Ina Praetorius glaubt an Gott und so weiter

„Wie soll ich leben, wenn meine Liebe stirbt?“ fragte Sibylle Berg neulich in ihrer Spiegel-Kolumne, in Gedanken auch bei den vielen, die in Japan jetzt Menschen verloren haben, die sie liebten. Statt drumrumzureden, kommt sie klar auf den Punkt: „Da gibt es keine Lösung, da gibt es keinen Trost, da hilft kein: Die Zeit wird es heilen. Die Zeit macht es nur schlimmer. Macht jeden Tag klar, was wir vermissen. Macht klar, dass eben nicht jeder ersetzbar ist. … Ich habe keine Ahnung, wie man mit der Trauer weiterleben kann, und warum man es sollte. Und noch ein Jahr herumbringen, mit dem Füllen des Kühlschranks, dem Warten auf den Feierabend, dem Sonntag, der leer ist, dem Winter, der beschissen ist, und noch ein Jahr, und alt werden daran, wie das gehen soll, ich weiß es nicht.“

Früher haben Leute an solchen Punkten das Wort „Gott“ ins Spiel gebracht. Heute geht das nicht mehr so ohne Weiteres, denn das Wort „Gott“ ist ziemlich versaut. Und zwar nicht unbedingt von den Atheisten, die behaupten, Gott gebe es nicht, weil man seine Existenz nicht nach wissenschaftlichen Standards beweisen oder widerlegen kann. Es ist auch und vielleicht sogar noch mehr versaut von all jenen, die „Gott“ in solchen Situationen tatsächlich als angebliche Lösung, als Trost verkauft haben.

Gott ist aber nicht die „Lösung“, kein allmächtiger Held, der von oben herab hilft. Wenn das Wort „Gott“ einen Sinn haben soll, so kann der nur darin liegen, eben genau diese Leerstelle anzuzeigen, das Eingeständnis einer hilflosen Bedürftigkeit der Menschen. Gott ist die Bezeichnung für die Existenz einer Frage, auf die es keine Antwort gibt – nicht, weil die Wissenschaft noch keine gefunden hat, sondern weil es keine geben kann. Aber, und das ist der Witz: Eine geben muss, weil man sonst eben nicht weiß, „wie das gehen soll“.

Dass die Tatsache des menschlichen Angewiesenseins auf etwas Anderes Ursprung der Theologie ist (und nicht die Vermutung, es könne irgendwo eine allmächtige, jenseitige Entität existieren) hat Luisa Muraro in ihrem Buch „Der Gott der Frauen“ bereits als Erkenntnis einer weiblichen Theologie herausgearbeitet. Ein ganz anderes, aber doch inhaltlich in dieselbe Richtung weisendes Buch hat nun Ina Praetorius geschrieben. Während Muraro als Atheistin sich quasi „von außen“ die theologischen Schriften christlicher Denkerinnen – vor allem der Mystikerinnen – anschaut, schreibt Ina Praetorius „von innen“, als christlich erzogene, religiöse Frau und als Theologin.

In „Ich glaube an Gott und so weiter“ legt sie das christliche Glaubensbekenntnis ausgehend von ihrer eigenen, individuellen Geschichte und Erfahrung aus; angefangen bei ihrer Tante, die ihr das Wort Gott „schenkte“, über ihre liberal-protestantischen Eltern, ihre Zeit als Theologiestudentin, ihre Entfremdung von der akademischen Welt, ihre Erfahrungen in der Frauenbewegung, ihr politisches Engagement. Sie nennt das „Matrixtheologie“ – also eine Weise, von Gott zu reden, die von dem für jeden Menschen einzigartigen Gewebe aus familiären, gesellschaftlichen und historischen Beziehungen ausgeht, in denen er oder sie sich befindet.

Niemals haben zwei Menschen exakt dieselbe Matrix, weshalb auch „Gott“ für jeden Menschen anders klingt, ist, aussieht. Gleichzeitig bietet der Bezug auf die Matrix, also die das Individuum umgebende gesellschaftliche Realität und Kultur, auch die Möglichkeit, mit anderen Menschen in Beziehung zu treten. Traditionen werden geteilt, weitergegeben, enthalten Worte, Geschichten, Riten, auf die man sich im Austausch mit anderen beziehen kann. Und schließlich ist die Tatsache, dass sie nur innerhalb dieses größeren Bezugsgewebes und in Abhängigkeit von ihm leben können, allen Menschen gemeinsam.

Es geht dabei nicht darum, Theologie und die Rede von „Gott“ einfach zu subjektivieren oder gar zu psychologisieren, sondern darum, die Grenzen zwischen „subjektivem“ Glauben und „objektiver“ Theologie aufzuheben. Der Gott, an den Kinder glauben, wenn sie sich auf Weihnachtsgeschenke freuen, ist derselbe wie der, über den Theologieprofessoren ihre Bücher schreiben. Gott ist kein wissenschaftlicher Untersuchungsgegenstand, sondern ein Wort, das Menschen verwenden, um einer bestimmten Art von Erfahrungen und der Erinnerung an Möglichkeiten, mit solchen Situationen umzugehen, einen Namen zu geben. Insofern wird das Wort „Gott“ von Kindern übrigens viel öfter sinnvoll benutzt als von Theologieprofessoren, was auch Jesus schon wusste, wenn er mahnte, wir müssten wieder „werden wie die Kinder“, um ins Reich Gottes zu kommen.

Wunderbar gelingt es Praetorius, immer wieder die Verbindung und Wechselwirkung zu zeigen zwischen christlichen Traditionen (etwa Bibeltexten) und ihrer persönlichen „Matrixgeschichte“. Etwa die alttestamentliche Geschichte von Moses am brennenden Dornbusch (wo Gott von sich sagt, sein Name sei „Ich-bin-da“): „GOTT gibt sich also schon ziemlich am Anfang der Bibel als ICH-BIN-DA zu erkennen. Eine präzisere Antwort bekam Mose nicht, bevor er sich anschickte, das Volk Israel aus der Unterdrückung in Ägypten zu führen. Eine präzisere Antwort bekam auch ich als Kind nicht, aber sie reichte mir im Allgemeinen, um ruhig einzuschlafen. Ich schlief ein in der Gewissheit: JEMAND ist da und passt auf: meine Mutter, meine Tante, die Schwester im Bett nebenan und NOCH JEMAND, den ich nicht sehen kann, dem mich aber meine Älteren anvertrauen würden, falls sie selbst einmal nicht imstande wären, mich zu behüten.“ (38)

An Gott glauben bedeutet nicht etwa, anzunehmen oder zu vermuten, dass in einem solchen Fall ein höheres Wesen wie ein schützender Retter hokuspokusartig aus dem Nichts auftauchen und die Sache regeln würde. An Gott glauben bedeutet vielmehr, darauf zu vertrauen (wie man das griechische Wort für „Glauben“, pistis, besser übersetzt), dass irgendetwas weitergehen wird, dass es nicht von mir allein abhängt, dass Sinn möglich ist, auch wenn ich „nicht weiß, wie das gehen soll“. Wer in diesem Sinne „Vertrauen“ hat, wird die Welt anders sehen und sich anders in ihr bewegen, wird zum Beispiel weniger kontrollwütig sein, wird die eigene Verantwortung innerhalb des menschlichen und weltlichen Bezugsgewebes anders angehen. Die Fähigkeit, zu vertrauen, ist nicht nur eine frühkindlich erworbene Fähigkeit. Sie ist – unter dem Label „Gott“ oder „Religion“ auch ein gesellschaftliches Wissen und eine Kulturtechnik. Und natürlich hat das ganz reale Auswirkungen auf die Welt und wie sie aussieht.

