Frauenbratwurst, Männerbratwurst: OMG, Edeka!

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Bei Edeka gibt es neuerdings (Update: schon seit letztem Jahr) „Frauenbratwurst“ und „Männerbratwurst“, und weil das so bescheuert ist, hat Susanne Enz an die Verantwortlichen dort einen Brief geschrieben.

Weil sie darin sehr gut argumentativ begründet, was genau an der derzeitigen grassierenden Mode, die ganze Welt in „weibliche“ und „männliche“ Bestandteile zu sortieren, so problematisch ist, veröffentliche ich diesen Brief – mit ihrer Erlaubnis – auch hier im Blog.

Falls jemand sich fragen mag, warum ich als „Differenzfeministin“ solche Art von Marketing überhaupt problematisch finde, denn schließlich bin ich doch ein Fan der Differenz, so antworte ich: eben deshalb. Ich will die realen, konkreten Unterschiede, die sich zwischen Frauen und Männern zeigen, zum Gegenstand politischer Konflikte machen. Meiner Ansicht nach ist die Dynamik der Geschlechterdifferenz etwas sehr Fruchtbares. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir das Reale an diesen Differenzen sehen (oder uns zumindest darum bemühen, hundertprozentig ist das vermutlich nicht möglich) und nicht überall willentlich Schein-Differenzen herbeikonstruieren, die dann nämlich genau dies immer schwieriger machen.

So, und hier ist der Brief von Susanne Enz:

Sehr geehrter Herr Ehret,
sehr geehrter Herr Poell,
sehr geehrter Herr Sebastian,
sehr geehrter Herr Mosa,
sehr geehrte Damen und Herren,

in mehreren Prospekten der Edeka-Gruppe sowie auf rasting.de werden derzeit die Produkte „Männer-Bratwurst“ und „Frauen-Bratwurst“ der Edeka-eigenen Fleischerei Rasting beworben. (Siehe Foto im Anhang). Die Wurst, die Männer ansprechen soll, wird mit Adjektiven zu ihrem Geschmack beschrieben („deftig, kräftig gewürzt“), die „Frauen-Bratwurst“ mit einem Hinweis auf den Fettgehalt („besonders mager“). Die Packung der „Männer-Bratwurst“ hat doppelt so viel Inhalt wie die der „Frauen-Brawurst“.

Sehr offen zeigt sich darin zunächst ein dumpfer Sexismus.
Männer essen viel und herzhaft, während Frauen vor allem dünn sein wollen –  diese Annahmen über geschlechtsspezifische Eigenarten klingen durch.
Männer sind so, Frauen sind anders. Unterschiede sind in Stein gemeißelt.
Frauen sollen gefallen, Männer dürfen genießen.
Eine hierarchische Rollenverteilung zugunsten der Männer ist darin deutlich eingeschrieben.
So weit, so äußerst unerfreulich.

Fraglich ist darüber hinaus aber, warum in aller Welt überhaupt das Geschlecht beim Essen eine thematische Rolle spielen soll.
Ich nehme mal an, dass Sie die Produkte am Ergebnis irgendeiner Marktforschung ausgerichtet haben, die unterschiedliche Bratwurst-Vorlieben bei Frauen und Männern ergeben hat. Selbstverständlich sind Sie bemüht, mit Ihrem Sortiment die breitesten Geschmäcker zu treffen. Dass Sie deshalb zwei unterschiedliche Produkte kreieren, von denen Sie sich jeweils große Resonanz bei einem der Geschlechter versprechen, verstehe ich. Aber warum müssen Sie die auch geschlechterspezifisch benennen?

Denn wenn Frauen magere Wurst mit Gemüsefüllung tatsächlich so gern mögen, dann werden sie sie auch kaufen, wenn sie nicht als „für Frauen“ gekennzeichnet ist. Durch die geschlechtsbezogene Bennennung aber agieren Sie normativ: Sie bestimmen, dass diese Wurst zu mögen, mithin auch magere Produkte zu bevorzugen, ein Zeichen von Frausein ist. Frauen mögen diese Wurst. Weil Frauen ja dünn sein wollen. Frauen sind so.

Wenn eine Frau nun lieber die „Männer-Bratwurst“ mag, dann kann sie die natürlich essen. Aber damit wird ihre simple Grill-Mahlzeit zum Überschreiten einer – von Ihnen willkürlich gezogenen – Grenze ihrer Geschlechterrolle. Die Frau muss sich plötzlich zu ihrem Frausein verhalten, nur weil sie kräftig gewürzte Wurst mag. Sie tut etwas, dass „Frauen eigentlich nicht tun“. Ihre Produktbenennung setzt eine – vollkommen sinnlose – Norm, gegen die eine Frau verstößt, die den Fettgehalt von Speisen nicht zum primären Auswahlkriterium für ihre Ernährung macht.
Ebenso übrigens wird dank Ihrer Namenswahl auch für jeden Mann sein Mannsein zum Thema, der lieber die „eigentlich für Frauen gedachte“ magere Wurst mit Gemüsefüllung mag. Er verhält sich dann nicht „richtig“ im Sinne der von Ihnen willkürlich gesetzten Norm für Mannsein – in der Logik der oben erwähnten Hierarchie ist dieser Schritt hin zur „Frauenrolle“ für ihn ein Abstieg. Und Ihre provokative Benennung lädt die fröhliche Runde jeder Grillparty ein, solche Grenzüberschreitungen auch ausdrücklich zu thematisieren.

Natürlich geht davon das Abendland nicht unter, es ist ja nur Bratwurst. Natürlich kann man damit spielerisch umgehen, und vermutlich werden die meisten Wurstkäufer das auch tun. Aber Ihre Namenswahl und die begleitenden Werbetexte bleiben dennoch Ausdruck und Beförderer eines – bestenfalls gedankenlosen – normativen Sexismus, der jedem Geschlecht eine „richtige“ Rolle zuweist, Hierarchie inklusive. Und der prägt auch im kleinen, scheinbar belanglos-spielerischen Rahmen die Wahrnehmung der Menschen und steht der Gleichberechtigung der Geschlechter hartnäckig und nachhaltig im Weg.

Eine Frage habe ich zum Schluss: Warum ist eigentlich die „Frauen-Bratwurst“ pro Kilogramm 2,02 Euro teurer als die „Männer-Bratwurst“?

Ich freue mich auf Ihre Antwort und habe mir die Freiheit genommen, diese Mail in Kopie auch an einige weitere, an dem Thema möglicherweise interessierte Empfänger_innen zu senden.

Mit freundlichen Grüßen
Susanne Enz

Zwischenzeitlich hat Susanne auch bereits zwei Antworten bekommen.

