Elternschaft muss freiwillig sein! Warum es für Väter ein Opt-Out geben sollte

Kürzlich sprach ich bei einem Thementag des Elternreferats des AstAs an der Uni Mainz über das Schwangerwerdenkönnen, und in der anschließenden Diskussion sorgte eine Fragestellung für Kontroversen, die ich so nicht erwartet hätte: Ob es für Väter (beziehungsweise für die Männer, mit deren Sperma eine Frau schwanger geworden ist) die Möglichkeit eines „Opt-Out“ geben sollte.

Irgendwo hatte ich das nämlich mal gefordert (weiß jetzt aber grade nicht mehr, in welchem Blogpost oder Text, falls jemand schlauer ist, bitte in die Kommentare, danke!) und bin auch weiterhin der Meinung, dass das richtig wäre.

Denn während eine Schwangere nach der Zeugung darüber entscheiden kann, ob sie das Kind austrägt oder nicht, hat der Samenspender diese Möglichkeit nicht, da es nicht sein Körper ist, der schwanger ist. Er kann zwar seine Meinung äußern, aber die Entscheidung selbst kann nur die Schwangere fällen. Es sei denn, wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft, die die körperliche Selbstbestimmung von Frauen durch Gesetze und Machtverhältnisse unterbindet.

Wenn wir uns jetzt aber einig sind, dass das nicht geht und dass auch eine schwangere Person jederzeit über ihren Körper selbst bestimmen darf (und das waren wir in Mainz), bedeutet das eine Ungleichheit zwischen den beiden Zeugenden: die Frau kann das Kind austragen oder nicht, der Mann muss ihre Entscheidung akzeptieren.

Was bedeutet das nun für die Notwendigkeit, Regelungen für diese Situationen zu treffen? Wie ich an anderer Stelle schrieb, ist die Erfindung des heteronormativen Paares die klassisch-patriarchale Antwort: Jeder Frau wird genau ein Mann zu geordnet. Historisch ist das der Ehemann der Schwangeren, heutzutage ist das der Samenspender (beides muss ja nicht dieselbe Person sein).

Meiner Ansicht nach sollte diese Hetero-Formation aufgegeben werden. Ich plädiere dafür, dass nicht nur die Schwangere, sondern auch der Samenspender die Möglichkeit haben sollte, vom Projekt „Kindhaben“ zurückzutreten. Wählt er den Opt-Out, ist er raus, muss sich um nichts kümmern, keinen Unterhalt bezahlen und so weiter. Das kann natürlich nicht bedeuten, dass die Frau allein für das Kind aufkommen muss, aber diesen Part würde dann eben jemand anderes übernehmen – entweder ein freiwilliges Elternteil (im Fall von lesbischen Paaren eine wichtige Möglichkeit), oder die Gesellschaft als ganze, die für finanziellen Unterhalt und Infrastruktur oder andere Hilfen aufkommt.

Ich war überrascht, dass doch von zahlreichen Diskutant_innen vehementer Widerspruch gegen dieses Modell kam. Sie bestanden darauf, dass der Samenspender die Verantwortung nicht ablehnen dürfe. Mein Argument mit der Ungerechtigkeit, die darin liege, dass er – anders als die Schwangere – nach einer erfolgten Zeugung keine Entscheidungsmöglichkeit mehr hat, sei nicht stichhaltig, denn mit dem Vollzug eines ungeschützten Geschlechtsverkehrs habe er implizit in die Vaterschaft eingewilligt.

Mich überzeugt das nicht wirklich, denn dieses Argument ließe sich auch Frauen, die abtreiben, entgegen halten. Außerdem würde ich die Opt-Out-Möglichkeit auch auf die schwangeren Frauen ausweiten: Sie müssten ebenfalls die Möglichkeit haben, aus der Beziehung zu dem Samenspender auszusteigen – Vaterschaft setzt meiner Ansicht nach nicht nur eine Spermaspende, sondern auch die Einwilligung der Schwangeren voraus, mit dem Samenspender eine Beziehung haben zu wollen. Denn das ist im Fall gemeinsamer Elternschaft ja unvermeidbar.

Ich finde, es gibt sowohl auf Seiten der Männer als auch auf Seiten der Frauen eine Vielzahl von möglichen Gründen, die gegen eine gemeinsame Elternschaft von Samenspender und Schwangerer sprechen. Positiv und für alle Beteiligten (speziell auch das Kind) fruchtbar wird eine gemeinsame Elternschaft nur verlaufen, wenn alle Beteiligten sich freiwillig und mit guten Absichten dafür entscheiden – und selbst dann kann hinterher noch vieles schieflaufen.

Männer, die Väter werden wollen, müssen dafür eben eine vertrauensvolle Beziehung zu einer Frau aufbauen, die freiwillig darin einwilligt, mit ihnen die Elternschaft zu teilen. Und Frauen, die einen Vater für ihr Kind haben wollen, müssen dafür eben eine vertrauensvolle Beziehung zu einem Mann aufbauen, der freiwillig darin einwilligt, die Elternschaft mit ihnen zu teilen.

Ist eine solche vertrauensvolle und auf völliger Freiwilligkeit basierende Beziehung zwischen den beiden Erwachsenen nicht vorhanden, ist meiner Ansicht nach eine gemeinsame Elternschaft auch nicht sinnvoll. Und wir als Gesellschaft sollten für diese Fälle Alternativen bereitstellen.

Discuss!

Zum Thema: Mann schüttet einer Schwangeren Abtreibungsmittel ins Essen, damit sie das von ihm mitgezeugte Kind nicht gebiert.

91 Gedanken zu „Elternschaft muss freiwillig sein! Warum es für Väter ein Opt-Out geben sollte

  1. Grundsätzlich eine kluge Überlegung – mir fällt dazu das Engels-Zitat ein, wonach Napoleons Code civil mit „das in der Ehe geborene Kind hat zum Vater den Ehemann der Mutter“ als Resultat von 10.000 Jahren Patriarchat ist. In Deinem Sinne gewendet könnte es eine Regelung geben, wonach Elternschaft qua Erklärung und nicht qua Genetik bestehen würde – dafür hast Du ja auch im Zusammenhang mit Leihmutterschaft plädiert.

  2. Das reicht natürlich nicht – ganz wesentlich ist es für Männer, auch für eine Beziehung zu dem Kind „opten“ zu können, aber gegen eine Beziehung zur Mutter. So wie Du ja das auch für Frauen vorsiehst.

    Im Falle eines Konfliktes sollte das Kind dann einfach dem „zugesprochen“ werden, der die besseren Voraussetzungen für dessen Versorgung hat.

  3. Das Hauptproblem ist, das jeder dem anderen vorschreiben will, wie er/sie sich gefälligst zu verhalten hat. Abtreibungsgegner genauso wie diejenigen, die den Samenspender verhaften wollen.
    Ich stimme dir grundsätzlich zu. Einziges Problem dass ich damit habe, ist das „die Gesellschaft“ i.d.R. immer als „der Staat“ verstanden wird. Und ich möchte die Aufgaben des Staates reduzieren (mit dem Ziel ihn überflüssig zu machen), nicht seine Aufgaben auszuweiten. Wie ließe sich das lösen?
    Oder ist ein garantiertes Grundeinkommen schon die Lösung?

  4. @Andreas – (huch, du liest ja immer noch) _ Das geht leider nicht, weil niemand einer Schwangeren vorschreiben kann, ein Kind auszutragen und zu gebären, wenn sie es nicht will. Es besteht aber natürlich die Möglichkeit, dass der Samenspender die schwangere Frau darum bittet, dies für ihn zu tun, und wenn sie freiwillig darin einwilligt, wäre das natürlich eine weitere mögliche Option.

  5. @Peter – Ja, das Interessante an dem Code Civil ist ja, dass darin die „recherche de la paternité“ explizit verboten war, d.h. einer Frau, die außerhalb der Ehe schwanger wurde, war es verboten, den Vater des Kindes zu benennen. Es war sozusagen ein Freifahrtschein für Männer, außerhalb von Ehen herumzuvögeln, und sie waren qua Gesetz davor geschützt, für ggfs. daraus hervorgehende Kinder Verantwortung übernehmen zu müssen.

  6. @Neun Mal Sechs – Nein, ein Grundeinkommen wäre keine Lösung, weil das ja gleichermaßen an alle bezahlt wird, ob schwanger oder nicht. Und es ist nicht hoch genug, um einer Frau, die ein Kind geboren hat, alle Kosten und den Arbeitsaufwand zu ersetzen, den sie damit hat, das Kind zu versorgen. Im Prinzip sehe ich tatsächlich nur drei Lösungen, die alle ihre Schwachstellen haben: 1. Wir lassen die Schwangere allein mit dem Kind 2. Wir ordnen ihr eine weitere, nicht-schwangere Person zu 3. Die Allgemeinheit übernimmt. Angesichts dieser drei Möglichkeiten erscheint mir Option 3 die am wenigsten schlechte – oder hast du noch andere Ideen? „Allgemeinheit“ muss ja nicht unbedingt „Staat“ sein.

  7. »Mein Argument mit der Ungerechtigkeit, die darin liege, dass er – anders als die Schwangere – nach einer erfolgten Zeugung keine Entscheidungsmöglichkeit mehr hat, sei nicht stichhaltig, denn mit dem Vollzug eines ungeschützten Geschlechtsverkehrs habe er implizit in die Vaterschaft eingewilligt.

    Mich überzeugt das nicht wirklich, denn dieses Argument ließe sich auch Frauen, die abtreiben, entgegen halten.«

    Nein, denn der Schwangerschaftsabbruch ist mit dem Recht auf körperliche Selbstbestimmung (oder negativ ausgedrückt: der Ablehnung eines »Gebärzwangs« für Schwangere, der die schwangere Frau zum bloßen Objekt degradieren würde, zu einem erniedrigten, geknechteten, verlassenen, verächtlichen Wesen) der Frauen legitimiert, das »Opt out« für potentielle Väter jedoch nicht. Für die Schwangere erwachsen aus der Schwangerschaft u. a. unmittelbar körperliche und (v. a. unterhalts-)rechtliche Folgen, für potentielle Väter dagegen nur letztere, und letztere stellen kein mit ersteren kommensurables Rechtsgut dar.

    Deine Argumentation läuft auf den Versuch hinaus, die materiale Geschlechterdifferenz durch und zugunsten einer juristischen Konstruktion – dem »Opt out« für Männer – zu überbrücken. Ich vermute mal, dass die Ahnung dessen auch den Gedanken eines »Opt out« für Frauen motiviert haben dürfte, aber auch die ändert nichts daran, denn auch bei rechtlich gleicher Konstruktion eines »Opt out« für Frauen und Männer werden Schwangere auf der einen und potentielle Väter auf der anderen Seite niemals unter den gleichen Voraussetzungen hierauf zurückgreifen können. Der Schwangeren wird (und muss) immer (die Freiheit und) die Bürde der Abwägung der eigenen und etwaiger Grundrechte des »Nasciturus« obliegen, sodass die davon im Hinblick auf die Legitimität getrennt zu betrachtende Frage nach einem etwaigen postpartalen »Opt out« insoweit nicht davon getrennt betrachtet werden kann, als dass sie immer dem ambivalenten vorausgegangenen Abwägungsprozess verbunden bleibt. Für den potentiellen Vater ist das relativ einfach, er bekäme mit der Möglichkeit zum »Opt out« eine weitere unvorbelastete Gelegenheit, sich zu entscheiden, ob ihm die rechtlichen und finanziellen Folgen nicht doch zu unbequem sind. Eine Schwangere wird niemals ähnlich unbeschwert an diese Möglichkeit herangehen. Die Rechtskonstruktion, die du ihnen bereithalten möchtest, mag für beide den gleichen Namen haben, aber Schwangere und potentielle Väter werden immer mit unterschiedlichen Voraussetzungen vor ihnen stehen, und regelmäßig würden Schwangere sich – unter Bedingungen, unter denen sie als potentielle Väter, als Nichtschwangere vom »Opt out« Gebrauch machen würden – für die Fortführung einer Schwangerschaft entscheiden, und es ist offensichtlich, dass in diesen Fällen nicht notwendigerweise ein anschließendes rechtliches »Opt out« noch eine realistische Option ist.

  8. @Antje:
    Nun, warum sollte ich nicht lesen – ich finde es ja weiterhin interessant.

    Natürlich, es muss schon die Absicht der Schwangeren sein, das Kind auszutragen, das kann ihr keiner abnehmen. Einen Automatismus a la „das Kind gehört jedenfalls zu ihr, wenn es da ist“ lehne ich aber ab.

    Dazu gab es übrigens vor einigen Jahren eine interessante Geschichte zu dem berühmten deutschen Basketball-Profi in den USA; dem wollte eine Krimininelle in der Hoffnung auf hohe Unterhaltszahlungen ein Kind „unterjubeln“. Er beantragte damals vor Gericht vorsorglich das alleinige Sorgerecht für das Kind, falls es geboren wird. Ist damals allerdings nicht zur gerichtlichen Entscheidung gekommen, ich weiss nicht mehr den Grund.

  9. החול והים zum Thema Entgegenhalten: Ja, das stimmt, diese Unlogik würde aber vermutlich nichts daran ändern, dass ihnen im realen Leben das Argument faktisch entgegen gehalten würde…

    zu 2: Dass das Opt-Out für Väter so einfach wäre, stimmt imho nur auf der bereits herrschenden symbolischen Ordnung. Wenn es nicht schon eine patriarchale Verantwortungslosigkeit gegenüber dem ganzen Vorgang bei vielen Männern gäbe, dann müssten sie vor so einem Opt-Out nämlich ebenfalls ethische Überlegungen anstellen, z.B. wenn die Schwangere sagt, dass ihre Entscheidung für das Austragen des Kindes vom aktiven Mitmachen des Mannes abhängt. Oder, wenn wir den Vorschlag von Andreas noch einbeziehen: Dann müssten sie im Fall, dass die Frau nicht Mutter werden will, die Möglichkeit in Betracht sehen, ihr die alleinige Vaterschaft vorzuschlagen und sie zu fragen, ob sie zu diesen Bedingungen bereit wäre, das Kind auszutragen und zu gebären.

    Ansonsten stimmt natürlich, dass ein Ungleichgewicht immer bleibt, aber das liegt halt in der „Natur der Sache“.

  10. Das würde Männer dann wohl endgültig davon entbinden, Verantwortung für Verhütung zu übernehmen. Damit wäre ich nicht einverstanden. Und: Ein Opt-Out ist für eine Frau, die schwanger ist, etwas ganz anderes als für einen Mann, der Vater wird. Da hast Du dann das nächste Ungleichgewicht.

  11. @Andreas – Und wann sollte deiner Meinung nach über den Fall entschieden werden? Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass eine Schwangere, die schon weiß, dass das Sorgerecht gegen ihren Willen jemand anders kriegen wird, noch in Schwangerschaft und Geburt einwilligen würde.

  12. @Silke – Ja, aber in dieser Verhütungssache sehe ich kein Problem, weil faktisch auch jetzt schon die Frauen für die Verhütung zuständig sind. Es ist in ihrem eigenen Interesse, dass sie sich klar machen, dass sie diese Verantwortung sowieso nicht abgeben können, da sie es sind, die im Zweifelsfall schwanger werden. Und ja, das „opt-Out“ ist immer noch Ungleich, aber bei ungleichen AUsgangsvoraussetzungen kommt am Ende nie „Gleichheit“ heraus. Es ist ja auch die Frage, wie das „Opt-Out“ gestaltet wird. Man könnte sich auch eine Abschlagszahlung vorstellen oder so etwas.

  13. Ich halte es nicht für richtig, ein väterliches Recht auf „Opt-Out“ mit der Möglichkeit zur Abtreibung der Mütter zu begründen. Die Situation der Mutter und die des Vaters sind zu unterschiedlich. Eine Gleichbehandlung ist daher weder angemessen, noch wird sie durch ein solches „Opt-Out“-Recht überhaupt hergestellt. Es ist zwar richtig, dass eine werdende Mutter auch aus Gründen abtreiben kann, die nicht in der Schwangerschaft selbst begründet sind, z.B. weil sie sich einfach nicht als Elternteil verpflichten will. Dennoch ist eine werdende Mutter in einer ganz anderen körperlichen und psychischen Lage. Zudem ist die Fragestellung „Baby austragen: ja/nein“ auch eine gänzlich andere als „Verpflichtungen gegenüber dem Baby: ja/nein“. Dementsprechend kann auch durch ein solches „Opt-Out“-Recht der Väter keine Gleichbehandlung hergestellt werden. Die Väter müssen nämlich nicht über das Leben des Babys entscheiden, sondern nur über ihre rechtlichen und finanziellen Pflichten. Die werdende Mutter kann nicht das Baby austragen und sich danach gegen ihre elterlichen Pflichten entscheiden (die Babyklappen lasse ich mal außen vor, da diese rechtlich zweifelhaft sind und schon vom Selbstverständnis der Betreiber nur für extreme Ausnahmefälle gedacht sind).