Nun kann man natürlich einwenden, dass gläubige Menschen sich ganz oft überhaupt nicht so verhalten, sondern mit Fanatismus und Eiferei Unglück und Leid über andere bringen. Geschenkt. „Matrixtheologie“ bedeutet auch, Souveränität und Eigenständigkeit gegenüber institutioneller Religion und dogmatischer Theologie zu haben, um diese klar und eindeutig zu kritisieren und sich, wo nötig, zu distanzieren. Wenn Zugehörigkeit zur eigenen Religion über die persönliche Geschichte und „Matrix“ gesichert ist, ist nämlich dogmatischer Bekenntnisglaube nicht mehr nötig. Das abgrenzende Betonen einer „Corporate identity“ wird überflüssig, und das ermöglicht mehr Kritik und Veränderungsimpulse von innen heraus.

Entsprechend hat Ina Praetorius auch überhaupt keine Abgrenzungsbedürfnisse gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen, auch nicht gegenüber der atheistischen. Denn das Wissen um ein MEHR, den SINN DES LEBENDIGEN kann (je nach kultureller und individueller Matrix eben) vollkommen unterschiedlich ausfallen. Der Glaube – oder auch Unglaube – der anderen bereichert den eigenen und steht nicht dazu in Konkurrenz.

Religion ist nicht eine Geisteserkenntnis, die durch rein intellektuelle Anstrengung erworben werden kann, sondern sie muss lebenspraktisch eingeübt sein, wovon die rationale Reflektion ein Bestandteil ist. Das geht natürlich nicht nur auf „christlich“. Auf christliche Weise an Gott zu vertrauen, bedeutet nichts anderes als die Tatsache, dass die eigene religiöse „Matrix“ eben zufällig eine christliche war, mit ihren dazugehörigen Geschichten, Ritualen, Überlieferungen und Texten.

Daher ist es auch konsequent, wenn Ina Praetorius ihre Gedanken entlang des christlichen Glaubensbekenntnisses entfaltet. Nicht, um es zu verteidigen oder zu legitimieren, sondern einfach aus Dankbarkeit für die Arbeit und die Gedanken ihrer Vorfahrinnen und Vorfahren.

Ina Praetorius: Ich glaube an Gott und so weiter… Eine Auslegung des Glaubensbekenntnisses. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2011, 19,95 Euro.

Eine weitere Rezension von Dorothee Markert zu diesem Buch steht hier.


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45 Gedanken zu „Ina Praetorius glaubt an Gott und so weiter

  1. Beim großem Internetbuchhandel hab ich meine Begeisterung notiert, hier also einfach als Bestärkung mein aufgeschriebenes Kopfnicken: ein sehr ermutigendes Buch. Mir war der Glaube immer zu wichtig, als das ich mir zu viel künstlichen Respekt von aussen anhäufen lassen würde. Meine selbstgebasteltete Formel, die ich an unsere Kinder weiter gab, war immer: der Vorteil vom Glauben ist es gerade, das es nicht (wissenschaftliches) „Wissen“ sein muß. Er kann aber zu einer inneren Gewissheit, für einen selber, werden. (Bei Ina steht der aus dem Kopf jetzt zitierte Satz: „Tanten sind Privatsache, Wissenschaft ist objektiv“ – ich hoffe ihr gegenüber, ich habe diesen nicht zu falsch verstanden, wenn ich ihn mit einem nicken zu okkupieren.)

    Das Wort Glauben mit Vertrauen zu ersetzen kürzt meine Formel zusammen und bringt sie auch auf einen etwas anderen, für mich spannenden, Weg des heran tasten.

  2. Huch!
    nach dieser Definition glaube ich an Gott!
    hmpf. ich will aber lieber Atheistin sein. 😉

    Danke für den schönen Text. der bewegt gerade sehr viel in Herz und Kopf.

    Grüße
    Kadda

  3. Also ich bin wie meine Mama und Oma Atheistin und mir kommen alle Religionen wie eine Art Opium fürs Volk vor. Dass wir alle sterblich sind, wird m.E. von den Religionen ausgenutzt und nicht zuletzt finde ich es auch seltsam, dass NUR Männer die Religionsstifter waren, zumindest die der Größten.

    Da ist doch was oberfaul, zumal Frauen bei allen Religionen die Dummen sind.

  4. @lucia – Natürlich ist daran was oberfaul. Das steht in dem Buch auch alles drin. Allerdings sind auch die Erfinder das Atheismus alles Männer gewesen, von daher ist da dran wahrscheinlich auch was oberfaul 🙂

  5. Kadda, machs doch (vielleicht) wie ich: ich seh mich als gläubigen Atheisten. 😉 (Das „ganz genaue Wissen“ überlasse ich andere und meide diese dann, wenn es gerade so geht…) – Inas Buch liest sich übrigens auch für einen Atheitsen seelenguttuend….

    Und Antje, mit einem Augenzwinkern natürlich: da kann ich aber mit meinem Glauben auch nichts für, das Männer den „erfunden“ haben (sollen). 😉

  6. @Abtje:

    Kann sein, aber genauso könnte es sein, dass Frauen für diese Männer eben nicht minderwertig waren bzw. sind.
    Nun ja wie auch immer, jedenfalls brauche ich kein Opium und wenn ich gestorben bin, werde ich wohl erfahren ob und mit wem es weitergeht, oder auch nicht, und das ist ja früh genug. 🙂

  7. Hallo Ihr,
    Dorothee Sölle hat ja schon im Jahr 1968 ein Buch „Atheistisch an Gott glauben“ geschrieben:
    http://www.amazon.de/Atheistisch-glauben-Beiträge-Theologie-sachbuch/dp/3423304006
    Das könnte also eigentlich ein alter Hut sein, dass es sich beim vermeintlichen Gegensatz „gläubig/atheistisch“ um eine falsche Alternative handelt. Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass es kein Theologe, sondern eine Theologin war, die den Pseudogegensatz schon lange in einem für alle lesbaren Buch aufgelöst hat. – Dass es ein „Huch“ auslöst, wenn eine feststellt, dass der beruhigende Glaubenssatz „Ich bin Atheistin“ eventuell ins Wanken geraten könnte, amüsiert mich. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Leute, die sich „atheistisch“ oder „nicht gläubig“ nennen, tatsächlich meinen, in den Kirchen (und Moscheen etc.) glaubten alle an einen alten Herrn oben im Himmel, der alle Fäden in der Hand hält. Wenn mein Buch diese seltsam vorsintflutliche Idee ein bisschen auflösen würde, dann würde mich das freuen.
    Wieso ist es eigentlich so brutal wichtig, „atheistisch“ zu sein? Weil es zu einem ruhigen Schlaf verhilft, die Welt in zwei Teile zu teilen, einen aufgeklärten und einen doofen?
    (Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass das Buch von Dorothee Sölle heute fast vergessen ist. Lebt sich’s leichter mit schlichten Weltbildern?)