Ein Verantwortlicher von Rasting dankt ihr für ihre „Informationen“ und will „auf das, was ich verstanden habe“ , gerne antworten. Das ist aber lediglich die Frage nach dem Preisunterschied: In der Frauen-Bratwurst sei mehr besonders mageres Fleisch, außerdem hochwertiges Gemüse, und das Ganze sei in einen besonders zarten Saitling eingepackt, was die Herstellung dieser Wurst teurer mache als die der Männer-Bratwurst.

Edeka schreibt, das Anliegen sei nun an den „zuständigen regionalen Ansprechpartner weitergeleitet“. Vielleicht gibt es ja dann von dort noch eine Antwort, ich bin gespannt.

Update (29.6.2013):

Der Vollständigkeit halber sammle ich hier mal die Links zu Medien, die das Thema aufgegriffen haben, von denen es aber, da keine Blogs, keine Pingbacks gibt.

http://m.thelocal.de/society/20130627-50525.html

http://www.huffingtonpost.co.uk/2013/06/28/sexist-sausages-germany_n_3514727.html

http://www.huffingtonpost.com/2013/06/28/sexist-sausages_n_3511915.html?ir=Women

http://www.sueddeutsche.de/stil/genderspezifische-werbung-fleischgewordener-sexismus-1.1707863

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-06/frauen-bratwurst

http://www.stern.de/lifestyle/grillgut-bei-edeka-wurst-fuer-machos-wurst-fuer-tussen-2030648.html

http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news%5Baction%5D=detail&news%5Bid%5D=6799

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2349806/Fury-German-supermarkets-Sexist-sausages.html

http://www.inquisitr.com/819046/sexist-sausages/

http://sausagefans.co.uk/sexist-sausages-german-supermarket-chain-sells-male-and-female-bratwurst/

http://www.thepostonline.nl/2013/06/27/braadworst-nu-ook-al-seksistisch/

http://www.repubblica.it/esteri/2013/06/29/foto/germania_la_salsiccia_sessista_bufera_sul_supermercato-62057125/1/?ref=twhr&utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter

http://hvg.hu/gasztronomia/20130628_ferfi_kolbasz_noi_kolbasz

http://www.balsas.lt/naujiena/740526/vokietijoje-pardavinejamos-desreles-skirtos-skirtingoms-lytims

http://www.npr.org/blogs/thesalt/2013/06/28/196640183/bikini-baristas-and-sexist-sausages-food-marketing-gone-wrong

http://www.supermarktblog.com/2013/07/01/die-wurstgewordene-vitamintablette-edekas-eigenmarken-aus-dem-lebensmittellabor/

http://www.bust.com/his-and-hers-sausages-are-the-wurst.html

http://weblog.medienwissenschaft.de/archives/15932

87 Antworten

  1. Grundsatzkommentar: Geht’s noch?
    Jetzt richtiger Kommentar: Vielleicht sollte man den Verantwortlichen (Männern?) bei Edeka das Ganze so erklären: „Stellen Sie sich vor, Sie (Mann) – hat auch Lust auf “ mageres Fleisch, außerdem hochwertiges Gemüse, in einen besonders zarten Saitling“. Vielleicht weil der Arzt das so empfiehlt oder es einfach lecker ist. Und dann steht da „Frauenbratwurst“ drauf. Bei der Grillparty werden sie dann flugs zum Frauenbratwurstesser = Warmduscher = ZartbeSaiteter …

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  2. Na, was sollen die auch gross antworten, wenn alle Standard-Antwortbausteine schon im Brief selbst ganz nebenbei widerlegt werden? 😀

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  3. Das ist so absurd! Ich habe mich schon darüber geärgert, als der Pilawa in der Gutfried Werbung von Frauen-Wurst geredet hat. Hier war die Botschaft, dass auch Männer eine Geflügel Wurst essen dürfen.
    Mein Freund wird im Handwerksberuf oft damit konfrontiert, dass ein Mann kein richtiger Mann ist, wenn er nicht jeden Tag mindestens einen riesigen Klumpen Fleisch isst. WTF?
    Lieben Gruß
    Lotti

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  4. Och, ich würde wenn ich mich zwischen den beiden entscheiden müsste auch zur „Frauenbratwurst“ greifen weil ich mageres Fleisch eher mag als schwartiges, auch wenn das fette Fleisch leckerer ist (Fett ist Geschmacksträger wenn man nicht zu Chemie greift) Das magere Fleisch erklärt auch den höheren Preis, Filet kostet nun mal mehr als Bauch.

    @Silke: Hemmungen hätte ich jetzt keine, als Mann für mich ne Packung Frauenbratwurst zu holen, da ich jemand bin, der bei seinen Grillabenden nicht unbedingt die Gegenwart von Vollprolls, die „besonders männlich“ sein wollen, sucht… Alles kein Problem, wenn man nicht ständig mit Menschen zu tun hat, die überkritisch sind. Und ich sehe den Sinn des Lebens bestimmt nicht darin, es denen recht zu machen. Holen würde ich sie mir trotzdem nicht, da ich nicht auf Industriewurst stehe sondern lieber im grünen Laden einkaufe.

    Die geschlechtsspezifische Bezeichnung ist in der Tat verwirrend – Ich dachte erst das eine wird aus Eberfleisch, das andere aus Sauenfleisch hergestellt…

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  5. Zum Teil stimme ich mit den Argumenten aus dem offenen Brief überein, zum Teil nicht.

    Entscheidend ist für mich persönlich der Inhalt: Vermutlich stammt das Fleisch in den Würsten von Tieren aus Massentierhaltung.

    An zweiter Stelle kommen die Bezeichnungen der Produkte. Ich finde die Bezeichnungen auf beiden Bratwurstverpackungen dumm und unüberlegt.

    Die Preis-Auszeichnung ist neben den Produktbezeichnungen und dem Inhalt der Packungen ein dritter Grund dafür, diese Produkte im Kühlregal liegen zu lassen. Dass die Bezugsgröße auf der einen Seite 100 Gramm und auf der anderen Seite 1 Kilogramm ist, finde ich einfach nur dummdreist. Da kann ich beim Einkaufen sehr nachtragend sein.

    Nun zum Dissens: Ich kann nicht nachvollziehen, dass in dem offenen Brief eine »Normierung« der Verbraucherinnen und Verbraucher unterstellt wird. So unselbständig sind wir doch als aufgeklärte Menschen nun wirklich nicht. Kein Unternehmen der Lebensmittelbranche hat die Macht, uns eine Norm überzustülpen. Deshalb würde ich in einem offenen Brief nicht so tun, als ob Edeka diese Macht besäße.

