Einige Fragen zu Schwarzers Antwort

Ja, was ist das für ein Gefühl, wenn der Feminismus so richtig „mitten in der Gesellschaft“ angekommen ist? So sehr, dass er dich an jeder Straßenecke vom Plakat herunter anlächelt: Da, eine von uns, in einer Reihe mit Ghandi und Galileo und Martin Luther King? Die eine, die so mutig gewesen ist, die Wahrheit zu sagen, während wir alle – ja, was eigentlich in den letzten dreißig Jahren gemacht haben? Kompromisse mit der Männergesellschaft? Nun, die Frage nach der Aufrichtigkeit des eigenen Handelns muss jede mit sich selbst und mit ihren Freundinnen ausmachen. Ich finde, die aktuelle Werbekampagne von Alice Schwarzer für die Bildzeitung sollte kein Anlass für moralische Tugendappelle sein, sondern für eine politische Analyse: Noch nie war es so augenfällig, im wahrsten Sinne des Wortes, dass der Gleichheitsfeminismus die Assimilation der Frauen an eine historisch männliche Kultur nicht nur zum Ziel hat, sondern dieses Ziel auch weitgehend erreicht hat. Und was kommt jetzt? „Die Antwort“ hat Alice Schwarzer

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Paris Hilton und der Zustand der Heldinnen

Fast kein Tag vergeht, wo mir nicht beim Aufpoppen der aol-Startseite die neuesten Neuigkeiten von Paris Hilton ins Auge springen. Und ich bin etwas ratlos. Früher haben wir doch mal Heldinnen verehrt, weil sie stark waren, weil sie sich was getraut haben, das wir uns niemals getraut hätten, weil sie sich ins Getümmel stürzten, wo wir uns lieber im Bett verkrochen hätten. Die für ihre Ideale sogar bereit waren, in den Knast zu gehen, wenn’s sein musste. Und jetzt diese Faszination und diese Anteilnahme für eine Frau, deren geballte Ladung Dummheit und Wehleidigkeit jedenfalls mein Vorstellungsvermögen übersteigt. Sind das die Heldinnen von heute? Warum nur?

So ein Feminismus reicht nicht!

Gerade habe ich das neue Buch von Silvana Koch-Mehrin gelesen: „Schwestern. Streitschrift für einen neuen Feminismus“. Gut gemeint, aber viel zu kurz gesprungen! Denn Feminismus ist für mich viel mehr, als es den Frauen zu ermöglichen, sich mit voller Kraft in den Dienste der globalisierten Wirtschaft zu stellen. Meine Rezension von Koch-Mehrins Buch findet Ihr unter http://www.antjeschrupp.de/rez_koch-mehrin_schwestern.htm. Auch ein neues Manuskript zum Thema Feminismus steht jetzt online – ein Vortrag zum 10. Jubiläum der Gleichstellungsstelle im Landkreis München: http://www.antjeschrupp.de/gleichstellung_lk_muenchen.htm. Zu all dem gibt es übrigens in nächster Zeit Gelegenheit zum direkten Austausch:– am Dienstag, 24. April, in Unna zum Thema „Frauen zurück an den Herd? Zukunft des Feminismus“ (19.30 Uhr, Kaminraum an der Paul-Gerhardt-Kirche in Unna-Königsborn, Fliederstr. 16),– am Mittwoch, 25. April, in München zum Thema „Was ist weiblich?“ (20 Uhr, Frauenstudien e.V., Baumstraße 8 Rückgebäude)– am Dienstag, 15. Mai, in Villingen zum Thema „Lila Pause? Von wegen! Perspektiven einer Politik für Geschlechtergerechtigkeit“ (19 Uhr, Heinrich Böll-Stiftung, Café im Franziskanermuseum,

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Traumatisierungen zwischen Frauen und Männern

Eine spannende Debatte über die Frage, inwiefern der Separatismus bei Teilen der Frauenbewegung und die zuweilen pauschale Kritik an „den Männern“ zu Traumatisierungen im Verhältnis der Geschlechter geführt hat, die mit eine Ursache sein könnten für die ablehnende Haltung vieler gegenüber dem Feminismus, hat Dorothee Markert im Forum „beziehungsweise weiterdenken“ angestoßen. Ich würde mich freuen, wenn Ihr da mal reinschaut und vielleicht mitdiskutiert – in Form von Leserinnenbriefen, Kommentaren etc. Den Artikel von Dorothee Markert „Traumatisierungen zwischen Frauen und Männern“ findet Ihr unter http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-10-59.htm. Einen Beitrag von mir, der sich auf das Thema bezieht, heißt „Gute Erfahrungen sichtbar machen“ und steht hier: http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-2-61.htm

Verschiedene Vorstellungen von politischer Praxis

Ich möchte euch auf einen neuen Text im Internet hinweisen – es ist die Übersetzung eines Textes der italienischen Diotima-Philosophin Chiara Zamboni ins Deutsche. Darin zeigt Zamboni an Beispielen, was in der italienischen Frauenbewegung unter einer Praxis verstanden wird. Sie kontrastiert dies mit dem Praxisverständnis angloamerikanischer feministischer Denkerinnen, die stark durch Foucault beeinflusst wurden. http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-3-55.htm

Muss die Frauenbewegung zum Friseur?

Das Thema Frauenbewegung boomt ja nach wie vor auf allen Kanälen. Auf den vielen Seiten, die zum Beispiel die taz zum Internationalen Frauentag am 8. März dem Thema gewidmet hat, fand ich gleichwohl nicht viel Inspirierendes. Zum Beispiel ärgert es mich, wenn immer wieder behauptet wird, die Frauenbewegung sei tot und hätte – so schreibt es Heide Oestreich in ihrem Leitartikel – nur in den „akademischen Gefilden der Gender-Studies“ überlebt. Also ich mache andere Erfahrungen. Ziemlich problematisch finde ich auch, wenn Forderungen nach mehr Krippenplätzen und besseren Berufschancen neuerdings immer mit den Anforderungen „der Wirtschaft“ und ihrem Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften gerechtfertigt werden. Ist das ein Argument? Und last not least kann ich auch nicht mehr hören, dass die Frauenbewegung ein neues Image braucht – „den Kaftan ausziehen und zum Friseur gehen“ soll sie, meint etwa die Journalistin Susanne Klinger, die auch grade an einem Feminismus-Buch schreibt. Um dies und mehr und was davon zu halten ist wird es auch

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Evas Irrtümer

So, jetzt habe ich es gelesen, das Werk, das seit Wochen schon für Stürme im medialen Wasserglas sorgt. Es ist ein bisschen schwierig, ein Buch zu bewerten, über das man schon vor Erscheinen so viel Kritik und Häme gelesen hat. Und in der Tat ist das Pseudo-Skandal-Pamphletchen der ehemaligen Tagesschau-Sprecherin Eva Herman ziemlich daneben. Eigentlich halte ich es gerne so, dass ich schlechte und nicht lesenswerte Bücher lieber gar nicht rezensiere, denn jede Rezension, auch ein Verriss, lenkt ja doch die Aufmerksamkeit darauf. Aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme. Und zwar deshalb, weil mir in dem ganzen Medienrummel ein paar ganz entscheidende Aspekte fehlen. Hier also, kurz gefasst, meine Übersicht über „Evas Irrtümer“: http://www.antjeschrupp.de/rez_herman_das_eva-prinzip.htm