  8. @Ina – Das sicher, der Reiz des Atheismus hat aber auch damit zu tun, dass die normalen Religionsvertreter_innen, die man „draußen“ in der Welt so trifft bzw. das, was in den Medien zu dem Thema rüberkommt, tatsächlich meistens zum Weglaufen ist. Hätte ich nicht (im Theologiestudium! nicht in irgend einer Gemeinde!) zufällig die feministische Theologie getroffen, wäre ich heute wahrscheinlich auch Atheistin. Und: Offensichtlich gibt es ja längst auch atheistische Matrix-Tradition so wie bei Lucias Mutter und Oma. Ich treffe in letzter Zeit auch viele, die den Atheismus einfach in ihrer Familie so „vererbt“ bekommen haben. The Next Generation sozusagen.
    Die wichtige Unterscheidung ist ja auch sowieso die zwischen Dogmatisch/Fundamentalistisch und Interessiert/Offen für Anders. Beides gibt es sowohl in religiöser wie in atheistischer Ausformung.

  9. Wobei ich (meine ich) etwas anderes meine, wenn ich mich „gläubig atheistisch“ nenne. Ich meine für mich es so: ich glaube, das es keinen Gott (Überkraft, Seelenklammer, Allesgebährende oder oder oder) gibt. Ich formuliere das immer aus (mindestens) zwei Gründen (die Eitelkeit käme als dritter hinzu, die gebe ich freilich ja nie zu ;-))

    1) ich glaube(!) das. Ich weiß(!) es freilich nicht. Aber es ist ein starker innerer Glaube, den ich mir zum teil auch nicht so vordergründig willentlich ausgesucht habe. (Und mit kirchenkritischem bei mir gar nichts zu tun hat…)

    Mal glaube ich meinen Glauben stärker, mal aber auch schwächer. Eben: Glaube. So wie ich von Gottgläubigen auch kein Wissen erwarte. Und keine 100% Standhaftigkeit in jeder Wüste.

    2) ich möchte meinen „Glauben“ positiv formulieren. „Ich glaube nicht an x und y“ ist mir einfach zu verneinend und negativ.

  10. Wenn mein Buch diese seltsam vorsintflutliche Idee ein bisschen auflösen würde, dann würde mich das freuen.

    @Ina Praetorius:

    Ob und wer diese vorsintflutliche Idee noch glaubt, kann ich nicht beurteilen. So lange aber der Vatikan behauptet, dass die Bibel das wortwörtliche Wort Gottes ist, wird sich das wohl kaum ändern.

    Mal davon abgesehen kenne ich keinen Gott, der nicht von Menschen erfunden wurde. Und wenn es bspw. heißt, – ich bin ein eifersüchtiger Gott – dann kann ich darüber nur lachen. Menschliche Probleme einem Gott unterzujubeln ist ja wohl unterirdisch.

  11. EDIT:

    Wieso ist es eigentlich so brutal wichtig, „atheistisch“ zu sein?

    Gegenfrage: Wieso ist es eigentlich so brutal wichtig, „christlich“ zu sein?

  12. Zitat Antje:
    „Die wichtige Unterscheidung ist ja auch sowieso die zwischen Dogmatisch/Fundamentalistisch und Interessiert/Offen für Anders. Beides gibt es sowohl in religiöser wie in atheistischer Ausformung.“

    Genau das meine ich auch.
    Mein Gefühl macht auch eine Unterscheidung zwischen denen, die etwas ahnen von dem, was Ina „Matrix“ nennt – also etwas ahnen vom grundsätzlichen Angewiesensein auf andere, auf ANDERES – und denen, die das nicht tun.

  13. @Lucia: Christin zu sein, ist mir persönlich eigentlich nicht so wichtig. Da es in meiner Matrix auch die nichtreligiöse Linie gibt, hätte ich mich gut auch anders entscheiden können. Aber da es gänzlich unrealistisch wäre, Religion aus der Welt schaffen zu wollen, ist es wichtig, an den Religionen postpatriarchale Transformationsarbeit zu leisten. Christin zu sein ist in diesem Sinne für mich u.a. eine politische Entscheidung. Allerdings stelle ich fest, dass die Verwandlungsarbeit am Christlichen für mich je länger je weniger Last oder saure Pflicht ist, im Gegenteil: es macht viel Spass, diese reiche, vielfältige und entwicklungsfähige Tradition auf Zukunft hin neu zu formulieren. Da steckt nämlich viel Gutes drin, und das herauszuholen, ist ein echt spannender Job. @Antje: ja, das fände ich spannend, wenn mal eine ausführlich von ihrer atheistischen Matrix erzählen würde. Solche Erzählprozesse würde ich mit meinem matrixtheologischen Buch gern in Gang setzen. Dann kämen wir vielleicht allmählich von diesem Entweder-Oder-Pingpong weg.

  14. Dass die Tatsache des menschlichen Angewiesenseins auf etwas Anderes Ursprung der Theologie ist (und nicht die Vermutung, es könne irgendwo eine allmächtige, jenseitige Entität existieren) …

    Möglichkeit drei: Die Menschen in den alten Hochkulturen haben gar nichts vermutet, sie sind von ihrer Wahrnehmung ausgegangen. Die Götter waren aus ihrer Sicht tatsächlich da und sprachen zu ihnen wie Stimmen der Schizophrenen. Diese These hat der amerikanische Psychologe Julian Jaynes in den Siebzigern aufgestellt.
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13531921.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Julian_Jaynes#Die_bikamerale_Psyche
    Unten bei den Weblinks gibt es das ganze Buch als PDF, es ist genial.

    Dass Dawkins einer der wenigen ist, die Jaynes ernst genommen haben, heißt übrigens nicht, dass man von Jaynes zwingend zum Atheismus kommt. Aber es liegt halt nahe.

  15. @Irene – naja, das kommt mir ein bisschen sehr biologistisch vor. damit will ich nicht bestreiten, dass das so gewesen sein mag, davon hab ich ja keine Ahnung, mit dem, was ich unter Religion verstehe und praktiziere hat es aber nichts zu tun,

  16. Denken und Fühlen, das ist nun mal Biologie. Gedanken und Gefühle sind chemische Reaktionen im Gehirn. Und die sind anscheinend recht wandelbar (Plastizität des Gehirns). Manches, was Jaynes aus der Hirnforschung oder aus der Primatenforschung der Siebziger übernommen hat, ist zwar heute veraltet, aber seiner grundsätzlichen Idee schadet das nicht.

