Der falsche Systemwechsel beim Elterngeld

In Deutschland gab es mal ein Elterngeld Erziehungsgeld: 300 Euro im Monat für jedes Kind, egal ob die Eltern reich oder arm waren, egal, welchen Beruf sie ausübten, und das zwei Jahre lang. (Ergänzung: Es gab allerdings eine familiäre Obergrenze beim laufenden Monatseinkommen).

Eine gute Idee, denn Kinder kosten Geld, und vor allem brauchen Kinder Zeit, man muss sich um sie kümmern. Das Geld nahm da ein wenig den Druck raus, ein wenig, denn 300 Euro sind ja nicht gerade viel. Aber das Elterngeld würdigte immerhin die Erziehungsleistung von Müttern (und gegebenenfalls Vätern), und zwar unabhängig von ihrem „Marktwert“ als Arbeitkräfte, unabhängig von ihrer Employability, wie es heute heißt.

Dann kam die Idee auf, noch ein anderes Elterngeld einzuführen: Nämlich der Mutter oder dem Vater, die oder der vorher erwerbstätig war und wegen des Kindes für bis zu zwölf Monate das Arbeiten unterbricht, einen Prozentsatz des Lohnes zu ersetzen: 67 Prozent bisher (jetzt sollen es 65 Prozent werden), maximal jedoch 1800 Euro, mindestens aber 300 Euro.

Dieses neue Elterngeld folgt einer ganz anderen Logik als das alte: Es wird nicht mehr pro Kind bezahlt, wobei jedes Kind, unabhängig von der sozialen Herkunft, gleich viel wert ist, sondern es ist abhängig von der Erwerbstätigkeit der Mutter oder des Vaters: Je mehr Geld sie verdienen, desto mehr ist dem Staat (also uns allen) auch ihre Kindererziehungsarbeit wert.

Das wurde nun auch als feministische Errungenschaft gefeiert: Schließlich sind es vor allem die Mütter, die wegen der Kinder ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen. Dieser Umstand sollte den Frauen nun weniger zum Nachteil gereichen als vorher. Außerdem wurden noch die so genannten Vätermonate eingeführt, das heißt, wenn auch der Vater sich bereit erklärt, mindestens zwei Monate die Erwerbsarbeit zu unterbrechen, wird die Gesamtlaufzeit des Elterngeldes auf 14 Monate verlängert.

Doch trotz dieser frauenpolitischen Begleitmusik war schon dieses Elterngeld unsozial, und zwar deshalb, weil es nicht zusätzlich eingeführt wurde (worüber man durchaus hätte diskutieren können), sondern weil es zu Lasten der Armen refinanziert wurde, durch die Verkürzung des „alten“ Elterngeldes von zwei auf nur noch ein Jahr für alle. Es war also bereits eine Umverteilung von unten nach oben – arme Mütter bekamen nun weniger Geld vom Staat, reiche mehr. Arbeitslose Eltern haben zudem auch nicht die Möglichkeit, die Gesamtzeit auf 14 Monate zu erhöhen. (Frage: Stimmt das so? Gerade bekam ich eine DM, dass auch Arbeitslose 14 Monaten Elterngeld bekommen können – wer es genau weiß, bitte in die Kommentare schreiben, Danke!) So hat das neue Elterngeld unterm Strich dazu beigetragen, die soziale Schere in Deutschland, den Abstand von Reich und Arm zu vergrößern.

Und jetzt soll Hartz-IV-Empfängerinnen das Elterngeld komplett gestrichen werden. War das neue Elterngeld noch eine Kombination beider Logiken, so hat nun die neue Logik die Oberhand gewonnen: Kinderbetreuung ist nicht mehr eine unterstützenswerte Sache an sich, sondern ihr ökonomischer Wert, also das, was der konkreten Familie von der Allgemeinheit dazu beigesteuert wird, ist direkt an die Erwerbsarbeit gekoppelt: Je besser jemand verdient, desto mehr gibt es auch.

Interessant ist dabei die Argumentation von Familienministerin Kristina Schröder: Sie erklärt nämlich das Elterngeld für Hartz-IV-Empfängerinnen (also das alte Elterngeld) für „systemwidrig“ – denn mit Hartz IV sollen alle Bedarfe abgedeckt sein. Hartz IV deckt aber lediglich die Bedarfe des Lebensunterhaltes. Erziehungsarbeit ist hier also gerade nicht einkalkuliert. Und Elterngeld hat – auch in der neuen Variante – nicht den Sinn, den Bedarf an Lebensunterhalt zu sichern, sonst bräuchte eine Familie mit zwei gut verdienenden Elternteilen, von denen eines die Erwerbsarbeit reduziert, ja keines. Es geht beim Elterngeld eben gerade nicht um den Bedarf an Lebensmitteln, Kleidung und Wohnung, sondern es geht darum, dass die Erziehungsleistung finanziell gewürdigt wird. Warum aber soll die Erziehungsleistung einer Rechtsanwältin von der Allgemeinheit teilweise finanziert werden, die einer Arbeitslosen aber nicht?

Das Interessante an diesem Thema ist also nicht unbedingt die Frage nach der absoluten Höhe des Betrags – auch wenn natürlich Hartz IV wenig Geld ist, und hatten wir erst nicht kürzlich eine große Debatte über das Armutsrisiko Kind? Aber es geht genau nicht darum, wie viel eine Familie zum Leben braucht, sondern es geht darum, ob Erziehungsarbeit ökonomisch anerkannt wird. Und genau hier ist der Systemwechsel bedeutsam. Wie definieren wir als Gesellschaft unsere Verantwortung für Kinder? Beteiligen wir uns an den Kosten der Erziehungsarbeit von Müttern (und gegebenenfalls Vätern)? Oder geht es lediglich darum, ihnen einen Verdienstausfall zu ersetzen?

In anderen Worten: Ist uns Erziehungsarbeit per se etwas wert, wollen wir die Menschen, die sie leisten, unterstützen? Oder ist uns nur die (marktförmige) Erwerbsarbeit etwas wert? Genau darin besteht der Systemwechsel, der jetzt definitiv vollzogen wird: Elterngeld ist kein Geld mehr, das die Erziehungsarbeit belohnt, sondern lediglich der Ersatz für entgangenen Erwerbsarbeitslohn.

Interessant sind übrigens auch die Summen, um die es hier geht. Laut Spiegel soll die Streichung des Elterngeldes für Hartz-IV-Empfängerinnen 400 Millionen Euro im Jahr bringen, das Senken des Prozentsatzes für den Einkommensersatz von 67 auf 65 Prozent soll weitere 200 Millionen bringen. Das heißt, es wäre relativ leicht, das „alte“ Elterngeld, wonach die Erziehung jedes Kind einen Mindestbetrag wert ist, beizubehalten: Man könnte zum Beispiel den Prozentsatz gleich auf 60 Prozent senken, oder man könnte den Maximalbezug für alle Eltern auf zwölf Monate begrenzen (inklusive Vätermonate, wenn man die behalten will), oder man könnte vor allem die Höchstgrenze auf 1500 Euro heruntersetzen (dann würde es wirklich nur die eher Reichen treffen). Den relativ gut Verdienenden, die dadurch auf einige hundert Euro verzichten müssten, würde das alles zwar schon weh tun, aber nur mäßig – jedenfalls sehr viel weniger, als den Hartz-IV-Empfängerinnen, die am wirtschaftlichen Existenzminimum leben.

Aber es geht bei diesen Sparvorhaben gar nicht darum, sozial ausgewogen Geld einzusparen. Es geht im Übrigen auch nicht um die Verteilung der Geschlechter bei der Erziehungsarbeit und um die damit verbundenen innerfamiliären Aushandlungsprozesse – wer da ernsthaft etwas verändern will, müsste zu allererst mal das Ehegattensplitting abschaffen, was ja außerdem noch den Charme hätte, dass mehr Steuergelder hereinkämen. Aber das alles sind ohnehin nur vorgeschobene Argumente. Das, worum es hier geht, ist die Durchsetzung einer neoliberalen Ideologie auch in diesem Bereich: die totale Anbindung der gesellschaftlichen Beteiligung nun eben auch in punkto Kindererziehungsarbeit an die Erwerbsarbeitslogik.

Das „neue“ Elterngeld ist, auch wenn es mit feministischen Girlanden umrankt wird, jedenfalls gerade nicht das, was feministische Kritikerinnen der Erwerbsarbeitslogik im Sinn haben, wenn sie seit den 1970er Jahren dafür eintreten, die Reproduktionsarbeit (die ja im Übrigen auch mehr umfasst als nur das Versorgen von Kindern im ersten Lebensjahr) in der Ökonomie angemessen zu berücksichtigen. Die Erwerbsarbeitsgesellschaft ist seit langem in der Krise, es wird keine Vollbeschäftigung mehr geben, und sie wäre aus tausendundeinem Grund auch nicht wünschenswert. Alle Sozialleistungen, die an die Erwerbsarbeit gekoppelt sind, sind tendenziell ungerecht und verschärfen die soziale Spaltung. Wir brauchen nicht mehr davon, sondern weniger.

Und keinesfalls wird der Tanz um dieses goldene Kalb der Erwerbsarbeit dadurch besser, dass man dabei „Frauenförderung“ ruft. Er wird dadurch nur noch ein bisschen zynischer.

P.S.:

Noch eine kleine Bemerkung zu dem Tweet von @kristinakoehler, den der Genderblog diskutiert: „Eine Familie in Hartz IV, 2 Kinder, erhält inkl. Elterngeld 1885 € vom Staat. Netto! Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?“ – Dieser Tweet zeigt das ganze Dilemma der Sache. 1885 Euro hört sich erstmal viel an, aber rechnen wir mal durch: Davon Miete bezahlen plus Nebenkosten plus Essen und Kleidung für vier Personen, plus Transport. Plus alles, was an Anschaffungen hinzukommt. Die kaputte Waschmaschine, die Zahnarztbehandlung usw. usw. Und solche Familien haben im Notfall dann keine Eltern, die sie fragen können (Geldgeschenke werden ebenfalls auf Hartz IV angerechnet), und sie haben auch nichts auf der hohen Kante liegen. Sie müssen genau damit auskommen, ohne Sicherheitsnetz.

Und: In Zukunft soll nach den Plänen der Regierung genau diese Familie mit nur noch 1585 Euro auskommen. Besser konnte man es nicht illustrieren. Und zur Frage der Gerechtigkeit: Ja, richtig, in vielen Branchen werden inzwischen nur noch Löhne bezahlt, die ebenso niedrig sind wie Hartz IV oder noch niedriger. Deshalb müssen die Betroffenen, obwohl sie arbeiten, noch „ergänzende Leistungen“ beziehen. Das ist natürlich ein Problem – und das Problem heißt eben Erwerbsarbeitsfixierung. Wie man darauf kommen kann, dass die Niedriglohn-Betroffenen etwas davon haben, wenn anderen Leuten Geld weggenommen wird, ist mir schleierhaft.

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128 Gedanken zu „Der falsche Systemwechsel beim Elterngeld

  1. Vielen Dank! Kleine Korrektur nur: Das „frühere“ Elterngeld hieß damals (Bundes-)Erziehungsgeld.

  2. Ich kann gar nicht so oft Skandal, Scham, Schande schreiben, wie es nötig wäre.

    Und: „[..] als den Hartz-IV-Empfängerinnen, die am wirtschaftlichen Existenzminimum leben.“ Sie leben nicht am, sondern unter, als Alleinerziehende weit darunter.

  3. Pingback: Genderblog » Kot über dem Familienministerium

  4. Danke für diesen Artikel.

    Es ist aber alles noch viel schlimmer. Frau Merkel hat im November 2006 vor dem Arbeitgebertag ganz deutlich gesagt, dass das Elterngeld nicht eingeführt wird, damit sich mehr Männer um die Erziehungsarbeit kümmern. Es wurde eingeführt, damit die skandalös hohe Zahl von 40%iger Kinderlosigkeit der Akademiker gesenkt werden soll. Der Skandal daran: Die Zahl war erstunken und erlogen. Bereits Monate zuvor hatten alle wichtigen Institute diese Zahl dementiert. Das Elterngeld basiert auf einer Lüge.
    Hier gibt es weitere Informationen: http://dishwasher.blogsport.de/2010/06/07/regierung-elterngeld-wird-fuer-arme-komplett-gestrichen/

  5. Pingback: Ausgewogen, fair und gerecht « … Kaffee bei mir?

  6. Die Frage, was „gerecht“ ist, ist eine Seite. Auch da kann man verschiedener Ansicht sein, was gerecht oder sozial ausgewogen ist und was nicht, sei’s drum.

    Was hier im Artikel überhaupt nicht anklingt, ist die tatsächliche Wirkung solcher Maßnahmen, seien sie auch noch so gerecht.

    Die Kürzung des Elterngeldes der „Reichen“ zugunsten der „Armen“ hört sich erstmal gut an. Das tut den Reichen „nur mäßig“ weh und den Armen profitieren maßgeblich. Nur wozu führt das? Dazu, dass die „Reichen“ sich noch weniger für Kinder entscheiden und das die „Armen“ bei Eltern- bzw. Erziehungsgeld als Anreiz zum Kinderbekommen wirkt. Ist es das, was wir wollen?

    Damit komme ich zu einem weiteren Aspekt: Ich habe Zivi gemacht in einer Einrichtung, die sich mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Aus meinen Erfahrungen von dort, kann ich erzählen, dass bei den „Armen“ die zu würdigende Erziehungsarbeit oft schlichtweg nicht erbracht wird. Es müsste, wenn man zum Erziehungsgeld im Sinne von Würdigung von Erziehungsarbeit zurück will, auch einen Kontrollmechanismus haben, dass die Erziehungsarbeit in adequater Qualität erbracht wird, der dann auch die Macht hat, gegebenenfalls eine Kürzung oder Streichung des Erziehungsgeldes zu erwirken.

    Oder fällt dieser Gedanke schon unter „Tanz um das goldene Kalb der Erwerbsarbeit“?

  7. Auch das Erziehungsgeld war einkommensabhängig, bei einem zu hohen Familien- oder Einzeleinkommen gab es nur bis zum 6. Lebensmonat etwas. Eine Erziehungsleistung zu „entlohnen“, konnte ich so noch nie ausmachen, egal wie man diesen Entgeltersatz nun nennen mag und wie niedrig er nun sein mag. Eigentlich ging es mE. immer nur darum, einen Elternteil mit einem Taschengeld ausgestattet, dafür zu motivieren, wenigstens ein paar Monate lang auf eigenes Einkommen zu verzichten.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bundeserziehungsgeldgesetz

  8. @Johannes – kürzen und streichen als Erziehungsmittel hat noch nie etwas gebracht, Gerade wenn Sie mit verhaltensauffälligen Kindern u. Jugendlichen gearbeitet haben müssten sie das kennen. Somit wächst eine neue Generation „armer“ Kinder heran, die sich aus Angst vor Kürzung und Streichung ducken und buckeln oder ihren Aggressionen freien Lauf lassen. Wie wollen sie das mit ein paar Sozialarbeiterstunden ausgleichen? Ich arbeite seit 21 Jahren in der Migrationssozialarbeit und haben mit allen Altersstufen, besonders mit Mädchen und Frauen zu tun. Nur so, falls Sie meinen ich würde vom blauen Himmel reden.

  9. Das Kürzen und Streichen ist ja auch kein Erziehungsmittel. Wenn man aber das Erziehungsgeld als Würdigung für Erziehungsarbeit ansieht, dann ist die logische Voraussetzung, dass die Erziehungsarbeit auch in adequater Qualität erbracht wird.

    Oder andersrum: Wird die Erziehungsarbeit also nicht erbracht, kann es logischerweise auch keine finanzielle Würdigung dafür geben.

    Ich wäre eher dafür, finanzielle Zuwendungen für Familien zu kürzen zu Gunsten von kostenloser Kinderbetreuung für Kleinkinder. Bei Schulkindern würde ich mir Unterstützung von Musikuntericht, Malunterricht, Sport, THW und dergleichen wünschen.

  10. Antje: „…Erziehungsgeld: 300 Euro im Monat für jedes Kind, egal ob die Eltern reich oder arm waren, egal, welchen Beruf sie ausübten, und das zwei Jahre lang.“

    Der Bezug des Erziehungsgeldes war durchaus einkommensabhängig. Allerdings im Vergleich zum aktuellen Elterngeld genau umgekehrt: je mehr aktuelles Familieneinkommen, desto weniger Erziehungsgeld (grob gesagt).

