„Diese östrogeninduzierte Unfähigkeit zur Logik macht mich rasend“

Nachdem mein Buch „Schwangerwerdenkönnen“ vorige Woche in den Buchhandel kam, gab es ein Interview dazu in Spiegel-Online, worüber ich mich sehr gefreut habe. Das gibt natürlich eine schöne Reichweite über die eigene Bubble hinaus.

Leider aber auch hinein in die Szene der Frauen- und Feministinnenhasser. Einer dieser  hat sich in einem sehr länglichen Text mit diesem Interview auseinandergesetzt und dabei ein für dieses Genre so dermaßen idealtypisches Pamphlet geschaffen, dass ich ein paar Highlights hierhin kopiere (Achtung, Triggerwarnung, schlimm schlimm). Ich schwöre, ich hab es nur gekürzt und mir nicht ausgedacht. Um dort nicht noch für Traffic zu sorgen, setze ich keinen Link. Ich würde auch davon abraten, sich hinzugooglen.)

Normalerweise ignoriere ich dieses Genre inzwischen, aber wenn ich davon erzähle, stelle ich immer wieder fest, dass viele Menschen sich tatsächlich keine Vorstellung davon machen, mit welchen Reaktionen zu rechnen ist, wenn man (zumal eine Frau) feministische Ansichten öffentlich vertritt. Dieser Text ist so typisch, dass er sich geradezu als Analyseobjekt rechtsextremer menschenfeindlicher Texte eines Deutschkurses in der Schule eignen würde. (feel free to do so!)

Gleich am Anfang die Bekundung, dass man die andere Meinung auf gar keinen Fall ernst nehmen darf, was die folgenden Beschimpfungen legitimiert. Dann etwa der Hinweis darauf, dass Mann sich Widerspruch keineswegs gefallen lasse. Der Verweis auf Geschlecht als biologische Tatsache, die sozusagen aus rationalen Gründen verhindert, dass man das Thema überhaupt auch nur besprechen darf, dann natürlich das Jammern eines Mannes, der meint, einen Anspruch darauf zu haben, im Leben von Frauen eine Rolle zu spielen. Schließlich offene Gewaltandrohung – „dann rummt’s“ – und anschließend die offene Hand an solche Frauen, die sich  in ihre von der Natur zugewiesene Rolle fügen. Wirklich, alles drin, als hätte jemand eine Übungsaufgabe formulieren wollen.

Der wirkliche Grund für meinen Blogpost hier ist natürlich, dass ich streuen möchte, in einem Atemzug mit Angela Merkel genannt zu werden, haha, das ehrt mich selbstverständlich. Arg schockiert bin ich aber davon, dass der Autor mich für eine Marxistin hält. Womit habe ich das verdient! Zumindest wird mir als Potenzialität die Fähigkeit zu Anmut und Liebreiz zugesprochen, was vielleicht auch bei euch für eine gewisse Heiterkeit sorgt. Also Voila:

Im SPIEGEL gibt es ein Interview mit der Hardcore-Feministin Antje Schrupp. Sie machte sich Gedanken dazu, wie das individuelle Kinderkriegen samt allen Folgen auf die Gemeinschaft abzuwälzen wäre. Typischer Marxist*Innenseich. Es sind Frauen wie Antje Schrupp, die ein alarmierendes Indiz dafür sind, daß sie ernstzunehmen den direkten Weg in den Untergang bedeutet. Und den Typus Antje Schrupp gibt es in Deutschand oft. Angela Merkel zählt dazu.

Biologisch betrachtet ist es so, daß es zwei Geschlechter und den Geschlechtstrieb gibt, um dem Aussterben vorzubeugen. Die Aufgabenverteilung dabei ist klar, und die Biologie schert sich keinen Deut darum, ob Marxisten für gerecht halten, wie sie aufgestellt ist, oder nicht. … Alles, was das kreatürliche Menschsein in seinen Grundzügen kennzeichnet, wäre biologisch schnell und verständlich erklärt. Zu schnell für die Marxisten. Die leben in dem Wahn, es müsse sich an der Biologie vorbeileben lassen, auf daß auf Erden bereits jene paradiesischen Zustände Einkehr halten, von denen man im christlichen Abendland von jeher unterstellt hat, daß sie sich erst nach dem Tode realisieren.

