Rechte Frauen

Hier eine gute Analyse von Franziska Schutzbach über „rechte Frauen“. Ich habe im neuen Buch „Postpatriarchales Chaos“ auch ein Kapitel dazu und sehe es sehr ähnlich. Ich würde noch (zum Stichwort „Postpatriarchal“) ergänzen, dass ein Unterschied zum traditionellen Patriarchat darin liegt, dass die „Häusliche Sphäre“ hier politisiert wird (während sie im Patriarchat je gerade dem Bereich des Politischen entzogen war). Und dass dieser Move ja schon bei den Hitler-Nazis war, die den Frauen staatsbürgerliche Rechte entzogen, ihnen als „Hausfrauen und Mütter“ aber eine politische Aufgabe zusprachen, die sie im traditionelle Patriarchat nie hatten. Das Thema ist extrem wichtig, und es sollten sich noch viel mehr Leute aus feministischer Perspektive damit beschäftigen. Denn ein Manko der nicht feministisch geschulten Politikwissenschaft liegt auch darin, dass sie die große Bedeutung des Hausfrauen-Motivs für die Mobilisierung des neuen Faschismus überhaupt nicht versteht, weil sie noch in alten patriarchalen Kategorien denkt und das für „Privat“ hält, sie erkennt das nicht als „Politisch“. https://direkt-magazin.ch/meinung/glstlng/franziska-schutzbach-warum-waehlen-frauen-rechts

Eine Antwort

  1. Ab wann ist eine Hausfrau eigentlich eine Rechte Hausfrau oder ein „Tradwife“?
    Ist die typische türkisch/muslimische Hausfrau ein „Tradwife“?

    Und ab welchem Grad der Teilzeit sind es Frauen nicht mehr?
    Ich arbeite ja mit recht vielen Frauen zusammen und da haben bisher ALLE ausgesetzt und sind erst mal 2 Jahre, häufig auch 3 Jahre in Elternzeit gegangen. Und danach haben sie erst einmal mit sehr wenigen Stunden wieder angefangen.

    Keine von denen hätte ihren Mann aussetzen lassen oder wollte verkürzen.

    Natürlich: Das Tradwife setzt vielleicht dann ganz aus und zelebriert das noch mehr als Rolle.
    Aber eine „traditionelle Rolle“ sehen da erstaunlich viele Frauen sobald das Kind da ist.

    Und die AfD scheint ja in der Tat viele Frauen anzusprechen. Sie hat auch von den Frauen wesentlich mehr Stimmen bekommen als zB die feministischste Partei in Deutschland, die Grünen.
    Und ein nicht geringer Teil der weiblichen Wähler wird wahrscheinlich genau das wollen, was auch andere AfD Wähler als zentrales Thema haben: Zuviel Einwanderung, gerade aus muslimischen Ländern.

    Was dann erstaunlicherweise wieder eine intersektional feministische Empörung auslöst, obwohl ja gerade dort traditionelle Geschlechterrollen und auch „Toxische Männlichkeitsvorstellungen“ mit einwandern

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Foto: Heike Rost

Antje Schrupp

Ich bin Journalistin und Politikwissenschaftlerin und lebe in Frankfurt am Main. Mein Thema ist besonders weibliche politische Ideengeschichte. Aktuelles Buch: „Unter allen Umständen frei“ über revolutionären Feminismus am Ende des 19. Jahrhunderts – Victoria Woodhull, Lucy Parsons und Emma Goldman. Am 10. Februar 2025 erscheint „Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern“ (Aufbau Verlag)

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