Notizen zur Arbeit der sexuellen Differenz
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Die fehlende Aufmerksamkeit vor der Meinung
Gerade stolperte ich über einen Tweet von mspro, der auf einen Blogpost aufmerksam macht, in dem Facebook-Kommentare zu dem Buch “Hier ist alles Banane – Erich Honeckers geheime Tagebücher 1994-2015” dokumentiert sind. Im Ton der Entrüstung stellen da Leute fest, dass es sich dabei ja wohl um eine Fälschung handeln muss. Soweit so Banane, und nach einem…
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Hillary machts möglich – Victoria wird endlich berühmt!
Dank der Kandidatur von Hillary Clinton und den recht guten Chancen, dass sie Präsidentin von Amerika wird, wird jetzt auch Victoria Woodhull wieder entdeckt – die erste Frau, die für die Präsidentschaft kandidiert hat (1872) und die ich Mitte der 1990er Jahre aufgespürt habe. Damals schrieb ich meine Doktorarbeit in Politischer Ideengeschichte über feministische Sozialistinnen in…
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Gender, Pokémon und der Nutzen von Theorie – Besondere Umstände, Episode 23
Eine neue Folge unseres Podcasts „Besondere Umstände“ steht online, neben Benni und mir war diesmal auch wieder Eva dabei. Hier ist der Link.
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Bedrohte Meinungsfreiheit: Die Stimmen derer, die fehlen
Vor einigen Tagen löschte die amerikanische Schauspielerin Leslie Jones ihren Twitter-Account, weil sie die Beschimpfungen, Beleidigungen und Bedrohungen nicht mehr ertragen wollte, die dort auf sie eingeprasselt sind. Ihr Vergehen: Sie hat in dem Film Ghostbusters mitgespielt (der am 4. August in Deutschland und Österreich anläuft). Dieser Film hat nach Ansicht zahlreicher Männer den Fehler, dass…
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Warum ich nicht mehr über Care und Gender sprechen will
Wenn über Care gesprochen wird, werden fast immer im selben Atemzug seine geschlechtsspezifischen Aspekte betont: dass Frauen viel mehr unbezahlte und schlecht bezahlte Carearbeit leisten als Männer, dass sie dadurch auf dem Erwerbsarbeitsmarkt benachteiligt sind, dass sie verarmen und so weiter. Auf diese Weise entsteht der Eindruck, die Beschäftigung mit Care sei vor allem ein „Frauenthema“,…
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Konfliktvermeidende Zustimmung: der freundliche Weg, Feminismus nicht ernstzunehmen
„Jede Menge Geschlechter, die aber alle männlich sind“ schrieb eine Bekannte in den Facebook-Thread, in dem ich mich gestern Abend ein bisschen über dieses (lesenswerte) Interview in der ZEIT mit Lann Hornscheidt geärgert habe. Hornscheidt macht Gender-Forschung an der Humboldt-Universität und lehnt für sich die Einordnung als weiblich oder männlich ab und will daher auch nicht mit…
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Anarchismus und Geschlechterverhältnisse
Philippe Kellermann hat ein Buch herausgegeben über „Anarchismus und Geschlechterverhältnisse“ – Teil 1 (ein zweiter ist offenbar zu erwarten). Ich habe dafür noch einmal ausführlich das Thema „Feminismus und die Politik von Frauen in der Pariser Kommune“ aufgeschrieben, aber es gibt außerdem zahlreiche andere lesenswerte Texte in dem Band. In diesem Blog habe ich ja schon öfter…
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Heut gibt’s was für die Ohren
Hallo Ihr Lieben, ich möchte euch auf zwei Audios aufmerksam machen, die von mir heute ins Netz kamen: Das Schweizer Radio interviewte mich fast eine halbe Stunde lang über Victoria Woodhull, die amerikanische Präsidentschaftskandidatin von 1872, deren Biografie ich geschrieben habe. Super Frau, und ich finde, in dem Interview ist alles wichtige ganz gut zusammengefasst. Außerdem…
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Warum es nicht „binär“ ist, wenn ich von Frauen und Männern spreche
Immer wenn ich mit jüngeren Feminist_innen diskutiere, dauert es nicht lange, und es kommt die Frage, ob meine Art, über Frauen und Männer zu sprechen, nicht „binär“ wäre. Ich möchte hier einmal aufschreiben, warum ich das nicht finde. Ein „binäres“ Verständnis von Geschlecht geht ja davon aus, dass es genau und nur zwei Geschlechter gibt,…
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