…. Unser Land wird dominiert und regiert von einer Kaste durchgeknallter Ideologen, die wieder einmal dem Wahn verfallen sind, die Rettung der Welt wovor auch immer sei ihre vornehmste Aufgabe. Es ist nicht zuweit hergeholt,  wenn man unterstellt, daß sich Antje Schrupp zu dieser durchgeknallten Kaste zählt.

…. Aber bitte, so ging es zu beim „Interview“ – Schlagzeile: „Eine Frau soll keinen Mann brauchen müssen, um ein Kind zu gebären.“ – Ja, bitteschön, warum soll das so sein? Wer will das? Und warum? Soll eine Frau womöglich auch keine Luft brauchen müssen, um zu atmen? Will sie etwa gar selbst in den Krieg ziehen? Will sie Müllfahrer*In werden oder Industrietaucher*In? Warum soll eine Frau einen Mann überhaupt für irgendetwas brauchen müssen, wenn sie ihn als natürlichen Partner zur Fortpflanzung aus ihrem Leben herauskicken will? Leben wir bei Antje Schrupps „Wünsch-Dir-was“, oder wie? Anderer Vorschlag: Ein Mann soll keine Antje Schrupp brauchen müssen, um sich über dummdreiste Weiber aufzuregen.

… Jedenfalls will Frau XX von Frau Antje Schrupp wissen, weshalb sie sich Gedanken zur Schwangerschaft macht, wenn sie doch selbst nie schwanger gewesen ist. Frau Antje Schrupp antwortet, daß sie Politologin und Theologin sei und sich mit allen möglichen Themen von politischer Relevanz beschäftigt. Har-har-har … – so weit käme es noch, daß sich unsereiner ausgerechnet von einer feministischen Marxistin erklären läßt, welche Themen von politischer Relevanz zu sein hätten. Paß´auf, Schrupp: Daß das Private politisch sei, ist nicht mein Dogma, sondern Deines. Nicht mein Problem. Und wenn mich etwas absolut nervt, dann sind es Leute, die ihre Befindlichkeitsstörungen kollektiviert wissen wollen und mir dabei automatisch auf den Sack gehen. Das lasse ich mir – und immer mehr Leute mit mir – nicht mehr lange gefallen. Dann rummst´s. …Gewinnen wird, wer sich durchsetzt. Wer sich im marxistischen Geschlechterkrieg der Feministen durchsetzen wird, wenn die staatliche Parteinahme für die Schrupps der deutschen Idiotenwelt einmal wegfällt, ist nicht wirklich eine Frage.

…. Ginge es nach Frau Schrupps Lesart, dann wäre die „heteronormative“ Ehe samt Familie ein patriarchales Konstrukt zur Unterdrückung der Frau gewesen. Dadurch, daß sie Kinder bekamen, wären sie aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen gewesen. Das stimmt natürlich nicht. Früher hätte eine Frau Schrupp bloß im dörflichen Waschhaus ihre vermeintlichen Weisheiten loswerden können. Gesellschaftlicher Ausschluß hätte auch damals schon anders ausgesehen. Jedenfalls: Weil also das alte Patriarchatskonstrukt Familie nichts mehr zählt, sei das Thema Fortpflanzung in den öffentlichen Raum abgewandert, meint Frau Schrupp. SIe ist nicht nur Politologin, sondern auch Theologin. Daher sollte sie eigentlich wissen, daß man nicht lügen soll. Mitnichten ist das Thema einfach so in den öffentlichen Raum abgewandert. Vielmehr ist es zielgerichtet dort hinbefördert worden im Rahmen des kulturmarxistischen Dogmas vom Privaten, das gefälligst politisch zu sein hat. Da muß man als freier Mensch nicht mitmachen.

