Fünfzehn Thesen zu Feminismus und Post-Gender

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1. Der wichtigste Punkt rund um das Thema „Gender“ hat nichts mit Frauen zu tun, sondern ist die Kritik an der Sich-zur-Normsetzung des Männlichen. Frauen kommen allerdings insofern ins Spiel, als Feministinnen die ersten waren, die dieses Sich-zur-Norm-Setzen des Männlichen hinterfragt haben.

2. Der Einwand, dass Geschlechtsklischees generell abzulehnen sind, ist zwar richtig, kann aber leicht vom eigentlichen Punkt ablenken: Kein anderes Geschlecht als das Männliche hat sich jemals zur Norm gesetzt. Wobei „das Männliche“ nicht identisch ist mit „den Männern“. Es gab schon immer Männer, die diese patriarchale Ordnung kritisiert haben, und Frauen, die sie unterstützt haben.

3. Das wesentliche Merkmal des Patriarchats war nicht, Frauen und Männern bestimmte Klischees zuzuschreiben, sondern Differenzen unter Menschen (vor allem, aber nicht nur die Geschlechterdifferenz) hierarchisch im Sinne von „normal“ und „defizitär“ zu interpretieren. Also nicht: „Männer sind so“ und „Frauen sind so“, sondern „Männer sind normale Menschen“ (in vielen Sprachen gibt es für beides sogar nur ein Wort) und „Frauen sind eine defizitäre Sorte von Menschen“ (wenn überhaupt). Dies bildet die Folie, vor der dann auch andere Unterschiede (Hautfarbe, sexuelle Orientierung, Alter usw.) an einer angeblichen Norm gemessen und somit hierarchisiert werden konnten.

4. Die Betonung von biologistischen Klischees über Frausein und Mannsein wurde ideengeschichtlich erst bedeutsam, als diese Hierarchisierung der Geschlechter mit der Aufklärung und ihrem Postulat von der Gleichheit aller Menschen in Legitimationsschwierigkeiten kam. Die Überwindung dieser Geschlechterklischees („post-gender“) garantiert deshalb noch nicht die Freiheit aller Menschen und speziell nicht die Freiheit der Frauen. Post-Gender-Denken kann auch genau das Gegenteil bewirken, nämlich die erneute Behauptung des „Unwichtigseins“ von Frauen.

5. Weibliche Freiheit lässt sich nicht dadurch erreichen, dass Frauen abgeschafft werden.

6. Unterschiede zwischen Menschen haben vielfältige Ursachen. Ob diese biologisch oder sozial bedingt sind, ist zwar interessant zu erforschen, aber letztlich nicht so wichtig. In einem politischen Sinne sind die interessantesten Differenzen ohnehin die selbst gewählten, diejenigen also, bei denen sich Menschen aktiv durch ihr Handeln von anderen Menschen unterscheiden.

7. Dass sich kein Mensch dabei völlig losgelöst von sozialer Herkunft, dem eigenen Körper, der ererbten Kultur oder anderen äußeren Beeinflussungen verhält, ist eine Binsenweisheit. Das „autonome Ich“ ist ein Konstrukt der männlichen (westlichen?) Philosophie. Menschliche Freiheit ist immer Freiheit in Bezogenheit, sie existiert nur zusammen mit Körperlichkeit, Natur und sozialer Zugehörigkeit.

8. Eine freiheitliche Politik besteht nicht in der Behauptung einer (immer nur abstrakt denkbaren) Gleichheit der Menschen, sondern in kreativen und dem jeweiligen Kontext angemessenen Wegen, mit der (real vorhandenen) Ungleichheit der Menschen umzugehen, ohne dass daraus Herrschaft entsteht.

9. Diese Ungleichheiten allein auf individuelle Unterschiede zurückzuführen, wie es unter dem „Post-Gender“-Begriff versucht wird, beinhaltet nicht nur die Gefahr, die prägende Kraft von Konventionen und gesellschaftlichen Normierungen zu ignorieren. Sie beinhaltet vor allem die Gefahr, die Normsetzung des Männlichen quasi durch die Hintertür wieder einzuführen. Männlichkeit und der „geschlechtsneutrale Mensch“ sind historisch eins. Männlichkeit hat sich nie als einheitlich, sondern schon immer als vielfältig verstanden. „Einheitlich“ im Sinne von Stereotypen wurden immer nur die „anderen“, speziell die Frauen, definiert.

10. Eine wichtige feministische Strategie besteht deshalb darin, Differenzen unter Frauen anzuerkennen, sichtbar zu machen und öffentlich zu verhandeln. Die Praxis dazu ist die bewusste Pflege von Beziehungen unter Frauen und die Anerkennung weiblicher Autorität, und zwar ohne dabei von einem einheitlichen „Wir“ der Frauen auszugehen. Nur so entsteht weibliche Freiheit. Wobei dies natürlich nicht ausschließt, dass Frauen auch Beziehungen zu Männern oder anderen Geschlechtern haben, sowohl privat als auch politisch.

11. Freies Frausein bedeutet weder die Angleichung an das Männliche noch die Abgrenzung davon. Zwischen Frauen und Männern besteht eine Differenz, aber diese ist nicht symmetrisch und definierbar, sondern sie zeigt sich immer nur in einer konkreten Situation (oder auch nicht). Frauen sind weder dasselbe wie Männer, noch sind sie anders als Männer. Sie sind, wie sie sind. Das Männliche ist kein Maßstab, weder im Positiven noch im Negativen. (Es kann aber durchaus Inspiration und Anregung sein).

12. Eine freie Gesellschaft, die den Geschlechterdualismus überwunden hat, besteht nicht in einer geschlechtslosen Gesellschaft, sondern in einer geschlechtervielfältigen Gesellschaft. Ob es zwei, drei, vier oder fünf Geschlechter gibt, ist nicht so wichtig und hängt von vielen Faktoren ab. Der entscheidende Punkt ist: Es darf nicht nur eines geben.

13. Nur auf Grundlage einer freien weiblichen (also geschlechtervielfältigen) Differenz ist es möglich, dass Frauen und Männer (und andere Geschlechter ebenso wie andere „Andere“) sich über die Gestaltung der gemeinsam bewohnten Welt verständigen, austauschen und darüber herrschaftsfrei verhandeln. Dabei ist jede Sichtweise, die auf eine angeblich allgemeingültige Norm pocht, abzulehnen. Es gibt keinen höheren Maßstab, dem sich alle unterordnen müssen. Das ist das Wesen des Pluralismus.

14. Der wesentliche Impuls des Feminismus für eine freie Gesellschaft besteht genau darin: Die Differenz aus der Falle ihrer hierarchischen und herrschaftsförmigen Interpretationen befreit zu haben. Freie Frauen, also solche, die sich weder an Stereotypen von Weiblichkeit orientieren noch das Männliche als Maßstab akzeptieren, haben die sexuelle Differenz (und damit die Differenz überhaupt) als politischen Verhandlungsfaktor in die Welt gebracht, mit dem zu rechnen ist.

15. Diese Praxis ist aber nicht auf Frauen beschränkt. Auch Männer und alle anderen Geschlechter können – und sollten – sich daran beteiligen. Denn es geht nicht um Lobbyarbeit für Fraueninteressen, sondern um eine Welt, in der gutes Leben für alle Menschen möglich ist.



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82 Gedanken zu “Fünfzehn Thesen zu Feminismus und Post-Gender

  1. Pingback: engl @ absurdum » Blog-Archiv » punkt 5:

  2. Zu Punkt 9: Ich habe es meist so gesehen, daß wir alle als Individuen ansehen müssen, die bestimmte Eigenschaften, Fähigkeiten und Bedürfnisse haben. Aber diese Bedürfnisse können jedoch (und werden vllt sogar oft) sehr wohl aus biologischem oder (dem abzubauenden, aber trotzdem noch real existierenden) sozialen Geschlecht herrühren, aber auch von Behinderungen, Eigenheiten, Charakter, Erziehung und Prägung durch Umwelt.

    Das bedeutet, wenn jemand aufgrund seines sozialen Geschlechts ein bestimmtes Bedürfnis hat (Beispiel: weniger Durchsetzungskraft, geringes Selbstvertrauen, weniger Antrieb, leitende Positionen zu erreichen), dann will ich versuchen, auf dieses Bedürfnis einzugehen. Unabhängig, ob das Bedürfnis nun ausschließlich unter Frauen besteht, oder auch unter Männern oder anderen Geschlechtern. Dadurch habe ich die Auswirkungen eines sozialen Geschlechts nicht ignoriert, aber die davon Betroffenen nicht nach dem biologischen Geschlecht in Schubladen eingeteilt.

    Klingt das sinnvoll oder hat die Sichtweise einen Haken?

  3. @sleeksorrow – Ja, der Punkt ist, dass du es in einer bestimmten Situation nicht unterscheiden kannst. Zum Beispiel bist du bei einer hitzigen, schnellen Diskussionsrunde, und da sitzt eine Frau, die wenig sagt, von der du aber annimmst, dass sie vielleicht etwas Kluges beitragen könnte. Du kannst nun nicht wissen, ob sie wenig sagt, weil sie in diese Richtung hinsozialisiert wurde, oder ob sie wenig sagt, weil sie einen anderen Diskussionsstil bevorzugt. Es ist auch unerheblich. Der Punkt ist: Da ist eine Differenz (in dem Fall zwischen dieser Frau und den anderen Anwesenden) und die sollte thematisiert werden, ohne von der Frau zu verlangen, dass sie sich an die Mehrheit anpasst (etwa nach dem Motto: Wer gehört werden will, muss eben auch mal dazwischenreden). Du hättest zum Beispiel die Möglichkeit, zu intervenieren und etwas zu sagen wie “Jetzt redet mal nicht alle durcheinander, ich würde gerne wissen, was X dazu zu sagen hat”.

