Umverteilung unter dem Deckmantel Familienpolitik. Next Level.

Ein Gericht hat jetzt Eltern in Leipzig erstmals Schadensersatz zugesprochen, weil die Kommune ihren Kindern keinen Kita-Platz anbieten konnte und die Mütter (sic) daher die Kinder selbst betreuen mussten und nicht erwerbstätig sein konnten. Soweit so gut.

Es ist jetzt aber nicht so, dass alle Eltern dasselbe Geld bekommen hätten, sondern die Höhe des Schadensersatzes war gestaffelt nach dem Verdienstausfall der betreffenden Frauen – „2500, 4500 und 8100 Euro, je nach Einkommen.“

Die Umverteilung von Einkommen von unten nach oben unter dem Deckmantel Familienpolitik, die ich schon bei der Umstellung des Elterngelds kritisiert habe, geht also weiter. Frauen, die gut verdienen, kriegen vom Staat mehr Geld fürs Kinderbetreuen als Frauen, die wenig verdienen.

Was mich daran fast schon schockiert ist, für wie selbstverständlich diese Entwicklung inzwischen bereits gehalten wird. Sie bedeutet ja letztendlich, dass der Wert von Care-Arbeit sich nicht aus dem Wert dieser Arbeit als solchem herleitet, sondern nur über den Umweg des Verdienstausfalls der „eigentlichen“ Arbeit, der Erwerbsarbeit nämlich, abgeleitet wird.

Ich finde es richtig, dass Kommunen Schadensersatz zahlen müssen, wenn sie ihren gesetzlichen Verpflichtungen nicht nachkommen. Aber aus meiner Sicht ist die Schädigung in jedem Fall dieselbe, egal wie reich oder arm die Familien sind – und ja, es geht faktisch ja nicht nur um das Einkommen der Mutter. Denn weil es einen statistisch engen Zusammenhang zwischen dem Einkommen von Eheleuten gibt (gleich und gleich gesellt sich diesbezüglich nämlich gern), ist es sehr wahrscheinlich, dass wenn die Mutter nicht viel verdient, der Vater auch nicht viel verdient, und dass die Frau mit dem höheren Einkommen, die jetzt eine höhere Entschädigung bekommt, auch einen Mann hat, der eher viel verdient.

Und das Ganze hat auch noch weitere Implikationen: Wäre ich eine Kommune und hätte zu wenige Krabbelstubenplätze, dann würde ich nun dafür sorgen, dass Kinder von gut verdienenden Müttern eher einen Platz bekommen als solche aus armen Familien. Denn im Fall des Falles würde mich der Schadensersatz ja nicht so teuer zu stehen kommen.

Es gibt überhaupt keinen Grund, die Höhe des Schadensersatzes am Einkommen der Mutter zu messen. Wenn überhaupt, müsste es an den Kosten gemessen werden, die eine eingekaufte private Kinderbetreuung verursachen würde. Und auch die wären eben dieselben, egal ob es ein Kind aus einer reichen oder einer armen Familie ist.

Wir haben es hier mit einer Entwicklung zu tun, die das Verhältnis von Bürger_innen zum Staat nicht mehr als ein politisches Verhältnis versteht – bei dem der Staat Verpflichtungen hat, die allen gegenüber gleich sind – sondern als ein privatwirtschaftliches, wo ein Vertragsbruch eben unter Umständen bedeutet, entgangene Gewinne zu rekompensieren.

Not amused.

 

76 Gedanken zu „Umverteilung unter dem Deckmantel Familienpolitik. Next Level.

  1. Liebe Antje, es ist leider sehr unromantisch, aber wir haben hier wieder ein Zeichen, dass dieses Symptom des Kapitalfaschismus (das Wort ist nicht zu hart gewählt) deutlich macht: Sozial ist diese Ökonomie leider gar nicht, sondern inhuman und hat nur den Anspruch effektiv zu sein. Jemand, der nicht arbeitet fällt hinten runter (ob er dafür was kann oder nicht ist egal), die Menschen müssen in effiziente Strukturen gezwungen werden, in Jobs die Sozialabgaben generieren. Hartz IV ist ja kein Zeichen des Sozialstaates sondern nur ein System, um einen billigen Arbeitsmarkt zu generieren – wer da mal drin ist – kommt eh nicht mehr raus, erhält noch moralische Häme. Die Häme ist wichtig, um diejenigen sich gut fühlen zu lassen, die noch keinen Burn-Out haben, weil sie sich kaputtarbeiten. Das was Du hier in diesem Blog anprangerst, ist das Prinzip, dass nur derjenige belohnt wird, der Geld scheffelt – dort wo viel ist, kommt noch mehr dazu. Punkt. Wir leben in einer Zeit von TTIP, CETA und TISA, in der Mechanismen installiert werden, die die Industrie, die Ökonomie sichtbar über den Staat stellen, unsichtbar muss es gar nicht mehr sein, es darf sogar sichtbar sein, es kann sich eh keiner mehr wehren. Ich bin alles andere als eine Kommunistin. Aber unser System ist in Schieflage, und nicht nur was die Industrienationen und die Dritte Welt betrifft, sondern sogar innerhalb Deutschlands. Aber die Menschen in Deutschland schreien erst, wenn sie es direkt spüren, wenn diese Symptome weit weg sind, werden sie verdrängt. Jeden Tag verhungern 24. TSD Menschen, obwohl die Silos voll sind, aber es muss ja mit Rohstoffen spekuliert werden, und die Preise für Getreide nach oben getrieben werden, die Menschen können sich das nicht mehr kaufen, verhungern, und das Getreide verrottet in den Silos. Und nein – es ist nicht offtopic, es ist das gleiche Thema. Es geht immer nur ums Geld.- Und wenn DU keine Politik machst für die Reichen, die an den Entscheider-Stellpulten sitzen, wirst Du abserviert, auch in der Politik. Die Geldgeschenke müssen gemacht werden. Man sieht dieses Phänomen auch daran, dass selbst in der grössten Anspannung einer Eurokrise eine Partei wie die dieLinke, die diese Themen besetzt hat, dass die Banken reguliert werden, keine Punkte bei der Bundestagswahl machen konnte, die Armen gehen gar nicht mehr wählen, die die ihre Pfründe halten wollen steuern das Schiff. Und um auf den Feminismus zu kommen, um den Bogen auf dieses Thema zu bringen und meinen Artikel zu schließen: Der Patriarchismus ist die Ursache, warum es den Feminismus überhaupt geben muss. Warum gibt es den Patriarchismus ? Der Mann soll entscheiden. Und zwar auch ökonomisch. Wir sind hier dann bei der Symbiose Feminismus Sozialismus – und diese Symbiose ist kein Zufall > Rosa Luxemburg war auch Feministin. Ihr Fehler war, dass sie Gerechtigkeit und keinen Krieg wollte, und sie hat gespürt, dass das Kapital das Problem ist. Ich nähere mich dem Feminismus aus der Grabenstellung des Themas Trans und Intersex – > diese Themen sind auch Opfer des Patriarchat. Alice Schwarzer ist zwar über ihr Ziel hinausgeschossen, aber sie hat die Ursache benannt. Ich denke, dass sie das Kindergeld auch nicht so aufteilen würde, wie es jetzt gehandhabt wird. Sie ist eine Frau, und daher nicht patriarchistisch, automatisch dadurch bereits Sozialistin. Denn Kapital und Männer bilden eine Symbiose. Die Macht. Gut zu sehen an dem weltlichen Part der Religionen, in der Zeit als die Bischöfe und Päpste noch weltliche Herrscher waren. Religionen sind patriarchisch, und Männerdomänen. Zurück zu den säkularen kapitalistischen Männerdomänen: ARM und WEIBLICH gehören nicht in das subventionierte Gebiet das bewässert werden soll. Leider sind Hartz IV Frauen arm und weiblich. Bewässert wird männlich und / oder reich. Die gutverdienende Mutter ist zwar weiblich, aber das fällt dann nicht mehr auf, wenn sie reich ist und desshalb gesponsered werden muss. Wir können an dem Prinzip nichts ändern. Das einzige was wir tun können ist uns mental gegenseitig zu stützen, und uns etwas organisieren, evt. Stiftungen gründen usw, um diese Misstände etwas abzufedern, das Menschen die verzweifeln, nicht alleine sind. Jasmin

  2. Aus dieser Pressemitteilung

    http://www.justiz.sachsen.de/lgl/content/2398.php

    ergibt sich (ganz am Ende), dass das Landgericht davon ausgehen musste, dass keine anderweitigen Betreuungsmöglichkeiten für die betreffenden Kinder zur Verfügung standen. Ansonsten wären die Mütter im Rahmen ihrer Schadensminimierungspflicht auch gehalten gewesen, eine alternative Betreuungsmöglichkeit in Anspruch zu nehmen, zumindest wenn deren Kosten unter dem Verdienstausfallschaden gelegen hätten. Ebenso hätte es der Kommune freigestanden, den betroffenen Eltern einen gleichwertigen Platz in einer privaten Betreuung (Tagesmutter o.ä.) zu verschaffen, wenn es solche Alternativen denn geben hätte.

    Im deutschen Schadensersatzrecht gibt es zurecht den Grundsatz, dass derjenige Zustand herzustellen ist, welcher ohne das schadensverursachende Ereignis bestehen würde, notfalls durch Ausgleich in Geld. Unter den genannten Bedingungen (Verdienstausfall, keine Betreuungsalternativen) ist das hier eindeutig der zugesprochene Verdienstausfallschaden.