    Außerdem sollte man bedenken, dass ein solches „Opt-Out“-Recht auch folgende Konsequenzen haben kann: Zum einen könnte es dazu führen, dass mehr Frauen abtreiben, wenn sich der Mann unproblematisch zu einem „Opt-Out“ entscheidet. Das würde ich zumindest für problematisch halten, auch wenn ich natürlich kein Abtreibungsgegner bin. Und das finanzielle Einstehen des Staates würde sicherlich auch zu einem Missbrauch einladen, so dass Väter das „Opt-Out“ wählen, um eine höhere Unterstützung der „Familie“ zu bekommen (wobei letzteres in der Tat nur ein praktisches Problem ist, was für die grundsätzliche Frage zugegebenermaßen nur von geringer Bedeutung ist).

  14. @Kristian – Das sind interessante Überlegungen. Dass mein Vorschlag keine Gleichheit herstellt – geschenkt, das war auch nicht meine Absicht (weil ich es für unmöglich halte). Ich finde nur, dass er besser ist als das jetzige System.

    Zum Thema „Austragen, aber keine Verpflichtungen gegenüber dem Baby haben“: Ja, diese Option sollten wir für Schwangere schaffen, etwa, indem wir Adoptionen gesellschaftlich akzeptabler machen oder auch aktiv für alleinerziehende Vaterschaft in diesen Fällen werben.

    Zum Thema: Mehr Frauen würden abtreiben – das glaube ich eigentlich nicht, und wenn, halte ich das für kein gutes Argument. Besser die Frauen wissen von Anfang an, dass der Mann kein Interesse an dem Kind hat, als es kommt erst später raus und sie müssen dann mit dem Schlamassel fertig werdn.

    Ob Männer das „Opt-Out“ wählen würden, um den Staat in die Verpflichtung zu nehmen? Interessante Überlegung, aber angesichts der Tatsache, dass sie dann keinerlei „Recht“ in Bezug auf das Kind hätten, bezweifle ich das, weil vielen Vätern Rechte sehr wichtig sind. Aber man könnte das Problem abmildern, indem man generell mehr gesamtgesellschaftliche Unterstützung für Eltern aller Art einführt.

  15. @Antje:

    Nun, aber dann stellt sich das Problem ja auch gar nicht, was in meinen Augen auch eigentlich der größte Vorteil eines beiderseitigen Opt-Out und Opt-For ist.

    Man muss die „Verhandlungen“ halt früh führen, im Zweifel vor dem letztmöglichen Abtreibungsdatum. Ich kann mir nur vorstellen, dass das im Interesse aller ist, auch des ungeborenen Kindes.

    Allerdings ist die Schwangere dann tatsächlich in jeder Hinsicht nur noch Gefäss – es folgt gar nichts mehr daraus, dass sie ja diejenige ist, die schwanger ist, ausser das negative Recht, abtreiben zu können.
    Aber sie hat ja auch keine weitergehenden Verpflichtungen (gegenüber Kind, Vater … ), dann sehe ich jedenfalls auch keine Notwendigkeit für weitergehende Rechte …

  16. @Antje, meinst Du, wenn Männer sich nicht mehr davonstehlen müssen, sondern eine Möglichkeit haben, sich auszuklinken, würde sich im Hinblick auf die Bereitschaft, Verantwortung für Kinder zu übernehmen, etwas ändern? Den Gedanken finde ich grundsätzlich reizvoll, bleibe aber skeptisch, denn was es heißt, ein Kind zu haben, wissen die wenigsten (Mütter wie Väter) von vornherein. Und Väter haben immer noch gute Chancen, dass das so bleibt. Zudem ist verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre unter Vätern ohnehin weit verbreitet. Mütter werden nie eine Garantie haben, nicht irgendwann alleine mit den Kindern dazusitzen. Vielleicht sollten wir jungen Frauen empfehlen, nur dann Kinder zu bekommen, wenn sie über eine Crowdfunding-Platform das nötige Geld für die nächsten 25 Jahre eingesammelt haben.

  17. @Silke – Ich glaube, dass sich die Bereitschaft von Männern, für Kinder Verantwortung zu übernehmen, nicht ändern würde. Sie müssten nur offener und klarer sagen, ob sie wollen oder nicht. Ich glaube jedenfalls nciht daran, dass man Männer mit Zwang dazu bringt, sich um Kinder zu kümmern, wenn sie das nicht sowieso wollen. Alle diese Versuche gingen bisher auf Kosten der Frauen.

    Crowdfunding vor Mutterschaft ist nach meinem Modell nicht nötig, jedenfalls nicht mehr als im jetzigen, weil ich der Meinung bin, dass die Allgemeinheit dafür aufkommen muss. Die Option zu haben, finanziell und hilfemäßig nicht von einem Mann, sondern von der Gesellschaft abhängig zu sein, finde ich eine positive Erweiterung der Optionen für die betreffenden Frauen.

  18. @Neun mal sechs – Ja, ein Kind würde Grundeinkommen bekommen, aber das deckt nur die Kosten für seinen Lebensunterhalt. Es deckt nicht die Kosten für die Betreuung und Fürsorgearbeit, die es braucht.

  19. Die Proteine werden nach den entsprechenden genetischen Informationen produziert. Dazu muss die genetische Information abgelesen werden, wozu gewisse Proteine (Enzyme) notwendig sind. Das bedeutet für die Eizelle, dass die fortgepflanzten Gene von Mann und Frau auf Proteine angewiesen sind, die nicht von ihnen produziert wurden, sondern von den Genen des mütterlichen Organismus.

    Die Fortpflanzung des Menschen ist auf eine vorgefertigte Zelle angewiesen, die nicht durch die Fortpflanzung erstellt wird.

    Es sind die Gene des mütterlichen Organismus, die das für die Fortpflanzung des Menschen notwendige Zytoplasma der Eizelle erstellen und welches für die Erstwirkung der fortgepflanzten Gene zuständig ist.

    Das Virus benötigt eine Wirtszelle, wenn es sich fortpflanzen will. Und die Fortpflanzung des Virus ist die Injektion seiner Gene in die Wirtszelle, nach der die Wirtszelle dann neue Viren produziert. Die Wirtszelle ist jedoch kein Produkt der Gene des Virus, so wie die Eizelle kein Produkt der von Mann und Frau fortgepflanzten Gene ist. Die Eizelle ist die Wirtszelle der menschlichen Fortpflanzung, weil der Mensch (Mann und Frau) seine Gene weiter gibt und genau dies tut auch das Virus. Denn es ist nicht das Virus, welches eine Wirtszelle benötigt, sondern seine Gene. Die Gene als solches benötigen eine vorgefertigte Zelle. Es sind nicht die Gene, die den Menschen reproduzieren, sondern es ist eine Zelle. Und es sind nicht die Gene, welche ein neues Leben zeugen.

    Ein Mann, der mittels seines Spermiums seine Gene an die Eizelle weitergibt und glaubt der Vater des Kindes zu sein, weil er meint, er hätte dieses Kind gezeugt oder zumindest daran glaubt, an der Zeugung des Kindes beteiligt gewesen zu sein, übernimmt die Ansicht eines Virus, dass es der Erzeuger der neuen Viren ist, die die Wirtszelle für es produziert. Die Gene des Virus werden als Erbgut bezeichnet und die Vervielfältigung des Virus wird als Fortpflanzung des Virus bezeichnet. Der ungemeine Vorteil der „Vaterschaft“ des Virus ist, dass die neuen Viren zu 100% Prozent genetisch von ihm abstammen. Das das Virus an der Produktion der neuen Viren keinerlei Anteil hat, weil die neuen Viren aus der Materie der Wirtszelle bestehen, hat keinerlei Bewandtnis mit seiner „Vaterschaft“, denn auch der Säugling besteht aus Materie, die dem weiblichen Organismus entzogen wurde.

    Die Vaterschaft ist keine Realität, welche eine materielle Grundlage hat, sondern eine geglaubte und sozial etablierte Realität. Es gibt keine Väter…

  20. Sehr interessant. Bei mir ist es so gewesen dass der Vater meines ersten Kindes faktisch ge-opt-outet hat, und ich ihn gelassen habe. Nach dem eigentlich gemeinsam geplanten Kind hatten wir schlimme Auseinandersetzungen ab dem 4. Schwangerschaftsmonat, ab der Geburt gab es dann keinen Kontakt mehr, und er hat schliesslich die Vaterschaftsanerkennung beim Jugendamt verweigert.

    Ich hätte mir grundsätzlich zwar gewünscht er würde irgendeine Rolle für das Kind spielen, aber da der Kontakt zwischen uns sehr sehr schwierig war, habe ich akzeptiert dass er das nicht wollte, bzw ich war unter dem Strich froh darüber. Die Betreuung hat dann mein Netzwerk mit übernommen, das war okay. Finanziell war es schwieriger: Das Jugendamt wollte mich dazu zwingen eine Vaterschaftsfeststellungsklage zu machen (er hätte ja sehr viel Geld haben können, dann hätte er anstatt der Gesellschaft für mich und das Kind aufkommen müssen). Ich konnte das Amt zwei Jahre lang hinhalten, in denen ich ALGII und Unterhaltsvorschuss bekam, ich habe in der Zeit fertig studiert. Als das Kind zwei Jahre alt wurde bekamen wir sämtliche Leistungen gestrichen, beinahe hätte ich sogar den Unterhaltsvorschuss zurückzahlen müssen. Ein Glück dass ich dann selbst Geld verdienen konnte – sonst wäre es sehr schwierig geworden, da er auf Kontaktversuche von mir oder dem Amt zunehmend agressiv reagiert hat.

    Es war in der Zeit schwierig Außenstehenden zu vermitteln, dass ich mit dem Ausgang der Situation nicht unzufrieden war (es wäre nur schön gewesen bis zum Ende des Studiums ein paar hundert Euro im Monat zu bekommen ohne Tausend Briefe und Ämtertermine). Die Standard-Reaktion war „Aber warum verklagst du ihn denn nicht!!!“. Viele haben nicht verstanden, dass ich nur ein paar Jahre Unterhaltsvorschusskasse dadurch gewonnen hätte (er hatte/hat wenig Geld), dass ein liebevoller Kontakt zum Kind nicht durch eine Gerichtsentscheidung entsteht, dass gerade bei Babies Umgangsregelungen bei nicht vorhandener Vertrauensbasis ganz ganz schwierig sind.

    An dem Vorschlag mit dem Opt-out wegen Gerechtigkeit, den ich super finde, fände ich noch schwierig wie man damit umgeht dass eine Frau maximal 8 Wochen Zeit hat sich für oder gegen Kind zu entscheiden (4. – 12. SSW), ein Mann aber bis zur oder sogar eine Weile nach der Geburt (wenn die Vaterschaftsanerkennung vorgenommen wird).

  21. @Mimi – Danke für deine Geschichte, das erläutert sehr gut, warum ich auf meine Ideen gekommen bin. Die jetztige Situation überlässt die schwangeren Frauen völlig dem Glück oder Pech, wie sie mit dem Mann, von dem sie schwanger sind, zurechtkommen – kümmert er sich oder nicht, verstehen sie sich oder nicht, aber auch äußere Faktoren wie: Hat er viel Geld oder wenig. Frauen, die wie du, gar nichts dagegen haben, alleine für das Kind Verantwortung zu tragen, werden dafür von der Allgemeinheit nicht etwa unterstützt, sondern im Gegenteil sie werden praktisch dafür zuständig erklärt, sich von einem bestimmten Mann die Unterstützung zu holen oder sie bekommen keine. Die jetztige „Eine-Frau-ein-Mann“-Lösung funktioniert gut, wenn alle an einem Strang ziehen und sich verstehen (aber dann würde das in „meiner“ Lösung auch nicht anders sein), oder sie funktioniert nicht, dann hat die betroffene Frau die A*karte, und die Gesellschaft kann sich rausreden, weil sie ja einen Mann als „Zuständigen“ identifiziert hat – und dann hat die Frau sich ihren Samenspender halt falsch ausgesucht, selber Schuld (oder so).

  22. Dein Vorschlag erscheint mir persönlich auch als die beste Lösung des Grundkonflikts. Wir haben im Augenblick leider die Situation, dass Männer vor allem sehr leicht durchsetzbare Pflichten (Unterhalt lautet auf Geld) und praktisch kaum durchsetzbare Rechte haben. Das sind für den Aufbau wechselseitig vertrauensvoller Beziehungen sehr schlechte Voraussetzungen.

    Aber ich stelle immer wieder fest, dass ich mit der Befürwortung des Vorschlags unter Maskulinisten ziemlich alleine da stehe und ich kann die Bedenken der meisten „Männerrechtler“ an der Stelle auch nachvollziehen. Die kommen nämlich von einem Standpunkt, wo sie es als Teil gesunder Männlichkeit empfinden, Verantwortung für Frau und Kinder zu übernehmen und Bindung zu ihnen aufzubauen. Und aus der Bindung entstehen natürlich Verlustängste.
    Ich nehme daher an, dass eine Umsetzung des Vorschlags dazu führen würde, dass sich Männer umorientieren und auch wieder näher zu „männlichen Basisstrategie“ zurückkehren, nämlich nur Sperma möglichst weit zu verteilen und sich dann nicht zu kümmern. Unter den durch Deinen Vorschlag geschaffenen Bedingungen wäre es für Männer nicht mehr sinnvoll, überhaupt Verantwortung oder Fürsorge für Frauen zu übernehmen. Sie müssen ja nicht um das (Über-)Leben des Nachwuchses zu sichern.
    Ich habe diesbezüglich Zweifel, ob Du so eine Veränderung mögen würdest.

    Und zum anderen geht diese Lösung des Grundkonflikts meiner Meinung nach zu Lasten der Kinder. Kinder profitieren von stabilen Elternverhältnissen. In dem Modell (oder überhaupt in der heutigen Welt) passiert das wohl nur, wenn es insbesondere dem Mann gelingt eine positive emotionale Beziehung zu der Frau zu erhalten. Ich habe Zweifel, ob sich eine Gesellschaft, die an gutem Nachwuchs interessiert ist, sich alleine darauf verlassen sollte.
    Trotzdem denke ich, dass die Voraussetzungen dafür mit Deinem Modell besser wären als heute.

  23. @lh – Mein Vorschlag enthält ja stabile Elternverhältnisse, sogar stabilere als derzeit (wo sich viele Samenspender auch nicht kümmern), weil Elternschaft auf Freiwilligkeit statt auf Zwang beruht. Die Kosten wären auf die gesamte Gesellschaft, also auch die Kinderlosen umverteilt, von daher wäre es auch egal, wie einzelne Männer sich entscheiden. Und dass ich mir eine Gesellschaft wünsche, in der Frauen nicht drauf angewiesen sind, dass einzelne Männer „Verantwortung und Fürsorge für sie übernehmen“, stimmt auch. Dass Maskulinisten von diesem Vorschlag im Allgemeinen wenig halten liegt daran, dass sie gerne Zugriff auf Kinder haben wollen, im Sinne von „Väterrechten“. Die wären in meinem Modell aber von ihrem Verhalten und von der Zustimmung der Muter abhängig, nicht aber von ihrem Status als Vater.