Ernsthaft: Das Wort „Frau“, welches bereits impliziert, daß es sich um einen Menschen handelt, der schwanger werden kann, kommt einer Frau Schrupp nicht über die schamlosen Lippen. Im ganzen Interview redet sie immer nur von „Menschen, die schwanger werden können“. Ob sie wohl einen an der Klatsche hat? – Das ist nicht nur nicht auszuschließen, sondern das ist sogar höchstwahrscheinlich so. Von mir hätte sie jedenfalls nicht schwanger werden können. Ein Wort von ihr – und die Erektionsstörung wäre unvermeidliche Folge gewesen. Meinereiner fragt sich seit Jahren ernsthaft, wie es kommt, daß solche Frauen wie Frau Schrupp glauben, der Herrgott habe sie uns Männern zur Seite gestellt, damit sie uns das Denken erklären. Außer schwanger zu werden können wir Männer alles auch selber. Und meistens sogar besser. Womöglich hätte aus Antje Schrupp eine ganz entspannte, nette Frau werden können, die Anmut&Liebreiz verströmt und dafür die Anerkennung erhalten hätte, mit der sie hätte glücklich werden können. Irgendjemand hat ihr anscheinend eines Tages erklärt, daß sie mit dem Formulieren ihrer Gedanken besser fahren würde. Die Welt ist voller Lügen. …

Der Frau Schrupp … sei jedenfalls eindeutig gesagt, daß sie nicht damit durchkommen werden, ihre eigenen Psychostörungen dadurch zu beheben, daß sie ihre vollsubjektivistischen Befindlichkeiten in den Rang einer marxistischen Zukunftsvision erheben und ihre theoretischen KInder einfach der Allgemeinheit zum Fraß vorwerfen. Rabenmütter, elendige.  Früher nannte man kranke Weiber einfach kranke Weiber. Davon, daß man sie Feministinnen nennt, werden sie auch nicht wieder gesund im Kopf. Und das Letzte, das wahr wäre, ist die Behauptung, bei Feministinnen handle es sich um besonders schlaue Weiber. Die halten sich bloß für schlau. Und genau deswegen gehen sie einem auch so tierisch auf den Sack. Da ist nichts – und sie behaupten dennoch, da wäre etwas. Das glauben Sie nicht? – Aufgepaßt: Frau XX hält Frau Schrupp nämlich noch einen ganz unglaublich übelriechenden Köder vor die Nase – und die schnappt ihn sich gleich gierig. Frau XX behauptet nämlich, daß Frauen bis heute nicht allein über ihren Körper bestimmen dürfen. Und die Schruppse erwidert, es sei tatsächlich so, daß „Menschen, die schwanger geworden sind“, das Recht auf körperliche Selbstbestimmung verlören. Diese östrogeninduzierte Unfähigkeit zur Logik macht mich rasend. Wann, so frage ich, wäre ein Frauenkörper jemals besser seiner eigenen Bestimmung gerecht geworden, als dann, wenn er das geworden ist, wozu es ihn a priori überhaupt gibt? Es gibt keine Selbstbestimmung außerhalb des kreatürlichen Seins.

Also, letzter Versuch, Schruppse: Frauen werden schwanger. Deswegen sind sie Frauen. Das ist der Sinn hinter der Zweigeschlechtlichkeit des Menschen. Die Vielzahl von Geschlechtern, die von Gendermarxisten behauptet wird, dient einer einzigen Absicht: Der Negierung aller natürlichen Folgen, die sich aus der Zweigeschlechtlichkeit ergeben – und mit denen außer in der westlichen Welt und den dort lebenden Marxkomikern niemand sonst ein Problem hat. In Ungarn, in Polen und in Tschechien, auch in der Türkei weiß man ganz genau, weshalb man sich die kulturmarxistische Feministenpest partout vom Leib halten will: Weil sie gemeingefährlich ist, vollsubjetivistisch, gemeinschaftsunfähig, egozentrisch, überheblich und sich fern von aller Logik aufhält. Nichts verbindet Männer und Frauen stärker, als die Liebe zu gemeinsamen KIndern. Daß Frau Schrupp diese Erfahrung nie gemacht hat, ist ihre persönliche Tragödie, also privat. Kein Grund,ein Politikum daraus zu machen – und erstrecht kein Grund, den Schruppsen der durchgeknallten westlichen Kulturmarxistenwelt auch weiterhin mit Nachsicht zu begegnen.  Da ist allmählich erbitterter Widerstand angezeigt.