    Ich bin mit dem Buch noch nicht ganz durch, aber es geht darum, wie die Religion der städtischen Hochkulturen entstanden ist und sich dann weiter verändert hat. Und die dabei entstandenen monotheistischen Religionen gibt es ja bis heute. (Über die Zeit vor den Stadtkulturen schreibt Jaynes gar nichts.)

    Das individuelle Bewusstsein (nach dem Verschwinden der Götterstimmen) hat ja dazu geführt, dass man sich manchmal etwas verloren fühlt in der Welt. Und die Religion dann eine neue Rolle bekommt, die sich natürlich immer weiter wandeln kann.

  17. @Ina Praetorius:

    Tja, Religion aus der Welt zu schaffen, dürfte wohl unter den gegebenen Umständen schwierig sein. Das beinhaltet aber für mich die Frage: Wozu braucht der Mensch Religion? Aus meiner Sicht, weil er weiß, dass er lebt und folglich sterben wird. Da kann Religion aber bestenfalls nur trösten. Okay, besser als nix. Das ist eine Seite.

    Eine ganz andere Seite ist die Tatsache, dass alle großen Religionen Erlöserreligionen sind, sprich: nach dem Tod Erlösung im Himmelreich, in der Ursuppe oder wo auch immer. Was ja auch gleichzeitig der Trost ist: Hauptsache es geht weiter. Aber das ist für mich rhetorischer Firlefanz, der absichtlich gesagt wird. Weil sie wissen, dass sie nicht beweisen können, dass es stimmt. Ziemlich miese Verarsche find ich. So weit, so gut.

    Politisch betrachtet kommt keiner weder am Patriarchat noch an kirchlichen Institutionen vorbei. Und schon gar nicht, wenn Laizismus unbekannt ist bzw. nicht gewollt wird. Geschenkt. Die männliche dominierte Gesellschaft funktioniert aber nur so lange, solange es die männliche Dominanz gibt. Soll heißen: Die Gesellschaft würde durch die Gleichberechtigung der Frau zusammenbrechen, weil ihr Fundament Ungleichheit ist. Und dasselbe Fundament haben nicht nur die Religionen, sondern haben dieses auch maßgeblich mitgestaltet. Nun ja, so sehe ich es halt.

  18. @Lucia – Im Bezug auf Erlösung und Himmelreich halte ich es eher mit dem Jesuswort „Das Reich Gottes ist mitten unter euch“ – also gerade nicht Jenseits im Sinne von „nach dem Tod“.

  19. @Antje:

    Na gut, das mag für dich stimmen – aber wenn ich mir die Gewaltverherrlichung in unserer Gesellschaft betrachte dann nützt das einzelnen nicht viel. Bspw. könnte jede von uns Frauen jede zu jeder Zeit vergewaltigt werden.
    Hier hat es mMn anrchie & lihbe gut auf den Punkt gebracht.
    KLICK

  20. @Irene: und auch die Gedanken des Herrn Jaynes sind Biologie. Womit wir bei einem klassischen regressus ad infinitum (bei Wikipedia ist’s erklärt) angelangt wären. Das passiert häufig, wenn es um Religion geht. Und dies ist auch ein Grund, weshalb ich gern religiös bin: weil daraus die Freiheit entsteht, letztlich zum Freudensprung über all die biologischen Besserwisserwahrheiten anzusetzen (Mystik). @Lucia: Dass das Christentum (nur) eine „Jenseitsreligion“ sei, ist ein Gerücht, das die Theologie schon vor vielen vielen Jahren entkräftet hat. Das Beispiel, das @Antje aus dem Neuen Testament zitiert, ist nur eines unter vielen. Aber es ist natürlich einfacher, sich über solche irritierenden Befunde der Wissenschaft einfach nicht zu informieren. Ich gebe es zu: mit der schlichten Marx’schen Opiumstheorie lässt sich gut schlafen. Und natürlich hast du Recht, wenn du findest, dass immer noch viele Leute ihre Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem Tod mit Heiligen Schriften begründen. Auch wenn sie, wenn sie die Heiligen Schriften genau lesen würden, eines Besseren belehrt würden. Ceterum censeo (bei Wikipedia nachschauen): Weltbilder, die in schlichtem Schwarzweiss gehalten sind, schenken einen guten Schlaf. Und ein guter Schlaf ist gewiss viel wert.

  21. „Aber es ist natürlich einfacher, sich über solche irritierenden Befunde der Wissenschaft einfach nicht zu informieren.
    […]
    Auch wenn sie, wenn sie die Heiligen Schriften genau lesen würden, eines Besseren belehrt würden. …“

    Ich finde es eher irritierend, biblischen Exegesen Wissenschaftscharakter zuzusprechen, insofern diese die „Heilige Schriften“ von vornherein als Quellen von Wahrheiten betrachten.

    Den/Das haben/sind sie nämlich nicht – zumindest, wenn einem an einem klaren Wissenschaftsbegriff gelegen ist und man dessen Verwässerung nicht in Kauf nehmen will, nur weil ein paar Leute gerne vom hohen Ansehen der Wissenschaft profitieren wollen.

  22. Religion… hm, ich bin ja ehrlich nur ein Zaungast-Laie auf diesem Gebiet, aber gehört da nicht mehr Trennschärfe rein? Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich die Worte „wissenschaftlich“ richtig einschätze, aber die Religion ist in meinem Empfinden eine Art Organisationsstruktur für ähnlich Gläubige. Auch die Frage, wie Glaubensempfindungen, Geschehnisse und ähnliches überliefert werden, also Teile der Matrix der Glaubensgemeinde. Etwas, was ich grundsätzlich auch mag, ich mag es, mich zusammen zu tun mit anderen. Und ich mag es, Geschichte auf zu bauen und mich darauf beziehen zu können. Nur: man darf jetzt kaum jeden Unsinn, den dann ein meist stetig wachsender Organisationaapparat, wie Kirche, nun nicht immer wieder gleich auf den Sinn und Unsinn von Glauben runter rechnen. Manche „Vereinsorgane“, meinetwegen bei manchen Glaubensvereinen auch „viele“, sehen vielleicht einen Opiumeffekt wirklich gerne. Aber das sagt doch nichts über den Glauben aus. Nur etwas über die gewachsene schiefe Struktur des jeweiligen Vereines. Und dagegen könnte man ja was tun. Aber zum Sinn oder Unsinn eines Glaubens sagt das doch nichts. Diese Pfeile zischen doch immer weit vorbei.

  23. @Ina Praetorius:

    „Heilige Schrift“ ist eine subjektive Wertung. Eine Religion muss sich an dem messen lassen, wie sie gelebt wird. Einzelne reichen dafür definitiv nicht aus. Unsere Gesellschaft ist eine pseudo Christliche denn es herrscht Gewalt und nicht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Die die Gewalt erlebt haben, missbrauchte Kinder, vergewaltigte Mädchen und Frauen, Kriegsopfer tröstet der Spruch nicht sondern die christliche Gesellschaft verhöhnt sie noch obendrein.