  24. Diese Überlegungen sind wirklich interessant und ich denke jetzt schon ganz anders darüber nach weil sie von Ihnen kommen und nicht von der Jugendorganisation einer schwedischen Partei 🙂
    Ich finde es aber schwierig das Recht auf Opt-Out damit zu begründen dass die Schwangere ja das Recht auf Abtreibung hat
    (in dem Sinne, das Recht auf Abtreibung können die Samengeber ja nicht haben, also kriegen sie halt ein anderes Recht).
    Was ich sinnvoller fände wäre dann Opt-Out für beide, noch mal unabhängig von einer Abtreibung. Da tun dann aber einige Fragen auf, je nachdem ob beide out opten (das bedeutete dann wohl Freigabe zur Adoption) oder nur eineR oder keineR, z.B.:
    – Gibts dann die Möglichkeit zum „Opt-In“, wenn man es sich anders überlegt hat oder ist das dann bis in alle Ewigkeit endgültig?
    – Was passiert wenn in der Zwischenzeit schon andere den „Zuschlag“ erhalten haben?
    – Schließt das Opt-Out dann ein Kontaktverbot zum Kind ein (man hat ja alle Pflichten abgetreten, also hat man kein „Rechte“ am Kind)?
    – Kann die Schwangere dann einen Opt-Out (bzw. Must-Out) verlangen, z.B. wenn sie vergewaltigt und deshalb schwanger wurde?
    – usw.
    Es gäbe wohl sehr viel zu diskutieren und zu regeln, es müsste generell geklärt werden wer überhaupt ein „Recht am Kind“ hat und im Falle der o.a. Abschlagszahlungen müsste man klären welchen „Wert“ ein Mensch hat usw..
    Trotzdem lohnt es sich darüber nachzudenken, denn Potential hat das Ganze ja schon: Überflüssige traditionelle Gegebenheit werden über Bord geworfen oder zumindest mal überdacht und vielleicht werden auch gleich neue Möglichkeiten für queere Elternschaft mitentwickelt indem die Möglichkeit zu weiteren „Opt-Ins“ mitgeschaffen wird und Kinder drei oder vier Eltern haben können (z.B. ein lesbisches Paar, die nicht-leibliche Mutter optet in und der Samengeber muss nicht out opten).

  25. Ich finde (als Mann), dass Du zu sanft mit meinen Geschlechtsgenossen umgehst.
    Es mag einzelne Fälle geben, in denen die Frau dem Mann ein Kind „unterjubelt“, um ihn zu binden. Ich selber kenne ca. 1,5 solcher Fälle, wo entweder der Mann oder Freunde das behaupten, ich das aber nicht beurteilen will, weil ich nur den Mann kenne.
    In der Mehrzahl der durch den Mann ungewollten Schwangerschaften, von denen ich erfahren habe, hätte der Mann verhüten können. Das ist mit Condomen unmittelbarer als mit der Pille (auch Brechdurchfall am Tag nach dem Sex kann die Wirkung der Pille aushebeln), und die Sterilisation bekommt Mann für unter 500€ ambulant mit örtlicher Betäubung. Tut kurz weh und juckt eine Woche lang. Und selbst nach der Sterilisation ist eine Eigensamenspende durch direkte Entnahme aus den Hoden noch möglich, wenn man doch noch Kinder haben will – bei der Frau geht das nicht und der Eingriff ist auch größer.
    Für Frauen ist Verhütung nicht nur riskanter (Pille, Sterilisation) oder aufwendiger (Pessar), sie hat bei Fehlern auch noch die meisten Konsequenzen zu tragen, egal, ob es zur Geburt kommt oder sie sich zur Abtreibung entschließt.
    Ich finde, ein (ungewollt) Vater seiender Mann sollte unbedingt eine Möglichkeit zum Opt Out aus der Familie haben, da Kinder einen sie ablehnenden Vater definitiv nicht brauchen, aber keine Möglichkeit zum Opt Out aus der wirtschaftlichen und sonstigen Verantwortung. Gummies kosten ein paar Cent, wer die sparen will muss eben mit den Kosten leben.

  26. Ich finde ein Opt-Out für Männer* auch schwierig.
    Ich muss jetzt noch mal genau überlegen, was mich daran so stört. Vielleicht weil ich Schwangerschaftsabbruch eher nicht als eine Opt-Out aus der Elternschaft sehe, sondern als Verfügung über den eigenen Körper. Daraus, dass eine ungewollt Schwangere entscheiden kann, was mit bzw in ihrem Körper passiert, folgt für mich logisch nicht, dass der Samenspender ein Opt-Out haben sollte.

    Wenn die Schwangere die Schwangerschaft zu spät bemerkt (als Schwangere kann ich mir das schlecht vorstellen, aber soll es ja geben), dann hat sie z.B auch kein legales Opt-Out mehr. Gäbe es auch Fristen für die Samenspender?
    Als ganz klassisch hetero-verheiratete und mit Wunschkind Schwangere ist mir allein der Gedanke mein Mann könnte morgen früh einfach mal so entscheiden, dass er doch keinen Bock auf uns hat und lieber doch kein Vater wäre, sehr unheimlich.
    Du hast ja selber eine „Abschlagszahlung“ vorgeschlagen, aber was wäre denn daran groß anders als an Unterhaltsverpflichtungen? Also außer, dass der Unterhalt dann praktisch in Raten wäre. Das müsste die Abschlagszahlung vermutlich häufig sowieso sein.
    .

  27. @Birgit – Ich rede mit Gründen nicht vom „Recht“ auf Opt-Out oder vom „Recht“ auf Abtreibung, sondern von der Möglichkeit. (warum Abtreibung meiner Ansicht nach kein „Recht“ ist, erläuterte ich hier schonmal). Die Abtreibung ist faktisch das „Opt-Out“ für die Schwangere – wobei ich allerdings durchaus dafür bin, auch Möglichkeiten zu schaffen, in denen Mütter nach der Geburt des Kindes die Verantwortung dafür an andere abgeben können, aber das ist ein anderes THema, finde ich. Die Möglichkeit, zum Opt-In, wenn man es sich anders überlegt hat, besteht faktisch immer, sofern die Mutter (oder wer an ihrer Stelle sich um das Kind dann kümmert), damit einverstanden ist. Nicht nur für den Samenspender, sondern für jeden Menschen, der eine Beziehung zu der Frau oder dem Kind haben will (wie gesagt, es geht hier in erster Linie um Beziehungen, nicht um Rechte, und die Möglichkeit, zu jemandem eine Beziehung anzufangen, gibt es immer, aber es gibt niemals ein Recht auf eine Beziehung). Wenn ich eine Beziehung erst einmal abgebrochen habe, habe ich natürlich zu keiner Zeit später ein „Recht“ darauf, sie wieder anzufangen. Die Entscheidung des Vaters für oder gegen eine aktive Elternschaft müsste spätestens zu dem Zeitpunkt gefallen sein, bis keine Abtreibung mehr möglich ist. Also innerhalb von wenigen Wochen. Zu der Frage, ob die Schwangere einen Must-Out verlangen kann – ja, das schrieb ich ja, auf jeden Fall, nicht nur bei Vergewaltigung. Die Elternschaft einer anderen Person kann – sofern sie die Elternschaft nicht abgibt – prinzipiell nur mit ihrer Zustimmung stattfinden.

    Ansonsten hast du natürlich Recht, dass die Regelungen im Detail kompliziert sind und gut durchdacht werdne müssen. Aber das ist im derzeitigen System ja auch nicht anders, da gibt es im Eltern- und Unterhaltsrecht auch viele Zeilen Text.

  28. @Volker König – vollkommen d’accord. Aber diese Verhandlungen darüber, welchen Anteil der Schwangerschaftenverursachende Mann an den durch die Kinder entstehenden Kosten zu tragne hat, sollte unbedingt die Gesellschaft insgesamt mit ihm verhandeln, das sollte man nicht der betreffenden Frau aufbürden. Ich bin unbedingt dafür, diese Männer in irgendeiner wirtschaftlichen Weise zur Verantwortung zu ziehen. Aber die materielle Absicherung von Kindern und ihren Müttern (oder sonstigen freiwilligen, aktiven Eltern) muss davon meiner Ansicht nach gänzlich unabhängig davon sein, inwiefern die einzelnen Männer ihrer diesbezüglichen Verpflichtung nachkommen und es ist auch nicht ihre Aufgabe, die einzuklagen.

  29. @KaVi – Der Schwangeren, die ihre Schwangerschaft so spät bemerkt, dass sie nicht mehr abtreiben kann (wie genau die legalen Fristen hier sind, ließe sich ja verändern), hilft es aber auch nichts, wenn der Samenspender kein Opt-Out hat. Sie muss die Folgen ihrer Unaufmerksamkeit tragen, die kann niemand ihr abnehmen, eben weil es ihr Körper ist. Die „Frist“ für den Samenspender müsste meiner Meinung nach dieselbe sein wie für die Schwangere: Vom Zeitpunkt der Kenntnis bis zum Zeitpunkt der noch möglichen Abtreibung. Interessant wäre noch die Frage nach dem Default: Wenn der Mann sich nicht äußert, ist es dann Opt-in oder Opt-out? Aber das wärene ben die Detailfragen.

    Mein Modell schlägt jedenfalls nicht vor, dass der Mann sich heute mal so oder morgen mal so entscheiden kann. Wobei er das faktisch natürlich kann, denn das einzige, wozu man einen Mann, der kein Elternteil sein will, zwingen kann, ist ja, Geld zu bezahlen. Man kann niemanden zwingen, sich um ein Kind zu kümmern. Von daher ist es für die betroffene Frau finanziell letztlich egal, ob der elternunwillige Mann oder die Gesellschaft insgesamt zahlt. Letzteres stelle ich mir weniger stressig vor.

  30. Das ist ein sehr interessanter Beitrag zu dem Thema!
    Ich habe mir selbst schon viele Gedanken zum Problem der unfreiwilligen Elterschaft gemacht und würde hier gern meine Sichtweise darlegen.

    Ist eine Frau erst einmal schwanger bleiben idR 9 Monate bis das Kind zur Welt kommt. Ob das Kind überhaupt ausgetragen wird – für diese Entscheidung ist bedeutend weniger Zeit. Handelt es sich dazu um eine ungeplante/unbemerkte Schwangerschaft stehen der Schwangeren je nach Gesetzeslage des Landes nur wenige Tage bis Wochen für den Entschluss zur Verfügung. Den Staat bzw. die Gesellschaft mit Gesetzesänderungen in die Mangel zu nehmen empfinde ich, wie schon einer meiner Vorposter, als zu missbrauchsanfällig. Man denke an jene Eltern, die Kinder in die Welt setzen, um finanzielle Unterstützung zu erhalten. Diese Eltern gibt es.
    Für viel fundamentaler als die Frage nach einem „Opt-Out“ für einen Mann während einer Schwangerschaft der betroffenen Frau halte ich, dass es schon vor dem Entstehen einer solchen für ihn mehr Möglichkeiten gibt sich dagegen zu entscheiden.
    Es gibt eine ganze Reihe an Verhütungsmitteln für Frauen: Die Pille, die Minipille, die Dreimonatsspritze, den Vaginalring, das Hormonimplantat, die Hormonspirale, die Kupfer(-gold)spirale, das Verhütungspflaster, div. Spermizide, den Verhütungscomputer, das Diaphragma sowie Abwandlungen davon, die Portiokappe, das Femidom, NFP, Temperatur & Kalendermethode etc…
    Dem gegenüber steht Männern als einzige reversible Verhütungsmethode nur das Kondom zur Verfügung.
    Die Verhütung ist somit hauptsächlich Frauensache und das, obwohl eine Elternschaft beide Partner betrifft. Schlimmer noch, in der Gesellschaft hält sich wie selbstverständlich die Annahme, dass Frauen für die Verhütung zuständig sind.
    „Das Kondom ist dazu gedacht, wenn man sich noch nicht gut genug kennt.“ „Kondome sind unsicher“ „Kondome stören beim Sex/der Sex ist schlechter durch ein Kondom.“ – Das denken sich viele (und haben ev auch Recht damit).
    Genau das ist mMn der Knackpunkt: Es müssen Möglichkeiten zur reversiblen Empfängsnisverhütung für Männer her! Und die Gesellschaft muss sie auch nachfragen.
    Anstatt an irgendwelchen Gesetzen herumzubasteln, die schlussendlich doch einen der zwei, die Gesellschaft oder das Kind (um das geht es ja auch noch nebenbei) benachteiligen sollte genau hier angesetzt werden.
    Ja, seit der sexuellen Revolution durch die Pille sind wir Frauen in der Familienplaung und auch in der Auslebung unserer sexuellen Lust autonomer geworden und das ist gut so. Doch sollten für Männer auch die gleichen Voraussetzungen gelten. Frauen würden dadurch ja nicht ihre Möglichkeiten verlieren, wenn auch Männer endlich welche dazu bekämen.
    Weiters, wenn beide verhüten kann keiner dem anderen ein Kind „unterjubeln“. Auf eine Schwangerschaft könnten Männer mehr Einfluss nehmen ohne, dass eine Frau zu einem „Gefäß“ degradiert werden würde, ohne, dass die Allgemeinheit für die Verantwortungslosigkeit anderer aufkommen muss (und jene sich das noch dazu zu Nutze machen könnten!) und v.a. ohne, dass weitere ungewollte Kinder zur Welt gebracht werden, die dann im Leben darunter zu leiden haben.

    Gleiche Rechte setzen gleiche Pflichten und Verantwortung voraus, nur so kann Gleichberechtigung Wirklichkeit werden!

    Das ist meine Meinung dazu. Ich würde mich über einen konstruktiven Austausch sehr freuen 🙂

  31. @Cymenia – Deine Argumentation fände ich eventuell nachvollziehbar, wenn wir hier an grassierender Überbevölkerung leiden würden und daher Angst vor der Geburt weiterer Kinder haben müssten. Aber angeblich werden doch zu wenige Kinder geboren, von daher sollten wir doch jedem Fall applaudieren. Und nicht es so drehen, zusagen: Diese bösen Eltern, die einfach Kinder in die Welt setzen, sollen sie doch selber sehen, wie sie die durchbringen, anstatt uns als Allgemeinheit diese Last aufzubürden.

  32. Logisch betrachtet müsste man zustimmen. Aber wir leben nicht in diesem rein logischen Vakuum. Zwischen Männern und Frauen herrscht bezüglich dieser Thematik ein stark unausgewogenes Machtverhältnis.

    Bevor ich ein Opt out für Männer für diskussionswürdig halte – und nicht für falsche Äquivalenz – müssen folgende Punkte politisch/gesellschaftlich geklärt werden:

    1. Traditionelle Benachteiligung von Frauen mit Kindern, sei es bei der Jobsicherheit, den Aufstiegschancen oder bei der Verteilung der Care-Arbeit.
    2. Loslösung von der staatlichen/gesellschaftlichen Vorstellung, dass nur romantische (heterosexuelle) Beziehungen es verdienen, steuerlich begünstigt zu werden (aka Tod dem Ehegattensplitting!) und die Entwicklung alternativer Modelle zum Zusammenleben (und damit auch den Konstellationen, in denen Menschen Kinder großziehen).
    3. Das hohe Armutsrisiko Alleinerziehender, deren Löwenanteil Frauen stellen.
    4. Die Tatsache, dass es jetzt sowieso schon zehntausende Männer gibt (und einige Frauen), die sich das Recht auf den Opt out einfach nehmen, aus dem Leben ihrer Kinder verschwinden und keinen Unterhalt zahlen, ohne (de facto) juristisch belangt zu werden.
    5. Das Abschieben der Verantwortung für Verhütung auf Gebärmutterinhaber. Die ist aus der Tatsache erwachsen, dass es Punkt 1, 2, 3 und 4 gibt. Für Frauen war und ist Verhütung traditionell ein relevanteres Thema, weil sich für sie durch eine Schwangerschaft mehr Nachteile ergeben. Wenn aber ein Sameninhaber das Recht für sich in Anspruch nimmt, über einen Opt-Out nachzudenken, hat diese Person dann nicht im ersten Schritt die Pflicht, seinen Samen unter Kontrolle zu halten? Warum liegt die Hauptverantwortung für Verhütung prinzipiell beim Besitzer einer funktionierenden Gebärmutter? Müsste sie in diesem Szenario – das auf der Annahme basiert, Kinder-Großziehen müsse komplett freiwillig geschehen – nicht bei der Person liegen, die/der die größere Abneigung gegen Kinder hat?