Soweit diese Perle, die vielleicht ein kleines bisschen erklärt, warum ich das Buch geschrieben habe.

Ich bin Journalistin und Politologin, Jahrgang 1964, und lebe in Frankfurt am Main.

17 Gedanken zu “„Diese östrogeninduzierte Unfähigkeit zur Logik macht mich rasend“

  1. >Soweit diese Perle, die vielleicht ein kleines bisschen erklärt, warum ich das Buch geschrieben habe<
    Nö, Antje Schrupp, das nehme ich dir nicht ab, dass du dich mit dem Bodesatz der letzten Jahrhunderte belletristisch auseinandersetzen möchtest….
    Eigentlich entferne ich mich von Dösköppen, wie sich hier dein "Rezensent" selber zeigt, aber hier eine beschränkte Ausnahme, weil:
    1. der Mann hat noch nie einen Marxisten gesehen geschweige mit ihm gesprochen und erst recht nicht verstanden, das kann man deutlicher nicht zeigen, Ich denke mal, in seinem Kopf schwebte statt dessen das andere M-Wort: Materialist oder so
    2. der Mann hat noch nie was von Antje Schrupp gehört und auch nicht gelesen, sonst hätte er seinen Unsinn gerade noch bemerken können
    3. "Und wenn mich etwas absolut nervt, dann sind es Leute, die ihre Befindlichkeitsstörungen kollektiviert wissen wollen" wie dein "Rezensent", weil sie (er) ihre Hirnrissigkeiten unbedingt imKollektiv beachtet wissen wollen, sie also veröffentlichen und damit kollektivieren – nur ein halbwegs gesundschlauer Mensch wirft das dann nicht gleichzeitig anderen vor …
    4. Hier höre ich auf, denn offensichtlich hat hier eine bubblemashin die gesunden Feministen und Feministinnen mal heftig provozieren wollen, fast könnte man annehmen, so viel Dummschit kann nur von einer(m) echten Vertreter des Feminismus als satirische Provokation der inaktiven abgesondert haben – aber auch dafür reicht es nicht, da der Intellekt, der dazu gehören würde, offensichtlich testeronisch abgeworfen wurde, nirgendwo durchschimmert.
    Und nun mal ehrlich Antje Schrupp: Das war / ist kein PR-Gag zum Promoting deines Buches? (:-))
    Ich jedenfalls weiss nun, dass dein Buch geboren wurde, von einer Feminismusschwangeren Theologin, und werde es mir stracks besorgen, und sei es nur, um für mich deine Sichtweise zu vervollständigen.
    Viel Buch-Erfolg!

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  2. Das ist wirklich ekelhaft.
    Mir hat das Interview nicht sehr gefallen und ich vermute, dass ich in einigen Punkten anderer Meinung als Sie bin. Aber sowas…. Ich weiß nicht, ob es so sinnvoll ist, dass Sie es veröffentlichen. Natürlich ist das Ihre Entscheidung. Aber ungelesen oder nur angelesen im Papierkorb wäre dieses Pamphlet für mich besser aufgehoben.