    Tut mir leid, ich wusste nicht, dass Subjektivität eine Wissenschaft geworden ist. Marx hat Fehler gemacht, keine Frage, aber die waren kein Opium, sondern es folgte willkürlicher Machtmissbrauch. Deine Polemik ist demnach wirklich nicht angebracht.

    Wie auch immer, unsere Ansichten können unterschiedlicher nicht sein.
    Folglich sage ich dazu nichts mehr.

  24. @Andreas: „Hohes Ansehen von Wissenschaft“? Wo bitte? Meinst Du Fukushima? Oder Finanzwissenschaft? Oder Statistik? Oder Geschichtsschreibung? – Da sind mir Theologen lieber, die zum Beispiel vorsichtig, mit Hilfe sozialhistorisch-kritischer Feinarbeit zu bedenken geben, dass Jesus, wenn er vom „Reich, das nicht von dieser Welt“ (Joh 18, 36) spricht, möglicherweise (noch) etwas anderes gemeint haben könnte als das „Leben nach dem Tod“. Theologie bedeutet, kritisch an die eigenen Traditionen heranzugehen, offensichtliche Vorurteile zu entkräften, Deutungsalternativen anzubieten, ohne gleich eine von ihnen zur einzig möglichen Wahrheit zu erheben etc. Auch über das Selbstverständnis der Theologie kann, wer will, sich informieren. Gerade weil die Theologie inzwischen viel Übung darin hat, sich als unechte Pseudowissenschaft lächerlich machen zu lassen, ist sie heute um einiges kritischer als so manche andere „Wissenschaft“, an der Debatten wie etwa die Postmoderne oder diejenige zu „Erkenntnis und Interesse“ spurlos vorüber gegangen zu sein scheinen.

  25. Ich staune! Für mich ist das, was Ina Praetorius als „Glaube an Gott“ beschreibt, eine Religiosität OHNE Gott. Warum es dann nicht auch gleich so nennen? Wenn „Gott“ nur die Bezeichnung für die Existenz einer unbeantwortbaren Frage ist, dann braucht es doch diesen belasteten, oberschwammigen, vielfach ge- und missbrauchten Begriff nicht!

    Auch bezweifle ich (leider!), dass die Frage „unbeantwortbar“ ist. Die Antwort könnte auch einfach heißen: es gibt keinen Trost. Die Welt ist, wie sie ist, weder gerecht noch moralisch, sondern einfach nur DA. Was unerträgliches Leiden bzw. eine Katastrophe ist, ist subjektive Wertung. Die Katastrophe eine Ameise sieht anders aus als meine – und das arme sterbende Kaninchen ist des Adlers willkommene Mittagsmalzeit.

    Gruslig… nicht? Man guckt da ja nicht wie auf einen Film drauf, sondern spürt die Ausgesetzheit, Machtlosigkeit und Nacktheit der menschlichen Existenz.

    Als Trost aber „an einen Gott zu glauben“ gelingt mir nicht, jedenfalls nicht im Sinne der drei abrahamitischen Religionen und all jener, die eine Art „großen Anderen“ annehmen und ihm/ihr irgendwelche Eigenschaften andichten.

    Dies alles sind doch Projektionen menschlicher Potenziale, Wünsche und Ängste. Wer dem zustimmt, kann nicht weiter an einen Gott glauben und braucht ihn auch nicht als Bezeichner für eine Frage, bzw. für die Bezeichnung der Möglichkeit einer „tröstlichen“ Antwort.

    Trostlos müssen wir deshalb nicht bleiben:

    Wir sind es selbst, die die „tröstliche Antwort“ geben können, indem wir uns als Liebende verhalten – nicht nur gegenüber dem „Beziehungspartner“, sondern möglichst in jeder Situation. (Z.B. ganz besonders gegenüber einer Traurernden). Dass man das tut, ist hochgradig unwahrscheinlich, denn allermeist folgen wir Gewohnheiten, Traditionen, Trieben und emotionalen Impulsen.
    Umso mehr geraten die Momente zu Sternstunden, in denen es DOCH passiert – und je mehr Menschen sich unwahrscheinlicherweise ohne Blick aufs eigene Interesse für das jeweils Konstruktive/Not-wendige/Befriedende entscheiden, desto wirkungsmächtiger und beglückender wird das gemeinsame Handeln.

    Desto wunderbarer, könnte ich auch sagen. Und von da ist’s dann doch wieder nicht weit zu „göttlich“…

  26. @Claudia – Genauso, wie du es beschreibst. An dieser Stelle das Wort „Gott“ zu verwenden (und nicht einfach nur „Liebe“ zum Beispiel, oder menschlicher Trost) ist mir persönlich wichtig, um den Aspekt des Unverfügbaren reinzubekommen. Denn auch wenn ich mich noch so sehr anstrenge, Trost zu spenden, so funktioniert es nicht. Es lässt sich nicht „herstellen“ wie ein Stuhl, sondern es muss noch etwas hinzukommen, das die Beteiligten nicht in der Hand haben. Aber wovon viele die Erfahrung machen, dass man doch „darauf zählen“ kann. Wir haben nun einmal diese Tradition, in der diese Art von Erfahrungen mit „Gott“ bezeichnet wurden. Von mir aus können wir den Begriff auch abschaffen und stattdessen Schnurzlipurz dazu sagen. Aber wichtig ist, dass dieser Moment des Unverfügbaren, das Gegebene und Machbare Transzendierenden im Bewusstsein bleibt.

  27. @Claudia und @Antje: ich stimme Euch fast vollständig zu. Bloss ist es mir eben wirklich wichtig, das, was Ihr so schön beschreibt, nicht „Schnurliputz“, sondern eben „Gott“ zu nennen, trotz aller Verschandelung des Wortes. Aus einem einfachen Grund: weil ich damit meine Vorfahrinnen und Vorfahren ehre, die zu lieben versuchten und dabei von Gott sprachen, womit wir wieder beim Grundtenor und -ansatz meines Buches angekommen wären. Es ist nämlich – zumindest für mich – nicht so, wie Du es beschreibst, Claudia: dass ich mich e n t w e d e r traditionell o d e r liebend verhalte. Sondern: weil meine Tradition, zumindest ein grosser Teil von ihr (also zum Beispiel meine Tante, die mir das Wort „Gott“ geschenkt hat), die LIEBE in den Mittelpunkt rückt, d e s h a l b kann auch ich Liebe zu üben versuchen. Meine Tante und andere Vorfahrinnen und Vorfahren bis zurück zu den biblischen Prophetinnen und Propheten sagen mir, dass DAS UNVERFÜGBARE letztlich DIE LIEBE (1 Joh 4,8) ist. Und weil ich darauf, also auf das Geschenk der Weltinterpretation meiner Vorfahrinnen und Vorfahren vertraue, kann ich manchmal auch selber versuchen, im Sinne der LIEBE zu handeln. Wenn nun aber Leute so schön vom Sinn des Lebens schreiben wie ihr beide, dann stört es mich nicht, wenn sie sich meinetwegen „Atheistin“ oder „Schnurliputzianerin“ nennen. Denn zwischen unseren Worten ist genug Berührung.