    Wenn es nach mir ginge, würde statt „frauenpolitischer Begleitmusik“😉 mal mehr auf die Wirksamkeit der diversen Maßnahmen geschaut. Vom aktuellen Elterngeld hatte man sich ja eine höhere Gebärfreudigkeit in höheren Einkommenskreisen erhofft. Was aber offenbar nicht eingetreten ist. Also warum nicht das Ganze wieder streichen und durch das alte Erziehungsgeld ersetzen? Wenn sog. besserverdienende Frauen in Deutschland unabhängig von der Höhe des staatlichen Eltern- oder Erziehungsgeldes konstant wenige Kinder bekommen, braucht der Staat doch da kein zusätzliches Geld reinzupumpen.

    Zu der „neuen Logik“ („Kinderbetreuung ist nicht mehr eine unterstützenswerte Sache an sich, sondern ihr ökonomischer Wert“), von der Du sprichst: So radikal kann ich da mit dem Sparpaket keinen Systemwechsel erkennen, sonst wäre nämlich das meines Wissens immer noch vorgesehene sog. „Betreuungsgeld“ (von manchen auch „Herdprämie“ genannt) gleich mitkassiert worden. Oder auch das Ehegattensplitting: Hätte die Regierung ein deutliche(re)s Interesse daran, mehr Frauen zu mehr Erwerbstätigkeit zu motivieren/zwingen, würde sie diese Steuerregel kippen.

  11. Pingback: Das bisschen Erziehung | DENKDING

  12. „Ist uns Erziehungsarbeit per se etwas wert“ – Das wäre sicher gut, und das fehlt noch, und zwar in vielen Fällen schmerzlich. Das ist die Betrachtungsweise der gesamtgesellschaftlichen Gerechtigkeit (die sollte man nicht aus dem Blick verlieren, stimmt schon) aber einfach pragmatisch gesehen: Der Verdienstausfall eines Elternteils ist für viele nicht einfach so wegzustecken: Weniger Verdienst für mehr zu stopfende Mäuler, das passt nicht recht zusammen. In die Entscheidung für oder gegen ein Kind spielt also oft auch die Finanzierung der zukünftigen Familie hinein. Und wenn der Verdienstausfall abgemildert wird, dann finde ich das genial. Sollten wir nochmal in die Lage kommen, uns würde es sehr helfen.

  13. Pingback: Check (7) : Medienelite

  14. @tigerwood – das Betreuungsgeld wird niemals kommen, das ist meine These. Es ist Schwachsinn, und es wurde ja auch erstmal auf die lange Bank geschoben und soll irgendwann nochmal geprüft werden. Ehegattensplitting stimmt, das hatte ich ja auch geschrieben.

    @Johannes – Wenn das Kind überlebt, ist auch irgendeine Form von Erziehungsleistung erbracht worden, da muss man nichts überprüfen. Die Frage ist natürlich, ob das Kind in einer Weise erzogen wurde, die den bürgerlichen Mittelschichten gefällt (also im Hinblick auf das Funktionieren des Kindes nach deren Maßstäben). Die Diskussion erinnert hier immer mehr an das 19. Jahrhundert, wo auch diskutiert wurde, dass der Pöbel zu viele Kinder kriegt und sie außerdem falsch erzieht.

    Überhaupt steht dieser demografische Aspekt des „Welche Eltern sollen Kinder haben und welche keine“ ganz klar im Zentrum der Elterngeld-Debatte. Dass er nicht funktioniert ist eine andere Sache: Wer Kinder haben will wird das nicht davon abhängig machen, wieviel Geld es dafür gibt. Und wer keine haben will, wird sich nicht mit ein paar Hunderten im Monat umstimmen lassen. Diese Finanzfragen steuern nicht das Kinderkriegen, sondern sie gestalten die Rahmenbedingungen, unter denen Eltern in Deutschland leben.

  15. In diesem „Neo-Sozialdarwinismus“ drückt sich eine erbärmlich simple (aber gerade deshalb „einleuchtende“) Ideologie aus; ein ökonomistisches Menschenbild, nach dem sowohl politische wie persönliche Entscheidungen stets nach wirtschaftlichem Kalkül getroffen würden: Frauen bekämen nur dann freiwillig Kinder, wenn es für sie materiell auszahlt. Das ist die konsequenten Weiterführung der Ideologie der “freien Märkte” zu einem seltsam reduzierten Menschenbild. Es ist die ideologisch zugespitzte fragwürdigen Annahme der neoklas­sischen Volkswirtschaftslehre, die den Menschen nur als nutzenmaximierendes, nach einem einfachen Reiz-Reaktionsschema funktionierendes Wirtschaftssubjekt wahrnimmt, das es durch Anreizsysteme “richtig” zu konditionieren gilt.
    Rechtsradikal? Nein – das ist der Radikalismus der Mitte!

  16. Danke für diese kluge Analyse. Schade nur, dass das Elterngeld für Erwerbslose erst abgschafft werden muss, damit wir überhaupt mal wieder über die Ungerechtigkeit des Elterngeldes sprechen. Von der Abschaffung des Erziehungsgeldes waren nämlich nicht nur Arbeitslose, sondern auch Studierende betroffen (an meiner Uni haben 15% der Studierenden Kinder) – also jene Eltern, deren Lobby nicht einflussreich genug ist.

    Interessant finde ich die Begründung der Streichung. Es wäre doch viel einfacher gewesen, das Elterngeld für Leistungsempfänger nicht zu streichen, sondern es nicht mehr als priveligiertes Einkommen zu behandeln, d.h. es auf die Grundsicherung anzurechnen (was übrigens beim Elterngeldaufschlag für Geschwisterkinder schon gemacht wird), wie das Kindergeld etc. auch.

    Leider haben Andreas und Bernhard recht. Das Elterngeld sollte ausschließlich dafür sorgen, dass in Deutschland „die Richtigen“ die Kinder bekommen (schon 2005 von Daniel Bahr prominent gefordert), eine ekelhafte und zynische Einstellung. Interessant ist es auch, wie diese unsozialen Absichten als Frauenförderung verkauft werden. „Frauenförderung“ ist mittlerweile leider nur noch ein Synonym für „Familienförderung“ (es geht natürlich um die „richtigen“ Frauen und Familien), als „Frauenförderung“ geht nur noch das durch, was einen ökonomischen Zweck erfüllt (Frauenquote bei der Telekom, Berufsfördernde Maßnahmen für Frauen etc.).

    Haltungen, wie die von Johannes, empfinde ich als problematisch, zumal sie unmittelbar das Argument, dass „die Falschen die Kinder kriegen“, anschließen. Wie soll denn geprüft werden, ob Eltern ihre Kinder „richtig“ erziehen? Wer legt überhaupt fest, was „richtig“ ist? Mit welchem Recht?

    Im Übrigen müssten wir über das hier gar nicht reden, wenn es ein BGE gäbe.

  17. diese 1885 euro: sind das die gesamtbezüge inklusive miete, die man da erhält oder sind die exklusive miete? du sagst hier zwar exklusive, aber das passt für mich gedanklich dann nicht zum hartz IV status und die köhler erklärt ja nicht, wie rechnet.

    mfg
    mh

  18. @Antje:

    Wenn das Kind überlebt, ist auch irgendeine Form von Erziehungsleistung erbracht worden, da muss man nichts überprüfen.

    Da sagt meine — zugegebenermaßen spärliche — Erfahrung aber was ganz anderes. Die Kinder, mit denen ich während meiner Zivizeit zu tun hatte, haben auch alle überlebt. Aber nennenswerte oder gar zu würdigende Erziehungsarbeit ist bei denen definitiv nicht erbracht worden.

    Interessant finde ich dabei auch die Konsequenzen auf die Diskussion, die gerade bei der Mädchenmannschaft stattfindet oder stattfand über Sexismus und sexueller Belästigung. Mir stellt sich nämlich nicht die Frage, ob das Kind nach Maßstäben der bürgerlichen Mittelschicht erzogen wurde, sondern vielmehr die, ob das Kind nach feministischen Maßstäben erzogen wurde. Also beispielsweise dazu Frauen zu respektieren, bzw. als Frau das Recht auf Selbstbestimmung einzufordern.

    Holt man sich dadurch, dass man „bildungsfernen“ Menschen Anreize zum Kinderbekommen schafft und deren Erziehungsarbeit, egal ob erbracht oder nicht, finanziell würdigt, nicht wieder das Patriachat in die Gesellschaft zurück?

    Und ich denke auch nicht, dass die finanziellen Zuwendungen an Eltern keinen Einfluss auf das Kinderbekommen haben. Es ist ja nur selten so schwarz-weiss, dass jemand auf jeden Fall Kinder will oder nicht. Ich nehme mal an, viele sind sich da unsicher und würden sich schon von ein paar Hundertern im Monat umstimmen lassen. Gerade wenn man außer den paar Hundertern nur den HarzIV-Satz hat. Auch bei der Frage nach der Anzahl der Kinder können die paar Hunderter eine entscheidende Rolle spielen.

  19. Danke für diese Aufklärung und ich hoffe mit

    @ lülü „Ich wünschte, sie würde es lesen, wirklich.“

    lesen UND verstehn !
    Ja, das wünsche ich mir auch.

  20. @mh – ich denke, es sind die Gesamtbezüge inklusive Miete. Sie sagt ja, das ist, was diese Familie insgesamt „vom Staat“ bekommt.

  21. @Johannes da ist die Falle – Erziehung muss sich lohnen und daher belohnt werden. Was ist Erziehung? Bitte vergegenwärtigen sie sich mal die Erziehungsmodelle des vorigen Jahrhunderts. Müssen Eltern in diesem Sinne durch Entzug oder Belohnung erzogen werden, damit sie erziehen können? Da ist wieder die Falle „HartzIV Eltern können ihre Kinder nicht erziehen….“ Gibt es „die“ Hartz IV Familie die uns so gerne vorgeführt wird? Es gibt hier in diesem Thread genügend weitere Beispiele, dass weder die monetäre Berechnung, noch die „Erziehungs“ Argumentation einer Überprüfung stand hält.

  22. Pingback: Die Saat von Sarrazin und Heinsohn geht auf … « Metalust & Subdiskurse Reloaded

  23. Johannes:

    Holt man sich dadurch, dass man „bildungsfernen“ Menschen Anreize zum Kinderbekommen schafft und deren Erziehungsarbeit, egal ob erbracht oder nicht, finanziell würdigt, nicht wieder das Patriachat in die Gesellschaft zurück?

    Was bildungsfern in Anführungzeichen bedeuten soll, weiß ich nicht. Aber ich möchte jetzt mal gegen die populäre Gleichsetzung HartzIV = bildungsfern oder auch arm = blöd oder arm = patriarchal protestieren, ebenso gegen diverse Umkehrschlüsse, etwa Akademikerkind = begabter und fähiger als andere oder gebildet = progressiv. Diese Logik ist doch selbst patriarchal, weil sie den schwarzen Peter an andere weiterreicht. In den angeblich nichtpatriarchalen Akademikerfamilien leisten doch auch nicht die Männer die Haus- und Pflegearbeit, sondern viele Migrantinnen. (Gibt ein Buch drüber: „Die ganze Welt zu Hause: Cosmobile Putzfrauen in privaten Haushalten“ von Maria S. Rerrich.)

    Zum weiterlesen:
    Elterngeld: Eine sozialeugenische Maßnahme?
    http://dishwasher.blogsport.de/2010/01/15/elterngeld-eine-sozialeugenische-massnahme/

  24. @mh @antje
    Es handelt sich bei der von Fr. Köhler genannten Zahl und die Gesamtsumme. Die Miete ist da bereits enthalten.
    In dieser Konstellation kannst du dir als ALG II Familie aussuchen, ob du in eine schäbige verschimmelte Wohnung ziehst, und etwas mehr Geld für die Kinder zur Verfügung hast, oder ob du eben in einer schimmelfreien Wohnung lebst, aber jeden Cent umdrehst, weil du sonst am Ende des Monats nichts mehr zu fressen kaufen kannst.
    Das ist die Realität, die Menschen wie Frau Köhler nicht sehen – würde ich aber vermutlich auch nicht, wenn ich 13.000 € Netto kriegen würde.
    Politik und Realität sind schon lange entkoppelt.
    Es ist ein Trauerspiel und langsam glaube ich, dass es Zeit wird auf die Straße zu gehen. Generalstreik oder sowas…

  25. Pingback: Gehts noch? Bei den Kindern sparen… - Interessante Links zum Thema Elterngeldstreichung für Hartz-IV-Empfänger, Kinder, Elterngeld, Hartz-IV-Empfänger, Deutschland, Politiker - Unqualifiziert

  26. Vielen Dank für diesen Artikel, Frau Schrupp! Ich bin Akademikerin und habe vor der Geburt meiner Tochter (jetzt acht Monate alt) nur in einem gering bezahlten Teilzeitjob gearbeitet. Da mein Gehalt letztendlich so gering war, dass das Elterngeld, das ich nun bekomme, nicht zum Leben ausreicht, und ich zudem allein erziehend bin, musste ich aufstockend Hartz IV beantragen. Ich war vor der Geburt meiner Tochter nicht arbeitslos, sondern nur Geringverdienerin und bin durch die Geburt meiner Tochter in Hartz IV gerutscht. Auch dass ich nun allein erziehend bin, war nicht so geplant. Wenn ich kein Elterngeld bekommen hätte, hätte ich nicht gewusst, wie ich das alles hätte schaffen sollen. Ich finde, Mutter und Kind bzw. Familie und Kind muss im ersten Jahr besonders geschützt werden. Denn gerade im ersten Jahr ist es den meisten Frauen nicht wirklich möglich, arbeiten zu gehen. Finanzielle Nöte gerade im ersten Jahr mit Baby sind zermürbend und machen depressiv. Für mich heißt die neue Elterngeldregelung vor allem eins: Menschen mit geringem Verdienst können es sich nicht mehr leisten, Kinder zu bekommen. Aber genau das hat Guido Westerwelle wahrscheinlich gewollt: Nur noch Kinder von gut verdienenden (zusammenlebenden bis verheirateten) Akademikern, und nicht mehr von diesen Sozialschmarotzern. Wenn man sich mal vor Augen hält, was da eigentlich in den letzten Jahren passiert ist, ist das schon mehr als erschreckend: Erziehungsgeld bekam einst noch jeder, und zwar 24 Monate lang und unabhängig vom Einkommen gleich viel, weil Erziehungsarbeit gleich viel wert ist – egal, ob sie von Arbeitslosen, Arbeitern oder Akademikern ausgeführt wird. Dann gab es das Elterngeld, bei dem die gut Verdienenden bevorzugt wurden. Den Sockelbetrag von 300 Euro gab es für die Geringverdiener und Armen nur noch ein Jahr lang. Heute gibt es für Geringverdiener und Arme gar nichts mehr. Die neue Regelung hat also alles auf den Kopf gestellt. Bedürftige werden nicht mehr unterstützt, sondern bestraft (genauso fühlt es sich für jemanden wie mich an). Nützliche, gewinnbringende Mitglieder der Gesellschaft werden belohnt. An sich nicht verkehrt, wenn man dabei die Schwächeren der Gesellschaft nicht vergisst. Denn gehört das Sozialstaatsprinzip neben dem Rechtsstaats-, dem Bundesstaats- und dem Demokratieprinzip nicht zur Grundlage der Verfassungsordnung???
    Und noch etwas: „Die“ Hartz IV Familie gibt es nicht! Hartz IV bedeutet wirtschaftlich ganz unten zu sein. Bildungsferne ist jedoch nicht pauschal ein weiteres Merkmal! Das sind billige Vorurteile, die nicht der Realität entsprechen.

  27. Pingback: Shitstorm für Kristina Köhler « KratzbürsteEgoBlog

  28. Ich sehe es als eines der großen Probleme unserer Gesellschaft, dass es für Kinder sozial schwacher Eltern wenig Aufstiegsmöglichkeiten gibt. Mangelnde soziale Permeabilität von unten nach oben. Sieht das hier jemand anders?

    Wie behebt man das? Indem man sozial schwachen Familien Geld gibt oder indem man ihren Kindern Zugang zu Bildung gibt?

    Ich sage nochmal, dass ich wenig von finanzeller Förderung von Familien halte, ganz egal ob in Form von Erziehungsgeld, Elterngeld, einkommensabhängig, pro Kind oder wie auch immer.