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  6. Danke an Antje Schrupp fürs Posten!
    Danke an Susanne Enz für das wunderbare Beispiel dafür, was eine/r tun kann, wenn sie/er sich gegen diesen empörend_langweilig_alltäglichen Sexismus wehren will!!! Bei mir im Blog vor kurzem auch das Thema Sexismus in den Medien mit Handlungsempfehlungen:
    http://konflikte-entfalten.de/sex-sells-more-than-ever-was-tust-du-wenn-dir-das-stinkt-sexismus-in-den-medien/

    @Andi: ja genau! 😉

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  7. @stefanolix – er kann uns die Norm nicht überstülpen, aber er kann sie aufstellen und verfestigen. Davon bin ich dann auch betroffen, weil ich mich aktiv davon abgrenzen muss. Was ich natürlich kann, aber ich will dazu nicht gezwungen werden.

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  8. Zwei Anmerkungen:

    „dass wir das Reale an diesen Differenzen sehen und nicht überall willentlich Schein-Differenzen herbeikonstruieren, die dann nämlich genau dies immer schwieriger machen.“

    Das ist ein sehr guter Punkt!

    Und noch ein Zitat aus dem Brief:

    „…, der jedem Geschlecht eine “richtige” Rolle zuweist, Hierarchie inklusive. “

    Genau das ist das perfide, diese unaufhöhrliche Zuweisung, wie sich Menschen zu verhalten haben.!

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  9. Ich fürchte allerdings, das Marketing wird denen Recht geben. Wetten, dass sich zwar die „Frauen-Bratwurst“ nicht verkauft, die „Männer-Bratwurst“ aber umso mehr? Das ist wie das Beispiel mit den zwei Spendetellern auf einem öffentlichen Männerklo: Über einem steht „kleiner Penis = 20 cent“ über dem anderen „großer Penis = 50 cent“. Wir lachen uns darüber zwar schlapp, aber wo liegt wohl mehr Geld drauf? Sowas funktioniert eben beim männlichen Ego (häufig) und ich vermute, dass genau das auch der Ausschlag für dieses „Marketing-Konzept“ war.
    Ich lasse mich sehr gerne eines Besseren belehren.

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  10. […] Antje Schrupp und Susanne Enz schreiben heute über ein auf den ersten Blick lächerliches Beispiel solcher Erwartungen: “Frauenbratwurst, Männerbratwurst: OMG, Edeka!” […]

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  11. @Anke, kurz vorab: Auch Dein Ablehnen dessen, was Du als Überstülpen empfindest, zwingt den Normaufsteller bei empfundenem „Schmerz“ implizit zur aktiven Abgrenzung.

    Der Brief von Susanne Enz konstatiert ganz richtig, dass hier offenbar versucht wird, Kunden zu segmentieren. Dass man seitens Edeka dabei auf die althergebrachten Kategorien „Mann“ und „Frau“ verfiel, mag nicht sonderlich kreativ erscheinen, ist aber in einer offenen Gesellschaft legitim.

    Die Briefverfasserin lässt dabei leider einen wesentlichen Aspekt aus den Augen. Werbung versucht, Handlungsmotive einzuimpfen. Oder noch besser – weil effektiver – unreflektiertes Instinkthandeln zu evozieren. „Motive“ sind zwar auch anfällig für Mechanismen wie kognitive Dissonazreduktion, aber prinzipiell Reflektion gegenüber anfällig. Anders sieht es bei z.B. „evolutionsverursachten“ Entscheidungen aus, die – höhö! – aus dem Bauch heraus getroffen werden.

    Ohne die ernährungswissenschaftlichen und hormonellen Hintergründe im Detail referieren zu wollen, steht zumindest fest, dass es für Männer sinnvoll ist, im Vergleich zu Frauen signifikant mehr Fett und Protein zu sich zu nehmen. Diese „Differenz“ zwischen den Geschlechtern erklärt sich aus dem, was auf hormoneller Ebene den kleinen Unterscheid ausmacht. Fett + Protein befördern die Testosteronproduktion und Muskelaufbau, machen – auf einer zugegeben ziemlich vegetativen Ebene – den Mann zum Mann.

    Es lässt sich sicher trefflich darüber streiten, ob es „gut“ ist, dass Männer unterstützt von der Werbewirtschaft steinzeitlichen Ernährungsgewohnheiten und daraus resultierenden hormonellen Dispositionen anhängen – ein Faktum ist der Zusammenhang zwischen Ernährung und Mann- resp. Frausein im beschriebenen (hormonellen!) Sinne dessenungeachtet.

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  12. Ich hoffe doch sehr, die „Frauenbratwurst“ bleibt auch nach dem Grillen rosa…

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  13. Also, nur mal kurz und spontan meine Gedanken dazu: ich finde es dumm und unüberlegt. Wenn ich die Etiketten allerdings ansehe, wird mir schlecht. Diese untermauern ja das sexistische deutlich. Geschlechterklischees galore. Fehlt nur noch ein Hinweis auf größere Anziehungskraft aufs andere Geschlecht bei ausreichendem Genuss … 😉

    Der Rest ist im Großen und Ganzen schon gesagt worden… ich will hier keine Abhandlungen schreiben …;-)

    Liebe Grüße aus Berlin von der Wurstologin
    Monika

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  14. Geschlechtsspezifische Würstchen, dazu die Grillsaucen von Miracel Whip (für echte Männer und wahre Frauen)… Wann kommt endlich die Männerwaschmaschine, für den Dreck von echten Kerlen oder so ähnlich.

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  15. @inka -ja, wir sollten ohnehin mal wieder überdenken, ob „steigert den Profit“ wirklich die alleinige Entscheidungsmaxime sein sollte.

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  16. Ich sehe nicht das Problem, im gegenteil ich freue mich, wenn ich ein spezifisches Produkt für mein Geschlecht – respektive dem, was die Marketingabteilung dafür geeignet hält – angeboten bekomme. Aber ich muss es doch nicht kaufen.
    Warum muss ich mich darüber ärgern, dass versucht wird auf spezifische Bedürfnisse einzugehen? An anderer Stelle soll das wieder gut sein?

    Dagegen sind an jeder Ecke Bilder nackter Frauen, schneller Autos und sonstiger „verprechen“ an die vermeintliche Männlichkeit. Das nervt mich deutlich mehr als wenn ein Geschäft es explizit drauf schreibt. Da werden Männer als dumm und Notgeil dargestellt. Aber der Aussage, dass Männer einen etwas herberen Geschmack haben, kann ich nichts negatives abgewinnen. Zumal es für mich nicht zutrifft. Ich kaufe auch keine Herrenschokolade, die ist mir viel zu bitter.

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  17. Im Prinzip ganz schön bescheuerte Marketingstrategie, 50% der potentiellen Kundschaft vom Kauf des gewinnträchtigeren Produkts „Frauenbratwurst“ abhalten zu wollen (siehe Mädchen-Ü-Ei: „Jungs, kauft das auf keinen Fall, das ist pink!“). Und das auch noch mit stereotypen Männer- und Frauenkörperbildern zu verstärken. Oder ist die Strategie am Ende ganz raffiniert? Frauen animieren, in die Männerdomäne Grillen einzubrechen? Und sie dafür mit einem hochwertigen Produkt belohnen, während für die Männerwurst einfach wie üblich die Schwartenreste zusammengefegt wurden? Ach was. Ein Grund mehr, Veganer zu werden. Von Frauen- und Männertofu werden wir hoffentlich noch eine Weile verschont bleiben.

