Kategorie: Sprache
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Zur Verwobenheit von Sprache und Geschlecht
Vor einiger Zeit hörte ich einen Vortrag von Damaris Nübling, Sprachwissenschaftlerin an der Uni Mainz, die empirisch die Veränderungen in der Sprache untersucht, speziell im Hinblick auf die Verwobenheit von Sprache und Gender. Das ist alles außerordentlich spannend und komplex. Ich habe die für mich interessantesten Punkte aufgeschrieben, hier ist der Link. Angesichts der Vielschichtigkeit…
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Wie soll man mit rassistischen und sexistischen „Stellen“ in Büchern umgehen?
Gerade wird wieder über die Frage von Neuauflagen von Büchern diskutiert, am Beispiel von Miss Marple und Roald Dahl. Es geht darum, dass bei Neuauflagen manche Passagen umformuliert wurden, um diskriminierende, etwa rassistisch oder sexistische Ausdrücke zu ersetzen. Dass darüber diskutiert wird, ist natürlich super, die Frage ist nur wie. Denn anstatt sich mit Argumenten…
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Gegen Sprachpolizei, Zensur und Sprachdiktate!
Immer häufiger höre ich, dass Behörden, Regierungen oder staatliche Stellen ihren Mitarbeiter*innen bestimmte sprachliche Ausdrucksformen verbieten, lustigerweise sind das dieselben, die sich über vermeintliche (nicht existierende) feministische „Sprachdiktate“ aufregen. Heute höre ich das aus Niederösterreich, vorige Woche vom Kultusministerium Schleswig-Holstein, das sind nur die zwei letzten, vorher gab es da schon ein paar andere, ist…
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Gestohlene Autoritäten: Gott und Wissenschaft
Heute kamen mir zwei Stellungnahmen in die Timeline, die für mich interessante Beispiele sind für eine Diskursweise, bei der Mächtige (oder vermeintlich Mächtige) versuchen, politische Debatten zu unterbinden unter Verweis auf eine höhere Autorität, mit der sie ihre eigene Macht legitimieren und verteidigen. Und zwar: Ein Bericht über die Absage von Kardinal Gerhard Ludwig Müller…
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„Gegenderte“ Sprache: Es geht nicht um Diskriminierung, sondern um Sichtbarkeit
Nele Pollatschek hat im Tagesspiegel einen Artikel geschrieben mit dem Titel „Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer“. Darin weist sie auf den Umstand hin, dass durch sprachliche Verwendung von weiblichen und männlichen Formen (statt des generischen Maskulinums) das Geschlecht von Personen eine größere Bedeutung annimmt, weil man ständig darauf hingewiesen wird, und stellt deshalb…
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Mit Aliens reden
Im Redaktionsteam des Internet-Forums Beziehungsweise Weiterdenken hatten wir die Idee, ein neues Format auszuprobieren: So eine Art Zoom-Quartett zu Themen, die jeweils eine von uns interessieren. Den Anfang machte Anne Newball Duke (links unten): Sie schlug uns vor, über den Film „Arrival“ von Denis Villeneuve und die dahinter stehende Kurzgeschichte „Story of your Life“ von…
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Sprache: Es geht nicht um das „Mitgemeintsein“ von Frauen
Ich versuche schon seit einiger Zeit, zu verstehen, wieso diese Kultur sich so vehement gegen eine Veränderung von Sprache, die Frauen sichtbar macht, wehrt. Wieso dieses Thema ihnen so wichtig ist, dass eine Sparkasse lieber einen kleinkarierten Rechtsstreit führt, als einfach ein paar Formulare zu verändern. Warum so vielen Leuten so viel daran liegt, auch…
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Warum ich das Wort „Schmarotzer“ liebe
Nach meinem gestrigen Post gab es wieder viele Reaktionen auf meine unbekümmerte Verwendung des Wortes Schmarotzer. Das war ja ein Selbstzitat: Schon vor einiger Zeit habe ich das Wort „Internetschmarotzer_innen“ erfunden, für diejenigen Leute, die nur Sachen aus dem Internet herausholen und nichts reinschreiben. Schon damals war in den Kommentaren heftig darüber diskutiert worden, ob…
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Kontext. Wie Wörter zu ihrer Bedeutung kommen.
Zu der aktuellen Debatte um rassistische Begriffe in Büchern und die Frage, ob man „Klassiker“ verändern kann, soll oder muss, möchte ich nun doch auch noch einen Aspekt beisteuern, der mir in der bisherigen Diskussion fehlt, nämlich die Bedeutung des Kontextes. Wörter haben keine fixen, absoluten Bedeutungen, sondern was ein Wort bedeutet, ergibt sich überhaupt…