    Solange diese Punkte nicht geklärt sind oder zumindest im gleichen Satz ausgesprochen werden wie die Forderung nach dem Opt out, evoziert die Forderung nach einem „männlichen Äquivalent zur Abtreibung“ bei mir das Bild von Paul Elam. *shudder*

    Im übrigen wirft mein übermüdetes Hirn die ganze Zeit verschiedene Entscheidungsszenarien aus:

    1. Wird über die Länge des Zeitfensters im Einzelfall entschieden, je nachdem, wann die Frau die Schwangerschaft feststellt – quasi aus Fairness? (Beispiel: bemerkt die Frau die Schwangerschaft erst drei Wochen vor dem letztmöglichen Abtreibungstermin und entscheidet sich dagegen, hat der dazugehörige Mann ab dem Tag der Mitteilung „Übrigens – ich bin schwanger“ unabhängig vom Mitteilungszeitpunkt ebenfalls drei Wochen Zeit, sich zu überlegen, ob er mitmacht ist oder nicht)
    2. Oder darf der Mann auch einer Mutter mit einem drei Monate alten Baby sagen, dass er opt-outet? Wäre das das Äquivalent zur postnatalen Abtreibung? Wenn das Argument ist, dass die Beziehung zu einem Kind freiwillig ist, dann müsste man diese Beziehung auch nach längerer Zeit wieder aufkündigen dürfen, wenn man merkt, dass diese Art von Beziehung nichts für einen ist.
    2.1 Gilt der gleiche Deal dann auch für Frauen? – #regrettingmotherhood
    3. Muss der Vater, der sich für ein Opt-Out entscheidet, drei Tage vor der Tätigung der Unterschrift beim Notar ein langes, demütigendes und belehrendes Aufklärungsgespräch über sich ergehen lassen?

  33. @Snafu – Selbstverständlich müssen alle diese Punkte vorher geklärt werden. Mein Vorschlag war nicht: Alles bleibt so wie jetzt nur Väter kriegen eine Opt-Out. Meine Ansatz ist eher: Ich fände es gut, wenn Väter ein Opt-Out hätten (vor allem, damit Mütter nicht mit Männern Scherereien haben, die gar kein Interesse an ihnen oder dem Kind haben), und was für Maßnahmen bzw. gesellschaftliche Veränderungen brauchen wir, um das umzusetzen?

    (Wobei manche deiner Frage BS sind. Natürlich gibt es die Möglichkeit des Opt-Out nicht postnatal usw. Und über die Frage nachdenken muss der Mann von dem Moment an, wo er ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer Frau hat, damit geht er nämlich bewusst die Möglichkeit ein, ein Kind zu zeugen. Die Frist des Nachdenkens beginnt nicht erst, wo ihm eine Schwangerschaft mitgeteilt wird.)

  34. Mich stört die Argumentation dieses Textes auch, ich empfinde sie als sehr theoretisch und, hm, geradezu weltfremd, wenn gleich ich es nicht ganz so präzise begründen kann. Ich versuche es mal.
    Wie schon andere hier geschrieben haben, ist es für eine Frau etwas völlig anderes, sich gegen eine Schwangerschaft zu entscheiden, als für einen Mann – egal, in welchem Stadium, ob vor dem Sex, kurz nach einer Verhütungspanne oder bei bestehender Frühschwangerschaft. In jedem Fall sind die Opt-out-Kosten (gesundheitlich, finanziell, psychisch) für sie fast unendlich viel höher als für einen Mann in der Situation, doch nicht Vater werden zu wollen. Sie bezahlt mit ihrem Körper und ihrer Lebenszeit (Kurz- und Langzeitfolgen von Pille / Pille danach / von Abtreibung ganz zu schweigen etc. pp.), betreibt einen riesigen Aufwand (der uns selbstverständlich erscheint), muss sich mit Ärzten und irgendwelchen Leuten ausandersetzen, die ihr subjektives Gefühl von Autonomie und Freiheit einschränken, steht Ängste aus – ich sehe in keiner Weise, dass Männer auch nur einen Funken dieses selbstverständlich allein geschulterten Dauerproblems mittragen.
    Klar wäre es schön, wenn dieses ganze Schwangerschafts-Drama in unserer Gesellschaft weniger angst- und zwangsbesetzt wäre. Aber auch in einer freieren Gesellschaft bliebe ja immer noch die überwältigende und oft bedrohliche Erfahrung für die Frau, plötzlich die Selbstbestimmung über ihren Körper zu verlieren, einfach weil da ein anderes Wesen drin ist, das seine Rechte einfordert. Und dieser physische Freiheitsverlust wird durch ein »Opt-Out« gar nicht erfasst, finde ich. Daher finde ich ihn auch nicht angemessen als Ausgleich für den Mann. Denn er ist sowieso so unendlich viel freier. Eine Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft hat meiner Erfahrung nach sehr wenig mit Wahlfreiheit zu tun, sondern ist mitunter (psychisch und / oder physisch) schmerzhaft und kostenintensiv. Diese ungleiche Schmerzverteilung müsste ja dann auch irgendwo abgebildet sein, nur gibt es für Schmerzen ja erst recht kein Opt Out. Darum finde ich, dass bei der hier dargelegten Überlegung das Entscheidende ausgeblendet wird, nämlich der emotioanle und körperliche Aspekt.

  35. @rivka – diese u.U. dramatischen Folgen einer Schwangerschaft lassen sich aber auch mit dem derzeitigen System nicht ausgleichen. Ich finde, es bringt nicht viel, zu diskutieren, wer bei der biologischen Optionsverteilung in Punkto Schwangerschaft das bessere Los gezogen hat: der Mann, weil er das Problem nicht hat, weil er gar nicht schwanger werden kann, oder die Frau, weil sie die Möglichkeit hat, schwanger zu werden, die dem Mann fehlt. Im Umgang mit diesen Dingen geht es imho nicht um „Ausgleich“, den kann es nicht geben, sondern um die Frage, welcher Umgang mit dieser Situation der Ungleichheit der beste ist. Wie gesagt, die Lösung: „Wir binden jeweils eine Frau mit einem Mann zusammen“ überzeugt mich nicht. Auch sie bietet keine Lösung für die ganzen von dir zurecht angesprochenen Themen und Problemstellungen.

  36. Antje, bei der wirtschaftlichen Frage sind wir schon weiter. Der Unterhalt ist gesetzlich geregelt, die Gerichte orientieren sich an der Düsseldorfer Tabelle, es gibt den Unterhaltsvorschuss etc, wenn man das alles noch entbürokratisieren würde 😀
    Was das „Familien-Opt-Out“ angeht brauchen wir noch Regeln und vor allem einen gesellschaftlichen Konsens.
    Fälle, in denen die Väter sich um ihre leiblichen Kinder nur dann scheren, wenn sie z.B. eine neue Partnerin haben und der zeigen wollen, dass sie ja tolle Väter sind und die Schuld an der Trennung bei der Mutter lag, sind weiß Gott nicht selten. Genauso häufig sind da Mütter, die verzweifelt der Vorstellung nachhängen, dass das Kind einen Vater braucht, der Kontakt mit demselben aber vom Vater ungewollt, unangenehm oder gar kontraproduktiv ist.
    Da fehlt in der Tat eine Übereinkunft, dass Elternteile, die zwar ein Kind haben, aber den Opt-Out gewählt haben, für einen erneuten Opt-In zumindest eine deutliche Hürde überwinden müssen.

  37. Ich bin der Meinung, dass eine solche Regelung die bestehenden Ungerechtigkeiten nicht nur verstärken, sondern auch neue hinzufügen würde. Nicht wenige Männer nehmen sich jetzt schon faktisch ein Opt-Out, sind weder sozial als Väter präsent noch leisten sie angemessene Unterhaltszahlungen. Die neue Regelung würde nur bedeuten, dass sich noch mehr Männer aus der Verantwortung stehlen und Verhütung dann wieder ausschließlich Frauensache sein würde – denn die Frau wäre letztlich diejenige, die, ob sie will oder nicht, mit einer Schwangerschaft und allen körperlichen und emotionalen Aspekten, die damit einhergehen, umgehen muss.

    Was hier aber noch gar nicht benannt wurde, ist das Recht des Kindes. Und das ist wichtig. Elternschaft betrifft nämlich auch erbrechtliche Aspekte. Ein Grund, warum Väter sich momentan nicht komplett aus der Verantwortung stehlen können, ist, dass alle Kinder erbrechtlich gleichgestellt sind. Ein Riesenfortschritt zu früher, als nur in einer Ehe geborene Kinder den Vater beerben konnten und die unehelichen leer ausgingen. Bei der Opt-Out-Regelung gäbe es wieder ein Zwei-Klassen-Erbrecht: einmal die erbberechtigen Wunschkinder von der Traumfrau, wenn Mann im Alter von 50 dazu bereit ist (ich bin an dieser Stelle mal bewusst polemisch und den vielen anständigen Männern gegenüber ungerecht), und dann die anderen, nicht erbberechtigten Kinder aus der Sturm- und Drangzeit, als Kinder noch keine Option für ihn waren. Das ist zutiefst ungerecht und kann niemand wirklich wollen.

  38. @Elke R – die Frau ist sowieso diejenige, die mit der Schwangerschaft zurecht kommen muss, das kann ihr mit keiner gesetzlichen Regelung jemand abnehmen, weil das nun mal biologisch so ist. Die Ungerechtigkeiten, die du ansprichst, müssen meiner Meinung nach gesellschaftlich gelöst werden. Es ist ja auch jetzt ungerecht, dass manche Kinder reiche Eltern haben und andere arme.

  39. Eigentlich geht es bei der Frage doch nur um das Geld.

    Ein werdender Vater kann sich nämlich auch schon heute gegen alles andere entscheiden: Gegen die Beziehung zur Frau. Gegen die Beziehung zum Kind. Er kann verschwinden oder sich einfach nicht melde. Niemand kann ihn zu irgendwas zwingen – außer (im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten) die finanzielle Verantwortung (mit) zu übernehmen.

    Ein solches Opt-Out hat daher nur eine Auswirkung, nämlich dass der Mann – wenn er nicht will – nicht zahlen muss.

    Und ehrlich gesagt: Ich sehe da kein berechtigtes Interesse. Warum soll der Mann das können dürfen? Selbst wenn das Kind – so wie ich Deinen Vorschlag verstehe – das Geld dann vom Staat bekommt: Warum soll die Allgemeinheit dafür aufkommen, dass der Mann sich den Unterhalt spart? Unterm Strich finanziert die Allgemeinheit ja nicht das Kind, sondern den Mann, der ja letztlich das Geld für sich behalten kann. Ich halte das weder für gerecht noch für erstrebenswert.

    Wie hoch sollte überhaupt die Unterstützung durch den Staat sein? Soll sie sich am Verdienst des „Opt-Out“-Vaters richten? Das kann natürlich nicht sein und wäre mehr als ungerecht. Andererseits: Wenn die Kinder dann vom Staat nur einen „Mininmalbetrag“ erhalten, stehen sie durch das Opt-Out doch schlechter da. Also alles zum Nachteil des Kindes? Das kann ja auch nicht sein.

    Um ein bisschen polemisch zu werden: Warum soll der werdende Vater die Pflichten für sein Kind leichter loswerden können, als er ein bei Amazon bestelltes Paket zurückschicken kann? Individuelle Freiheit in Ehren, aber es gibt eben auch individuelle Verantwortung. Das „Aus-der-Verantwortung-Stehlen“ sollte durch ein solches Verfahren nicht noch gesellschaftlich geadelt werden.

  40. @Kristian – Ich habe ja gar nichts dagegen, dass man die Väter finanziell irgendwie zur Kasse bittet, wenn sie Opt-Out wählen, aber ich bin dagegen, dass das die einzelne Frau tut. Wobei das gesellschaftlich diskutiert werden müsste – warum soll nicht die Gesellschaft als Ganze für Kinder aufkommen? Mir fällt ohnehin auf, dass in vielen Kommentaren hier der „Schadensfall: Kind gezeugt“ sehr negativ dargestellt wird, so als hätten die beiden Zeugenden irgend einen Mist gebaut und jetzt ist die Frage, wer das bezahlt. Statt zu sagen: Super, hier ist ein neues Kind, sehen wir zu, was wir tun können, damit es möglichst gut aufwächst und wie wir die Mutter oder die Eltern gut dabei unterstützen können.

    Gerade hat mir per Mail eine Frau von einem „Fall“ erzählt, wo ihr Mann vor 16 Jahren per Unfall ein außereheliches Kind gezeugt hat, für das er nun seit 16 Jahren Unterhalt bezahlt, ansonsten gibt es aber keine Beziehung zwischen den beiden, weil weder er noch die Mutter des Kindes das will. Beide Familien haben noch weitere Kinder. Das ist ein großer Kuddelmuddel und auch den beteiligten Kindern ja nicht wirklich gut vermittelbar.

  41. @Antje – Wenn man auch die „Opt-Out-Väter“ finanziell zur Kasse bitten würde, dann sehe ich keinen relevanten Unterschied zum Status Quo. Man würde dem (ich nenne es mal) „faktischen Opt-Out“, was es jetzt schon gibt, zwar eine Art rechtlichen Rahmen geben, aber Unterschiede würde es nicht groß geben.

    Was wäre zB in dem von Dir konkret geschilderten Fall mit einem Opt-Out gewonnen? Der Mann hätte – mit Opt Out – trotzdem 16 Jahre gezahlt und keine Beziehung zum Kind. Das „Kuddelmuddel“ liegt doch eher in der komplizierten Beziehung aller Beteiligten zueinander. Das emotionale Durcheinander und die damit verbundenen Probleme der Ehefrau, des Kindes, der Mutter und des Vaters verschwinden doch nicht per Verwaltungsakt?

    Ob man die Kosten für Kinder allgemein mehr sozialisiert, ist eine davon unabhängige Frage.

  42. @Kristian – Meiner Ansicht nach wären 18 Jahre Unterhaltszahlungen auf jeden Fall zu viel. Das Anliegen vieler Kommentierenden hier scheint mir ja zu sein, dass sie verhindern wollen, dass Männer überall ohne zu verhüten herumvögeln, ohne sich um die Folgen zu scheren. Sie sollen auch irgendeinen Anreiz haben, zu verhüten bzw. darauf zu achten, dass keine ungewollten Schwangerschaften entstehen. Aber vielleicht ließe sich das mit einer einmaligen Strafzahlung für Opt-Out-Väter regeln, sagen wir 5000 Euro oder zwei Monatsgehälter, die alle Männer zahlen müssen, die ein Kind zeugen und sich dann für ein Opt-Out entscheiden. Das Geld müsste dann meiner Meinung nach aber in einen allgemeinen „Kinderfinanzierungsfond“ gehen, d.h. nicht an das spezielle Kind, das sie gezeugt haben. Dessen Finanzierung wird von der Allgemeinheit unabhängig davon übernommen. Diese Strafe müsste auch bezahlt werden, wenn die Schwangere sich für eine Abtreibung entscheidet. Hingegen müsste die Strafe nicht bezahlt werden, wenn die Schwangere das Kind haben will, aber eine Elternschaft des Samenspenders ablehnt, weil sie das Kind allein oder mit anderen Personen erziehen möchte. Denn dann wäre sie ja mit dem ungeschützten Geschlechtsverkehr einverstanden gewesen.

  43. @Antje: Dann hätte eine Frau bei ungewollter Schwangerschaft nicht nur eine Abtreibung durchzumachen, sondern auch noch eine Strafe von ca. 5000 Euro zu zahlen? Sie soll fürs Schwangerwerden bestraft werden? Ich kann an dieser Stelle die Argumentation nicht mehr nachvollziehen.

  44. @Volker König: Es gibt einen Unterschied zwischen Recht haben und Recht bekommen, eine Differenz zwischen wohlmeinenden Vorstellungen und der Realität, zwischen der Düsseldorfer Tabelle und dem, was auf den Konten der Mütter tatsächlich ankommt. Anwälte und Gerichte können schon mal locker zwei bis drei Jahre brauchen, um einen Unterhaltstitel zu erwirken, eine Pfändung läuft auch nicht reibungslos und kann Monate brauchen.Das Jugendamt zahlt Unterhaltsvorschuss max. 72 Monate und nur bis zum 12. LJ. Was machen Mütter in der Zwischenzeit? Ausgleichen, jeden Cent herumdrehen und hoffen, dass der Vermieter kulant bleibt. Die Ansicht, dass Gesetze den Kindesunterhalt gut regeln, halte ich für realitätsblind. Die Schlange der Frauen, die das leidvoll bestätigen können, ist meines Erachtens lang. Mütter dürfen nicht der Willkür Einzelner ausgesetzt sein. Ich finde das pervers und entwürdigend: Denn – um mal ins Detail zu gehen: Ein Vater kann monatelang keinen Unterhalt zahlen, jedoch weiterhin auf seine „Fürsorgerechte“ und „Umgangsrechte“ pochen, d.h. Mütter haben zusätzlich zu der wirtschaftlichen Misere und dem Druck, dem Vater der Kinder ständig mit dem Anwalt hinterherzurennen, auch noch den Konflikt: Wie sag ich’s meinem Kinde? Wohin mit dem Groll, ohne die ja so wertvolle Beziehung der Kinder zum Vater zu beschädigen? Lieber wedeln sich alle mit den Paragraphen Luft zu, als sich diese Realitäten anzusehen. Und leider haben Alleinerziehende viel zu wenig Zeit, um eine Lobby zu bilden. Im Grundgesetz steht, dass Mütter ein Recht auf Schutz durch die Gesellschaft haben. Dieses Recht wird permanent verletzt.