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  18. @anne, reineke: rotfl!!

    @Papadopoulos:
    – genau, und deswegen sind auch so viele Maenner zu dick, weil sie naemlich „signifikant mehr“ Fett und Protein gegessen haben und deswegen maennliche Muskeln entwickelt haben. Eine Schelmin, die da von Bauchspeck redet 😀

    Na, aber noch kurz ernsthaft: Fleisch essen als „maennlich“ zu charakterisieren ist zur Zeit gross in Mode, s. zB Zeitschriften „Beef“ oder „meat“. Hier ist gerade ein Artikel in der Sueddeutschen dazu gewesen: http://www.sueddeutsche.de/medien/neues-von-burda-magazine-fuer-wilde-kerle-1.1694274
    Und in diesen Zeitschriften duerfen natuerlich auch wunderschoene ironische Sexismen nicht fehlen, etwa: „Selbst befragten Männern ist beim Lesen nicht ganz ersichtlich, warum man neben einem Rezept für Schokoladenpudding einer Frau in den getrimmten Schritt blicken sollte.“ oder „“Essen, Frauen, Autos – was will Mann mehr?“

    Insofern: Vielen Dank an Susanne Enz fuer den meiner Ansicht nach sehr gut formulierten Brief und an Antje fuers posten.

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  19. […] Antje Schrupp hat einen offenen Brief an die Verantwortlichen von Susanne Enz:veröffentlicht. Bitte lesen! Auch wegen der Antworten von Edeka. […]

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  20. Ich muss allerdings zugeben, dass ich sehr sehr gerne Herrentorte esse. Mit einem „Herren“-Schriftzugtäfelchen auf jedem Tortenstück.

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  21. „Wenn eine Frau nun lieber die “Männer-Bratwurst” mag, dann kann sie die natürlich essen. Aber damit wird ihre simple Grill-Mahlzeit zum Überschreiten einer – von Ihnen willkürlich gezogenen – Grenze ihrer Geschlechterrolle. Die Frau muss sich plötzlich zu ihrem Frausein verhalten, nur weil sie kräftig gewürzte Wurst mag. Sie tut etwas, dass “Frauen eigentlich nicht tun”.“

    das klingt, als könnten fraun nciht selbst denke, als würden sie tatsächlich die erlaubnis zum essen von einem produkt benötigen. DU DARFST!

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  22. Die Herrentorte ist eine Tradition aus einer anderen Epoche und keine Kopfgeburt einer Marketingabteilung.

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  23. […] im Oktober 2012 aufgenommen um drüber zu bloggen – habs aber nicht hinbekommen… Frau Enz und Antje Schrupp waren da […]

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  24. Natürlich ist es nur Bratwurst *augenverdreh,
    aber diese Einteilung der Welt in pink und glitzerig und zart und frauenkonform und männerkonform für echte Kerle NERVT SOWAS VON!
    Als wäre die ganze Welt in eine Infantilisierungswelle verfallen, die uns von der Komplexität der Moderne erlöst, indem sie uns die einfachen Schubladisierungen aus der Welt der Dreijährigen ermöglichen: Du Mädchen – du Gemüse und fettarm; Du Junge – du voll mit Risiko unterwegs. Fett! Gewürze! Schweinebauch!
    ES NERVT!

    Abgesehen davon klingt „Frauenbratwurst“ oder „Männerbratwurst“ nach „Bratwurst aus Frauen“ bzw. „aus Männern“ und ist allein deshalb schon unselig formuliert.

    Vorschlag zur Güte: Kann man das Ding nicht

    „Bratwurst zart & fein – mit hohem Filet- und Gemüseanteil“ und
    „Bratwurst kräftig & deftig – rustikal und extrawürzig“ nennen?

    Das kann doch nicht so schwer sein *nochmal augenverdreh

    Übrigens, zu schreiben „ich antworte gerne auf das, was ich verstanden habe“ – da stellt sich doch der EDEKA-Mailbeantworter echt ein Armutszeugnis aus! Ich kenne unleserliches feministisches Metageschwurbel, aber da gehört dieser Brief echt nicht dazu.

    NB: Natürlich ein Luxusproblem angesichts der vielen bratwurstlosen Stellen auf diesem Globus. Aber natürlich ist es legitim, dort anzusetze, wo der eigene Schuh drückt, und nicht unbedingt dort, wo er einen anderen drückt.

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  25. @Klaus Söndgen

    Frauen- und Männertofu würde ich nicht allzu laut erwähnen, irgendwo liest sicher ein Marketingmensch mit. Und Tofu ist so leicht formbar, da könnte man doch auf geschlechterspezifische Interessen locker eingehen … 🙂

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  26. Statt immer nur darauf zu warten, bis sich irgendein Unternehmen sich so einen Gender-Fauxpas leistet, könnte man sich ja mal daran machen, die bestehenden Issues abzuarbeiten. Also Beschwerdebriefe wegen Bravo girl, schwarzer Herrenschokolade usw. Oder sind die Sachen zu etabliert, so dass sich keiner traut, da mal draufzuzeigen?

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  27. […] die gibt es wirklich. Aber andere schreiben da viel besser drüber als ich, also schaut mal hierherein und dahinein […]

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  28. „Ich hoffe doch sehr, die “Frauenbratwurst” bleibt auch nach dem Grillen rosa…“

    geiler Kommentar! Was hab ich gelacht!

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  29. Hat dies auf Tagesgedanken rebloggt und kommentierte:
    Passt doch hervorragend zu dem Salat „extra“ für Frauen bei McDonalds, diese Bratwurst,..unglaublich!!

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  30. WAAAAS?! Dabei weiß doch jeder, dass gerade für die Frauen die Größe doch eine Rolle spielt! Mensch Edeka, da habt Ihr aber nicht zuende gedacht!

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  31. @Teresa

    Infantilisierungswelle triffts irgendwo. Wenns nur um die Wurst ginge… Aber die Werbeindustrie fäht doch schon lange diesen Zug. Duschbad für die Frau muss sanft und cremig sein, für den Mann herb (Bier? Bier!) und sportlich sein. Haarwäsche für die Frauen ist seidig, glänzend, vielleicht auch noch besonders problembewußt („ohne Silikon“). Silikon ist für den Mann total anders besetzt, daher machen wir bestenfalls Koffein („Doping für die Haare“) oder gleich „sportliche Haare“ zum Dranziehen. Oder gleich was mit Sportwagen.

