Drei Gedanken zur autoritären NS-Erziehung

Heute morgen habe ich auf Facebook diesen Artikel geteilt über den Anteil, den autoritäre Erziehung an den Kindheitstraumata der heute älteren Generation hat. Daraus ergab sich eine rege Debatte, die bei mir drei Gedanken aufkommen ließ, die ich hier im Blog gerne festhalten möchte. Erstens die Frage nach der Besonderheit nationalsozialistischer Erziehungsmethoden. Viele weisen in diesem Diskussionsstrang darauf hin, dass nicht nur nach NS-Ideologie, sondern auch schon viel früher und noch viel länger solche „schwarze Pädagogik“ praktiziert wurde, andere meinen, dass das im NS eine besondere Ausprägung hatte. Sicher ist an beidem was Wahres dran, ich glaube aber, dass die NS-Ideologie der Pädagogik doch noch einmal eine andere Qualität hatte als „nur“ die bürgerlich-patriarchale. Was meint Ihr? Zweitens die Erkenntnis, wie fatal es ist, Kindererziehungsmethoden für Privatsache zu halten. Vorstellungen über die Rolle von Müttern und Vätern und pädagogische Ratgeberbücher wie das von Johanna Haarer konnten ja nur deshalb weit über 1946 hinaus noch aufgelegt und verbreitet werden, weil man das für unpolitisch

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Verwaistes Interview zum Stand der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Beim Aufräumen meiner alten Dateien bin ich auf dieses Interview hier gestoßen, das irgendwer im vergangenen November mit mir gemacht hat, das aber offenbar noch nicht erschienen ist und – normalerweise bin ich ja nicht so unorganisiert – inzwischen habe ich vergessen, welche Redaktion das war. Da ich es aber ganz gut finde, stelle ich es jetzt einfach mal hier in den Blog: Was muss sich ändern, damit die Vereinbarkeit für Frauen wahr werden kann? Zuerst einmal muss man klarstellen, dass die „Vereinbarkeit“ kein spezielles Frauenproblem ist, sondern ein gesellschaftliches Problem, das alle betrifft. Auch Väter und Menschen, die selber keine Kinder haben. Menschen, die Kinder versorgen und betreuen, dürfen nicht länger als Sonderfall betrachtet werden, sondern es muss ganz normal sein, Kinder zu haben und gleichzeitig alles mögliche andere zu machen. Die derzeitige Form der Erwerbsarbeit ist ja auch nicht nur mit der Kinderbetreuung unvereinbar, sondern ebenso mit anderen Pflege- und Fürsorgearbeiten, aber auch mit ehrenamtlichem oder politischem Engagement

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Väter-Recht abschaffen, Kindererziehung steuerfinanzieren!

Über Nele Tablers schönen Kommentar erfuhr ich grade von einem ärgerlichen Urteil des Bundesgerichtshofes, wonach Alleinerziehende (zu um die 90 Prozent Frauen) verpflichtet sind, Vollzeit erwerbstätig zu sein, wenn das Kind oder die Kinder mindestens drei Jahre alt sind. Geklagt hatte ein Vater, der keinen Betreuungsunterhalt zahlen will. Das Urteil ist nicht wirklich überraschend, denn die deutsche Gesetzgebung ist schon seit einigen Jahren klar mütterfeindlich eingestellt – Väter werden zunehmend von Pflichten entbunden und bekommen gleichzeitig mehr Rechte, das ist der Trend, der auch noch unter dem Deckmäntelchen der „Gleichstellung“ firmiert. Der Tenor lautet: Mütter sollen sich ihren Lebensunterhalt bitteschön selber verdienen und nicht immer die armen Väter schröpfen. Das bisschen Kinderaufziehen erledigt man doch mit links und nebenbei. Wie weltfremd die Vorstellung ist, ein Kind, das acht Stunden in einer Krippe oder in der Schule ist, würde keine Arbeit mehr verursachen, hat ja Nele Tabler schon schön beschrieben. Diese Entwicklung ist gleichzeitig auch ein Lehrstück dafür, warum es gefährlich ist, feministische

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Ein Hoch auf Schröders Schwangerschaft

Als ich heute früh die Meldung las, dass Familienministerin Kristina Schröder schwanger ist, habe ich mich gefreut. Ich stellte mir nämlich vor, was wohl in den Köpfen ihrer Parteikollegen und vielleicht auch mancher Parteikollegin vorgegangen ist. Es gab bestimmt nicht wenige, die gedacht haben: So ein Mist, muss das gerade jetzt sein. Kann die dann noch ihre Arbeit machen. So als junge Mutter. Ich wette, so mancher in Berlin findet ihre Familienplanung „suboptimal“ (wie es etwa der Spiegelfechter in seinem Rant zum Thema formulierte). Wie ich drauf komme? Wieso ich das unterstelle, wo doch die offiziellen Verlautbarungen vor Jubel nur so barsten? Ich komme drauf, weil ich über das Thema „Kinderkriegen während man mitten im Karrieremachen ist“ häufig mit Frauen diskutiere. Es gibt nämlich kaum eine frauenpolitische Veranstaltung, wo das nicht zur Sprache kommt. Und oft, sehr oft, erzählen da Frauen von Chefs oder Chefinnen, die ihnen klar zu verstehen geben, dass es jetzt aber sehr ungünstig wäre, schwanger zu

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