    Stattdessen bin ich für Lernmittelfreiheit, (idealerweise kostenfreie) Kinderbetreuungsmöglichkeiten, geföderten Musik-, Mal-, Sport-, Sonstwasunterricht, geförderte Hausaufgabenbetreuung und sonstige Freizeitangebote. Ruhig auch mit sozialer Komponente, dass Einkommensschwache mehr Förderung kriegen.

    Von so etwas haben die Kinder doch bedeutend mehr, als von den paar Hundertern, die man ihren Eltern zuschiebt und sagt: „Macht damit, was ihr wollt.“

    Es geht mir nicht darum, ob die richtigen oder die falschen Leute Kinder bekommen, sondern darum, dass die Kinder als die Erwachsenen von morgen gute und vorallem untereinander gleiche Chancen haben.

    Ob die Erziehungsarbeit von Eltern dann finanziell gewürdigt wird, mein Gott, gibt wichtigeres. Den Kindern ist das ziemlich egal.

    Wichtiger ist mir dabei, wie man die Mittel des Staates möglichst effizient einsetzt, dass sie den Kindern zugute kommen.

  29. Ich hab mal ein bisschen recherchiert und ergänze deinen Artikel gerne nun um einige Erkundigungen zur Detailfrage „1885€ für 4 Leute mit Hartz IV und Elterngeld: Miete enthalten oder nicht?“

    Antwort vorab: Ja, anscheinend enthalten, wobei die Zahl aufgrund der unterschiedlichen Miethöhenregelungen in den Bundesländern gar nicht bundesweit fix sein kann , obwohl von Frau Schröder so dargestellt.

    Ausführlichere Erläuterung:
    Der Hartz IV-Regelsatz für Erwachsene in einer Bedarfsgemeinschaft beträgt €323/Monat.
    100%-Satz für Kinder derzeit 211€, ab 01.07.10 altersgestaffelt 0-5J. 215€/Monat.
    Macht summa summarum schon einmal 1068€/Monat.
    Quelle: http://www.bafoeg-aktuell.de/cms/soziales/hartz-iv/regelbedarf.html

    Hinzu kommen Bezüge für eine „angemessene“ Unterkunft und das besagte Elterngeld.

    Thema Elterngeld:
    Nur, wenn es sich um Zwillinge handelt, wären das 600€/Monat, wenn es „normale“ Geschwister und beide Kinder unter 3J sind, 1×300€ + ggf. 75€ Geschwisterbonus, falls es den überhaupt auch bei Hartz IV gibt.
    http://www.elterngeld.net/elterngeld-berechnung.html

    Da Frau Schröder aber eh weder den „Sonderfall Zwillinge“ noch „zwei unter 3jährige Kinder“ erwähnt, rechne ich mal nur die 300€ auf obige 1068€ drauf: Macht 1368€.
    Bleiben für Miete und Heizkosten noch 517€, was dem Anspruch einer 4köpfigen Familie aus Hartz IV rechnerisch-formell je nach Bundesland und entsprechender Regelung knapp entsprechen dürfte.*

    *Als eine angemessen große Wohnung betrachtet die Agentur für Arbeit für eine Person mit 45 m². Diese erhöht sich um jede weitere im Bedarfshaushalt lebende Person um 15 m², wobei Säuglinge nicht als „Person“ gelten.(…) Die Kosten für eine angemessene Unterkunft sind im Gesetz nicht klar definiert und richten sich, wie im ersten Absatz bereits angesprochen, nach den örtlichen Gegebenheiten.
    (Quelle: http://www.bafoeg-aktuell.de/cms/soziales/hartz-iv/unterkunft-und-heizung.html )

    Beispielhaft für Berlin:
    Der Senat hat am 10. Februar 2009 neue Ausführungsvorschriften zur Ermittlung angemessener Kosten der Wohnung gemäß § 22 SGB II erlassen (siehe unsere Dokumentation weiter unten).
    Vorrangiges Ziel der Ausführungsvorschriften ist die Sicherung angemessenen Wohnraumes für hilfebedürftige Erwerbsfähige und Familienangehörige. Hauptkriterium für die Prüfung der Angemessenheit ist die Brutto-Warmmiete einer Wohnung – unabhängig von ihrer Größe. Es wurden folgende Richtwerte in Relation zur Haushaltsgröße festgelegt:
    1-Personen-Haushalt: 378 Euro
    2-Personen-Haushalt: 444 Euro
    3-Personen-Haushalt: 542 Euro
    4-Personen-Haushalt: 619 Euro
    (Quelle: http://www.berliner-mieterverein.de/presse/sonstigesarchiv/haupt.htm?http://www.berliner-mieterverein.de/presse/sonstigesarchiv/fl136.htm )

  30. Eine Hartz 4 Empfängerin bekommt dann 14 Monate das Elterngeld gezahlt wenn sie alleinerziehend ist.

    Ich hab mein Studium 2006 abgeschlossen (Diplom Wirtschaftsjuristin) bekam dann nur Jobangebote wo ich als Frau weniger verdienen sollte als meine männlichen Kollegen oder es war ein MultiLevelMarketing UN oder eine Arbeit auf reiner Provisionsbasis.

    Daher beschloss ich erstmal Mutter zu werden und mich dann ohne Unterbrechung der Karriere zu widmen, so kam 2008 mein Sohn zur Welt und im April diesen Jahres meine Tochter.

    Ich erhalte H4, der Unterhalt der vom Kindesvater gezahlt wurde (202 €) wird komplett angerechnet, das Kindergeld wird komplett angerechnet.

    Als H4 Empfängerin mit einem 400 € Job hatte ich sehr viel mehr Geld als jetzt (ich war flexibler, hatte mehr Freizeit und mehr Schlaf ^^).

    Der Vater meiner Kinder hat eine Ausbildung beim Land abgeschlossen und wurde nicht übernommen, er bekommt mehr H4 als ich als alleinerziehende mit 2 Kindern.

    Gerade im ersten Lebensjahr beötigen Babies Windeln und Babynahrung, ab etwa einem Jahr können sie anfangen bei Ihren Eltern mitzuessen, davor geht das nicht.

    Fragen wir doch mal bei der kinderlosen Familienministerin, der kinderlosen Frau Merkel und dem kinderlosen Herrn Westerwelle nach wieviel Windeln ein z.B.
    zwei Monate altes Kind am Tag so benötigt, wielange ein Body oder Strampler so passt.

    Aber ich kenne schon die Antwort bzw. die Nichtantwort:
    „Der Bedarf ist durch alle ALG II Leistungen und das KG abgedeckt:“ Ja, meine Damen und werter Herr das wäre es, wenn das Kindergeld nicht angerechnet werden würde.

    Gerade im ersten Jahr sind die Kosten besonders hoch, selbst wenn die Mütter billig Läden wie Kik stürmen und da die oft ungeprüften Waren aus China, Indien etc. kaufen.

  31. Wie behebt man das? Indem man sozial schwachen Familien Geld gibt oder indem man ihren Kindern Zugang zu Bildung gibt?

    Das Existenzminimum sollte man ihnen schon weiterhin geben, und das wird ja neuerdings ständig in Frage gestellt. Den Rest kann ich gut nachvollziehen, das geht übrigens in eine ähnliche Richtung wie eine größere Geschichte im Stern vor einigen Monaten.

  32. Das Existenzminimum stelle ich auch nicht in Frage. Frau Köhler ist ja der Meinung, dass das schon durch den einfachen HarzIV-Satz abgedeckt ist. Ob das stimmt, weiß ich nicht.

    Aber Existenzminimum bedeutet ja nicht finanzielle Würdigung der Erziehungsarbeit, oder?

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  34. @Johannes – Darüber kann man durchaus diskutieren, also dass „Geld an Einzelne“ durch kostenlose öffentliche Infrastruktur quasi „wettgemacht“ wird: Also Öffentlicher Nahverkehr, Lernmittel, Kindergärten, Kinderbetreuung usw. alles kostenlos. Wäre eine schöne Idee, ist aber alles, soweit ich sehe, nicht geplant. Im Gegenteil ist in den letzten Jahrzehnten der Trend andersrum: Vieles was früher kostenlos war, kostet heute.

  35. Gute Entscheidung.
    Ich kann die ganzen Hartz4ler nicht mehr sehen, die sich denken „keine Arbeit, auch dann mach ich halt Kinder, bekomm ja sogar Geld dafür“.
    Und das ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel.
    Wer etwas anderes glaubt, kann ja gern mal nach Leipzig-Stötteritz kommen und sich dort umschauen.
    Wenn jemand dankt Hartz4-Regelsatz + Elterngeld genausoviel bekommt, wie ein einfacher Arbeiter (Friseur, Kassierer etc.) ist das mehr als lächerlich.

  36. Der Artikel ist sehr ausführlich und inhaltsreich, ich denke dass das wohl alles so richtig ist; die eigentliche Ursache des Problems ist aber m.E. viel einfacher, es geht schlicht darum die durch die Banksters mithilfe ihrer besserverdienenden gekaufen Führungskaste(P-Spenden; Aufsichtsratspöstchen,Karriere u.sw.) geplünderten Staatsfinanzen auf Kosten der, die sich nicht wehren können, wieder aufzubessern und ihre eigenen Privliegien zu schonen.

    Das ganze ist nur noch ekelig.

    Der Staatssteich um in die Änderung des EU VErtrages, der den früheren BP und IWF Vorsitzenden zum Rücktritt bewogen hat sind das Wetterleuchten der Veränderung am gesellschaftspolitischen Horizont.

    Die Aufstände in Griechenland,Spanien teilw. USA, beginnend auch in den Niederlanden werden auch in Deutschland kommen, spätestens mit dem nächsten Börsenchrash.

    Gott, der kein Mann ist, schütze uns vor dem kommenden Leid!

  37. @Hans Dieter – genau die Ressentiments, die in deinem Post so schön zum Ausdruck kommen, sind das, was ich an dieser Entwicklung problematisch finde. Sicher beruht dein Ärger auf irgendwelchen Beobachtungen, die auch ernst zu nehmen sind, aber daraus dann ein „die ganzen Harz4ler“ zu machen führt uns in genau die Sündenbock-Kultur, die ich nicht will. Und: Die Frage nach der Höhe von Geldeinkommen muss sein: Mit welchem Betrag kann man menschenwürdig leben. Und nicht: Wie hoch ist es im Vergleich zu anderen. Denn das würde bedeuten, dass bei weiter sinkendem Lohnniveau in den unteren Lohngruppen die Armut immer krasser wird. Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, in denen Leute sich überlegen müssen, ob sie ihren Kindern einen Schulranzen kaufen oder ob sie sich die Zähne machen lassen, weil für beides kein Geld da ist.

  38. Eine Sache wurde in dieser Diskussion noch nicht angesprochen; nicht nur wird es immer schwerer als armer Mensch ein Kind durch zu bringen, sondern es wird auch immer schwieriger Zugang zu Abtreibung zu bekommen. Das führt irgendwann dahin, dass eine arme Frau ihre Schwangerschaft austragen muss und dannach nicht genug zum Überleben hat für sich und ihr Kind.

    Und so schön Bildungsangebote wären, ersteinmal muss ein Mensch satt sein, eh sie zur Gesellschaft beitragen kann oder etwas lernen. Das wird in Deutschland für manche Menschen immer schwieriger.

  39. Blitzgedanke: wenn ihr jeder Hartz-IV Empfängerin die € 300,- Erziehungsgeld ausbezahlt, dann würde das sicher die Geburtenrate steigern.

  40. Sehr guter Artikel, danke. Vor allem die einfache Rechnung, nach der die Hartz-IV-Familie nun statt 1885 nur noch 1585 Euro bekommt. Macht ein Minus von rund 17 Prozent. Diese Zahl sagt eine Menge über diese Regierung.

  41. ich las, dass das maximum des elterngeldes von 1.800 auf 1.200 euro gesenkt werden soll.
    ich selbst kann über das elterngeld in seiner jetzigen form nicht klagen, denn ich habe vorher durchschnittlich verdient und bekam über 1.000 euro. bei meinem großen bekam ich 300 euro erziehungsgeld, da war das kinderkriegen eine armutsfalle. natürlich wurmt es mich, (wie es wohl jeden wurmen würde, der weniger als ich bezieht), warum eine frau mit höherem einkommen auch mehr elterngeld bekommt. ihr kind ist demnach erwünschter und ihre elternschaft mehr wert als meine.

    warum redet eigentlich keiner von der wiedereinführung der vermögenssteuer? warum holt man das geld nicht dort, wo es ist?

  42. @Antje: Ich würde nicht so weit gehen, alles mögliche kostenlos zu machen. Das bevormundet zu sehr, was die Leute konsumieren sollen und was nicht. Eine Ausnahme mache ich da bei Menschen, die Bevormundung brauchen, nämlich Kindern.

    Erwachsenen Bedürftigen kann man Geld geben. Ob die das dann versaufen und verauchen oder davon Bücher kaufen und Kurse besuchen, ist deren Sache. Wir gehen davon aus, dass sie mündige Bürger sind.

    Bei Kindern kann man davon nicht ausgehen, deshalb gibt der Staat denen kein Geld, sondern das, was sie brauchen, um irgendwann mal mündige Bürger zu werden, nämlich Bildung.

    So jedenfalls meine Idee.

  43. Guter Artikel, gut erklärt.

    Auch wenn ich zu einer anderen Schlussfolgerung kommen würde: Weg mit dem Elterngeld! Denn der eigentlich Grund dahinter war doch nicht, dass die Erzeihungsarbeit belohnt werden soll, sondern man wollte auch den Besserverdienenden ermöglichen, Kinder zu bekommen. Also mehr Kinder für Gutausgebildete. (Ich weiss, dass dieses Ziel, weil es nur teilweise P.C. ist, oft nicht erwähnt wird, es ist aber mMn *das* Hauptziel gewesen). Dieses Ziel hat das Elterngeld aber nicht erreicht. Weder die Geburtenrate in den unteren noch den oberen Schichten ist gestiegen. Das ganze Dingen ist ein kompletter Flop und hätte nie so kommen sollen.

    Allen (Kinder, Gesellschaft und Eltern) ist mehr geholfen, wenn das Geld in kostenlose und vor allem verfügbare KiTas gesteckt würde!

  44. @antje @mh @marc @manu
    Die Übernahme der Miete ist länderabhängig; einige Länder zahlen sie in toto, andere nur anteilig (und wenden dabei oft Verordnungen an, die für etwas ganz anderes gedacht waren, Beispiel Angemessenheitsprinzip). Darum regt mich die in Talkshows gern vorgebrachte Behauptung, die Miete zahle schließlich der Staat, immer furchtbar auf.

  45. „warum holt man das geld nicht dort, wo es ist?“

    Podruga,
    weil die Politik der vergangenen zehn oder fünfzehn Jahre darauf ausgerichtet war, das Geld dorthin zu schaffen, wo es jetzt ist. Und dort soll es bleiben und sich mehren.

  46. egghat: „Also mehr Kinder für Gutausgebildete. (Ich weiss, dass dieses Ziel, weil es nur teilweise P.C. ist, oft nicht erwähnt wird, es ist aber mMn *das* Hauptziel gewesen). Dieses Ziel hat das Elterngeld aber nicht erreicht.“

    Genau. Das hat die Regierung wahrscheinlich auch inzwischen gemerkt, weiß aber jetzt nicht so richtig, wie sie aus der Nummer wieder rauskommt. Vom Prinzip her kann man sich immer noch damit beruhigen, dass man mit der Lohnersatz-Philosophie diversen progressiven Skandinaviern nacheifert, aber vor dem Gebot „Politik nach Kassenlage“ (Hans Eichel) halten solche Ausgaben einer Überprüfung nicht stand, finde ich.

    Dabei wäre das Ganze doch gar nicht so kompliziert: Schon die Einführung des neuen Elterngeldes wurde frauenpolitisch besäuselt, anstatt die politisch eher weniger korrekten wahren Absichten zu nennen – könnte man dann bei der Abschaffung nicht ähnlich vorgehen? Irgendeine feministisch verbrämte Begründung wird doch Köhler und Co. schon einfallen, um einen Gesichtsverlust angesichts der Stornierung eines CDU-Vorzeigeprojekts zu vermeiden.