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  32. Am meisten störe ich mich an der Etikettgestaltung. Es suggeriert, dass ich als Mann, der sicherlich auch gern eine deftige Wurst isst, auf Frauen stehen muss. Alle Schwulen und Lesben sind also von vornherein von dieser Aktion ausgeschlossen. Fällt dem Geschäft natürlich nicht so ins Gewicht, ist ja eh nur ne Minderheit… echt traurig, dass Werbung solche eindimensionalen Bilder verwendet.

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  33. So, nun mal mein Senf dazu.
    Ich gehöhre dem männlichem Geschlecht an und fühlemich (ohne auch nur eines der beiden Produkte jemals probiert zu haben) eher von der Geschmacksbeschreibung der Männerwurst angesprochen. Soweit. Sogut. Nun aber meine persönliche Zwickmühle: ich bin schwul und das Tittenmäuschen auf der Wurstverpackung suggeriert mir, dass das ganze nichts für meinen Geschmack ist. Was mache ich bloß?!? Trotzdem die packung mit dem waschbrettbäuchigem mageren würstchen kaufen?!?

    Nö. Ich mach nix anderes als auch zuvor. Ich kaufe halt weiterhin meine Wurst beim Metzger meines Vertrauens.

    Btw: wenn in geflügelwurst Fleisch von Geflügel drin ist – was is dann bloß in der Männer/Frauen-wurst?!

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  34. btw Firmen wie Katjes machen das auch und in großem Stil! Die „Yoghurt & Obst“-Sorten scheinen alle für Frauen zu sein!
    http://www.katjes.de/unsere-produkte/yoghurt-gums/
    http://www.katjes.de/unsere-produkte/yoguberries/
    http://www.katjes.de/unsere-produkte/little-harmonies/
    http://www.katjes.de/unsere-produkte/berry-cassis/

    Das ist dann egal?

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  35. Kann man eigentlich Schadensersatz fordern, wenn man als Analphabet die falsche Wurst kauft?

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  36. Es ist im Prinzip schon alles gesgt. Ich wundere mich nur immer über das alles. Männer- und Frauenwurst, das hat die Welt nicht gebraucht. Aber sie versuchen es uns einzureden, dass wir ganu das brauchen.

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  37. schön wie sich die verantwortlichen für die massentierhaltung und allen ihren konsequenzen (und ja, das seid ihr, liebe fleischesser/innen…) sich darüber aufregen können in welcher verpackung ihr totes tier kommt.

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  38. So sexistisch die ganze Sache im Anschein auch sein mag, letztendlich geht es ums verkaufen von Würsten und da ist es nun mal, dass sich die meisten Frauen und Männer eben genau in diese Schubladen stecken lassen. Hab selbst beim Grillen schon oft genug von Frauen gehört „ne die mag ich net, die ist mir zu fettig und zu scharf oder würzig“

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  39. Reblogged this on spellartist and commented:
    Bratwürste und Sexismus – kein Thema!? Warum auch in der Kühltheke nicht alles schmeckt, was drauf steht!

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  40. Ich kann das Marketing von Edeka schon bisschen nachvollziehen. Ich bin männlich, um die 2 Meter groß und wiege um die 100kg und für mich sind zu kleine Portionen, wonach ich noch Hunger habe knallharte, ärgerliche Lebensrealität. Frauen essen meist weniger, auch weil sii meist einen nidrigeren Kalorienumsatz haben und dann landet der Rest öfter im Müll, was schon Schade ist.
    Auf der anderen Seite könnte ich auch mit bezeichnungen wie XXL o. ‚. leben…

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  41. >So sexistisch die ganze Sache im Anschein auch sein mag, letztendlich geht es ums verkaufen von Würsten und da ist es nun mal, dass sich die meisten Frauen und Männer eben genau in diese Schubladen stecken lassen. Hab selbst beim Grillen schon oft genug von Frauen gehört “ne die mag ich net, die ist mir zu fettig und zu scharf oder würzig”

    Registrierst du denn genauso bewusst, wieviel Frauen die scharfen Würstchen mögen und nichts ablehnendes sagen? und auch wenn es so wäre, das es vielen Frauen so geht, wieso brauche ich da eine Schublade? In jede Schublade passen Leute. Aber ich zum Beispiel, obwohl Frau, mag scharfes, ich habe keinen Schuhtick, ich hasse es Kleidung einzukaufen. Und jetzt? Ich bin trotzdem eine Frau. und welche Würstchen esse ich jetzt? Ich will keine Gemüsewürstchen aber auch keine Würstchen mit ner heißen Braut drauf. Ich glaube, da würde ich aus Trotz lieber hungern. Mann, ist das alles bescheuert.

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  42. @ #gähn:
    Du fällst doch gerade genau auf diese „Kategorisierung“ rein. Du assozierst mit den Attributen der Süssigkeiten dass sie speziell für Frauen sind. Das steht da nicht wörtlich. Aber genau diese Erwartungshaltung wird doch mit Unterscheidungen von „gesund und leicht“ für „weiblich“ getriggert. Und genau DAS wird durch den Unterschied von Bratwurst für die einzelnen Geschlechter aufgebaut. Genau darum geht es hier!!!

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  43. Sexismus sieht aus meiner Sicht anders aus. Hier will Edeka einfach Zielgruppen bedienen. Es gibt auch Familienpackungen und Single-Packungen. Doch kein Single würde das als Affront gegen seine Essgewohnheiten oder als herabwürdigenden Stereotyp sehen. Es gibt Smartphones und Telefone mit Riesentasten. Beschwert sich die Rentnerlobby darüber, pauschal als blind und technophob abgestempelt zu werden? Produkte werden nun mal differenziert und dabei wird versucht, möglichst sinnvolle Zielgruppen zu finden.

    Meines Erachtens liegt hier der gleiche Fehlgedanke zugrunde, wie bei der mittlerweile stark überstrapazierten Sprachdiskussion. Genus und Sexus werden gleichgestellt. In diesem Fall wird eine produktpolitische Motivation mit einer sexistischen gleichgestellt. Edeka wird diese Unterteilung nicht spontan getroffen haben, sondern wohl überlegt nach Auswertung von Marktforschungsergebnissen. Und die werden gezeigt haben, dass Frauen dies und Männer jenes essen. Letztlich geht es um Umsatz und fokussierte Produktpolitik. Nicht um Diffamierung und Herabwürdigung. Auch nicht unterschwellig.

    Oder anders gesagt: Aus der Mücke wird mal wieder ein Elefant gemacht. Dass die Idee irgendwie dämlich ist, dem stimme ich zu, ich würde als Mann auch eher zu der Frauenwurst greifen. Mich hat das Leben aber eines gelehrt: Manche Sachen sollte man mit etwas mehr Humor nehmen. Und es würde der Anti-Sexismus-Bewegung nicht schaden, wenn sie nicht jede Lappalie zu einer Tragödie eskalieren sondern sich den wirklichen Sexismusproblemen widmen würde.