  4. Ja, so sehe ich das auch. Und zwar unabhängig davon, ob Person X eine Frau ist oder nicht, oder ob das “wenig sagen” aus dem sozialen Geschlecht resultiert oder von einer Kehlkopfentzündung oder von schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit.

  5. Hallo Antje, Folgendes fragte ich dich gerade via Twitter, da regtest du an, es lieber hier in der Kommentarsektion zu fragen, da die Antwort wohl mehr als 140 Zeichen verlange :-)

    .@antjeschrupp: Verstehe nicht, wie du auf Begriff des “Männlichen” kommst. Was schließt er ein & was nicht & wieso nennst du es “männlich”?

  6. Na toll Antje, hätten nicht erstmal 2-3 Thesen ausgereicht. Aber 15, selbst wenn ich mich nur 5 min mit jeder These beschäftige ist das viel Zeit ;-) Danke für die Gedankenanstöße. Ich glaube ich habe jetzt auch deine Position als “differenzierte” Differenzfeministin verstanden (auf dem Gendercamp hat das noch nicht so geklappt gehabt)!

  7. @Christian – “Männlichkeit” ist hier nicht inhaltlich zu verstehen, sondern als Attribut, das ab einem gewissen Zeitpunkt für das Menschsein insgesamt stand. Historisch spielte sich das in grauer Vorzeit ab, und es gibt viele feministische Forschungsarbeiten dazu, die versuchen, zu verstehen, wie es dazu kam. Es wird etwa mit der Entstehung von Staatsformen, der Schrift, dem Monotheismus, dem Rechtssystem usw. in Verbindung gebracht. Nachweisen lässt sich das Schema (“Männlich = normal und allgemein, weiblich = defizitär und besonders) spätestens bei den alten Griechen (Aristoteles) und in Mesopotamien (bibl. Schöpfungsbericht). Z.B. heißt “Adam” eigentlich Mensch, wurde dann aber zum Eigennamen für den männlichen Menschen. Dieses Schema gilt unabhängig davon, was einzelne Frauen und Männer tun oder nicht. Es bedeutet, dass das volle Menschsein nur Individuen zugestanden wurde, die als “männlich” gelten konnten. Auch “unmännliche” Männer hatten ein Problem, wohingegen Frauen, die “ihren Mann standen”, schon immer gewisse Möglichkeiten hatten. Ein gutes Beispiel ist die Diskussion über männliche Homosexualität im Mittelalter: Bestraft wurden nicht die “aktiven, männlichen” (=penetrierenden) Schwulen, sondern die “passiven, weibliche” (=sich penetrieren lassenden) Schwulen. Ihre Sünde war nicht Sex mit einem anderen Mann, sondern dass sie dabei eine “weibliche” Rolle einnahmen. Deshalb ist “Männlichkeit” nicht deckungsgleich mit Männern an sich. Außerdem war in verschiedenen Kulturen und verschiedenen Zeitaltern das, was als “männlich” und als “weiblich” galt, inhaltlich sehr unterschiedlich. In jüngerer Zeit ist ein gutes Beispiel das, dass Berufe, wenn sie von vielen Frauen wahrgenommen werden (z.B. Ärztinnen in der DDR) an gesellschaftlicher Wertigkeit verlieren.

  8. antje, du verwirrst mich. ich kann nahezu immer ohne große schmerzen zustimmen (wobei ich glaube, du meinst “schablone” statt “folie”). und ich hatte bisher den eindruck, fast nur ich nehme herrschaft als fixpunkt. voll gut.

  9. Ich finde diese Unterscheidung zwischen “die Männer” und “das Männliche” sehr wichtig. Leider findet sich der in der feministischen Praxis nicht oder kaum wieder.

    Es haben ja Männer, die nicht dem Standard (dem Männlichen) entsprechen die gleichen Nachteile, wie die Frauen. Umgekehrt haben die Frauen, die sich dem Standard (dem Männlichen) anpassen, diese Nachteile nicht.

    Trotzdem wird bei allen Frauenförderungsmaßnahmen (Quote, etc.) nur das Vaginakriterium angewandt.

    Ständig wird betont, dass Gender das Entscheidende sei und nicht das Sex. In der Praxis wird aber doch das Sex als Kriterium hergenommen, ob jemand Förderung bekommt oder nicht.

    Auf der anderen Seite muss man auch sehen, dass bei der strukturellen Benachteiligung nicht nur das tatsächliche individuelle Verhalten eine Rolle spielt, sondern auch das Verhalten, was die Mitmenschen vom Individuum aufgrund seines Sexes erwarten. Insofern ist das Sex dann doch wieder ein wichtiger Faktor, was die strukturelle Benachteiligung angeht.

    Trotzdem ist das ein oft vernachlässigtes Problem: Jungs sind in den Jugendklubs zu laut und zu dominant und verschrecken die Mädchen. Also werden Mädchenklubs gegründet, in die nur Mädchen rein dürfen. Was ist mit den zurückhaltenden Jungs, bei denen an der Stelle das “Weibliche” stärker ausgeprägt ist und die von den lauten Jungs auch verschreckt werden?

    Ähnlich ist es bei Quotenregelungen.

    Ich hoffe, meine Gedanken werden jetzt nicht als maskulistisches “Aber Männern geht’s auch schlecht!” gewertet.

  10. @Johannes – Da würde ich dir widersprechen: Männer, die nicht dem männlichen Standard entsprechen, haben zwar auch Nachteile, aber nicht dieselben, wie Frauen die dem männlichen Standard nicht entsprechen. Man sollte das nicht immer parallelisieren und gegeneinander ausspielen. Es soll ja auch schon Frauen gegeben haben, die mit der patriarchalen Zuschreibung von “Weiblichkeit” sich Vorteile verschafft haben. Es geht hier nicht bloß um Vor- und Nachteile von diesen oder jenen, sondern um eine Kritik an der dem ganzen Schlamassel zugrunde liegenden symbolischen Ordnung. Frauenförderpläne und -quoten sind da in der Tat nur ein pragmatisches Vehikel und der Komplexität des Problems eigentlich nicht angemessen. Was soll man etwa gegen das von dir am Ende geschilderte Problem mit den zurückhaltenden Jungens machen? Vielleicht eine “Weiblichkeitsprüfung”, und dann dürfen sie in die Mädchenklubs rein? Das wäre interessant, würde ihnen aber gerade nicht helfen, denn dann hätten sie das Etikett “unmännlich” ja gerade wieder weg. Ebensowenig wie es den Frauen letztlich hilft, “wie die Männer” zu irgend etwas zugelassen zu werden, denn dann müssen sie qua Definition das Attribut “Weiblichkeit” abgeben. Der Punkt ist eben, dass angesichts der Situation, so wie sie ist, keine “richtigen” Lösungen in einem abstrakten Sinne gibt. Deshalb plädiere ich ja dafür, immer im jeweiligen konkreten Fall nach der jeweils angemessenen Lösung zu suchen. Also in dem Fall: Manchmal Jungen reinlassen, manchmal nicht. Ohne aus dem einen oder anderen ein Gesetz zu machen.

  11. @Antje: “Deshalb plädiere ich ja dafür, immer im jeweiligen konkreten Fall nach der jeweils angemessenen Lösung zu suchen. Also in dem Fall: Manchmal Jungen reinlassen, manchmal nicht. Ohne aus dem einen oder anderen ein Gesetz zu machen.”

    Das ist aber ein schweres Problem in der Öffentlichkeit, wie z.B. einer Partei. Wir sind für Gleichberechtigung, also müssen wir ein – Gesetz ist da natürlich der falsche Begriff – aber eine Regelung finden, die das so festschreibt. Wenn es keine transparente Regelung ist, warum _dieser_ Junge (Mädchen/Transsexuelle/Geschlechtslose/etc) rein darf und _jener_ nicht, dann haben wir bereits bei der Gleichberechtigung versagt, auf deren Basis die Gleichstellung erst möglich ist.

    In diesem Dilemma versuchen wir gerade ein Fahrwasser zu finden und es ist verdammt schwierig, denn nur 50cm rechts und links sind scharfe Riffe…

  12. Danke, dann habe ich zumindest nichts Essentielles übersehen. Dann werden wir dran arbeiten, einen Weg zu finden, der Gleichberechtigung und Gleichstellung so gut wie möglich in transparente Balance bringt, und wir dadurch das Bestmögliche draus machen, auch wenn das nicht das utopische Optimale ist. Ich hoffe dann, daß noch mehr unserer Gender-Kritiker das Problem so klar erkennen wie Du und unsere Anstrengungen, das Richtige zu tun irgendwann anerkennen können.

    Das Problem dahinter können wir vermutlich nur lösen, indem wir einen brauchbaren Interims-Weg vorleben und sich die Gesellschaft dann mit der Zeit wandelt, so daß in 2-3 Jahrzehnten die Gleichstellung so selbstverständlich ist, wie heute die Gleichberechtigung.