  28. Claudia, Du beschreibst ziemlich genau meinen atheistischen Glauben. Nur zuweilen fehlt mir eine, meinentwegen eben menschliche Projektion, an die ich mich halten kann, wenn ich ob des unbegreiflichen Umstandes, das die Welt einfach DA zu sein scheint, innerlich als kleine Ameise etwas strauchel.

    Allerdings nie genug, um mich mit der auch mir traditionell angediente und nicht ganz unsympatische christliche Religion zu behelfen. Und manchmal finde ich das sogar traurig, allein: mein Glauben ist dann doch ein anderer. So wie Du es eben beschrieben hast.

  29. @Antje, @Ina: ich verstehe Euch und sehe INHALTLICH kaum etwas, das uns trennt. Schön!

    @Cräcker: mir hilft da gelegentlich ein anderer, nicht in der christlichen Tradition entwickelter Gedankengang. Nämlich die Überlegung (und daraus folgende Beobachtungen), dass die Grenze zwischen „mir“ und „der Welt“ eigentlich ein willkürliches Gedankenkonstrukt ist. Klar, wir sind oberflächlich betrachtet Säugetiere und bewegen uns in einer „Umwelt“ fort – aber ohne diese Umwelt wären wir nicht, nicht eine Sekunde. Betrete einen Raum, in dem ein deprimierter Mensch sich aufhält – du wirst seine Deprimiertheit mitfühlen – wo hörst du auf und wo fängt er an? Achte darauf, wie das Wetter mit deiner Stimmung korrespondiert – was bist DU und was ist der Frühling, die Sonne, der Wind?

    Im Buddhismus werden diese Betrachtungen derart intensiviert, dass am Ende der Schluss nahe liegt: da ist niemand, der stirbt, der alleine und GETRENNT von allem ist. Wir sind nichts als eine Anhäufung von Ursachen & Wirkungen im allgemeinen Gestrüpp des bedingten Entstehens, die witzigerweise zu einem Bewusstsein gelangt ist, JEMAND zu sein. Eine Illusion, die man auch wieder abbauen kann…

    Übt man diese Meditationen, kann man vom Bewusstsein der Ameise zu jenem des „Blatts am Baum“ kommen: das Blatt verwelkt und „stirbt“, doch hat es in Wahrheit nie für sich gelebt. War immer auch Baum – und der Baum lebt!

  30. @Ina Praetorius:
    Was, bitte, hat „Fukushima“ mit Wissenschaft zu tun? Oder glaubst Du, die „Finanzwissenschaft“ hätte nichts zu sagen, nur weil es ein paar Banker gegeben hat, die von Seiten der Politik als bequeme Kopfhinhalter für die eigenen Versäumnisse dienen mussten?

    Wenn ich vom hohen Ansehen der Wissenschaft rede, dann meine ich damit sowas wie Empirie und Experiment. Deduktive Verfahren. Niemals Wahrheitsbesitz, immer nur Hypothesenbildung. Fairness und Logik in der Argumentation, daher die Forderung nach Falsifizierbarkeit aller Hypothesen. Und das alles gesichert durch ein System, welches nicht auf der Redlichkeit des einzelnen Wissenschaftlers gegründet ist, sondern auf der Freiheit der Rede. Das Recht jedes einzelnen, Kritik anzubringen oder eben bessere Hypothesen aufzustellen ( nicht, dass nicht einzelne Wissenschaftler das immer wieder zu unterlaufen versuchen – hat aber keinen dauerhaften Erfolg ).

    Kann leider nicht sehen, dass das Studium von Schriften als „heiligen Quellen“ auch nur im entferntesten mit diesem Wissenschaftsbegriff etwas zu tun hat.

    Wen juckt es denn, ob >Jesus, wenn er vom „Reich, das nicht von dieser Welt“ (Joh 18, 36) spricht, möglicherweise (noch) etwas anderes gemeint haben könnte als das „Leben nach dem Tod“<?

    Niemanden – das sind doch einfach nur Versuche, einen Text pseudorelevant zu halten? Wozu macht man sich die Mühe?

    Als historischer Text dagegen, der von der römischen Untersekte der Christenheit kanonisiert wurde in ihrem Bestreben, Staatsreligion zu werden, Macht zu erringen, hat der einiges Interesse sicher – aber dann eben in der Form, in der er wirkte; also als Vorstellung eines Lebens nach dem Tod.

    Dass einige Theologen sehr selbstkritisch sind, geradezu einem ständigen Reflexionszwang unterliegen ( man könnte sagen, die "Wissenschaft vom lieben Gott" besteht nur noch aus Reflexionen ) ist mir übrigens bei Kallscheuer aufgefallen. Echte Wissenschaft hat das Problem nicht, weil sie einen Gegenstand hat, an dem man sich stoßen kann.

  31. Wen juckt es denn, ob >Jesus, wenn er vom „Reich, das nicht von dieser Welt“ (Joh 18, 36) spricht, möglicherweise (noch) etwas anderes gemeint haben könnte als das „Leben nach dem Tod“<?

    PS. Womit ich nicht sagen möchte, dass alle Überlegungen, die einer "Selbstverortung und -ausrichtung" in der Welt dienen, wertlos sind – nur der Bezug auf einen nur noch historisch interessanten Text ist für solche Überlegungen völlig wertlos. Und Manipulation?

  32. @Andreas – Texte und andere Dinge sind nicht „objektiv“ interessant oder nicht. Sondern dann wenn sich jemand dafür interessiert. Wenn du etwas irrelevant findest, heisst das nicht, dass es irrelevant IST. Andere Menschen können es relevant finden. diese Verwechslung der eigenen Vorlieben mit allgemeingültiger Wahrheit ist imho ein Problem, das in der „Wissenschaft“ häufig vorkommt . Und ich glaube, es kommt daher, dass der Objektivitätsanspruch dazu verleitet, dass man nicht mehr offen für das ANDERE ist,

  33. *leise dazu, Antje, wohl wissend, das Du dieses auch nicht verneint hast*: das kommt beim Glauben auch oft vor, das man die innere gefundene eigene Wahrheit mit einer allgemeingültigen für andere/alle Menschen verwechselt.

  34. @Antje Schrupp:

    Ich glaube eher, dass die Wissenschaft, so wie ich sie oben dargestellt habe, keinen Objektivitätsanspruch des einzelnen Menschen kennt und schon gar nicht anerkennt.

    Robinson Crusoe auf der Insel kann niemals ein Wissenschaftler sein – die Objektivität der Wissenschaft wird dialogisch hergestellt.

    Weswegen in meinen Augen Dein Argument auch völlig fehl geht – ich spreche doch nicht über meine oder Deine subjektive Befindlichkeit, sondern darüber, ob in dem Dialog von Ina Praetorius die Bezugnahme auf angeblich „heilige Texte“ ein wichtiges Element ist, das logisch vorhanden sein muss.