    Und noch eins fällt mir zu Edeka ein: Da hat die Marketingabteilung wirklich ganze Arbeit geleistet. So kann man sein Produkt auch bekannt machen. Da habt ihr dem Konzern also richtig schön an den Karren gepinkelt. Nicht.

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  44. […] einem Einkaufsmenschen von Edeka erklärt, deswegen sein Produkt ins Sortiment aufzunehmen. https://antjeschrupp.com/2013/06/26/frauenbratwurst-mannerbratwurst-omg-edeka/ Und damit ist die Ordnung natürlich gewahrt. Frau isst magere Wurst und nur halb so viel, denn […]

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  45. […] haar website citeert Schrupp uit een brief die journaliste Susanne Enz aan Edeka heeft geschreven. Enz is ook […]

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  46. Tja, eine Frauenbratwurst wird nicht als Frauenbratwurst geboren – sie wird dazu gemacht. Vorhin im Teeladen übrigens sogenannte „Frauenschokolade“ gesehen, mit einem Bild drauf, das viele bunte Damenschuhe zeigt und einem Text, der nicht gänzlich ohne Stereotypisierungen auskam. Die Inhaberin des Ladens verriet mir, diese Schokolade werde überwiegend von Männern gekauft – vermutlich als Mitbringsel. War ja klar, dass es die Typen sind, die dieses menschInnenverachtende Schweinesystem aktiv unterstützen. ;-))

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  47. Gesine Schmitt

    Ich esse lieber die magere Wurst! Und am liebsten aus Tofu!

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  48. […] Frauenbratwurst, Männerbratwurst: OMG, Edeka! Der Sexismus an allen Ecken und Enden. Hört dass den nie auf Ihr Würste. […]

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  49. […] gibt es jetzt, wirklich wahr, für Männer und Frauen. Antje Schrupp veröffentlicht einen tollen offenen Brief von Susanne Enz, welche Probleme der besondere Verweis auf das Geschlecht mit sich bringt: „Sie […]

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  50. zauberkarussell

    Das Netz kriegts also endlich auch mit?
    23.10.2012: Hier schon drin:

    Frauenquote an der Wurst!

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  51. Wurst mit Gemüse? Wozu dann Wurst? Also nee, dass die einem nicht einfach zutrauen, eine Paprika oder ein Zucchini zu schneiden und die Schnitze auf den Grill zu legen. Aber das kann man nicht so gut industrialisiert verkaufen.
    Ich als Frau werde den Kram nicht kaufen, schon wegen der Verpackung. Ich stehe nun mal auf Männer mit Köpfchen, daher zieht mich der Typ auf der Frauenwurst nicht so an. Die Männerwurst ist vom Geschmack her sicherlich mehr das Meine, allerdings will ich auch keine Tussi auf der Verpackung sehen. Frage mich sowieso, für welche Klientel beide Arten Wurst gedacht sind…
    Ich mag zum Grillen sowieso lieber Fleisch, da brauche ich keine abstruse Verpackung, um zu erkennen, was scheinbar drin ist. Und ich mag die sogenannte „Herrenschokolade“. Die mein Freund als Mann übrigens hasst (zu bitter und zu wenig milchig). Finde trotzdem, dass er ein richtiger Mann ist.

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  52. Ich versteh nicht so richtig was „Aber die wollen doch nur Zielgruppen bedienen“ bedeuten soll. Wenn die Wuerstchen nicht Frauen und Maennerwuerstchen hiessen, koennten sie dann die Zielgruppen nicht bedienen? Wuerde man die jetzt Klischeefrei „Sportwuerstchen“ und „Deftige Klassiker“ oder so bezeichnen, waeren das keine Zielgruppen? Das Problem ist doch nicht dass Edeka Zielgruppen bedienen will sondern auf welche Art sie das tun, naemlich im bedienen von Klischees. Die sollen sich einfach weniger stereotype Zielgruppen suchen – von „Gesundheitsbewusst“ und „Traditionell“ oder so aehnlich, dann kann jeder der sich angesprochen fuehlt kaufen was er will, ohne gleich dazu gezwungen zu werden, darueber nachzudenken ob man nun maennlich oder weiblich genug ist fuer die Wurst.

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  53. […] “Ernesto” Ernst bei einem Gang durchs Veedel diese Produktwerbung (“Frische Frauen-Bratwurst“), tat den Findling per E-Mail kund und der Praktikant lief am nächsten Tag los, um es auf […]

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  54. Passen und schön dazu, ist eigentlich die aktuelle Werbung von Sky, in dem eine Abendkleidfrau in einen fetten Burger beißt (zwar etwas arg damenhaft, aber das sei verziehen) unterlegt mit der Aussage „Wenn Du Hunger hast, isst Du keinen Salat…“

    Das ist zum einen schön, weil die Frau eben entgegen der Klischees sich dem fettigen „Männeressen“ hingibt und zum anderen, weil es zeigt, dass dieses Salatessen unter Frauen eben nur ein Klischee ist…

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  55. […] Der Wurst oder die Wurst? Wer nach dem rosa Ü-Ei für Mäd­chen dachte, es ginge nicht bescheu­er­ter, den belehrt Edeka eines Bes­se­ren: Dort gibt’s näm­lich sepa­rate Brat­würste für Män­ner und für Frauen. Susanne Enz hat einen offe­nen Brief an die Super­markt­kette geschrie­ben, den Antje Schrupp nun ver­öf­fent­licht. Immer­hin: Im Ant­wort­schrei­ben erklärt Edeka, warum die Frauen-Bratwurst teu­rer ist als die Vari­ante für Män­ner. Antje Schrupp […]

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  56. Thomas Schmitz

    Nun ja, ich kommentiere es so: Ein Dumpfbacken-Produkt, von Dumpfbacken-Marketingstragen erdacht und von einer Dumpfbacken-Werbeagentur in Szene gesetzt für „moderne, aufgeklärte Convenience-Food“-Fresser. Da hat keiner hinterfragt, was solche Produkte für eine Wirkung haben, außer vielleicht, wie hoch der potentielle Gewinn dabei ist, das zeigen die Textbaustein-Antworten von Edeka und Rasting.
    An mir jedenfalls verdient Edeka damit keinen Cent, denn so ein Produkt brauche ich nicht, also lasse ich es liegen und kaufe woanders was anderes (nämlich einfach nur Bratwurst).