  47. Hallo,

    ich selbst bin keine Hartz 4 Empfängerin. Ich habe neben meinem Job, Abends mein Abitur nachgeholt und war teilweise von 8 Uhr morgens bis nachts 23 Uhr unterwegs..jeden Tag!Und das 3 1/2 Jahre lang. Die letzen 1 1/2 Jahre werden mit Bafög gefördert,so dass man sich aufs Abitur vorbereiten kann.Jetzt ist mein Abitur genau im Juli diesen Jahres zu Ende und ich bekomme im Sep mein erstes Baby.Und da ich die letzten 1 1/2 Jahre nichte gearbeitet habe,gelte ich als arbeitslos und mir wird auch das Elterngeld gestrichen. Ihr könnt das nicht alles über einen Kamm scheren mit den „faulen“ Arbeitslosen, denn das trifft nicht auf jeden zu. Ich bin Jahre lang für meine Bildung !! damit ich eben nicht mal dem Staat auf der Tasche liegen muss!!! 16 Stunden am Tag arbeiten und bilden gegangen und muss Dinge lesen,das Arbeitslose kein Elterngeld verdient haben, weil sie faul sind.Vergesst nicht das Studierende auch nur diese 300 Euro bekommen, die gestrichen werden sollen.Also nicht alle sitzen zu Hause und haben keinen Bock zu arbeiten..manche reißen sich auch den .. auf um mal einen guten Job zu haben.

  48. Liebe Frau Schrupp, mal wieder vielen Dank für den Artikel. Knackig und schön auf den Punkt gebracht. Mich wundert es ohnehin, dass Menschen in unserem Land noch den Mut haben Kinder zu bekommen. Vor diesen Menschen ziehe ich den Hut, denn es ist wirklich unfassbar welche Steine ihnen in den Weg gelegt werden. Ich kann dies seit Jahren sehr gut im Freundeskreis beobachten (der sich durch alle Schichten zieht). Um ganz ehrlich zu sein, wenn es uns „Singletanten“ und „Singleonkels“ nicht gäbe, dann kämen einige von den Lütten noch nicht einmal ins Kino, weil für solche Extras einfach kein Geld zur Verfügung steht. Wenn ich mit einer vierköpfigen Familie auf ein Straßenfeste o. ä. gehe, dann schlackern wir Erwachsenen nur noch mit den Ohren wie das Geld uns durch die Finger rinnt (nicht das wir dort etwas großartig luxuriöses getan hätten). Liebe Frau Schrupp, nachdem ich heute die Sparpläne unserer Regierung vorgestellt bekommen habe muss ich sagen: ich kann gar nicht soviel essen, wie ich k…. möchte. Diese Regierung gehört abgewählt und zwar bald. Ich hoffe doch sehr, dass sich die Bevölkerung durch einige Großdemos Gehör verschafft und ihren Unmut kundtut, den es reicht !

  49. Mir entgeht eigentlich völlig, wieso hier der Glaube herrscht, Erziehungsarbeit würde nicht finanziell entgeltet – die Idee hinter der bürgerlichen Familie ist doch schliesslich, dass erstens diejenigen im Boot sitzen, die das Kind verursacht haben, also Vater und Mutter, zweitens derjenige, in der Regel der Vater, der einer Erwerbsarbeit nachgeht, den anderen, der die Erziehungsarbeit macht, in der Regel die Mutter, partizipieren lässt an seinem Einkommen.

    Wenn das keine Bezahlung ist, weiss ich nicht, was eine Bezahlung ist – es ist sogar rechtlich so festgelegt, dass die Erziehungsarbeit vom „Wert“ her immer genauso hoch zu veranschlagen ist wie die Erwerbsarbeit.

    Wieso Leute, die kein Interesse an einem bestimmten Kind haben, per Steuern oder sonstwie dazu verdonnert werden sollen, für „Erziehungsleistungen“ zu zahlen, deren Empfänger sie nicht sind, ist in meinen Augen auch nicht hinreichend begründet worden.

    Sollen doch Leute, die zu wenig Einkommen haben, um Kinder zu versorgen ( wobei Kinder da überhaupt nicht anspruchsvoll sind ), einfach auf Kinder verzichten – wo ist das Problem dabei?

    Meiner Meinung nach ist gerade diese halbherzige ( statt gar keiner ) Förderung von Familien eine Ursache dafür, dass viele Kinder „arm“ sind.

  50. Wenn ich mich recht erinnere, wurde das Elterngeld ganz früher (als Christine Bergmann noch recht frisch im Ministeramt war) so diskutiert, dass man es über eine Sozialversicherung finanzieren sollte. In so einem Modell hätten also die gut Verdienenden nicht nur mehr bekommen, sondern auch mehr einbezahlt als Niedriglöhner. Und ein Arbeitgeberanteil wäre auch eine Option gewesen. Ich fand das recht pragmatisch, weil die meisten Eltern ihr Baby nun mal nicht in eine Krippe geben wollen, sondern selbst versorgen.

    Lohnersatzleistungen sind ja nicht grundsätzlich schlecht. Dass andere derzeit noch schlechter dran sind, kann ja nicht der alleinige Maßstab sein.

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  52. Denkt irgendeiner hier auch mal daran, dass jeder Cent entweder von irgendeinem oder irgendeiner in diesem Land verdient werden muss? Jeder Cent dieser 1585 Euro im Monat? Alternativ kann der Staat nur 1585 Euro zusätzliche Schulden machen.

    Man muss schon deutlich mehr als 1585 Euro im Monat netto verdienen, um 1585 Euro vom Staat als unasttraktiv zu bezeichnen.

    Und: Soweit ich das verstanden habe, wird das Elterngeld für Hartz-IV-Empfängerinnen nicht gestrichen, sondern wie jede andere sozialpolitische Leistung angerechnet. Mehr dann im Gesetzgebungsverfahren…

  53. Da arme Familien eh nur arme Kinder bekommen die dann dem Sozialstaat weiter auf der Tasche liegen, ist das doch gut: Wenn dadurch nur einiger der Mütter die ich in meinem Leben bisher kennenlernen durfte ein Kind weniger bekommen, umso besser für das ganze Land.

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  55. Es geht in der dt. Politik (rot, schwarz, gelb, grün) der letzten 20 Jahre explizit um folgende Punkte:

    – die systematische Umverteilung von Arm nach Reich
    – die nachhaltige Zerstörung des Sozialstaates und der Sozialkassen
    – die Ablenkung der Wut von den wahren Profiteure unseres Systems auf die Schwächsten der Gesellschaft
    – Separation, Individualisierung und langfristig die Abschaffung von Familien und damit die Spaltung der Gesellschaft
    – die „Züchtung dummer Konsumenten“ und die Schaffung eines feudalen Systems, um deren Ausnutzung zu optimieren

    Und aus diesem Grund ist dieses Sparpaket richtig und konsequent. Zumindest konnte ich unter o. g. genannten Aspekten bisher keinen groben Fehler fest stellen.

    Die Unterschicht ist mittlerweile auf 20% der Gesellschaft ausgeweitet und wird allein durch den Niedriglohnsektor weiter wachsen. Die weitere Forcierung durch eine Babyprämie ist nicht mehr nötig und man kann das Geld daher nehmen, um es als ausschliessliche Akademikerinnenwurfprämie weiter zu führen, wie es ja auch mal gedacht war.

    Und nein, dass ist kein Zynismus – das ist die Realität.

  56. Genau, die neue Regelng betrifft nicht „die HartzIVler“, die scheinbar so viele vor Augen haben, sondern sie betrifft (Zahlen habe ich leider nicht) Studierende, Promovierende, Akademiker, Menschen wie Leonie, die ihr sich weitergebildet haben und deswegen keiner gut bezahlten Tätigkeit nachgehen konnten, und Geringverdiener (Friseurin, Verkäuferin, Physiotherapeutin usw.), die aus weniger gut bezahlten Beschäftigungen ins Elternjahr gehen und eventuell ihren Lebensunterhalt mit HartzIV aufstocken müssen, sie betrifft jede Alleinerziehende. Und dass das Modell Familie nicht immer funktioniert, wie man es sich wünscht, das kann man nicht immer vorhersehen. Und sowieso, Abtreibung (s. in einem Beitrag oben) aus Geld- und Unterstützungsmangel kann ja wohl nicht die Lösung sein! Es handelt sich beim Elterngeld um nurmehr ein einziges Jahr Unterstützung. Danach gehen die meisten Frauen sowieso wieder arbeiten. Wo wäre also das Problem, den Menschen, die leider auf staatliche Sozialleistungen angewiesen sind, dieses Elterngeld zu belassen und statt dessen den Prozentsatz für das Elterngeld insgesamt auf 60 Prozent, wie von Frau Schrupp vorgeschlagen, zu kürzen? Oder den Maximalbezug auf 1500 Euro zu senken? Dann würde bei denen gespart, die es nicht so hart treffen würde, statt bei denjenigen, die wirtschaftlich betrachtet sowieso schon ganz unten unten sind.

    Und auch wenn es etwas polemisch klingt und es nicht darum geht, wer Kinder bekommen soll und wer nicht: letztendlich wird es genau darauf hinaus laufen, wer es sich nicht leisten kann, bekommt keine Kinder mehr. Und das werden dann verdammt viele sein. Kann sich Deutschland das leisten? Weniger Kinder als jetzt?

  57. Sehr schöner Artikel und auch eine sehr schöne Diskussion, welche bis auf wenige Ausnahmen doch deutlich zeigt, das etwas faul ist in diesem Staate. Wie auch immer Konzepte für eine gerechtere Unterstützung von Eltern aussehen – die derzeitige Regelung ist es nicht, die kommende noch viel weniger -, jeder der selbst Kinder hat weiß um die aufopferungsvolle, ganztägige Arbeit die damit zusammenhängt und die nicht unerheblichen finanziellen Entbehrungen.

    Es ist hierbei nicht von den medial aufgebauschten Schnorrerfamilien auszugehen, die faktisch in der absoluten Minderheit sind und nur dazu benutzt werden, mit dem Mittel der Demagogie Einschaltquoten und Verkaufszahlen zu erhöhen, um Stammtischdiskussionen anzuheizen, die daraufhin zu undurchdachten Überzeugungen führen, die eine sowieso am Rande der Armut lebende Unterschicht – denn dazu werden diese Menschen durch das Hartz 4 – System stigmatisiert – unter Generalverdacht stellt und erheblich diskreditiert. Mißbrauch gibt es immer und überall, aber bei Hartz 4 nicht mehr und nicht weniger wie es Steuerhinterzieher im Sektor der Besserverdienenden gibt.

    Nein, hier ist auszugehen von Menschen, die im Turbokapitalismus aus unendlich vielen möglichen Gründen nicht mehr mithalten können, Menschen die aufs Abstellgleis geschoben wurden, die unter Vorurteilen zu leiden haben, Menschen die einfach irgendwann Pech hatten. Und vor allem geht es hier um eines, was in Zukunft immer mehr werden wird – und da helfen auch die geschönten Arbeitslosenzahlen nicht mehr -: Es geht darum, dass es immer weniger Arbeit für immer mehr Menschen gibt.

    Unsere extrem mangelhafte Bildungspolitik tut das übrige und schafft zusätzlich unvermittelbare Menschen, die völlig perspektivlos vor sich hin vegetieren. Wenn man sich in diesem Kontext dann von seinem „Sachbarbeiter“ im Affenamt zum Thema Schule / Abendschule / Universität anhören darf, dass es sich hierbei um „Privatvergnügen“ (Originalton) handelt, dann lässt das einen einfach nur sprachlos zurück.

    Die eigentliche Problematik steckt viel tiefer als in Exceltabellen, die abstrakte Zahlen zusammenrechnen um sich einen Haushalt schön zu lügen. Die Problematik steckt in der heutigen gesellschaftlichen Bewertung des Individuums. Solange wir den Menschen nur nach dem bewerten, was er zum Kapitalismus beisteuert, werden sich die Unterschiede zwischen Arm und Reich, wird sich die soziale Schere nicht zum positiven verändern. Solange wir nicht von reiner Profitorientierung zu einem am Menschen und seinem (eigentlich intrinsischen) Recht auf ein erfülltes Leben orientierten Gesellschaftsleben finden, solange werden sich immer mehr Symptome – solche wie die oben beschriebenen – unserer schwer erkrankten Gesellschaft an die Oberfläche drängen.

    Gruß
    bd

  58. @Andreas – ja, genauso war das früher, in grauen patriarchalen Zeiten mal gemeint und hieß damals „Ernährerlohn“. Das ist auch der Grund, warum Frauen früher prinzipiell weniger verdienten als Männer, weil man davon ausging, dass sie ja keine Familie zu versorgen hätten. Inzwischen ist das System aber anders. Inzwischen sind wie als Gesellschaft der Meinung, dass Löhne nicht bedarfsorientiert sondern leistungsorientiert sein sollen und dass alle erwachsenen Menschen arbeiten müssen (die Änderungen im Unterhaltsrecht z.B. dokumentieren diesen Paradigmenwandel). In Wahrheit hat natürlich auch das alte „Ernährerlohnmodell“ nie richtig funktioniert, aber theoretisch war da die Abgeltung der Erziehungsarbeit drin, da hast du recht (weshalb ja auch über „Doppelverdiener“ geschimpft wurde). Heute ist das aber nicht mehr so. Heute ist es, genau wie du schreibst, Privatsache, ob man Kinder hat, also soll man auch selbst sehen, wie man das organisiert und finanziert. Und: Sollen doch die Armen einfach keine Kinder mehr haben, wenn sie sich die nicht leisten können. Diese Auffassung scheint hinter den Regierungssparplänen zu stecken. Ich finde sie falsch und will nicht in einer Gesellschaft leben, die so eine Mentalität hat.

  59. Hallo,

    Zitat:

    Noch eine kleine Bemerkung zu dem Tweet von @kristinakoehler, den der Genderblog diskutiert: „Eine Familie in Hartz IV, 2 Kinder, erhält inkl. Elterngeld 1885 € vom Staat. Netto! Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?“ – Dieser Tweet zeigt das ganze Dilemma der Sache. 1885 Euro hört sich erstmal viel an,

    Herrlich!:-)

    1885 Euro ist wirklich nicht viel … ich kenne zwar Krankenpfleger, die trotz Schichtdienst gerade mal auf 1.500 Euro netto kommen, aber was sind schon diese läppische 180h Knochenarbeit im Monat.😉

    aber rechnen wir mal durch: Davon Miete bezahlen plus Nebenkosten plus Essen und Kleidung für vier Personen, plus Transport. Plus alles, was an Anschaffungen hinzukommt. Die kaputte Waschmaschine, die Zahnarztbehandlung usw. usw.

    Na wie gut, dass Angestellte, Arbeiter und Selbständige keine Miete zahlen müssen, nackig herumlaufen und sich von Ort zu Ort kostenlos beamen lassen.

    Und solche Familien haben im Notfall dann keine Eltern, die sie fragen können (Geldgeschenke werden ebenfalls auf Hartz IV angerechnet), und sie haben auch nichts auf der hohen Kante liegen. Sie müssen genau damit auskommen, ohne Sicherheitsnetz.

    Ich kenne viele Menschen (inkl. mich) die von Ihren Eltern keinen Cent bekommen können, entweder weil die Eltern wenig/nichts haben oder weil sie einfach nicht mehr unter uns weilen – und keiner dieser Personen ist Hartz-IV-Empfänger. Ist dir schon mal in den Sinn gekommen, dass speziell viele Migranten hier gar keine Familie haben und mit nix außer ihrer Arbeitskraft hier her gekommen sind?

    Zurück zum Thema Elterngeld. Ich finde Elterngeld eine gute Sache und ich bin nicht wohlhabend und mit der Begrenzung auf 1.800 Euro spricht es eher den unteren teil der Mittelschicht an. Meinst du wirklich das ein Elternteil, der im Job 5-6.000+ im Monat verdient, sich von den 1.800 irgendwie beeindrucken lässt?

    Aber für „normale“ Angestellte, Arbeiter und Selbständige ist es schon wichtig zu wissen, dass sie mit ca. 2/3 der letzten Gehälter kalkulieren können.

    Vor allem ermöglicht das Elterngeld, dass sich auch die Väter noch mehr einbringen können und anscheinend stört das manche Menschen wenn Väter bei den Kindern zunehmend eine wichtigere Rolle spielen.

