Kategorie: Bücher

  • Landleben, Liebe und Veganismus

    Auf den ersten Blick könnte man meinen, das neue Buch von Hilal Sezgin sei ziemlich monothematisch. Landleben, oh je. Landleben, wow. Ehrlich gesagt, habe ich es nur wegen der Autorin gelesen. Mit dem Land habe ich es nämlich nicht so; nachdem ich dort meine Kindheit und Jugend verbracht habe, ist mein Bedarf eigentlich mehr als…

  • Lesenswert: Marge Piercys „Menschen im Krieg“

    Eigentlich mag ich keine Kriegsgeschichten. Egal ob Filme oder Bücher, sie sind mir entweder langweilig oder zu pathetisch und sowieso zu männerlastig. Wobei ich auch keinen wirklichen Unterschied zwischen Kriegsgeschichten und Antikriegsgeschichten erkennen kann. Der tausend-Seiten-Wälzer „Menschen im Krieg“ stand deshalb ein paar Jahre ungelesen bei mir im Regal. Ich hatte ihn irgendwann günstig bei Buchticket…

  • Pietismus und Revolution

    Als aufrechte Linke fühlt man sich ja von fundamentalistischer Engstirnigkeit gerne ganz weit weg. Was haben wir, die aufgeklärten und säkularen Menschen, mit diesen Frömmler_innen zu tun? Die Distanz ist womöglich weniger groß als gefühlt. In ihrem Buch „Lebenslänglich besser“ untersucht Dorothee Markert den Einfluss des Pietismus auf die politische Kultur in Deutschland. Dieser Einfluss…

  • Wie Beziehungen heute scheitern

    Anders als man nach dem Titel meinen könnte, hat Marlene Streeruwitz kein Buch über den Feminismus geschrieben. Sondern elf Geschichten darüber, wie und woran Beziehungen heute trotz (oder gerade wegen?) der Emanzipation scheitern. In ihrem bekannt lakonischen Stil schildert sie von einem bestimmten Augenblick ausgehend die Lebenssituationen von neun Frauen und elf Männern. Alle Geschichten…

  • Die Vielfalt weiblicher Lebensentwürfe

    Nachdem ich kürzlich schon etwas über Elisabeth Badinter geschrieben habe, habe ich nun ihr neues Buch „Der Konflikt. Die Frau und Mutter“ gelesen. In erster Linie ist es eine Abrechnung mit der Pro-Still-Bewegung und mit einem tatsächlich in letzter Zeit zu beobachtenden Trend in psychologischen und biologischen Forschungen, die „natürliche“ (und damit unhinterfragbare) Seite von…

  • Scheinlösung Monogamie

        Wenn Liebe, Sex und Beziehungen eine logische Angelegenheit wären, dann wäre dieses Buch die Bedienungsanleitung dafür: Mit bestechender Stringenz nimmt Oliver Schott die verbreitete Vorstellung auseinander, dass Exklusivität im Bezug auf Liebesbeziehungen zwischen Zweien eine normale, natürliche, irgendwie sinnvolle Vereinbarung sei. Ergo: Monogamie ist Quatsch. Ganz neu sind die vorgebrachten Argumente nicht. Hätte…

  • Die Wilden Weiber aus dem Odenwald

    Was macht historische Ereignisse relevant? Dass es der Frauengeschichtsforschung nicht nur darum geht, vermeintlich „vergessene“ Frauen auszugraben und so quasi die Lücken aufzufüllen, die die männerzentrierte Wissenschaft hinterlassen hat, zeigt ein neues Buch über Frauengeschichte im Odenwald. Der von Barbara Linnenbrügger herausgegebene Band „Wo wilde Weiber wohnen“ ist kein klassisches Geschichtsbuch, nur dass eben statt…

  • Geborgenheit und Mut

    Sicherheit und Unsicherheit sind die großen Themen des 21. Jahrhunderts. Vom Abbau der sozialen Sicherungsnetze über Terrorismus und Datensicherheit im Internet bis zu Finanzkrisen, Ölpest, Tsunami und Klimawandel. Unter dem Titel „Sicherheit und Risiko. Über den Umgang mit Gefahr im 21. Jahrhundert“ rollt ein neuer Sammelband das Thema auf. Er ist aus einer Ringvorlesung an…

  • Mihriban pfeift auf Gott

    Mihriban ist 32, lebt in Berlin, und sieht sich selbst als „Nichtskönnerin auf allerhöchstem Niveau“. Ihr Leben plätschert eigentlich ganz gemütlich vor sich hin, der Job als Mädchen für alles in einem Kinderhort fordert sie nur mäßig, und dass in Liebesdingen nicht allzu viel läuft, bereitet ihr keine größeren Kopfschmerzen: Immerhin hat sie Familienanschluss, sie…