  45. @Elke- es geht hier nur um das Opt out von Männern, die ein Kind gezeugt haben, ohne Eltern sein zu wollen. Von Schwangeren war nie die Rede, sie müssen ja ohnehin die Folgen einer ungewollten Schwangerschaft ausbaden.

  46. @Antje: Zum Erbrecht: Dies würde einen kompletten Umbau der Gesellschaft bedeuten, der weit über eine Änderung von Vater-/Mutterschafts-Modalitäten hinausgeht. Sowohl Firmen als auch das Häuschen im Grünen müssten nach dem Tod des Eigentümers vergesellschaftet werden. Aber wer will das, in dieser Konsequenz? Und solange dies nicht der Fall ist, wäre der von Dir vorgeschlagene Opt-Out ungerecht und würde die vom Vater nicht-angenommenen Kinder massiv benachteiligen.

  47. Wenn sowieso erst alle von @Snafu und anderen hier genannten Voraussetzungen erfüllt sein müssten, um ein Opt-out für Männer relevant werden zu lassen, dann müsste das in der Argumentation doch auch mit auftauchen, oder? So wirkt es jetzt wie blanker Hohn, finde ich.
    Denn anders als @Kristian schreibt, geht es nicht nur um Geld, sondern vor allem um die Verletzung, die eine ungewollte Schwangerschaft, egal ob ausgetragen oder abgewählt, für die Frau mit sich bringt – und die sie ganz alleine erleidet. Das sollte die Gesellschaft mittragen, aber in welcher Utopie sollte das geschehen?
    Da haben zwei Sex, und danach negiert einer diese Begegnung und sagt: nee, nicht so wichtig. Die Frau kann das nicht, selbst wenn sie wollte. Auch der unbedeutendste Sex kann etwas gewichtiges mit ihr machen. Alle möglichen anderen Szenarien gibt es natürlich auch.
    Bevor man über ein Opt out für Väter redet, sollte das Risiko der Frau in dieser Situation irgendwie anerkannt und in eine Form gebracht werden, sonst wird die Überlegung von Grund auf schief, finde ich.

  48. @Elke R
    ja, diese Aspekte sind mir auch in den Sinn gekommen. Für mich klingen diese Überlegungen wie eine Rolle rückwärts, indem sie auf einer gesellschaftlichen Utopie fußen, die wohl nie eintreten wird.
    @Antje
    Warum soll der Mann keine Strafe zahlen, wenn die Frau sich für die Aufzucht des Kindes mit jmd anderem entscheidet? Weil sie es geschafft hat, sich ein soziales Umfeld zu suchen, in dem sie ein Kind großziehen kann und sie sich vielleicht keine Abtreibung vorstellen kann, soll der sich aus der Verantwortung ziehende Mann keine Strafe zahlen, weil sie ja mit dem ungeschützten Sex einverstanden gewesen ist? Ja, er doch auch. Und? Ich verstehe das nicht. Das öffnet doch der Argumentation Tür und Tor: Sie hat es ja so gewollt! Kopfschüttel.

  49. Interessant, dass du (Antje) von unverhütetem Geschlechtsverkehr ausgehen. Für mich sind die „aus-Versehen-Kindern“ in Gedanken immer Verhütungspannen. Wenn jemand tatsächlich wissentlich ungeschützen Verkehr hat, dann werte ich das tatsächlich als ein „Ok“ zur Elternschaft. Dass die Schwangeren da dann noch rauskommen, ist für mich in der Bestimmung über den eigenen Körper begründet, nicht an einer Out Option aus der Elternschaft.

    Ich stimme dir insofern zu, als dass ich es auch nicht in Ordnung finde, dass im Moment die Mutter den Unterhalt vom Samenspender praktisch einklagen muss. Das sollte nicht ihre Aufgabe sein.
    Aber 5000€ oder zwei Monatsgehälter ist viel weniger als jahrelanger Unterhalt. Ich fände es nicht fair, wenn -plakativ gesagt- die Allgemeinheit die Kinder von irgendwelchen reichen Schnöseln unterstützen muss, weil diese den Opt-Out gewählt haben.

    Als eventuellen Kompromiss könnte ich mir vorstellen, dass die Männer trotz Opt-Out den Unterhalt zahlen müssen, aber dieser dann komplett in den von dir vorgeschlagenen Fonds geht, aus dem dann Kinder und Menschen mit Kindern insgesamt unterstützt werden.

  50. @Rivka -ich verstehe nicht, inwiefern die von dir beschriebene Situation, in der eine Schwangere sich befindet, in der jetzigen Situation irgendwie besser ist. Mein Argument ist, dass die jetzt angeblich vorhandene Pseudo Verantwortlichkeit der betreffenden Männer uns davon abhält, uns wirklich nachhaltige und bessere Lösungen zu überlegen. Weil wenn etwas schief läuft, sagen wir immer: der Mann ist schuld, während wir eigentlich sagen müssen: wir als Gesellschaft haben insgesamt versagt. Ein strukturelles Problem, nämlich dass wir keine kinder- und mütterreundliche Gesellschaft sind, wird zu einem individuellen Problem einzelner Männer verschleiert.

  51. @rivka – kannst du die Möglichkeit denn gar nicht in Betracht ziehen, dass eine Frau vielleicht wirklich ein Kind haben will, ohne dass daran die Beziehung zu einem Mann geknüpft ist? Wenn der Mann irgend eine Verantwortung für das Kind hat, und sei sie auch nur finanziell, dann ist die Frau gezwungen, mit diesem Mann in einer Verbindung zu bleiben.

  52. Ich sehe da folgendes grundsätzliches Problem: wenn eine Frau abtreibt, dann ist da kein Kind und sie ist keine Mutter. Wenn ein Mann auf diese Art und Weise konstruiert seine Vaterschaft ablehnt, dann existiert da trotzdem ein Kind – und er ist definitiv dessen Vater. Und dieses _Kind_ hat einfach gewisse Rechte und berechtigte Interessen an seinen Erzeuger, sei es materieller oder moralischer Art – einfach weil es da ist. Da hinein spielt auch das bereits erwähnte Erbrecht. Für das Kind macht es überhaupt keinen Unterschied, ob seine Eltern es versehentlich oder bewusst gezeugt haben, es hat nur diesen einen biologischen Vater. Ich empfinde es als zutiefst ungerecht, wenn es im Erbrecht benachteiligt wird, zu einem Kind zweiter Klasse degradiert (wie früher die unehelichen Kinder). Wohlmöglich nicht mal den Kontakt suchen darf.
    Den meisten Männern, die eine solche Option fordern, scheint es um den Unterhalt zu gehen, den sie für ein unerwünschtes Kind und vor allem seine Mutter nicht zahlen wollen (was ich teilweise verstehen kann). Statt dessen müsste dann ja aber der Staat einspringen (also wir alle), denn die allein erziehende Mutter wird es i.d.R. nicht leisten können. Um dies gerecht zu gestalten, müsste der Staat aber generell für alle Kinder die Versorgung übernehmen. Und auch sicherstellen, dass eine Frau und Mutter weniger Probleme hat, ihr Einkommen selber zu erarbeiten (Kinderbetreuung, Akzeptanz der Arbeitgeber, …). Dann wäre auch nicht zu befürchten, dass Männer oder Paare diese Option wählen, um sich (mehr) staatliche Versorgung zu sichern.

  53. Bei einem Opt-Out für Frauen gibts kein Kind und keine Mutter.
    Bei einem Opt-Out für Männer hingegen schon.
    Die Kosten für seine Fortpflanzung legt er bequem auf Mutter und Gesellschaft um. Wozu sollten Männer dann eigentlich noch verhüten? Juchei, fuck & run, ein patriarchales Schlaraffenland!

  54. @Antje
    Ja, da stimme ich absolut zu, diese Situationen würden mit der Auflösung der Mann-Frau-Kind-Zuordnung mehr Freiheit zulassen. Aber dann würde ich vielleicht den Schwerpunkt anders betonen, also etwa: Gesellschaft statt Frau klagt Verantwortung des Mannes ein.
    Ich sehe es einfach nicht so, dass das Pendant zum Schwangerwerdenkönnen (oder sich dagegen entscheiden) das männliche Opt out ist. die momentane Realität wird von @silke Kirch sehr gut beschrieben, und irgendwie kann ich nur vor dieser Realität das Problem angucken.
    Das Pendant zur weiblichen Realität, überhaupt keinen Sex ohne das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft haben zu können (denn keine Verhütung ist 100 pro sicher), wäre die Regel, jedem Mann, der Sex ohne Zeugung will, von vornherein einen Gesellschaftsbeitrag aufzuerlegen. Undurchführbar.
    Oder alle Männer zahlen grundsätzlich eine lebenslange Nicjtschwangerwerdenkönnensteuer als Ausgleich für die Arbeitsleistung der Frauen, neue Kinder zu „machen“ bzw. dafür Verantwortung zu tragen, keine Kinder im falschen Moment zu bekommen? Und von dieser Steuer werden die Kinder dann großgezogen, von der Mutter oder Sonstwem? Das würde das den Frauen, Kindern und Männern (dann natürlich mit Opt out) mehr Freiheit und gleichzeitig Sicherheit geben. Wenn schon Utopie 🙂

  55. Ich habe den Eindruck, dass die hier genannten Vorschläge, die Probleme von Müttern und Vätern von der falschen Seite angehen. Wie schon von vielen Kommentatoren erwähnt, wird die Beziehung zu Kind und Mutter schon jetzt von vielen Vätern faktisch abgelehnt. Die geforderte Option besteht also bereits.
    Alle Probleme, die sich daraus ergeben, müssen also irgendwie beachtet und gelöst werden. Die Mutter benötigt Unterstützung finanzieller und sozialer Art. Da sind sich glaube ich alle einig. Diese Unterstützung erhält sie aber nicht automatisch, indem man den Vätern nun auch noch ganz offiziell die Möglichkeit lässt, die Verantwortung abzulehnen. Die Unterstützung erhält die Mutter vielmehr dadurch, dass Unterhaltsvorschüsse oder Unterhaltszahlungen durch die Allgemeinheit, also den Staat, unbürokratischer und gerechter durchgeführt werden.
    Beispiel: Der Vater verdrückt sich, obwohl die Mutter das anders gewollt hätte. Sie nennt beim Jugendamt den Namen und erhält dann ohne weiteres Wenn und Aber Unterhaltszahlungen in angemessener Höhe. Das Jugendamt kontaktiert unabhängig davon den Vater und bemüht sich selbst um die sogenannte Vaterschaftsfeststellungsklage, gegen die der Mann sich natürlich wehren kann, wenn er meint, nicht der Vater zu sein. Ist der Mann tatsächlich der Vater, bemüht sich fortan das Jugendamt darum, das Geld, das der Mutter zusteht, von ihm zurückzuerhalten. Ist der Mann nicht der Erzeuger, bemüht sich das Jugendamt, mehr Informationen von der Mutter oder anderen Personen in ihrem Umkreis zu erhalten, um dann wieder selbst einen anderen Mann als Erzeuger zu identifizieren. So kann die finanzielle Verpflichtung erfüllt werden, ohne dass Vater und Mutter gezwungen sind, in Beziehung zueinander zu bleiben.
    Ob Mütter bei reichen Erzeugern mehr Geld bekommen, oder ob Mehrzahlungen in einen Fonds eingezahlt werden, ist eine Detailfrage. Da kann man später drüber diskutieren. Wird kein Erzeuger gefunden, bleiben halt die Zahlungen bestehen, die vom ersten Tag an gezahlt wurden. Ob das jetzt bis um 12. oder bis zum 18. Lebensjahr der Fall sein muss, ist wieder eine Detailfrage.

    Weiter gab es ja ja die Forderung nach einer Möglichkeit, dass Mütter sich von einer Beziehung zum Erzeuger frei“opten“. Auch diese Möglichkeit gibt es bereits heute. Keine Frau ist gezwungen, dem Erzeuger zu verraten, dass er tatsächlich der Vater ist. Sie kann sich die tollsten Märchen überlegen, um die Vaterschaft zu verleugnen. Sie kann den Kontakt einfach unterbinden. Väter haben kaum eine rechtliche Chance gegen diese Entscheidung. Dem Kind gegenüber halte ich diese Entscheidung jedoch für unverantwortlich (Es sei denn es liegen konkrete Gründe wie Gewalt o.ä. vor) Dieser Kindesentziehung auch noch einen rechtlichen Rahmen zu bieten halte ich daher schlicht für falsch.

    Fazit: Ja, es sollte mehr Möglichkeiten für ein „Opt-In“ nichtleiblicher Elternteile geben. Ja, alleinerziehende, deren „alterelter“ sich aus der Verantwortung zieht, verdienen bessere Unterstützung durch die Gesellschaft. Doch ein „Opt-out“ kann niemals im Sinne des Kindes sein.

  56. Ich verstehe nicht, welches Problem ein »Opt Out«-Recht lösen soll: Männer können sich ja schon jetzt praktisch Ihrer Verantwortung entziehen indem sie sich nicht an der Erziehung beteiligen und eventuell auch keinen Unterhalt zahlen. Dafür brauchen sie kein verbrieftes Recht. Bei Antjes Argumentation kommt das Recht des Kindes zu kurz: das hat meiner Meinung nach ein Recht darauf, beide Elternteile in die Pflicht zu nehmen. Dass die Rollen bei der Schwangerschaft nicht symmetrisch aufgeteilt sind, ist klar, aber ich finde, dass sich daraus kein »Opt Out«-Recht ableitet. Wenn zwei Erwachsene miteinander schlafen, müssen sie mit der Möglichkeit einer unbeabsichtigten Schwangerschaft leben. Die einzigen zwei Ausnahmen, die mir einfallen und ich für legitim halte, sind echte Samenspenden, damit z. B. lesbische Paare ein Kind aufziehen können, sowie eine einvernehmliche Vereinbarung zwischen den biologischen Eltern. (Ich finde, dass die Situation bei Leihmüttern da symmetrisch sein sollte.) Ein einseitiges »Opt Out«-Recht für Männer zementiert auch das überkommene Rollenbild von Mann und Frau und benachteiligt Frauen, die keine Abtreibung möchten (z. B. weil sie das ethisch nicht vertreten können).

    Ich finde einen »Opt In«-Ansatz hier sehr viel sinnvoller — auch um im Interesse der Kinder Unterschiede zwischen den Rechten von Männern und Frauen abzubauen: die Basis für viele Aspekte des Sorgerechts in Deutschland ist immer noch das traditionelle Rollenverständnis, dass die Mutter standardmäßig das Sorgerecht für die Kinder bekommt. Ein »Opt In«-Recht gibt Vätern die Möglichkeit gegebenenfalls nachträglich am Leben des Kindes teilzuhaben, z. B. weil sie eventuell nicht wussten, dass sie ein Kind haben, oder weil sie vorher schlechte Väter waren. Das würde es auch normaler machen, dass mehr Väter die primäre Fürsorge übernehmen — beispielsweise weil Du Kindesmutter das nicht kann.

    @Silke Kirch
    “Ein Vater kann monatelang keinen Unterhalt zahlen, jedoch weiterhin auf seine „Fürsorgerechte“ und „Umgangsrechte“ pochen, d.h. Mütter haben zusätzlich zu der wirtschaftlichen Misere und dem Druck, dem Vater der Kinder ständig mit dem Anwalt hinterherzurennen, auch noch den Konflikt: Wie sag ich’s meinem Kinde?”
    Diese Situation gibt es auch umgekehrt, wo Väter Unterhalt bezahlen, ihnen aber der Zugang zu ihren Kindern verwehrt wird (und die Väter ihr Umgangsrecht nicht polizeilich durchsetzen möchten). Aber egal welches Elternteil querschießt, die Leidtragenden sind auf alle Fälle immer die Kinder.