  13. Liebe Frau Schrupp!

    Kennen Sie die Olsenbande? Das ist eine in der DDR sehr beliebte Gaunerkomödienreihe. Manchmal läuft einer der Filme im Nachmittagsprogramm von rbb. Einer der Protagonisten aus dieser Reihe ist das Ehepaar Yvonne & Kjeld. Parodistisch überspitzt kann man sehr schön das uns traditionell überlieferte Geschlechterverhältnis und dessen Probleme studieren. Von einer *Herrschaft des Mannes über die Frau* kann hier wirklich keine Rede sein. Yvonne verhält sich keineswegs still und demütig, sondern so, wie es das gesellschaftliche Bild von einer Frau verlangt, d.h. aggressiv, hysterisch, kleinlich, egoistisch. Kjeld, vollkommener, verantwortungsvoller, aufopfernder Familienvater, steht vollkommen unter dem Pantoffel seiner “lieben” Frau, die sich wie die vollkommene Hausfrau aufführt, d.h. so, daß man sie eigentlich nur hassen kann. Diese Filme sollte sich auch Eva Hermann ansehen. Vielleicht ahnt sie dann etwas davon, warum so viele Ehen zerbrechen, und rückt von der “Wertschätzung der Hausfrau & Mutter” ab, und läßt die Alt-68er in Frieden.

    *Defizitär* sind Menschen, die aus ihrer Rolle fallen. Wenn Männer Hemden bügeln, Pullover stricken oder sonst etwas tun, was in den Aufgabenbereich der Hausfrau fällt, dann haben ihre Frauen ständig etwas zu meckern. Ähnlich geht es wohl Frauen, die Aufgaben übernehmen, die in den männlichen Verantwortungsbereich fallen. Ehemänner rächen sich dann mit Überheblichkeit, wenn die Rede auf Technik, Politik oder ähnliche Sachen kommt. Auf diesen Feldern haben Frauen kein Mitspracherecht. Das alles hat nichts mit Sich-zur-Norm-Setzung des Männlichen zu tun. Es ist vielmehr so, daß Frauen und Männer ihre vorgesehene Rolle zu spielen haben. Frauen als weise, Haus- und Putzfrauen, Kräuter- und Klageweiber, Hebammen, Geishas, Krankenschwestern, Gouvernanten und Männer in anderen Berufen, von denen die weiblichen Formen mit der Endung -in abgeleitet werden.

  14. @georgi da ist ein Fehler in der Datumsangabe ihres Kommentars. Das muss sicher heißen: “georgi on 25. Mai 1954 said:”

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  16. @mspro: Nö, zuweilen ist auch schon ein ganz klein wenig Gleichberechtigung bei der Olsenbande eingezogen. Kjeld, Egon Olsen & Bennie, also die ganze Olsenbande, hat nämlich schon einmal für diese Frau das Silberbesteck putzen müssen, damit es “wenigstens etwas gibt, wozu diese Männer nütze sind”. Viel mehr Gleichberechtigung ist offensichtlich auch in der Gesellschaft anno 2010 nicht drin. Alte Rollenzuordnungen und überlieferte gesellschaftliche Strukturen, Rechtssysteme etc. wirken nämlich noch bis in die Gegenwart. Nachwievor studieren Männer Maschinenbau und Informatik, und bemühen sich dann um anspruchsvolle Beschäftigung, und Frauen Kulturanthropologie, kriegen Kinder, heiraten und bleiben zu Hause. Sie wird dann vielleicht noch Feministin und er neuerdings dann zum Antifeministen oder Maskulisten. Das ist aber dann auch schon der ganze gesellschaftliche Fortschritt.

  17. > “Das „autonome Ich“ ist ein Konstrukt der männlichen (westlichen?) Philosophie.”

    … die den Anspruch hat für alle (westlichen?) Menschen zu sprechen?

    Es klingt fast so als ob “Weiblichkeit” keinerlei “Autonomie” beinhalten würde? Oder anders ausgedrückt: Das die Schablone der westlichen Philosophien nur auf ein männliches Weltbild passt?

    Und:

    > “Männlichkeit hat sich nie als einheitlich, sondern schon immer als vielfältig verstanden.” [...]

    Worauf beziehst du dich hier? Welche Vielfalt? Ich würde ehre behaupten das sowohl Männlichkeit und Weiblichkeit als “Stereotyp” starken Beschränkungen unterworfen sind – mit dem unterschied das Männlichkeit eine höhere Stellung in der Gesellschaft hat. Männlichkeit als Stereotyp ist von sich aus nicht vielfältiger. (Wenn sich Vielfältigkeit überhaupt messen lassen kann)

    > “Eine wichtige feministische Strategie besteht deshalb darin, Differenzen unter Frauen anzuerkennen, sichtbar zu machen und öffentlich zu verhandeln.
    [...] Nur so entsteht weibliche Freiheit.”

    Damit setzt man Vielfältigkeit mit Freiheit gleich? Oder das Freiheit nur durch Vielfältigkeit erreicht werden kann?

    Nach dieser Logik würde Männlichkeit bereits Freiheit bedeuten?

  18. @ Georgi: …und Männer in anderen Berufen, von denen die weiblichen Formen mit der Endung -in abgeleitet werden.

    Anwaltsgehilfin? Arzthelferin? Metzgereiverkäuferin? Altenpflegehelferin? ;)

  19. Ich glaube zwar nicht, dass sich hier ein Bogen zur aktuellen Piraten-Gender-Diskussion spannen lässt, fand es aber trotzdem erwähnenswert in Zusammenhang mit dem Blogeintrag:

    Die Zur-Norm-Setzung des Männlichen hat z.B. in der Klinische Psychologie ziemlich problematische Konsequenzen. Welches Erleben und Verhalten von Menschen als “psychisch gestört” und damit behandlungsbedürftig gesehen wird, hängt stark von der Norm bzw. vom Abweichen von ihr ab.
    Aspekte des männlichen Stereotyps wie Durchsetzungsstärke, Dominanz o.ä. werden als Merkmale für psychische Störungen im Erwachsenenalter so gut wie gar nicht genannt, Aspekte des weiblichen Stereotyps dagegen schon (abhängig, emotional…). Das elendige Dilemma für Frauen: Verhält sich eine Frau nun gemäß dem weiblichen Stereotyp, besteht die Gefahr, für dieses Verhalten kritisiert zu werden (z.B. für “hysterisches” Verhalten gehasst zu werden). Verhält sie sich entsprechend dem männlichen Stereotyp, besteht die Gefahr, für unweibliches Verhalten kritisiert zu werden (oder überheblich behandelt).
    Stereotyp weibliches Verhalten gerät viel schneller in Verdacht, psychisch gestört zu sein.
    Das habe ich bei Annette Kämmerer gelesen und fand es sehr einleuchtend.

  20. Was ich eigentlich sagen wollte: Antje, ich habe die Thesen gelesen, an einigen Stellen genickt… aber mir ist nicht klar, an wen sie sich eigentlich richten. Bei Punkt 9, in dem es direkt um Post-Gender geht (“Diese Ungleichheiten allein auf individuelle Unterschiede zurückzuführen, wie es unter dem „Post-Gender“-Begriff versucht wird…”), formulierst Du im Passiv. Wer versucht das?

    Wenn ich nach postgender google, finde ich einen englischen Wikipedia-Eintrag, aber keinen deutschen. Auf Deutsch findet man Treffer, die mit der Piratenpartei zu tun haben. Sind die Piraten der Grund oder Auslöser für die 15 Thesen? Argumentiert im deutschen Sprachraum außer den Piraten noch irgendwer mit Post-Gender?

    Vielleicht meinen die ja gar nicht dasselbe:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Postgenderism
    http://wiki.piratenpartei.de/Postgender

    Für manche Piraten scheint Postgender nur eine Floskel zu sein, die halt bisschen akademischer klingt als “geh mir wech mit Frauen und Gedöns” oder “was soll das, wir sind doch eh alle Menschen”. Und dafür gleich 15 Thesen …?

  21. @occam – Ja, genau so ist das mit dem “autonomen Ich” im (westlichen – wie es in anderen Kulturen ist, kann ich nicht wirklich beurteilen) Diskurs. Es beansprucht, das “normale” Menschsein/Mannsein zu beschreiben – zumindest seit Beginn der bürgerlichen Gesellschaft, vorher war Autonomie und Individualität noch kein so starkes Konzept, auch im Bezug auf Männlichkeit nicht (der Bauer sollte dem Fürst gegenüber nicht autonom sein). Mit Weiblichkeit hingegen war speziell seit Entstehung des Bürgertums genau Nicht-Autonomie verbunden (Mütter streben nicht nach ihrem eigenen Glück, sondern dem der Kinder, Frauen nach dem ihrer Männer – als Weiblichkeitsstereotype, wohlgemerkt, reale Frauen waren oft natürlich anders). Im Feminismus gibt es als Reaktion darauf verschiedene Strömungen, manche, die eine Lösung darin sahen, dieses Konzept des autonomen Ich auch für die Frauen zu reklamieren, andere – zu denen ich gehöre – die finden, dieses Konzept gehört grundsätzlich hinterfragt, weil Menschen per se nicht autonom sind.

    Zur Vielfältigkeit von Männlichkeit: Die männliche Tradition hat sich seit Ewigkeiten schon über die Differenz konstituiert. Mann wurde zum Mann nicht durch Angleichung an “die Männer”, sondern durch Abgrenzung (Aristoteles gegen Platon, Marx gegen Hegel etc.etc.). Die Geschichte der Männer ist eine der Differenzierung, der Spaltungen, der Ausbildung gegnerischer “Schulen” usw. Es gab nie “den Mann”, sondern immer den Streit unter Männern als Weg des Fortschritts. Ein Mann, der sich von anderen Männern abgrenzte und aktiv unterschied, riskierte also nicht seine Männlichkeit. Frausein hingegen wurde als Stereotyp beschrieben, mit der Folge, dass eine Frau, die sich von anderen Frauen unterschied, ihre Weiblichkeit riskierte (Mannweiber etc.). Bis heute haben wir keine wirkliche Kultur der Differenzen unter Frauen, sondern klassifizieren das gerne als Zickenkrieg. Und eine Frau, die öffentlich spricht und das nicht in einem geschlechtsneutralen Gewand tut, sondern explizit unter Bezug auf ihr Frausein, wird schnell in die Rolle der Frauen-Repräsentantin gesteckt. So als spreche sie also nicht zu anderen Frauen, denen sie eine andere Art von Weiblichkeit vorschlägt, sondern als spreche sie zu Männern über “die Frauen”.