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  57. Es gibt Smartphones und Telefone mit Riesentasten. Beschwert sich die Rentnerlobby darüber, pauschal als blind und technophob abgestempelt zu werden?

    https://twitter.com/Nele_Tabler/status/332068583607791616

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  58. Da fällt mir eigentlich nur noch eine Sache ein:

    GO VEGAN! 😉

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  59. In Amazons Kindle-Shop gerade gratis: „Coffee, very black – Essen und Trinken ohne Kompromisse am Beispiel von James Bond“. Gelistet bei den Gesundheitsratgebern.

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  60. […] In her response, Susanne Enz notes that the sausages’ marketing show a “dull sexism.” […]

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  61. Ich möchte ja jetzt kein Spielverderber sein, aber derartige geschlechtsspezifische Vermarktung sehe ich jeden Tag in unserer glitzerbunten Konsumwelt. Dahinter steht üblicherweise das simple Rezept, dass in den Köpfen der Menschen zwei jeweils aus Klischees zusammengesetzte Idealtypen „Mann“ und „Frau“ gibt.

    Und das Marketing dem Käufer (der Käuferin) suggeriert, dass der Erwerb dieses Produktes ein wichtiger, wesentlicher, für das eigene Lebensglück unabdingbare Schritt ist hin zur eigenen Verkörperung dieses Ideals.

    Üblicherweise wird das in der breiten Öffentlichkeit nie hinterfragt, es wird nicht mal mehr bemerkt. Nur wer durch konträres Handeln diese Grenzen überschreitet (anschaulichstes Beispiel: Mann in zu seiner Figur passenden Frauenkleidern) erlebt die Aggressivität, mit der die Klischees von Normalos verteidigt werden.

    Das interessante an diesen Edeka-Würstchen ist allerdings die Plumpheit, mit der dieses Marketingkonzept umgesetzt wird. Nicht nur die Namensgebung ist stilistisch eine Katastrophe (wurde hier schon angemerkt, normalerweise wird die Fleischart dem Begriff Wurst vorangestellt, also z.B Kalbsbratwurst…aus was ist also eine Männer, bzw Frauenwurst???)

    Auch die Verpackung ist absolut konträr zum üblichen Marketing: Es werden plump androzentrische Sexualtriebklischees bedient (Männerwurst mit Abbildung einer Frau, Frauenwurst mit Abbildung eines Mannes). Es ist mehr als zweifelhaft, ob die Abbildungen überhaupt bei der Zielgruppe sexuelles Begehren auslösen, persönlich kann ich mir nicht vorstellen, dass Männer beim Anblick der Verpackungsfrau eine Erektion bekommen oder Frauen beim Anblick des Verpackungsmann Vaginalsekret absondern.

    Für die Produktkategorie ist das aber auch marketingtechnisch extrem daneben. Bestenfalls als Party-Gag dürfte sich das verkaufen. Wobei ich mir nicht mal sicher bin, ob das ganze nicht tatsächlich lediglich als Gag gemeint ist. Oder als gezielte Provokation um durch die Medien Aufmerksamkeit und damit kostenlose Produktwerbung zu bekommen. Aber das wird uns Edeka bestimmt nie verraten…

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  62. @ schlunz
    „Ich will keine Gemüsewürstchen aber auch keine Würstchen mit ner heißen Braut drauf. Ich glaube, da würde ich aus Trotz lieber hungern.“

    Es gibt eine viel einfachere und effektivere Lösung. Die Bratwürste bei der Konkurrenz kaufen, wo auf so bescheuerte Werbung verzichtet wird. Gezielt an Edeka vorbeilatschen und zum nächsten Metzger deines Vertrauens gehen. Ganz einfach.

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  63. Zitat PeterM: „(wurde hier schon angemerkt, normalerweise wird die Fleischart dem Begriff Wurst vorangestellt(…)“

    Mehrfach. ;=)

    Zitat PeterM: „Es ist mehr als zweifelhaft, ob die Abbildungen überhaupt bei der Zielgruppe sexuelles Begehren auslösen, (…)“

    Sollte Werbung für Nahrungsmittel nicht im besten Fall Hunger auslösen bzw stimulieren? Ich weiß ja nicht, wofür die Werbungsmacher Würstchen im Normalfall verwenden, aber…

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  64. […] ist man im Feminismus nicht begeistert. Bei Antje Schrupp findet sich ein an Edeka geschriebener Brief, der das Grundproblem so beschreibt, dass die […]

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  65. vorneweg, für mich, weiblich, 17 durch erziehung und vielleicht besonders dadurch, dass ich nur kleine brüder habe, war Benachteiligung nie ein thema, weil ich mich ganz klar gegen so etwas zu wehr setzen würde.
    aber der aufstand, der hier mit „frauen-“ und „männerwust“ betrieben wird, find ich doch ganz klar albern. ich mein, die müssen doch werbung machen um ihre ware bestmöglich zu verkaufen, so funktioniert das nunmal in der kapitalistischen welt.
    und mit diesesn klischees zu spielen ist doch witzig.
    im allgemeinen stimmen sie ja auch, grade beim grillen gibts ja „fleisch für anfänger“=“frauenfleisch“ das schön zart ist und „fleisch für fortgeschrittene“=“männerfleisch“, das würziger ist. ist doch genau das gleiche wie beim alkohol. die frau trinkt „frauenbier“ ein süßes radler und der mann das herbe. dass dieses vorurteil (nur) bedingt stimmt, seh ich jedes wochenende in meinem freundeskreis. mobbing und folgende psychische störungen hab ich noch bei keinem feststellen müssen, der das jeweils „falsche“ getrunken hat.
    ich finde, die emanzipierte frau sollte darüber lachen und dann zu der bratwurst greifen, die ihr besser schmeckt.
    würde ich mit meinem bruder vor dem regal stehn, würden wir uns angrinsen und eine männer, sowie eine frauenbratwurst kaufen, wobei wir jedoch die geschlechter vertauscht hätten.
    und keiner von uns hätte ein problem davon, geschlechteruntypisch zu sein.
    ein selbstbewusster mann und eine selbstbewusste frau würden geschlechtergetrennte wurst weder als angriff, noch als herausforderung oder als sonstwas sehen, so wie hier das scheinbar alle tun, sondern lediglich als lustige werbung. wer sich über solche lappalien aufregt, beweist im grunde doch nur, dass er noch nicht soweit ist und überspielt seine unsicherheit oder seinen zorn, indem ein theater darum anstellt.

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  66. Gabriel Olagaray

    Para Susan Enz:

    Mujer, es muy sencillo; Aquí teneís mas opciones que las conocidas hasta ahora. Probad de ambas, nadie dice que sea prohibido para alguien comprar salchichas destinadas para el sexo opuesto, Así comereís lo que más os gusta, que puede ser mucho y con fruición o poco y sano. Mejor aún, si ninguna es de vuestro agrado, siempre podeís comprar las salchichas „unisex“ que estaís acostumbrada a consumir.

    A mí me parece que en un mundo libre, cualquiera puede comercializar un producto, como le convenga y le venga en gana.

