschichte, wo Jesus einer Sünderin die Dämonen austreibt, mit der Begründung „Sie hat viel geliebt“. Die Geschichte ist schön, die Frau ist aber eben nicht Maria Magdalena. Und mit dem Fokus auf die „innere Kontemplation“ lenkt er dann ab von der Rolle der Apostelin, die Magdalena in den Jahrhunderten zuvor (in Teilen der Kirche) noch hatte. Aber das alles im Detail ist natürlich nach so vielen Jahrhunderten schwer nachzuvollziehen, an diesen Entwicklungen war ja auch nicht nur eine Person beteiligt, sondern das vollzog sich nach und nach.

  6. Ja, er hätte sie wahrscheinlich nie mit einem der zwölf gleichgesetzt.

    Mir ist der ganze Entwicklungszusammenhang damals in Teilen noch sehr stark ein Rätsel. Z. B. Gregor schreibt teilweise sehr einfühlsam und zugewandt und gleichzeitig hat man im Hinterkopf, daß er Heiden foltern ließ um sie zu bekehren.

  7. Ein Konzept der Aufwertung von Frauen, das gleichzeitig auf der systematischen Abwertung von Weiblichkeit beruht.

    hier steht doch die frage, was denn weiblichkeit eigentlich ist.

    Denn: Jede Frau, wenn sie sich männlich macht, wird in das Reich der Himmel eingehen.

    niemand kann sich „weiblich“ oder „männlich“ machen, wenn man das geschlecht als originäre eigenschaft des körpers versteht, nicht aber als nachgeordnete verhaltensweise.
    versteht man das geschlecht aber als verhaltensweise, dann muss man leider konstatieren, dass viele negative verhaltensweisen dem weiblichen zugeschrieben werden bzw. die vermeintlich „weiblichen“ verhaltensweisen negativ bewertet werden. die frage, ob diese verhaltensweisen per se negativ sind, oder ihren negativen charakter bekamen, nachdem sie dem weiblichen zugeschrieben wurde, ist die nach henne und ei. es ist aber kaum etwas dagegen einzuwenden, negative bzw. negativ konnotierte eigenschaften nicht zu perpetuieren, sondern abzulegen und sich auf diese art „männlich zu machen“, denn das eigentlich weibliche, die eigenschaft des körpers nämlich, wird davon gar nicht tangiert. frauen sind weiblich, egal welche verhaltensweisen sie praktizieren.

  8. @Horst_Sabine – In diesem Fall ging es tatsächlich auch um den weiblichen Körper, der insofern er „Körper“ war, als negativ angesehen wurde. In unserer Kulturgeschichte wurde Weiblichkeit mit „Körperlichkeit“ gleichgesetzt und Männlichkeit mit „Geistigkeit“. Die hier zitierte Denkschule (und sie war bekanntlich einflussreich), sah in der Körperlichkeit etwas Negatives – und das wurde auf Frauen übertragen. Die Idee war, dass sie auch „reiner Geist“ werden könnten, wie Männer. Von daher ist bei all dem auch zu fragen, ob das, was als negativ bewertet und mit Frauen identifiziert wurde, überhaupt negativ ist (Körperlichkeit ist nichts Negatives, auch wenn es Arbeit macht, zum Beispiel Kochen, Waschen, Pflegen usw.). Explizit wurde das in einer weiteren Stelle des Textes auch mit der Tatsache zusammengebracht, dass Frauen Kinder gebären, also damit diese Körperlichkeit immer weiter perpetuieren. Das wurde dann später dahin gehend weiter entwickelt, dass dieser weibliche Körper (und damit diese „natürlichen Funktionen“ und das Kinderkriegen) als Grund für den Ausschluss der Frauen aus dem Bereich der Politik angesehen wurde. Das ist natürlich eine höchst irreale Philosophie, die, würden alle Frauen das Angebot der „Vermännlichung“ annehmen (also keine Kinder mehr kriegen, kein Essen mehr kochen, keine bedürftigen Körper mehr versorgen) zum Aussterben der Menschheit führen würde. Eine spätere Variante dieses Denkens war das Zölibat für Frauen, also dass sie durchaus „männliche“ Berufe ergreifen konnten, solange sie nicht heirateten, also potenziell Mütter wurden. Dieses Zölibat hatten wir in Deutschland für Beamtinnen z.B. noch bis in die 1960er Jahre.

  9. ich hätte diesen satz mit zitieren sollen, auf den bezog ich mich eigentlich:

    Ein Schelm, wem dabei die Logik der modernen Gleichstellungspolitik einfällt.

  10. Im Dialog des Erlöseres steht:

    Matthäus sagte: „Sag mir, Herr, wie die Toten sterben und wie die Lebendigen leben.“
    Der Herr sagte: „Fragt mich über einen Spruch, welches Auge hat nicht gesehen, noch habe ich es gehört außer von dir. Aber ich sage euch, daß, wenn das, was den Menschen kräftigt, entfernt wird, er ,tot` genannt werden wird. Und wenn das, was lebt, das, was tot ist, verläßt, dann wird das, was lebt, gerufen werden.“
    Judas sagte: „Warum nun, um der Wahrheit willen, sterben sie und leben?“
    Der Herr sagte: „Was immer aus der Wahrheit geboren ist, stirbt nicht. Was immer aus einer Frau geboren ist, stirbt.“

    Damit ist der Körper jedes Menschen gemeint, denn er kommt aus der Frau. Der Körper stirbt, was aus der Wahrheit kommt stirbt nicht.

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