Notizen zur Arbeit der sexuellen Differenz
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Die Liebe und ihre Projekte
Schon seit längerem denke ich darüber nach, warum die Liebe eigentlich so oft als Problem gesehen wird, während sie doch in Wirklichkeit etwas Großartiges und Schönes ist. Hier meine Idee, die noch etwas über das hinausgeht, was Eva Illouz als Problem der spezifisch mittelständisch-bürgerlich-romantischen Liebesbeziehung ausmacht. Und zwar ist meine These, dass das Problem heute nicht in…
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Der Papst, der Professor, und die Welt da draußen
Ich gebe zu, ich bin ein großer Fan von Nanni Moretti. Deshalb bin ich auch in „Habemus Papam“ gegangen (in eine Preview, in die Kinos kommt der Film in Deutschland am 8. Dezember). Obwohl die Kritiken schlecht waren. Flache Komödie, schwülstig, nichts Besonderes, hieß es. Natürlich kann man den Film so sehen. Man kann ihn…
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Die Männer und das Patriarchat
In einer der letzten Ausgaben von „Via Dogana“, der Zeitschrift des Mailänder Frauenbuchladens (Juni 2011), gibt es einen Artikel von Riccardo Fanciullacci, der sich unter dem Titel „Das Patriarchat ist zu Ende. Und wir?“ mit der Frage beschäftigt, mit welchen Themen und Herausforderungen es Männer heute zu tun haben. Mir scheinen seine Überlegungen interessant, und…
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Mein Problem mit Post-Privacy
„Prima leben ohne Privatsphäre“ hat Christian Heller sein Buch über Post-Privacy genannt, und das meiste davon kann ich unterschreiben. Er hat im Grunde zwei Thesen: Erstens: Die technische Entwicklung des Internet (bzw. der prinzipiellen Digitalisierbarkeit aller Daten) führt unweigerlich dazu, dass das, was wir derzeit als „Privatsphäre“ bezeichnen, verschwinden wird. Einfach deshalb, weil das Bemühen,…
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„Fri“ heißt lieben
Gerade schickte eine Freundin dieses Zitat, das praktisch das Motto dieses Blogs wiedergibt. Es stammt aus dem Buch „Duft der Zeit“ von Byung-Chul Han (transcript Verlag, Bielefeld 2009, S 38): Frei-Sein heisst nicht einfach Ungebunden- und Unverbindlich-Sein. Frei machen nicht Entbindungen und Entbettungen, sondern Einbindungen und Einbettungen. Die totale Beziehungslosigkeit wirkt beängstigend und beunruhigend. Die indogermanische Wurzel fri, worauf…
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Keine Panik. Nicht jede Liebe tut weh.
Eva Ilouz hat mit „Warum Liebe weh tut“ ein gutes Buch geschrieben. Von daher gleich mal der Appell: Lest es. Klargestellt werden muss aber (und Eva Illouz stellt das mehrfach klar, aber ich betone es hier auch nochmal, weil es in den meisten Artikeln, die ich zum Erscheinen dieses Buches gelesen habe, bezeichnenderweise NICHT klargestellt…
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Öffentliche Räume bewohnen: 20 Jahre Labyrinthplatz Zürich
Labyrinthe im öffentlichen Raum, meist von Frauen initiiert und gestaltet, sind inzwischen an vielen Orten zu finden. Das erste dieser Art entstand vor zwanzig Jahren in Zürich, auf einem ehemaligen Kasernengelände. Einige Frauen hatten das Projekt im Zuge der 700-Jahr-Feiern der Stadt vorgeschlagen und konnten es mit städtischer Unterstützung realisieren. In diesem schön gestalteten Band…
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Zeitreise. Vor fünfzig Jahren.
Demnächst vor fünfzig Jahren (am 14. November 1961) gab es in Deutschland die erste Bundesministerin: Elisabeth Schwarzhaupt, Applaus, Applaus, Applaus. Besser als jede Würdigung ist dieses zeithistorische Dokument aus der Westerwälder Zeitung, das darüber berichtet. Liebe Lehrerinnen und Lehrer – wäre das nicht was für die Diskussion eines Quellentextes im Geschichtsunterricht aus diesem Anlass? Nur so…
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