    In unserem Fall hat es das Elterngeld ermöglicht, dass ich mich mehr um die Kinder kümmern konnte und das meine bessere Hälfte sich mehr um unsere Firma kümmern konnte. Ohne EG wäre es auf die klassische Rollenverteilung hinausgelaufen, weil mein Know-how zum damaligen Zeitpunkt höher war.

    Und diese Beobachtung konnte ich auch bei anderen Paaren machen. Das Elterngeld fördert eine etwas gerechtere Rollenverteilung. Das manche damit ein Problem haben, kann ich mir gut vorstellen.

    Viele Grüße

  60. @Perun – die Nicht-Hartz IV-ler, von denen du sprichst, können aber u.U. etwas sparen, sie können etwas erben, sie können einen Partner/Partnerin finden, die mehr Geld verdient, usw. Das ist dann schon ein Unterschied. Ich habe ja auch gar nicht prinzipiell gegen so ein Elterngeld (wenn es m.E. auch eher nicht aus Steuern, sondern ähnlich wie etwa Arbeitslosengeld oder Rente finanziert werden müsste). Aber wenn wir uns beides nicht mehr leisten können, dann ist eben die Frage, wo am ehesten gespart wird. Im Übrigen sehe ich die Logik nicht ein, dass es Vätern nur dann möglich sein soll, für Kinder ihre Erwerbsarbeit zu reduzieren, wenn sie dafür finanzielle Anreize bekommen. Mütter haben diese Anreize ja auch nicht nötig. Und wenn zwei Leute 5000 Euro im Monat verdienen, also das Paar zusammen 10000 hat, dann können die auch mal ein Jahr auf ein Gehalt verzichten, ohne dass der Staat ihnen noch 1800 Euro im Monat dazu geben muss. Finde ich jedenfalls.

  61. Ich bin für die komplette Abschaffung des Elterngeldes, weil es die Ziele nicht erreicht hat.

    Bzgl. des Sozial-Darwinismus, der immer mal wieder genannt wird, habe durchaus andere Ansichten. Wir haben versucht unseren Sohn im normalen Alter von 3 Jahren in den Kindergarten zu bekommen. Das wäre nur möglich gewesen, wenn mind. 1 – 2 folgender Kriterien erfüllt gewesen wären:

    – mind. 1 der Eltern hat Migrationshintergrund (besser beide)
    – mind. 1 der Elternteile bezieht Hartz IV (besser beide)
    – beide Eltern gehen arbeiten
    – die 0.5 Jahre alte Tochter muss gleichzeitig in die Krippe der gleichen Einrichtung
    – der Kindergarten-Platz wird mind bis 14.00 Uhr inkl. Mittagessen gebucht
    – wir entscheiden uns für einen privaten Kindergarten und zahlen ca. 350 – 400 Euro pro Monat.

    Ich lerne daraus, man muss nur zu einem der o.g. Gruppen gehören und schon wird einem viel Geld und sonstige Leistungen hinterher „geworfen“.

    Im vergangenen Jahr habe ich echt überlegt Hartz IV zu beantragen. Ich bin selbständig und hatte im 2. Halbjahr 2009 einen Gewinneinbruch bei dem ich in den letzten 3 Quartalen nicht mal auf den o.g. Hartz IV von 1900 Euro kommen werde und das bei 50 Stunden Arbeit pro Woche im Schnitt. Urlaub war auch (seit 2 Jahren) nicht drin.

    [Nebenbemerkung: Und wenn sich die Arbeit dann mal lohnt, greift der Staat jede Menge Steuern ab, um sie dann nach Griechenland zu verschenken]

    Warum sollte ich im letzten Jahr noch arbeiten?
    – Mit Hartz IV, ohne Gegenleistung zu bringen, bekomme ich mind. genausoviel Geld wie mit 50 h Arbeit und Stress.
    – Ich kann mich um meine Kinder kümmern und fördern
    – Meine Kinder bekommen dann sogar noch einen Kindergartenplatz (ohne Gebühren).
    – Ich kann mich um die Projekte und Ideen kümmern, die mir am Herzen liegen.

    Was mich an den ganzen Sozialdebatten nervt, ist, dass viele / die meisten glauben, dass der Staat für praktisch alles verantwortlich ist und zum ausreichenden Lebensunterhalt kaum noch Eigeninitiative notwendig ist (ausser vielleicht alle Fördermöglichkeiten zu kennen).

    Ich kann nicht alle an dieser Stelle, über einen Kamm scheeren. Ich habe auch Leute in meinem Bekanntenkreis, die auf Transferleistungen angewiesen sind und die es wirklich benötigen. Aber ich erlebe zu weiten Teilen, dass man sich darauf einrichtet und nicht bereit ist Eigeninitative an den Tag zu legen. Auch hier hätte ich Beispiele aus meinem Bekanntenkreis.

    Was würde ich vorschlagen? Leistung und persönliche Investion muss sich lohnen! Bitte lest und denkt über das Gesamtpaket nach und bleibt nicht an den ersten Zeilen hängen! Bitte! Nur im gesamten gibt es Sinn!

    – Abschaffung der 1-Euro-Jobs (die in Wirklichkeit 16,00 Euro die Stunde kosten; nur 1 Euro dürfen HartzIV-Empfänger behalten AFAIK)
    – HartzIV – Sätze auf 300 Euro senken
    – Einkommen von Jobs, die Hartz IV Empfänger annehmen, werden nur die Hälfte auf den Transfersatz angewendet.
    – Schaffung von Jobs in der Wirtschaft, die ohne Stress zu bewältigen sind und von dem eigenen Engagement anhängig sind (vgl. Tankwart-Service bei Shell) Ähnliches könnte es im Supermarkt an der Kasse zum Einpacken geben.

    Einen Haken hat die Sache allerdings: Den Wert einer Arbeit macht nicht die finanzielle Entlohnung aus, sondern die Wertschätzung, die man daraus erfährt.

    Wenn es sonst um das Sparpaket geht, würde ich folgendes vorschlagen:

    – 15% in allen Bereichen, nach der Rasenmäher-Methode, ab sofort (also für das verbleibende Jahr 7,5%)
    – Wer am lautesten schreit, bekommt nochmal 5 – 10 % abgezogen.
    – das wird alles innerhalb von 1-2 Wochen durchgezogen

    Ok, das geht jetzt alles über den eigentlichen Blogpost hinaus. Aber es hat sich ziemlich viel in den letzten Monaten aufgestaut.

    Also: Übernehmt Verantwortung (auch, oder gerade für Euch selber)! Engagiert Euch! Habt Freude am Leben!

  62. Noch was, wenn wir schon beim Sparen sind:

    Alle Unternehmen, die 2009 und 2010 Kurzarbeitergeld bezogen haben und trotzdem Gewinne schreiben, sollen Ihre Gewinne zzgl. max. 5% des Umsatzes an die Bundes-Arbeitsagentur überweisen. Das sind sie dem unternehmerischen Risiko geschuldet.

    Grüße,
    Marcus

    P.S.: Ich bin selbständig:-) und froh drüber

  63. @Marcus
    Schönes Beispiel dafür, wie ein Herr Westerwelle es geschafft hat, die die wenig haben gegen die aufzuhetzen, die gar nichts haben. Der ganze Kommentar ist so geschrieben, als wenn es 5 Mio. Arbeitsstellen gäbe und die Sozialschmarotzer sie nur nicht annehmen, weil sie ja genug Geld haben.

    Das ist a) falsch, b) dumm und c) enttäuschend, weil gerade Sie sollten es doch besser wissen.

  64. Pingback: till we *) . Blog » In Tweets: Wie eine Ministerin einmal eine Neiddebatte entzünden wollte, um von ihren ungerechten Sparplänen abzulenken

  65. Und ich bin übrigens auch selbständig und überhaupt nicht vom Sparpaket betroffen. Wäre es allerdings gerne, allein um den sozialen Frieden in unserem Land zu erhalten.

  66. @oliver
    – Das mit Westerwelle ist unter der Gürtellinie.😦 Der interessiert nicht. Ich wäre sogar für Steuererhöhungen, wenn ich wüsste, dass die Politiker verantwortlich mit dem Geld umgehen.

    – Das soziale Netzwerk in unserem Staat ist notwendig als Verpflichtung gegenüber den „Bedürftigen“, aber nicht als Anspruch der „Bedürftigen“ gegenüber dem Staat und damit der Allgemeinheit. In der aktuellen Diskussion der Sparvorschläge habe ich bei den verschiedenen Parteien und Interessenverbände eher letzteren Eindruck.

    – Apropos 5 Mio Arbeitsplätze: Deswegen meine Auffordung an die Wirtschaft auch Arbeitsplätze zu schaffen, die nicht auf „High-Potentials“ und Super-Qualifizierte abzielen. Da sind ein paar mehr Arbeitsplätze drin.

    – Ich sage nicht „Wer sich anstrengt, findet auch einen Arbeitsplatz“. Ich hoffe, das ist in meinem Beitrag auch so rübergekommen.

  67. Das war nicht unter der Gürtellinie, sondern einfach nur gelesen. Der Tenor Ihres Beitrags ist: Ich habe fast nichts und muss noch kräftig zahlen, aber die die nichts haben und auch nichts tun, bekommen alles noch hinten rein gesteckt. Das ist nichts anderes als die „spätrömische Dekadenz“, die wir uns angeblich leisten. Es ist die bürgerliche Version dieser liberalen Sprechblasenpolitik.

    Seit 20 Jahren verschlanken wir den Staat, entlasten Unternehmen (je größer, je mehr), schaffen den Sozialstaat und den Generationenvertrag Schritt für Schritt ab zu Gunsten des staatlich subventionierten Niedriglohnsektors und der Altersarmut und es hat uns genau hier hin geführt: Direkt an den Abgrund!

    Nach Ihrer Vorstellung schaffen wir jetzt noch mehr Niedriglohnsektor, noch weniger Sozialstaat und noch mehr Entlastung für Unternehmer, damit mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Also die gleiche liberale Sprechblasenpolitik der letzten 20 Jahre.

    Man kann aber den Sozialstaat nur noch dann verschlanken, wenn man ihn abschafft. Dafür können wir dann Gefängnisse und Suppenküchen bauen. Ganz nach amerikanischem Vorbild. Und ich verspreche Ihnen eins: Das wird uns dann genau EINEN Schritt weiter bringen!

    Und nur damit das mal klar ist, ein Unternehmer (also ein erfolgreicher) zahlt keinen Spitzensteuersatz oder mehr als 50 % seiner Gewinne. Die zahlt höchsten der Angestellte desselben. Er zahlt auch keine Rentenversicherung, keine Sozialabgaben und keine gesetzliche Krankenversicherung.

  68. „Arbeitslose Eltern haben zudem auch nicht die Möglichkeit, die Gesamtzeit auf 14 Monate zu erhöhen. (Frage: Stimmt das so? Gerade bekam ich eine DM, dass auch Arbeitslose 14 Monaten Elterngeld bekommen können – wer es genau weiß, bitte in die Kommentare schreiben, Danke!) “

    Das ist einfach, es steht im Gesetz:
    „Elterngeld wird in Monatsbeträgen für Lebensmonate des Kindes gezahlt. Die Eltern haben insgesamt Anspruch auf zwölf Monatsbeträge. Sie haben Anspruch auf zwei weitere Monatsbeträge, wenn für zwei Monate eine Minderung des Einkommens aus Erwerbstätigkeit erfolgt. Die Eltern können die jeweiligen Monatsbeträge abwechselnd oder gleichzeitig beziehen.“

    Also: 12 Monate Anspruch hast du (nach der geltenden Regelung) immer, ob arbeitslos oder erwerbstätig. Dazu kommen 2 weitere Monate, aber nur dann, wenn in dieser Zeit das Einkommen gemindert ist, wenn du also wegen der Kinderbetreuung weniger Geld verdienst. Keine Minderung – keine 2 zusätzlichen Monate.

    Angenommen du bist Zweit-Elternteil und deine Partnerin oder dein Partner hatte schon die 12 Monate Elternzeit verbraucht:

    Wenn du als Aufstockerin ergänzendes Arbeitslosengeld 2 beziehst, weil dein Einkommen nicht reicht und du dann die zwei zusätzlichen Monate Elternzeit nimmst, bekommst du Elterngeld, denn dein Einkommen aus Erwerbstätigkeit ist gemindert.
    Aber wenn du volles Arbeitslosengeld 2 beziehst und nicht arbeitetest bekommst du die beiden zusätzlichen Monate nicht, denn sie sind daran gebunden, dass dein Einkommen aus Erwerbstätigkeit gemindert ist.

    Als Alleinerziehende oder Alleinerziehender bekommst du 14 Monate Elterngeld, wenn du das alleinige Sorgerecht oder Aufenthaltsbestimmungsrecht hast und wenn dein Einkommen während der beiden zusätzlichen Monate gemindert ist.

    Es gibt noch ein paar Sonderfälle wie: schwere Krankheit oder Behinderung des Partners / der Partnerin.

    Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit (Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz – BEEG), § 4 (Bezugszeitraum)

  69. Der Beitrag ist m.E. sehr einseitig verfasst. Es geht nicht um den Wert eines Kindes, sondern darum, auch die Leistungsträger der Gesellschaft wieder zum Kinderkriegen zu ermutigen.

    Ein undifferenziertes Kindergeld hat eben auch zur Folge, dass gerade die bildungsfernen Schichten, oft mit Migrationshintergrund, viele Kinder in die Welt setzen, während die für alles zahlenden Leistungsträger der Mittelschicht sich lieber voll der Arbeit widmen oder immer öfter auch auswandern. Das Elterngeld versucht, hier etwas gegenzusteuern. Völlig richtig aus meiner Sicht.

    Dies mag auf den ersten Blick unsozial klingen, auf den zweiten ist es (leider) unumgänglich. Der Sozialstaat wird irgendwann an die Grenzen seiner Belastbarkeit kommen.

  70. Elterngeld und Erziehungsgeld sind gute Beispiele, wie unser Staat versucht, regulierend in menschliche Verhaltensweisen einzugreifen. Genausogut könnte man statt Tabaksteuer Tabaksubvention und statt Erziehungsgeld Geburtenkontrolle einführen. So etwas gehört nicht staatlich reguliert.

    Ein sozialstaatliches Konzept mit der mittlerweile erreichten Regulationskomplexität geht nur auf, wenn jeder Einzelne damit verantwortungsbewusst umgeht:
    Sowohl die Menschen „ganz unten“, die ernsthaft ihren Pflichten nachkommen und aktiv daran arbeiten, die staatliche Abhängigkeit abzulegen und Eigenverantwortung zu übernehmen, als auch die „ganz oben“, die im Sinne von Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Anerkennung die Gemeinschaft unterstützen und langfristig planvoll mit den in ihrer Verantwortung befindlichen Wirtschaftsgütern haushalten.

    Ein schönes Märchen. Menschen sind schlecht, da bin ich und keiner der hier Schreibenden eine Ausnahme. Jeder ist sich selbst der Nächste, Andersdenkende sind in der Minderheit. Jeder staatliche Versuch, hochkomplexe wirtschaftliche Anreizsysteme gegen diese Neigung aufzubauen, die bereits frühzeitig nicht mehr kontrollierbar sind und in ein wildes „Trial and Error“ ausarten (Subvention gewähren, Haushaltsloch und Neiddebatte beobachten, Subvention streichen, andere Subvention ausprobieren), ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

    Angesichts des jetzt notwendigen Sparpaketes wird erstmalig versucht, ein paar unwichtige Zöpfe dieser Regulierung zaghaft abzuschneiden. Es bleiben bei der jetzt angedeuteten Geschwindigkeit noch Zöpfe für mehrere Generationen übrig. Die Transformation wird dabei die soziale Ungerechtigkeit noch massiv steigern, da man den Abbau eines überregulierten Sozialstaates nicht an allen Fronten gleichmäßig erreichen kann. Das, was seit dem zweiten Weltkrieg hier entstanden ist, mag nett und gemütlich aus jetziger Sicht sein, aber das es scheitert, sollte doch jedem klar sein.

    Es ist doch unser eigenes Problem, wenn wir uns daran gewöhnt haben, vom Staat den Hintern abgewischt zu bekommen (und damit sind ausdrücklich alle Bevölkerungs-Schichten angesprochen, denn jeder hat seine Vorteils-Ecke eingeräumt bekommen).
    Auf der ganzen Welt hat es ja auch eine Menge Trial and Error gegeben, Kommunismus, purer Kapitalismus, diktatorische und demokratische Regierungsformen – keines dieser Modelle klappt besser. Alle Modelle haben nur Eines gemein: den Menschen als „selbstzerstörerisches“ Element. Es wird offenbar Zeit für den nächsten Meteoriteneinschlag, um dem natürlichen Lauf der Dinge auf unserem Planeten wieder Vorschub zu gewähren.

