Anti-Zwangsprostitutions-Kampagne war kostenlose Puff-Werbung

Ein „Ortsbesuch“ eines taz-Reporters im Berliner „Artemis“, das als WM-Puff im Schlepptau der Anti-Zwangsprostitutions-Kampagnen durch die Weltpresse ging, hat ergeben: Eine bessere und dazu völlig kostenlose Werbung hätten sich die Betreiber nicht träumen lassen können. Hunderte von Männern aus aller Welt wurden durch die vermeintliche Anti-Kampagne aufmerksam und strömen nach dem Ende der Spiele nur so herbei. Hier ist der Artikel: http://www.taz.de/pt/2006/06/19/a0164.1/text. Dass gut gemeint in diesem Fall ziemlich mies gemacht war, hätte man sich auch vorher denken können: www.antjeschrupp.de/zwangsprostitution.htm

2 Gedanken zu „Anti-Zwangsprostitutions-Kampagne war kostenlose Puff-Werbung

  1. Hallo Antje, der Artikel in der taz ist doch bescheuert. Die Kampagne gegen Zwangsprostitution hatte ja nicht zum Ziel, Prostitution zu verhindern. Die Initiatorinnen sind doch nicht gaga – es ging viel mehr darum aufzuklären, dass es zwischen den Prostituierten Unterschiede gibt – nämlich Zwangsprostitutierte und Prostituierte. Wie weit das gelungen ist, hängt nicht von der Anzahl der Bordellbesucher ab – eine solche tendenziöse, lächerlich machende Berichterstattung ärgert mich schon. Schade , dass dafür in deinem Blog Platz ist. Beste Grüße stefanie

  2. Hallo Stefanie,
    ich glaube, da sind wir dann unterschiedlicher Ansicht. Die Emma zum Beispiel hat bis zuletzt konseuent die erwarteten Sexarbeiterinnen aus Osteuropa als Zwangsprostituierte bezeichnet. Und auch Solwodi vertritt die Auffassung, dass jegliche Sexarbeit Zwang an Frauen ist. Der Deutsche Frauenrat ist da etwas zurückgerudert, wie ich weiß aber erst auf Druck einiger seiner Mitgliedsverbände, die mit Prostituierten arbeiten.
    Ich finde schon, dass man sich bei Kampagnen Gedanken um die Wirkung machen sollte und nciht nur auf die moralische Korrektheit. Faktisch war diese Kampagne nicht nur Werbung für Bordelle, sondern sie hat (was ich schlimmer finde) auch den polizeilichen Razzien gegen Frauen, die illegal in Deutschland sind, feministisch-moralische Legitimation verschafft. Diese Frauen werden jetzt massenhaft aufgespürt und abgeschoben. Ihre Situation verbessert sich dadurch kein bisschen, im Gegenteil. Aber Hauptsache, wir haben alle ein gutes Gewissen. Ich bin deshalb mit dieser Kampagne nicht einverstanden, ich finde sie vom Ansatz her schon falsch und von der Durchführung her noch falscher,
    Den taz-Artikel finde ich auch nicht besonders gut, er ist halt typisch männlich-voyeuristischer Journalismus. Aber die darin geschilderten Fakten sind ja nicht erfunden. Er belegt nun einmal genau meine Befürchtungen, die ich vorher schon hatte.
    liebe Grüsse, Antje

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