    Sie scheinen es als ungerecht zu empfinden, dass diejenigen Eltern, die über ein höheres Erwerbseinkommen verfügen, einen höheren Schaden geltend machen können. Mal als Kontrollüberlegung: Wenn jemand bei einem Verkehrsunfall zurechenbar ein fremdes Kraftfahrzeug zerstört, dann ist er dem Geschädigten zum Ersatz des wirklich verursachten Schadens an dem von ihm beschädigten Kraftfahrzeug verpflichtet. Wenn der Schaden an einem neuen Mercedes eintritt, ist die Schadensersatzzahlung auch deutlich höher als bei Beschädigung eines alten VW Golf. Ist das auch ungerecht? Wohl nicht.

    Will sagen: Mit „Umverteilung“ hat das also rein gar nichts zu tun, sondern mit Gerechtigkeit — gerade wenn es der Staat ist, der Bürger schädigt.

    Im Übrigen: Die Kommunen sind bei der Vergabe von Kita-Plätze an den Gleichbehandlungsgrundsatz (Artikel 3 Grundgesetz) gebunden, dürfen also die Vergabe von Kita-Plätze nicht an (vermuteten) Schadensersatzforderungen von Eltern ausrichten. Die von Ihnen befürchtete Fehlsteuerung kann es also nicht geben.

    Vom eigentlichen Problem (und Skandal) lenkt Ihr Beitrag eher ab, nämlich dem Umstand, dass viele Kommunen nicht in der Lage sind, vernünftige Kinderbetreuung effizient zu organisieren und bereitzustellen. Und gerade vor diesem Hintergrund ist es gut, dass Kommunen als kleine „Motivationshilfe“ nun auch mit hohen Schadensersatzforderungen zu rechnen haben.

  3. @A.E.Kemp – Dass das Gericht im Rahmen seiner Logik richtig entschieden hat, ist mir schon klar. Mein Blogpost sollte nicht heißen, dass ich das Urteil kritisiere. Worum es mir geht ist der größere Kontext in unserem gesellschaftlichen Umgang mit „Care“. Und den kritisiere ich.

  4. @A.E.Kemp – „Vom eigentlichen Problem (und Skandal) lenkt Ihr Beitrag eher ab, nämlich dem Umstand, dass viele Kommunen nicht in der Lage sind, vernünftige Kinderbetreuung effizient zu organisieren und bereitzustellen.“
    Sehe ich anders. Das eigentliche „Problem (und Skandal)“ ist, dass
    sozial ungerechte Verhältnisse als (juristisches) Recht festgeschrieben werden. Genau das geschieht durch ein Elterngeld in seiner jetzigen Ausgestaltung.

    Auch ausreichende Kinderbetreuung durch Kommunen oder private Einrichtungen bedeuten nicht, dass Eltern damit jegliche Sorgearbeit
    für ihre Kinder abgenommen wäre. Spätestens wenn Kinder, oder auch die für sie sorgende Menschen krank werden, zeigt sich, dass es mehr braucht als einen gerichtlich einklagbaren Kita-Platz.

    Stimme Antje zu, die dahingehend auf den größeren „Kontext
    in unserem gesellschaftlichen Umgang mit “Care” verweist.

  5. das prinzip der statuskonservierung gibt es ja auch bei rente und arbeitslosengeld I. allerdings sind hier die beiträge gestaffelt. im gegensatz dazu ist der schadenersatz (ebenso wie das arbeitslosengeld II) nicht beitragsabhängig, sondern steuerfinanziert. auch unter diesem systematischen gesichtspunkt ist das urteil also unlogisch.

  6. @Jasmin -„Das einzige was wir tun können ist uns mental gegenseitig zu stützen, und uns etwas organisieren, evt. Stiftungen gründen usw, um diese Misstände etwas abzufedern, das Menschen die verzweifeln, nicht alleine sind.“

    Dann dürfte die „Care-Revolution“ doch in deinem Sinne sein.
    Vielleicht magst du dich hier mit vernetzen:
    http://care-revolution.site36.net/netzwerktreffen/

  7. Das Elterngeld hat aber doch gar keinen Bezug zu dem genannten Schadenersatz-Fall, oder doch?

    Ich kann mir eine andere Regelung im Moment kaum vorstellen. „Schadenersatz“ ist Ersatz eines tatsächlich entstandenen Schadens, den man beweisen und beziffern muss, Wie hätte das Gericht denn reagieren sollen, bzw. welche andere Regelung wäre aus deiner Sicht GERECHTER?

    Das ist keine irgendwie „abgehobene“ Logik der Richter, sondern das, was man ganz allgemein unter einer Schadenersatz-Regelung versteht: der entstandene Schaden wird ersetzt. Warum sollte das in diesem Fall anders laufen? Mit welcher konkreten Begründung?

    Mich bewegt das, weil ich auch mal Jura studiert habe und es mich immer ein wenig ärgert, wenn jemand so tut, als würden Richter auf einem anderen Planeten leben und irgendwie total abseits des Gerechtigkeitsempfindens normaler Menschen entscheiden. Gelegentlich tun sie zwar einiges dafür, diesen Eindruck entstehen zu lassen – ABER es ist keineswegs die Regel. Merkt man ja auch daran, wie die Rechtsprechung sich entlang an der gesellschaftlichen Entwicklung auch immer mitverändert – zwar mit Verzug, aber das ist ja kaum vermeidbar.

    Der „Wert der Care-Arbeit“ stand hier doch gar nicht zur Debatte. Sondern die Folgen der Nichtleistung für eine, die sich drauf verlassen hat, dass der Rechtsanspruch auch echt ist und sie einen Kita-Platz bekommt.

  8. @Margot @Claudia – Wie ich oben schon schrieb: Sicher konnte das Gericht nicht anders entscheiden. Mein Blogpost ist keine Kritik an diesem Urteil, sondern an dem dahinter stehenden System und der symbolischen Logik: Dass nämlich die Notwendigkeit, Care-Arbeit zu leisten, mit einem „Schaden“ gleichgesetzt wird, den es zu erstatten gilt. Das ist erstens imho schädlich für die Weiterentwicklung des Paradigmenwechsels rund um „Care“ in eine Richtung, die Sinn macht, und 2. ist es eben eine „Gerechtigkeitslogik“, die faktisch zur Folge hat, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht.

    Also: Mir ist durchaus klar, dass das Gericht hier nicht anders entscheiden konnte. Genau das – und nicht die konkrete Entscheidung als solche – wollte ich kritisieren.

  9. Ja, was soll ich dazu sagen? Ist eigentlich genug gesagt worden und auch in durchaus sachlicher und kluger Art.
    Glücklicherweise sind meine Kinder groß und noch „glücklichererweise“ haben sie beide „Nein “ zum Kind gesagt.
    Übrigens ich würde heute auch keine mehr bekommen.
    Den Stress, den die „Normalmutter“ heute auf sich nehmen muss, wir ihr in kleinster Weise auch nur annähernd gedankt.
    Spätestens, wenn sie in Rente geht, wird sie das merken.
    Nein, danke. Das muss nicht sein.

  10. @Liebe Ute – „Dann dürfte die “Care-Revolution” doch in deinem Sinne sein. Vielleicht magst du dich hier mit vernetzen:“

    Liebe
    @Ute @Antje und an @all
    ja auf jeden Fall, der Care Revolution Werbebanner ist mir schon gleich aufgefallen hier auf Antjes Blogseite und ich war auch schon auf der Website, muss mich aber erst einkalibrieren in die Thematik, damit ich da auch wirklich positiv hineinstrahlen kann mit meiner Aktivitiät.
    Bin im Moment noch Schülerin was die Gesamtthematik Feminismus und Frauenbewegung angeht, ich weiß zwar schon einiges, aber meine eigenen Ansprüche sind da für mich selbst noch nicht ganz erfüllt, ich denke dass ich in wenigen Wochen in einem Diskurs mitwirken kann.

    Mein Wirken bezog sich bis vor kurzem alleinig auf dem sehr schwierigen und komplexen Feld von Trans und Intersex und , da ich mich an kein Paradigma halte, habe ich dass starke Bedürfnis, nicht nur innerhalb dieser Gruppe zu arbeiten (wie ich bereits sehen konnte ist das auch das CR-Konzept) sondern ganzheitlich mit allen gesellschaftlichen Gruppierungen, ihre Defizite, Ziele und Wünsche und Sorgen mit denen meiner bereits festgestellten Problemfelder in meinem speziellen Themen-Zirkel abzugleichen und Kausaliitäten abzuleiten. Dadurch Dinge aufzuhellen.

    Der erste Ausbruch in diese Richtung, und es sind hier natürlich noch andere Gruppen geplant, ist das Feminismus-Thema, Lesben-Thema, Frauenbewegungsthema. Es war für mich fast zu erwarten, dass hier starke Parallelen mit den Problemfeldern auftreten, die ich bereits lange beackert habe und die oft auch auf gleiche Ursachen zurückzuführen sind. Eine zentrale Funktion ist der Patriarchismus, der hier immer wieder als Gemeinsamkeit zu nennen ist.

    Ich bin als Mann sozialisiert worden, und muss leider die Sprache der Frauenbewegung erst erlernen, obwohl ich zwar in der Lage bin so zu denken, kann ich aber nicht das kommunizieren, was ich sagen will, wenn ich die Begriffe nicht richtig verwende, die gebraucht werden.

    Die Begrifflichkeiten, um speziifische Verständniswelten zu erklären, spielen auch in meinem direkten Forschungsfeld Trans und Intersexen eine zentrale Rolle, denn es können keine Begriffe mehr verwendet werden, die andere Bedeutungen haben, z.B. der Verständniswelt zugehörig sind, gegen die man anschreibt, es entstehen sonst Artikeltexte, die aufgrund homonymer Begriffe missverstanden werden.