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  72. Warum hat in dieser Republik jeder den Anspruch, dass alle gleichgestellt sind. Harz4 Eempfänger bekommer die notwendige Unterstützung, um ihren Lebensunterghalt zu sichern Und zwar auf Kosten derer die arbeiten. Ich möchte nicht tauschen, aber ich denke, dass ich ein schlechtes Gewissen haben muss, weil ich überdurchschnittlich verdiene und mir ein wenig mehr leisten kann. Gestern habe ich gelesen, dass eine 4-Köpfige Famile mit Harz4 1800 € erhält. Da muss sich der Facharbeiter wirklich fragen, warum er täglich malochen geht.

  73. @Antje Schrupp:

    Nun, das bestreite ich aber ganz entschieden, dass „wir als Gesellschaft“ der Meinung wären, Löhne sollten leistungsorientiert sein – Löhne orientieren sich an der Knappheit der entlohnten Arbeitskraft und jeder Versuch, das zu ändern, läuft wirtschaftlich darauf hinaus, Leuten vorzuschreiben, wofür sie ihr eigenes Geld auszugeben haben. Und wenn irgendetwas nicht knapp ist, dann sind es unqualifizierte Frauen, die auf Kinder losgelassen werden.

    In so einer Gesellschaft möchte ich nicht leben.

    Und das System ist noch nicht anders – es ist bestenfalls ein komisches Mischsystem, in dem alter Ernährerlohn noch lange nicht konsequent wegreformiert wurde. Insofern, als wohl auch in Zukunft zwei Menschen zusammenleben werden und gemeinsam Entscheidungen treffen werden, die bei Auflösung der Verbindung zu Lasten der Allgemeinheit gehen könnten, wird der „Ernährerlohn“ wohl auch noch lange Bestand haben; da kann es dann nur um die Gegenseitigkeit gehen – statt Elterngeld sollten mal lieber Frauen verpflichtet werden, den Vätern ihrer Kinder mindestens drei Jahre Auszeit finanzieren zu müssen, wie es umgekehrt der Fall ist.

    „Sollen doch die Armen einfach keine Kinder mehr haben, wenn sie sich die nicht leisten können. Diese Auffassung scheint hinter den Regierungssparplänen zu stecken. Ich finde sie falsch und will nicht in einer Gesellschaft leben, die so eine Mentalität hat.“

    Du übersiehst, dass für Männer die Gesellschaft nie ein anderes Gesicht gezeigt hat – ein Mann, der arm ist, findet in der Regel noch nicht einmal eine Partnerin, um Familie zu haben, abgesehen davon, dass das ungeschriebene Gesetz ja selbst heute noch ganz verstaubt lautet, dass Männer erst dann Kinder zeugen, wenn sie eine Familie „ernähren“ können.

    Der „Luxus für Frauen“, Kinder unabhängig von ihrem Einkommen zu bekommen, liegt darin begründet, dass dann eben andere für der Dame Glück ackern müssen.

    Auch hier – in so einer Gesellschaft möchte ich nicht leben.

  74. Ich wuerde hier gar nicht die neoliberale Karte spielen. Es geht einfach darum die Akademiker zum Kinderkriegen zu ermutigen. Sozusagen ein ‚Kinderbonus‘ fuer die schlauen Kinderverweigerer. Darum geht’s und mit dieser Logik macht auch die jetzige Gestaltung auch Sinn. Soziale Gerechtigkeit oder Fairness spielt hier gar keine Rolle.

  75. @Petra – im Prinzip gebe ich dir Recht, ich bin aber der Meinung, dass man die „Leistungsträger“ unserer Gesellschaft nicht daran erkennt, wie viel Geld sie verdienen. Und das ist der Fehler in diesem System. So manche Bankberater mit fettem Einkommen haben in den letzen Jahren sehr unverantwortlich gehandelt und die Probleme mit verursacht, vor denen wir hier stehen, und trotzdem fettes Elterngeld kassiert. Und so manche Hartz IV-Empfängerin hat sich den Arsch aufgerissen, damit ihre Kinder trotz Armut eine gute Bildung bekommen. (Es kann natürlich auch den anders herumen Fall der faulen Hartz IV-Empfängerin und des verantwortungsvollen Bankers geben) Das heißt: Ich bin ganz mit dir einer Meinung, dass wir auch darüber diskutieren müssen, wer eigentlich für unsere Gesellschaft etwas leistet und wer nicht. Aber wir sollten doch bitte nicht so tun, als könnte man am Erwerbseinkommen ablesen.

    @Tim – Ich bin wie du der Meinung, dass es falsch ist, wenn der Staat über Steuern und über Sozialleistungen versucht, das Verhalten der Menschen zu beeinflussen. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass es keine Steuern und Sozialleistungen braucht. Mütter und Väter, die Erziehungsarbeit machen, gehen damit nicht einfach nur einem Privatvergnügen nach, sondern tun etwas, das für die Gesellschaft allgemein von Bedeutung ist. Daher ist es m.E. gerechtfertigt, wenn die Gesellschaft sich daran beteiligt und hat nichts mit Verhaltenssteuern zu tun – solange eben nicht die einen mehr und die anderen weniger unterstützt werden. Nicht jede Sozialleistung ist eben „Hintern abwischen“, Renten zum Beispiel oder Unterstützung während der Studienzeit sind es auch nicht. Wir alle sind letztlich „Sozialhilfeempfänger“, die Vorstellung, jemand könnte „eigentverantwortlich für sich selbst sorgen“ ist eh eine Illusion.

    @Andeas – Ich finde an deiner Position falsch, dass du Arbeit mit Erwerbsarbeit gleichsetzt. Wer sich um Kinder kümmert, hat keine „Auszeit“. Auch ist der „Luxus“, Kinder unabhängig vom Einkommen zu haben, nicht auf Frauen beschränkt, viele Männer haben sogar noch den Luxus, Kinder zu haben, ohne sich um sie im Alltag kümmern zu müssen. Der Punkt, an dem du recht hast, ist, dass wir momentan noch einen Kuddelmuddel von altem Ernährerlohn und neuem Individuallohn haben und das macht einen Teil der Ungerechtigkeiten aus. Allerdings folgt Lohnentwicklung auch nicht unbedingt der Logik von Angebot und Nachfrage, sonst müssten momentan die Erzieherinnenlöhne explodieren, was sie aber nicht tun.

  76. @Andreas: Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich Ihr Diskussionsbeitrag ein wenig zu sehr aus etwas speist, dass sich anhört wie die Wut darüber, Unterhalt zahlen zu müssen. Hier liegt die Einseitigkeit dann wohl eher bei der Subjektivität der Einstellung. Ohne bestreiten zu wollen, dass viele Dinge nicht gerecht geregelt sind (die Liste ist lang und die Unterhaltsregelungen sicherlich dabei, darum erspare ich sie mir), so ist das Kinderkriegen kein Luxus, sondern eine lange Reihe von echten Kraftakten. Und das sage ich als stolzer Vater von zwei Söhnen. Gerade alleinerziehende Mütter leisten haben einen unglaublich anstrengenden Job, einen psychisch und körperlich weit belastenderen Job als eine ganze Reihe Jobs der „normalen“ Wirtschaft, denn dieser Job hört nicht nach acht oder zehn Stunden einfach auf. Ich persönlich muss zugeben, ich könnte soetwas nicht allein tun.

    Eine solche Tirade über Kinder als Luxus und Geburten als Freifahrtsschein fürs „easy going“ zeugt nur von extremer Einseitigkeit der Sichtweise und fehlender Erfahrung. Rein evolutionär und biologisch gesehen, ist das Kinderkriegen der eigentliche Selbstzweck der Lebewesen die diese Erde bevölkern. Wie kommen Sie dazu, das in eine wirtschaftliche Kosten- / Nutzenrechnung einzuordnen? Diese „Nach mir die Sintflut“ – Einstellung ist es jedenfalls die erst zu unseren Problemen geführt hat. Woher die Überzeugung kommt ist klar: Im Kapitalismus wird auf alles geschossen, was gezwungen ist, die Handflächen bittend nach oben zu wenden. Ein Armutszeugnis, wenn man bereits die Reproduktion des Menschen zum Luxus erklärt, weil man seine Felle davonschwimmen sieht, wenn man Frauen unterstützt, die sich der Arbeit (!!!) des Kinderkriegens und der Erziehung widmen.

    Wie sieht ihrer Meinung bei den heute schon rückläufigen Geburtenraten die Zukunft unserer an Überalterung „leidenden“ Gesellschaft aus, wenn nur noch die 10% der Deutschen, die 60% des Vermögens besitzen ein Recht auf Kinder haben? Also gerade diejenigen, die entweder keine Lust auf Kinder haben oder aber keine Zeit für selbige?

    In unserer Gesellschaft haben wir ein extremes Problem, dass die Menschen verlernen zu differenzieren und sich auch mal ausserhalb ihres standardmäßig als einzig wahr geglaubten Standpunktes zu bewegen. Dann erscheinen nämlich viele Dinge plötzlich in einem ganz anderen Licht und man stellt fest, dass man mit Pauschalisierungen und rein subjektiven Urteilen keinen Staat machen kann.

    Gruß
    bd

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  78. @Martin #68:

    Klar, das sind, wenn man P.C. mal ablegt die Ziele. Nur muss man auch fragen: Werden die erreicht? Gibt es jetzt mehr Kinder pro Akademikerin? Die Antwort darauf ist: Nein, und zwar sogar ein ziemlich klares.

    Also Ende der Diskussion. Elterngeld abschaffen, Geld in KiTas stecken und den gut verdienenden Eltern ermöglichen einfach Kind und Arbeit unter einen Hut zu bringen.

    Bye egghat
    egghat.blogspot.com

  79. Komisch ist doch, dass das Sparpaket mal wieder eine Diskussion angeheizt hat, in der es mal wieder um Hartz IV, die Frage, ob sich Arbeit lohnt (Westerwelle) und Förderung von Kindern geht. Dabei will das Sparpaket doch angeblich vor allem eines: das Schuldenwachstum der BRD verlangsamen (von stoppen kann ja keine Rede sein, von Schulden abbauen sowieso nicht). Aber irgendwie kommt mir der Verdacht, dass es beim Sparpaket nicht wirklich um Schuldendämmung und Spare geht … Ist es gar ein Sozialausgabensparpaket, das nur unter anderem Namen verkauft wird? ES ist ein Sparpaket, das von der der neoliberalen FDP geschnürt wurde. Wenn es der Regierung ernst wäre mit dem Sparen und dem Schuldenabbau, dann würde sie nicht bei HartzIV ansetzen. Gespart werden kann an ganz anderen Stellen viel effektiver. Wer sich Nachrichtensendungen und Politmagazine der letzten Tage angesehen hat, wurde endlich einmal wieder daran erinnert, wo die Regierung ihr Geld investiert nd wo sie entsprechende Sparmaßnahmen ansetzen könnte: Subventionen ohne Ende für Steinkohle, für die Schiffahrt, für Schnaps, für Hoteliers, für die Landwirtschaft. Auch die mögliche Vermögenssteuer bleibt weiter unangetastet. Von der Erhöung der Spitzensteuersätze für Milionäre ganz abgesehen (aber das hat Angela Merkel der FDP ja versprochen). Und wer richtig zugehört hat, hat auch verstanden, dass ein Subventionsabbau nicht gleich den wirtschaftlichen Niedergang oder mehr Arbeitslosigkeit bedeuteten würde. Ebenso eine Vermögenssteuer möglich. Das Problem ist, HartzIVEmpfänger und Kinder haben keine Lobby. Die anderen schon.

  80. @bdanneberg:

    Auf ihre Mischung aus frustriertem Gutmenschentum, persönlichen Beleidigungen, dumpfen Biologismen und Tiraden über das, was sie für Arbeit halten, die Sie sich nicht zutrauen, habe ich wenig Lust, zu antworten.

    @Antje Schrupp:

    Ich setze nicht „Arbeit“ und „Erwerbsarbeit“ gleich – ich unterscheide nur zwischen solcher Arbeit, die ich im Auftrag eines anderen erledige, und für die ich daher eine Gegenleistung erwarten kann, und solcher Arbeit, die ich aus eigenem Wunsch mache, und für die ich daher keine Gegenleistung von einem anderen erwarten kann.

    Und wie gesagt, lehne ich solche Maßstäbe wie „Leistungsgerechtigkeit“ ab – als ob die überhaupt objektiv feststellbar wäre-, weil sie, zuende gedacht, nur realisierbar sind, wenn Menschen vorgeschrieben wird, wofür sie wieviel Geld auszugeben haben.

    Entsprechend sehe ich nicht, dass „Erzieherinnengehälter momentan explodieren“ müßten, gegeben die Tatsache, dass irgendwas um 80 % aller Frauen mit Kindern sich lieber auf das Gehalt ihres Gatten verlassen und selber höchstens Teilzeit arbeiten.

    Alleinerziehende sind vielleicht arm – aber der Großteil wäre es in der Regel ohne Kinder ganz genauso.

  81. Was für ein Unsinn, dass Alleinerziehende ohne Kinder auch arm wären. Ich beispielsweise würde ganz normal wieder Vollzeit arbeiten. Ob nun als Rechtsanwältin, Lehrerin oder Krankenschwester, mit einem Baby oder Kleinkind ist das ziemlich schwer möglich – auch im Interesse des Kindes. Eine ganztägige Kita-Betreuung halte ich für unter Dreijährige nicht für gut, außerdem ist sie bei einem Einkommen nicht bezahlbar, zumindest nicht in privaten Kitas.

  82. Na ja, ganz einfach: Man moechte einfach die Reproduktion des Praekariats minimieren. Und wenn ich mir so anschau wer heutzutage Kinder bekommt (dazu muss man ja nur die Talk- und Castingsshows durchzappen) find ich das auch gut. Leute die in ihrem Leben kein Fuss auf den Boden bekommen muesen IMHO nicht auch noch dafuer belohnt werden, dass sie sich Fortpflanzen.

    Oder anders und weniger provokant formuliert: Eantschaedigung fuer Kindererziehung ja. Aber nicht wenn die Kindererziehung darin besteht die fetten Kids vor die Playstation zu setzen und mit Yamba zu versorgen.

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  85. Die Angabe, dass das Elterngeld 12 oder 14 Monate gezahlt werden würde, ist so nicht richtig. In der Praxis sind es generell zwei Monate weniger, da für acht Wochen nach der Geburt Mutterschaftsgeld gezahlt wird, dass beim Elterngeld wiederum angerechnet wird. Es handelt sich hier also wieder um eine geschickt verkaufte flexible Wahrheitshandhabung der ehemaligen Familienministerin UvdL.

    Den Blobbeitrag finde ich inhaltlich und von der Form recht gut, nur eines stört mich ein wenig: Es ist vielleicht nicht wichtig, sondern nur ein Detail. Denn es wird mir zu undifferenziert über reiche und arme bzw. nicht so reiche Familien bzw. Mütter geschrieben. „Reich“ ist eine Frau auch, wenn der Mann ein hohes Einkommen erzielt, sie selbst aber nicht. Als Elterngeld bekäme sie dann aber natürlich auch „nur“ den Sockelbetrag.

  86. Ich seh das so beim Elterngeld: Mittelverdiner 2% Einbuße
    Sozialschwache (Harz4 empfänger) 100% Einbuße beim Elterngeld,DAS IST DOCH MAL SOZIAL GERECHT,ODER??? Gehts noch???
    Die wissen wohl nicht was Windeln,Babynahrung,Kleidung,Pflegeprodukte,Spielzeug usw. HEUTZUTAGE kostet?
    Von was soll das denn jetzt alles bezahlt werden,(allein vom Kindergeld) ? Denn gerade im ersten Jahr ist die Finazielle belastung doch am größten,die haben es doch schon von 2 auf 1 Jahr gekürzt,reicht das nicht?Nein,da werden den Sozialschwachen in den 2 Jahren(die es mal waren) jetzt insgesamt 24×300=7200€ gestrichen. Das Nenn ich doch mal soziale Gerechtigkeit!

    Hoffe sehr,das sich in der Sache bezüglich des Elterngeldes,der Kinderschutzbund aktiv wird!!!

