Kategorie: Differenzphilosophie
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Die europäische Moderne und die Shoah
Gestern Abend war ich in Bern für einen Abend über die deutsch-jüdische Philosophin und politische Denkerin Margarete Susman. Es gibt für mich immer noch Neues über sie zu entdecken. Gestern kam mir noch eine Idee: Eine ihrer Hauptthesen war ja, dass das Judentum sehr viel (und mehr als allen bewusst ist) zur Herausbildung der europäischen…
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Jubiläumsjahr zu Margarete Susman – ein Rückblick mit Links
Die jüdische Religionsphilosophin und politische Autorin Margarete Susman war eine so vielseitige Denkerin, dass es kaum möglich ist, sie auf den Punkt zu bringen. Sie war Lyrikerin und Dichterin, anarchistische Sozialistin und Revolutionärin, Feministin und Differenzdenkerin, Vermittlerin im christlich-jüdischen Dialog, Vordenkerin der jüdischen Renaissance, Protagonistin der europäischen Idee, Überlebende und Interpretin der Shoah. Es stimmt,…
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Eine Frau ist mehr als Sex oder Gender
Wisst ihr, was mich nervt? Das verflachte Verständnis von Geschlecht, das den öffentlichen Diskurs dominiert. Und die fast schon mantra-artige Beschwörung, dass man ja heutzutage AUF GAR KEINEN FALL mehr von Unterschieden zwischen Frauen und Männern oder überhaupt von Unterschieden der Geschlechter sprechen darf. Eine fatale Rolle spielt hier ideengeschichtlich die Unterscheidung in Sex und…
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Luisa Muraro: Nicht alles lässt sich lehren
Bestimmt ist euch schon mal aufgefallen, dass ich mich häufig auf Luisa Muraro beziehe. Sie ist jedenfalls eine derjenigen Denkerinnen, die mich am meisten beeinflusst haben. Es gibt von ihr schon eine ganze Reihe von Texten auf Deutsch, einige davon habe ich selbst übersetzt, zum Beispiel Beiträge zu den Diotima-Bänden (1999 und 2012). Manche ihrer Aufsätze oder Vorträge…
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Die Konstruktionsfehler des westlichen Liberalismus
Schon länger lag auf meinem Lesestapel der Aufsatz „Racial Liberalism“ von Charles W. Mills. Darin geht es um die Frage, inwiefern das westliche Konzept des Liberalismus nicht, wie seine Protagonisten denken, universalistisch ist, sondern dass es vielmehr das „Weißsein“ als Normalität setzt. Mills Denken interessiert mich, weil er im Anschluss an Carol Pateman (und in…
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Nicht alles an Frauenbratwürsten ist schlecht…
… so hätte eigentlich ein neuer Blogpost heißen sollen, den ich am Wochenende schrieb, dann aber dem FAZ-Blog 10 vor 8 angeboten habe, wo er jetzt auch tatsächlich steht. Guckt Ihr hier entlang :))
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Wolle mer se neilasse?
„Wow let women in hacker/anarchist space, next thing you know there is harassment policy in place….“ Das ist der erste Kommentar unter einem Artikel von Hannah Grimm, in dem sie von den Entwicklungen berichtet, die in einem anarchistischen Hackerspace dazu geführt haben, dass bestimmte Anti-Harassment-Regeln dort eingeführt wurden. Der ganze Artikel ist auch interessant (für…
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Von sich selbst ausgehen und die „anderen“
Ende August veranstalte ich, wie einige wohl schon mitbekommen haben, zusammen mit acht Freundinnen eine „Denkumenta“, einen Kongress zum Weiterdenken am ABC des guten Lebens. Ich habe die Organisation der Anmeldungen übernommen und stelle fest: Die dort hinkommen werden, sind alle ziemlich ähnlich wie wir selbst: Weiße Frauen zwischen 40 und 70. Ausnahmen bestätigen wie…
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Garbo statt Klum. Ein paar Gedanken zur Mittelmäßigkeit.
Ich denke weiter über Körpernormen nach. Nach wie vor glaube ich, dass sich heute im Vergleich zu vor dreißig Jahren (als ich 18 war) etwas wichtiges verändert hat, dass der Unterschied aber nicht darin liegt, dass Frauen sich zu dick fühlen – das taten sie damals wie heute – sondern darin, dass das Thema Körper…