    Und mein Befund ist, ganz lapsig gesagt, nein, ist es nicht – soweit sie was zu sagen hat, was einer kritischen Würdigung standhält, kann sie das auch sagen, ohne Bezug auf alte Texte zu nehmen. Ob vor zweitausend Jahren jemand anderes mal eventuell was ähnliches dachte, ist bestenfalls interessant, aber eben irrelevant.

    Und insoweit Frau Praetorius Stuss redet, wird der auch nicht besser dadurch, dass man heilige Autoriäten bemüht 😉 …

  35. @Andreas – Da gebe ich dir recht. Deshalb werden im Islam ja auch alte Texte rezitiert und auch die Bibel steht nicht nur im Schrank, sondern wird, z.B. im Gottesdienst, „vorgelesen“. Dass etwas „da steht“, ist völlig belanglos, wenn es nicht heute „wieder gesagt“ wird. Dann steht aber diejenige, die es wieder sagt, dafür gerade, sie kann sich nicht hinter dem Text verstecken. Der Meinung bin ich auch. Wenn ich mit „ungläubigen“ Leuten rede, dann zitiere ich auch nicht aus der Bibel sondern sage es selbst. Anderersetis kann man ja schon hin und wieder darauf verweisen, woher man eine Idee hat, bzw. dass man sich mit der eigenen Ansicht an eine schon ältere Tradition andockt. Das gehört sich ja auch irgendwie so, wir wollen ja nicht guttenbergen 🙂

  36. @AntjeSchrupp:

    „Dann steht aber diejenige, die es wieder sagt, dafür gerade, sie kann sich nicht hinter dem Text verstecken. Der Meinung bin ich auch.“

    Ja, das gefällt mir – vor allem, weil es nicht so hoch aufgehängt ist. So wird klar, dass oben noch lange keine Wissenschaft betrieben wird, und auch keine „Heiligkeit“ vorliegt. Das Schmücken mit falschen bzw. unpassenden Autoritäten, nur um mehr Gewicht für die eigenen Ansicht zu erlangen, ist zwar das Gegenteil vom guttenbergen, aber das wollen wir ja auch nicht.

    PS. Tradition: Der Wissenschaftsbegriff oben ( von Popper ) steht übrigens mit beiden Beinen in einer griechisch-christlichen Tradtition. So wird auch klar, dass man eben nicht „Besserwisserwahrheiten, z.B. der Biologie“ mal eben links liegen lassen kann, nur weil Frau Praetorius etwas vorlesenswert findet, was anderes aber doof *g* ..

  37. So, und jetzt lesen wir einfach mal alle das Buch, das @Antje hier so schön besprochen hat. Und dann sehen wir weiter. Frohe Ostern allerseits!

  38. Ich glaube, dass keine Idee, kein Glaubenstheorem, keine in sich noch so geschlossen wirkende Ideologie ausreicht, um den Bedürfnissen eines Menschen ganz zu entsprechen. Ich bin Studentin und innerhalb einer christlichen Gemeinde sozialisiert, mache aber zurzeit auch viel aktiv in linken alternativen Kreisen. Beide unterscheiden ihre Handlungen, Gedanken und Ziele nach Prinzipien, die sie sich selbst gelegt haben. Bei meiner Gemeinde wäre es das Prinzip,,geistlich” vs. ,,ungeistlich”; die Linken, die ich kenne, unterscheiden zwischen dem Prinzip ,,emanzipatorisch” vs. ,,unemanzipatorisch”. Ich könnte einem Linken nie erklären, warum ich ein Bedürfnis ja einen Hunger nach Gott habe; in seinem binären Denken könnte er mir nur Masochismus und Unterordnung an eine übermächtige Vaterfigur vorwerfen. Ebenso werde ich einem Christen aus meiner Gemeinde schlecht schildern können, warum ich darauf aus bin, Herrschaftsstrukturen umzustoßen; es wäre für ihn nur ene Art von Rebellion (und das ist bei uns kein Kompliment 😉 ).
    Ich will nicht in eine Idee passen. Es geht mir aber auch nicht darum, meinen Glauben zu relativieren und mir das auszupicken, was mir gefällt. Gott ist für mich absolut. Aber wie Jesus auch schon über den Sabbat sagte, der von den Menschen seiner Zeit übertrieben wurde: ,,Der Sabbat ist für den Menschen; nicht der Mensch für den Sabbat.” Die Ideen, die wir haben und teilen, die Ziele, die Wünsche: Sie sind für uns. Sie sollen nicht das kleingewaschene Hemd sein, in das wir uns hineinzuzwängen versuchen.

