Schweiß, Tränen, Kacke, Blut

41sx-XlU1eL._SX303_BO1,204,203,200_Passend zu meiner Beschäftigung mit dem Schwangerwerdenkönnen las ich gestern und vorgestern im Zug den Roman „Lasse“ von Verena Friederike Hasel (Ullstein Verlag).

Ich will nicht wirklich viel von der Geschichte verraten, weil dann der Lesespaß weg ist, aber so viel: die körperlichen Aspekte des Schwangerseins und Gebärens und Stillens und Kleinbabyversorgens werden liebevoll-krass-detailliert geschildert, sodass auch bei Männern und anderen Nichtgeborenhabenden nicht mehr  viele Fragen offenbleiben.

Eine zentrale Rolle in der Geschichte spielt auch der Sachverhalt, um den es in meinem vorigen Blogpost ging, dass nämlich die Entscheidung über das Austragen einer Schwangerschaft einzig und allein bei der Schwangeren liegt, und dass ihre Verantwortung für das (noch nicht) geborene Leben unmittelbar mit diesem körperlichen Umstand zusammenhängt. Und das gleichzeitig doch das Gelingen des ganzen Unternehmens darauf angewiesen ist, dass es ein soziales Umfeld gibt, in dem Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten eben nicht klar sind, sondern bei allen anderen Menschen Verhandlungssache ist. (Und wenn die Schwangere sich in Bezug auf diese Verhandlungen als unfähig erweist, ist nicht nur sie die Gelackmeierte, sondern eben auch das Kind).

Falls jemand also eine Lektüreempfehlung sucht: Hier.

Verena Friederike Hasel: Lasse. Roman, Ullstein 2015, 18 Euro Print, 14,00 E-Book.

4 Gedanken zu „Schweiß, Tränen, Kacke, Blut

  1. Ich werfe mal nur eines in die Runde und ich nenne dies Taschentechner – Philosophie.
    Der Beitrag des Mannes im Bezug zur Weltbevölkerung von 7 Milliarden Menschen beträgt gerade mal ein Gramm des männlichen Samens, was bei den Frauen rein rechnerisch zu 5,25 Milliarden Jahren Schwangerschaft führt.

  2. Wieso gibt es bei einem Stubenfliegen – Kind keine Eltern, weder Mutter noch Vater? Weil es keine Brutpflege bei den Stubenfliegen gibt.
    Ein menschliches Kind bedarf der Brutpflege und dies ist der einzige Grund für die Notwendigkeit der Elternschaft. Und da beim Menschen die Brutpflege in aller Regel von der Mutter geleistet wird, ist diese Bedingung auch erfüllt. Die zusätzliche Erfordernis eines Vaters wird dadurch bedingt, dass die Mutter sich umsonst um das Kind kümmert. Der Vater, die Ehe und die Familie gründet sich auf die „unbezahlte Mutterschaft“, welche als Suchbegriff auf Google keine Ergebnisse liefert.

  3. Die geschlechtliche Fortpflanzung ist eine Theorie im Bezug zur Reproduktion des Menschen, die ganz offiziell zulässt, dass selbst ein toter Mann ein Kind zeugen, eine Frau schwängern und zum Vater eines Kindes werden kann, was einfach daran liegt, dass die Befruchtung der Eizelle einige Stunden nach dem Geschlechtsverkehr stattfindet.

  4. Ein Neugeborenes besteht aus Materie, welche dem weiblichen Organismus entzogen wurde. Umgerechnet ist der männliche Beitrag zum Kind im Verhältnis zur Frau 1 zu 20 Billionen, ausgedrückt in Kilogramm, zum Zeitpunkt der Geburt.

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