Am 21. Februar fahre ich nach Dortmund um dort in einem „Salon der Querdenkerinnen“ ein paar Thesen zu Care und Grundeinkommen zur Diskussion zu stellen. Hier sind die Thesen, falls Ihr mitdiskutieren wollt. Das geht entweder in den Kommentaren oder, natürlich, direkt vor Ort: 18.30 Uhr im Rheinoldium, Schwanenwall 34. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr, zwischendrin gibt es noch Häppchen und musikalische Begleitung der Flötistin Wiebke Voigt.
Und hier sind nun also die Thesen:
Das Bedingungslose Grundeinkommen ist kein Recht, sondern die (symbolische und faktische) Anerkennung der Tatsache, dass alle Menschen Bedürftige und Abhängige sind. Wir alle „leben von Sozialhilfe“, niemand kann für sich selbst sorgen.
Die gegenwärtigen politischen und ökonomischen Krisen lassen sich nicht dadurch lösen, dass hier und da einige Stellschrauben gedreht werden. Notwendig ist ein symbolischer Paradigmenwechsel.
Die Trennung von Arbeit und Einkommen ist bereits Realität. Ein Grundeinkommen würde dieser Realität Rechnung tragen und notwendige Ressourcen an Engagement und Kreativität freisetzen.
Das Bedingungslose Grundeinkommen löst die gegenwärtige Krise allerdings nicht per se, es ist höchstens ein Teil der Lösung. Wenn es jedoch auf der Grundlage einer falschen symbolischen Ordnung eingeführt wird, ist es eher ein Teil des Problems.
Die gegenwärtige Wirtschaftslogik ist allerdings keine Alternative. Sie ist schon jetzt nicht mehr in der Lage, für die Bedürfnisse der Menschen angemessen zu sorgen.
Es gibt eine Diskrepanz zwischen Wirtschaftstheorie und Realität. Die gängigen Wirtschaftstheorien sind falsch, weil sie die Hälfte der Realität – die unbezahlte Arbeit – systematisch ausblenden.
„Care“-Arbeit steht nicht am Rand der Wirtschaft, sondern gehört in ihr Zentrum. Das gilt allerdings auch für die Debatten über ein Grundeinkommen.
Das Problem der gegenwärtigen Care-Krise kann ohne Analyse der Geschlechterdifferenz und ohne die Expertise von Frauen nicht verstanden und behoben werden. Ökonomie ist nicht „geschlechtsneutral“.
Care ist weniger eine bestimmte Art von Tätigkeit als vielmehr eine Haltung, mit der Menschen tätig werden (oder nicht). Sie bedeutet Aufmerksamkeit für das Notwendige und für die Qualität von Beziehungen.
Die konkreten Ausführungsbedingungen (etwa genaue Form der Finanzierung) eines Grundeinkommens sind zweitrangig. Worauf es zunächst ankommt ist, ein neues Menschenbild zu etablieren – und dass das Grundeinkommen wirklich allen Menschen die Existenz sichert und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.
Discuss!

Was meinst du?