    Ich finde, dass die Lösung nicht ist, Kindern und dem anderen Elternteil (meist Väter) Rechte zu nehmen, sondern mehr Rechte zu geben und wir Wege finden sollten, bestehende Rechte besser und schneller umzusetzen. Z. B. finde ich, dass es möglich und normal sein sollte, dass die Kinder nicht notwendigerweise bei der Mutter bleiben, sondern dass Väter gleich gute Chancen haben, die Kinder zu bekommen, wenn sie das möchten. Zwar sind diese Probleme sehr kompliziert und schwierig, aber ich finde, dass wenn zwei Erwachsene Kinder bekommen, sie auch die Möglichkeit eines Fürsorgestreits in Kauf nehmen müssen.

    @Antje
    “kannst du die Möglichkeit denn gar nicht in Betracht ziehen, dass eine Frau vielleicht wirklich ein Kind haben will, ohne dass daran die Beziehung zu einem Mann geknüpft ist?”
    Ich finde, dass es dafür die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung bzw. einer Samenspende geben sollte. Das heißt die Rechte werden vor der Schwangerschaft zwischen allen Parteien (z. B. der Partnerin der Mutter falls ein lesbisches Paar ein Kind haben möchte) abgeklärt. Falls das Kind aber auf natürlichem Wege ohne vorherige Vereinbarung gezeugt wird, finde ich, dass die Mutter kein Recht haben sollte, den Vater vom Kind fernzuhalten.

  57. Ich finde zwei Aspekte hier besonders spannend: die Frage des Erbrechtes und die Frage nach dem Recht des Kindes auf Kenntnis seines biologischen Vaters und möglicherweise auch auf „Umgang“ mit ihm.

    Die Erbrechtsfrage macht, finde ich, nur besonders deutlich, was für ein Quark das Erben eigentlich ist. Ein von seinem biologischen Vater in jeder Form getrenntes Kind hat ohne Zweifel keinerlei Anteil am Entstehen oder Bestehen von dessen Vermögen. Dass es aber doch was davon abkriegen soll, lässt sich doch nur mit Biologismus, aber nicht mit Gerechtigkeit erklären. Und wenn die Kinderfrage dazu führt, dass das Erbrecht mal anständig ausgemistet wird, ist das ja nur gut.

    Ganz anders ist es offenbar mit dem Anspruch auf Kenntnis. Da habe ich anzuerkennen, dass das wirklich ein existenzielles Problem für zahlreiche Kinder ist, ob mir das passt oder nicht. Und, gerade weil ich z. B. anonyme Samenspenden eigentlich richtig finde, weiß ich dafür auch keine Lösung. Ist es das soziale Stigma, ein Elternteil nicht zu kennen, das der Anlass für diese Sehnsucht ist?

  58. Meine Sichtweise auf die Erbrechtsfragen von Herrn Brunner: Erbe ist vor allem immer ein männliches Thema gewesen. Mit dem Vererben kann ein Mann sein eigenes Werk gewissermaßen im Sohn fortsetzen oder fortgesetzt sehen. Deshalb die männliche Erbfolge. Sie ist nicht unsinnig sondern folgt dem menschlichen Bedürfnis, etwas weiterzutragen über die eigene Existenz hinaus. Wir Frauen bringen unsere Nachkommen in die Welt und geben damit etwas weiter. Männer können das nicht, deshalb machen sie das auf dem materiellen Weg (um die Söhne geht es dabei allerdings nicht, sie dienen dem Vater zur Bedürfniserfüllung). Meine Frage ist dabei: Kann dieses oben besprochene Bedürfnis von Männern auch auf anderem Weg erfüllt werden? So wie es jetzt ist, werden die Söhne von Vätern benutzt, die Frauen werden benutzt, um Söhne zu gebären, die Töchter werden zweifach benutzt, (was sie leider meistens den Müttern anlasten statt den Vätern). Das ist jetzt etwas sehr vereinfacht dargestellt, aber im Grundprinzip ist das die Vererbung, wie sie in der Bibel schon beschrieben ist. Sicher hat sich in den Beziehungen zwischen jungen Frauen und jungen Männern da schon etwas gewandelt, aber für die Erfüllung dieses Bedürfnisses, etwas über die eigene Existenz hinaus weiterzutragen, ist von Männern noch keine andere Lösung gefunden. Immer noch geht es bei ihnen vorrangig darum Materielles zu schaffen und zu vermehren und dann muss es logischerweise vererbt werden. . Das Problem, die materiellen Werte werden in den großen Mengen auf den verhältnismäßig zu kleinen Flächen nicht gebraucht und die Hungrigen in der Welt damit zu sättigen, dazu sind die Herren noch nicht bereit. Für Frauen hingegen ist dies selbstverständlich, die Hungrigen zu sättigen, aber sie tun dies keineswegs freiwillig, denn es handelt sich um notwendige Arbeit. Diese wird leider gesellschaftlich abgewertet. Die aktuelle Situation zeigt, dass immer weniger Frauen dazu bereit sind, diese Sorgearbeit zu tun. Wird die Reproduktions- und Pflegearbeit auch deshalb abgewertet, weil sie notwendig ist, also ein zu geringes Maß an Freiheit intendiert und dadurch wenig Spielraum für Kreativität schenkt? Also das wäre mal ein interessanter Gedanke. Das würde auch bedeuten, den Freiheitsbegriff mal konsequent lebenserhaltend und kreativ zu denken. Letztlich will wahrscheinlich jeder Mensch leben, also wird es auch die Freiheit dazu geben, die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen, ohne dazu andere zu benutzen. Leben in Kreativität und in Bezogenheit auf alles was ist, könnte so was sein.

    Warum wollen Menschen wissen, wer der leibliche Vater ist? – oder die leibliche Mutter? Ich denke, das hat weniger mit der sozialen Kontrolle oder einem (eher weniger vorhandenen) Stigma zu tun sondern mit dem Bedürfnis nach eigener wahrhafter und nachvollziehbarer Identität.

  59. S.g. Frau Schrupp: Zu Ihrem Zitat „Mich überzeugt das nicht wirklich, denn dieses Argument ließe sich auch Frauen, die abtreiben, entgegen halten.“ Genau das wird Frauen ja von den Höchstgerichten entgegen gehalten. In beiden ominösen Urteilen zum Abtreibungsstreit (BVerfG 38 und 98) findet sich diese Argumentation, deshalb gibt es ja die Ausnahme der „kriminologischen Indikation“ von der grundsätzlichen Rechtswidrigkeit der Abtreibung. Beide Urteile spiegeln auch klar den durch und durch patriarchalen und im Kern reaktionären Charakter des Grundgesetz wieder. Interessant wenn auch etwas off topic finde ich auch diesen Artikel aus der „guten alten Zeit“: http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/13514886

  60. @peter: Zum Thema Erben: „Ein von seinem biologischen Vater in jeder Form getrenntes Kind hat ohne Zweifel keinerlei Anteil am Entstehen oder Bestehen von dessen Vermögen. Dass es aber doch was davon abkriegen soll, lässt sich doch nur mit Biologismus, aber nicht mit Gerechtigkeit erklären.“
    Das haben im Zweifel seine angenommenen Kinder auch nicht und das ist auch kein Kriterium fürs Erbrecht. Und ich möchte mal so ganz allgemein anmerken, dass Biologismus und Biologie – in diesem Fall genetische Abstammung – zwei paar Stiefel sind. Diese beiden Begriffe zu vermengen, ist nicht hilfreich.

    Generell möchte ich noch sagen, dass sich niemand Elternschaft theoretisch vorstellen kann, bevor er nicht ein Kind oder mehrere hat. Ein Mann kann aus Angst und Selbstzweifeln einen Opt-out machen und das bei der Geburt des Kindes oder ein paar Jahre später bitter bereuen. Ein anderer kann sich auf das Kind freuen und drei Monate nach der Geburt die Fliege machen. Usw. Diese ganze Debatte hier ist theoretisch und m.E. unrealistisch.

  61. @andreas: „Im Falle eines Konfliktes sollte das Kind dann einfach dem „zugesprochen“ werden, der die besseren Voraussetzungen für dessen Versorgung hat.“
    Das wird von Vaterverbänden immer gerne gefordert, mit dem Argument, dass das Kind dann zu demjenigen soll, der besser verdient, was dann häufig der Vater ist – ich hoffe, das hast Du jetzt nicht gemeint. In jedem Fall ist es mehr als problematisch in meinen Augen, Schwangerschaft und Geburt und die körperlichen und emotionalen Folgen bei dieser Frage auszuklammern.
    Zumindest würde eine solche Regelung die Geburtenrate noch weiter nach unten treiben, wenn Frauen befürchten müssten, dass sie bei einem „Opt-In“ des Vaters mehr oder minder in den Status der Leihmutter geraten können.

  62. Der Schwangeren, die ihre Schwangerschaft so spät bemerkt, dass sie nicht mehr abtreiben kann (wie genau die legalen Fristen hier sind, ließe sich ja verändern)

    Manche Frauen bemerken es erst im siebten Monat oder noch später. Das liefe also auf eine Legalisierung der Kindstötung hinaus, die manche Spätabtreibung (für die es schon jetzt legale Indikationen gibt) ja bereits ist. Es gibt auch Überlebende von Spätabtreibungen.

  63. Einen hab ich noch!

    Rivka schrieb: Das Pendant zur weiblichen Realität, überhaupt keinen Sex ohne das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft haben zu können (denn keine Verhütung ist 100 pro sicher)

    Da schicke ich Waltraud Schoppe in den Ring 😉

    Eine wirkliche Wende wäre es, wenn ein Bundeskanzler auf die Möglichkeit hinweisen würde, dass es lustvolle Möglichkeiten der Sexualität gibt, die eine Schwangerschaft ausschließen.

    Zitat von 1982 aus dem Hinterkopf gekramt, also so ungefähr.

  64. @Elke R.:

    Nein, das habe ich nicht gemeint – allerdings meine ich, dass nicht der eine mit seinen finanziellen Ressourcen dazu gezwungen werden sollte, der anderen durch unfreiwillige Zahlungen die besseren Voraussetzungen zu schaffen.

    Letztendlich arbeiten Menschen oft, um sich ein Privatleben zu finanzieren, und das wird ad absurdum geführt und läuft in meinen Augen auf moderne Sklaverei hinaus, wenn das so vereitelt wird.

    Und doch, ja – eine generelle Fähigkeit, sich und seine Kinder finanziell zu versorgen, gehört in meinen Augen schon zur Versorgung dazu; die muss ja nicht auf sonstwie hohem Niveau sein. Soziales Umfeld, Bildung, usw. usf. spielen in meinen Augen aber auch eine Rolle …

    Ansonsten fände ich ein weiteres Absinken der Geburtenrate nicht weiter schlimm, eigentlich.

    Und das Schwanger-Sein ist in meinen Augen Sache der Frauen bzw. der Männer, die die entsprechenden Frauen gerne beteiligen wollen und die auch Interesse daran haben.
    Es ist jedenfalls eine hochgradig individuelle Sache, nicht etwas, was man vergesellschaften kann.

    Die Schwangerschaft irgendeiner Frau interessiert mich, zugespitzt gesagt, nicht einen Deut.

  65. Solange wir noch im Patriarchat leben, wo es keine männliche Verhütungskultur gibt, bin ich gegen ein Opt-Out für Kindeszeuger. Unter einer männlichen Verhütungskultur verstehe ich, dass Männer nicht nur ganz selbstverständlich Kondome verwenden, sondern sich auch um die ideale Passform und Grösse ihrer Kondome kümmern. Sie müssten auch die richtige Benutzung der Kondome sicherstellen und diese immer mit haben. Ich verstehe ausserdem darunter, dass sich Männer, die keine Kinder (mehr) wollen, einer Vasektomie unterziehen. Sollten alle diese Massnahmen in unserer Gesellschaft einmal die Norm sein kann über ein Opt-Out im Fall einer Verhütungspanne diskutiert werden. Allerdings halte ich ein Opt-Out insofern für keine Lösung, da ein Mann die moralische Verantwortung für das Dasein eines von ihm gezeugten Kindes immer hat, auch wenn er dieses Kind nicht will es ignoriert.

    Zum Begriff der unfreiwilligen Vaterschaft: Meiner Meinung nach gibt es die nicht. Das Zeugen eines Kindes und das regelmässige Zahlen von Alimenten ist nämlich noch lange keine Vaterschaft. Vaterschaft bedeutet ein Kind zu lieben und aufzuziehen. Ob dieses Kind biologisch mit dem Vater verwandt ist spielt dabei keine Rolle.

    Die Idee des Crowdfunding für die Finanzierung der Kinderaufzucht finde ich sehr gut. Einerseits reicht das Einkommen der Eltern immer öfter nicht aus um alle Bedürfnisse der Kinder adäquat zu erfüllen. Ausserdem wollen in Zeiten der globalen Überbevölkerung viele Menschen das Kinderkriegen ganz bewusst nicht unterstützen, und das mit Recht.

    Zu dem Argument, dass in Europa angeblich zu wenig Kinder geboren werden: Das behaupten weisse Rassisten, die sich um die Vormachtstellung der „weissen Rasse“, was immer das sein soll, Sorgen machen. Ich finde das ekelhaft. Ökologisch gesehen ist Europa überbevölkert. Darüber hinaus werden innerhalb der nächsten 100 Jahre nicht nur viele Kriegs- und Armutsflüchtlinge bei und aufzunehmen sein. Es müssen auch die Ofer des Klimawandels mitgedacht werden, die aus den Gebieten weg müssen, die im Meer versinken oder komplett austrocknen werden. Diese Menschen haben ebenfalls das Recht zu uns zu kommen.

  66. @ Andreas: Es ist also moderne Sklaverei, wenn ein Elternteil Unterhalt für ein nicht bei ihm lebendes Kind bezahlen muss, damit der andere Elternteil Zeit hat, dieses Kind sozial zu versorgen?
    Wie nennt man das dann, wenn ein Elternteil vom anderen Elternteil mit der finanziellen Sorge allein gelassen wird, und sich neben der Erziehungsarbeit auch noch um die gesamte finanzielle Situation allein kümmern muss?
    Kann sich ein alleinerziehender Elter etwa ein besseres Privatleben leisten, wenn er den Unterhalt für das Kind innerhalb der Kindergartenzeiten verdienen muss?
    Ich schreibe ganz bewusst geschlechtsneutral, denn dem Vater ginge es wahrscheinlich finanziell nicht mehr besser als der Frau, sobald er als alleinerziehender seine Arbeitszeiten entsprechend reduzieren muss. Genau darum ist der Kindesunterhalt doch so wichtig. Einer allein schafft einfach nicht beides. Zumindest nicht so gut, wie das Kind es verdient hätte.

  67. Charybdis: Ökologisch gesehen ist Europa überbevölkert. Darüber hinaus werden innerhalb der nächsten 100 Jahre nicht nur viele Kriegs- und Armutsflüchtlinge bei und aufzunehmen sein.

    Das liegt auch daran, dass die Forderung an Männer, Verantwortung für Verhütung zu übernehmen, ein westliches Phänomen ist. Hinzu kommt das niedrige Heiratsalter, oder Verheiratungsalter der Mädchen in manchen Ländern.

  68. Liebe Frau Schrupp, nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich muss Ihnen mitteilen, dass Sie, solange Sie an der Lebensgemeinschaft „Paar mit Kind/ern“, und wenn auch nur als Option, festhalten, Sie mit Ihrem Vorschlag zwar manche Probleme lösen werden, aber leider auch viele neue schaffen, wie die Kritiker es oben bereits aufgezeigt haben. Sie reihen sich damit in die schier endlose Kette von „Systemverbesserern“ ein, die nur zur Verschlimmbesserung beigetragen haben. Dieses System, das Patriarchat, ist nicht verbesserbar und nicht reformierbar! Wir können uns aber kollektiv dagegen entscheiden, wenn wir nur endlich über die Mechanismen aufgeklärt würden, die es am Leben erhalten.