    In gewisser Weise würde ich also zustimmen und sagen, ja, Vielfältigkeit (besser: die Existenz von Differenzen) bedeutet Freiheit. Allerdings eben nicht als “Autonomie” wie in der männlichen Philosophie, sondern als “Freiheit in Bezogenheit”, wie wir das in einem Buch mal genannt haben. http://www.antjeschrupp.de/bezogenheit.htm Also Freiheit, die erreicht wird nicht über Autonomie und Abgrenzung vom anderen, sondern durch Beziehungen zu anderen.

  22. @Irene – Als Begriff kommt Postgender vielleicht vor allem bei den Piraten vor, aber das Konzept, um das es mir geht, ist weiter verbreitet. Meine Thesen richten sich nicht nur an die, die glauben, “Postgender” schon erreicht zu haben, sondern an die, die sich davon prinzipiell etwas versprechen. Viel Kritik an den Piraten lief ja darauf hinaus zu sagen: Das ist ja eine schöne Idee, aber wir sind gesellschaftlich noch nicht so weit. Mein Punkt hingegen ist zu sagen: Selbst wenn wir mal annehmen würden, wir könnten dahin kommen, wäre das Problem nicht gelöst.

  23. Ehrlich gesagt kann ich nicht wirklich sicher einschätzen, wie er das alles meint. Bei der von Dir kritisierten Formulierung (von Amts wegen…) hätte ich angenommen, dass diese Beamtenpose ironisch ist. Vielleicht färbt in so einem Fall ab, wie man seine anderen Texte aufgenommen hat, und ich finde viele von ihm gut.

    Vielleicht ist er aber speziell in Frauen- und Genderfragen naiv – siehe auch diese Buchkritik: http://xrays.antville.org/stories/1880628/

  24. Hallo Antje!

    Ich hab das dringende Bedürfnis, was dazu zu sagen, und das große Problem, dass ich eigentlich gar keine Zeit habe… Aber ich glaube, ich schreib dazu noch einen Blogartikel nächste Woche, wenn ich sie wieder habe.

    Hier deshalb nur ganz, ganz kurz:
    Erstmal finde ich´s spannend, dass du die von dir als “westlich” und evtl. “männlich” charakterisierte Idee des autonomen Subjekts ablehnst. Das machen ja normalerweise die Leute aus postmodernen Strömungen und dekonstruieren es gleichzeitig mit den Geschlechtern, an denen du ja aber festhältst. Ich bin da wohl dein genaues Gegenteil, denn ich würde die Geschlechter gern in den Wind schießen, bin aber ein sehr großes Fan des autonomen Subjekts. Das würde ich übrigens auch für die Mehrheit der Piraten annehmen.

    Ich glaube, die post… (-modernisten, -strukturalisten, -feministen, gender-anhänger, …) stellen sich unter dem autonomen Subjekt der Philosophie etwas vor, was nahezu kein Philosoph je vertreten hat. Und du tust das evtl. auch. Deshalb würde ich mich freuen, wenn du näher ausführen könntest, was du meinst.
    Nur kurz – deskriptive Ebene: Die Idee, der Mensch handle losgelöst von seiner Sozialisation und seinem konkreten historischen und räumlichen Kontext, ist natürlich totaler Blödsinn ;). Das wäre nicht die Autonomie, die die Philosophie meint, sondern Zufall. Will niemand, vertritt/vertrat auch niemand. Normative Ebene: Das Selbe gilt für die Idee, der Mensch solle so handeln. Da scheint mir wirklich gegen einen Strohmann argumentiert zu werden.

    Der ständige Vorwurf, die Postmoderne ließe keinen Raum für den eigenständigen Akteur (keinen Raum für Widerstand, sagt dann die linke Kritik), weil sie das Ich als konstruiert/produziert durch meist irgendwelche Diskurse betrachtet, läuft m.E. ebenfalls ins Leere. Determinismus und freier Wille sind vereinbar, das ist eine der wenigen Fragen, bei denen die Philosophie mal echt hilfreiche Ergebnisse geliefert hat ;). (Wen´s interessiert: http://plato.stanford.edu/entries/compatibilism/)

    Bleibt u.a. der Vorwurf, die Dekonstruktion von Geschlecht liefe (wenn ich dich richtig verstehe: nicht notwendig, aber oft. Wenn ich andere Leute richtig verstehe: bei den Piraten) darauf hinaus, dass man letztlich ein einziges Geschlecht mit einer Normativität hat, die die männliche ist, und nun müssen sich alle daran anpassen, auch die Frauen. Der Vorwurf geht meist einher mit einer historischen Betrachtung, derzufolge das Normale, das Menschliche als das Männliche definiert worden sei.
    Wenn man sich hier nicht auf pure Biologie bezieht (da stimmt das zweifellos in vielen Fällen) ist mit diese Redeweise unverständlich, d.h. ich verstehe nicht recht, was mit “das männliche” gemeint sein soll. Da helfen mir auch Beispiele nicht. Ich frage mich, ob ich naiv bin und das zu einfach sehe bzw. viel übersehe, aber irgendwie scheint mir das so einfach:
    Dekonstruktion hat nicht “das eine Geschlecht” zum Ziel, sondern, Geschlecht als Merkmal auf biologische Merkmale zu reduzieren, die ebensowenig relevant sind wie z.B. meine Haarfarbe.
    “Männliche” und “weibliche” Eigenschaften gibt es “da draußen” nicht, sondern nur Eigenschaften, die als männlich oder weiblich *bezeichnet* werden. Nun ist es immer, in jedem Fall, schlecht, wenn von Menschen verlangt wird, irgendeinem einheitlichen Set von Eigenschaften zu genügen. Das wird dem Individuum nun mal nicht gerecht und zwängt es in eine bestimmte konforme Keksform. Es ist dafür aber egal, ob das Eigenschaften sind, die derzeit als männlich, weiblich, pferdig oder was anderes bezeichnet werden.
    Die Idee des Genderdekonstruktivismus ist gerade, dass die Rede von männlichen Eigenschaften keinen Sinn mehr machen sollte. Wenn dann trotzdem noch an Eigenschaften als Norm festgehalten wird, die derzeit als männlich betrachtet werden (weil, keine Ahnung, die z.B. gut für das kapitalistische Wirtschaften sind oder so und deshalb ein Interesse daran besteht, das auch dann noch besteht, wenn die Eigenschaften nicht mehr schon deshalb “privilegiert” sind, weil sie als die männlichen gelten – denn möglicherweise löst Dekonstruktion auch das Androzentrismusproblem mit! Ist nur leider nicht sicher…), dann muss natürlich daran gearbeitet werden. Dem sollte keinesfalls so sein! Nur: Das ist dann kein Thema mehr für (Post-)feministinnen, sondern allgemein für alle, die für individuelle Entfaltung einstehen. Individuelle Entfaltung und androzentristische Normativität sind nicht vereinbar, (richtig verstandener) Geschlechterdekonstruktivismus und Androzentrismus ebenfalls nicht!

    Deshalb, so mein Fazit, können die Piraten nicht androzentristisch sein. Sofern einige das sind, verspreche ich, dass wir dran arbeiten.

    Jetzt war´s doch ein halber Blogeintrag ;).

    Ich hoffe, ich hab dich nirgendwo einfach falsch verstanden.

    Liebe Grüße :)

  25. Ich hab nochmal nachgedacht und hätte folgende Frage:
    Glaubst du, du kannst die Kategorie “Frauen” erhalten in einer Weise, die reichhaltig ist (nicht nur auf xx-Chromosomen und nichts darüber hinaus abzielt) – denn daran liegt dir ja was, wenn ich dich nicht völlig missverstehe – auf eine nichtnormative Weise? Also trotzdem freie individuelle Entfaltung haben? Was besagt diese Kategorie denn dann überhaupt noch, ist sie dann nicht bedeutungslos?

    Lieber Gruß :)

  26. Zur Vielfältigkeit von Männlichkeit: Die männliche Tradition hat sich seit Ewigkeiten schon über die Differenz konstituiert. Mann wurde zum Mann nicht durch Angleichung an „die Männer“, sondern durch Abgrenzung (Aristoteles gegen Platon, Marx gegen Hegel etc.etc.). Die Geschichte der Männer ist eine der Differenzierung, der Spaltungen, der Ausbildung gegnerischer „Schulen“ usw. Es gab nie „den Mann“, sondern immer den Streit unter Männern als Weg des Fortschritts. .

    Man wird zum Manne durch Erwerbsarbeit. Während Charlie in der Britischen Bibliothek herumhockte, trieb sich Jenny von Westphalen und die Haushälterin zu Hause herum, und hatte überhaupt keine Veranlassung zu philosophischen Diskursen, erst recht nicht Schulen zu bilden oder sich auf andere Art abzugrenzen, sich auf “männliche” Art zu differenzieren.

    Ein Mann, der sich von anderen Männern abgrenzte und aktiv unterschied, riskierte also nicht seine Männlichkeit.

    So geht das aber auch nicht. Um nicht für voll gehalten zu werden, muß man sich anders anstellen; z.B. Strümpfe und Pullover stricken.