  87. Das Paradoxe an unserem Sozialsystem ist ja Folgendes:

    es soll in schlechten Zeiten verhindern, daß Leute in den Armutsstrudel gelangen.

    Aber gerade in schlechten Zeiten wird vor allem im Sozialsystem gekürzt. Wie wir an diesem Beispiel sehen, auch noch an den Ärmsten der Armen.

    Meine Frau und ich gehen beide arbeiten. Ich weiß nicht, wie wir mit rund 1600 Euro unser Kind durchbringen könnten. Und im genannten Beispiel sind es sogar zwei.

    Die Sparmaßnahmen werden kurzfristig Geld sparen und sicher dazu beitragen, daß Hartz IV-Empfänger nun wirklich jeden Job annehmen werden, vom Leichenwäscher bis zum Kanalreiniger.

    Mittel- und langfristig wird es aber ein großer Teil der Menschen nicht schaffen, die Rechnungen zu bezahlen bzw. die Bedürfnisse von Kindern, die in dieser Gesellschaft Sozialisation erfahren, zu befriedigen – damit meine ich nicht das neueste Nintendo DS, sondern die Fahrt mit der U-Bahn oder den Eintritt ins Freibad.

    Und in ein, zwei Jahren haben wir noch mehr marginalisierte Menschen in Deutschland. Aber dann kann man ja wieder sparen und gleichzeitig, wie gestern in Niedersachsen, eine Diätenerhöhung um rund 400 € pro Abgeordneten beschließen.

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  89. Danke für diese guten Beitrag, der aber leider schlecht und populistisch endet:

    Sie tun so, als würde die Summe aus Hartz-IV und allen anderen Sozialleistungen um 17% für eine Familien gekürzt werden. Das ist natürlich in der Verallgemeinerung falsch. Das Elterngeld ist ein auf ein Jahr zeitlich begrenzte Zahlung. Die Familie muss mit oder ohne das Elterngeld mit 1585 EUR auskommen. In dem einen Fall jedoch erst nach einem Jahr nach der Geburt eines Kindes, im anderen Fall sofort. In ihrer vereinfachten Darstellung wirkt es doch sehr populistisch.

  90. @Huruburu: Herzlichen Glückwunsch! Sie haben sich soeben selbst dem Bildungsprekariat zugeschrieben, indem Sie ihr Menschenbild der Hartz-IV Empfänger aus dem Herumzappen zwischen den verschiedenen Talkshows zusammensetzen😉

    Ansonsten kann ich nur bedauern, wenn gefordert wird, dass halt nur Menschen Kinder bekommen sollen, die es sich leisten können. Sollte man nicht umgekehrt die Frage stellen, wie es sein kann, dass überhaupt eine solche Situation entsteht, dass sich offensichtlich so Viele ohne staatliche Hilfe nicht leisten können, Kinder zu bekommen, eines der ursprüglichsten Bedürfnisse des Menschen?
    Weiterhin ist es in diesem Zusammenhang auch schlimm, dass uns die ganze Zeit von selbsternannten sogenannten „Experten“ immer vorgeheult wird, dass unsere Gesellschaft immer mehr altert (ein ganz anderes Thema erfolgreicher Meinungsmache), und in diesem Zusammenhang auch die „Fortpflanzungskampagne“ in dieselbe Kerbe schlug.
    Wenn dann nur noch gut verdienende Menschen Kinder bekommen sollen, machen diese dann auch die ganzen Niedriglohnjobs der Zukunft? Wir übersehen auch gerne, dass wir ein stehendes Heer von Arbeitslosen benötigen, damit dem arbeitenden Familienvater auch immer klar gemacht werden kann, was ihm blüht, wenn er mal aufmuckt und nicht schon wieder Lohneinbussen hinnehmen will.

  91. auf die gefahr hin, bereits erwähntes zu wiederholen (ich habe jetzt nicht alle 96 kommentare gelesen): soweit ich weiß, wurde das gehaltsabhängige elterngeld eingeführt, um gerade gut verdienende frauen (insbesondere akademikerinnen) dazu zu ermutigen, kinder zu bekommen, weil gerade die überdurchschnittlich wenig kinder bekommen. ob dieser ansatz erfolgreich oder gar sozial gerecht ist, steht auf einem anderen blatt…

  92. Nur kurz:
    Was einige Kommentatoren hier für Vorstellungen über Arbeitslosigkeit haben… Man hat das Gefühl, manche Leute lesen nur die BLÖD- Zeitung.
    Wenn ich Sätze höre wie: „Warum gestresst arbeiten gehen, wenn ich genauso viel auch ohne Gegenleistung vom Staat kriege?“ Ohne Gegenleistung? Stressfrei? Da fällt mir nichts mehr ein.
    Wer noch nie arbeitslos war, oder mit keinem Arbeitslosen intensiv gesprochen hat, sollte einfach mal die Klappe halten. Sorry.
    Aber irgendwie ist es wie mit dem Thema Islam: Jeder will irgendwie „Experte“ sein, nur weil irgendwo, irgendwann, irgendwas in der Zeitung stand…

  93. Ich lebe jetzt schon seit einiger Zeit auf diesem Planeten, hatte aber nie wirklich das Gefühl, dass die Führenden sozial gerecht sein wollen. Natürlich nach außen, vor jeder Wahl, ganz klar. Aber sonst entwickelt sich die Gesetzgebung immer zugunsten einiger Lobbyisten. Familien, Alte und Kinder haben in diesem Land eindeutig das Nachsehen. Seit einigen Jahren auch der normale Arbeitnehmer, der sich Bedingungen beugen muss, die sich der Sklaverei nähern. Tatsächlich auch der kleine Unternehmer, der sich selbst Mindestlöhne nicht leisten kann, sein Bestes gibt und von den Medien gern mal als Sündenbock herhalten muss, obwohl er sich oft nicht mal selbst ein „Gehalt“ zahlen kann.
    Und wer durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit erst mal im Hartz IV – Sumpf gelandet ist, darf seinen Lebensberechtigungsschein sowieso abgeben. Da rechnen dir kinderreiche Ministerinnen vor, dass man auch als Mutter seinen Beruf ausüben kann (die Kinderfrau wird mal dezent verschwiegen), andere leben mal eine Woche nach Hartz IV – Sätzen und verkünden stolz, dass das geht, wenn man nur will und wieder andere, Gutsituierte, plädieren dafür, Hartz IV nochmal runterzusetzen, damit die Bezieher einen deutlichen „Anreiz“ haben.
    Aus dem Anreiz wird da wohl eher ein Brechreiz. Dieses Land ist auf einem fürchterlich falschen Weg und ich sehe nicht, dass sich da noch einmal was ändern wird. Selbst wenn einige ihren Mut und ihre Kraft zusammenreißen, um was zu bewegen, die werden doch schon im Keim erstickt.

    Was mir persönlich den Rest gab: Da wird Griechenland mit Unsummen unterstützt und nur ein paar Wochen später kommt bei uns die große Sparschere. Wir müssen sparen, weil wir zuviel Geld ausgegeben haben…

    Ich finde es grundsätzlich ok, andere Länder mit Geld zu unterstützen, aber nicht, wenn ich mich dafür selbst verschulden muss.

    Das ist mein Vaterland? Ich glaube, ich wurde adoptiert. Ich fühle mich hier nicht mehr verbunden, verwurzelt. Das Land der „Dichter und Denker“? Denken überlassen die meisten schon der Bild und ganz dicht sind sie auch nicht.

    Ich bin die Letzte, die nicht selbst aktiv mitspart, wenns denn sein muss. Aber warum soll ich einen Monat Hühnersuppe essen, wenn das Geld an anderen Stellen mit beiden Händen ausgegeben wird? Damit meine ich jetzt nicht nur Finanzspritzen an andere Länder, sondern auch Fässer ohne Boden im eigenen Land. Reizthema „Bundeswehr“ käme da vielleicht mal zum Tragen. Ach, es gibt so unendlich viele andere. Es müsste wirklich mal jemand aufräumen. Aber dazu wird es wohl nicht mehr kommen. Es sei denn, die Wirtschaft kollabiert endgültig, was meiner Meinung nach nicht mehr lange dauern kann.
    Bis dahin rate ich jedem sich so gut es geht auf wirklich harte Zeiten vorzubereiten und das definitiv nicht mit einem dicken Sparbuch…

  94. Überspitzt ausgedrückt ist also der Grundgedanke des Elterngeldes jetzt ohne Wertung meinerseits:
    Minimierung der Armut durch Erschwerung der Reproduktion bei gleichzeitiger Förderung der Reproduktion der Wohlständigen.

    Dann gibt es in ferner Zukunft keine Armen mehr? Wer finanziert dann den Wohlstand?

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  96. „Elterngeld ist kein Geld mehr, das die Erziehungsarbeit belohnt, sondern lediglich der Ersatz für entgangenen Erwerbsarbeitslohn.“

    Aber mehr ist es doch realistisch gesehen auch nicht. Ich meine ich bin selbst Mutter eines 1,5 jährigen, d.h. ich habe die ganze Geschichte mit dem Elterngeld gerade durch und als mehr habe ich das Elterngeld auch nicht angesehen. Ich meine wir haben uns für unser Kind !entschieden! und ich brauche keine Entlohnung für meine erzieherischen Fähigkeiten! Mir ging es lediglich darum eine Verdienstausfallsüberbrückung zu bekommen und mehr war es nicht. Ich sehe Erziehung nicht als eine Arbeit an, sondern als etwas für das ich mich mit allen Konsequenzen und aller Nachhaltigkeit entschieden habe.
    Ich gehöre zur im Vergleich zu Harz IV ganz gut verdienenden Schicht und ich bin dankbar für das Elterngeld weil es geholfen hat unseren erarbeiteten Lebensstandart zu erhalten, ohne riesige Einschneidungen in Kauf nehmen zu müssen. Auch wenn ich nun einige vielleicht verärgere, aber jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und ich bin quer durch die Bundesrepublik gezogen um der Arbeitslosigkeit zu entgehen, weg von Eltern und Freunden und dem Bekanntem und ich werde es wieder tun wenn nötig, auch wenn es hart würde. Eine Lösung gibt es fast immer und die muss nicht immer Harz IV heissen!

  97. Ich bin sehr verwundert (und auch enttäuscht), dass der Artikel „Der falsche Systemwechsel beim Elterngeld“ schon gleich mit einer falschen Information startet.
    Die Information im ersten Satz: „In Deutschland gab es mal ein Elterngeld Erziehungsgeld: 300 Euro im Monat für jedes Kind, egal ob die Eltern reich oder arm waren, egal, welchen Beruf sie ausübten, und das zwei Jahre lang.“ ist schlicht falsch, was auch schon mehrfach in den Kommentaren erwähnt wurde. Trotzdem wird diese Information nicht korrigiert und die Verfasserin des Artikels geht auch nicht auf diesen Wiederspruch ein. Wieso soll ich auf dieser Grundlage den Artikel weiterlesen oder die Inhalte ernst nehmen?

  98. Hallo,

    der erste Satz ist so wie er geschrieben wurde nicht korrekt. Das Erziehungsgeld war abhängig vom Einkommen der Eltern, so dass nicht jeder in den Genuss des Erziehungsgeldes kam. War das Einkommen zu hoch, gab es kein Erziehungsgeld. Dies ist nun beim Elterngeld anders.

    Grüße

  99. @Elterngeld @Karin – Ich hab das jetzt ergänzt. Es stimmt, es gab eine Einkommens-Obergrenze, die jedoch das familiäre laufende Monatseinkommen betraf. Eltern, die wohlhabend/reich waren und während der Erziehungszeit reduzierten und damit unterhalb des Maximaleinkommens lagen (30.000 Euro netto) bekamen das Elterngeld doch. Von daher finde ich, dass der Satz durchaus nicht ganz falsch war. Elterngeld heute wird ja auch nicht bezahlt, wenn die Leute weiterarbeiten, sondern misst sich in der Höhe an dem, was sie vorher verdient haben, obwohl sie nicht weiterarbeiten. Und das ist der Unterschied: Das Erziehungsgeld wurde bezahlt, unabhängig davon, was vorher verdient worden ist, ob es nichts war oder fünf Millionen im Jahr. Vorraussetzung war lediglich, dass während das Erziehungsgeld bezahlt wurde, das laufende Familieneinkommen eine bestimmte Summe nicht überschritten hat. Was ich unter sozialen Gesichtspunkten im Übrigen auch richtig finde.

  100. Danke für die Korrektur hinsichtlich des ersten Satzes. Noch schöner wäre es allerdings, wenn die Ausführungen im Kommentar der Verfasserin nicht wieder in Teilen unzutreffend wären. Ich würde mir wirklich eine seriösere Recherche wünschen!
    1. Die genannten 30.000 EUR galten als Grenze für den Bezug des Erziehungsgeldes bei Paaren nur für die ersten 6 Monate. Ab dem siebten Monat erfolgte bei Paaren ab 16.500 Euro bereits eine prozentuale Anrechnung des Einkommens auf das Erziehungsgeld. Zur Verdeutlichung – wir sprechen hier von einem Monatsdurchschnitt von ca. 1.375 EUR, ab dem eine Anrechnung zum Tragen kam.
    2. Für die Berechung dieser Einkommensgrenze wurde nicht auf das EInkommen im Bezugsjahr abgestellt, sondern auf das Einkommen im jeweiligen Vorjahr. Also ist die Aussage der Verfasserin des Kommentares „Und das ist der Unterschied: Das Erziehungsgeld wurde bezahlt, unabhängig davon, was vorher verdient worden ist, ob es nichts war oder fünf Millionen im Jahr“ wieder falsch. Falls die das Erziehungsgeld beziehende Person während der Bezugszeit nicht erwerbstätig war, wurde ihr im Vorjahr erzieltes Einkommen allerdings nicht zur Ermittlung der Einkommensgrenze herangezogen.

    Und noch zwei Bemerkungen zum Ausgangsartikel:
    1. Das Elterngeld stellt eine Entgeltersatzleistung für die Person dar, die Elternzeit wahrnimmt. Ein Ziel ist unter anderem für diese Person während einer Elternzeit von einem Jahr ein Teil des daraus resultierenden Einkommenswegfalls zu kompensieren und nicht die „Erziehungszeit“ zu honorieren – daher auch Elterngeld und nicht Erziehungsgeld. Es gilt also eine klare Vorher-Nachher-Betrachtung und durch diese Regelung hat die Person, die vor der Elternzeit erwerbstätig war, während der Elternzeit nie mehr als vor der Elterzeit (Kindergeld mal ausgenommen). Für die Empfänger von Sozialleistungen war das bisher allerdings bekanntermaßen anders – bei Ihnen wurde kein Einkommenswegfall ausgeglichen und sie hatten durch das Elterngeld mehr an „Gesamteinkommen“. Also ist die Argumentation, dass die bisherige Regelung in diesem Punkt systemwidrig ist, durchaus schlüssig. Ob die im Rahmen der Sozialleistungen Familien mit Kindern zur Verfügung gestellten Leistungen ausreichend sind, steht auf einem ganz anderen Blatt und sollte mit dem Thema Elterngeld nicht vermischt werden.
    2. Das Eltergeld ist aus meiner Sicht eine echte frauenpolitische Errungenschaft und sollte nicht mit dem so leicht zu durchschauenden Argument „es ist aber noch nicht optimal; es hätte aber besser sein können“ klein geredet werden. Durch das Elterngeld wird es der Frau und Mutter, die in der Regel die Elternzeit wahrnimmt, ermöglicht, dass sie während dieser Zeit für ein Jahr ein gewisses Maß an finanzieller Unabhängigkeit – auch und gerade vom Partner – erhält. Und das ist für emanzipierte Frauen meiner Generation, die im Regelfall nach Abschluss der Ausbildung/ des Studiums immer finanziell auf eigenen Beinen standen, eine sehr große Errungenschaft!

  101. Karin,
    was heißt denn „seriösere Recherche wünschen“? Das Thema ist kompliziert und ich finde es insgesamt gut dargestellt. Außerdem ist das hier kein wissenschaftliches Institut, sondern ein Blog, der auch vom Mitmachen lebt und vom Korrigieren durch Leser. Und genau das funktioniert hier doch hervorragend.