    Gabriel Olagaray

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  67. […] geht es um die Grillwurst für Männer und Frauen bei Edeka. Genaueres kann man im Blog von Dr. Antje Schrupp nachlesen, auf das ich durch einen Blogbeitrag von Eberhard “aebby” Huber gekommen bin. Warum […]

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  68. […] Edeka sein aktuelles Fleischsortiment zu begleiten im Stande ist. In der vergangenen Woche sorgte ein im Netz veröffentlichter Protestbrief an die Verantwortlichen von Deutschlands größtem Lebensmittelhändler für Aufmerksamkeit, der […]

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  69. […] un billet publié sur son blog, elle a repris la lettre d’une de ses consoeurs, Suzanne Enz, adressée à Eneka: "Bien […]

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  70. In der Logik der Geflügelwurst wäre dann in der einen Frau und in der anderen Mann verarbeitet?? *gg*

    Aber in der Teewurst ist ja auch kein Tee drinne.

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  71. Nun, welch‘ ergiebiges Thema sind dann erst Frauen- und Männer-Nassrasierer.
    Zwei Freundinnen von mir benutzten für ihre Beine meinen uralten Zwei-Klingenrasierer, weil sie ihren nicht dabei hatten.
    Sie waren bass erstaunt, wie unglaublich gut der funktioniert.
    Wo er doch viel billiger ist als ihr Barbie-Style-Venus-Geraffel.
    Und wo er doch „für Männer gedacht und gemacht“ ist.

    Ich fühlte mich zunächst an die wunderbare Filmszene aus Hitchcocks „Der unsichtbare Dritte“ erinnert, in der Cary Grant auf der Flucht versucht, sich mittels des Damenrasierers von Eva Marie Saint. zu entbarten.
    Der Chauvi in mir konnte es dann nicht lassen:
    „Wenn ihr Frauen schon meint, euch rasieren zu müssen,
    warum fragt ihr dann nicht die nach Tipps, die sich damit auskennen?“

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  72. Die Länge der Linkliste (ich hatte von den Produkten auch erst im Radio „da bietet doch jemand“ erfahren) zeigt: Virales Marketing funktioniert. Mit Werbespots hätte es diese Aufmerksamkeit nie gegeben.
    Wieviele haben wohl in der letzten Zeit nachgeschaut, ob es die Produkte wirklich gibt, und vielleicht sogar auch ausprobiert. Ergo: Sie haben Ihr Ziel erreicht!

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  73. […] sondern fühlen sich diskriminiert von dem „dumpfen Sexismus“. So klingt es zumindest in dem offenen Brief, den die Journalistin Susanne Enz an die Verantwortlichen der diskriminierenden Bratwurst gesendet […]

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  74. Da fällt mir doch spontan das Zitat von Reich-Ranitzki zum Fernsehen ein.

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  75. […] sich über deren Frauen- und Männerbratwurst-Marketing beschwert, und den ich vor ein paar Wochen hier veröffentlicht habe, hat nicht nur meinem Blog ungeahnte Klickzahlen verschafft und die nationale wie internationale […]

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  76. Prinzipiell hat die Autorin ja Recht. Man kann die Bratwurstaffäre aber auch völlig anders interpretieren: Frauen ernähren sich gesünder, in angemessenen Mengen und somit vernünftiger. Männer essen vor allem genussorientiert und hirnlos, Hauptsache viel und fettig. Die Mädels sollten trotzdem etwas gelassener bleiben. Es kursieren immerhin ebenso viele Werbungen, in denen der Mann gegenüber der Frau als etwas plump, tollpatschig und blöd dargestellt wird. Das Problem ist wohl eher das generelle Menschenbild, dank dessen wir heute zum Beispiel 1% weiblicher und immerhin 0,5% männlicher Jugendlicher mit Essstörungen haben. Tendenz steigend… .

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  77. […] Dank auch an Antje Schrupp, die einen Brief von Susanne Enz veröffentlicht hat. Anlass: Frauen- und Männerbratwurst – jawohl, das braucht die Welt […]

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  78. […] caso è stato sollevato sul suo blog dalla femminista Antje Schrupp, ripresa dal sito The Inquisitr, che cita una lettera inviata a Edeka dalla giornalista Susanne […]

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  79. […] drei meistgelesenen Blogposts sind die über das Pinke Überraschungsei, die Frauenbratwürste und die Frauensauna, sie hatten weit über 20.000 Zugriffe, das Überraschungsei sogar über […]

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  80. […] eine ironisch-religiöse Anmutung. Diese Narretei machte immerhin sogar in internationalen Medien die Runde. Aber die Erfahrung lehrt leider, dass sexistische Würstchen nicht immer den Spott ernten, den sie […]

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  81. […] die Klickzahlen und Kommentare bei diesem Thema durch die Decke. Das Überraschungsei und die Frauenbratwurst sind hier im Blog mit großem Abstand die meist geklickten Blogposts – zehnmal so viele […]

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  82. Tja, fünf Jahre später und die Frauen- und Männerbratwurst gibt es immer noch (oder wieder). Diese Woche im Angebot bei Marktkauf.

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  83. Mir ist immer noch völlig wurscht, wie die Bratwurst /würstin heisst, Hauptsache, sie schmeckt.

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  84. Es ist schon lustig, da produziert Edeka einen abgrundtief sexistischen Werbespot mit Männerbashing, der in letzter Konsequenz zwar auch Frauen ziemlich sexistisch stigmatisiert, aber sie zu mindestens das die hervorragende Kinderfürsorgebeauftragte zeigt, und,

    ….

    Nichts selten mal eine Kritik von feministischer Seite aber im großen und ganzen Rauschen im Walde und dann bewirbt Edeka Würstchen als Männer- und Frauenwürstchen und schon geht er los der Aufschrei bezüglich Sexismus, etc.
    Ist ja nicht so, das tendenziell eher Frauen auf eine fettarme Ernährung achten und Männer gerne mal etwas mehr essen, oder das Frauen die nicht auf fettarme ernährung achten und gerne mal das doppelte essen nicht auch die Männerwurst kaufen könnten.
    Also die Probleme hätte ich auch gerne.

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  85. […] In her response, Susanne Enz notes that the sausages’ marketing show a “dull sexism.” […]

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  86. This is a great post thankss

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Foto: Heike Rost

Antje Schrupp

Ich bin Journalistin und Politikwissenschaftlerin und lebe in Frankfurt am Main. Mein Thema ist besonders weibliche politische Ideengeschichte. Aktuelles Buch: „Unter allen Umständen frei“ über revolutionären Feminismus am Ende des 19. Jahrhunderts – Victoria Woodhull, Lucy Parsons und Emma Goldman. Am 10. Februar 2025 erscheint „Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern“ (Aufbau Verlag)

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