Die Sache mit den besserwisserischen Männerkommentaren in feministischen Blogs

Immer wieder stellt sich in feministischen Blogs die Frage, wie Frau mit den Kommentaren von Männern umgehen soll, die zwar nicht komplett beleidigend oder maskulinistisch sind (die können ohne weiteres gelöscht werden), aber doch in einem belehrenden und besserwisserischen Jargon daherkommen, der ein großes Unbehagen auslöst, bei mir jedenfalls. Das kommt gar nicht so selten vor. Einerseits tragen diese Kommentare nur sehr wenig zur inhaltlichen Diskussion bei. Andererseits steckt dahinter möglicherweise tatsächlich eine ernsthafte Absicht, mit feministischen Ideen ins Gespräch zu kommen, die sich nur unbeholfen ausdrückt. Oder die zumindest einen Konflikt eröffnet, der es Wert wäre, ausgetragen zu werden. Im Internetforum http://www.bzw-weiterdenken.de hat sich diese Frage kürzlich auch gestellt, und Dorothee Markert, eine der Redakteurinnen, hat darauf eine so brillante Antwort verfasst, dass ich sie – mit ihrem Einverständnis – auch in meinem Blog verbreiten möchte. Denn ich glaube, das Problem stellt sich nicht nur bei mir, und ihre Analyse kann auch für andere Blogbetreiberinnen erhellend sein. (Den Artikel von

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Der Störfaktor Frau und das männliche Imaginäre

Kürzlich wurde über eine neue Studie des Sinus-Institutes berichtet, bei der 30 männliche Führungskräfte in Tiefeninterviews nach ihrer Haltung zum Thema „Frauen in Führungspositionen“ befragt wurden. Die Ergebnisse, von denen der verantwortliche Soziologe Carsten Wippermann im Interview mit Zeit-online berichtet, sind interessant. Zunächst einmal haben sich alle Befragten im Prinzip sehr positiv über Frauen in Führungspositionen geäußert. Das sollte man nicht einfach nur als bloßes Zugeständnis an die politische Korrektheit im heutigen Gleichstellungsparadigma abhaken. Es ist für Frauen, die sich innerhalb von Unternehmen bewegen, durchaus nicht unwichtig, dass sie mit prinzipieller Ablehnung, wie sie ambitionierten Frauen noch vor wenigen Jahrzehnten entgegenschlug, heute nicht mehr zu rechnen haben. Bei tieferen Nachfragen zeigte sich jedoch, dass es durchaus Vorbehalte gibt, und zwar in drei Typen, die Wippermann so beschreibt: „Alle 30 von uns befragten Manager konnte man einem Typus zuordnen. Der eine ist sehr konservativ. Bei ihm kann man eine kulturelle und funktionale Ablehnung von Frauen qua Geschlecht ausmachen. Zitate aus den Interviews sind: Frauen seien eine Irritation

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Das Ende der Bohème

Das war ja wohl der Hammer-Vorspann in der taz vom vergangenen Mittwoch (8. April): Im New Yorker Hotel Chelsea schrieb William Burroughs „Naked Lunch“. Bob Dylan blieb vier Jahre lang. Sid Vicious ermordete seine Freundin in Zimmer 103. Das New Yorker Hotel Chelsea ist das Künstlerhotel. Investoren wollen jetzt ein Luxushotel daraus machen – doch die Bewohner wehren sich. Und dann folgt ein rührseliger Artikel über „Das Biotop für die Boheme“ und wie ungeheuer schrecklich es ist, dass dieses tolle Hotel, in dem tolle Hechte tolle Bücher geschrieben und ihre Freundinnen ermordet haben (ist ja wohl beides irgendwie ein Ausdruck von KREATIVITÄT) jetzt einfach nicht mehr weiter existieren soll. Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass die taz die inklusive Sprache längst aufgegeben hat – die Bewohnerinnen hatten bei all den tollhechtigen Bewohnern des Hotel Chelsea wahrscheinlich eh nix zu sagen. Wer über all das mehr wissen will, kann das Buch: „Women of the Beat Generation“ lesen (von Brenda Knight, Conari Press

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Die Vermännlichung der Welt

Hatte ich nur einen schlechten Tag als ich am Aschermittwoch den Gottesdienst zum Auftakt der diejährigen Fastenzeit und die Predigt von Frank Schirrmacher so schrecklich vermännlicht fand, oder ist das eine erschreckende Tendenz, vor der wir auf keinen Fall die Augen verschließen dürfen? Was geschieht, wenn immer mehr Frauen sich resigniert in ihre Nischen zurückziehen, weil sie die allgegenwärtige Dominanz des männlichen Habitus in der „Welt“ nicht mehr ertragen? Dazu habe ich einen Artikel im Online-Forum „Beziehungsweise weiterdenken“ geschrieben. Bin mal gespannt, was Ihr davon haltet: http://www.bzw-weiterdenken.de/index.php?m=artikel&rub=2&tid=188