Kategorie: Geschlechterdifferenz

  • Frausein und Schwarzsein verschlechtert nicht die Chancen, gewählt zu werden

    Das ist ein interessantes Interview, wenn auch die Ergebnisse nur so überraschend sind, wenn man den oberflächlichen Diskurs über Gender und andere Identitäten zum Maßstab nimmt. Dass Frausein und Schwarzsein für Hoffnung auf Veränderung stehen kann, ist doch seit Merkel und Obama offensichtlich. Meine Theorie ist ja, dass so nach 9/11 und Finanzkrise ungefähr dieser…

  • Nochmal: Wie entstand das Patriarchat?

    Seit Friedrich Engels uns das in den Kopf gesetzt hat, geistert die Idee durch die linke europäische Ideengeschichte, dass die Ursache allen Übels (Patriarchat, Kapitalismus, you name it) die Familie sei. Die britische Journalistin Angela Saini widerspricht. Nicht Familienstrukturen standen am Anfang des Patriarchats, sondern Staaten. Hier meine Besprechung ihres Buches „Die Patriarchen“, auf Deutsch…

  • Pazifismus ist nicht das Gegenteil von Militarismus, es ist etwas anderes.

    Pazifismus ist nicht das Gegenteil von Militarismus, es ist etwas anderes. Der Grundfehler unserer Kultur ist vielleicht der, dass wir wirklich „etwas anderes als“ und „das Gegenteil von“ nicht auseinanderhalten können. Bei den Geschlechtern ist es ja auch so. Nur so lässt sich zum Beispiel erklären, dass der Titel von Simone de Beauvoirs Buch „Das…

  • Gab es in der Steinzeit schon Frauen und Männer?

    Heute sah ich diese interessante Arte-Dokumentation mit dem etwas merkwürdigen Titel „Geschlechterkonflikt – Frauenbilder der Geschichte“: Sehr empfehlenswert, schaut sie euch dieser Tage an, sie ist nur noch bis zum 5. April in der Mediathek verfügbar! Es geht dabei um neue archäologische Erkenntnisse über die Geschlechterverhältnisse in der Steinzeit und im Neolithikum. Im 19. Jahrhundert…

  • Gender bei den Yoruba. Noch ein paar Überlegungen.

    Im Nachklapp zu meinem aktuellen Text im 10 nach 8-Blog auf Zeit-Online über die Frage „Gibt es überhaupt Männer und Frauen?“ hat es noch einige Nachfragen und Anmerkungen zu dem darin angeführten Beispiel der präkolonialen Kultur der Yoruba in Nigeria gegeben. So wurde darauf hingewiesen, dass die Thesen von Oyèrónké Oyèwùmí keineswegs unumstritten sind. Bei…

  • Die einen haben einen Uterus, die anderen ein Gehirn

    Hier gibt es einen interessanten Artikel des Historikers Philipp Sarasin zum Thema 250 Jahre Sexualität. Wie ich drüben auf piqd schon geschrieben habe, vertritt er die Ansicht, dass „Sexualität“ als Konzept erst vor rund 250 Jahren, nämlich mit Beginn der bürgerlichen Moderne, entstanden ist. Galt vorher der Geschlechtsakt in christlicher Tradition als etwas, von dem…

  • Frausein ist nicht binär oder: Wir sind hoffentlich alle Enbies!

    In letzter Zeit lese oder höre ich öfter, dass Personen sich bezüglich ihrer Geschlechtsidentität als „jenseits der binären Geschlechterordnung“ (als „Nonbinär“ oder kürzer „Enbies“ für „NB“) bezeichnen. Das ist natürlich eine prima Sache, der ich applaudiere. Aber was ich nicht akzeptiere ist, wenn der Eindruck erweckt wird, dass sie deshalb keine Frauen mehr wären. Ich meine: Es…

  • Frauen, Dudes und andere Geschlechter

    Kürzlich hatte ich einen kurzen Austausch mit einer Person, nennen wir sie hier X, die ich zunächst aufgrund ihres Ausehens und ihres Namens für eine Frau hielt. Ich hatte einen Vortrag von ihr gehört, wir hatten uns danach kurz unterhalten, ich hatte ein paar kritische Anmerkungen dazu. Ein paar Wochen später schrieb sie mir eine…

  • Ciswissenschaft und Transpolitik

    Diese Woche war ich bei einem Kongress über Transsexualität und hörte zwei Professoren, die (in Bezug auf Beheimatung im bestehenden System) so dermaßen Cis waren, dass es fast schon einer Karikatur ähnelt. Kurzfassung: Die Wissenschaft hat nun festgestellt, dass Transsexualität normal ist. Normal nicht etwa deshalb, weil wir in politischen Auseinandersetzungen eine Kultur hervorgebracht hätten,…