Kategorie: Früher und noch früher
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Was unterwegs verloren gegangen ist
Zur Zeit lese ich das Buch „Wir wollten die Welt verändern“, in dem Aktivistinnen der Dortmunder Frauenbewegung der 1970er Jahre ihre Erinnerungen an diese Zeit zusammengetragen haben. Es ist sehr interessant zu lesen, vor allem wenn man die damaligen Quellentexte und Anliegen vergleicht mit dem, was sich seither verändert hat – und was nicht. So…
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„Zerstört die Werke der Weiblichkeit!“ (nicht)
Für Maria Magdalena interessiere ich mich schon länger. Jetzt hat Silke Petersen ein wahrhaft fantastisches Buch über sie geschrieben, das keine Fragen offen lässt (außer denen, die sich heute nicht mehr beantworten lassen, was natürlich viele sind). Sehr detailliert, aber trotzdem gut lesbar und auch für theologisch Unbewanderte verständlich, stellt sie die verschiedenen Texte vor,…
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Die Frauenbewegung im Geschichtsbuch
Grade habe ich das neue Reclam-Büchlein „Die Geschichte der Frauenbewegung“ von Michaela Karl gelesen, und ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll. Einerseits ist es ja schön, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, all das mal schön säuberlich aufzuschreiben: Die ganzen Versammlungen, die Namen der Berühmtheiten, die Jahreszahlen. Andererseits, ich weiß nicht,…
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Grund zur Erinnerung: 140 Jahre Pariser Kommune
„Wenn die französische Nation nur aus Frauen bestünde, was wäre das für eine schreckliche Nation“ – so soll ein Korrespondent der Londoner Times die Ereignisse der Pariser Kommune kommentiert haben. Die Kommune war – vor 140 Jahren – der erste Versuch in Europa, eine sozialistisch-kommunistische Regierung zu etablieren und ist daher für die Geschichte der…
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„Sie hatte nur den Herrn gewechselt“
Clara Zetkin: Rede auf dem Internationalen Arbeiterkongress zu Paris, 19.7.1889. „Die Frage der Frauenemanzipation, das heißt in letzter Instanz die Frage der Frauenarbeit, ist eine wirtschaftliche. Die Sozialisten müssen wissen, dass bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen Entwicklung die Frauenarbeit eine Notwendigkeit ist; dass die natürliche Tendenz der Frauenarbeit entweder darauf hinausgeht, dass die Arbeitszeit, welche jedes…
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Die Erfinderin der Karnevalsmusik
Wenn jetzt wieder überall lustige Karnevalsumzüge in Stellung gehen, ist das eine gute Gelegenheit, hier mal eine der maßgeblichen Erfinderinnen dieses Spektakels zu feiern: die brasilianische Komponistin Francesca (alias Chiquinha) Gonzaga. Sie war es nämlich, die 1899 als erste Musikerin auf die Idee kam, ein Lied extra für den Karneval zu schreiben und legte damit…
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Biologie und Biologismus
Schon lange habe ich vor, einen Artikel über den Unterschied zwischen Biologie und Biologismus zu schreiben. Mir fällt nämlich auf, dass der Vorwurf des „Biologismus“ heute immer öfter auch gegen Frauen und ihre Ideen eingesetzt wird, was wiederum dazu führt, dass das Reden über Biologie, über Körperlichkeit und damit über die Grenzen, die unserem souveränen…
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Lesenswert: Marge Piercys „Menschen im Krieg“
Eigentlich mag ich keine Kriegsgeschichten. Egal ob Filme oder Bücher, sie sind mir entweder langweilig oder zu pathetisch und sowieso zu männerlastig. Wobei ich auch keinen wirklichen Unterschied zwischen Kriegsgeschichten und Antikriegsgeschichten erkennen kann. Der tausend-Seiten-Wälzer „Menschen im Krieg“ stand deshalb ein paar Jahre ungelesen bei mir im Regal. Ich hatte ihn irgendwann günstig bei Buchticket…
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Die letzte Königin des Kongo
Es gibt nicht viele Denkmäler, die an Frauen erinnern, und schon gar nicht an Frauen mit afrikanischen Wurzeln. Deshalb weckte dieses hier, das ich beim Stadtrundgang durch Recife – am Praça das Cinco Pontas – sah, meine Aufmerksamkeit. Wer ist Dona Santa? Da das Denkmal erst vor zwei Jahren aufgestellt wurde, stand nichts darüber in…