    Deshalb hab ich für mich erstmal den Anspruch in den nächsten Wochen, mich in das Feminismus-Sprach-Umfeld einzuarbeiten, und ich nehme dazu Antjes Seite als Basis.
    Dies im Moment, ohne direkt mit ihr in Kontakt zu stehen, dieses Posting ist das erste öffentliche Statement in dieser Richtung.
    Ich kann auch erst mit ihr in Kontakt treten, sobald ich ihre Sprache spreche, dass ist nicht so einfach wie es klingt.
    Aber, und das stimmt mich zuversichtlich, es geht schneller voran, als ich dachte und ich bin sicher, dass ich bald für die Welt des Feminismus fundierte Artikeltexte schreiben kann, die nicht nur reflektieren und Plattitüden liefern, sondern bereits Ergebnisse liefern, Lösungen oder Ideen, die aber nur gegeben werden können, wenn ich auf das aufbaue, was bereits angedacht wurde.

    Ich bin die letzten Wochen auf sehr spannende Sachverhalte gestossen, die ich bisher nur ankratzen konnte aber ich werde sie vertiefen.

    Mein 1. Vorstoß und Kontaktaufnahme in den Bereich des Feminismus und/oder Lesben-Themas war der Kontakt mit Konny von Lesben.org. Mit ihr habe ich ein ganz spontanes Telefoninterivew vor Weihnachten letzten Jahres realisiert, wo ich noch dabei bin, die Reflektion zu schreiben, also alles aufzuarbeiten, was wir nur anskizziert haben. Das Interview und den Beginn der Reflektion ist hier zu finden:
    freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?f=408&t=352#p568

    Den letzten Artikel von Antje, über die Triade Frauen, Lesben, Trans (durch diesen Artikel habe ich Antjes Website in Twitter gefunden) habe ich hier reflektiert:
    http://freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?f=451&t=441#p726
    Es ist ein Versuch einer Begrifflichkeitsanalyse,
    mit dem Wissen was ich zum jetzigen Zeitpunkt von diesem Thema habe.
    http://freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?f=451&t=441#p726

    zur Zeit höre ich den Audiobeitrag von Antje
    http://antjeschrupp.podspot.de
    hier vom 15.Januar 2015, den ich extrem spannend finde,
    und der mir aufzeigt, was ich hier noch zu lernen habe,
    um überhaupt mit Antje und dann auch mit Seiten wie Care Revolution kommunizieren zu können.

    Begriffe wie Differenzfeminismus, Postfeminismus, Queerfeminismus usw, dass sind Dinge, die ich wissen muss, da sonst kein fruchtbarer Diskurs stattfinden kann.

    Feminismus ist z.B. in der Transcommunity meist von vielen überhaupt kein Thema, sondern im Gegenteil, dieser wird verraten und verkauft, und Transfrauen(SIC!) wie Transmänner(SIC!)verhalten sich reaktionär, um in der genitalen, patriarchen Verständniswelt akzeptiert zu werden.
    Dieses Paradoxum ist eines von vielen Phänomenen, die ich in meinen meinen Artikeln oute.
    http://www.freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?t=467#p761

    In kürze werde ich konstruktiv hier Dinge einbringen können, da bin ich mir sicher, die desshalb evt. interessant sein werden,
    da ich doch einen völlig anderen Blickwinkel habe, wie z.B. ein Mann, der sich als Feminist sieht, oder ein Verfechter der Kritiker aus der Maskulinisten-Ecke, meine Sichtweise ist die eines Zwischenwesens, sozusagen eine Dimension, die nicht in der Genderdebatte zu finden ist.

    Als Schluss für diesen Artikel, es ist ja schon fast ein Artikel und kein Kommentar mehr, es passt gerade evt. in die aktuellen Nachrichten, aber es tangiert auch die Frauenbewegung, ist eine Analyse eines KenJebsen Interviews mit Jürgen Elsässer, die ich vor wenigen Tagen gemacht habe – ich habe dazu jedes Wort was gesprochen wurde zerlegt und auch zeitlich in Artikel referenziert.

    Das ist vielleicht für euch interessant, denn Elsässer benutzt hier Genderthemen für politische Richtungen.
    Er bezieht sich z.B. auf Judith Butler und Simone de Beauvoir, unterstellt ihnen hier Aussagen usw – die in ein breites Publikum strahlen, da er sehr bekannt ist, Aussagen, die so nicht stimmen.

    http://freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?f=331&t=502#p810

    Ich meine, wenn politische Richtungen hier Themen besetzen,
    von denen sie anscheinend nicht sehr viel wissen,
    sollte das geoutet werden.

    Wer neugierig geworden ist, auf das Trans-Spektrum, und etwas in meine Problemfelder eintauchen möchte die „wir“ haben, und die Art wie ich sie teilweise aufarbeite,
    lege ich noch einen Artikel hier am Schluss als Link rein:

    http://freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?f=371&t=200#p343

    dieser Artikel ist ein Teil des Buchprojektes „das unsichtbare Geschlecht“ und malt in einer Science Fiction Story ein Bild, das erklärt, warum es operierte TS(SIC!) gibt, die andere nichtoperierte TS(SIC!), nicht akzeptieren in ihrem Identitätsgeschlecht. Hier reicht die Nichtakzeptanz von Untoleranz bis Morddrohungen.
    Diese Grabenkämpfe sind völlig in der Gesellschaft unbekannt bisher, ich denke, dass ich die erste bin, die diese Sachverhalte in die Breite Öffentlichkeit bringt.

    LG Jasmin

  11. Damit das ganze nicht zu trocken wird.

    „Die einzige Erbkrankheit, die man bei diesem Patienten feststellen konnte, ist, dass er männlich war“

    Aus dem Buch „Mozart ist selbst gestorben“
    vorgelesen während des Vortrages von Vera F. Birkenbihl über
    Männer und Frauen, in dem sie nachweisen möchte, was ihr m.M.n. auch gelingt, dass die Denkweisen von Frauen(SIC!) und Männern(SIC!) durch pränatale Prägung „normalerweise“ verschieden sind.

    Frauen und Männer sind m.M.n. gehirngeschlechtlich nicht binär, es sind stufenlose Geschlechter im Sinne von eher männl. oder eher weibl. gewichteten Gehirnaspekten.


    LG
    Jasmin

  12. Ich bin da nicht ganz sicher, ob die Logik A.E. Kemp so haltbar ist.

    Beim objektiv festzustellendem Schaden ist zu berücksichtigen, dass jemand mit wenig Geld die notwendige Betreung des Kindes pragmatisch organisieren muss. Großeltern kosten z.B. „nichts“. Jemand mit viel Geld braucht das nicht und wird es auch nicht tun. Den Schadensersatz vom Verdienst abhängig zu machen entspricht also nicht einem Gleichheitsgrundsatz. Er benachteiligt Geringverdienende massiv gleich doppelt zu Ungunsten des Kindes (das übrigens nichts verdient – alleine deshalb ist das Einkommen der Mutter/Familie irrelevant).

    Alternativ wäre es möglich, die Kosten der (nicht durchgeführten) Betreung durch die Kommune als Grundlage zu nehmen. Da die das effektiver durchführen kann, als eine Privatperson, ist ein entsprechender Faktor zu berücksichtigen.

    Das macht Sinn, denn die Kommune darf sich ihrer Betreungspflicht nicht einfach entziehen. Das gilt um so mehr, wo Gleichberechtigung ein Grundrecht ist. Wenn schon, dann muss das Familieneinkommen berücksichtigt werden. Was, wie oben dargestellt, selbst schon ungerecht wäre.

    TL;DR: Antje argumentiert nicht nur logisch korrekt im Sinn des Grundgesetzes. Sie argumentiert zudem (viel wichtiger) menschlich korrekt.

  13. @Joachim – @Antje – Danke für den Verweis darauf, dass,
    wem an sozial gerechten und menschenwürdigen Verhältnissen gelegen ist, sich mit der juristischen Logik dieses Rechtspruches (und anderer) nicht zufrieden geben darf. 🙂

    Wenn eine Kommune, aufgrund fehlender Kinderbetreuung,
    zum Schadenersatz wegen Verdienstausfall, verurteilt wird, dann wird „dieser Schaden“, von allen mitgetragen, also auch von denjenigen die in prekären Verhältnissen leben und über sehr geringe Einkommen verfügen.
    Solche Urteile gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt
    und nähren den (bereits vorhandenen) sozialen Sprengstoff
    im Lande.