    Frausein hingegen wurde als Stereotyp beschrieben, mit der Folge, dass eine Frau, die sich von anderen Frauen unterschied, ihre Weiblichkeit riskierte (Mannweiber etc.).

    Dem äußeren Anschein nach ist es genau anders herum. Männer laufen ständig in Uniformen herum (Anzug, Schlips). Frauen werden aber schief angesehen, wenn sie an zwei darauffolgenden Tagen sich dasselbe anziehen. Ehefrauen sind auch verantwortlich für das Statusdenken in den Familien. Frauen messen fortwährend gegenseitig ihren sozialen Rang ab, den ihre Männer ihnen verschafft haben, und stechen sich gegenseitig aus. Das ist auch Differenz, die weibliche Art der Differenz sozusagen.

    Was bedeutet Sich-zur-Norm-Setzung des “Männlichen”, Angleichung an die Männer, Androzentrismus? Ganz einfach: Frauen betreiben Erwerbsarbeit, denn Erwerbsarbeit ist genau das “Männliche”.

    Was bedeutet Post-Gender? Ganz einfach: Piraten lehnen den Feminismus ab. Daß sie es tun, hat verschiedene Gründe: Zum ersten haben sie sich noch nicht mit Feminismus auseinandergesetzt. Zum zweiten haben sie auch keinen Zugang zu ihm. Sie fühlen sich durch Strömungen wie der hier: Das Ende des Sex: Biologisches Geschlecht ist gemacht. in ihrer Intelligenz beleidigt (s. Martensteins These: Gender = Voodoo). Zum dritten enthält die Piratenpartei zahlreiche rechts-liberal indoktrinierte Mitglieder, die den “staatlich verordneten Feminismus” als “Beschneidung der individuellen Freiheit” sehen. Zum allerletzten und vor allen Dingen ist Postgenderismus die logische Konsequenz, wenn man Frauen und Männer ausschließlich als Individuen, “autonome Subjekte” oder ähnliches ansieht. Die gesamte Geschlechterfrage reduziert sich dann auf die Beseitigung von Diskriminierung, Ungleichbehandlung und Unterdrückung dieser Indviduen. Da aber in Europa das alles formal abgeschafft wurde, sehen die Piraten keinen weiteren Handlungsbedarf. Dummerweise können Feministen nichts Überzeugendes dagegensetzen, denn auch Feministen ignorieren wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge und geschlechterspezifische Rollenverteilungen konsequent.

  27. @arte povera
    Zum Verhältnis „Idee“ und „konkreter Kontext“ – natürlich hat kein westlicher Philosoph jemals gesagt, dass man beides in der Realität trennen kann. Aber beides wurde eben konzeptionell getrennt. Unsere ganze Kultur ist durchzogen von der Annahme, dass Sozialisation, Körperlichkeit, die Notwendigkeit, Dreck wegzuräumen etc.etc. irgendwie ein Hemmnis/Hindernis für die freie Entfaltung des autonomen Subjekts seien. Und dieses Trennung schlug sich dann praktisch in einer geschlechterdualen Zuordnung nieder (Mama muss dafür sorgen, dass die Kinder leise sind, damit Papa seiner wichtigen Arbeit nachgehen kann). Ein neueres Beispiel ist die Hirnforschung, die allen Ernstes meint, weil Denkprozesse auch körperliche nachweisbar sind, seien sie nicht frei. Und, ja, in der Kritik an der Postmoderne schienen wir ähnlich zu liegen.
    Zur Frage nach Männlichkeit und Geschlechtsdekonstruktion: Da sehe ich schon, muss ich irgendwann noch mal einen ausführlichen Blogpost nachsteuern. Kurz gefasst: Bei Männlichkeit/Weiblichkeit geht es nicht nur um Eigenschaften, die Männern und Frauen zugeordnet werden, sondern um eine grundlegende Zweiteilung und Hierarchisierung, die sich durch alle Bereiche unserer Kultur zieht. Sie ist auch losgelöst von Frauen und Männern wirksam. Mein Einwand ist: Wenn wir auf der Ebene von Frauen und Männern Gender-Klischees abschaffen, geht uns mit der Geschlechterdifferenz ein Hebel verloren, der bisher immer die Notwendigkeit mit sich brachte, diese grundlegende kulturelle Schieflage zu erkennen und zu thematisieren. Die pure Existenz von Frauen war bislang immer Sand im Getriebe dieses Normativitätsdenkens, weil man Frauen dem nicht einfach einverleiben konnte. Der Preis dafür ist natürlich, da hast du Recht, dass Individuen Gefahr laufen, in „konforme Keksformen“ gedrängt zu werden. Aber dieser Preis scheint mir zumindest in emanzipierten Gesellschaften wie der unsrigen „bezahlbar“ ist, weil Dank der Frauenbewegung die Keksform für Frauen nicht mehr so krasse Benachteiligungen beinhaltet wie in traditionell patriarchalen Kulturen. Das meine ich, wenn ich manchmal sage, dass die Emanzipation nicht das Ende des Feminismus ist, sondern eigentlich erst der Anfang. Ansonsten halte ich diese Diskussion für relativ theoretisch, da sich, wenn ich mir unsere Gesellschaft so anschaue, ich nicht viele Anzeichen dafür sehe, dass Gender-Klischees passé sind.
    Zu deiner letzten Frage: Ja, ich kann die Kategorie „Frauen“ erhalten in einer Weise, die reichhaltig ist, auf eine nichtnormative Weise, inklusive freier individueller Entfaltung. Das ist es, was ich in der Frauenbewegung gelernt habe, und zwar nicht theoretisch, sondern praktisch. Der Beweis bin ich letztlich selbst: Ich bin eine Frau. Ich bin frei. Welche Bedeutung diese Tatsache, dass ich eine Frau bin, hat, kann und will ich gerade nicht abstrakt beschreiben und definieren, das wäre unweigerlich Klischee. Ich bin eine Frau, das muss als Argument genügen. Aus der Erfahrung des alltäglichen Lebens kann ich dir jedoch versichern: Diese Tatsache ist (in aller Regel) nicht irrelevant! Sobald wir aus der Ebene der Abstraktion in die Ebene der Kontingenz wechseln, wird die Bedeutung des Frauseins evident. Die Kontingenz, also die konkrete Situation, als das Wichtige zu sehen (und nicht die Abstraktion) ist übrigens auch so ein Punkt, an dem viele (feministische) Denkerinnen der männlichen symbolischen Ordnung widersprechen, aber das wäre wieder ein eigener Blogpost…

  28. Soso…
    Angesichts dieser Punkte wird klar, warum es kaum Männer gibt, die Gender unterstützen. Es bringt ihnen einfach keine Lösung ihrer Probleme und Anliegen.

    In diesem Sinne schönen Gruß
    Christian

  29. Pingback: i heart digital life » SIGINT10 & Feminism: What seemed to be the problem?

  30. #30 (Christian):

    Mich wundert aber, daß es Frauen gibt, die Gender unterstützen. Es bringt doch auch ihnen einfach keine Lösung ihrer Probleme und Anliegen.

    Mit Problemen meine ich natürlich z.B. steigendes Armutsrisiko alleinerziehender Mütter und ihrer Kinder und ähnliche wirtschaftliche und soziale Probleme, die auch Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis haben; nicht Kopftücher, Geschlechteridentitäten, Frauenmangel im Vorstand der Piratenpartei, eventuell vorhandene dritte und weiterer Geschlechter u.a. verrückte Dinge.

    In diesem Sinne schönen Gruß
    georgi

  31. Pingback: SIGINT10 & Feminism: What seemed to be the problem? « meta . ©® . com

  32. @Georgi: *ironie-an* Klar, die Frauen waren auch einfach nur zu bequem für Erwerbsarbeit… *ironie-aus* und bei solchen Sätzen:
    “Frauen messen fortwährend gegenseitig ihren sozialen Rang ab, den ihre Männer ihnen verschafft haben” möchte ich einfach nur mit dem Kopf gegen meinen Schreibtisch hauen. Falls Sie es nicht mitbekommen haben: Es gibt inzwischen erwerbstätige Frauen, genauso wie Hausmänner. Der Schlüssel ist – und so verstehe ich auch Frau Schrupp – diese Vielfalt zu umarmen und zu fördern und die Keksformen komplett zu vergessen.

    Warum verstehen so viele Männer nicht wie sehr sie von wirklicher Rollenfreiheit profitieren können? Es müsste doch auch für Männer unheimlich befreiend sein wenn sie tun und lassen können was sie wollen ohne Gefahr zu laufen “unmännlich” zu wirken…
    Und mir persönlich bringt natürlich Gender Vorteile! Durch gesellschaftliche Akzeptanz der Berufstätigkeit von Eltern habe ich bessere Chanchen auf Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur, wenn mehr Leute endlich kapieren dass auch Frauen Ingenieurberufe ergreifen werde ich vielleicht nicht mehr jedes Mal doof angeschaut wenn ich mal Lust habe zur Arbeit einen Rock anzuziehen, etc. etc. (übrigens schaut bei meinen Kollegen nie jemand blöd, egal ob sie nun einen Anzug, Jeans, oder im Sommer kurze Hosen tragen. Trage ich hingegen einen Rock, laufe ich Gefahr nicht ernstgenommen zu werden, trage ich einen Hosenanzug wirft man mir indirekt vor meine “Weiblichkeit” zu verleugnen. So gesehen kann mans fast nur falsch machen).

    Aber bei manchen Leuten kann man sich wahrscheinlich ewig den Mund fusselig reden…

  33. *ironie-an* Klar, die Frauen waren auch einfach nur zu bequem für Erwerbsarbeit… *ironie-aus*

    …,nein der Ehemann zu stolz: “meine Frau geht nicht arbeiten. Das hat sie nicht nötig.”

