Zwölf Punkte für das gute Leben

Heute bekam ich eine Einladung der Belgischen Frauenliga, die im Oktober einen Studientag zum Thema Elternschaft plant. Leider werde ich daran nicht teilnehmen können, aber diese Vereinigung scheint mir sehr interessant zu sein – und ich muss zugeben, dass ich sie bisher nicht kannte. Trotz Europa und allem ist die Frauenbewegung doch leider viel weniger international, als das wünschenswert wäre. Die Liga besteht bereits seit 1931 und versteht sich als feministische Bewegung mit traditioneller Verankerung in der ArbeiterInnenbewegung – und genau dieser breite Fokus ist es, den ich sehr gut finde, und der mir in der deutschen Diskussion über die „Gleichstellung der Geschlechter“ manchmal etwas zu kurz kommt. Im Mai 2010 haben rund 300 Frauen bei einem Kongress der Liga „Zwölf Bedingungen für eine gleichberechtigte, solidarische und gerechte Gesellschaft“ erarbeitet. Vorausgegangen war dem ein zweijähriger Diskussionsprozess. Mir gefallen diese Punkte sehr gut – auch wenn ich natürlich bei dem ein oder anderen Detail etwas anders formulieren würde – und vielleicht

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Andere arbeiten immer. Ich arbeite nie.

Es wird viel darüber geredet, wie mobiles Internet und die jederzeitige Erreichbarkeit der Menschen über Smartphones sich auf das Leben auswirkt. Oft ist dabei von Befürchtungen die Rede, viele fühlen sich gestresst dadurch, dass sich starre Grenzen zwischen „Arbeitszeit“ und „Freizeit“ auflösen. Man müsse heutzutage jederzeit verfügbar sein, wird geklagt. Ich denke, das liegt daran, dass wir das, was sich da verändert, noch nicht richtig nutzen. Dass die alten Konzepte von „Arbeit“, die im Industriezeitalter entstanden sind, noch immer in unseren Köpfen herumkreisen. Ich denke, dass es möglich ist, die neuen Möglichkeiten so zu nutzen, dass daraus eine Befreiung von alten, überflüssigen Zwängen wird. Einfach deshalb, weil es bei mir so ist. Eben zum Beispiel hatte ich eine Stunde Aufenthalt in Braunschweig, weil ich den Anschlusszug verpasst habe. Früher hätte ich mich darüber sehr geärgert: eine Stunde geklaute Lebenszeit, in der ich herumstehe und zum Nichtstun verdammt bin. Meine Termine und Vorhaben für den Nachmittag wären gefährdet gewesen, es wäre

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Über das Begehren

In meinen Texten kommt oft das Wort „Begehren“ vor – hier eine kleine Sammlung – und zwar nicht als rein individualistisches oder gar nur sexuelles Phänomen, sondern als Motivation für politisches Handeln. Vergangenes Wochenende war ich bei einem kleinen Treffen mit politischen Freundinnen in Innsbruck (derselbe Kreis, der auch hinter diesem Text zum Grundeinkommen steht), und bei der Gelegenheit haben wir gegenseitig mit uns kleine philosophische Interview-Videos gedreht. Ich habe dabei Fragen zum Thema „Begehren“ beantwortet, das Ergebnis findet Ihr hier: Danke für die Spende!