Geschlecht und Fundamentalismus

halbierte3Alle fundamentalistischen Weltanschauungen vertreten sehr rigide Vorstellungen davon, was eine „gute“ Frau zu machen und vor allem zu lassen hat. So sehr sich die evangelikal-charismatischen Kirchen Lateinamerikas, die „Hardliner“ im Vatikan, die streng-jüdische Orthodoxie, islamistische Bewegungen oder auch der Rechtsradikalismus und der politische Fundamentalismus US-amerikanischer Prägung voneinander unterscheiden, sie alle teilen nicht nur eine gewisse Schlichtheit in ihrer Weltanschauung und geben viel zu einfache Antworten auf komplizierte Fragen, sondern sie vertreten auch vor allem klare Ansichten über die angeblich natur- und ordnungsgemäßen Rollen der Geschlechter. Angesichts dieser frappanten Ähnlichkeit von Ideologien, die ansonsten vorgeben, einander spinnefeind zu sein, ist es verwunderlich, dass dieser Aspekt in den Massen von Fundamentalismus-Analysen, die seit einiger Zeit angestellt werden, normalerweise gar nicht oder nur am Rande behandelt wird. Dieser Sammelband schließt diese Lücke. (Rezension lesen)

Elisabeth Rohr, Ulrike Wagner-Rau, Mechtild M. Jansen: Die halbierte Emanzipation? Fundamentalismus und Geschlecht. Ulrike Helmer Verlag, Königstein 2007, 221 S., 19,90 Euro.

Ein Gedanke zu „Geschlecht und Fundamentalismus

  1. Immer mehr Menschen sind mit der Kirche unzufrieden, weil sich das mit ihnen nicht lohnt finanziell. Oft wird jahrelang Kirchensteuer gezahlt, doch was hat man wirklich von dieser Kirche dann für dieses Geld erhalten? Nichts! Es ist letztendlich nur etwas für Reiche. Ungünstig für Arme und Kranke ist auch, dass der Austritt aus der Kirche etwas kostet. Gerade bei denen macht die Kirche mehr Probleme.
    Buchtipp hierzu: „Vatikan-AG“ (Nuzzi)
    Die Veröffentlichung von G. Nuzzi ist lesenswert. Der Journalist Nuzzi hat geheime Unterlagen des Vatikans erhalten und darin festgestellt, dass der Vatikan durchaus korrupt sei. Es gehe dort um Erpressungen, wie Geldwäsche über die Vatikanbank. Geldwäsche findet oft im Drogenhandel statt. Es geht um die Verstrickung der Kirche in kriminelle Geschäfte. Bereits im Jahr 2009 erschien eine weitere Publikation über die Finanzen des Vatikan von
    C. Maltese: „Scheinheilige Geschäfte“. Beachtlich ist auch die Veröffentlichung von W.Beinert: „Vatikan und Pius-Brüder: Anatomie einer Krise“. Er spricht von der Möglichkeit der Existenz eines katholischen Fundamentalismus, der sich durch folgende Charkatereigenschaften darstelle:
    1. Antimodernismus, wie Bestrebungen gegen den Liberalismus,
    2. Dualismus, wie Schwarz-Weiss Malerei,
    3. Feindbild/Kriegsmetaphorik, wie Gedanken an Eroberung der Welt
    4. Verschwörungstheorien
    5. Rigorismus: Im Bereich des Umgangs mit Randgruppen,
    6. Dogmatismus: Idee einer Unfehlbarkeit,
    4. Autoritarismus: Unterdrückerisches Verhalten der Kirche gegenübe

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