    Falls Sie es nicht mitbekommen haben: Es gibt inzwischen erwerbstätige Frauen, genauso wie Hausmänner.

    …aber noch nicht genug. Vor allen Dingen mental hat sich nicht ausreichend viel verändert, wie man u.a. an vielen Foreneinträgen erkennen kann, die die bei Feministen als sexistisch gelten, und gern hinwegzensiert werden. Aus demselben Grund gibt es auch nicht genügend Piratinnen und Ingenieusen.

    werde ich vielleicht nicht mehr jedes Mal doof angeschaut wenn ich mal Lust habe zur Arbeit einen Rock anzuziehen, etc. etc. (übrigens schaut bei meinen Kollegen nie jemand blöd, egal ob sie nun einen Anzug, Jeans, oder im Sommer kurze Hosen tragen. Trage ich hingegen einen Rock, laufe ich Gefahr nicht ernstgenommen zu werden, trage ich einen Hosenanzug wirft man mir indirekt vor meine „Weiblichkeit“ zu verleugnen. So gesehen kann mans fast nur falsch machen).

    Was Du Dir anziehen kannst, hängt davon ab, in welcher Position Du arbeitest. Meine Bemerkungen zur Kleiderordnung beziehen sich auf die “besseren” Positionen. Als Programmierer oder wissenschaftlicher Mitarbeiter kannst Du Dir auch die Haare lila färben und das Hemd heraushängen lassen, als Sparkassendirektor geht das aber z.B. nicht. Und ich möchte mal behaupten, daß Männer sich nicht dafür interessieren, ob ihre Kolleginnen Rock oder Hosenanzug tragen. Sie interessieren sich ja nicht einmal für ihre eigene Kleidung. Die sucht ja die Ehefrau aus. Die Frauen sind es dann auch, die sich dauernd dafür interessieren, was andere Leute z.B. die Frau Bundeskanzler sich anziehen. Kommt der Alte von der Arbeit und setzt sich an die Kaffeetafel, dann fragt die Frau gleich: “Was gab es denn zu essen?”, “Was hat denn der und der an?” etc. etc. Die meisten Ehemänner müssen in dieser Situation erst einmal lange überlegen, denn darauf haben sie nicht geachtet.

    Aber bei manchen Leuten kann man sich wahrscheinlich ewig den Mund fusselig reden…

    Das meine ich auch.

  34. — Es müsste doch auch für Männer unheimlich befreiend sein wenn sie tun und lassen können was sie wollen ohne Gefahr zu laufen „unmännlich“ zu wirken…

    Noch befreiender ist es für Männer und ihre Söhne, selbst entscheiden zu können, ob sie männlich oder unmännlich sein zu können.
    Mehr kann ich dazu nicht sagen.

  35. Vielleicht dieser Nachtrag noch:
    Wenn den Genderern die Rollenbefreiung der Männer so wichtig ist, wo ist denn dann ihr Einsatz für die Abschaffung der Wehrpflicht?

  36. Pingback: Maedchenmannschaft » Blog Archive » Neues aus den Blogs

  37. Mir fällt da gerade noch eine Frage ein:
    Wann gibt es denn endlich ein Genderprogramm, um den Frauenmangel in den unattraktiven, dreckigen und gefährlichen Männerdomänen zu beseitigen? Es kann ja nicht angehen, daß diese Männerseilschaften dort ewig weiterhalten. Ich finde, diese Bastion des Patriarchats muß! endlich! GESTÜRMT! werden! Ich bin dabei. Wer macht mit?

  38. Sinnvoller wäre, anstatt den “Frauenmangel in unattaktiven, dreckigen… Männerdomänen” zu beklagen, intelligente Technologien zu entwickeln, die diese “Domänen” attraktiver gestalten und weniger gefährlich… Stichwort “Ökoeffektvität”… hat schon auch was mit einer anderen “symbolischen Ordnung” zu tun, finde ich ;o))

  39. Stimmt, Dianne, das wäre natürlich auch ein guter Ansatz zur Gleichstellung in der Berufsgesundheit. Komisch, daß noch kein Genderer das angeregt hat, oder? Wo doch gerade und ganz besonders die Männer Zielgruppe sind …

  40. “Der wichtigste Punkt rund um das Thema „Gender“ hat nichts mit Frauen zu tun, sondern ist die Kritik an der Sich-zur-Normsetzung des Männlichen. Frauen kommen allerdings insofern ins Spiel, als Feministinnen die ersten waren, die dieses Sich-zur-Norm-Setzen des Männlichen hinterfragt haben.”

    Und warum ist das überhaupt kritikwürdig? Wen sollen Männer denn sonst als “Norm” nehmen, wenn nicht sich selbst? Die grünen Marsmännchen? Frauen?

  41. @Urs:
    Also ich kann mich nicht daran erinnern, daß heutzutage “das Männliche” als Norm, also als normal angesehen würde. Hast du dafür ein paar konkrete Beispiele auf Lager? Im Gegenzug präsentiere ich dir ein paar Beispiele für ein alltägliches Männerbashing, das mit “Zur-Norm-setzung” des Männlichen deutlich widerlegt.

  42. @Christian:

    Du missverstehst, was ich schreibe – ich rede nicht von dem, was die Gesellschaft an Menschen heranträgt, sondern von dem, was Menschen aus sich heraus schaffen; wobei ich einfach mal davon ausgehe, dass Menschen eben ihre Umgebung in einer Weise umzumodellieren versuchen, die ihren Interessen und Eigenheiten entspricht. Sie setzen also sich selbst als zur Norm – und das ist gerade in Zeiten von Männerbashing ( das ja Männern einreden möchte, auf sie käme es nicht an – was ja auch stimmt, wenn es Männern nicht auf sich selber ankommt ) nur umso wichtiger.

    Gesellschaftlich gibt es dann im wesentlichen drei Möglichkeiten, auf die ich mich zu meinen Mitmenschen positionieren kann – man stellt fest,
    a). dass man mit einigen Leuten Interessen und Eigenheiten teilt.
    b). dass man mit einigen Leuten unvereinbare Interessen und Eigenheiten hat, so dass man tunlichst anstreben wird, in unterschiedlichen “Welten” zu leben.
    c). dass die Interesssen einiger Leuten nicht gleichzeitig mit den eigenen realisierbar sind, so dass es auf einen Kompromiss, der keinen glücklich macht, auf Verdrängung/Überformung des anderen, oder eben auf Annahme des anderen als das eigene hinausläuft.

    Frau Schrupp stellt ja hier, wenn ich sie richtig verstehe, fest, eine Demarkationslinie verlaufe zwischen Männern und Frauen, a) käme also, soweit es um Geschlecht geht, nicht in Betracht:
    “5. Weibliche Freiheit lässt sich nicht dadurch erreichen, dass Frauen abgeschafft werden.”

    Allein schon das Adjektiv “weiblich” am Begriff “Freiheit” lässt aufhorchen – wetten, dass es zusammen mit der Abgrenzung von den “neoliberalen männlichen” Arbeitswelten mal wieder darauf hinausläuft, … ach egal, lassen wir uns doch überraschen ;-).

  43. @Chris:
    Insofern es um Erwartungen geht, die die Gesellschaft heutzutage an Männer heranträgt, so sind diese in der Tat, wenn es um “Männlichkeit” geht, eher negativ konnotiert, als “so bitte nicht” markiert – da gebe ich Dir völlig recht.

    Also “Männlichkeit” = “unsensibel, sozial verantwortungslos, egoistisch, zerstörerisch, oberflächlich” etc.

    und nicht
    = “mutig, verantwortungsvoll, fair, konstruktiv, freundschaftlich” etc. …

  44. Häh?? Also deinen zweiten Beitrag, liebe/r Urs, habe ich kapiert. Vom vorherigen kam gar nichts an. Ich kenne niemanden, der sich seine Umgebung “modelliert”, sondern eher versucht, mit den gegebenen Voraussetzungen, Wirtschaftskriese, Arbeitslosigkeit, Diskriminierung klarzukommen, sich eine Nische zu schaffen und versucht, bis zum Gang in die Kiste einigermaßen durchzuwurschteln.
    Dann schreibst du, den Männern komme es nicht auf sich selbst an. Unabhängig, ob dem nun so ist oder nicht – kann sich einer zur Norm setzen, oder als Normgeber angesehen werden, der sich selbst nicht wichtig ist? Außerdem ist mir unklar, wo heutzutage überhaupt noch der Mann als Norm gilt.

    Die drei Möglichkeiten der Positionierung habe ich kapiert, einen Kontext zum Thema entdecke ich nicht.

    Daß eine Demarkationslinie zwischen Männern und Frauen verläuft, das ist wahr. Aber hier möchte ich nicht erwähnen, bei welcher Gruppe ich die hauptsächliche Verantwortung dafür verorte. Die Gefahr einer Abschaffung der Frauen sehe ich nicht. Wenn es um Geschlechterabschaffung geht, es ist “die männliche Welt”, die die SPD abschaffen will. Das Männliche gilt als Norm? Vielleicht in Somalia. Vielleicht.

    Danach stellst du richtig fest, daß Männlichkeit als “so bitte nicht” dargestellt wird. Wenn du nun noch überlegst, aus welcher Ecke “so bitte nicht” am nervigsten und penetrantesten gerufen wird, wird dir auch klar, warum ich Gender so strikt ablehne. Männlichkeit als Norm? Hier nicht. Aber wie gesagt, Deine Gedanken sind mir jetzt noch unklarer als vor zwei Stunden noch. Wenn Du also Zeit hast: Bitte nochmals in einfachen, klaren Worten, aufbereitet für schlechtvernetzte, primitive Männerhirne :-)

  45. @Christian @Urs – also ich denke, Ihr diskutiert das alles viel zu allgemein. Es ist nicht “so” oder “so”, sondern manchmal so, manchmal anders. Jedenfalls viel komplexer. Diese pauschalen Aussagen bringen die Diskussion irgendwie nicht weiter.