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  3. Oh ist das göttlich! – Bitte – ich möchte auch so eine Rezension meines Werkes!
    Gibt es die kostenlos in dieser Länge?
    Der Kritiker ist fantastisch, ich bin keine Frau, sondern in seinen Augen ein Mann,
    vielleicht interessiere ich ihn nicht, das wäre dann schade,
    aber ich sage, dass ich eine Frau bin! Qua meines neuronalen Geschlechts!
    Obwohl ich nicht schwanger werden kann, auch nicht theoretisch!
    Triggere ich ihn damit?
    Vielleicht gibt den Ausschlag, dass ich auf das Patriarchat schimpfe?
    Vielleicht sogar unter Misandrie leide?
    Ich habe einen Schw… und verrate somit das Patriarchat!
    Ist das ausreichend für eine Qualifikation? Eine Tunte, Transschwuchtel?
    Bitte – ich möchte auch kritisiert werden! Hallo , hört mich jemand?
    Hier ist das Pamphlet, weltweit, muss es noch in englisch übersetzen…
    ich hoffe es wird bald richtig zerrissen – das ist der Ritterschlag für jeden femmarxistischen Schund.

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  4. Was den Marxismus-„Vorwurf“ angeht, kann ich Dich glaube ich beruhigen. Wenn diese Spezies von „Marxist“ redet, dann meinen sie „Kulturmarxist“, was eine komische Erfindung von denen ist und ungefähr soviel bedeutet wie „alles, was ich nicht mag plus irgendwas mit 68“. Der Begriff wurde übrigens zum ersten mal mit dem Terror von Breivik und dem zugehörigen Manifest einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Also bei so Leuten ist tatsächlich ein bisschen Vorsicht geboten. Die neigen dazu ihre Drohungen auch wahr zu machen leider. Pass auf Dich auf.

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  5. Antje hat einen Cameo Auftritt (nicht mit Namensnennung, anonym) im Roman „Salammbo“, der diese Tage auf Amazon mit dem Band 1 erscheint.
    Ich habe für sie und ihren Blog den betreffenden Buchauszug hier verlinkt (epub)
    http://www.freeyourgender.de/buecher/ebook Salammbo Band 1 Kap XXIV.epub
    Das Buchkapitel ist deshalb passend zum aktuellen Buch von Antje, da ich auf ihr „schwangerwerdenkönnen“ reflektierte, die Zeilen sind aber bereits Anfang 2017 entstanden.

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  6. Patriarchaler rollengeschlechterfaschistoider Homophobismus eines par­la­mentarisch verbrämten mit feudalem Besitz vermischten durch die Bour­geoisie gleichzeitig beeinflussten bürokratisch gezimmerten polizei­lich-militärisch gehüteten Heterodespotismus, frei nach Karl Marx.

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  7. @Benni Bärmann und
    @Dirk stabernack
    Was soll denn diese pseudomarxustische Verwursterei des Marxismus hier?
    Jeder weiss doch inzwischen, dass der gute alte Karl mit unserer heutigen Gesellschaft nichts Voranweisendes zu tun haben konnte, weil er diese weder kannte noch sie analysieren konnte – ansonsten hätten wir, besonders selbstschmückende Linke, wohl ein echtes Problem. Nur wieso das hier (!) eingeworfen wird zu Antje Schtupps Buch und ihrer Erklärung (?)der Motivation dazu – das zeigt sich wohl nicht. Habt ihr beide evtl. noch etwas (anderes) dazu zu vermelden?
    Wieso geht ihr, noch dazu so krakelig, auf den dödelnden “Rezensenten“ ein, nicht der ist hier die Achse, um die sich was dreht, nicht bemerkt?

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  8. DAAAANKE! fürs Teilen! fürs Nichtverstummen! fürs Öffentlichmachen! Ich kann nur erahnen, was du aushalten und lesen musst. Denn das das nur die Spitze des Eisbergs ist, ist mir klar. Ich hab deinen Text jedenfalls sofort geteilt. Vielen Dank und liebe Grüße aus München, Klara

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  9. @dekadenzkritik

    Das Zitat aus dem Buch
    “Ich brauche Feminismus, weil ich nicht mit Männern gleichgestellt werden, sondern eine freie Frau sein will.”

    interpretierst Du (ich mag keine Sie-Form) mit diesen Zeilen so:

    Interpretation des Zitats aus dem Buch von dekadenzkritik:
    „Dieses Zitat von ihr bringt auf einen Satz, was sie im Interview mit Spiegel-Online auseinanderlegt. In ihrer Welt stehen sich nicht Gleichwertige gegenüber, handeln aus, kooperieren und wachsen aneinander, sondern hier gibt es nur sie allein, die Frau, mit dem Ziel vollkommener Unabhängigkeit, als negativer Freiheit.“

    Ein entschiedenes Nein!
    Ich spreche nun nicht für Antje Schrupp, sondern für mich, und wie ich diesen Satz verstehe:

    „mit Männern gleichgestellt“ ist hier in einem differenzfeministischen Kontext zu sehen >
    soll deshalb vermieden wären, da es dazu führen würde:

    1. patriarchales Verhalten (falls vorhanden) zu kopieren
    2. das Frausein zu verlieren, genau wie ein Mann sein Mannsein nicht aufgeben will

    keine Gleichschaltung der sozialen Geschlechterrollen, Geschlechtererwartungen und
    Geschlechtercharisma, da genau daraus ja auch (nicht für alle) ein Reiz der Anziehung bedeutet
    UND
    keine politische Gleichschaltung, diese würde zum jetzigen Zeitpunkt bedeuten,
    (patriarchale) Macht erlangen zu wollen. Warum soll eine Frau die politische Macht der Männer erlangen wollen?
    Du siehst, gleichschalten ist hier mit einem völlig anderen Vorzeichen zu sehen.
    Ich könnte das noch weiter ausführen, aber ich will zeigen, dass sich ein Nichtgleichstellen
    auch, und das verstehe ich hier so, auf ein Unabhängigkeitsverlangen von männlich-politischen
    Attributen und Artefakten bezieht (meist patriarchal gefärbt) und eben nicht in einem
    egoistischen Nimbus zu sehen ist.

    Nichtgleichstellen bedeutet, sich Frausein erhalten zu wollen.
    Nicht mehr und nicht weniger. Aber das ist das entscheidende.

    Der Satz drückt für mich Differenzfeminismus aus. Die Frau bleibt ihr eigener „Souverän“,
    nichtgleichstellen heißt auch, dass sie sich nicht in einer (noch meist patriarchalen) Männerwelt assimilieren muss,
    sondern Frau bleibt, wie der Mann auch Mann bleibt.

    Das diese Souveränität eine Schieflage bekommen muss,
    in Verbindung mit der Aufgabe, 9 Monate ein Kind auszutragen und zu gebären,
    ein Kind, an dem der Mann ein Mitspracherecht hat (haben könnte), liegt auf der Hand.
    Dieser Problematik versucht sie hier in ihrem Werk Lösungsansätze entgegenzustellen.

    Das ist meine Interpretation.

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  10. Ich konnte es nicht zu Ende lesen. Es ist furchtbar. Und noch unsachlicher als furchtbar. Danke, dass du dich gegen diesen Frauenhass stemmst.

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  11. @Dirk Stabernack
    Ok, dass Gleichstellung mittlerweile als Gleichschaltung interpretiert wird, war mir nicht bewusst. Ist aber auch nicht so wichtig, da meine Anmerkung zu dem Zitat ja nur ein Aufmacher für das folgende nähere Eingehen aufs Interview war. Letzten Endes geben Sie meiner Deutung des Zitats ja doch Recht, wenn Sie über das Ziel der vollkommenen alleinigen Souveränität sprechen.

    @Rano64 danke für den Hinweis! Ein sehr guter Beitrag.

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  12. Antje, ein Link zum Artikel wäre nett gewesen. Nach der Textfülle sieht es nach einem eigenständigen Blogpost aus.

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  13. Über „Schwangerwerdenkönnen“ verlitt mich ein empfehlender Link in einem Kommentar zu „Dekadenzkritik“ dazu. Leider erfasste ich nicht ganz, was Dekadenzkritik hierzu sagen könnte.