  102. „2. Das Eltergeld ist aus meiner Sicht eine echte frauenpolitische Errungenschaft und sollte nicht mit dem so leicht zu durchschauenden Argument „es ist aber noch nicht optimal; es hätte aber besser sein können“ klein geredet werden. Durch das Elterngeld wird es der Frau und Mutter, die in der Regel die Elternzeit wahrnimmt, ermöglicht, dass sie während dieser Zeit für ein Jahr ein gewisses Maß an finanzieller Unabhängigkeit – auch und gerade vom Partner – erhält. Und das ist für emanzipierte Frauen meiner Generation, die im Regelfall nach Abschluss der Ausbildung/ des Studiums immer finanziell auf eigenen Beinen standen, eine sehr große Errungenschaft!“

    Aus exakt denselben Gründen halte ich das Elterngeld für eine „männerpolitische“ Katastrophe:

    Soweit ich das in der Bekanntschaft mitbekomme, läuft das Ganze darauf hinaus, dass die Frauen soviel Elternzeit wie möglich nehmen, die Männer dann als reinen Mitnahmeneffekt halt noch zwei Monate oben drauflegen.

    Zwei Monate Elternzeit für Männer bedeuten aber eben keine finanzielle Unabhängigkeit für Männer von Frauen – womit die Sache dann auch wieder sogut wie gegessen ist. Des weiteren verfällt die Möglichkeit für Männer, Elternzeit zu nehmen, sobald sie sich von den Müttern ihrer Kinder trennen.

    In meinen Augen handelt es sich um eine typische feministische Reform, bei der weibliches Lobbydenken sich klar durchgesetzt hat, mal abgesehen davon, dass nur noch niemand gegen das verfassungsrechtlich bedenkliche Konstrukt, Leuten per Steuern Geld wegzunehmen, um es ihnen dann mit einer Vorschrift, wie es zu verwenden ist, wiederzugeben, geklagt hat.

    Leute, die finanziell unabhängig sich um ihre Kinder kümmern wollen, könnten auch einfach dafür Sparen – alternativ könnte man sich vorstellen, dass der Staat ihnen einen günstigen Kredit ermöglicht.

  103. Man kann doch nicht sagen „die Frauen“ nehmen so viel Elternzeit wie möglich. Das ist doch eine Absprache zwischen beiden Partnern. Und wenn du dich als Mann von deiner Frau übergangen oder unterdrückt fühlst in Sachen Kindererziehung und Elternzeit, solltest du mit ihr darüber reden. Dass die meisten Frauen länger Elternzeit nehmen als die Männer, liegt zum einen daran, dass oftmals der männliche Part der Beziehung mehr Geld verdient, der Gehaltsausfall also so gering wie möglich gehalten werden soll, zum anderen daran, dass es immer noch vielen Männern nicht leicht gemacht wird in ihrem Job, in Elternzeit zu gehen und auch daran, dass eben in vielen Beziehungen die Frau ganz traditionell zu Hause bleibt und das Baby versorgt. Das ist völlig in Ordnung finde ich, denn stillen können Männer ja wohl nicht. Und es ist auch einfach so, dass zwischen Mutter und Kind eine viel symbiotischere Beziehung herrscht als zwischen Vater und Kind. Wenn dann spätestens nach einem Jahr die meisten Frauen abgestillt haben, können die Väter sich einmal ganz ihren Kindern widmen. Ich finde es toll, dass es diese zwei Vätermonate gibt!

  104. Wie unsachlich ist auch die Idee, sich vom Staat einen Kredit für Kindererziehung geben zu lassen. Dann gäbe es wohl bald keine Kinder mehr in unserem Land.

  105. Pingback: Was sonst noch so passiert « things that hurt

  106. Meine Güte – das Elterngeld ist nichts weiter als ein „aufgezwungener“ Kredit, der auch dann abgezahlt werden muss, wenn er gar nicht in Anpruch genommen wird, nämlich durch hohe Steuern. Und wie immer wird der Kredit – wie beim alten Ernährergehalt auch – von Frauen konsumiert und von Männern abgezahlt; nichts neues auf weiter Flur.

    Oder glaubst Du etwa, der Staat würde Gelder verteilen, die nicht durch seine Bürger erst erwirtschaftet worden sind – was ist hier unsachlich? Ein bißchen Etikettenschwindel auf den Flaschen ändert noch nicht den Inhalt.

    Eine wirkliche Reform wäre etwa sowas: Abschaffung aller Unterhaltszahlungen, jeder Vater und jede Mutter kann vom Staat einen billigen, am persönlichen Einkommen ausgerichteten Kredit in Höhe von 70 % des Einkommens für zwei Jahre bekommen, und kann von diesem Kredit ( so Bedarf besteht ) seine persönliche Kinderauszeit finanzieren, unabhängig übrigens vom persönlichen Verhältniss zum anderen Elternteil und ohne dass der andere für die Rückzahlung einstehen muss. Elterngeld etc. wird abgeschafft, dafür Steuererleichterungen.

    Der Mist, den wir haben, addressiert folgende Probleme: Wie kann Frau von Mann Geld bekommen, ohne die Unwägbarkeit der Abhängigkeit von einem einzelnen Mann eingehen zu müssen ( umgekehrte Gedanken spielen keine Rolle ). Ohne dass der einzelne Mann seiner Verpflichtungen dabei entledigt wird, falls die benötigt werden ( zwei Monate Elternzeit für Männer reichen, mehr würde ihre Unterhaltsverpflichtung gefährden – getrennten Männern werden daher noch nicht einmal diese zwei Monate gegönnt). Und natürlich soll nebenbei der Effekt eintreten, dass Männer auf dem Arbeitsmarkt mit Risiken für den Arbeitgeber behaftet werden, ebenso wie Frauen.

    Wie ich schon sagte – typische feministische Reform, die von der Leyen angestoßen hat.

  107. Achtung, unsachlicher Kommentar:

    @Andreas: *Breitgrins*, man könnte meinen du fühlst dich ungerecht behandelt. Versuch doch mal stillen zu lernen, 4-5 Monate alle 2-4h danach alle 4-5h wenn du Glück hast. Dann kannst du auch mal länger Elternzeit nehmen. Natürlich solltest du auch so lange wie möglich stillen um dein Kind optimal zu versorgen. Da hat die Natur wohl nicht richtig nachgedacht oder? Ich meine wie kann sie die Männer nur so benachteiligen? Schlag doch mal der Natur eine Reform vor…

    Und was den Vorschlag angeht: Warum nicht gleich alle Steuern abschaffen und der Staat soll bei jedem direkt anfragen ob er sein Geld für dies oder jenes ausgeben darf…

  108. @Anja:

    Nicht, dass Brüste nicht schöne Argumente wären, aber Deine Argumente sind ein ein wenig schwach auf der Brust.

    Menschen – auch Frauen – sind schliesslich keine Milchkühe, die nur Milch vorteilhaft produzieren können, nein, die bösen Neoliberalen halten noch viel mehr Fertigkeiten für verwertbar.

    Frage mich auch, wieso immer, wenn es darum geht, dass Transferzahlungen von Männer an Frauen eingeschränkt werden sollten, wenn man wirklich einmal eine Reform will ( statt dass so so ein Quark wie „Geld-für-Nichterwerbsarbeit“ jede Reform ad absurdum führt ), so olle Kamellen wie der „Geburtsschmerz“, „Stillerei“, „symbiotische Mutter-Kind-Verhältnisse“ etc. die Frischluftzufuhr begrenzen müssen – muss wohl mit den von Antje Schrupp im neueren Artikel erwähnten tiefen „kulturellen Prägungen“ zu tun haben *g* …

  109. Nur kurz vorweg, bitte mich nicht mit Andreas verwechseln, ich schreibe hier als Andreas Kemper.
    Lotte schrieb:
    „Wie unsachlich ist auch die Idee, sich vom Staat einen Kredit für Kindererziehung geben zu lassen.“
    Das Land Thüringen plante tatsächlich einen Kinderkredit. http://knol.google.com/k/kinder-kredit# Dieser sollte zusätzlich zu den bisherigen Transferleistungen gezahlt werden und allen, die ein Kind bekommen, gewährt werden. Dieser Kredit sollte mit den weiteren Geburten, also eines zweiten, dritten, vierten Kindes „abgekindert“ werden (d.h. der Kredit müsste dann nur zum Teil oder gar nicht zurückgezahlt werden.
    Der Haken bei der Sache: nur kreditwürdige Eltern sollten dieses Geschenk vom Staat erhalten. Also wieder mal das gleiche: Arbeitslose und arme Mütter / Väter sollen keine Kinder kriegen.

  110. Pingback: Anonym

  111. Mein Mann und ich beziehen beide H4, dabei sind wir alles andere als bildungsfern: wir haben beide ein abgeschlossenes Studium und konnten einfach keine Arbeit damit finden. Bei unseren beiden Kindern (das 1. 10 Jahre, das 2. 3 Monate) legen wir sehr viel Wert auf Erziehung und Bildung (naja das Kleine ist dafür noch zu klein, aber später) und deshalb regt es mich immer furchtbar auf, wenn H4-Empfänger so pauschal abgestempelt werden. Wie man auch an einigen Beiträgen und im Bekanntenkreis sieht: ein abgeschlossenes Studium schützt nicht vor Armut. Und man muss auch noch nicht mal alleinerziehend dafür sein. Ich bin froh, das wir für unsere Kleine gerade noch das Elterngeld bekommen, obwohl auch das schon ein finanzieller Rückschritt ist, denn für unseren Sohn gab es ja die 300 Euro noch 2 Jahre lang. Ich finde, dass, wenn man ein Baby betreut, rund um die Uhr, kein Wochenende, kein Ausschlafen, viel Arbeit, keine Freizeit für sich, sollte das doch wenigstens als Leistung auch finanziell ein wenig anerkannt werden und nicht mit demjenigen gleichgesetzt werden, der wirklich nichts macht.

  112. Zitat:“Wie man auch an einigen Beiträgen und im Bekanntenkreis sieht: ein abgeschlossenes Studium schützt nicht vor Armut. “

    Auch das ist in unserem Freundeskreis und Familie vorgekommen. Ein Fall hat sich selbständig gemacht und arbeitet nun in einem anderen Feld als studiert. Ein anderer hat sich in einem anderen Bereich fortgebildet und fand dadurch wieder Arbeit. Es gibt immer Möglichkeiten.

    Zitat: „Ich finde, dass, wenn man ein Baby betreut, rund um die Uhr, kein Wochenende, kein Ausschlafen, viel Arbeit, keine Freizeit für sich, sollte das doch wenigstens als Leistung auch finanziell ein wenig anerkannt werden und nicht mit demjenigen gleichgesetzt werden, der wirklich nichts macht.“

    Warum? Es war doch die eigene Entscheidung! Das sich die Lebensumstände verändern weiß ich doch vorher. Schließlich will ich doch mein Kind.

    Dann doch lieber eine Steuer für kinderlose Personen einführen… Die dann als Ausgleich dafür genutzt wird das die Geburtenrate sinkt, zur Erhaltung des Generationsvertrages.

    Zitat: „Das Land Thüringen plante tatsächlich einen Kinderkredit. http://knol.google.com/k/kinder-kredit# Dieser sollte zusätzlich zu den bisherigen Transferleistungen gezahlt werden und allen, die ein Kind bekommen, gewährt werden. Dieser Kredit sollte mit den weiteren Geburten, also eines zweiten, dritten, vierten Kindes „abgekindert“ werden (d.h. der Kredit müsste dann nur zum Teil oder gar nicht zurückgezahlt werden.
    Der Haken bei der Sache: nur kreditwürdige Eltern sollten dieses Geschenk vom Staat erhalten. Also wieder mal das gleiche: Arbeitslose und arme Mütter / Väter sollen keine Kinder kriegen.“

    Eigentlich fehlt nur noch das die Kinder den Kredit ihrer Eltern, den sie zu deren Geburt aufnahmen abzahlen sollten, wenn sie zum Bsp. kein Kindergeld mehr beziehen. Verschuldung bei Geburt – erinnert mich ein bisschen an die Zeiten der Sklaverei.

  113. Hartz 4 soll ja den tatsächlichen Betrag abdecken tut es aber nicht bei Kleinkindern unter 1 Jahr, denn die Ernährung der Kleinen ist nicht gerade billig wenn man mal in die Babyabteilung schaut. Das Elterngeld geht bei Hartz 4 Empfängern ausschlieslich auf die Versorgung des Kindes drauf es ist kein Geld das übrig bleibt, sogar Babyschwimmen und andere Kurse sind da nicht drin.
    Die Politiker sparen immer an den Armen da sie ja selbst alle Besserverdiener sind und Hartz 4 Bezug ja dank der hohen Abfindungen bei einer Entlassung ihnen ja auf keinen Fall droht.

  114. Der Artikel und die anschließende Diskussion hier haben mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Ein paar unqualifizierte Einwürfe gibt es halt immer! … Momentan befassen sich mein Mann und ich mit einem „weiterführenden“ Problem nach dem Elterngeld. Für unser 1. Kind (geb. Mitte Dezember 2006) bekamen wir gerade noch so Erziehungsgeld nach der alten Variante. Zwei Jahre lang € 300,- war nicht viel, aber hilfreich und ich konnte mich entsprechend lang um unseren Sohn kümmern. Jetzt arbeite ich verkürzt, um für Familie und Haushalt genügend Zeit abzuknappsen. Mein Mann hat seine Arbeit verloren und ist auf H4-Level, bekommt aber keine Unterstützung, da wir uns weigern, seine als Altersrent angesparte LV zu kündigen. Das AA war so nett uns vorzurechnen, dass wir 0,9 Jahre davon leben könnten. Und dann?
    Aber zurück zu unserem „Problem“: Unser zweites Kind wird nächstes Jahr im April geboren werden. Für den Großen haben wir einen KIGA Platz, vollzeit für € 180,- monatlich. Wenn ich nach einem Jahr mit ca. € 600,- Elterngeld wieder arbeiten muss, muss ich unser Kleines zur Betreuung abgeben. Kostet ca. € 450,- monatlich. Dann gehe ich also für ca. € 950,- arbeiten. Damit ich das kann bezahle ich aber anderen € 630,- um meine Kinder groß zu ziehen – was ich sehr gern selbst tun würde – aber wovon?
    Natürlich war es unsere Entscheidung Kinder zu bekommen! Und ich bereue das auch in keinster Weise und mit Geldprämien hatte es für uns auch nichts zu tun. Aber warum wird es Eltern, die nur durschnittlich oder noch weniger Geld verdienen/bekommen so schwer gemacht wieder ins Berufsleben zurück zu kehren? An dieser Stelle würde ich mir viel mehr Entlastung wünschen.

  115. Pingback: Array « Liomans Blog

  116. Pingback: Warum Elterngeld? « imPULSIV

  117. Warum sprechen Sie denn immer von Erziehungsgeld? Sien Kind zu erziehen ist ein persönlicher Wert, den jeder mitbringt, der Kinder haben möchte. Dafür muss kein Staat dieser Welt bezahlen. Was uns Frauen- die berufstätig sind und damit finanziell unabhängig von unseren Männern- jedoch vom Kinderkriegen abhält, sind nicht mangelndes Erziehungsgeld, sondern mangelde finanzielle Unterstützung. Haben Sie einen Beruf, wo man auch weitere Stufen in der Entwicklung nehmen kann. Kennen Sie die Chancen befördert zu werden, beim Bonus berücksichtigt zu werden, bei der Gehaltserhöhung, wenn man erst einmal Kinder bekommen hat oder seine Schwangerschaft kund getan hat? Sie haben einfach keine Ahnung vom Arbeitsmarkt. Sie bewegen sich in Ihrem gesamten Artikel in der heilen Welt der Hausfrauen, die gerne vom Staat unterstütz werden möchten. Fangen Sie doch mal an, etwas in den Sozialstaat hineinzuwerfen – außer Kindern- bevor sie etwas aus dem Topf fordern. Ich fühle mich nur noch wie Zahlemannundsöhne für Frauen wie Sie, die es als „sozial gerecht“ bezeichnen, zu nehmen. In anderen Ländern, dürfen Sie drei Monate zu Hause bleiben, dann gibt es nicht mehr für die Frauen vom Staat. Wir sind also im Schlaraffenland, was das betrifft.
    Frau von der Leyen hat genau den richtigen Weg gewählt, Väter und Mütter für ein Jahr unterstzützen- denn danach sollen sie sich wieder am Sozialgefüge beteiligen. Dann, erst dann sind wir sozial gerecht!

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