  14. Über das Elterngeld wird nach oben umverteilt, und das ist falsch, ja. Im ersten Moment möchte ich sagen: Eigentlich sollten besonders die Familien, die wenig Erwerbseinkommen haben, mehr bekommen, um die finanzielle Unterstützung besonders am Wohl der Kinder zu orientieren. Andererseits finde ich es aus feministischer Perspektive falsch, Leistungen wie das Elterngeld o.ä. am Einkommen von zwei Elternteilen entlang zu argumentieren. Interessant ist ja auch, dass weniger umverteilt würde, wenn in Deutschland noch traditionelle Paare vorherrschen würden. Arbeitet die Frau schon vor der Geburt gar nicht, weil das Einkommen des Mannes das Paar ernährt, wird die Familie weniger unterstützt. Müssen beide Partner schon vor der Geburt arbeiten, wird der Verdienstausfall besser abgefedert – zwei Beispiele, die aber nur einen Bruchteil der Realität ausmachen. Was ich am Elterngeld gut finde ist, dass es alleinerziehende Personen besser stellen kann als das vorausgegangene Erziehungsgeld (je nach ihrem Einkommen). Somit stützt es die ökonomische Unabhängigkeit einer Frau. Zwar war das Erziehungsgeld zunächst gerechter, funktionierte aber auch nur in Paarbeziehungen, in denen es einen Ernährer oder eine Ernährerin gibt. Da aber immer mehr Familien immer früher auseinanderbrechen, teilweise schon vor der Geburt, muss Familienpolitik hier dringend Ideen entwickeln, wie Ein-Eltern-Familien fair abgesichert werden können. Der Unterhaltsvorschuss, den Jugendämter übernehmen, wenn die vielen Väter nicht zahlen, ist ja in keiner Weise existenzsichernd.
    Ich finde, der Staat muss davon Abstand nehmen, dass die Ehe als wirtschaftliche Gemeinschaft für eine andere Person sorgen kann und will. Das mag romantisch sein, es hat aber konkret vor allem Verliererinnen zufolge. Care-Arbeit sollte gleich honoriert werden, aber eher in der Höhe des aktuellen Elterngeldhöchstsatzes, als in der Höhe des alten Erziehungsgeldes.
    Finanzpolitiker_innen werden aufschreien: „Was das kostet!“. Doch was würde es eigentlich kosten, wenn über Nacht 90 Prozent der Väter entscheiden würden, 12 Monate in Elternzeit zu gehen?

  15. @Teresa Buecker
    »Was ich am Elterngeld gut finde ist, dass es alleinerziehende Personen besser stellen kann als das vorausgegangene Erziehungsgeld (je nach ihrem Einkommen). Somit stützt es die ökonomische Unabhängigkeit einer Frau.«
    Ich glaube nicht, dass Abhängigkeit von Staatsleistungen förderlich für die persönliche Unabhängigkeit ist. Frauen und Familien hilft sehr viel mehr, wenn sie sich darauf verlassen können, einen Platz in einer Kinderkrippe oder in einem Kindergarten zu bekommen. Dann haben sie (wie man in anderen Ländern sieht) bessere Chancen im Job und die Familie hat insgesamt ein höheres Einkommen.
    »Doch was würde es eigentlich kosten, wenn über Nacht 90 Prozent der Väter entscheiden würden, 12 Monate in Elternzeit zu gehen?«
    In meinem Freundeskreis haben die meisten sich die Elternzeit geteilt (die Frau hat die ersten ca. 6-7 Monate genommen, der Mann die zweiten). Das kann man sich allerdings nur leisten, wenn beide arbeiten.

  16. @japanjedi – “ Das kann man sich allerdings nur leisten, wenn beide arbeiten.“
    Gemeint ist wohl, wenn beide entsprechend hohes Einkommen aus Erwerbsarbeit beziehen?! Eltern mit niedrigem Erwerbseinkommen können sich kaum keine Teilung der Elternzeit leisten.

  17. @Ute Plass
    Ich verstehe Deine Reaktion allerdings nicht ganz, findest Du das nicht gut, weil Besserverdiener im Schnitt besser gestellt sind als Geringverdiener? Ich bin gegen die Einführung des Elterngeldes gewesen, unter anderem auch weil ich die Regelungen für Familien, die Sozialleistungen beziehen, für unfair halte. Einen anderen Punkt habe ich in meinem vorherigen Post genannt.

    Davon unabhängig finde ich geteilte Elternzeit gut, egal, ob Paare eine einkommensunabhängige Pauschale bekommen würden oder nicht. Du hast schon recht, meine Freunde sind zum Großteil Akademiker und nicht Geringverdiener. Die Teilung der Elternzeit hat definitive karrieretechnische Vorteile: es ist besser nur ein halbes Jahr auszusetzen (das ist ungefähr der Zeitraum, den der Arbeitgeber braucht, eine neue Arbeitskraft anzulernen) als ein Jahr zu pausieren. Das hilft vor allem den Frauen, da dort der kinderbedingte Karriereknick kleiner ist und dann auch in der Familie symmetrischer verteilt wird (weil auch der Mann ähnlich lange aussetzt).

  18. @japanjedi – es geht, so wie du das ja auch weiter ausführst, um
    die unfairen, skandalösen Regelungen/Folgen für Eltern mit geringem Einkommen (egal ob aus sog.Transferleistungen oder Erwerbsarbeit beziehend)
    Mit der vielgepriesenen Chancengerechtigkeit für Kinder, die von der Politik ständig herunter gebetet wird, hat das alles nichts zu tun.
    Es kann und darf nicht sein, dass alles Wohl und Wehe vom sog. Arbeitsmarkt und einer Erwerbsarbeit abhängig sind.
    Eine repressionsfreie Grundsicherung für alle (wie z.B. ein bedingungsloses Grundeinkommen) und ein auskömmliches Sorgegehalt für Menschen die Erziehungs- und Pflegearbeit leisten,
    betrachte ich als wichtige Schritte um aus der Profit-Verwertungsmaschine herauszufinden, hin zu einem selbst bestimmteren Leben
    Der Druck (finanzieller und/oder zeitlicher Art) der heute auf Frauen und Männern lastet, die für Kinder oder kranke Angehörige sorgen, hat in einer Weise zugenommen, der allen Beteiligten schadet. Von wegen: Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 😦

  19. Pingback: Woanders – Der Wirtschaftsteil | Herzdamengeschichten

  20. Man kann den CARE Grundsatz auf alles mögliche übertragen. Elterngeld etc. Aber doch nicht auf Schadensersatz. Die Mutter hat einen Rechtsanspruch auf einen KITA-Platz, um ihren Job mit zB 5000 EUR Gehalt wieder aufzunehmen. Die Stadt verhält dich Gesetzeswidrig und verhindert das die Mutter wieder arbeiten kann. Wie hoch ist der entstandene Schaden für die Mutter? Ohne jeden Zweifel 5000 EUR je Monat. Wie soll man hier einen anderen Wert ansetzen. Die Frau konnte nachweislich keine Tagesmutter etc. finden. Sie hat aufgrund des Fehlverhaltens der Stadt ihr Monatsgehalt nicht beziehen können.

  21. Man stelle sich doch nur mal einen anderen Fall vor: ein Stadtmitarbeiter ist zB im Straßenverkehr unaufmerksam und verletzt 2 Frauen, so dass sie einen Monat lang ihren Job nicht ausüben können. Die eine Frau verdiente 1000 EUR und die andere 5000 EUR im Monat. Wie hoch sollte wohl der Schadensersatz jeweils sein? … Wer hier jeweils 3000 für beide fordert, verteilt um!

  22. @Christian Kunze –
    Zu kritisieren ist nicht der Urteilsspruch an sich, worauf Antje ja wiederholt hingewiesen hat.
    Zu kritisieren ist eine unsoziale Politik, die mit zu verantworten hat, dass Gesetze/Urteilssprüche dieser Art zustande kommen (müssen), und darüber die asoziale u. ungerechte Logik der vorherrschenden Praxis bezüglich Erwerbseinkommen festschreibt.

  23. Pingback: Antje Schrupp zu ‘Umverteilung unter dem Deckmantel Familienpolitik’ | fuckermothers

  24. Solche Schadenersatzverfahren könnten natürlich mit der Frage auf die Spitze getrieben werden, ob der Person, wegen der ja solche Verfahren erst angestrengt werden können, nämlich dem Kind, auch ein ‚Schaden‘ zugefügt wurde durch die fehlende Teilnahme am Kiga-Alltagsleben! Theoretisch könnten dann Schmerzensgeldforderungen für’s Kind eingeklagt werden. 😉

  25. @24 Christian Kunze
    Was ist so schwer daran zu verstehen, dass der materielle Schaden, etwa einer alleinerziehenden Mutter wesentlich geringer ist? Sie kann Ersatz gar nicht vorstrecken, hat kein oder ein geringeres Einkommen, improvisiert bei der Betreung ihres Kindes. Das ist kein Vorteil für das Kind und kostet Nerven und Zeit für die Mutter und/oder den Vater. An Job ist nicht zu denken, egal mit welchem Gehalt. Manchmal kostet das so viel, dass längere Behandlungen (in erlebten Fällen sogar Klinikaufenthalte) notwendig werden. Massive Kosten für die Gesellschaft, die Kommunen einsparen, indem sie sich nicht an die Regeln halten ist „sparen koste es, was es wolle“.

    Und nun soll jemand mit 5000EUR pro Monat, also jemand der den Schaden ohne Probleme kompensiert bekommt, auch noch für seine Scheinleistung im Luxus belohnt werden? Das aufgezwungene Improvisationstalent des Alleinerziehenden (Menschen) aber wird bestraft? Keine oder geringere zu beziffernden Kosten bedeutet nichts zu bekommen? Dafür aber krank zu werden? Ein Kind großzuziehen, das deshalb niemals Bundeskanzlerin werden kann?

    Irgendwie ist mir diese Denkweise, die Menschen auf Geld reduziert, Ungerechtigkeit nicht nur inkauf nimmt sondern generiert, zutiefst zuwider.