    Nach aufmerksamen Studium des „Über“ (Dekadenzkritik), also des Versuches (!) der Selbstfindung dieses sich anspruchsvoll (um nicht zu sagen elitär) schmückenden blogs aus Sicht einer Einzelperson (was für ein Ansinnen!?), fand ich diesen Text als „Grundanliegen“ der Dekadenzkritik, es lohnt sich, ihn gerad im Kontext mit diesem blogthema, zu konsumieren, immer gleich von meinem „Senf dazu“ unterbrochen:

    > Die Grundprämisse dieses Projekts (Dekadenzkritik/ M.L.) lautet also, dass wir uns derzeit in einer Periode der allgemeinen Dekadenz befinden. Wir leben in einer Zeit des Empörialismus (ein Begriff von Michael Salomon-Schmidt) d.h.Debatten werden nicht mehr durch Argumente bestimmt, sondern mit Mitteln des emotionalen Drucks, der Diffamierung unliebsamer Meinungen und Interessen, sowie Verschleierungstaktiken geführt. Man empört sich, errichtet Denkverbote und zerstört so effektiv den rationalen Austausch immer weiter. Auch neutraler, informativer Journalismus ist in der heutigen Medienlandschaft kaum mehr zu finden. Es bedarf daher einer Kritik, die sich der Argumentation verschreibt. <

    Auch Antje Schrupps "Schwangerwerdenkönnen"?
    Ja, sehr genau, so ist das: Nur auch diese Dekadenzkritik versucht in eigener Unwissenheit und Unbeholfenheit nichts anderes, als über emotionalen Druck, (dezente weil scheinbar intelligente) Diffamierung unliebsamer Meinungen und Interessen oder Verschleierungstaktiken Denkverbote zu errichten, allein schon dadurch, dass schon (nur) die eigene "Auswahl" dessen, was dekadent zu sein hat, was dadurch (anscheinend) als gesellschaftszerstörend zu marken ist.
    Als ob es jemals "neutralen" informativen Journalismus gegeben hätte …
    Fazit:
    Nur ein weiteres Feld der Empörung wird so eröffnet, der Versuche, Gesellschaft nur in selbst erdachte Richtung zu modellieren.

    Und bitte was fange ich nun mit einer Rezension an, die sich dem Buch von Antje Schrupp aus diesem arg verstaubten Hintergrund der moralischen Epörialitis (Dekadenzkritik) ewig besserwissender Elitärkaste speist, letztlich selbst nur die sog. (von mir abgelehnte) "Kleinbürgerlichkeit" des kritisierten "Patriarchats" re- und präsentierend?

    Es gibt keinen einzigen Menschen, ob Mann, Frau oder beides, der "frei" von allen anderen und/oder "gleich" leben, ja existieren könnte – das ist Geschwätz, es sei denn: Es ist GLEICHWERTIGKEIT gemeint, dann muss das jedoch SO gesagt werden.

    So wie es weder einen "freien Markt" noch "freie Wirtschaft" noch "Freie Bürger" (alles nur strikt interessengeleitete und eng begrenzte Teilsubstrate von "frei") gibt – alles ist durch zwingende und/oder wählbare kooperative Notwendigkeiten zur Erhaltung der Art Mensch wie des einzelnen Individuums aufeinander angewiesen, abhängig.
    Dies nicht zu erkennen bzw. zu bestreiten, das wäre DEKADENZ – weil der Natur der Dinge trotz Erkenntnis zu wider.

    Wirkliche Freiheit stellt sich durch praktizierte Freiheit des Denkens und damit dessen auch freier Verbreitungschance erst ein.
    Deshalb ist es z.B. wichtig, dass Antje Schrupp die sich selbst nur so anprangernde Rezension ihres Beschimpfers sehr wohl im Wortlaut zeigt, wie sollten wir sonst wissen, wovon die Rede ist – bei dem Reszensenten UND bei Antje Schrupp (weil dann: "gelenkte" Dekadenz in der Information?), oder soll es zurück gehen zum nur wiedergekäuten Denken – was wohl Dekadenz pur wäre, denn noch gilt: Mach dir ein Bild, erfahre und denke selber.

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