  39. Hubert Popp sagt:
    16. Mai 2011 um 12:38
    Geehrte Redaktion !
    Unser ganzes Leben ist ein Gebet an unseren Schöpfer ! Keiner von uns Menschen wurde je gefragt ob er überhaupt sein möchte ! Wir Menschen haben uns also nicht selbst geschaffen sondern Gott ! Dieser Schöpfergott hat uns Menschen gegenüber keine Gnade walten zu lassen sondern er hat eine Fürsorgepflicht seinen Geschöpfen gegenüber zu erfüllen ! Es ist also eine Verpflichtung für ihn dafür Sorge zu tragen , daß es uns Menschen hier auf Erden gut geht ! Wenn nun ein sogenannter Taufenstreit entbrennt um den besten Weg zum Christsein zu finden , so sollten wir doch feststellen , daß es keiner Taufe bedarf ! Jeder Mensch ist Christ ( von Christos , der Gesalbte ) von Anfang an ! Denn erst der Geburtsbalsam bei Trennung des Kindes vom mütterlichen Leib befähigt es zum Eintritt ins Leben der Wirklichkeit ! Was gibt es für uns Christen eigentlich noch Größeres als als der Eintritt ins gottgewollte Leben ! Das wußten natürlich die Bibelschreiber von Damals noch nicht , waren sie doch nur Geschichtenerzähler und keine Wissenschaftler !
    Doch nun zu Jesus ::::
    Die Geschichte um Jesus einmal katholisch betrachtet ! Zuerst sollten wir daher auch versuchen die Ausuferungen der Theologie zu bändigen ! Denn z.Z. ist ja die Theologie noch eine Wissenschaft , deren Kunst darin besteht ::: normale geschichtliche Ereignisse dem normalen Menschen so darzustellen,daß sie diesem als Geheimnis ( Mysterium ) erscheinen ! Ich habe hier nun nachfolgend versucht z.B. die Geschichte mit und um Jesus umfassend , weltumspannend , kurz und gut katholisch zu betrachten mit den Augen schlichter , vernünftiger Religionphilosophen und Naturkundler , in kompakter Form::: Diese Aussagen hätte eigentlich Jesus niederschreiben sollen , doch leider hat er außer einige wenige Schriftspuren im Sand , ” Nichts ” hinterlassen ! Auch seine Jünger folgten seinem Beispiel und hinterließen schriftlich ein ” Nichts ” ! ….Warum auch , wenn das so häufig von Jesus angepriesene Gottesreich mit ihm als Weltenherrscher so nahe war !
    Erst einige Jahrzehnte später als Jesus nicht wiederkam , begann dann der selbsternannte Apostel Paulus schriftlich etwas zu verfassen , gefolgt von den vier Evangelien-Schreibern ::: Alles Menschen , die Jesus überhaupt nicht kannten die aber immer wieder versuchten eine Beziehung zum ” Alten Testament” zu verdeutlichen mit
    der ” theologischen Geheimwaffe ::: Rückwärtsprophetie “!
    Sie ließen also am Schreibtisch Ereignisse geschehen die im A.T. angedeutet wurden ! Wenn wir nun diese Schriften betrachten , so sind diese auch darauf angelegt ::: Das nahe Gottesreich mit dem wiederkehrenden Jesus an der Spitze zu verdeutlichen um damit ein wenig seinen Anhängern Trost zu spenden ! Denn außer dem kommenden Reich Gottes gab es für diese Schreiber keine Zukunft mehr .. für sie war damit die Schöpfung Gottes abgeschlossen !
    Der wichtigste Mensch zu jener Zeit war nun einmal der Apostel Paulus , auch ein Mann der Jesus überhaupt nicht kannte ! Dank seiner überragenden rethorischen und schriftstellerischen Fähigkeiten konnte er die jesuskennenden Apostel , die ja fast alle nicht schreiben konnten, mit seinen Lehren überzeugen ! Auch diese seine Lehren wurden geprägt von der kurz bevorstehenden Wiederkehr Jesu . Die paulinischen Schriften und auch die vier Evangelien sind also für Menschen geschrieben,die in der Nah- Erwartung Jesu standen. Diese Schriften dürfen in diesem Sinne als Trost- und Vorhersageschreiben betrachtet werden für die damaligen ” Glaubensendzeitler ” , somit sind diese Schriften für uns Nachkömmlinge nicht bestimmt ! Wären nämlich die Prophezeihungen in Erfüllung gegangen , ja dann gäbe es uns heute nicht !
    Das heißt nun aber nicht , daß wir uns damit nicht befassen sollten , ist es doch immer wieder schmunzelhaft zu erkennen , wie die Evangelienschreiber eingefügte geschichtliche Unwahrheiten in Glaubenswahrheiten umformten ! Dabei war Ihnen jedes Mittel recht ::: z.B. diese geschichtlichen Unwahrheiten :::Die 3 Magier aus dem Morgenland , der Kindesmord des Herodes , die Flucht nach Ägypten und sicherlich auch der Judasverrat ! …. Diese dramatischen Beschreibungen hatten nur ein Ziel ::: soviele Anhänger wie möglich für Jesu Gottesreich zu gewinnen ! Nun ist diese erwartete Wiederkunft Jesu nicht eingetroffen ! Somit dürfen wir heute also ” ketzerisch ” feststellen ::: Jesus hat seine Anhänger ” in Stich gelassen ” ! Auch er konnte nicht , trotz der legendären Auferstehungsgeschichte , das von Gott aufgestellte biologische Naturgesetz vom materiellen Werden und Vergehen zum ” Wohle des Neuen ” (Evolution ), nicht verändern , hier sehen wir aber auch , daß die Theologen des Neuen Testamentes es mit der geschichtlichen Wahrheit nicht so genau nehmen ! Für sie steht somit
    ihre Glaubens- Wahrheit ( Die Bibel ,Gottes Wort ) vor der Wirklichkeitsgeschichte Gottes mit seinen Geschöpfen , uns Menschen ! Religionsphilosophisch betrachtet ::: Die neutestamentliche Theologie ist überhöht mit sich selbst durchgegangen und das nicht zur Ehre Jesu sondern zu ihrer ” Eigenen ” !
    Nun zum Erlösertum Jesu :::
    Wir sollten uns heute wirklich ernsthaft die Frage stellen : Wo von sollte uns Jesus eigentlich erlösen ???
    Vielleicht von der Unzulänglichkeit Gottes diese unsere Welt nicht vollkommen geschaffen zu haben , damit er danach sagen kann :::Ihr Menschen , meine unvollkommenen fehlbaren Geschöpfe , benötigt nun doch eine Erlösung! ! Ich glaube so dürfen wir heute nicht mehr denken , denn nach naturwissenschaftlichen Erkenntnissen ( auch die Naturwissenschaft ist ja ” Gotteswort ” ) ist die Schöpfung noch lange nicht abgeschlossen ! Wir können also jetzt noch garnicht beurteilen ob sie gescheitert ist !” Denn erst nach einem Scheitern dürfen wir uns eine Erlösung ” erhoffen ! Weiterhin wird seit über 2000 Jahren gnadenlos auf Jesus eingebetet , mit dem Erfolg , daß es auf unserer Erde immer noch keinen Frieden gibt …. wir müssen uns einmal vorstellen ::: Wenn nur 100 Millionen Gläubige zu Jesus täglich beten ,( in Wirklichkeit sind es ja noch viel mehr) … dann sind das ca. 3500 Beter pro Sekunde ! Hier sollten wir doch schlicht und einfach von einer gewaltigen Überforderung Jesu sprechen statt von dem ..,..von den Theologen so hochgelobten ” Mysterium ” !
    Daß nun Jesus mit dieser gewaltigen Gebetsflut total überfordert ist , bedarf eigentlich keiner besonderen Erklärung !
    Befreien wir also unseren Bruder Jesus von der Last des von hochbegabten Theologen ihm aufgewollten Erlösertums und ganz wichtig ::: von seiner vom Konzil zu Nicea ihm aufgezwungenen exclusiven Gottessohnschaft !
    Wir sollten nun aber auch die in Nicea erkannte verengte ” Dreifaltigkeit Gottes ” erweitern in eine größere ” Vielfältigkeit Gottes ” um diesen gewaltigen Erwartungsdruck der Einzelsohnschaft von Jesus zu nehmen ! Die Weichen dazu sind schon vor einigen Jahren gestellt worden von ” Baruch de Spinoza ” , ” Jordano Bruno ” u.A. , mit ihren philosophisch-theologischen Lehren zum ” Pantheismus ” ::. Gott in Allem , Alles in Gott …und der göttliche Funken in uns Menschen !
    Ganz nach Schillers ” Ode an die Freude ” dürfen wir dann mit Beethoven singen ::: ” Freude schöner Götterfunken ” !
    Und noch etwas::: Vielleicht ist Gott doch kein König sondern der ” Ideale Demokrat ! Denn wie wir ja wissen , hat sich das Königtum in den Jahrtausenden Menschheitsgeschichte nicht gehalten ! Das Königtum war demnach sozusagen im Rahmen der Evolution eine Durchlaufzeiteinheit hin zur Demokratie und somit auch hin zu Gott !
    Das wären Gedanken von einem Menschen der zwischen zwei Kirchen wohnt , Gedanken ohne dogmatischen Anspruch ,Gedanken durch Vernunft und Religion dynamisch erweiterbar zur Ehre der Schöpfung Gottes !
    Einen herzlichen Gruß zu Ihnen ! Hubert Popp

  40. Pingback: Gott kann uns nicht helfen, aber wir ihr_ihm | Gott und Co.

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