  26. Ist es „gerecht“, wenn ein Mensch seinen Lebensstandart nicht (annähernd) halten kann, nur weil er Kinder bekommt…? Jedes Elternteil – dabei leider vorwiegend die Mütter – muss mit teils erheblichen finanziellen Einbußen rechnen, egal wie hoch qualifiziert und engagiert derjenige vorher war. Diese sind um so größer, je höher das normales Gehalt ist – was mit ein Grund dafür ist, warum sich gerade hochqualifizierte Frauen (leider!) seltener für Kinder entscheiden.
    Wer sich dann doch für Kinder entscheidet, und dabei auf die Zusage(!) des Staates verlässt, dass dieser ihm durch die Kinderbetreuung eine gewisse Erhaltung seines Lebensstandarts ermöglicht, der sollte tatsächlich auch derartig entschädigt werden, wenn diese Zusage nicht eingehalten wird. Derjenige hat doch seine Lebensplanung darauf abgestimmt.

  27. @Coccolina – wenn mit „Staat“ alle seine Bürger_innen gemeint sind, dann bedeutet für mich die aktuelle juristische Regelung bezüglich entgangenem Einkommen aufgrund fehlender Kinderbetreuung immer noch soziales Unrecht. Aufgabe des Staates, der wir alle sind, ist für das gute Leben aller Bürger_innen Sorge zu tragen. Und zwar ausgehend von den Schwächsten u. Schützbedürftigsten: http://www.gutesleben.org
    Der ‘mögliche Schaden’ der durch die Nichtbetreuung in einer Kita entstanden ist, sollte vom Kinde
    aus “berechnet” werden. Das würde auch bedeuten, dass wenn ein Kind noch nicht “Krippen- oder Kitakompatibel” ist, die für sie wichtigen u. sorgenden Erwachsenen ein Sorgegehalt zukommen müßte.

  28. Vertipper: soll heißen: „…den für sie wichtigen u, sorgenden Erwachsenen…“

  29. @Ute Plass
    Deinen Kommentar finde ich zynisch: Wie Coccolina richtig schreibt, geht es hier um Frauen, die Karriere und eine Familie miteinander vereinbaren möchten — und die Kinderbetreuung ist hier ein zentraler Punkt. Dein Gedanke, das nicht arbeiten zu können der »Preis eines Kindes« ist, würde ja auch implizieren, dass andere unschöne Probleme, die Frauen mit Kind im Beruf haben (z. B. dass sie aus der Firma gedrängt werden), mit zum »Preis eines Kindes« gehören. Ich finde es vollkommen fair, dass hier der Schaden ersetzt wird und nicht bloß vom Staat ein Bußgeld an die Bürger bezahlt wird bzw. der Staat für die Betreuung durch die Eltern bezahlen muss (Ersteres und Letzteres vermengt Antje in ihrem Blogpost) — egal wie sich das Einkommen berechnet, also auch, wenn es ein Bürgergeld geben würde. Hier geht es nicht um reguläre Staatsleistungen (z. B. ein nach dem Einkommen gestaffeltes Kindergeld).

  30. @japanjedi – was soll daran zynisch sein, die Idee eines Grundeinkommens und Sorgegehalts dergestalt auszuspinnen,
    dass nicht die (bezahlte) Erwerbsarbeit, sondern die (bisher nicht bezahlte) Sorgearbeit als Entscheidungskriterium in Betracht käme?

    Das Schadenersatz-Urteil verfestigt die vorherrschende Ideologie von Arbeit, in der nur die bezahlte Erwerbsarbeit einen Wert darstellt.

  31. @Ute Plass
    »was soll daran zynisch sein, die Idee eines Grundeinkommens und Sorgegehalts dergestalt auszuspinnen, dass nicht die (bezahlte) Erwerbsarbeit, sondern die (bisher nicht bezahlte) Sorgearbeit als Entscheidungskriterium in Betracht käme?«
    Ein eventuelles Grundeinkommen ändert nur die Bemessungsgrundlage, sonst nichts. Statt den tatsächlichen Schaden ersetzen zu wollen (und das ist nun Mal der nicht erhaltende Lohn, sonst nichts) möchtest Du so etwas wie eine Aufwandspauschale für Care-Arbeit (plus eventuelles Grundeinkommen). Das würde beispielsweise arbeitende und nicht arbeitende Eltern gleichstellen und andere finanzielle Verpflichtungen ignorieren, die die Familie in Erwartung ihres regulären Einkommens gemacht hat. Und diese Regelung trifft fast ausschließlich Frauen, die mit Familie Karriere machen möchten — gerade die Art von Frauen, die an jeder Ecke der Gesellschaft fehlen. Anders als beim Betreuungsgeld (und wie gesagt, ich bin ein Gegner des Betreuungsgeldes) geht es in diesem Fall nicht um Umverteilung. Kurzum, ich finde Deinen Vorschlag weder fair, noch förderlich für Frauen, die arbeiten möchten.

    In Deinem Argument, finde ich, schwingt Neid mit: Kinder aus einem Elternhaus mit höherem Einkommen haben tendenziell mehr Möglichkeiten, das ist richtig, weil Menschen mit höherem Einkommen oder kinderlose Paare mehr Möglichkeiten haben. Ich finde das nicht unfair, zumindest solange jeder gut leben kann (das ist ein anderes Thema und hat nichts mit Antjes Blogpost zu tun). Geld ist nicht alles im Leben.

  32. @jasmin: ohmygod, was ich bei dir lese ist komplett schwarz/weiß / oben und unten / Täter und Opfer / alles ganz klar einsortiert. Leider ganz im Stil der „alten symbolischen Ordnung“. Und sehr ideologisch.

  33. @coccolina: verstehe ich das richtig?: für dich ist es eine Frage der Gerechtigkeit, nach der Geburt eines Kindes den gleichen Lebensstandard zu haben wie vorher? Du möchtest also im Vergleich mit anderen, kinderlosen Leuten nicht schlechter dastehen, finanziell?

  34. Sorry für die weitere Einmischung. Doch „Statt den tatsächlichen Schaden ersetzen zu wollen“ ist ein Stichwort.

    Was ist der tatsächliche Schaden? Woran bemessen sich die Betreungskosten eines Kindes? Essen, Kleidung, Zuwendung (ja und weit mehr). Diese Kosten sind für Reiche höher als für Arme? Dann wäre ja die Betreung von Kindern eines Millionärs wertvoller, als die einer alleinerziehenden Mutter. Da kenne ich Beispiele, die dem klar widersprechen.

    Wenn das tatsächlich so wäre, dann diskriminiert Armut (das Kind) und das ist nicht zu rechtfertigen. Wenn das nicht zu rechtfertigen ist, dann ist eine Schadensersatz nach dem Einkommen nicht zu rechtfertigen. Denn der verschärft die Situation nur.

    Ich halte das für verfassungswidrig. Denn a) werden hauptsächlich Frauen benachteiligt, je ärmer sie sind, um so mehr und b) entspricht das nicht dem Gedanken an das Wohl des Kindes. Und c) darf die Kommune keinen Anreiz für ihr gesetzeswidriges Handeln bekommen. Sie könnte nach der Schadensersatzargumentation auf die Idee kommen, Betreuungsplätze bevorzugt in ärmeren Gegenden einzusparen.

    Die zu ersetzenden Kosten sind die Betreungskosten, die die Kommune einsparen wollte (oder musste) x Rationalisierungsfaktor, der durch eine optimierte, zentrale Betreung entsteht. U.U noch mal dem Verlust an Bildung für das Kind.

    Denn es gilt eben nicht, dass manche eben gleicher sind.

  35. @japanjedi -“In Deinem Argument, finde ich, schwingt Neid mit:..”
    Es ist eine beliebte Strategie in Debatten um soziale Mißverhältnisse das Wörtchen “Neiddebatte” einzuführen um mit dieser Art von moralischer Abwertung davon abzulenken,
    dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht.
    Aber auch wenn Neid vorhanden wäre, ändert das ja nichts an dem Fakt der real vorherrschenden sozialen Ungerechtigkeiten und den damit zusammen hängenden Benachteiligungen.
    Da der hier diskutierte Schadensfall über Steuern abgegolten wird, bedeutet dies auch, dass Geringverdiener_innen die “Besserverdienenden” mit finanzieren.

    Sehe es auch wie @Joachim, dass eine so gestaltete Schadenersatzregelung zu Lasten armer Familien geht und somit auch deren Kinder trifft.
    Meine Kritik geht auch in die Richtung, dass nicht zuallererst nach einem möglichen Schaden für das Kind/die Kinder gefragt wird, sondern die entgangene Erwerbsarbeit der
    Mütter als Schadenskriterium angeführt wird. Soll heißen: Kinderbetreuungseinrichtungen sind vor allem deshalb einzurichten, damit Eltern dem sog. Arbeitsmarkt
    frei zu Verfügung stehen können. Das grenzt indirekt an eine Instrumentalisierung von Kindern für “die Wirtschaft”.

    Du sagst: “Geld ist nicht alles im Leben”. Stimmt.
    Daher will ich dein Argument zum ‘Karrieremachen’ auch nicht auf monetäre Einkommensgrößen reduzieren, sondern diesen Begriff dahingehend erweitern, dass auch nicht erwerbstätigen Müttern/Vätern… die Möglichkeit zur sinnbefriedigenden Lebensgestaltung offen stehen muss.
    Dieser wichtige Aspekt wird durch solch ein Urteil ebenfalls negiert. Wenn wir schon von “Schaden” reden, dann vom ganzen. Auch „nicht erwerbstätigen Müttern / Vätern“
    entsteht aufgrund fehlender Kita-Plätze ein hoher Schaden, wenn sie dadurch an dem, ihnen ebenfalls wichtigem, Engagement z.B. in sozialen Bewegungen wie Care-Revolution 🙂 ,
    Engagement für Frieden und Abrüstung, Ehrenamtsarbeit in Hospizen, Sportvereinen, sozialen Brennpunkten, Flüchtlingsbetreuung, Feuerwehr und und und…. nicht nachgehen können !

