Kategorie: Bücher
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Was unterwegs verloren gegangen ist
Zur Zeit lese ich das Buch „Wir wollten die Welt verändern“, in dem Aktivistinnen der Dortmunder Frauenbewegung der 1970er Jahre ihre Erinnerungen an diese Zeit zusammengetragen haben. Es ist sehr interessant zu lesen, vor allem wenn man die damaligen Quellentexte und Anliegen vergleicht mit dem, was sich seither verändert hat – und was nicht. So…
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„Zerstört die Werke der Weiblichkeit!“ (nicht)
Für Maria Magdalena interessiere ich mich schon länger. Jetzt hat Silke Petersen ein wahrhaft fantastisches Buch über sie geschrieben, das keine Fragen offen lässt (außer denen, die sich heute nicht mehr beantworten lassen, was natürlich viele sind). Sehr detailliert, aber trotzdem gut lesbar und auch für theologisch Unbewanderte verständlich, stellt sie die verschiedenen Texte vor,…
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Muslimische Frauenvereine in Deutschland
In der öffentlichen Debatte über „den Islam“ kommen normalerweise zwei Gruppen zu Wort: Religiös konservative Männer, vorwiegend die Vorsitzenden der organisierten muslimischen Dachverbände, und säkulare, religionskritische Frauen, vorwiegend Vertreterinnen der These, dass der der Islam mit der weiblichen Freiheit prinzipiell unvereinbar sei. Gut also, dass sich mal jemand einer anderen Gruppe zuwendet: nämlich den politisch…
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Die Frauenbewegung im Geschichtsbuch
Grade habe ich das neue Reclam-Büchlein „Die Geschichte der Frauenbewegung“ von Michaela Karl gelesen, und ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll. Einerseits ist es ja schön, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, all das mal schön säuberlich aufzuschreiben: Die ganzen Versammlungen, die Namen der Berühmtheiten, die Jahreszahlen. Andererseits, ich weiß nicht,…
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Beerdigung eines Buches
Seit einigen Jahren habe ich vor, ein Buch über die Liebe zu schreiben. Genauer: Über den Zusammenhang zwischen Freiheit und Liebe. Seit ich diese Idee hatte, redete ich viel darüber, und inzwischen werde ich von allen möglichen Leuten immer öfter gefragt, was denn eigentlich mein Buch macht. Ich hätte doch schon so viel Interessantes über…
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Ina Praetorius glaubt an Gott und so weiter
„Wie soll ich leben, wenn meine Liebe stirbt?“ fragte Sibylle Berg neulich in ihrer Spiegel-Kolumne, in Gedanken auch bei den vielen, die in Japan jetzt Menschen verloren haben, die sie liebten. Statt drumrumzureden, kommt sie klar auf den Punkt: „Da gibt es keine Lösung, da gibt es keinen Trost, da hilft kein: Die Zeit wird…
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Landleben, Liebe und Veganismus
Auf den ersten Blick könnte man meinen, das neue Buch von Hilal Sezgin sei ziemlich monothematisch. Landleben, oh je. Landleben, wow. Ehrlich gesagt, habe ich es nur wegen der Autorin gelesen. Mit dem Land habe ich es nämlich nicht so; nachdem ich dort meine Kindheit und Jugend verbracht habe, ist mein Bedarf eigentlich mehr als…
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Lesenswert: Marge Piercys „Menschen im Krieg“
Eigentlich mag ich keine Kriegsgeschichten. Egal ob Filme oder Bücher, sie sind mir entweder langweilig oder zu pathetisch und sowieso zu männerlastig. Wobei ich auch keinen wirklichen Unterschied zwischen Kriegsgeschichten und Antikriegsgeschichten erkennen kann. Der tausend-Seiten-Wälzer „Menschen im Krieg“ stand deshalb ein paar Jahre ungelesen bei mir im Regal. Ich hatte ihn irgendwann günstig bei Buchticket…
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Pietismus und Revolution
Als aufrechte Linke fühlt man sich ja von fundamentalistischer Engstirnigkeit gerne ganz weit weg. Was haben wir, die aufgeklärten und säkularen Menschen, mit diesen Frömmler_innen zu tun? Die Distanz ist womöglich weniger groß als gefühlt. In ihrem Buch „Lebenslänglich besser“ untersucht Dorothee Markert den Einfluss des Pietismus auf die politische Kultur in Deutschland. Dieser Einfluss…