  46. @Antje Schrupp:

    Hast Du ein gutes, politisches, Beispiel?
    Eines, bei dem es um Interessenkonflikte, Freiheiten, Herrschaft geht?

    Dein Text suggeriert mir so einiges, aber ich würde den wahrscheinlich besser verstehen, wenn Du selber Deine Überlegungen mal an einem Beispiel konkretisieren würdest …

    @Christian:

    Ich habe doch gar nicht die These vertreten, dass Männer auf Männerbashing schon soweit ansprechen, dass sie gleich kollektiv aufhören, sich und ihr Wohlbefinden zum Maßstab ihres Handelns zu machen – ich hoffe, das bleibt auch so.

  47. Ja, das ist in der Tat allgemein. Mal so, mal so, und und ganz anders, aber irgendwie eben auch? Was ist mal wie und was ist mal wie anders? Ein wenig konkret, mit ein, zwei Beispielen unterlegt, könnte für Klarheit sorgen.

    Ach, da wir gerade bei Beispielen sind, so hatte ich vor Kurzem die Allgemeinheit her mal nach Beispielen gefragt, welche Genderprogramme sich für die Abschaffung der Wehrpflicht einsetzen und sich dafür einsetzen, zu ergründen, warum drei von vier “Selbstmördern” männlichen Geschlechts sind. (Jener Beitrag war wohl durch einen Softwarefehler oder dergleichen im Orcus verschwunden.)

  48. @Christian @Urs – Mein ganzes Blog besteht aus solchen Beispielen. Ich beende jetzt hier die Diskussion an dieser Stelle mal, weil es schon lange nicht mehr um die Thesen in diesem Blogpost geht.

  49. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, geschrieben zu haben, daß du geschrieben hättest, Männer hörten aufgrund ihres Bashings auf, sich und ihr Wohlbefinden zum Maßstab Handeln zu machen. Den größten Teil deines Beitrags habe ich gar nicht kapiert, weshalb ich ja um eine kurze Erläuterung bat.

    Es wäre besser, die Männer begönnen damit, sich mehr um sich und ihr Wohlbefinden zu kümmern und dies zum Maßstab ihres Handelns zu machen. Dazu muß mann aber altgewohnte Glaubenssätze und Prinzipien ablegen, als da u.a. wären

    — Frauen und Kinder zuerst
    — Die Firma geht vor der Gesundheit
    — Männer haben Frauen zu schützen, auch wenn sie dafür mit ihrer eigenen Gesundheit zahlen
    — Des Mannes Pflicht ist die Versorgung der Familie
    — Männer darf man schlagen (als logische Konsequenz des gewohnten “Frauen schlägt man nicht”, denn sonst hieße es “Seine Mitmenschen schlägt man nicht”.)
    — Landesverteidigung ist Männerpflicht
    — Männer dürfen nicht schwach sein

    Wenn die Männer begönnen, mit diesen Maximen zu brechen, wenn sie also begönnen, sich und ihr Wohlbefinden zum Maßstab ihres Handelns zu machen, wären wir einen großen Schritt weiter. Das müssen sie aber schon selbst machen, denn Genderprogramme gibt es dafür nicht, und wenn diese sieben Punkte tausendmal nichts geringeres sind, als der Ausbruch aus alten Rollenmodellen. Warum es keine Genderprogramme dafür gibt, kann man in anderen, genderkritischen Foren und Blogs nachlesen. Hier schreibe ich es nicht.

  50. Pingback: Translation: “Fifteen Theses Concerning Feminism and Post-gender” «

  51. Pingback: Fundstücke aus der Gender-Blogosphäre « Jakoblog — Das Weblog von Jakob Voß

  52. Mein erstes Flattrin’ :)

    Eine Sache, die mir jedoch aufgefallen ist: Du schriebst

    “Es gibt keinen höheren Maßstab, dem sich alle unterordnen müssen. Das ist das Wesen des Pluralismus.”

    Nun würde ich behaupten, die heutigen Machtstrukturen nicht trotz, sondern mittels der Pluralismus funktionieren. Es ist nach wie vor wichtig, gegen Ungleichbehandlung zu kämpfen, aber an den Herrschaftsverhältnissen wird dies meines Erachtens nichts ändern. Weshalb wir Piraten schon pointiert und nicht ganz falsch vorgehen, wenn wir in erster Linie die Verflechtung verschiedener Machtstrukturen (d.h. politische und wirtschaftliche Macht) kritisieren.

    Selbst wenn Frauen und Männer völlig Gleichberechtigt und -gestellt wären, wären die einzelnen Subjekte deswegen in unserem Umfeld noch lange nicht in der Lage, sich frei zu entfalten.

    @Christian Zu deiner Frage ein Zitat von Alice Schwarzer:

    “Auch EMMA ist gegen die Wehrpflicht. Ich habe mich zwar seit 1978 für das Recht von Frauen zum Dienst an der Waffe eingesetzt, war aber gleichzeitig immer gegen die Pflicht zum Wehrdienst, auch für Männer.”
    Kompletter Artikel: http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2002/maijuni-2002/editorial/

    Es gibt glaube ich nicht wenige Feministinnen, die eine Abschaffung der Wehrpflicht für Männer aus genderpolitschen Überlegungen heraus befürworten würden. Das Feministinnen Männerfeindliche Politik anstreben, ist, denke ich, nicht wirklich so.

  53. @incredibul – Da hast du recht. Ich verstehe nicht ganz, war das eine Frage oder meinst du, ich sehe das anders? Die Kritik auch an der Verflechtung von verschiedenen Machtstrukturen ist ja nicht prinzipiell etwas Neues. Die Frage, die mich interessiert, ist eher, was konkret wir angesichts von Machtstrukturen tun können. Die Analyse allein führt nicht weit und nützt ja nicht viel, wenn in der konkreten Situation dann kein sinnvolles Handeln dabei herauskommt.

  54. @ incredibul:
    Welche Frage meinst du?
    Daß Alice Schwarzer einmal (einmal!) die Abschaffung der Mänerzwangsdienste befürwortet hat, habe ich vor einigen Wochen hier mal erwähnt. (Und mit der Haltung gegenüber Männern, die sie für gewöhnlich an den Tag legt, deckt sich das auch nicht.) Der Beitrag ging (sicherlich wegen eines Softwarefehlers) leider verloren. Aber das macht ja nichts, auch wenn ich sehr viel Arbeit in ihn gesteckt hatte.
    Egal. Du schreibst, daß sicherlich nicht wenige Feministinnen einer Abschaffung der Männerzwangsdienste zustimmen. Nun, dann müßte man doch in der öffentlichen Debatte was davon merken. Schwarzer ist ja nicht mehr die einzige Prominente in der deutschen Frauenszene. Da wären Astrid von Friesen, und Monika Dittmer, “Gleichstellungs”beauftragte von Goslar die sich zwar m.W. noch nicht explizit dagegen ausgesprochen haben, ich würde mich aber wundern, wenn sie nicht dagegen wären. Und sonst? Wer hat sich dagegen ausgesprochen, geschweige denn ernsthaft für eine Abschaffung der Zwangsdienste stark gemacht? Die Haltung, die ich so kenne, hört man bei einer Sendung des österreichischen Fernsehens: http://www.youtube.com/watch?v=nfdWNZl10lQ

  55. Bitte diskutiert hier doch über meine Posts und nicht über “den Feminismus” allgemein oder über Alice Schwarzer oder was es sonst noch alles auf der Welt gibt. Danke!

  56. Wie sollen wir über deine Thesen diskutieren, ohne dabei den Feminismus im Allgemeinen zu behandeln?

  57. @antje Ich denke, da tun viele Leute was. Wir sind ja nicht machtlos: Bürgerrechtsbewegungen und -Proteste nehmen, nicht zuletzt wegen neuer Kommunikationsmöglichkeiten, in meinen Augen heute sehr viel schneller Einfluß auf die Politik.

    Um auf deinen Artikel zurückzukommen: Kritik habe ich eigentlich nur an Punkt 9, weil Vielfalt bei Männern IMMER erkämpft werden muss. Es gehört der Wille zu Auseinandersetzung dazu, wenn man anders sein will und dennoch akzeptiert. Und ich sehe es kritisch, wenn ein gewisses Maß an Konfliktbereitschaft und Durchsetzungsvermögen grundsätzlich dem Männlichen zugeordnet wird. Meines Erachtens braucht das jeder Mensch, und ich tue mich dann schwer, wenn Frauen, die Konfliktbereit sind, unterstellt wird, Männer „nachzumachen“.

  58. Also gut, *den* Feminismus gibt es nicht. (Ich sehe zwar schon ein alles verbindendes Element, aber das können wir hier tatsächlich ausklammern.)
    Meine Frage danach, welche Feministinnen sich sonst noch für die Gleichberechtigung der Männer stark gemacht haben, wird ja dadurch nicht obsolet. Im Gegenteil, wenn es *den* Feminismus nicht gibt, ist meine Frage doch sicherlich umso leichter zu beantworten, und zum hier angeführten Thema paßt sie auch, zumindest wenn Feminismus und Gender tatsächlich beiden Geschlechtern helfen und nützen sollen.