  36. Mal ganz im Ernst, eigentlich ist doch kein Schaden entstanden. Niemand ist aus seiner Wohnung geflogen, die Kinder wurden betreut und die Eltern hatten hoffentlich bei der BETREUUNG SPASS! Wer bei Kindererziehung von CAREARBEIT spricht, die auch noch zu entlohnen ist, sollte sich besser keine Kinder anschaffen. Denn dann können wir diese Carearbeit zur Sicherung unserer Rente auch ganz einfach aus Afrika importieren, dort gibt es genug Kinder die chancenlos sind, die aber später gerne hier arbeiten würden! Wir bilden dort einfach Lehrer aus, überweisen einen Bruchteil des Betreuungsgeldes für die Ernährung und holen zur Rentensicherung die fertig studierten Menschen hier her! Kostengünstig, keine Frau hier muss auf den Job zu verzichten und alle sind glücklich! Die Kinder dort werden durch ihre Eltern rund um betreut und die kinderlieben afrikanischen Eltern haben eine Zukunftsperspektive und Spass bei der Erziehung!!! Falls es hier Rassisten gibt die was gegen Schwarze haben, das können wir auch mit Osteuropa durchführen…

    Hier ist Menschen durch den Kindergartenplatz der nicht zur Verfügung stand ein Verdienstausfall entstanden, den die Familien durch Lohnbelege nachweisen konnten, den dadurch entstandenen Schaden haben die Richter abgegolten, was in dem Verdienstausfall begründet ist! Verhältnismäßigkeit ist glaube ich hier das Schlachtwort! Man sollte lieber darüber diskutieren die KiGa Plätze günstiger zu machen, unsere KiGa mit besserem Versorgungsschlüssel auszustatten und unsere Umwelt Kinderfreundlicher zu machen, dazu gehört aber das man Kinder als Freude, als tolle Erfahrung sieht und nicht als Carearbeit!

  37. @Kai – Auch eine Tätigkeit, die Freude macht und eine tolle Erfahrung ist, kann ja Arbeit sein. Du scheinst dir unter Arbeit etwas ganz Schlimmes vorzustellen, das man unbedingt umgehen sollte. Ich nicht.

  38. @Ute Plass
    Ich finde schon, dass Neid in der Gesellschaft eine (meiner Erfahrung nach typisch deutsche) Untugend ist, die in dieser Diskussion rausbricht. Einer der Gründe, wieso mehr Frauen heutzutage arbeiten ist, weil sie arbeiten müssen damit die Familie ein genügend hohes Einkommen hat. Z. B. Christian Kunze hat in seinen Posts gleich etwas von 5000 € Gehalt geschrieben. Ich glaube, dass das an der Realität weit vorbei geht. Die, die unter dem Mangel an Betreuungsplätzen leidenden sind in der Hauptsache Ottonormalverdiener. Dein Argument, sich nach »dem Schaden am Kind auszurichten«, finde ich sehr oberflächlich von Dir vorgetragen. Ein Kind profitiert ja auch von einem höheren Haushaltseinkommen der Eltern. Ein Kind braucht eventuell mehr Zeit mit den Eltern (würde also durch die Kindertagesstätte wohlmöglich geschädigt werden). Prinzipiell ist diese Schadensersatzregelung ja nur wirklich wichtig, solange es zu wenig Kinderbetreuungsplätze gibt. Ohne sie, würde da nichts passieren.

    Eine der Ausbildung entsprechenden Arbeit nachzugehen gehört für viele Frauen zur Selbstverwirklichung und persönlichen Entfaltung. Und ja, Kinderbetreuung ist auch dafür da, dass beide Eltern einem Beruf nachgehen können. Darin eine »Instrumentalisierung von Kindern für “die Wirtschaft”« zu sehen, finde ich nicht nachvollziehbar. Das klingt nach Plattitüden aus einem Ideologienheftchen vom letzten Jahrtausend. Wenn wir jetzt aber zu tief in diese Diskussion einsteigen, kommen wir aber vom ursprünglichen Thema ab. Und ich glaube bei der Diagnose, dass Wohlstand immer ungleicher in der Gesellschaft verteilt ist, sind wir ja einer Meinung. Auch dass Dinge wie ein Bürgergeld ein Lösungsansatz sein können ja auch (siehe z. B. habe ich gestern diesen schönen Artikel dazu gelesen, http://motherboard.vice.com/read/the-mincome-experiment-dauphin, siehe auch http://public.econ.duke.edu/~erw/197/forget-cea%20(2).pdf).

    Ich finde, dass Ansätze, die Betreuung (sei es von Kinder oder kranken Eltern) mit Erwerbsarbeit in Relation zu setzen, prinzipiell falsch. Ich möchte keine Kinder, weil ich mir einen finanziellen Vorteil verspreche. Ich pflege nicht meine Schwiegermutter, weil ich vom Staat Unterstützung dafür bekomme. Ich mache das, weil ich das für richtig halte. Weil Geld nicht alles ist. Und wenn man sich — weil man auch ohne reguläre Erwerbsarbeit leben und überleben kann — hauptsächlich auf ehrenamtliche Tätigkeiten oder Betreuung konzentriert, dann sollte man das tun können. Genau wie sich einige Leuten für einen Beruf entscheiden können sollen, in dem sie weniger verdienen als wenn sie in einer anderen Branche arbeiten können. Aber andererseits sollte man sich dann nicht beschweren, dass man finanziell benachteiligt ist. Für mich persönlich ist der richtige Ansatz eben Dinge wie Beruf, Betreuung und Ehrenamt eben weniger unter ökonomischen Gesichtspunkten zu sehen als das das jetzt der Fall ist.

  39. @Kai
    »Man sollte lieber darüber diskutieren die KiGa Plätze günstiger zu machen, unsere KiGa mit besserem Versorgungsschlüssel auszustatten und unsere Umwelt Kinderfreundlicher zu machen, dazu gehört aber das man Kinder als Freude, als tolle Erfahrung sieht und nicht als Carearbeit!«
    Momentan ist das Nummer 1-Problem, dass es bei Kinderbetreuungsplätzen starke Versorgungsengpässe gibt, der Preis ist sekundär.

  40. „Wer bei Kindererziehung von CAREARBEIT spricht, die auch noch zu entlohnen ist, sollte sich besser keine Kinder anschaffen.“

    Was soll daran so verkehrt sein, dass Mütter/Väter zu ihrem Kinderglück auch die damit verbundene Sorgearbeit thematisieren?
    Da Kinder wie Erwachsene leider (noch) nicht über eine repressionsfreie Existenzsicherung verfügen, halte ich es sehr wohl für diskussionswürdig darüber zu reden, ob und wie Erziehungs/Sorgearbeit “entlohnt” werden kann/soll?!

    Nutznießer_innen der vorherrschenden (unsozialen) Verhältnisse suggerieren Eltern, die Kindererziehung/Versorgung auch
    als ‘Arbeit’ bezeichnen, dass diese ihre Einstellung dumm und daneben ist.
    Ähnlich wie mit dem Neid-Argument soll anscheinend durch Vorwurf und Lächerlichmachen von gesamtgesellschaftlichen Missverhältnissen abgelenkt werden.

    Die Forderung nach qualitativ guter Betreuung für alle Kinder, verbunden mit der Forderung nach einer besseren Bezahlung für Erzieherinnen und Erzieher, eine gesunde Umwelt, gute Bildung für alle (die nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein darf) , die berühmte Entschleunigung in der Erwerbsarbeit und deren zeitliche Verkürzung, damit Eltern auch ihr Kinderglück entspannt(er) erleben können, das alles und noch mehr ist Anliegen der Care-Revolution.

    Im Übrigen erinnert mich dieses: „Wer bei Kindererziehung von CAREARBEIT spricht, die auch noch zu entlohnen ist, sollte sich besser keine Kinder anschaffen.“ an Zeiten, in denen Mütter ihr Lebensglück nicht allein auf Kinder beschränken wollten und sich den Zugang zu weiteren Aufgaben und Beruf-ungen erkämpfen mussten.
    Sie wurden als „Rabenmütter“ gebrandmarkt und mit dem Vorwurf überschüttet, warum sie denn überhaupt Kinder in die Welt gesetzt hätten, wenn sie jetzt nicht (voll und ganz) für diese da sein wollten.
    Die Moral von der Geschicht‘: Es braucht den erhobenen und bevormundenden Fingerzeig nicht. 😀

  41. @japanjedi -6. Februar 2015 um 18:05
    sehe Vieles von dem, was du hier schreibst nicht anders.
    Kann sein, dass wir aneinander vorbei kommunizier(t)en.
    Wenn ich dich richtig verstehe, geht es dir auch darum,dass Erwerbsarbeit eben nicht zum Maßstab aller Dinge gemacht wird?

    Mit meiner Zuspitzung bezüglich „Schaden am Kind …“ wollte ich lediglich auf den juristisch formulierten Schaden verweisen,
    dessen dahinter stehende Logik ich ja kritisiere. Ich wünsche auf keinen Fall, dass diese Schadenslogik sich weiter fortsetzt.

    Was den Kindergartenausbau betrifft, den ich sehr begrüße, so ist dieser zwar nicht in erster Linie zum Wohle des Kindes erfolgt,
    sondern aufgrund dessen, dass die Wirtschaft die Arbeitskraft
    Frau nachgefragt hat. Natürlich profitieren Kinder von den geschaffenen Betreuungseinrichtungen, sowie Eltern, die dadurch Freiräume für bezahlte wie unbezahlte Tätigkeiten erhalten.