    Wir brauchen keine weiteren Erleichterungen für Männer, sondern für Menschen! Letztlich bleiben mit Ihrer Forderung nach dem Opt-Out immer die Kinder auf der Strecke. Sie ignorieren die emotionale Verantwortung, die doch irgendjemand tragen MUSS. Am Ende bleibt ein Mensch zurück, der auf sein arges Leben zurückblicken wird mit der Frage, warum ihn denn niemand bedingungslos geliebt hat und alle daran gearbeitet haben, ihm seine Kindheit zu verplanen und zu ruinieren.

    Patriarchat bedeutet Herrschaft der Väter, daran müssen wir uns immer wieder erinnern! In unserer Gesellschaft ist es durch das GG und das BGB als „Vaterrechte“ sichergestellt, auch scheinheilig verbrämt als Kinderrechte. Unser Grundgesetz zementiert das Patriarchat und ist daher gegen den radikalen Feminismus immun. Alle Bemühungen gegen Gewalt an Frauen und Kindern, gegen Prostitution, Gender Paygap etc. müssen daher Symptomdokterei bleiben, dies ohne nachhaltige Wirkung zu entfalten. Das müssen wir endlich einsehen. Die Familie und die Ehe als Ort der Ausübung des Patriarchats legt auch den Grundstein für Überbevölkerung, Umweltzerstörung und Kapitalismus, dies weltweit. Daher ist Feminismus für die Menschheit überlebenswichtig und kein Privatvergnügen überdrehter Frauen und Mütter. Daher ist das Patriarchat auch kein Privatvergnügen einzelner Männer! Das Patriarchat wird bleiben, solange es die Vaterrechte bzw. die Familie gibt, denn beides ist identisch. Diese einfache Wahrheit ist meine schlechte Nachricht für alle, die glauben, dass der „neue Vater“, die Kita oder gar ein sog. Opt-Out für wen auch immer die Lösung sind.

    Das Patriarchat hat es auf die Kinder abgesehen, daher gibt es Gebärneid und Stillneid, daher heißt es nicht Androarchat (Männerherrschaft), sondern zu Recht Patriarchat. Als Mütter sollten wir uns darüber im Klaren werden, dass es Strategie ist, uns die Mutterschaft so unerträglich wie möglich zu machen. #regrettingmotherhood
    Genau SO bekommt das Patriarchat Zugriff auf die Kinder und wir rücken sie scheinbar freiwillig heraus. Im Grunde gewollt ist, dass alleinerziehende Mütter verarmen. So sind sie gewungen, das Kind wenigstens dem Vater Staat ausliefern. Gewollt ist auch, dass Mütter ihre Kinder in die Kita geben, es ist ein Scheinangebot, denn es wird zunehmend zur Notwendigkeit bzw. Pflicht.

    Als Feministinnen müssen wir natürlich auf die Unerträglichkeiten zeitnah reagieren und schnelle Lösungen finden, andererseits sollten wir aber niemals vergessen, daran zu arbeiten, dass Mütter Kinder bekommen können, ohne in finanzielle oder emotionale Schwierigkeiten zu geraten. Die Familie, das Ehepaar mit Kind(ern) hat sich dafür als vollkommen ungeeignet erwiesen, dennoch glauben wir, daran festhalten zu müssen, weil wir es nicht anders kennen, weil wir an das Recht des Vaters auf sein Kind und das Recht des Kindes auf seinen Vater glauben. Das sind die Dogmen, die Denkschienen des Patriarchats, die sich gegenseitig bestärken, für die es aber keinerlei evolutionäre Basis aber eine ausgefeilte Theologie gibt. Dummerweise hat die Evolution beim Feminismus einen schlechten Ruf, sie wurde jedoch nur in Verruf gebracht, und zwar von eingefleischten Patriarchen.

    Das Kind als Teil seiner Mutter, als ihre Lebensäußerung, bedingungslos willkommen zu heißen, und beide nach Kräften zu unterstützen, DAS ist radikaler Feminismus, der die Mutter nicht alleine lässt. Eines sollte doch mittlerweile überall angekommen sein: eine Mutter schafft es nicht alleine und ein Kind braucht viele lebenslang verlässliche Bezugspersonen neben der Mutter. Den leiblichen Vater braucht es jedenfalls nicht. Es ist im Patriarchat genau umgekehrt, denn die Macht über die Kinder bedeutet Macht über die Zukunft.

    Die Natur war schon immer radikal-feministisch. Über Jahrhunderttausende hatte sich unsere artgerechte Lebensweise der Matrifokalität bewährt. Im Schutz ihrer rein mütterlichen Linie kann die Frau ihre Sexualität, die female choice, frei leben. Mutter wird sie, weil ihr Körper danach ruft, Mutter zu werden. Sie wird weder gezwungen, Sex zu haben, noch Mutter zu werden, noch wird sie an einen Vater ihrer Kinder gefesselt, noch muss sie ihn bedienen. Alle weiblichen und männlichen Mitglieder der mütterlichen Sippe versorgen die Mütter mit und sichern so den Fortbestand der Lebensbasis. Kein Mann muss Vater werden, keiner muss alleine für ein Kind aufkommen, aber kein Mann muss darauf verzichten, für Kinder da zu sein!

    Alle Mühsal, die wir als Eltern heute kennen, ist aufgelöst im matrifokalen Leben in Gemeinsamkeit statt Einsamkeit und Existenzangst. In Matrifokalität werden Kinder unabhängig von staatlicher Wohlfahrt, aber auch staatlicher Einmischung und unabhängig vom leiblichen Vater groß.

    Einziges Opfer, das zu bringen wäre, ist die soziale Vaterschaft des biologischen Vaters. Der Mann gewänne aber gleichzeitig die Aussicht für die Kinder in seiner Sippe sorgen zu dürfen. Und er trüge seinen Teil dazu bei, wieder in Ordnung zu bringen, was seine Vorväter vor gerade mal 8000 Jahren zerstört haben.

  69. @Irene:
    Um deine Anmerkung adäquat zu beantworten müsste ich einen ganzen Artikel schreiben, was mir momentan zu viel Arbeit ist und auch nicht hierher gehört. Ich will dazu nur sagen dass ich es notwendig finde nicht dem Kulturimperialismus der wohlhabenden Mitteleuropäer/innen anheim zu fallen und Probleme immer global zu sehen. Im Hinblick auf eine männliche Verhütungskultur finde ich es wichtig, dass die gesamte Menschheit endlich lernt, Sexualität und Fortpflanzung zu trennen.

    @wahrscheinkontrolle:
    Ich glaube auch dass es in der Menschheitsgeschichte vor dem Patriarchat ein Matriarchat gegeben hat, was sicher wesentlich besser war als das nachfolgende Patriarchat. Diese Tatsache wird von vielen Feministinnen oft vergessen, was Schwachstellen in feministischen Konzepten und Theorien zur Folge hat. Deshalb halte ich Matriarchatsforschung für unerlässlich.

    Allerdings glaube ich nicht dass die Rückkehr zur Matrifokalität für eine moderne Gesellschaft ein Fortschritt wäre. Erstens einmal sollten die Menschen als Individuen an sich wahrgenommen und nicht durch die Zugehörigkeit zu einer Mutter, einer Familie, einer Sippe, einer Nation, etc. determiniert werden.

    Zweitens finde ich es nur gerecht, wenn Männer, die Kinder zeugen, auch den Stress haben, zu mindestens 50% zum Grossziehen dieser Kinder beizutragen. Hingegen sollten Menschen, die keine Kinder haben, nicht dazu verpflichtet sein sich um die Kinder ihrer Geschwister/Verwandten zu kümmern.

    Und drittens sind in einem matrifokalen System jene Frauen benachteiligt, die keine Geschwister oder andere lebende Verwandte haben. Ich finde ein Gesellschaftssystem erstrebenswert in dem es eben keine soziale Notwendigkeit gibt möglichst grosse Familien zu haben. Die Entscheidung für die Lebensweise der Elternschaft sollte frei sein und nur eine von vielen anderen Lebensmöglichkeiten darstellen. Das ist in einer matrifokalen Gesellschaft nicht gegeben. Aber in einer echten Geschlechterdemokratie schon.

  70. @charybdis drei Irrtümern unterliegen Sie: Dass Matrifokalität Rückschritt und nicht Fortschritt, dass Kinderaufziehen in einer matrifokalen Lebensgemeinschaft Stress bedeutet (der also gerecht verteilt werden soll) und dass das Individuum nicht wahrgehommen wird und keine Entfaltungsmöglichkeiten hätte. Das Gegenteil ist der Fall. Die menschliche Lebensweise vor dem Patriarchat war auch nicht „besser“, sondern unserer Art gemäß, also angemessen. Auch hat es nie ein Matriarchat gegeben, das, wenn dieser Begriff fällt, von vielen als Pendant zum Patriarchat verstanden wird. Eine Mütter“herrschaft“ gab und gibt es nicht. Der Begriff ist leider zu einem politischen Begriff verkommen, dabei geht es hier um die natürliche Lebensweise unserer Spezies. Es ist allerdings auch kein Wunder, dass sich niemand fragt, was eigentlich unsere natürliche Lebensart ist oder wie die biologischen Fakten sind: Biologie wird als Biologismus verbrämt, Natur ist Steinzeit und Evolution legt uns nur Fesseln an. Das ist es, was viele FeministInnen glauben und warum da nicht genauer hingesehen wird. Wir wollen uns ja befreien von unseren Fesseln. Dabei wird übersehen, von was wir uns wirklich befreien müssen: Von unserer derzeitigen gänzlich naturfeindlichen Lebensweise. Nichts anderes bedeutet Patriarchat.

  71. @charybdis Zunächst einmal, ich benutze den Begriff Matriarchat nicht, weil er ungute Assoziationen zu einem gespiegelten Patriarchat weckt. Ich spreche von Matrifokalität. Es geht dabei nicht um Macht, sondern um Fürsorge für Mütter und Kinder.
    Unter Matrifokalität, die bis vor 8000 Jahren weltweit die einzige Sozialordnung war, hat der Mensch bereits alles erfunden, was uns heute Wohlstand ermöglicht. Großsiedlungen wie Catal Höyük zeigen uns Kreativität und eine reiche Kultur. Dass diese Menschen nicht als Individuen wahrgenommen wurden, ist daher sicher nicht richtig. Schon Kinder wurden im Gegensatz zu den patriarchalen Kulturen als Subjekte und nicht als Objekte wahrgenommen. Der Mensch ist aber auch ein Gruppenwesen, das sich am wohlsten fühlt, wenn es sich irgendwo dazugehörig fühlen darf. Undeterminiert gehen wir unter.
    Die von Ihnen gefühlte Gerechtigkeit führt direkt ins Patriarchat, denn Vaterrecht ist damit identisch. Sie erkaufen damit all die Ungerechtigkeiten, die wir erleiden müssen. Ich vertraue da lieber auf die Weisheit von Mutter Natur.

    Unter Matrifokalität kann jeder nach seinen Begabungen leben, niemand ist verpflicht, sich um die Kinder anderer zu kümmern. Die spezifischen Begabungen werden als Bereicherung für die Sippe wahrgenommen, niemand wird damit kaltgestellt, wie so oft im Patriarchat. Aber, im Sozialverband kommt es zwangsläufig zu einer emotionalen Bindung an Kinder, die jedoch nicht als Belastung, sondern als Bereicherung empfunden wird. Auch Frauen, die keine Kinder haben, werden nicht benachteiligt, sondern ganz im Gegenteil, hier bekommen Frauen, die ungewollt kinderlos sind, die Gelegenheit, trotzdem für Kinder sorgen zu dürfen, und Frauen, die keine haben wollen, haben keine Nachteile, im Gegenteil, niemand verlangt von Ihnen, Kinder zu kriegen und sie sind trotzdem im Sozialverband aufgehoben, exakt so wie die Männer, die ja ihre leiblichen Kinder nicht kennen. Unter Matrifokalität wird niemand benachteiligt und niemand diskriminiert. Alle sind Teil des Ganzen und werden als solche von klein auf geliebt.
    Schon heute versuchen alleinerziehende Mütter im Grunde nichts anderes als eine Sippe aufzubauen. Sie scheitern jedoch an der Übermacht des Patriarchats um sie herum. Es braucht nichts weiter als entsprechendes Umdenken in der Bevölkerung, damit sie ihr Vorhaben auch umsetzen können ohne in Armut zu enden.

  72. Charybdis: Im Hinblick auf eine männliche Verhütungskultur finde ich es wichtig, dass die gesamte Menschheit endlich lernt, Sexualität und Fortpflanzung zu trennen.

    Da hast du mehrere Glaubensrichtungen (katholische Kirche, Evangelikale, Islam) und deren Entwicklungsarbeit gegen dich. Hinzu kommen noch die Kulturrelativisten, und deshalb wird es so schnell nichts werden.

    Gut, es gibt Melinda Gates und diverse aufmüpfige Nonnen, aber das wird nicht reichen.

  73. @Suedelbien:
    Ich stimme dem zu dass das Patriarchat widernatürlich ist und die Menschheit sowohl von der eigenen Natur alsauch von der Natur als solche entfremdet hat. Allerdings würde es für Frauen wie mich, die keine Kinder mögen, sehr wohl Stress bedeuten wenn sie sich um Kinder kümmern müssten. Und ich bin da sicher kein Einzelfall. Es gibt viele Menschen die keine Kinder mögen, nur trauen sie sich das in der Regel nicht zuzugeben, weil das der gesellschaftlichen Norm widerspricht.

    @Gabriele:
    Ich stimme dem zu dass der Mensch ein Gruppenwesen ist und sich irgendwo zugehörig fühlen will. Allerdings ist es mir wichtig dass diese Zugehörigkeit selbst wählbar ist und mensch eben nicht durch die Herkunftsfamilie determiniert wird, sondern eine selbstbestimmte Identität hat.

    @Irene:
    Genau deshalb hat die organisierte Religion im Privatleben nichts verloren. Ich habe die Religion meine Herkunftsfamilie, das Judentum, schon lange aus meinem Leben geworfen, da sie mich als Frau diskriminiert. Und für meine Spiritualität brauche ich keine organisierte Religion, die mir ein reaktionäres Gottesbild ins Hirn presst. Immer mehr Frauen sehen das ebenso, deshalb bin ich da nicht so pessimistisch wie du.

  74. Liebe @Charybdis, bitte verstehe doch, du müsstest dich nicht um Kinder kümmern, wenn du das nicht wolltest, niemand müsste das, niemand, es wird niemand zu irgend etwas gezwungen. Das Wort „Müssen“ gibt es in der Matrifokalität so, wie wir es, patriarchalisch sozialisiert, kennen, überhaupt nicht.

  75. Für die feministische Perspektive finde ich wichtig, dass sich in der Diskussion um einen solchen Optout nicht (wie scheinbar im englischen und skandinavischen Sprachraum) ein unpassender Begriff wie „juristische Abtreibung“ durchsetzt, siehe http://german.stackexchange.com/questions/28727/what-is-the-german-word-for-paper-abortion

    Ansonsten sehe ich den rechtlichen Regelungsbedarf eher durch Leihmutterschaft und anonyme Samenspende gegeben, denn nicht nur juristische und soziale Elternschaft – väterliche wie mütterliche – können auseinanderfallen, sondern auch biologische und genetische. (Ich erwarte vor 2030 die erste bestätigte Zeugung nach Hodentransplantation. Postmortale Zeugungen und natürliche Schwangerschaften ohne vaginalen Geschlechtsverkehr soll es ja schon gegeben haben.)
    In einigen weniger neumodischen oder exotischen Szenarios dürfte weitgehend als gesellschaftlicher Konsens gelten, dass der Optout bereits präkoital implizit aber verbindlich und oft einvernehmlich geäußert wurde, weil keinerlei Zeugungsabsicht bestand, bspw. bei Schwangerschaften als Folge von Prostitution, Vergewaltigung oder einfach Versagen der gewählten Verhütungsmethode(n). (Zumindest bei letzeterem sieht die deutsche Rechtsprechung das derzeit m.W. anders.) Andererseits dürfte es innerhalb einer Ehe (außer vielleicht im Rahmen eines Scheidungsverfahrens) keinen einseitigen „Vaterschaftsabbruch“ geben.