  59. Pingback: partyzionist » Blog Archive » |shorties|

  60. Pingback: Vorspeisenplatte » Blog Archive » Haben nur Frauen Familie?

  61. wow. ich finde dies eine wunderbare zusammenfassung.
    werde ich mir ausdrucken und in mein büro pinnen.
    vielen dank !

  62. bin etwas langsam mit meinem Kommentar aber: muss es bei 7. nicht “ein Mensch” heißen statt “kein Mensch”? Oder oute ich mich als total nichts verstanden habend?

  63. @pia – “Dass sich kein Mensch dabei völlig losgelöst von sozialer Herkunft, dem eigenen Körper, der ererbten Kultur oder anderen äußeren Beeinflussungen verhält…” – kein Mensch tut das. Nicht ein einziger. Niemand. Also auch nicht einer … ;)) -

  64. Ja. Jetzt sehe ich es auch.
    Es war die Binsenweisheit, die ich, seit es sie gibt, immer falsch ablege. Eine Art Armin/Achim-Schwäche. Oder Karin/Katrin. (Binsenweisheit als etwas, das falsch/ohnehin bekannt ist…).

  65. Pingback: Frauen in die Politik

  66. @AntjeSchrupp
    Nur damit wir uns nicht missverstehen, ich finde Žižeks Witz zwar nicht lustig aber wahr. Wie auch bei seinem Beispiel aus “Die üblichen Verdächtigen” darf man das nicht wörtlich lesen sondern muss das aus seiner Sicht als Psychoanalytiker sehen.

    Mit Kastration ist eine symbolische gemeint. Es geht nicht ums Eier abschneiden sondern um die Frage nach Macht und Gewaltausübung. Kastrieren bedeutet diese zu unterbinden.

    Ähnlich ist das mit dem revolutionären Subjekt. Jesus Christus könnte man auch als ein solches bezeichnen, da er die Koordinaten der Situation verändert in dem er die andere Wange anbietet und so den alttestamentlichen Teufelskreis (Auge um Auge, Zahn um Zahn) unterwandert. Somit schafft er ein völlig neues Feld zur menschlichen Interaktion und erhebt ein neues Gesetz (symbolische Ordnung). Das der Nächstenliebe.

    Nicht umsonst vergleicht Žižek die Idee des Kommunismus (nicht den real existierenden!) oft mit der Idee des Christentums.

    Wir leben heute auch wieder in einem ideologischen Teufelskreis (Kapitalismus / Liberalismus). Nur das sich diese Ideologie als Nicht-Ideologie tarnt, jede Form von Kritik absorbiert und als “alternativlos” erscheinen will. Wir können innerhalb dieser Koordinaten wenig bis nichts verändern, die Herrschenden mit Forderungen bombardieren (die als “nicht realistisch” zurückgeworfen werden) oder mit Dreck werfen. Was dabei jeder privat tut, ändert noch viel weniger in der (öffentlichen) Politik. Das gilt maximal als eine Form von Lifestyle.

    Das Private mag zwar für viele politisch sein, das Öffentliche ist es aber nicht (mehr). Vielmehr wird das Öffentliche immer weiter privatisiert. Mit verheerenden Folgen für uns alle. Güter, Institutionen und natürliche Ressourcen die dem Allgemeinwohl dienen sollten, gehören einer immer kleiner und reicher werdenden Minderheit. Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert und das mittlerweile in fast allen gesellschaftlichen Bereichen.

    Wir sollten uns daher nicht länger dem Kampf um partikulare und individuelle Interessen sondern dem Kampf um unser Gemeinwohl zuwenden. Genau dafür plädiert Slavoj Žižek.

  67. @Z4ph0d – Ja, diesen Appell, für das Gemeinwohl einzutreten und nicht nur um partikulare Interessen zu kämpfen, teile ich. Aber ich halte den Weg, den Zizek vorschlägt, für falsch, nämlich die Unterteilung in “Revolutionäre” und “Nicht-Revolutionäre” (was er übrigens in der Tat am Christentum festmacht, indem er Paulus als Kronzeugen anführt und dessen berühmten Satz aus dem Galaterbrief “Da ist nicht Jude noch Grieche, nicht männlich und weiblich, sondern ihr seid alle Eins in Jesus Christus” so interpretiert, dass dort “eine große Scheidelinie” eingeführt werde, die “alle besonderen Identitäten bedeutungslos macht: nur noch Christen und die Feinde des Christentums! Oder wie wir heute sagen würden: Nur noch Kämpfer für die Emanzipation und ihre reaktionären Gegner.”

    Also, ich glaube nicht, dass sich diese Scheidelinie ziehen lässt. Im Prinzip läuft die doch, wenn wir ehrlich sind, mitten durch uns alle selbst hindurch, mir fällt kein Mensch ein (außer vielleicht Jesus, hehe), den man klar auf die eine oder andere Seite sortieren könnte. Die Orientierung am Gemeinwohl kann doch nichts anderes sein als ein Maßstab, entlang dessen wir Handlungen beurteilen können und sollten (zuallererst unsere eigenen). Und ich denke auch, dass der Gegensatz zwischen “Gemeinwohl” und “Partikularinteresse” ein falscher Dualismus ist, denn gerade wenn wir uns nicht als autonom denken, sondern als wesentlich frei und in Beziehungen verknüpft gleichzeitig, dann stellt man schnell fest, dass das Gemeinwohl und das Partikularinteresse letztlich in eins fallen. War es nicht Bakunin, der gesagt hat “Ich kann nur frei sein, wenn alle anderen Menschen um mich herum ebenso frei sind?” Ich finde, er hat in gewisser Weise recht. Ich kann auch nur reich sein, wenn alle anderen Menschen ebenfalls reich sind.

    Das symbolische Problem besteht imho darin, dass im Diskurs so getan wird, als wäre beides ein Gegensatz: Die Freiheit der anderen bedroht meine Freiheit. Der Reichtum der anderen nimmt mir was weg. Mit der Folge und dass die einen, die rechten Raffskis, das Gemeinwohl schädigen um für sich selbst das Beste rauszuholen (und ihre “Freiheit” oder was sie darunter verstehen, dann tatsächlich andere unterdrückt und ihr Reichtum tatsächlich auf Kosten anderer geht). Žižek macht das genaue Gegenteil und fordert uns auf, auf das Privatwohl zu verzichten, um uns ganz aufs Gemeinwohl zu konzentrieren. Ich finde, das ist irgendwie nur die andere Seite derselben Medaille.

  68. @Antje Schrupp

    Es gibt Situationen in denen man nur eindeutig entscheiden kann (muss). “In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod”.
    Ein (negatives) Extrembeispiel wäre hier der Nationalsozialismus. Man kann entweder dafür oder dagegen sein. Eine neutralen Mittelweg gibt es nicht. „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“ (Brecht)

    Oder die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Nur wenn Menschenrechte absolut angewendet werden, haben sie einen wirklichen Wert. Sie zu relativieren (individuell auszulegen) heißt sie zu brechen. Auch hier muss man sich dafür oder dagegen entscheiden (was nicht automatisch bedeutet das die Erklärung in der heutigen Form für ewig in Stein gemeißelt sein muss).

    Vor diesem Hintergrund (z. B. der Menschenrechte) kann sich individuelle Freiheit erst entfalten. Wenn ich dich richtig verstanden habe, siehst du das in diesem Punkt ja auch so,

    Zum Individuum:
    Žižek fordert niemanden auf, auf sein Privatwohl zu verzichten. Er stellt nur (insbesondere über Lacans Psychoanalyse) fest, das unser Begehren immer an “den Anderen” geknüpft ist.

    “Doch woher weiß man, was man wirklich will? Das Begehren ist, so Lacan, immer das Begehren des (großen) Anderen, d.h. es gehört nicht mir selbst. Vielmehr ist es sowohl das Begehren des Anderen (im Sinne von: ich begehre jemand Anderen), als auch das Begehren des Anderen: Ich will wissen, was der Andere an mir begehrt. Eine, so Žižek, paradoxe Situation.” (Wikipedia)

    Also erst wenn wir uns dieser allgemeinen Dimension, bewusst werden, können wir (individuell) wirklich frei sein. Die Angst dabei etwas zu verlieren, ist nur die Angst selbst.

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  70. Pingback: Zur Gleichstellung. « fragen fragen

  71. “Kein anderes Geschlecht als das Männliche hat sich jemals zur Norm gesetzt.”

    Da stellt sich mir auf die erste Bauchreaktion nur die eine Frage: Warum haben Frauen als sie erkannten das das “Männliche” zur Norm gemacht wurde sich nicht sofort gewehrt – dagegen gehalten. Wehret den Anfängen . . . . !

  72. “Eine freie Gesellschaft, die den Geschlechterdualismus überwunden hat, besteht nicht in einer geschlechtslosen Gesellschaft, sondern in einer geschlechtervielfältigen Gesellschaft. Ob es zwei, drei, vier oder fünf Geschlechter gibt, ist nicht so wichtig und hängt von vielen Faktoren ab. Der entscheidende Punkt ist: Es darf nicht nur eines geben.”

    Genau . . . Diversity in Unity . . .

    Nur das ist jetzt wo Unmengen von verkopftem Ballast Viele in den Köpfen, in ihrem Rucksack mit sich herumschleppen, eine Aufgabe die einer Sisyphosaufgabe gleicht kommt. Zudem haben sich über die Jahrhunderte zuviel wirtschliche Konstellationen ergeben die zu erhalten Männer wie Frauen mit den Zähnen verteidigen.

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  74. Pingback: Aktualisierung | Menschenbilder in der Psychologie

  75. Pingback: Fragen zu Beruf, Familie und Geschlecht | fragen fragen

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