    Bin d’accord mit deiner Anmerkung:
    „Und ich glaube bei der Diagnose, dass Wohlstand immer ungleicher in der Gesellschaft verteilt ist, sind wir ja einer Meinung. Auch dass Dinge wie ein Bürgergeld ein Lösungsansatz sein können ja auch (siehe z. B. habe ich gestern diesen schönen Artikel dazu gelesen.“, 🙂

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  44. @Ute Plass,
    Die Antwort ist geradezu bestechend einfach, dann würden Mensche wie Sie sich anfangen darüber zu beschweren dass die „Konzernkinder“ besser gestellt sind als Kinder die in einen staatlichen Kindergarten gehen. Oder würden eher noch über den Ausverkauf von Bildung wettern.
    Als Unternehmer würde ich mich da auch schon raus halten, zu mal aktuell eben der Staat diese Aufgabe hat. Auch zwischen Kommunen gibt es große Unterschiede, zwischen Unternehmen wären die aber noch um ein vielfaches Größer. VW könnte sicherlich ohne Probleme alle größeren Werksstädte mit 1A+ Kindergärten ausstatten, bei verteilten Unternehmen wie METRO wäre das nahezu unmöglich.

  45. @Blaubart –
    Auch ohne das von Ihnen beschriebene Szenarium der
    evtl. „besser gestellten Konzernkinder“ sind Betreuungs-
    einrichtungen in privater wie öffentlicher Trägerschaft bereits heute auf einem qualitativ unterschiedlichem Niveau.
    Und nur zu richtig, wenn Eltern und ErzieherInnen auf Missstände wie gesundheitsschädigende Gebäude, zu große Gruppen, niedrige Betreuungsschlüssel, …..hinweisen und verbesserte Standards fordern. Mir geht es hier nicht um ein pauschales „besser gestellt“, welches Sie mir hier unterstellen, sondern darum, dass unsere Lebens/Arbeitsverhältnisse so zu gestalten sind, dass alle Kinder die Möglichkeit haben, darüber ihr Entwicklungspotential entfalten zu können.
    Nicht fehlende Betriebs/Unternehmens-Betreuungseinrichten treiben mich um, sondern die Frage, ob und wie echte Verantwortungsübernahme von Unternehmen zum Wohle des Gemeinwesens aussehen könnte u. sollte?
    Konkret: Wie wär’s mit einer entsprechend hohen Gewinn-Besteuerung, mit der einige, der hier diskutierten, Anliegen
    gut zu lösen wäre! 🙂

  46. @Ute Plass
    »Wenn ich dich richtig verstehe, geht es dir auch darum,dass Erwerbsarbeit eben nicht zum Maßstab aller Dinge gemacht wird?«
    Genau, wenn man anfängt das Geldwertäquivalent zu Betreuungsarbeit oder auch z. B. Ehrenämter auszurechnen, werden diese verglichen mit traditioneller Arbeit immer verlieren. Und man fängt dann an über so Dinge wie Stundensätze und Arbeitszeiten zu diskutieren. Meiner Meinung nach ist hier der Maßstab einfach der falsche.

    »Was den Kindergartenausbau betrifft, den ich sehr begrüße, so ist dieser zwar nicht in erster Linie zum Wohle des Kindes erfolgt, sondern aufgrund dessen, dass die Wirtschaft die Arbeitskraft Frau nachgefragt hat. Natürlich profitieren Kinder von den geschaffenen Betreuungseinrichtungen, sowie Eltern, die dadurch Freiräume für bezahlte wie unbezahlte Tätigkeiten erhalten.«
    Der Pragmatismus war schon immer der beste Freund der Emanzipation. Und der vorliegende Fall (Schadensersatz für fehlende Kindergartenplätze) ist ja eher ein Nebenkriegsschauplatz, der nur für den Übergang wichtig ist. Wenn sich Angebot und Nachfrage eingependelt haben, dann werden andere Themen wichtig, z. B. Preis und Qualität der Betreuung.

  47. Jeder, der hier einen Schadensersatz in Höhe des Betreuungsaufwands fordert, hat das Konzept des Schadensersatzes in einem Rechtsstaat nicht verstanden. Die Mutter hat einen Rechtsanspruch auf einen KITA-Platz und darauf Ihren Job (zum Beispiel als Oberärztin mit 5000 EUR) Gehalt wiederaufzunehmen. Nun verhält sich die Stadt rechtswidrig , verweigert den KiTA Platz und die Mutter muss länger daheim bleiben. Würde die Stadt der Frau nun ein übliches Betreuergehalt von zB 1500 EUR zahlen, hätte die Mutter weiter einen Anspruch auf Schadensersatz. Sie hat nämlich einen gesetzlichen Anspruch auf einen KITA Platz und darauf, wieder als Oberärztin zu arbeiten!

  48. @Christian Kunze –
    Das gesetzlich geregelte „.. Konzept des Schadenersatzes“,
    wird hier in seiner juristischen Schlüssigkeit nicht in Frage gestellt,
    (siehe Kommentare),sondern die falsche Politik, die solche Schadensregelungen ’notwendig macht‘.

  49. @onlinemeier: „verstehe ich das richtig?: für dich ist es eine Frage der Gerechtigkeit, nach der Geburt eines Kindes den gleichen Lebensstandard zu haben wie vorher? Du möchtest also im Vergleich mit anderen, kinderlosen Leuten nicht schlechter dastehen, finanziell?“

    Die Frage, was an dieser Stelle wirklich gerecht ist, finde ich weitaus schwieriger als das Empfinden darüber, was eindeutig ungerecht ist. Mit Kinder verschieben sich oft auch die Prioritäten im Leben und macht die Lebensentwürfe nicht einfach vergleichbar.

    Auf mich persönlich bezogen war mir klar, dass ich mit Kindern meinen Lebensstandard nicht würde halten können. Sowohl von der Einkommenssituation her, als ganz einfach auch wegen der für Kinder nötigen Ausgaben. Dann wurde ich durch das erste Kind quasi von einem Tag auf den anderen von der hoffnungsvollen Akademikerin gefühlt auf das Niveau einer arbeitslosen Sozialhilfeempfängerin katapultiert. Zumindest wäre dies ohne unterstützenden Kindsvater meine Situation gewesen, (fast) ohne Aussicht darauf, jemals wieder einen qualifizierten Job zu bekommen. Das hat mich sehr geschockt, und ja – ich empfinde das sehr ungerecht, in dieser Extremität. Ich persönlich hätte meine Kinder zwar tatsächlich auch in Anbetracht der Konsequenzen bekommen, aber viele „klügere“ oder vorsichtigere höherqualifizierte Frauen entscheiden sich ja bekanntermaßen anders, wenn sie solche Beispiele sehen.

    Gerade Eltern sind aber doch auf eine verlässliche Einkommenssituation angewiesen. Kinder werden nun mal nicht durch Luft und Liebe alleine groß, im Gegenteil. Deshalb empfinde ich auch solche Anmerkungen wie von Kai als extrem zynisch.

    Die nicht ausreichende Zahl an Betreuungsplätzen hat zum aktuellen Ausfall des Gehaltes zudem noch eine weiterreichende und in meinen Augen viel schlimmere Folge: Sie macht Eltern (nach wie vor besonders Mütter) für Arbeitgeber zu einem Risikofaktor, der sie weiter dazu bewegt, lieber keine einzustellen. Das betrifft die komplette Zukunftsplanung und Absicherung.

  50. @coccolina: was deinen letzten Absatz angeht, so stimme ich dir zu. So ist es derzeit wohl leider.

    Bei dem anderen, was du schreibst, vermute ich das Problem eher bei deiner persönlichen Sicht auf die Dinge.

  51. @Ute Plass: „Was den Kindergartenausbau betrifft, den ich sehr begrüße, so ist dieser zwar nicht in erster Linie zum Wohle des Kindes erfolgt, sondern aufgrund dessen, dass die Wirtschaft die Arbeitskraft
    Frau nachgefragt hat.“

    Ist das irgendwo belegt? Meinst du damit irgendwelche politischen Weichenstellungen, die genau so begründet worden sind?
    Ich beispielsweise nehme das in Berlin so wahr, dass noch bis vor zwei, drei Jahren in etwa, massiv Kindergartenplätze abgebaut worden sind wegen irgendwelcher Statistiken, die besagten, dass die Geburtenrate zurückgeht. Und nun fehlen die Plätze und Kapazitäten an allen Enden und Ecken.

  52. @onlinemeier – die Einrichtungen, in denen meine Tochter und Schwiegertochter als Erzieherin arbeiten, wurden in den letzten Jahren erweitert, da Kinder seit Aug.2013 ab dem 1. Lebensjahr
    einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben.

    Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes fehlten am 1. März 2012 noch 220.000 Plätze.
    http://www.kitaplatz-rechtsanspruch.net/#hat

  53. @onlinemeier: Leider verstehe ich nicht so recht, was Du mir damit sagen möchtest. Meinst Du, dass meine beruflichen (und damit finanziellen) Nachteile durch die Geburten meiner Kinder in meiner Person begründet liegen und nicht strukturell sind? Und dies deshalb für höher-qualifizierte Frauen kein allgemeiner Grund für den Verzicht auf Kinder ist?

    Oder meinst Du, dass ich durch meine persönlichen Erfahrungen nicht in der Lage bin, dieses Thema objektiv genug zu beurteilen?