    Das Recht, die eigene genetische oder biologische Herkunft zu kennen bzw. zu erfahren, finde ich schwierig, denn um das überhaupt durchsetzen zu wollen, muss dem Kind entweder ein Teil offensichtlich unbekannt sein oder aus irgendwelchen Gründen zweifelhaft erscheinen. Als nicht adoptiertes eheliches Kind zweifelt man wohl kaum an der eigenen Abstammung und, selbst wenn, würde man einen Mutter- oder Vaterschaftstest lieber nicht durchsetzen müssen wollen. Abhilfe könnten verbindliche Verwandtschaftsbestimmungen bei Geburt (und vielleicht auch Eheschließung) schaffen, deren Ergebnis unter amtlichem Verschluss verbleibt, aber vom Kind und seinen (rechtlich gesehen biologischen) Eltern separat und vertraulich eingesehehn werden können.

  76. @c.päper Du schriebst:“Das Recht, die eigene genetische oder biologische Herkunft zu kennen bzw. zu erfahren, finde ich schwierig“ Sehe ich auch so, aber aus anderem Grunde: Dieses Recht des Kindes auf Kenntnis seiner väterlichen Abstammung ist in der Tat ein künstliches Konstrukt, das ohne das ihm übergeordnete Vaterrecht gar nicht denkbar ist. Beides fußt auf dem patriarchalen Dogma. Tatsächlich gibt es evolutionär keinerlei Notwendigkeit, den Vater zu kennen. Die Einforderung dieses Rechtes dient m.E. heute vor allem der Wahrung des Vaterrechts, ist also im Grunde verlogen, und hat für das Kind heute nur deshalb einen gewissen Wert, weil im Patriarchat sein Heil vom Vater abhängig gemacht wird.

  77. Verhüten und Strafen*

    Deine Überlegungen und Argumente aus Deinem Ursprungsartikel kann ich gut nachvollziehen. (Ich denke lediglich, Kinder sollten als Jugendliche oder Erwachsene mutterunabhängige Kontaktmöglichkeiten zum Vater haben, sofern der sich für eine aktive Vaterrolle, die Mutter aber dagegen entschieden hat.)

    Das in der folgenden Debatte aufgekommene Konzept der “Strafe” für Sex ohne Verhütung (wie es ja in unserer Gesellschaft noch immer recht verbreitet ist) halte ich aber aus mehreren Gründen für falsch:

    Es es ist meines achtens nicht Aufgabe des Rechtsstaats, qua Unterhaltsgesetz den Kerl in meinem Bett zur Verhütung zu erziehen. Dafür braucht es im Zweifel zum einen meine persönliche Anstrengung (also wenn ich denn nun mal eine Schwäche für verantwortungslose Typen habe), zum anderen ist es eine gemeinschaftliche Anstrengung, leistbar in direkter Kommunikation und in gesellschaftlicher Debatte und Praxis.
    Einer drohende “Strafe” in Form eines Buß-(sic!)gelds(ob einmalig oder monatlich) bei erfolgter Besamung, erscheint mir zudem als pädagogisches Mittel nicht besonders wirksam: Ich glaube nicht, dass es massenweise Männer gibt, die nur aus Angst vor Unterhaltspflicht verhüten und sofort damit aufhören würden, würde die abgeschafft (und falls doch, wäre das ein tief greifendes gesellschaftliches Problem, dem sicher nicht mit einer Geldstrafe beizukommen ist), während Männer die verantwortungslos genug sind, sich nicht aus moralischen Gründen an der Verhütung zu beteiligen, in den meisten Fällen auch optimistisch genug sein dürften, zu glauben dass es sie nicht trifft und sei es weil die dazugehörige Frau schon abtreiben wird… Nebenbei: Wer die Idee der Strafe für Männer für fehlende Verantwortung bei der Verhütung weiterdenkt, müsste dem Mann dann selbstverständlich auch die Möglichkeit einräumen, seine Schuldlosigkeit zu beweisen (Kondom hatte Materialfehler, Frau hat unter Zeugen behauptet, per Pille zu verhüten etc. pp.) mit dem damit einhergehenden Eingriff in die Privatsphäre aller Beteiligten, möglicher Schlammschlacht usw.

    Was ich allerdings für noch viel schlimmer halte, ist das, was mit dem Konzept der “Strafe” einhergeht: Die Vorstellung der ungewollten Schwangerschaft oder potentiellen Vaterschaft als gerechte Strafe für mutmaßlich verantwortungslosen Sex (die “Lustseuche” AIDS lässt schön grüßen)

    Mir fällt in dem Zusammenhang die Haltung einer Schwangeren-Konflikt-Beraterin aus dem Dokmentarfilm „Maria, Christiane, Else, Karin, Lea, Lydia, Petra S., Petra W. und der § 218” ein (hier frei nacherzählt, es ist schon lange her, dass ich ihn gesehen habe): Ihr zufolge sind viele Mädchen und Frauen in ihrer Beratung voll von Schuldgefühlen und erstmal bemüht zu erklären, wie “es” passieren konnte (also: Sex ohne Verhütung oder Schwangerschaft trotz erfolgter Verhütung – was ja durchaus häufig vorkommt)
    Sie begegnet dem, indem sie ihre Sicht dazu offenlegt (sinngemäß): Die Möglichkeit einer Schwangerschaft ist Teil eines (hetero-)sexuell aktiven Lebens. Ich denke das stimmt schon allein deshalb, weil nun mal keine Verhütungsmethode 100% sicher ist – bliebe wie von Irene angemerkt, nur der komplette Verzicht auf Genitalverkehr…

    – Ich halte es für richtig und wichtig, Jungen wie Mädchen zu verantwortungsvoller Verhütung zu erziehen und in der Gesellschaft darauf hinzuwirken, dass Männer wie Frauen verantwortlich verhüten (und sich und andere nebenbei so gut wie möglich vor Geschlechtskrankheiten schützen), aber wirklich verantwortliches mündiges Handeln erfolgt aus Überzeugung, alles andere ist hier denke ich schädlich für alle Beteiligten und letztlich für die Gesellschaft als Ganzes.
    Es ist sicher hilfreich, jungen Frauen vor Augen zu führen, was eine ungewollte Schwangerschaft für Belastungen für sie bedeuten würde (wenn ihnen das nicht bereits klar ist), aber eben nicht mit dem sex- und frauenfeindlichen 50er Jahre Konzept der Strafe für zügellose Mädchen. (Schätzungsweise steigt dabei auch der Druck, vermeintlich sicherere industriell-invasive Verhütungsmethoden zu wählen…)

    – Männer sind wie bereits hier benannt, naturgemäß von einer ungewollten Schwangerschaft sehr viel weniger direkt betroffen als Frauen und es ist sicher wichtig zu überlegen, ob/ wie sehr sie individuelle finanzielle Verantwortung übernehmen sollen, aber eben als “Verantwortung”, nicht als Strafe oder Disziplinierungsmaßnahme für Männer mit “zügellosem Sexualverhalten”.
    Und rücksichtslose Chauvi-Arschlöcher, sind ja nicht nur im Bett ein Problem und so dürfte ihnen kaum beizukommen sein mit Strafzahlungen für ein bestimmtes unfaires (aber aus gutem Grund nicht strafrechtlich relevantes) Benehmen.

    – Wenn ungeplante Schwangerschaft/potentielle Vaterschaft gesellschaftlich als Strafe für mutmaßllich verantwortungslosen Sex begriffen wird, erschwert das einen konstruktiven Umgang der Beteiligten mit der Entscheidung für oder gegen eine Elternschaft – die dann ja per se zusätzlich negativ aufgeladen ist.

    – Das Stigma der Eltern, überträgt sich bei fortgesetzter Schwangerschaft womöglich auch auf das so gezeugte Kind – lebender Beweis dass die Eltern vermutlich zu blöd oder zu verantwortungslos waren, um anständig zu verhüten, andauernde “Strafe” für die allein erziehende Mutter und einmalige oder andauernde Strafe für den unwilligen Vater (um jetzt mal bei der Standardkonstellation zu bleiben). Na denn: Willkommen im Leben! Die gute Nachricht: Die Kosten für die Psychotherapie später trägt dann die Allgemeinheit…

    *Wer sich bei dem Titel vage an Foucault erinnert fühlt: ist kein Zufall, sondern gewollt….

  78. @Mary:
    Wer nicht penibel auf die Verhütung schaut die straft ohnehin das Leben – mit Zittern ob die Blutung kommt, mit einer Abtreibung, bzw. mit 9 Monaten Schwangerschaft und mit Kümmern um ein Kind das sie nicht will. Oder mit einer ungewollten Vaterschaft und/oder mit Alimentenzahlung.

    @Antje:
    Ich bin wie schon gesagt gegen ein Opt-Out. Nicht nur Frauen sollen die Konsequenzen ihrer Entscheidungen und ihres Handelns bzw. nicht Handelns tragen müssen sondern auch Männer. In unserem pariarchalen Gesellschaftssystem ist es ohnehin so dass das sexuelle Verhalten von Männern im Gegensatz zu dem von Frauen nicht hinterfragt wird. Es wird auch kaum erwartet dass sie für von ihnen gezeugte Kinder Verantwortung übernehmen. Wie du als Feministin angsichts dieser Tatsachen überhaupt auf die Idee eines Opt-Outs für Kindeszeuger kommst ist mir schleierhaft. Würdest du wollen dass ein Mann, von dem du schwanger bist, sich durch ein Opt-Out abputzt?

  79. @Charybdis – „Würdest du wollen dass ein Mann, von dem du schwanger bist, sich durch ein Opt-Out abputzt?“ – Ja, definitiv wäre mir das lieber, als dass er aufgrund von gesetzlichen Verpflichtungen da bleibt, ohne das zu wollen. Dann hätte ich lieber die notwendige materielle und sonstige Unterstützung vom Staat oder der Gesellschaft (das wäre ja mein Gegenvorschlag zum Opt-out, ich will ja nicht, dass alles bleibt wie es jetzt ist, bloß mit Opt-Out). Gemeinsam Elternschaft ist eine Beziehung, und Beziehungen kann man nicht per Gesetz verordnen. Mit einem Mann, der mit mir und dem Kind nichts mehr zu tun haben will, will auch ich nichts zu tun haben, nicht einmal in der Form, dass ich von ihm Geld bekomme.

  80. Wenn eine frau schwanger wird, bekommt sie keinen brief, in dem steht, hast du lust in ein paar monaten mutter zu sein, mit allen schönen und einschränkenden folgen? Bitte kreuze an…
    Nein, da ist dann schon ein zellklumpen da, oder ein winziges wesen, mit einem herz, das schlägt.
    So eine entscheidung wird nicht nur durch die lebensplanung bestimmt. Eine abtreibung ist die entscheidung gegen ein kleines leben, das schon existiert! Ind sie muss jeder frau in dieser situation frei stehen, davon bin ich mit jeder nervenfaser überzeugt! Aber es ist keine einfache entscheidung. Ich habe es nicht geschafft sie zu treffen, das hätte mich mein leben lang nicht schlafen lassen, mich persönlich.
    Ich finde die klickschaltersicht auf das thema abtreibung in deinem text zu eindimensional. Auch hast du garnicht verstanden, was eine schwangerschaft für den körper der frau bedeutet, sie zerrt an ihm, verformt ihn, stellt ihn komplett um, die frau ist in ihrer freien bewegung, selbst beim essen sehr eingeschränkt und da wäre noch doe palette von gesundheitlichen risiken rund um schwangerschaft und geburt, die nur das leben und weiterleben der schwangeren betreffen. Auch das kann ein grund für eine abtreibung sein, und das ist der primäre grund, warum frauen abtreiben dürfen, denn ansonsten dürfen sie das kind ja zur addoption frei geben. Es geht um die selbstbestimmung über den eigennen körper, erst sekundär um die fürsorgearbeit fürs kind, verdammt!!!
    Zu vaterrechten und -pflichten ist schon viel gutes in den kommentaren oben geschrieben worden…

    Lovis

  81. Es gibt mehrere natürliche verhütungsmittel für männer, in indien ist ein pharmazeutisches produkt auf pflanzlicher basis zur verhütung für männer auf dem markt… kombiniert sind sie sicherer als pille und ko…
    Schade, dass die pharmalobby so stark ist, verhütung könnte von alles auf pflanzlicher basis und mit natürlichen methoden praktiziert werden, ohne, dass so viele frauen die gesundheitlichen folgen von zyklusveränderung und hormonbomben, krebs, ect. tragen müssten…

    https://lovisraeubermutter.wordpress.com/2016/05/27/verhuetung-fuer-dem-mann-schmeisst-die-pillen-spiralen-diafrakmen-weg/

    Lovis

  82. @Lovis – Hast du den Eindruck, ich wüsste das nicht? Genau das, was du beschreibst, unterscheidet Schwangersein und Gebären von jeder anderen Form des Elternwerdens. Aber an diesem ganzen Sachverhalt ändert sich nichts durch die Art und Weise, wie Vaterschaft geregelt ist.

  83. Nun dann glaube ich hast du mich nicht richtig verstanden, wenn eine frau schwanger wird, dann liegt die entscheidungsfrage bei ihr, sie hat die freiheit und die bürde! Und danach die schwangerschaft oder das was wäre, wenn ich mein kind bekommen hätte. Sie kann sich nicht einfach aus dem staub machen. Was ist eigentlich mit dem kind? Wollen nicht die meisten ihre wurzeln erkunden? Haben menschen nicht ein recht zu sehen, woher sie abstammen? In den ersten beiden kommentaren wird ganz gut auseinander genommen, was auch meine gegenargumentation wäre.

  84. Naja das ist so eine Form die sich sicherlich viele Mütter wünschen. Der KV lehnt kontakt und Zahlung ab und einspringen soll die Gesellschaft, wo ich ehrlich bin – ich gehe in aller erster Linie für mein Privatleben arbeiten und zahle wie anderen auch Steuern, was der Allgemeinheit zugute kommt. Jetzt noch zusätzliche Abgaben zahlen für AE fände ich persönlich nicht gerecht. Denn dafür stehe ich in erster Linie nicht auf, sondern um mir und meiner Familie etwas zuermöglichen und nicht Fremden. Da wäre ich eher dafür das geprüft wird wer sich Kinder finanziell leisten kann und wer nicht. Schließlich erarbeite ich mir ja etwas für mich und nicht das andere Familien besser Leben können, denn dann kann ich auch für immer zuhause bleiben.

  85. @hartaberfair – das ist halt eine politische Entscheidung, die die Gesellschaft insgesamt treffen muss. Ich zahle auch Steuern für Dinge, die ich persönlich nicht notwendig finde. Ich würde lieber Steuern für Alleinerziehende bezahlen als Steuern für so manche anderen Sachen.

  86. Das Thema ist zwar bereits vor einiger Zeit hier „geschlossen worden“, dennoch würde mich der aktuelle Stand dieser Bewegung interessieren.

    Wenn es Möglichkeiten gibt, hier die Gesetzeslage, auf welchem Wege auch immer, beeinflussen zu können, würde ich mich gerne hierzu austauschen und dafür einsetzen.

    In meinem privaten Umfeld ist es zu einer ungewollten Vaterschaft (Zahlvaterschaft) zwischen zwei sich nahezu fremden Menschen gekommen. Die Tragweite der „Kollateralschäden“ ist meines Erachtens ein immenser Eingriff in mehrere Rechte, nicht nur des Erzeugers, sondern auch der weiteren Verwandschaft (Erbrecht). Von dem Kind ganz zu schweigen. Einem Kind hilft nichts weniger als zu wissen, dass jemand für ihn zahlt, weil er MUSS und nicht weil er zusammen mit der Mutter einst gemeinsam entschieden hat, dass neues Leben entstehen soll.

    Zum Thema Zahlen und Unterhalt: Der Staat zahlt auch die bestmögliche Versorgung von Straftätern und psychologische Betreuung von Geisteskranken ohne darüber nachzudenken. Warum werden dann nicht auch Mütter unterstützt, die alleine für sich die Entscheidung treffen, ein Kind auszutragen, aber nicht in Abhängigkeit des Erzeugers.

    Wobei hier das Thema Erwerbsobliegenheit auch noch eine Rolle spielen sollte und die könnte der Staat alleine dadurch beeinflussen, dass er mehr Möglichkeiten schafft, Kinder betreuen zu lassen. Wobei ich mir sicher bin, dass sobald einige sich schimpfende Mütter, nicht den Vater mit den Zahlungen „strafen“ könnten, es gar nicht erst zur Schwangerschaft, geschweige Austragung des Kindes kommen würde.

  87. Pingback: Letz talk about Schwanger werden können | Aus Liebe zur Freiheit

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