  54. @Ute Plass: Du bist also der Meinung, dass – ausschließlich oder in erster Linie? – der vom Gesetzgeber eingeführte Rechtsanspruch zu dem Platzmangel geführt hat? Und dass der Rechtsanspruch in erster Linie eingeführt worden ist, weil „die Wirtschaft die Arbeitskraft Frau nachgefragt“?

  55. @onlinemeier – nein nicht ausschließlich, sondern in erster Linie.
    Ich halte Betreuungsangebote für wichtig. Jedoch sollte diese unabhängig von Erwerbsarbeit einen eigenen Stellenwert haben.

  56. @coccolina: was ich bei dir herauslese, ist: ressentiment. beispielsweise bei dem satz, dass du dich von der „hoffnungsvollen akademikerin auf das niveau einer arbeitslosen sozialhilfeempfängerin katapultiert“ fühltest. da schwingt für mich empörung mit. ich könnte daraus schließen, dass das etwas ist, was du als ungerecht empfindest: du als akademikerin mit kind auf dem niveau einer sozialhilfeempfängerin mit kind. jedoch wäre das eine unterstellung.

    ja, ich meine, es geht bei dir nicht um ein strukturelles problem, jedenfalls kein gesellschaftliches. aber das zu diskutieren, wäre zu persönlich. ich möchte dir keinesfalls zu nahe treten.

    meine herangehensweise ist, stets die gedanken, die mich stressen, zu überprüfen. und in der regel finde ich den grund für den stress in mir selbst und nicht im außen.

  57. @Ute Plass: Du schreibst weiter oben „Der ‘mögliche Schaden’ der durch die Nichtbetreuung in einer Kita entstanden ist, sollte vom Kinde aus “berechnet” werden. Das würde auch bedeuten, dass wenn ein Kind noch nicht “Krippen- oder Kitakompatibel” ist, die für sie wichtigen u. sorgenden Erwachsenen ein Sorgegehalt zukommen müßte.“

    Ich weiß nicht, ich kann deine Argumentation nicht so recht nachvollziehen beziehungsweise mir scheint, als wäre „Erwerbsarbeit“ generell ein rotes Tuch für dich. Wenn jemand gern in seinem Job arbeiten möchte, dann ist das doch nicht kompensiert mit einem „Sorgegehalt“. Grundsätzlich verstehe ich ja deine diesbezügliche Herangehensweise, jedoch bei diesem Beispiel nicht.

    Ich kann besser der Argumentation von Antje folgen: „Es gibt überhaupt keinen Grund, die Höhe des Schadensersatzes am Einkommen der Mutter zu messen. Wenn überhaupt, müsste es an den Kosten gemessen werden, die eine eingekaufte private Kinderbetreuung verursachen würde. Und auch die wären eben dieselben, egal ob es ein Kind aus einer reichen oder einer armen Familie ist.“

  58. Wenn ich es richtig sehe, ging es in den Prozessen um Schadenersatz und nicht um sozialen Ausgleich.

    Haben Sie mal überlegt, wenn die Betroffenen nicht mehr oder wenig gut verdienende Angestellte gewesen wären, sondern um eine freiberuflich tätige Ärztin?

    Die hätte für eventuell 300,- bis 500,- Euro täglich eine Praxisvertretung suchen müssen. Oder die Praxis mit den zu zahlenden Gehältern für die Mitarbeiter hätte geschlossen werden müssen, aber mit weiterlaufenden Kosten.

    Sozialer Ausgleich ist wichtig. Da gibt es auch noch viel zu tun, aber § 823 BGB ist nun wirklich die falsche Stelle dafür.

  59. @onlinemeier
    Stimmt schon, dass die Sorgegehalts-Idee nicht im direkten Zusammenhang mit der Schadensersatzregelung zu tun hat.
    Sie geht über das hier diskutierte Thema hinaus.

    Und nein, generell ist Erwerbsarbeit für mich kein rotes Tuch.
    Nur dann, wenn sie ein selbstbestimmtes Leben verunmöglicht und Mensch und Mitwelt schädigt.

  60. @onlinemeier: Ich spreche lediglich davon, dass Menschen mit Kindern (und dabei in wesentlich höherem Maße den Frauen) allgemein in unserer Gesellschaft die Ausübung ihres Berufes erschwert ist. Wenn Du dies bezweifelst, und die Gründe dafür bei den einzelnen Müttern (in diesem Fall bei mir) suchst, schiebst Du in meinen Augen den Opfern die Schuld zu. Auch wenn sicher
    das Verhalten der einzelnen Frauen die Situation mehr oder weniger begünstigt, bleibt das Problem ein strukturelles.

    Ich denke auch, dass Akademikerinnen davon besonders betroffen sind, weil der gewünschte Einsatz im Beruf allgemein höher ist. Auf jeden Fall wirkt es sich dort aber absolut betrachtet besonders krass aus.

    Und, ja – ich finde es ziemlich blöd, dass in unserer Gesellschaft die Tatsache Kinder zu haben u.U. dazu führt, sich nicht mehr selbständig versorgen zu können. Dass Kinder durchaus ein Armutsriko sind, wurde doch bereits auch in Studien bestätigt.

    Zum Punkt „Kosten einer eingekauften Kinderbetreuung ersetzen“ (den ich sinnvoll finde) gebe ich zu bedenken, dass diese aber auch tatsächlich greifbar sein muss. Es ist eigentlich das übliche Vorgehen der Gemeinde (meiner jedenfalls), einen adäquaten Platz bei einer Tagesmutter anzubieten, wenn kein Kiga-Platz zur Verfügung steht. Aber Tagesmütter sind leider ebenfalls rar.

  61. @Coccolina – sehr gut, dass und wie du dem kryptischen Verweis auf deine Probleme bezüglich Berufstätigkeit und fehlender Kinderbetreuung begegnest. 🙂

    Dein Hinweis bezüglich Kinder und Armutsrisiko findet sich auch hier bestätigt:
    http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/genderreport/3-Erwerbseinkommen-von-frauen-und-maennern/3-7-ergebnisse-im-ueberblick.html
    Zitat:
    „An den unterschiedlichen Sozialhilfequoten wird noch einmal deutlich, dass nicht das Frau-Sein an sich allein ein höheres Armutsrisiko darstellt, sondern das Mutter-Sein und die Zuständigkeit für Kinder.“

  62. @Walter Binder –
    Der § 823 BGB (1) liest sich ja sehr dehnbar:
    „Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.“

    Wieso denkst du, dass dieser nicht geeignet wäre um sozialen Ausgleich in d. Gesellschaft mit herzustellen?

  63. @Ute Plass: was das“Kryptische“ angeht, so schaue ich persönlich auf bestimmte Aussagen, die andere machen und/oder, die ich in mir selbst wiederfinden und versuche herauszufinden, was es mit mir macht, was ich persönlich dazu empfinde und was diese Empfindungen auslösen.Das würde ich bspw mit einer Aussage machen, wie: „Kinder sind ein Armutsrisiko“ oder „als Alleinerziehende finde ich keinen Job“oder „Als Akademikerin mit Kind(ern) kann ich in unserer Gesellschaft keine Karriere machen.“ Wenn ich diesen Gedanken anhaftet, komme und bleibe ich in der Opferrolle. Ich finde weniger bis keine erweiterte Handlungsoptionen. Das bedeutet nicht, dass ich das Problem selbst negiere (ich weiß es ja selbst aus Erfahrung). Es bedeutet vielmehr, dass ich aus der Opferrolle heraustreten und selbstbestimmt bin. Diese Selbstbestimmung finde ich auch nur in mir selbst. Sie kommt meiner Meinung nach nicht von Außen. Ich denke dabei oft an Nelson Mandela.

  64. @onlinemeier – ah, denke, dass ich jetzt besser verstehe, was du
    sagen willst.
    Was du ansprichst ist ja etwas Grundsätzliches, dass also, wer ‚Opfer gesellschaftlicher Missverhältnisse‘ ist/wird, nicht in einer Art von ‚Opferstatus‘ ausharren, sondern sich dafür einsetzen sollte, die Verhältnisse, die einen zum ‚Opfer‘ macht, zu verändern.
    Habe ich dich da jetzt richtig verstanden?

  65. Die Kommunen sollten verpflichtet werden die Kosten den Eltern zu erstatten, die nachweislich entstanden sind, weil sie keinen Betreuungsplatz bekommen haben und die Sache privat geregelt haben. So wurde das in meiner Heimat Finnland schon in den 90er Jahren gehandhabt im Rahmen der Zielvereinbarungen und Servicegarantien der Kommunen. Von den Eltern wurde erwartet, dass sie selbst aktiv werden und nicht einfach Zuhause bleiben und dann Verdienstausfall geltend machen.

  66. @Ute Plass: „…sondern sich dafür einsetzen sollte, die Verhältnisse, die einen zum ‘Opfer’ macht, zu verändern.“
    Wenn das möglich ist, ja.
    Wenn nicht, dann den eigenen Standpunkt überprüfen und einen anderen Blickwinkel und Bezugspunkt wählen – indem ich ihn durch die Überprüfung meiner Gedanken identifiziert und erkannt habe, z.B. was ich persönlich als Ungerechtigkeit empfinde und wie ich tatsächlich deshalb reagiere, welche Gefühle ich habe, wenn ich den diesbezüglichen Gedanken glaube. Danach komme ich zu neuen Handlungsmöglichkeiten. So gehe ich persönlich vor.

  67. @onlinemeier – ja, kommt mir vertraut vor, was du sagst, da ich versuche mich in ähnlicher Weise zu sortieren.
    Vielleicht kennst du den Aphorismus von Marie v. Ebner-Eschenbach: „Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus.“ 🙂

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